Ein Schritt Richtung Gesundheit

Die Nelkenwurz hilft weiter

Was wird wohl der nächste Frühling bringen? Gottlob können wir das Wetter nicht selbst bestimmen, denn dann würde es schwer fallen, für alle Wünsche einen gemeinsamen Nenner oder einen annehmbaren Kompromiss zu finden. Viel besser ist dagegen ein ausgewogener Wechsel, der auch das Wachstum der Pflanzen fördert und zusätzlich eine Fülle an Möglichkeiten schenkt. Es wird noch bis zum Sommer dauern, dass wir einem liebenswerten Geschöpf, nämlich der Echten Nelkenwurz (Geum urbanum), auf einem Spaziergang begegnen können. Die Bezeichnung dieses Krautes bezieht sich auf den gewürznelkenartigen Geruch, der dem kräftigen Wurzelstock der Pflanze bei dessen Zerkleinern entströmt. Die Nelkenwurz ist jedoch ein Rosengewächs. Seit Langem schon werden die Wirkkräfte dieses Heilgewächses in der Naturheilkunde geschätzt. Demzufolge üben die Inhaltstoffe der Nelkenwurz stärkende Impulse auf den gesamten Organismus aus, der infolge einer Krankheit geschwächt ist. Die eigentliche Erntezeit der Wurzel lag im vorigen Herbst, da die Pflanze ihre Kräfte auf ihre unterirdischen Teile zurückführte, um für die nun bevorstehende Vegetationsperiode gerüstet zu sein. Wenn nun manche nach einer überstandenen Krankheit ein wenig Unterstützung Richtung Gesundheit suchen, so ist die Verwendung der Nelkenwurz eine der vielen Möglichkeiten, die Hilfen aus dem Pflanzenreich entgegenzunehmen.

Nelkenwurz stärkt nach Krankheit

Bei jedem Infekt und dergleichen wird dem Körper viel abverlangt. Daher dauert es eine Zeitlang, bis er wieder in Schwung ist. Am besten wäre es, wenn man mithilfe der Kräuter erneut auf die Sprünge kommt. Nelkenwurz-Tee (2 Teelöffel der zerkleinerten Droge in 1/4 Liter kaltes Wasser geben, kurz aufkochen, 15 Minuten ziehen lassen, dann abseihen) kann dem Organismus positive Impulse geben, damit der Appetit wieder mehr und der Stoffwechsel besser wird. Zusätzlich verstärken die Beigabe von Honig und Zitronensaft seine Wirkung.

Nelkenwurz ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Den Schnupfen lindern

Basilikum ist eine Möglichkeit

Wenn man versucht, die Kräuter auf pädagogische Weise sowohl Klein als auch Groß näherzubringen, dann wird wohl der beste Weg, den es dabei zu beschreiten gibt, der sein, möglichst alle Sinne anzusprechen. Die mediale Aufbereitung ist dahingehend heute kein Problem mehr, so dass die Augen einen entsprechenden Anreiz erhalten. Doch vergessen wir dabei die Nase samt ihrem Geruchssinn nicht. Es geht z. B. vom Basilikum (Ocimum basilicum) ein wunderbares Aroma aus, um das es schade wäre, es nicht wahrzunehmen, wenn sich Wissbegierige mit dem Thema der heilsamen pflanzlichen Natur auseinandersetzen. Das Basilikum ist ein durchaus populäres Kraut, da es in der Küche häufige Verwendung findet. Gerade dann, wenn die zubereitete Speise eindeutig eine mediterrane Provenienz aufweisen soll, ist der Gebrauch dieses zu den Lippenblütlern zählenden Gewächses fast unerlässlich. Es schmeckt nicht nur fein, sondern tut gleichzeitig dem Organismus gut, wenn seine stärkenden Inhaltsstoffe über die Verdauung aufgenommen werden. Doch kehren wir zurück zur Nase, von der wir ausgegangen sind. Dort setzt sich so manch unangenehmer Schnupfen fest, den wir sicherlich ehestmöglich wieder los werden möchten. Wenn es auch eine Zeit lang dauern kann, bis unser Riecher trocken und schleimfrei wird, so darf man diesen Prozess ruhig ein wenig unterstützen. Das kann mit dem Gewürzkraut Basilikum geschehen. Ja, manchmal ist es eben nicht schlecht, dem Geruchssinn zu folgen und dann, wenn dieser vorübergehend durch entzündete Nasengänge verloren gegangen ist, sich des Aromas des Basilienkrautes zu erinnern, das einen auf eine heilsame Spur führt.

Basilikum in Pulverform

Die Blätter des Basilikums kann man durchaus mitsamt den Blüten trocknen. Ereilt einen ein lästiger Schnupfen, ist es ratsam, die getrocknete Gewürzdroge mittels eines Mörsers zu pulverisieren. Zur Erleichterung der gereizten Nasenschleimhäute kann man ein paar Mal pro Tag eine kleine Prise des gewonnenen Basilikum-Pulvers in die Nase aufziehen, um so die heilende Wirkung des Krautes direkt mit den betroffenen Zonen in Berührung zu bringen.

Basilikum ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Reinigung von innen

Holunderblüten aufbrühen

Leib und Seele sind eine Einheit. Diese Einsicht darf uns das ganze Leben lang begleiten. Eine allzu einseitige Sicht auf das rein Körperliche bzw. eine totale Vergeistigung seiner selbst bringen ein Ungleichgewicht mit sich, das in so manche Sackgasse führen kann. Jetzt in der Fastenzeit ist es daher ganz gut, sich neu zu besinnen und den Geist mit guten Gedanken zu nähren und womöglich auch nach einer geeigneten spirituellen Literatur zu greifen. Der Leib wiederum darf ebenso entgiftet werden. Ein hilfreicher Partner ist dabei der Schwarze Holunder (Sambucus nigra). Der Saft aus seinen schwarzen Beeren steht vielerorts zur Verfügung, so dass damit ein natürlich hergestellter Trunk die Kehle erfrischt und gleichzeitig dem Körper wichtige Vitamine und Mineralstoffe liefert. Darüber hinaus gibt es ja noch die Blüten des Holunders. Sie sind sowohl an ihrer weißen Schirmpracht als auch am herrlichen Duft zu erkennen, wenn sie im späten Frühjahr die Feldraine und Waldränder schmücken. Sie lassen uns momentan an wärmere Zeiten denken, die ohnehin bald wieder anbrechen werden. Wenn es nun darum geht, den Körper von innen heraus zu reinigen, dann ist es sicherlich von Vorteil, den Holunderblüten das Vertrauen zu schenken. Immerhin unterstützen sie ein kräftiges und funktionierendes Immunsystem, das zu jeder Jahreszeit eine pflanzliche Hilfe gebrauchen kann. Fasten heißt auch gleichzeitig bewusster zu leben. Sich Zeit zu nehmen, um ebenso dem Leib etwas Gutes zu tun. Die Abendstunden eignen sich dafür wohl am besten.

Holunderblüten-Tee vor der Bettruhe

Mit getrockneten und zerkleinerten Holunderblüten lässt sich ganz einfach eine Schale Tee aufgießen. Dieser muss 15 Minuten ziehen, bevor man die Blütendroge abseiht. Kurz vor dem Schlafengehen trinkt man den Tee langsam und schluckweise. Das hat zur Folge, dass man leichter als sonst ins Schwitzen kommt. Es trägt auch außerhalb von Grippezeiten zur Reinigung des Körpers bei.

Schwarzer Holunder ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Das Gewicht verringern

Die Brennnessel als Begleiterin

Vorbilder sind in unserem Leben ganz wichtig, um uns zu orientieren. Denn die Reise der geschenkten Erdentage sollte ja am Ende in irgendeiner Weise Frucht bringen. Gewiss wird es einem nicht erspart bleiben, die Einzigartigkeit der eigenen Persönlichkeit im Laufe der Jahre herauszuformen, um keine bloße Kopie jemandes zu werden. Aber in dem einen oder anderen Punkt dürfen wir ruhig mit den Objekten unserer Bewunderung eins werden. Schauen wir uns dahingehend doch einmal die Brennnessel (Urtica) an. Sie kann mithelfen, alles Überflüssige aus unserem Körper auszuleiten. Im Zuge des wie immer gearteten Prozesses des Stoffwechsels fällt da so einiges an. Vermehrt auch dann, wenn eine Krankheit unser Immunsystem herausfordert. Die Brennnessel ist zudem in ihrer Gestalt sehr rank und schlank. Das sieht man vor allem bei bereits voll ausgebildeten Exemplaren. Und sie gibt somit einen Verweis, dass sie uns ebenfalls begleiten kann, wenn wir uns vornehmen, den Leib um ein paar Kilos zu erleichtern. Das wird natürlich in erster Linie dadurch erzielt, indem wir den gesamten Bewegungsapparat verstärkt zum Einsatz kommen lassen. Wir müssen dabei jedoch in keiner Weise zu übermäßigen Höchstleistungen gelangen. Aber ein regelmäßiger Spaziergang kann u. a. schon ein wenig etwas verändern. Am Wegrand unserer wohltuenden Schritte in der Frischluft werden in Kürze die ersten Triebe der Brennnessel sichtbar werden, wenn sich der Schnee des Spätwinters zurückgezogen hat. Und dann haben wir bald wieder ein Vorbild in der Tugend der Bescheidenheit und der grazilen Gestalt vor Augen. Das ist aber kein Hindernis, bereits jetzt die Brennnesseln zu verwenden.

Regelmäßig Brennnessel-Tee

Wer sich vorgenommen hat, die Menge der Speisen zu reduzieren und die Bewegung im Freien zu intensivieren, um ein wenig an Gewicht zu verlieren, sollte auch den Brennnesseln dabei ein Mitspracherecht einräumen. So ist es empfehlenswert, 6 Wochen lang in der Früh und am Abend je 1 Schale voll frisch aufgebrühten Brennnessel-Tee zu trinken. Das unterstützt die so genannte Entschlackung und bringt gleichzeitig in den Organismus Vital- und Mineralstoffe ein.

Brennnessel ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Den Kreislauf festigen

Die Engelwurz zu Hilfe nehmen

Wir bereiten uns in der 40-tägigen Fastenzeit auf die Feier des Osterfestes vor. Mit dem Aschermittwoch hat diese Frist begonnen und endet mit dem Karsamstag. Blicken wir in die Dekoration der Geschäfte und Straßen, so haben nun im Hinblick auf Ostern die Hasen, Kücken und Eier eindeutig den Vorrang. Es ist ja schließlich nicht Weihnachten oder Advent, wo die Engel in ganzen Heerscharen auftreten können. Und doch möchte ich dafür plädieren, eine Pflanze in Betracht zu ziehen, die namentlich mit den beflügelten Himmelswesen in Zusammenhang steht. In den Kräuter- und Schaugärten kann man immer wieder der Engelwurz (Angelica archangelica) begegnen, die gerne zu Heilzwecken herangezogen wird. Alle Teile der Pflanze können auf irgendeine Art und Weise gebraucht werden, entweder in der Küche, in der Kräuterapotheke und selbst im Keller, wo Likör erzeugt wird. Wer die Engelwurz zu Hilfe nimmt, kann übrigens auch Ängste, die uns immer wieder heimsuchen und verunsichern, leichter unter Kontrolle bringen. Wer im Grunde seines Herzens ein dankbarer Mensch ist, der weiß, dass er beschenkt und reich ist. Das verleiht eine Offenheit des Herzens und stärkt das Selbstwertgefühl. Diese Haltung wirkt sich in der Folge ebenso auf den Organismus aus. Wer mit der Engelwurz Kontakt aufnimmt, stärkt überdies den Magen und die Leber. In der nun wechselnden meteorologischen Periode, die mit dem auslaufenden Winter einhergeht, erfährt der Kreislauf bei nicht wenigen eine erneute Herausforderung. Dies kann auch mit einer Umstellung der Ernährung und den Essensgewohnheiten in Verbindung einer bewussten privaten Fastenkur daheim passieren. So möchte ich all jenen einen Engel aus dem Reich der Kräuter zur Seite stellen, der ein guter Begleiter sein kann.

Engelwurz-Tee als Tagesgetränk

Von der getrockneten und zerkleinerten Wurzel der Echten Engelwurz werden 2 Esslöffel voll in 1/2 Liter kaltem Wasser über Nacht angesetzt. Am nächsten Morgen gut erwärmen, aber nicht kochen. Danach abseihen und über den Tag verteilt schluckweise trinken. Das unterstützt einen geschwächten Kreislauf und erweist darüber hinaus bei Stuhlverstopfung, bei Hämorrhoiden und bei Gefäßschwäche gute Dienste.

Engelwurz ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Bitterkeit fürs Blut

Tausendguldenkraut und Wein

Man kann wohl schwer in das Innere eines anderen Menschen schauen. Es ist einfach nicht möglich, seine Gedanken zu lesen. Und doch kann es gelingen, den momentanen Zustand des Leibes im Inneren zu dokumentieren. Das geht ganz einfach mit einer Analyse des Blutes, durch die zahlreiche Werte wohl oder übel aufscheinen. Wie kann man sich jedoch um den roten Lebenssaft selbst gleichsam kümmern? Auf der Suche nach einer geeigneten Pflanze, die imstande ist, unsere Blutqualität zu fördern und zu unterstützen, werden wir im Tausendguldenkraut fündig. Vielerorts ist es bereits selten geworden. Gottlob gibt es eigens gezüchtete Pflanzen, sodass die in freier Natur vorkommenden Exemplare geschont werden können. So sind es vor allem die Bitterstoffe, die äußerst regenerierend auf das Blut wirken, gerade dann, wenn es einer Stärkung bedarf. Das sollte uns auch vor dem Konsum einer dementsprechenden Aufbereitung nicht zurückschrecken lassen. Aber es muss nicht immer ein Tee sein, der unsere Lippen passiert. Es gibt noch weitere Möglichkeiten, um die Wirkstoffe des Tausendguldenkrautes aus den Pflanzenteilen zu lösen und dem Organismus zugänglich zu machen. Der Wein ist durchaus dazu geeignet, als Transporteur zu dienen. Leider bekommt unser Blut oft nur die angemessene Aufmerksamkeit, wenn damit verbundene gesundheitliche Probleme auftreten. Gleichzeitig sollten wir uns jedoch auch des bitteren Waldgesellen entsinnen, der uns im Tausendguldenkraut zur Verfügung steht.

Tausendguldenkraut-Wein

Von getrocknetem und zerkleinertem Tausendguldenkraut nimmt man 5 Esslöffel voll.
Diese Menge wird in 1 Liter guten Rotweines 8 Tage lang angesetzt. Danach seiht man das Ganze ab und füllt den gewonnenen Ansatz in eine Flasche, um diesen dunkel und kühl zu lagern. Um die Beschaffenheit des Blutes zu stärken, kann man davon 2mal täglich ein kleines Gläschen voll trinken, sofern einem der im Wein enthaltene Alkohol zuträglich ist.

Tausendguldenkraut ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Die Gesichtshaut versorgen

Mit Dost und ein wenig Honig

Auf vielen Straßen und Schienen wird transportiert, was wir für den alltäglichen Bedarf mehr oder weniger brauchen. Schließlich sollte ja für Stadt und Land die Versorgung sichergestellt sein, die Menschen leben lässt. Wir wissen sehr wohl, dass dies bei Naturkatastrophen oder in Kriegsfällen keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Aber bleiben wir am Boden der eigenen körperlichen Realität. Dort bedarf es über Speise und Trank hinaus noch ebenso einer sich wiederholenden Unterstützung von außen. Im Echten Dost (Origanum vulgare), der auch Wilder Majoran genannt wird, finden wir Derartiges vor. Der Dost zählt zur Pflanzenfamilie der Lippenblütler und kann bis zu 70 cm hoch werden. Seine Blütezeit verläuft von Juni bis September. Dieses Heilgewürz duftet nicht nur gut, sondern es regt auch den Stoffwechsel an und hilft mit, den Körper zu entwässern. Wer den Wilden Majoran zu seinem Freund macht, der entdeckt einen zusätzlichen Vorteil: das Äußere kann unter anderem einen Profit von der Verwendung des Dostes abschöpfen. Eigentlich bedarf die Gesichtshaut zu jeder Jahreszeit einer Pflege, die über die tägliche Wäsche mit Seife und Wasser hinausgeht. Haben wir einmal das Erwachsenenalter erreicht, so wird diese Sorge mit zunehmendem Alter verstärkt wahrgenommen. Und es ist sicher nicht schlecht, wenn dabei die Gaben des Schöpfers aus Mutter Natur zum Einsatz kommen. Je mehr sich die Wissenschaft mit den Pflanzen und ihren darin befindlichen Wirkstoffen auseinandersetzt, desto mehr bestätigt sich die Vermutung, dass gerade diese Art der Kosmetik die beste ist. Manchmal reicht dafür sogar bloß ein Tee.

Kalter Tee fürs Gesicht

Besonders am Abend ist es empfehlenswert, der tagsüber strapazierten Gesichtshaut noch etwas Wohltuendes zukommen zu lassen. Aus getrockneten Blütenspitzen des Dosts kocht man vorerst einen Tee im herkömmlichen Heißaufgussverfahren (2 TL für 1/4 l). Danach abseihen und zum Auskühlen stehen lassen. Mit ganz wenig Honig ergänzen, den man bis zu dessen Auflösung in den Tee rührt. Vor dem Schlafengehen verwendet man dieses Gemisch zu einer Waschung für das Gesicht. An der Luft abtrocknen lassen. Festigt und pflegt eine abgespannte Gesichtshaut.

Dost ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Ausgewogenheit ernten

Die Fichten haben heilsame Nadeln

Die Bedachtnahme auf vorhandene Rohstoffe bezieht sich meist auf mineralische Materialien und fossile Energiequellen. Dabei sollte man in dieser Hinsicht aber nicht die pflanzlichen Ressourcen übersehen, die uns hierzulande schlicht im Holz in großem Ausmaß zur Verfügung stehen. Betrachten wir unsere Wälder, so wird es manchem Forstmann die Stirn in Runzeln legen, bleibt doch das stets wärmer werdende Klima nicht ohne Folgen für die ihm anvertrauten Baumflächen. So muss sich im Flachland vor allem die Fichte (Picea abies) vermehrt den Herausforderungen stellen, wenn z. B. aufgrund mangelnder Niederschläge der Borkenkäfer ein leichtes Spiel hat. Egal, ob man in einem Wald viel oder wenig Fichten vorfindet: ein Spaziergang darin rentiert sich immer. Einerseits zeigt sich uns dort so etwas wie eine natürliche Geborgenheit, die auch von der Tierwelt in Anspruch genommen wird, andererseits kommt zudem unsere Lunge auf ihre Rechnung. Die frisch von den Bäumen bereitgestellte aromatische Luft lässt den Organismus nach einem arbeitsreichen Tag z. B. wieder ein ausgewogenes Gleichgewicht erlangen. Dieser Effekt steckt aber auch direkt in den Wuchsteilen der Nadelbäume drinnen. Der Anteil an Terpenen und ätherischem Öl tut das Seine, um unserer Physis eine Unterstützung zu gewährleisten, die wir einfach öfter als notwendig brach liegen lassen. Dabei ist es doch relativ einfach, das Gesundheitsfördernde der Waldnatur abzurufen, um damit uns selbst etwas Gutes zu tun. Das ist zudem von den Jahreszeiten unabhängig.

Fichtennadel-Bad

Zu jeder Zeit können Fichtennadeln von den Bäumen geerntet und getrocknet werden. Davon nimmt man 150 g und kocht sie in 2 Liter Wasser gut auf. Danach abseihen und dem Badewasser beigeben. Durch das Erwärmen verdampfen die ätherischen Öle der Fichte und wirken sich mittels unserer Atmung und der Haut schleimlösend und stoffwechselanregend auf unseren Körper aus. Zudem ist die beruhigende Wirkung eines Fichtennadel-Bades nicht zu unterschätzen.

Fichtenzweig und Fichtenzapfen ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Flüssiges Fasten

Apfelsaft verstärkt einsetzen

Kehrtwende im Essen und im Denken! Das ist leichter gesagt als getan. Vielleicht hat man schon viele Versuche gestartet, die wieder im alten Schlendrian endeten, da man sich vorgenommen hat, mehr auf die Gesundheit zu achten. Ein Argument, am Tisch samt dem guten Essen kürzer zu treten, liefert ja ohnehin der Körper selbst: nämlich immer dann, wenn es uns auf irgendeine Art und Weise schlecht geht, verringert sich automatisch auch der Appetit. So soll heute am Aschermittwoch der Apfel das Sagen haben. In den kirchlichen Geboten der verschiedenen christlichen Konfessionen ist das Fasten ein fixer Bestandteil. Aus den vielen medizinischen Studien zum Thema Fasten weiß man überdies, dass ein Aussetzen der festen Nahrungsaufnahme immer eine gewisse Reinigung und Klärung des “Gesamtprojektes” Mensch mit sich bringt. Das trifft ebenfalls zu, wenn man sich mit Obst ernährt bzw. mit dem, was daraus zu machen ist. Beim Apfel liegt es nahe, diese herrlichen und wertvollen Früchte zu pressen. Auf verschiedene Weise wird das flüssige Produkt haltbar gemacht, sodass man es auch jetzt durchaus genießen kann. Um zu fasten, muss man sich nicht unbedingt zu einem extra dafür bereitgestellten Kurs zurückziehen, so lobenswert dies auch ist. Vieles an Beruf und häuslicher Verpflichtung versagt es einem oft, aus dem gewöhnlichen Alltag von heute auf morgen auszusteigen. Aber mit dem Apfelsaft hat man ein gutes Hausmittel zur Stelle, das einem in Sachen Gesundheit weiterhilft. Hermann-Josef Weidinger, dessen 100. Geburtstag wir ja heuer besonders bedenken, hat einmal gemeint: “Vernünftig fasten geht nie daneben.”

Apfelsaft als Tagesgetränk

Möglichst frischer oder gut aufbereiteter Apfelsaft in Form von Süßmost kann bewusst für die Entgiftung des Körpers eingesetzt werden. Über den Tag verteilt trinkt man davon 3mal jeweils 1/4 Liter, so dass man abends eine aufgenommene Menge von 3/4 Liter Apfelsaft resümieren kann. Das wirkt begleitend und vorbeugend in Sachen Verdauungs-, Gallen- und Leberstörungen, bei Magen- und Darmproblemen. Unterstützt ebenso ein häusliches Teilfasten.

Äpfel ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Gegen die Erschöpfung

Ein wenig Rosmarin verkosten

Auszeit für die Vernunft – so könnte man den heutigen Tag bezeichnen, mit dem der Fasching mit Masken, Konfetti und so manch ausgelassenem Trubel zu Ende geht. Hat man noch einmal die Gelegenheit, auszugehen und sich im Kreis der Freunde zu unterhalten, so sollte man dies ruhig tun. Das Thema Wachsamkeit spielt dabei eine wichtige Rolle, weil man ganz pragmatisch betrachtet nicht mitten in der frohen Runde einschlafen sollte. Dazu braucht man die nötige Energie und vor allem die vorhandene Frische. Im Rosmarin (Rosmarinus officinalis) dürfen wir ein Gewächs vorfinden, das gut zum Fasching passt. Der “gebürtige” Südländer aus der Familie der Lippenblütler liebt die Sonne und ist wie die Menschen rund um das Mittelmeer ein heiterer und lebenslustiger Geselle. Er speichert überdies die Energie für uns, damit wir sie gerade dann verwerten können, wenn es gilt, aufgrund fortgeschrittener Stunde den Organismus und den Geist munter zu halten. Dies geschieht vor allem dadurch, dass unser Blut gut zirkuliert und alle Organe und das Gehirn gut mit Sauerstoff versorgt. Dieser Effekt kann natürlich auch zu anderen Gelegenheiten genutzt werden. Bevor wir uns mit manch fraglicher Substanz oder einem nicht unbedingt gesundheitsfördernden Getränk aufputschen, sollte man eher dem Rosmarin den Vorrang einräumen. Gewiss sagt einem der Hausverstand, dass man den Rosmarin jedoch eher meiden soll, wenn man Ruhe und einen tiefen und ausgewogenen Schlaf sucht. Dafür stehen dann andere Kräuter parat. Und die Wachsamkeit ist durchaus eine Tugend, die in der kommenden Fastenzeit von einem ganz anderen Blickwinkel aus betrachtet werden wird. Ich wünsche allen noch einen frohen und vor allem heiteren Ausklang des Faschings!

Rosmarin-Tee belebt

1 1/2 Teelöffel voller Rosmarinblätter werden mit 1/4 Liter kaltem Wasser übergossen. Beides zusammen am Herd bis zum Sieden erhitzen, bald wieder von der Platte nehmen und abseihen. Ist jemand vermehrt müde und schlapp wie z. B. nach überstandenen Infektionskrankheiten und einer Grippe, dann ist es gut, von diesem Tee morgens und mittags je eine Schale voll schluckweise zu trinken. Der Tee eignet sich auch dafür, um einere längere Wachphase am Abend zu unterstützen.

Rosmarin ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya