Gut für die Haut

Augentrost in der Badewanne

Die Qualität samt der Schärfe, mit der man seine Umwelt erkennen bzw. einen Text problemlos lesen kann, wird meist erst dann geschätzt, wenn man über einen Sehtest und der kompetenten medizinischen Beratung die Gewissheit erlangt, nun endlich zu einer Brille zu greifen. Ein Kraut, das mit den Augen offenkundig in direkter Verbindung steht, ist seit jeher bei den Menschen beliebt, da es eine Wohltat darstellt, wenn es darum geht, den Sehorganen eine begleitende Unterstützung zugute kommen zu lassen. Gewiss war und ist der Augentrost (Euphrasia officinalis), von dem hier die Rede ist, kein Ersatz für ein dioptriengeschärftes Glas. Aber dennoch kann man diesem Heilgewächs die heilsamen Wirkungen nicht absprechen, die sich nicht bloß auf die Augen beschränken. Flavonoide, die sich in den Pflanzenteilen des Augentrostes finden, sind z. B. Inhaltsstoffe, die auf indirekte Weise für das Wohlbefinden des Körpers sorgen können. Die Haut vermittelt sehr vieles Gute an das Innere unseres Organismus, so dass wir ruhig dieses große Organ nutzen dürfen, wenn es gilt, auf vorbeugende Art die Gesundheit abzusichern. Darüber hinaus hegen nicht wenige den Wunsch, doch wieder einmal schlanker zu werden. Auch hierbei ist es möglich, die Vorteile des Augentrostes abzurufen. Wie gesagt, ein Bad ist nicht das Schlechteste, um an die Wirkkraft des schön anzusehenden Sommerwurzgewächses zu gelangen. Sobald eine Wanne in den eigenen vier Wänden zur Verfügung steht, spricht nichts dagegen, diese Weise der eigenen Pflege anzugehen.

Badezusatz Augentrost

Vom getrockneten und zerkleinerten blühenden Kraut des Augentrostes nimmt man die Menge von 150 g. Dies übergießt man mit 2 Liter kochendem Wasser. 20 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Dann abseihen und dem Badewasser beigeben. Den Rückstand legt man zusätzlich in einem zugebundenen Stoffsäckchen ins Badewasser. 1mal pro Woche durchführen, um z. B. die Haut zu reinigen, die Widerstandskraft zu festigen und eine Gewichtsreduktion derart zu begleiten.

Augentrost (Euphrasia officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Beigabe zur Suppe

Leinsamenschrot bringt einige Vorteile

Es gibt verschiedene Kategorien, nach denen man versuchen kann, Menschen einzuteilen. Statistiken und Gesellschaftsstudien arbeiten vornehmlich mit einem derartigen Schubladensystem und versuchen, die gesammelten Daten in eine aussagekräftige Analyse zu verwandeln. Ich bleibe heute lediglich beim Thema Suppe. Die einen bevorzugen sie und andere wiederum verspeisen lediglich den Hauptgang eines Menüs. Im Leinsamen findet sich ein Korn, das man an und für sich mehrfach einsetzen kann. Vor der Zeit der Industrialisierung war die Produktion des Flachses natürlich gang und gäbe, weil man auf die pflanzlichen Fasern nicht verzichten wollte und konnte. Auch heute besinnt man sich erneut dieses wertvollen pflanzlichen Rohstoffes, der selbst in der Modebranche eine Rolle spielt. Uns geht es an dieser Stelle jedoch mehr um den gesundheitlichen Gewinn, der von der Frucht der Flachspflanze eben in Form des Leinsamens abfällt. Durch seinen hohen Gehalt an leicht verdaulichen Ölen kann er einiges Gute bewirken, wenn er in einem verträglichen Maß konsumiert und zur Bereicherung der Speisen verwendet wird. Da all das, was der Mund aufnimmt und schluckt, in weiterer Folge in den Magen bzw. in den Darm gelangt, um uns zu stärken, geht es nicht lediglich um das Auffüllen der verbrauchten Reserven an Vitaminen, Spurenelementen, Kohlehydraten und Eiweiß. Die Ballaststoffe sind nämlich ebenso wichtig, damit die Verdauung im wahrsten Sinne des Wortes am Laufen gehalten wird. Und über die Suppe lässt sich der Leinsamen leicht in die täglichen Mahlzeiten integrieren.

Bei hartem Stuhlgang

Geschrotete Leinsamenkörner kann man ganz leicht einer Suppe, die bereits im Teller ist, beigeben. 1 Esslöffel voll reicht dabei. Das unterstützt in weiterer Folge eine leichtere Abgabe des Stuhls bei Verstopfung. Zusätzlich trägt diese Maßnahme dazu bei, die Haut von innen heraus zu reinigen und fettärmer zu machen.

Leinpflanze mit Samen (Linum usitatissimum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Vielfältig verwendbar

Der Dost aus unserer Heimat

Gesundheit und Freiheit sind zwei wichtige Begriffe, deren Wert wir gar nicht hoch genug einschätzen können. Aus unseren Erfahrungen wissen wir jedoch, wie fragil beide sein können. Daher bleibt es letztendlich ein Geschenk, wenn man diese Dimensionen in hohem Maße auskosten darf. Ein Gang durch die Natur eröffnet uns oft diese Einsicht und erinnert gleichzeitig daran, sich beständig um den Erhalt der Gesundheit zu mühen, um dadurch möglichst autonom seine Existenz gestalten zu können. Im Dost (Origanum vulgare) finden wir einen kompetenten Partner, den uns der Herrgott zur Seite gestellt hat, um auf eine unspektakuläre Weise Vorsorge zu treffen, damit wir sowohl körperlich als auch geistig vital und fit bleiben. Der Lippenblütler kann nämlich einiges an Unterstützung liefern, um unsere regulären physischen Prozesse gut am Laufen zu halten. Dafür tragen nicht bloß die im Kraut enthaltenen ätherischen Öle etwas bei, sondern darüber hinaus auch Gerb- und Bitterstoffe, die dem Dost eigen sind. Wir können durchaus mit einem gesunden Stolz feststellen, dass der Wilde Majoran – wie der Dost auch gerne genannt wird – einen fixen Bestandteil der heimischen Flora darstellt, der in unseren höhenmäßig und klimatisch gemäßigten Breiten anzutreffen ist. Es handelt sich bei dieser Heilpflanze also nicht um etwas Exotisches und Außergewöhnliches, sondern um ein angestammtes Lebewesen, das aber dennoch in seinem Wert nicht zu niedrig anzusetzen ist. Ein Grund mehr, um gerade noch rechtzeitig vor dem Winter die Vorteile des Dosts zum Tragen zu bringen.

Teekur für die Gesundheit

Vom getrockneten und zerkleinerten blühenden Kraut des Dosts nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt diese mit 1/4 Liter kochenden Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Von diesem Tee trinkt man 3 Wochen lang jeweils in der Früh und am Abend 1 Tasse voll. Das stärkt die Verdauung, reinigt das Blut und erweist sich gleichzeitig als hilfreich, wenn die Atemwege durch einen Infekt geschwächt sind.

Dost oder Oregano (Origanum vulgare) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Zum Tag des Apfels

Gesundheit für Nerven und Darm

Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christkind, sondern kehren auch die Tage wieder, die einen ganz bestimmten Akzent setzen, der durchaus Aufmerksamkeit verdient. Am heutigen Tag des Apfels kann man dies wohl ohne Abstriche behaupten. Denn wenn wir auf eine gesunde Lebensweise bedacht sind, dann darf wohl gerade dieses Obst nicht auf der Liste der alltäglichen Kostbarkeiten fehlen. Mir persönlich tut es sehr leid, dass in vielen Gärten so viele Äpfel von den Bäumen fallen, ohne dass sich jemand des natürlichen Reichtuns bedient. Gewiss liegt das einerseits am Mangel an gutwilligen Leuten, die sich um die Gärten in rechter Weise kümmern können. Andererseits wird jedoch das Gute, das nur allzu nahe liegt, kaum in seinem Wert erkannt. Deswegen möchte ich ganz bewusst wieder so manches in Erinnerung rufen. Ganz klar, dass in den Äpfeln Vitamine gespeichert sind, die mithelfen, vieles in unserem Körper aufzubauen und zu festigen. Fruchtsäuren und Pektine tuen ebenso das Ihre, um die Physis fit zu halten. Wer in einen frischen Apfel beißt und nach sorgfältigem Kauen seine Schale und sein Fruchtfleisch schluckt, schickt neben dem bereits Erwähnten noch zusätzlich Ballaststoffe in Richtung Darm, die den Verdauungskanal nicht träge werden lassen. Die Weisheit, dass der täglich konsumierte Apfel imstande ist, das Gesunde an uns und in uns aufrecht zu halten, bestätigt sich aber nur dann, wenn wir konsequent unsere Ernährung so gestalten, dass eben auch das Obst und vor allem der Apfel seinen fixen Platz dabei erhält. Ein einfaches und gleichzeitig effektives Hausmittel stellen übrigens die Apfelschalen dar, die man nach dem Abschälen nicht dem Kompost zuführen sollte, sondern vielmehr trocknen und hernach verwenden kann.

Morgentee aus Apfelschalen

Von getrockneten und zerkleinerten Apfelschalen nimmt man 1 Esslöffel voll und übergießt diese Portion mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten ziehen lassen. Abseihen und mit Honig süßen. Schluckweise zum Frühstück trinken. Das stärkt den Magen und den Darm und festigt gleichzeitig die Nerven. Überdies bewährt sich der Tee auch während Erkältungskrankheiten. Nicht länger als 3 Wochen durchführen. Danach eine alternative Teesorte verwenden.

Apfel geschält ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Begleitendes Duo

Hopfen und Melisse zusammenspannen

Blättert man in einem Buch, das die einzelnen Heilkräuter beschreibt und mit guten Bildern präsentiert, so kann man schon einiges erfahren und lernen. Gerade dann, wenn man sich in einer Arbeitspause entspannen will oder vor dem Einschlafen im Bett noch etwas Kurzweiliges studieren möchte, kann es gut sein, in derartigen Kompendien zu blättern und zu lesen. Immerhin gelangt man mit dem erworbenen Wissen nie an ein Ende und manches Vergessene hebt man gleichzeitig aus der mentalen Versenkung. Kräuter im Duo sind genauso interessant, wie z. B. der Hopfen (Humulus lupulus) und die Melisse (Melissa officinalis), denn immerhin sind auch Pflanzen darauf ausgerichtet, im Verbund mit anderen zu leben und darüber hinaus ebenso zu wirken. In beiden finden wir sehr ähnliche Wirkstoffe, die vor allem zur Beruhigung und zur Entspannung dienen. Nur allzu oft fragen mich die Leute, was ich ihnen denn empfehlen könnte, um einigermaßen ruhig und ausgeglichen ihr Tagwerk bestreiten zu können. Und da sind wir gerade bei Hopfen und Melisse bei den richtigen Heilkräutern angelangt. Es mag vielleicht auf den ersten Blick verwundern, wenn man beim erstgenannten Gewächs bedenkt, dass die weiblichen Blütenzapfen ein gewisses Maß an Bitterstoffen enthält, die vor allem in der Bierbrauerei sehr geschätzt werden. Genau dieser Inhalt trägt nicht nur dazu bei, ausgeglichen zu werden, sondern er hat zusätzlich die Eigenschaft, sich keimtötend und entzündungshemmend auszuwirken. Hat jemand z. B. öfter Kopfschmerzen oder gar Migräne, dann kann es klug sein, sich des Zweigespanns von Hopfen und Melisse zu bedienen.

Ein erleichternder Tee

Getrocknete Hopfenblüten und ebenso beschaffene Melissenblätter werden als Erstes zerkleinert und zu gleichen Teilen abgemischt. Danach nimmt man 2 Teelöffel davon und übergießt diese Menge mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Bis zu 3 Tassen davon über den Tag verteilt trinken, wenn einen z. B. Kopfschmerzen plagen oder gar sich plötzlich Migräne samt ihren leidlichen Folgen eingestellt hat.

Hopfen (Humulus lupulus) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Melissenzweiglein (Melissa officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Die Kraft der Blüten

Vom Rosskastanienbaum

Sentimentalität und Melancholie sind nicht unbedingt die Tugenden, die einen vorwärtsbringen. Gefragt ist vielmehr die Entschlossenheit nebst Mut und Klugheit, um in den Zeiten wie den gegenwärtigen etwas bewirken oder bloß bestehen zu können. Und dennoch kann ich nicht umhin, mich des Schönen und Angenehmen zu erinnern, jedoch ohne Wehmut. Ich brauche dafür nur einige Monate zurückzugehen und stehe im späten Frühling vor einem blühenden Kastanienbaum (Aesculus hippocastanum). Es ist eine Pracht, die sich vor meinem geistigen Auge entfaltet, wenn ich über eine derartige Fülle an geöffneten Blüten nur staunen kann. Um nicht bei einer bloßen gefühlsbetonten Erinnerung zu bleiben, ist es durchaus möglich, wieder in die Gegenwart zurückzukehren und auf das zu achten, was mich ganz konkret ausmacht. Unser Körper ist dabei das Ziel einer vernünftigen Sorge. Die Rosskastanienblüten können dabei einen Beitrag leisten, um uns wohler zu fühlen und gegebenenfalls manches Leiden zu begleiten. In diesem Zusammenhang möchte ich Beschwerden ansprechen, die im Normalfall eher die Generationen jenseits des 40. oder 50. Geburtstages betreffen. Da kann es vorkommen, dass sich gerade in der Bein- und Schenkelregion so genannte Krampfadern bilden, die einerseits das Aussehen der Hautoberfläche massiv verändern können und zusätzlich auch Schmerzen verschiedener Intensität verursachen. Hämorrhoiden wiederum können selbst schon bei jungen Menschen auftreten und auch vor Unterschenkelgeschwüren bleiben wir nicht gefeit. In all diesen Anliegen erweist die Rosskastanie gute Dienste.

Rosskastanien-Blütentee

Von getrockneten weißen Blüten der Rosskastanie nimmt man eine Menge von 25 g, die man mit 1/2 Liter kochendem Wasser überbrüht. 20 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Über den Tag verteilt kann man jene Stellen damit einreiben bzw. abwaschen, die Krampfadern, Geschwüre oder Hämorrhoiden aufweisen. Zusätzlich ist es auch möglich, einen Tee, der im herkömmlichen Heißaufguss zubereitet wird, zu trinken. Am besten 3 Wochen lang morgens und abends je 1 Tasse davon.

Rosskastanie mit Blüten und Früchten (Aesculus hippocastanum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





An den Rücken denken

Die Weinraute als Unterstützung

Vorausschauende Menschen sind meist Optimisten. Denn sie können sich durchaus vorstellen, dass es Möglichkeiten gibt, ein gutes und hehres Ziel zu erreichen. Solche positiv gestimmten Zeitgenossen brauchen wir in unserer Zeit ganz dringend. Aber sie benötigen Gleichgesinnte und Mitstreiter, die ihnen Rückhalt bieten. Heute möchte ich einmal die Weinraute (Ruta graveolens) vor den Vorhang bitten, die in der Reihe der Heilkräuter eher selten bedacht wird. Das war in der Antike und im Mittelalter genau das Gegenteil. Von Hippokrates bis zu Hildegard von Bingen spannt sich ein Bogen, unter dem viele Empfehlungen zu finden sind, welche die Weinraute in den verschiedensten Anliegen als durchaus unterstützend und heilsam bekunden. Schauen wir einmal auf unseren Körper. Gemäß der uns angestammten Fortbewegung ist unser Gesichtsfeld nach vorne gerichtet. Die Augen blicken also voraus, damit wir die richtigen Schritte setzen und nicht zu Fall kommen. Doch es braucht ebenso ein Gerüst, damit der Leib nicht in sich zusammenfällt, sondern den aufrechten Gang ermöglicht. Dazu dient eben der Rücken, der vom Rückgrat gestützt und getragen wird. Nun, wenn eingangs von dem Vorausschauen die Rede war, möchte ich gleichzeitig dazu einladen, im Blick auf eine gute Körperhaltung den Rücken nicht zu vergessen. Aber wenn sich eine Verspannung oder ähnliches einstellt, dann gibt es ohnehin Signale von der körperlichen Rückseite, die uns in Form von Schmerzen zu einer gesteigerten Umsicht mahnen. Und genau da ist die Weinraute zur Stelle, um uns helfend zur Seite zu stehen.

Rautenöl-Zubereitung

Von getrockneten und zerkleinerten Rautenblättern nimmt man ca. 20 g. Diese werden in 1/4 Liter kaltgepresstem Olivenöl in einem verschlossenen Glasgefäß 14 Tage lang angesetzt. Danach abseihen und in eine braune Glasflasche füllen. Damit hat man ein Hausmittel zur Verfügung, das man als Einreibung bei Rückenschmerzen heranziehen kann. Selbst bei Quetschungen vermag dieses Pflanzenöl einen lindernden Effekt mit sich zu bringen.

Weinraute (Ruta graveolens) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Krampflösend und durchwärmend

Hilfreicher Fenchel

„Das Goldgrün der Blattfarbe ist Ausdruck der intensiven Lichtkräfte, die dieses Blattwerk mit seinem luftigen Wesen durchdrungen haben.“ Man möchte fast meinen, es hier mit einem elfenähnlichen Wesen aus der Fabelwelt zu tun zu haben. Aber in Wirklichkeit beschrieb auf diese Art Hermann-Josef Weidinger als Kräuterpfarrer den Fenchel (Foeniculum vulgare) mitsamt seinem Erscheinungsbild inmitten der anderen Gewächse auf den Beeten des Kräutergartens. Und ich kann aus meiner eigenen Erfahrung nur bestätigen, wie angenehm es sich anfühlt, mit den Händen über die feingliedrigen Blätter des Fenchels darüberzustreichen, wenn man eine Zeitlang vor ihm verweilt. Die so vermittelte Leichtigkeit lässt auch Schlüsse zu, denen zufolge man die Heilwirkungen des Doldenblütlers entdecken kann. Der Verdauungstrakt und der gesamte Unterleib profitieren daher vom Fenchel. Ein gutes Beispiel liefert ja ohnehin die häufige Praxis, die man Kleinkindern angedeihen lässt, die unter Blähungen zu leiden haben. Ein Tee, der aus den Samen aufgegossen wird, hat schon vielen Babys eine Erleichterung gebracht. Gehen wir in unserer Physis ein Stockwerk höher, so landen wir bei unserer Lunge, die leider schon bei vielen bereits mit einem Infekt zu kämpfen hatte, obwohl der heurige Herbst im Großteil unseres Bundesgebietes äußerst sommerliche Züge aufwies. Das war und bleibt jedoch keine Garantie, dass die Erkältungen bildlich gesprochen vor der Haustür stehen bleiben. Gerade dann, wenn es uns eben nicht so gut geht, sind wir froh, dass es Heilpflanzen gibt, die uns helfen, gelöster und behüteter den jeweiligen Tag in Angriff zu nehmen.

Fenchelfrüchte-Tee

2 Teelöffel Fenchelkörner werden am besten mithilfe eines Mörsers zuerst ein wenig zerdrückt, bevor man sie anschließend mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießt. So können sich die Inhaltsstoffe des Fenchels während der 15 Minuten, da man den Aufguss zugedeckt ziehen lässt, besser im Wasser lösen. Danach abseihen und langsam schluckweise trinken. Das ist eine gute begleitende Maßnahme bei einer hartnäckigen Bronchitis. Bei Magen- und Darmproblemen kann es ebenso angezeigt sein, diesen Tee zu trinken.

Fenchel (Foeniculum vulgare) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Für Nase und Nacken

Den Quendel aufbereiten

Will man ein Projekt in die Tat umsetzen, ein Fest organisieren oder etwas einfach nur vorwärts bringen, braucht man Leute, die zu ihrem Wort stehen und bereit sind, sich selbst mit all dem was sie können, einzubringen. Nun, alle, die so etwas schon einmal probiert haben, wissen, dass es gar nicht so leicht ist, Mitstreiter und Helfer zu lukrieren. Das meiste an Arbeit bleibt bei einigen wenigen hängen. Kräuter, die man gut gebrauchen kann, um die Gesundheit zu fördern, gibt es zwar ebenso in großer Zahl. Den Quendel (Thymus serpyllum) zähle ich aber zu denen, die durchaus unkompliziert herhalten können, wenn man einmal Hilfe benötigt. Dieser gute Geselle ist die wilde Form des Thymians, der trockene Wiesen und sonnige Hänge an Waldrändern bevorzugt, um sich dort im wahrsten Sinne des Wortes breit zu machen. Seine Heilkräfte beziehen sich aber nicht bloß auf die Stärkung der Atemwege, wie man das von seiner botanischen Verwandtschaft aufs erste gedanklich ableiten würde. Man kann ihn ebenso äußerlich zur Anwendung bringen. Zuvor gilt es jedoch, ihn mithilfe von Alkohol gebrauchsfertig zu machen. Dazu nimmt man 35 g frisches und kleingeschnittenes blühendes Quendelkraut und übergießt dieses mit 250 ml Ansatzalkohol. 14 Tage in einem verschlossenen Glasgefäß an einen sonnigen Platz in die Wohnung stellen. Zum Schluss abseihen, mit destilliertem Wasser auf 30 % verdünnen und lichtgeschützt im Kühlen lagern. Geeignet als Einreibemittel bei Rheuma- bzw. Gichtbeschwerden.

Auszug bei Erschöpfung

Fühlt man sich abgespannt und ausgepowert, kann man Folgendes durchführen: einige Tropfen des Quendel-Auszuges gibt man auf den rechten Zeigefinger und die rechte Daumenkuppe. Dann an die Nase führen und fest aufschnupfen. Gleichzeitig benetzt man neuerlich die beiden Daumenkuppen und betupft sich damit hinter den Ohrmuscheln und an der angrenzenden Kopfpartie mehrmals hintereinander. Das sorgt für Entspannung und Erfrischung in gleichem Maße.

Quendel oder Wilder Thymian (Thymus serpyllum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Zum Tag des Tees

Mit Kräutern die Immunkraft mehren

Es ist je neu eine schöne Gelegenheit, etwas Wichtiges und Lebensergänzendes zu bedenken, wenn ein ganz bestimmtes Datum einem eigenen Thema gewidmet wird. So freut es mich heute besonders, mit vielen den Tag des Tees begehen zu dürfen! Dieses Getränk ist ohne pflanzliche Grundlage gar nicht vorstellbar. Auf verschiedene Weise zubereitet, dient ein Aufguss bzw. eine Abkochung dem Genuss und der Unterstützung des eigenen Wohlbefindens. Beides kann durchaus in eins zusammenfließen. Die Kräuterteemischung „Für eine kräftige Abwehr“ zeigt exemplarisch auf, wie ich das meine. Von dem Kräutermischer schlechthin – die Rede ist vom verewigten Pfarrer Hermann-Josef Weidinger – überliefert, erweist ein Tee bis heute ungebrochen seine wertvollen Dienste. Die Bestandteile kann man mit der heiligen Zahl Sieben wie auf einer Schnur auffädeln: es handelt sich dabei um Brennnessel, Hagebutten, Himbeerblätter, Melisse, Thymian, Ringelblumenblüten und Ysop. Diese Auswahl entstand nicht durch eine momentane Willkür, sondern gründet im Wissen um das Zusammenwirken der einzelnen Kräuter samt dem Einfühlungsvermögen in die jeweils benötigte Menge der unterschiedlichen Pflanzendrogen. Wenn also die Immunkraft eine begleitende Unterstützung erfahren soll, dann hilft die Brennnessel mit, zu reinigen und zu entgiften, die Melisse beruhigt und gleicht aus, der Thymian zeigt sich als desinfizierend und die Ringelblume steuert ihre heilungssteigernden Effekte bei. Die Hagebutten wiederum liefern Vitamine und Fruchtsäuren. Übrigens: ab sofort führt die traditionsreiche Theehandlung Schönbichler im Herzen von Wien ein Sortiment von ausgewählten Teesorten des Kräuterpfarrer-Zentrums in Karlstein. Überzeugen Sie sich selbst von der gesunden Qualität in der Tradition der Kräuterpfarrer!

3-Wochen-Kur

Um die eigenen Abwehrkräfte zu steigern, ist es ratsam, von der im Blog beschriebenen Mischung „Für eine kräftige Abwehr“ 2 Teelöffel voll mit 1/4 Liter kochendem Wasser zu übergießen und 15 Minuten zugedeckt ziehen zu lassen. Danach abseihen und nach Belieben mit Honig süßen. In einer Dauer von 3 Wochen kann man täglich jeweils morgens und abends 1 Tasse davon trinken, um Leib und Seele für den kommenden Winter zu rüsten. Den fertig gemischten Kräutertee senden wir Ihnen gerne zu: Tel. 02844/7070 – DW 11 od. 31. Den Tee und viele andere Kräuterprodukte können Sie bequem auch in unserem Onlineshop bestellen: shop.kraeuterpfarrer.at

Hagebuttenfrüchte ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Melissenzweiglein (Melissa officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Ringelblumenblüte ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya