Exquisite Nagelpflege

Mit Sanikel und Rosenblüten

Die Hand hat wohl wiederum mehr an Beachtung gewonnen. Indem es derzeit zur Vorsichtsmaßnahme zählt, einander nicht zu berühren, stellt sich bei vielen Begegnungen die Frage, wie man denn einander begrüßen solle. Und so bildet sich ein neuer Stil des Umganges miteinander aus, der die Hände höchstens zum Gestikulieren einer Freundlichkeit bzw. einer bestehenden Sympathie füreinander zu Hilfe nimmt. Vielleicht ist es daher gar nicht so schlecht, sich wieder einmal selbst auf die Finger zu schauen. Mit dem Sanikel (Sanicula europaea) wollen wir uns bloß der Pflege derselben zuwenden und nicht so sehr einem moralisch kontrollierenden Imperativ. Der Wald-Sanikel zählt zur Familie der Doldenblütler. Wenn er auch nicht durch massenhaften Wuchs ins Auge sticht wie etwa die Brennnesseln oder der wiesenbeherrschende Löwenzahn, so kommt er doch nicht so selten in lichten Laubwäldern vor. Gewiss muss man schon genau hinsehen, um diese Pflanzenart auch identifizieren zu können. Am besten lässt man sich den Sanikel von kräuterkundigen Freunden zeigen. Zu den Inhaltsstoffen des Gewächses zählen vor allem Saponine, Gerbstoffe, pflanzliche Säuren und Flavonoide. Für einen äußerlichen Gebrauch zieht man die Blätter heran, die man frisch oder getrocknet aufbereiten kann. Die Nägel auf unseren Fingern verdienen nämlich mehr Zuwendung als nur ein regelmäßiges Kürzen mit der Nagelschere. Das ist vor allem dann von Vorteil, wenn sich das Nagelbett immer wieder neu entzündet und sich in der Folge unangenehme Schmerzen einstellen. Dem kann man vorbeugen, indem man den Händen und Fingern beständig etwas Gutes zukommen lässt. Das geschieht u. a. dadurch, dass man ein Öl als Hausmittel ansetzt und dann griffbereit zur Verfügung stehen hat.

Einreibung für Finger und Nagelbett

Von frischem oder getrocknetem Sanikelkraut nimmt man 2 Esslöffel voll und ergänzt dies mit 2 Esslöffel voll roten Rosen-Blütenblättern. Danach mit etwa 8 Esslöffeln voll süßem Mandelöl übergießen und 14 Tage in einem verschlossenen Glasgefäß an einem sonnigen Platz stehen lassen. Zum Schluss abseihen, den Rückstand auspressen und das fertige Nagelöl in ein kleines Fläschchen füllen. Kühl und dunkel lagern. Damit werden vor allem abends die Fingerspitzen, die Nägel und die Ränder des Nagelbettes eingerieben. Das pflegt und stärkt diese sensible Zone. www.kraeuterpfarrer.at

Waldsanikel (Sanicula europaea) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Sommerliche Heiserkeit

Mit Käsepappel besänftigen

Es ist momentan eine spannende Zeit. Lange genug haben die Landwirte in meiner Waldviertler Heimat zugewartet, um nun endlich zur Heuernte überzugehen. In der vergangenen Woche lag daher das gemähte Gras auf den Wiesen und verströmte den wohlbekannten Duft, der sich beim Trocknen des frischen Grüns in die unmittelbare Umgebung verteilt. Und dann kamen Gewitterregen, die anscheinend den Mühen einen herben Strich durch die Rechnung machten. Zu guter Letzt kam es doch zum Pressen des notwendigen Viehfutters. Was momentan jedoch viel weniger augenscheinlich bereitsteht, das ist die Käsepappel (Malvus neglecta). Sie zählt auch nicht so sehr zu den Wiesenkräutern, weil sie eher die Wegränder und trockenen Brachflächen als Standort bevorzugt. Das Attribut des wissenschaftlichen Namens („neglecta“ s. o.) bedeutet so viel wie „die Vernachlässigte“, „die Übersehene“. Das dürfte u. a. den Grund darin haben, dass die Käsepappel in ihrem Wuchs dicht am Boden bleibt und daher kaum ins Blickfeld der Vorübergehenden rückt. Diese Zeilen wollen jenen Umstand nach Möglichkeit mindern. Zu den Inhaltsstoffen des bescheidenen Malvengewächses zählen nämlich wertvolle pflanzliche Schleimstoffe, Flavonoide und Gerbstoffe. Man kann sagen, dass dieses Heilkraut seit Generationen zur pflanzlichen Apotheke der armen Leute zählte. Sie ist jedoch bis heute für alle da. Vor allem dann, wenn es gilt, die Schleimhäute im Magen-Darmbereich zu unterstützen, erweist sich die Käsepappel als äußerst wertvoll und hilfreich. Obwohl man sich nun über genügend warme Tage freuen darf, bleiben leider manche vor Erkältung und Heiserkeit nicht gefeit. In diesem Fall ist es ja auch möglich, sich der guten Effekte der kleinwüchsigen Wegmalve zu bedienen.

Ansatz trinken und gurgeln

Vom getrockneten und zerkleinerten blühenden Kraut der Käsepappel nimmt man 2 Esslöffel. Mit 1/2 Liter kaltem Wasser übergießen und 3 Stunden stehen lassen. Danach abseihen und auf Trinktemperatur erwärmen. Einen Teil davon schluckweise einnehmen, mit dem Rest den Mund ausspülen und fest gurgeln, damit auch der Rachen davon profitiert. Das ist günstig bei Heiserkeit und entzündetem Rachen sowie bei Husten. www.kraeuterpfarrer.at

Käsepappel (Malva neglecta) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Allrounder für das Wohlbefinden

Die Melisse steht bereit

Superlative sind vielerorts verzeichnet und sie finden tagtäglich in der Werbung ihren Niederschlag. Wir selbst wissen, was uns am besten schmeckt, welcher Stoff unserer Haut am meisten schmeichelt und welchen technischen Hilfsmitteln wir aufgrund ihrer Qualität einen hohen Stellenwert einräumen. Ich selbst bin aber vorsichtig, wenn es gilt, die Kräuter aufgrund ihrer Nützlichkeit auf einer Skala auflisten zu wollen, die dann ja letztlich wiederum nur sehr subjektiven Kriterien unterliegen würde. Dennoch darf man vielen Gewächsen eine Vielseitigkeit zubilligen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Zitronenmelisse (Melissa officinalis). Sie ist so etwas wie ein typisches Sommerkraut. Denken wir dabei nur an einen erfrischenden Krug voll Wasser, der mit einem Zweig des aromatischen Krautes angereichert wird. Damit kann man sehr gut den Durst zwischendurch löschen. Die Melisse zählt zu den Lippenblütlern. Sie ist eine pflegeleichte Pflanze und kann sehr einfach im eigenen Garten gezogen und in der Folge geerntet werden. In den Blättern der ebenfalls von den Bienen und Hummeln sehr geschätzten Melisse finden sich ätherische Öle, Bitterstoffe, Saponine, Harz und sogar das keimwidrige Thymol. In der Regel verwendet man diese pflanzliche Droge als Gewürz bzw. zum Garnieren in der Küche und in der Gastronomie. Aus dem naturheilkundlichen Blickwinkel betrachtet, schätzt man das Heilgewächs vor allem wegen seiner beruhigenden und ausgleichenden Wirkung. Davon profitiert jedoch nicht bloß das Nervengeflecht. Wenn es Krämpfe, Verdauungsstörungen und Blähungen zu lindern gilt, ist es sicher sinnvoll, die Melisse als Hilfe heranzuziehen wie eben auch bei Schlafstörungen, vermehrtem Herzklopfen und bei Spannungen im Hinterkopf. Wetterfühligkeit, Migräne und Menstruationsbeschwerden können zudem noch hinzugefügt werden. Wie gesagt, es wäre schade, wenn man an diesem wertvollen Geschöpf mit herrlichem Duft gleichgültig vorübergehen würde. Viel besser ist es, die Melisse zu nutzen.

Melissentee bei verschiedenen Problemen

Von getrocknetem und zerkleinertem Kraut der Melisse nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt es mit 1/4 Liter kochendem Wasser. Von den frischen und zerkleinerten Trieben nimmt man besser 3 Teelöffel. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Für gewöhnlich trinkt man jeweils morgens und abends 1 Tasse davon. Bei starken Kopfschmerzen, bei akuten Krämpfen und bei Problemen im Darm ist es möglich, sich auch mittags 1 weitere Tasse aufzugießen und zu trinken. www.kraeuterpfarrer.at

Melisse oder Zitronenmelisse (Melissa officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Erholung im Alltag

Himbeerblätter für die Füße

Wie ist es Ihnen in der zurückliegenden Arbeitswoche ergangen? War viel zu erledigen? Ist auch daheim etwas weitergegangen im Haus oder im Garten? Schließlich gibt es gerade dort immer etwas zu tun. Womöglich ist schon der Urlaub für heuer aus Corona-bedingten Gründen aufgebraucht. Da stellt sich wohl die Frage, wie man sich Entspannung in den Alltag hineinholt, ohne gleich eine weite Reise dafür antreten zu müssen. Schauen wir uns diesbezüglich doch einfach einmal im Reich der Natur um. Zu den Freuden des Sommers zählen gewiss die Kräuter und die fruchttragenden Pflanzen, die es im wahrsten Sinne des Wortes auszukosten gilt. Bei den Himbeeren (Rubus idaeus), die sicherlich auf der Hitliste der Obstsorten ganz oben stehen, fällt hoffentlich wiederum viel an Erntegut ab, um sich z. B. das Leben nach einem guten Essen durch ein delikates Dessert versüßen zu können. Das ist sicherlich eine Weise, um sich nach Mühe und Arbeit etwas Gutes zu gönnen. Doch gibt es noch weitere Vorzüge seitens der Himbeersträucher. Es sind ihre Blätter. Deren Wirkstoffe sind in erster Linie Gerbstoffe, Flavonoide und Glykoside. Sosehr man diese Wuchsteile verwenden kann, um sie zu einem Tee aufzubrühen oder Teemischungen damit zu ergänzen, sollte man auch die Möglichkeit einer äußerlichen Anwendung nicht übersehen. Vor allem auf der Haut kommt deren adstringierende Wirkung zum Tragen. Um nun Entspannung und gleichzeitig eine Stärkung nach anstrengenden Tätigkeiten zu erlangen, ist es ratsam, ein Fußbad zu nehmen. Dabei muss man erstens eine Zeitlang ruhig verharren und zweitens gibt die sensible Zone der Sohlen gute Effekte an die übrige Physis weiter. Die Himbeerblätter spielen dabei eine wichtige Rolle. Also, viel Spaß beim Relaxen zwischendurch!

Heißes Fußbad nach der Arbeit

Nach fordernden und anstrengenden Arbeiten ist es ganz einfach, ein Fußbad zu nehmen. Das Wasser hierfür sollte möglichst warm sein. In dieses gibt man eine Handvoll getrockneter und zerkleinerter Himbeerblätter hinein und badet die Füße 15 Minuten lang darin. Durch die Gerbstoffe der Pflanzenteile wird einerseits die Haut gepflegt und darüber hinaus erhalten die Reflexzonen der Fußsohlen eine positive Stimulation, die sich entspannend und gleichzeitig stärkend auf den ganzen Körper auswirkt. www.kraeuterpfarrer.at

Himbeertriebe und Früchte (Rubus idaeus) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Erweichende Einreibung

Acker-Stiefmütterchen in Öl

Spricht man heutzutage über die mannigfaltigen Umweltbelastungen, die es rund um den Globus zu mäßigen bzw. bestenfalls ganz aus der Welt zu schaffen gilt, so denkt man in erster Linie an die CO2-Emissionen, die sich negativ auf das Klima auswirken. Hoffentlich nehmen auch wir als Einzelne und Private dieses Anliegen ernst genug. Denn das Leichteste ist es wohl, mit dem Finger auf die Großen und Mächtigen zu zeigen und gleichzeitig eine Selbstgerechtigkeit zu pflegen, die niemandem hilft. Da ist es schon besser, auf die eigene Haut zu schauen, die sich permanent der Luft aussetzen muss, die uns mit all den menschgemachten „Zutaten“ umgibt. Das Acker-Stiefmütterchen (Viola tricolor) ist ein pflanzlicher Mitbewohner unseres Planeten. Es hat sich im Laufe der Jahrhunderte, ja Jahrtausende die Kultur des Ackerbaus zunutze gemacht, um so in der Nähe des Menschen seinen Lebensraum zu haben. Die Inhaltsstoffe, die sich in den Trieben des Veilchengewächses befinden, setzen sich vor allem aus Flavonoiden, Schleimstoffen und Glykosiden zusammen. Die adrette Blume von den Feldrändern ist also nicht bloß schön anzusehen, sondern besitzt auch eine gute Wirkung auf unsere Haut. In dem Ansinnen, den Mikrokosmos, den unser Leib nun einmal darstellt, angesichts der sich verändernden Umwelt zu schützen, ist es sicher klug, bei der äußersten Schicht konkrete festigende Maßnahmen zu setzen. Das ist vor allem dann von Vorteil, wenn die Haut einen trockenen und spröden Charakter aufweist. Zudem sollte man in den heißen Monaten vermehrt auf die Pflege dieser physischen Zone Bedacht nehmen. Das Acker-Stiefmütterchen lässt sich hierfür relativ einfach aufbereiten. Gott sei Dank haben wir immer noch die Kräfte der Natur zur Verfügung, die wir bestimmt auch für die Zukunft erhalten und hüten wollen.

Ansatz mit Ackerstiefmütterchen

Man kann dafür sowohl das frische als auch das getrocknete zerkleinerte blühende Kraut heranziehen. Im Verhältnis 1 : 4 werden die Pflanzenteile mit kaltgepresstem Olivenöl 14 Tage lang in einem verschlossenen Glasgefäß bei Zimmertemperatur angesetzt. Danach abseihen, die Ansatzmasse zusätzlich auspressen und das Acker-Stiefmütterchen-Öl in braune Fläschchen abfüllen. Kühl und dunkel lagern. Das Ergebnis stellt eine wertvolle Hilfe als Einreibung für eine trockene Haut dar, die man vorzüglich am Abend durchführt. Am nächsten Morgen kann man mit einem stark verdünnten Weinessigwasser nachwaschen. www.kraeuterpfarrer.at

Acker-Stiefmütterchen oder Wildes Stiefmütterchen (Viola tricolor) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Duftendes Kräuterbad

Oregano stärkt und strafft die Haut

Zum Sommer gehört wohl auf jeden Fall das Schwimmen in einem wie auch immer beschaffenen Gewässer. Das kann sowohl in einem Freibad, in einem See oder einfach nur im hauseigenen Pool vollzogen werden. Einerseits möchte man der Hitze Herr werden und andererseits soll auch die Haut das Licht und die Wärme der Sonne in einem vertretbaren Maß entgegennehmen können. Ich bin schon gespannt, wie das Wetter heuer dabei mitspielen wird. Davon unabhängig erweist sich auch das Badezimmer, das man zur eigenen Reinigung und zur Körperpflege aufsucht, als vorteilhaft. In diesem Raum möchte ich deshalb heute mit meinem Tipp bleiben. Trotzdem dürfen wir vorher mit dem geistigen Auge noch einmal dorthin gehen, wo unter freiem Himmel die Sonnenstrahlen regieren und für ein trockenes Ambiente sorgen. Es ist der Oregano (Origanum vulgare), der botanisch korrekt als Echter Dost bezeichnet wird. Er fühlt sich vor allem auf trockenen Böschungen und Wegrändern wohl und gelangt im Hochsommer zu seiner stärksten Entfaltung. Mit seinen leicht rosa- bis purpurfarbenen Blüten macht er auf sich aufmerksam. Zupft man ein Blättchen von seinen Trieben ab und zerreibt es zwischen den Fingern, so gibt er sein unverkennbares Aroma preis, das man ohnehin gerne einsetzt, um eine Pizza damit zu würzen. Die Wuchsteile des Oregano zeichnen sich durch die Inhaltssubstanzen Bitter-und Gerbstoffe, ätherisches Öl und Thymol aus. Diese Erkenntnis lässt sich auch für die Beschaffenheit der Haut zunutze machen, die in den heißen Monaten sowieso mehr in den Fokus rückt als im übrigen Rest des Jahres. Also liegt es doch nahe, unsere äußere Hülle mit pflanzlicher Hilfe zu unterstützen und zu stärken. Dazu kann man in den eigenen vier Wänden bleiben, egal ob die Sonne vom Himmel brennt oder ein erfrischender Regenschauer das dürstende Land tränkt.

Badezusatz mit Oregano

Vom getrockneten und zerkleinerten blühenden Kraut des Oregano (= Echter Dost) nimmt man 100 g und übergießt diese Menge mit 2 bis 3 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. In die bereits mit warmem Wasser gefüllte Badewanne dazuleeren und 20 Minuten darin baden. Das strafft und stärkt eine abgespannte Haut, fördert ihre Abwehrkraft und wirkt zudem vorbeugend gegen Furunkel und Abszesse. www.kraeuterpfarrer.at

Dost oder Oregano (Origanum vulgare) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Gut für das Lymphsystem

Die Quecke als Begleiterin

Bei verschiedensten Ausstellungen rund um das Thema Garten und Landschaftsarchitektur ist es eine Freude, zwischen den extra schön gestalteten Flächen und Bereichen zu wandeln und mit dem Auge das Dargebotene zu genießen. Es braucht nun einmal viel Zeit samt Geld, um so manche Anregung auch im Bereich rund um das eigene Haus umzusetzen. Bezüglich Gestaltung des Rasens werden sich wahrscheinlich die Geister und Geschmäcker scheiden. Denn ein Grün in englischem Stil wird wohl von gar nicht wenigen angestrebt. Die Gemeine Quecke (Elymus repens) findet darauf sicher keinen Platz, da sie in ihrem ungestümen Wuchs höchstens als störend empfunden wird. Das zur Familie der Süßgräser zählende Gewächs ist nämlich eine so genannte Pionierpflanze, die nach eigenem Gutdünken dafür sorgt, brach liegende Flächen zu erobern und mit ihren Wurzeln und Rhizomen den Boden aufzulockern. Die Tatsache, dass sie keinen gärtnerischen Schönheitswettbewerb gewinnt, schmälert jedoch weder ihren Wert noch ihre Nützlichkeit. Vor allem in ihren unterirdischen Wuchsteilen bergen sich wertvolle Wirkstoffe wie etwa Schleimstoffe, Saponine, Salze, Kalium, Eisen und Kieselsäure. Dies wussten bzw. ahnten bereits unsere Vorfahren, die mit der Verwendung der Queckenwurzel gute Erfahrungen machten, diese aufzeichneten und von Genration zu Generation weitergaben. In diesem Sinne darf ich heute einen Tipp in Schriftform bringen, der auf die Haut und das Lymphsystem des Körpers abzielt. Manchmal kann es sein, dass sich das Unterhautgewebe entzündet und sich in der Folge Wasseransammlungen bilden. Oder es zeigt sich eine Veränderung der Funktion der Lymphbahnen, die ebenfalls Symptome einer Verdickung hervorrufen. Ganz klar, dass so eine Sache in die Hände von kompetenten Medizinern gehört. Wenn es dann passt, kann die Quecke als Begleitung dienen.

Queckenwurzel-Tee

Von getrockneter und zerkleinerter Queckenwurzel nimmt man 2 volle Esslöffel, die man über Nacht in 1/2 Liter kaltem Wasser ansetzt. Am Morgen gut aufkochen, bis die Hälfte des Wassers verdampft ist. Danach wieder gleichviel heißes Wasser dazugießen und den Tee sofort abseihen. 1 Tasse am Morgen trinken. Den Rest kühl stellen und am frühen Abend zimmerwarm schluckweise zu sich nehmen, ohne den Tee aufzuwärmen. Tut dem Lymphsystem, der Haut sowie der Bauchspeicheldrüse gut. www.kraeuterpfarrer.at

Gemeine Quecke (Elymus oder Agropyron repens) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Bei fetter Haut

Den Gartenkerbel heranziehen

Die Qualität der im Handel erhältlichen Waschmittel hat sich im Laufe der Jahrzehnte im Hinblick auf ihre Umweltverträglichkeit betrachtet wohl um einiges gebessert. Gott sei Dank achten sehr viele immer mehr darauf, mit der Verwendung der Produkte für das Bad und den Haushalt die Natur zu schonen, indem man nach Möglichkeit mit abbaubaren und ungiftigen Substanzen arbeitet. Dahingehend bieten sicherlich Pflanzen einen ganz großen Vorsprung, weil sie von vornherein in den Kreislauf der Schöpfung integriert sind. Gerade wenn es um die Pflege der eigenen Haut geht, sollten daher die Kräuter vermehrt Beachtung finden. Im Gartenkerbel (Anthriscus cerefolium) begegnen wir einem Gewächs, das schon in der Antike als Gewürzkraut bekannt war. In den Bauerngärten ist er auch bis heute zu finden, weil er als pflegeleicht gilt und darüber hinaus den Vorteil besitzt, von den Schnecken gemieden zu werden. In den grünen Trieben des Doldenblütlers sind als Inhaltsstoffe nicht nur Flavonoide, Cumarine, ätherisches Öl sowie Bitterstoffe zu finden, sondern darüber hinaus noch Magnesium, Eisen und sogar Vitamine. Das allein ist schon ein gutes Argument, um die Haut mithilfe des Gartenkerbels zu pflegen und sie in der Verbesserung ihrer Beschaffenheit zu unterstützen. Besonders dann, wenn die äußere Schutzschicht eher einen fettigen Typus aufweist und daher leichter zu Verunreinigungen neigt, kann das Heilkraut herangezogen werden. Wie gesagt, ich werfe noch einmal den eingangs angesprochenen Blick auf die Verträglichkeit der kosmetischen Substanzen. Einer Waschung mit einem Aufguss aus Kerbelkraut steht bei vorausgesetzter Verträglichkeit sicher nichts entgegen. Und ein bisschen Geduld gehört zusätzlich dazu.

Aufguss zur Hautpflege

Von getrocknetem und zerkleinertem blühenden Kraut des Gartenkerbels nimmt man 2 Esslöffel voll und übergießt sie mit 1/2 Liter kochendem Wasser. Das Ganze 15 Minuten lang zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Um fettige Haut wieder ausgeglichener und geschmeidiger werden zu lassen, wäscht man sie mit dem mäßig heißen Aufguss ab, um hinterdrein noch mit kaltem Wasser nachzuwaschen. Einige Wochen lang täglich durchführen. www.kraeuterpfarrer.at

Kerbel oder Gartenkerbel (Anthriscus cerefolium) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Den Körper und das Blut säubern

Mit Labkraut probieren

Wir dürfen hierzulande auf vieles zu Recht stolz sein, was unsere Vorfahren geleistet, aufgebaut und gepflegt haben. Dazu zählen nicht nur technische Errungenschaften und die herausragenden Beispiele der Architektur, sondern meines Erachtens auch die Landwirtschaft. Denn durch den Acker-, den Weinbau und die Viehzucht wurden in der Folge die charakteristischen Landschaften geformt, die unser Auge erfreuen. Das Gelbe Labkraut (Galium verum), das auch Echtes Labkraut genannt wird, hat sich diesen Prozess desgleichen zunutze gemacht. Denn es bevorzugt Wegränder, Feldraine und trockene Böschungen als Standort, also jene Veränderungen der Landschaft, die mithilfe der menschlichen Arbeitskraft verändert und kultiviert wurden. In unserem Körper gibt es im übertragenen Sinne ebenso eine Sorge um dessen Erhalt in gesunder Form. Dazu zählt nun einmal die Unterstützung jener Organe, die für den Abtransport manch schädlicher Stoffe und Gifte sorgen. Damit sind die Organe und Drüsen gemeint, die direkt mit dem Magen bzw. dem Darmtrakt in Verbindung stehen, um einerseits die Nahrung zu verarbeiten und andererseits für die Reinigung des Blutes zu sorgen. Leber, Galle, Bauchspeicheldrüse, Milz und Nieren sind in dieser Reihe zu benennen. Das Echte Labkraut unterstützt vor allem die Drüsen in einer positiv stärkenden Weise. Es hilft mit, manche belastenden Stauungen in diesem Bereich abzubauen oder erst gar nicht aufkommen zu lassen. Das funktioniert sehr wohl, indem man einen Tee mithilfe des Krautes aufbrüht. Darüber hinaus darf man aber auch den äußerlichen Weg einer Anwendung beschreiten. Ja, manchmal kann es nicht schaden, einen belasteten oder gar kranken Körper zu pflegen und dessen innere Reinigung zu forcieren. Das Labkraut steht uns dabei gerne zur Seite.

Kräuterbad mit reinigender Wirkung

Eine Menge von 50 bis 100 g der Blütenstände des getrockneten und zerkleinerten Gelben Labkrautes übergießt man mit 3 Liter kochendem Wasser und lässt es 15 Minuten zugedeckt ziehen. Danach abseihen und dem Badewasser beifügen. Ca. 20 Minuten in der Wanne bleiben. Diese Anwendung bewirkt, dass die Harnabgabe vermehrt und somit der Körper von innen heraus gereinigt und entgiftet wird. www.kraeuterpfarrer.at

Gelbes oder Echtes Labkraut (Galium verum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Abspecken nach Corona

Mit Ysop und 6 anderen Kräutern

Ein Sommer wie damals – vielleicht kann man das in einigen Monaten oder besser noch Jahren sagen, wenn die gegenwärtige Zeitgeschichte die nötige Distanz erreicht hat, um objektiver darüber denken und reden zu können. Momentan herrscht nach wie vor ein Widerstreit zwischen den Meinungen und Bewertungen der so genannten Krisenzeit rund um die Corona-Pandemie. Noch liegt der Großteil des Sommers vor uns und bald heißt es also, die neu gewonnene Freiheit, die mit der Lockerung der Sicherheitsbestimmungen einhergeht, zu genießen. Der Ysop (Hyssopus officinalis) kann dazu auch einen Beitrag leisten. Dieser ursprünglich im Mittelmeergebiet beheimatete Lippenblütler ist ein beliebtes Küchenkraut. Er verkörpert die heitere Seite des Lebens, da er es von seinem Wesen her versteht, die Sonne und die Wärme zu nutzen, um zu seiner vollen Entfaltung heranzuwachsen. Damit geht auch die Ansammlung von wertvollen Inhaltsstoffen einher, wie etwa der Farbstoff Hyssopin, Gerbstoffe und ätherisches Öl sowie verschiedene pflanzliche Säuren. Der eigene Geschmack, den der Ysop besitzt, ist der Grund, warum er sehr gerne als Gewürzkraut am Herd herangezogen wird. Generell kann man sagen, dass eine Verwendung des Heilkrautes den Stoffwechsel anregt und somit den Leib unterstützt, nicht zu sehr an Gewicht zuzulegen und übermäßig Fettreserven aufzubauen. Im Hinblick auf den kommenden Sommer kann man also für eine schlankere Figur auch durch das Trinken eines Tees etwas beitragen. Neben dem Ysop kann man laut den Erfahrungen der Kräuterpfarrer und des Vereines Freunde der Heilkräuter für eine Teemischung noch andere stoffwechselanregende und entschlackende Kräuter hinzunehmen. Das sind vor allem Brennnessel, Gänseblümchen und Löwenzahnblätter sowie Holunder- und Ringelblumenblüten samt ein wenig Wacholderbeeren.

Teemischung fürs Abnehmen

Von einem Gemisch aus Ysop, Brennnesselblättern, Gänseblümchenblüten und -blättern, Löwenzahnblättern, Holunder- und Ringelblumenblüten sowie Wacholderbeeren nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, dann abseihen. 3 Wochen lang jeweils morgens, mittags und abends 1 Tasse davon trinken. 1 Woche pausieren und die Trinkkur wiederholen. Dies begleitet den Körper beim Bemühen, das Gewicht zu reduzieren und eine Sommerfigur anzustreben. Die fertige Teemischung „Für die Sommerfigur“ erhalten Sie im Kräuterpfarrer-Zentrum in Karlstein/Thaya: Tel. 02844/7070 (samt kostenloser Beratung); E-Mail: bestellung@kraeuterpfarrer.at bzw. bequem im Webshop: www.kraeuterpfarrer.at

Kräutertee-Mischung: Für die Sommerfigur ⓒ Foto: Reinhard Podolsky/mediadesign.at