Saftige Unterstützung

Zwiebeln haben viele Vorteile 

Einfach und bescheiden zu leben ist eine Kunst, die aufs Erste betrachtet schwer zu erlernen zu sein scheint. Doch wenn man es nie ausprobiert hat, wird diese Tugend immer in unerreichbarer Ferne bleiben. Hingegen helfen oft schon kleine Erfolgserlebnisse, in diese Richtung seine persönliche Lebenskultur zu verändern. Denn was braucht man wirklich, um zufrieden zu sein? Vieles, das wir im Überfluss haben, geht doch auf Kosten von anderen irgendwo auf der Welt und nicht zuletzt der spürbar leidenden Natur. Versuchen wir, dankbar zu sein, allein schon für das, was im Haushalt vorhanden ist. Die Zwiebel (Allium cepa) gehört wohl zu den Zutaten, die überall dort griffbereit zur Verfügung steht, wo man kocht. Gewiss gibt es auch jene, die sich eher vom Geschmack und Geruch der blättrigen Knolle fernhalten, doch gilt das nur für einige wenige. Viel mehr zählt jedenfalls die Tatsache, dass sich in den Zwiebeln nicht bloß Vitamine bergen, sondern auch Flavonoide, Kalium, Schwefel und noch viele andere Vitalstoffe enthalten sind. Der mäßige Gebrauch der Zwiebel sorgt mit, dass unsere Blutgefäße elastisch und frei von Ablagerungen bleiben, dass weiters die Darmflora eine Unterstützung erhält und selbst entzündete Atemwege eine Stärkung durch sie erfahren können. Es gibt übrigens eine Möglichkeit, diese Vorteile in einem Saft aufbereitet zu sich zu nehmen. Diese Flüssigkeit ist sowohl im Fachhandel erhältlich und kann auch selbst hergestellt werden, indem man z. B. die zerkleinerten Wurzelknollen auspresst. Dann ist es ebenso möglich, eine Kur damit durchzuführen, die dem Wohl des Leibes ganz gut auf die Sprünge helfen kann.

Löffelweise zu sich nehmen 

Vom Saft der Zwiebeln kann man 3 Wochen lang jeweils 1 Esslöffel voll vor den Mahlzeiten zu sich nehmen. Das führt zu einer vermehrten Durchblutung der Schleimhäute und unterstützt somit eine gute Verdauung. Zudem werden dadurch die Nerven gestärkt und das Immunsystem des Körpers unterstützt. Zwiebelsaft hat überdies einen kräftigenden Effekt für die Funktion der Bauchspeicheldrüse und der Leber.  www.kraeuterpfarrer.at

Zwiebel (Allium cepa) und Thymian ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Wachsam und willensstark

Mit Kräutern vernünftig fasten

Kaum jemand wird heute übersehen, dass es bereits der Aschermittwoch ist, der im Kalender schlagend wird und somit eine neue Zeit einläutet. Gewiss ist der Übergang aus dem hinter uns liegenden Fasching diesmal nicht so abrupt wie in den Jahren, da wir von einer Coronakrise noch keine Ahnung hatten. Doch dürfen wir jetzt umso mehr die Phase, die wir bis Ostern zur Verfügung haben, noch bewusster und effizienter gestalten. Kräuter wie der Löwenzahn, das Heidekraut und Birkenblätter sind z. B. dazu angetan, dass ihnen wieder mehr Beachtung geschenkt wird. Im Löwenzahn sind neben Bitterstoffen auch Flavonoide und Mineralstoffe enthalten, die den Stoffwechsel ankurbeln und die Verdauung unterstützen, Birkenblätter wiederum turnen die Nierentätigkeit an und Heidekraut mit Glykosiden und Saponinen birgt einen ausgleichenden Effekt in sich. Melisse und Malvenblüten stärken Nerven und Schleimhäute und Salbei sowie Fenchel tragen das Ihre dazu bei, dass nicht nur der Magen und der Darm positiv animiert werden, sondern darüber hinaus der eigene Wille zum Guten gefestigt wird. So sehr es auch angenehm ist, sich den kulinarischen und kellergelagerten Genüssen hinzugeben, so sehr wissen wir auch darum, dass eine gemäßigte Gestaltung der Ernährung das Um und Auf einer vernünftigen Lebensführung darstellt. Die Kraft der Kräuter steht genau dann zur Verfügung. Und so darf ich erneut einladen, sich gerade in der Fastenzeit vermehrt auf das Teetrinken zu verlagern, um nicht bloß die physische Gesundheit damit zu festigen, sondern auch wacher und willensstärker durch so manch herausfordernde Zeit zu gehen, wie es die unsrige momentan ist.

Teemischung zur Fastenzeit 

Eine Mischung aus getrockneten und zerkleinerten Zutaten aus dem Reich der Heilkräuter kann ein vernünftiges Fasten gut unterstützen. Dazu zählen die Blätter von Birken, Löwenzahn, Melisse und Salbei, Malvenblüten und blühende Triebspitzen des Heidekrautes sowie ein wenig Fenchelkörner. In einem ausgewogenen Verhältnis abgemischt, nimmt man davon 2 Teelöffel voll und übergießt diese Menge mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, dann abseihen. Trinkt man davon 2 bis 3 Tassen pro Tag, so kann man damit die Entgiftung des Körpers unterstützen und die Sinne schärfen. Wer will kann auch einzelne Elemente der Mischung eine Zeitlang in dieser Absicht verwenden. Den fertig gemischten „Fastentee“ erhalten Sie samt kostenloser Beratung im Kräuterpfarrer-Zentrum:

Tel. 02844/7070
E-Mail: bestellung@kraeuterpfarrer.at oder bequem im
Webshop: www.kraeuterpfarrer.at

Fastentee vom Kräuterpfarrer © Foto: Reinhard Podolsky/mediadesign.at

 

Vor dem Schlafengehen

Ein Fußbad mit Dillsamen 

Aus den geplanten Veranstaltungen mit vielen Menschen in froher Runde wird wohl heute Abend ganz sicher nichts. Wie man daher den Fasching ausklingen lassen möchte, bleibt also im Rahmen der Möglichkeiten, die sich in den eigenen vier Wänden bieten. Trotz aller Heiterkeit ist es sicher nicht abwegig, über eine wohlige Entspannung nachzudenken, die einen gut in den Aschermittwoch hineingehen lässt, der ja auch vor der Tür steht. In diesem Sinne möchte ich heute wieder einmal den Dill (Anethum graveolens) aufgreifen. Jener Doldenblütler steht normalerweise in engem Zusammenhang mit kulinarischen Genüssen, denen heute noch ruhig ein bedenkenloser Vorrang eingeräumt werden darf. Der Gedanke an eine Soße, deren Geschmack vom Dillkraut dominiert und gut zubereitet wird, lässt zumindest bei mir das Wasser im Mund zusammenfließen. Zudem gibt es archäologische und schriftliche Zeugnisse, die über den Gebrauch des würzenden Gewächses bis in die Antike zurück Auskunft geben. Es war nicht nur der charakteristische Geschmack der grünen Triebe des Dills dafür verantwortlich, sondern ebenso die darin schlummernde Heilwirkung, die wir im Allgemeinen als verdauungsfördernd und krampflösend bezeichnen können. Und überdies profitiert der Schlaf von der Verwendung dieser Heilpflanze. Was jetzt im Winter noch dazukommt, ist die Tatsache, dass wir nicht auf die frisch abgeschnittenen grünen Wuchsteile des Dills zurückgreifen können. Die mit ätherischem Öl und Cumarinen angereicherten Samen sind aber zu jeder Zeit einsetzbar. Die gute Wirkung, die von diesen gesundheitsfördernden Früchten ausgeht, darf diesmal in einer äußerlichen Anwendung bei den Füßen landen.

Aufgekochter Dillsamen 

Um eine gute Entspannung herbeizuführen, kann man abends vor dem Zubettgehen noch ein Fußbad nehmen. Dafür werden vorerst 2 Esslöffel voll Dillsamen 1 Stunde lang in 1 Liter kaltem Wasser angesetzt. Anschließend kurz aufkochen und 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Zum Schluss abseihen und dem Fußbadewasser hinzufügen. 1/4 Stunde lang die Füße darin baden, ehe man wieder heraussteigt. Alles gut abtrocknen und bald danach ins Bett steigen. www.kraeuterpfarrer.at

Dill (Anethum graveolens) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Die Mischhaut pflegen

Wacholder steht zur Verfügung

Wenn altes Wissen gut überliefert zur Verfügung steht, dann ist es meist recht spannend, sich geistiger Weise auf die Reise zu machen, um so manches zu erkunden. Im Bereich der hier in Europa verorteten traditionellen Medizin bzw. der praktizierten pflanzlichen Heilkunde gibt es immer wieder Neues zu entdecken, das doch altbewährt ist und dennoch weiterhin aktuell. Mithilfe von Wacholder lässt sich nicht nur ein begehrter und zurzeit heiß begehrter Gin brennen, sondern überdies auch noch die Haut pflegen. Im Gemeinen Wacholder (Juniperus communis) begegnet uns ein meist strauchartig wachsendes Heilgewächs, das schon unseren Vorfahren sehr viel wert war. Diese mit spitzen Nadeln bestückte Pflanze gehört bestimmend zu den Heidelandschaften, die gottlob wiederum mehr Beachtung erfahren und nach Möglichkeit auch für die Zukunft erhalten werden. Der Wacholder, der botanisch betrachtet mit den Zypressen verwandt ist, liefert die stahlblau gefärbten Beeren als gut brauchbare Früchte. In ihnen stecken u. a. ätherisches Öl und Gerbstoffe. Das kann man sich für die Pflege der Haut zunutze machen. Es ist doch so, dass man an sich selbst unterschiedliche Zonen wahrnimmt. Es gibt eben neben eher leicht fettenden Partien auch ganz trockene Bereiche. Dabei spricht man von einer so genannten Mischhaut. Aus alten Überlieferungen möchte ich daher heute eine Maßnahme weitergeben, in der die Wacholderbeeren eine wesentliche Rolle spielen. Darüber hinaus ist es auch möglich, die Kraft, die in den Zweigen steckt, mit zu bedenken und ebenfalls aufzubereiten.

Wacholderwasser ansetzen

3 Esslöffel voll reifer Wacholderbeeren werden gut zerdrückt und auch noch 3 Esslöffel von frisch abgeschnittenen und zerkleinerten Zweigspitzen des Wacholders hinzugefügt. Mit 1 Liter kaltem Wasser übergießen und genau 1 Tag lang ansetzen. Danach abseihen, den Rückstand extra auspressen und beides zusammengießen. 5 Esslöffel voll hochprozentigen Alkohol einrühren und in Flaschen gefüllt im Kühlen aufbewahren. Um die Haut zu pflegen, kann man damit den gesamten Körper abreiben. Das erfrischt und gleicht eine so genannte Mischhaut aus. www.kraeuterpfarrer.at

Wacholderzweig mit Beeren (Juniperus communis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Gut atmen und bei Laune bleiben

Die Königskerze unterstützt beides

In einen neuen Tag hinzugehen, ist je neu eine Herausforderung. Jeder und jede hat dabei einen ganz eigenen Brauch, wie man sich auf Touren bringt. Und dabei spielt die Laune ebenso eine große Rolle. Um so genannte Morgenmuffel sollte man eher einen großen Bogen machen, um nicht gleich in den ersten Wachphasen angepöbelt zu werden. Gewiss lernt man in einem gemeinsamen Haushalt unter einem Dach wohl oder übel sehr schnell damit umzugehen. Aber was soll’s? Der Frust hilft schließlich auch nicht weiter. Wer kann uns also dabei helfen, mehr Sonne im Herzen zu haben? Nun, ich meine, dass z. B. die Großblütige Königskerze (Verbascum densiflorum) eine gute Partnerin in diesem Anliegen sein könnte. Sie hat allein schon von ihrem Wesen her betrachtet mit Trübsinn gar nichts gemein. Denn sie stellt sich bewusst in das Licht und kostet die sommerliche Wärme in vollen Zügen aus. Das bringt selbst auf sehr kargen Böden zum Emporstreben und zum Blühen. In ihren goldgelben Blüten, die zur Mittagszeit gepflückt und dann im Schatten gründlich getrocknet werden, bergen sich neben den Farbstoffen und den Flavonoiden auch Schleimstoffe, die bei einer Aufbereitung vom Körper gut aufgenommen und auch dementsprechend genutzt werden können. Bei entzündeten Atemwegen etwa hat sich ein Tee aus Königskerzenblüten schon oft als hilfreich herausgestellt. So gesehen kann man folgerichtig den Schluss ziehen, dass die hehre und aufrechte Sonnenbraut ebenfalls bei guter physischer Verfasstheit ein Bindeglied zwischen einer guten Atmung und gleichzeitig einer aufgehellten Stimmung darstellt. Darauf darf man sicher gerade heute am Faschingssonntag und darüber hinaus das ganze Jahr über Bedacht nehmen.

Frühstückstee mit Königskerze 

Gleich am Morgen nimmt man 2 Teelöffel voll getrockneter Blüten der Großblütigen Königskerze und übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten lang zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Dieser goldgelbe Aufguss ist nicht nur schön anzusehen, sondern er hilft auch den Atemwegen in ihrer unermüdlichen Tätigkeit und erhellt zugleich ein allenthalben niedergedrücktes und morgenmüdes Gemüt. Man soll den Tee übrigens zusätzlich nach dem Abseihen filtrieren, um nicht beim Trinken die Flimmerhärchen der Blüten mit aufzunehmen. www.kraeuterpfarrer.at

Großblütigen Königskerze (Verbascum thapsiforme oder densiflorum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Die Hautstruktur unterstützen

Goldrute als Badezusatz

In der Vorbereitung auf das kommende Frühjahr wird wohl schon einiges am Plan stehen. Sind einmal hohe Schneelagen und Frostperioden passé, dann kann man wieder darangehen, Dinge im Freien zu erledigen oder die Rückstände von Staub und Schmutz an Fenstern und Fassaden zu beseitigen. Gleichzeitig darf meiner Meinung nach auch ein Blick auf das Äußere des Körpers einhergehen, wo es möglich ist, bereits jetzt stärkende und erfrischende Initiativen zu setzen. Dabei können ebenso Kräuter eine Rolle spielen. Zu den infrage kommenden Pflanzen zählt etwa die heimische Gewöhnliche oder Echte Goldrute (Solidago virgaurea). Sie bevorzugt vor allem lichte Wälder, Wegränder und trockene Lichtungen als Standort. Damit ist die Fähigkeit verbunden, mit kargen Gegebenheiten einigermaßen gut zurechtzukommen. Als Heilkraut hat sie seit jeher den Ruf, den Harn zu treiben und somit mitzuhelfen, ein vorliegendes Übermaß an Harnsäure im Organismus zu reduzieren. Dafür hat sich ein Tee aus Goldrutenkraut schon oft bewährt. Die Inhaltsstoffe des Gewächses werden hauptsächlich durch das Vorhandensein von Flavonoiden, Saponinen, Diterpenen und ätherischem Öl bestimmt. Äußerlich angewandt, kann der Absud auch für Auflagen verwendet werden. Damit fördert man wiederum eine bessere Wundheilung. Unserer Haut dürfen wir aber ebenso eine Pflege zukommen lassen, wenn sie heil und unverletzt ist. Das kann geschehen, indem man sich Zeit einräumt, um ein stärkendes und wohltuendes Bad zu nehmen. All jenen, die nicht auf irgendeine Art und Weise allergisch auf Korbblütler reagieren, steht diese Möglichkeit wohl offen.

Kräuterbad mit Goldrute 

Vom getrockneten blühenden und zerkleinerten Kraut der Goldrute nimmt man 2 bis 3 Hände voll und gibt diese Menge in ein Leinensäckchen. In die Badewanne legen und langsam mit heißem Wasser füllen. Vor dem Hineinsteigen wird das angereicherte Nass annehmbar temperiert und das Leinensäckchen extra ausgepresst. Es kann ruhig im Wasser liegen. 15 Minuten in der Wanne bleiben, ehe man wieder heraussteigt. Das unterstützt die Gesunderhaltung der Haut und verbessert ihre Struktur mit rein pflanzlicher Hilfe. www.kraeuterpfarrer.at

Echte Goldrute (Solidago virgaurea) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Schweißtreibende Blüten

Haselnusskätzchen haben Erntezeit

Mit der zur Verfügung stehenden Zeit heißt es gut umzugehen. Schließlich will man nichts versäumen und alles ausnutzen, was gerade ansteht oder sich spontan ergibt. Doch manchmal kann es auch heißen, die rechte Zeit abzuwarten. Das trifft vor allem bei den Pflanzen in freier Natur zu, die sich der Jahreszeit entsprechend entwickeln sollten. Sind die Temperaturen vermehrt über dem Gefrierpunkt, setzen bei den Frühblühern Prozesse ein, die eher erst später stattfinden sollten. Über den Pollenwarndienst weiß man bereits, dass die Haselnussstauden (Corylus avellana) sich darangemacht haben, sich in den Status des Blühens zu begeben. Sie bilden ihre weiblichen und männlichen Blütenteile aus und nehmen einfach den Wind zu Hilfe, der die Bestäubung quasi gratis mitvollzieht. Und die männlichen Kätzchen, die in einer länglichen Form von den Ästen hängen, ziehen sowieso unsere Aufmerksamkeit auf sich, da sie in einem leuchtenden Gelb den Frühling einzuläuten scheinen. In diesen Teilen der Haselnusssträucher steckt aber auch eine Kraft – vor allem Flavonoide und Gerbstoffe –, die man als begleitende Hilfe zum Einsatz bringen kann. In Zeiten der Grippe etwa oder bei schwerwiegenden Erkältungsinfekten ist es ratsam, sich vermehrt im Bettlager dem Schwitzen zu widmen. Das mögen nämlich eingedrungene Keime überhaupt nicht. Dieses Transpirieren kann durchaus eine Unterstützung erfahren, indem man mit einem Kräutertee ganz gezielt nachhilft. Gewiss werden nun viele u. a. an die Lindenblüten denken, die so etwas wie der Klassiker sind, wenn es ums Schwitzen geht. Aber da es nun bald soweit sein wird, dass sich die Haselkätzchen erneut zeigen und zur vollen Größe entfalten, sollten wir diese Zeit nicht achtlos verstreichen lassen, sondern ans Sammeln gehen, um für den Rest des Jahres versorgt zu sein.

Unterstützung zum Schwitzen

Sobald die Haselsträucher blühen, ist es klug, die männlichen Haselnusskätzchen zu pflücken und sorgsam zu trocknen. Um bei einer Grippe oder bei einem Anmarsch von Erkältungskeimen im Bett besser schwitzen zu können, sollte man mit diesen Kätzchen einen Tee im herkömmlichen Heißaufguss zubereiten. Am besten 3 Tassen pro Tag trinken. Danach gleich ins Bett gehen, sich fest zudecken und den Schweißdrüsen freien Lauf lassen. www.kraeuterpfarrer.at

Haselnusszweig mit Blüten und Früchten (Corylus avellana) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Hausmittel bei starkem Husten

Schwarzer Rettich und Honig

Die gegenwärtige Zeit ist dazu angetan, sich neu zu besinnen. Der Fasching fällt heuer in seiner üblichen Form ohnehin flach und auch sonst spricht derzeit alles dagegen, einfach nur oberflächlich dahinzuleben. Und man erinnert sich hoffentlich der Schätze, die uns unterstützen, die eigene physische Immunkraft zu erhöhen und somit zugleich die persönliche seelische Konstitution auf einer guten Bahn zu halten. In der Frage nach einer Hilfe, die man im eigenen Haushalt finden und abschöpfen kann, bin ich diesmal auf den Schwarzen Rettich (Raphanus sativus var. niger) gestoßen. Die botanische Klassifizierung zählt die ganze Pflanze zur Familie der Kreuzblütengewächse. Seit jeher wird vor allem der größtenteils unterirdische Wuchsteil geschätzt und verwendet. Es verwundert nicht, dass dieser besonders scharf schmeckt, enthält er doch eine hohe Menge an so genannten Senfölglykosiden, wie wir sie etwa auch im Meerrettich oder Kren vorfinden. Dazu sind noch wichtige Mineralstoffe in dem kugeligen Rhizom enthalten. Hat man den Schwarzen Rettich im Garten selbst herangezogen, so hält er sich nach der Ernte über Monate hinweg am besten in einem so genannten Sandbeet, das man im Keller angelegt hat und wo sich eine gewisse Feuchtigkeit vorfindet. Gott sei’s geklagt, dass man ein derartiges Milieu in einer sterilen und zubetonierten modernen Bauweise heute kaum mehr vorfindet. Aber es gibt ja auch die Möglichkeit, sich den Rettich im Handel zu besorgen. Gerade dann, wenn die Lunge schwer angeschlagen ist, weil ein harter Husten sie in Schach hält, kann man auf ein Hausmittel zurückgreifen, das sich als befreiend und vor allem als keimwidrig erweist. Dazu benötigt man neben dem Gemüse auch einen guten Bienenhonig.

Rettig-Honig-Saft auslöffeln 

Um einem starken Husten zu begegnen und die Atemwege begleitend zu stärken, kann man den Schwarzen Rettich (auch Winterrettich genannt) nutzen. Dazu höhlt man ihn innen aus und bohrt zuunterst ein dünnes Loch. Danach füllt man den Rettich mit in einem Wasserbad erwärmten Lindenblütenhonig an und stellt ihn auf ein enges Glas. Am Morgen, mittags und abends den ausgeflossenen Rettich-Honig-Saft einnehmen. Zum Schluss mit warmem Wasser den Rest ausspülen und auslöffeln. www.kraeuterpfarrer.at

Schwarzer Rettich (Raphanus sativus var. nigra) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Die Füße wärmen

Mithilfe von Apfelessig und Thymian

Väterchen Frost klopft wieder einmal an die Tür. Es wäre auch jetzt eindeutig zu früh für einen Start in den Frühling. Die Natur braucht außerdem eine gute Portion Kälte, um nicht noch mehr aus dem üblichen Rhythmus der Jahreszeiten zu kommen. Gewiss hätten viele nichts gegen wärmere Temperaturen, gilt es doch gegenwärtig zu heizen und sich für draußen warm anzuziehen. Manchmal ist das aber noch keine Garantie für ein wohliges Gefühl. Deshalb möchte ich heute den Apfelessig ins Spiel bringen, der ohnehin in der Speiskammer steht, wenn zu Hause gekocht und manches Gemüse eingelegt wird. Seit eh und je wird diese vielseitig einsetzbare Zutat auch zum Wohl des Leibes herangezogen. Bei einem Essig denkt man kaum an mögliche Inhaltsstoffe, die aber auch dort zu finden sind. Selbst Vitamine (A, B1, B6, C und E) stecken in der sauren Flüssigkeit, daneben noch Magnesium, Kalium, Natrium Zink, Kupfer und Selen. In der Antike und im Mittelalter diente der Apfelessig bereits zur Desinfektion. Diesmal möchte ich darauf hinweisen, ihn eher dafür zu verwenden, um sich ein bisserl einzuheizen. Ich begegne regelmäßig Leuten, die darüber klagen, dass sie ständig kalte Füße haben. Dagegen kann man etwas unternehmen. Es gilt als vorbeugende Maßnahme, wenn dann regelmäßig Fußbäder durchgeführt werden. Denn so ist man besser gegen Erkältungen und Entzündungen im Blasenbereich geschützt.

Für Fußbäder

Wer bemerkt, dass sich die Füße gerade im Winter oft kalt anfühlen, kann diesem Umstand mit wohligen Fußbädern begegnen. Dazu nimmt man morgens und abends ein warmes Fußbad und fügt dem Wasser ein 1/4 l Apfelessig bei. Nach 15 bis 20 Minuten die Füße gut abtrocknen und zusätzlich mit Arnika-Tinktur oder einem alkoholischen Arnika-Auszug einreiben. Ganz gut ist es, wenn man zusätzlich 1 Tasse Thymian-Tee trinkt, um so auch die Immunkräfte bei guter Laune zu halten. www.kraeuterpfarrer.at

Ein Kraut für die Verdauung

Augentrost zur Unterstützung der Galle

Hinter die Kulissen zu blicken oder in etwas Verborgenes vorzudringen, ist ein Anreiz, der vor allem durch die nicht immer unbedingt tugendhafte Neugier geweckt wird. Gerade dann, wenn man meint ein Geheimnis lüften zu können, lässt sie sich kaum bremsen. Vergessen wir dabei nicht, dass in unserem Körper viele Prozesse auf wunderbare Weise ablaufen, ohne dass wir diese jemals bedacht und schon gar nicht erkundet haben. Erst dann, wenn sich ein Schmerz oder ein Leiden einstellt, schauen wir genauer hin. Das muss aber nicht so bleiben. Daher gilt es schon zu gesunden Zeiten, Interesse für einzelne Organe zu wecken. Der Augentrost (Euphrasia officinalis) kann uns dabei helfen. Wie es die Bezeichnung dieses Gewächses verrät, kennt die traditionelle Erfahrung der Naturheilkunde seine Verwendung eher im Zusammenhang mit dem Sehsinn unseres Körpers. Der Grund dafür lag sicher auch darin, dass die Blüten des Krautes einen koketten Augenaufschlag eines menschlichen Gesichtes darstellen. Aber wenden wir uns wiederum dem Verborgenen zu. All das, was unsichtbar seinen Dienst vollzieht, darf ruhig sozusagen unter eine „sorgende Lupe“ genommen werden. Die Galle verdient unter diesem Aspekt genauso unsere Zuwendung wie etwa die Haut unseres Antlitzes, die im Regelfall für jedermann sichtbar ist. Die Inhaltsstoffe des Augentrostes wie Gerbstoffe, ätherisches Öl und Flavonoide sind durchaus auch dafür vom Schöpfer in diesem Kraut angelegt worden, dass sie neben anderen Organen der Physis gerade der Verdauungsdrüse gute Dienste erweisen können. Manchmal ist es vernünftig, zu einem Einzeltee zu greifen, um die Gesundheit des Körpers gut zu begleiten.

Aufguss für die Morgenstunden 

Ein Tee, der die Funktion der Gallenblase unterstützt, wird folgendermaßen zubereitet: bloß 1 Teelöffel des getrockneten und zerkleinerten Krautes des Augentrostes übergießt man mit 1/4 Liter kochendem Wasser und lässt den Tee 15 Minuten ziehen. Dann abseihen. 1 Woche lang gleich in der Früh auf nüchternen Magen trinken. Dann 1 Woche aussetzen und in der gleichen Dauer erneut durchführen. Das stellt eine gute begleitende Maßnahme nach überstandenen Problemen mit der Galle dar und bewährt sich auch als vorbeugende Vorgehensweise. www.kraeuterpfarrer.at

Augentrost (Euphrasia officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya