Entspannung im Alltag

Mit Hopfen herbeiführen

Wer kennt wohl nicht das bedenkenswerte Sprichwort: In der Ruhe liegt die Kraft! Gewiss weiß ich, dass man diesen Satz auch durchaus provozierend in den Raum stellen kann, so dass er genau das Gegenteil bewirkt. Doch merken wir spätestens beim nächsten Stau auf der Autobahn, in dem wir stecken, oder am Ende einer Schlange vor der Supermarktkassa, dass ohnehin alles andere keinen Sinn hat, als geduldig zu warten. Pflanzen können eine derartige Tugend fördern. Schauen wir daher einmal auf die Inhaltsstoffe des Hopfens (Humulus lupulus). Folgende Wirkungen dürfen von ihm entgegengenommen werden: durch die Gerb- und Bitterstoffe dieses Hanfgewächses wird der Appetit angeregt, bei unruhigen Nerven, bei Depressionen und Einschlafstörungen gleicht der Hopfen aus und schließlich soll dieses Hanfgewächs auch bei Menstruationsstörungen der Frau einen regulierenden Einfluss ausüben. In der Naturheilkunde hebt man diese Effekte mittels eines Tees, der aus den Hopfenblüten sowie aus den reifen Zapfenschuppen bereitet wird. Bei Blasen- und Nierenbeschwerden kann man aber sogar 2- bis 3mal pro Tag eine Messerspitze voll getrockneter und zerriebener Hopfenschuppen zu sich nehmen. In den vorweihnachtlich angespannten Alltag ist es sicher angezeigt, sich für die konkrete Beruhigung und Entspannung Zeit zu nehmen. Im eigenen Badezimmer darf dann der Hopfen zum Tragen kommen. Der Aufwand hierfür ist ein äußerst geringer.

Hopfen-Bad

Von getrockneten Hopfen-Blütenzapfen nimmt man ca. 50 Gramm. Diese übergießt man mit 2 Liter Wasser und bringt beides zusammen zum Sieden. Danach von der Herdplatte nehmen und 20 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Dann abseihen und als Badezusatz in der bereits gefüllten Wanne verwenden. Ein solch entspannendes Bad kann durchaus 2mal pro Woche angewandt werden.

Hopfen ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Das Blut säubern

Mit der Klette vorankommen

Vor Weihnachten möchte man noch so viel wie möglich erledigen. Und es ist sicher klug, schon rechtzeitig alle Vorbereitungen für das schöne Fest zu treffen, um dann, wenn es so weit ist, in der nötigen Gelassenheit feiern zu können. Manch Unvorhergesehenes wird ohnehin dafür sorgen, dass uns nicht langweilig wird, wie es die langjährige Erfahrung lehrt. Weihnachtsputz darf nebenbei auch ein Thema sein, vor allem für unseren Körper. Ein Gewächs kann uns dabei unterstützen. Die Große Klette (Arctium lappa) ist hierzulande fast überall heimisch. Mit dem Boden hat sie kaum Schwierigkeiten, denn sie gedeiht auf Brachland, an Bahndämmen und Feldrainen. Im ersten Jahr wächst aus der dicken Wurzel nur eine Rosette aus großen, herzförmigen Blättern. Im Jahr darauf entwickelt sich der lange verästelte Stängel, auf dem im Sommer die schönen purpurvioletten Blüten sitzen. Von diesem vermeintlichen Unkraut lassen sich die Wurzel, die Blätter, das Kraut und die Früchte ernten und zu Heilzwecken verwerten. Unsere Vorfahren haben den Nutzen dieser pflanzlichen Randerscheinung noch gekannt und geschätzt. Sie ist in der Lage, der Haut, der Galle und vor allem dem Blut ihre Dienste anzubieten. Der rote Lebenssaft darf zu jeder Jahreszeit unsere Beachtung entgegennehmen, doch jetzt im Winter ist es besonders angeraten, auf eine gute Konsistenz des Blutes zu schauen. Immerhin versorgt es nicht nur die äußersten Winkel unserer Physis mit allem Lebensnotwendigen, sondern trägt dazu bei, dass wir an Leib und Seele gesund und frisch bleiben. Daher kann eine Säuberung in unseren Adern sicherlich nicht schaden.

Blutreinigung mit Klette

Von der getrockneten und zerkleinerten Wurzel der Großen Klette nimmt man 3 Teile und fügt noch 2 Teile Brennnesselkraut und 1 Teil Hauhechelwurzel hinzu. 2 Teelöffel der so zusammengestellten Mischung werden mit 1/4 Liter kaltem Wasser übergossen. 1 Stunde stehen lassen und dann kurz aufkochen, 5 Minuten ziehen lassen und letztlich abseihen. Täglich 3 Tassen jeweils vor den Mahlzeiten trinken. Kurmäßig 6 Wochen lang durchführen, indem man nach 3 Wochen 1 Woche lang pausiert.

Große Klette ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Für die Haut

Die Dachwurz aufbereiten

In unserem Körper steht kein Teil isoliert für sich alleine da. Alles hat einen manchmal geheimnisvollen und ein andermal wiederum ganz offenkundigen Zusammenhang. Werden z. B. unsere Nerven strapaziert, dann können wir das über kurz oder lang am Befinden der Verdauung ablesen oder es spiegelt sich auf unserer Haut wider, die dann verschiedene Symptome zeitigt. Das kann sich u. a. auch in einem Juckreiz äußern. Eine Pflanze, die dagegen in sich zu ruhen scheint, ist die Dach-Hauswurz (Sempervivum tectorum). Egal, wie karg der Boden unter ihrer Blattrosette beschaffen sein mag, sie kommt auf jeden Fall mit ihrer Unterlage in Form von Steinen und Ziegeln zurecht. Nicht nur das: ein jahrelanges Verweilen auf Dächern, Mauerabdeckungen und auf Steinen stellt für die Hauswurz kein Problem dar. Schließlich gehört sie der Familie der Dickblattgewächse an. Wie diese Bezeichnung bereits verrät, sind die Blätter der spezialisierten Pflanzen so konstruiert, dass sie Platz für aufgenommenes Niederschlagswasser bieten, das in Zeiten der Trockenheit das Überleben sichert. So kann man den floralen Dickhäuter ohne Umschweife einen äußerst bescheidenen und dennoch starken Vertreter in der großen Schar der Heilkräuter nennen. Gerade bei der Hauswurz ist es möglich, die Pflanzenteile in Essig anzusetzen, wie man das u. a. auch von Rosmarin oder Estragon kennt. In unserem Falle dient der Ansatz aber nicht der Aufbesserung eines Salatdressings. Da die Hauswurz selbst eine feste und kompakte Haut besitzt, dürfen wir daraus schließen, dass die Wirkstoffe dieser Gewächse durchaus der menschlichen Haut zum Wohle gereichen. Eine konkrete Anwendung möge dies veranschaulichen.

Dachhauswurz-Essig ansetzen

Bei Hautflechten und um das bessere Verebben von Narben zu fördern, kann man die Hauswurz entsprechend aufbereiten. 75 g der frischen fleischigen Blätter werden zerkleinert und in 1 Liter Obstessig 8 Tage lang an einem sonnigen Platz angesetzt. Danach den Essig abseihen und die Blätter extra auspressen. Die gewonnenen Flüssigkeiten zusammengießen, leicht anwärmen und 2 bis 3 volle Esslöffel Honig darin auflösen. Diese Menge reicht aus, um damit 4 Bäder anzurichten, die mithelfen, die Haut zu stärken.

Dach-Hauswurz ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Beruhigend und stärkend

Das Wohlriechende Veilchen schafft beides

Viele Dichter bedienen sich nach wie vor der zahlreichen Blumen, um mit ihren Versen so manche Schönheit und den damit verbundenen Duft vor unser geistiges Auge zu führen. Und ein poetischer Text ist ja schließlich nicht von der jeweiligen Jahreszeit abhängig. Daher wage ich es, einige Zeit vor dem Weihnachtsfest die Symbolblume des Frühlings auf die Tagesordnung zu rufen, ohne damit dem Reisig der Nadelbäume den momentanen Rang streitig machen zu wollen. Das Wohlriechende Veilchen (Viola odorata) hat gewiss nun ebenso etwas zu bieten. So bescheiden es sich draußen während seiner Blühsaison auch gibt, so vielseitig ist es verwendbar. Zieht man z. B. die frischen Blüten zum Garnieren von Desserts heran, dann bringt man einen Aspekt ins Spiel, der sicherlich bedenkenswert ist. Immerhin zählt es zu den alten medizinischen Einsichten unserer Heimat und des Fernen Ostens, dass es besser ist, im Hinblick auf die Gesundheit jeweils mehrere Sinne gleichzeitig anzusprechen oder verschiedene Körperregionen zu behandeln. Wer das Veilchen als Heilpflanze verwendet, darf die darin enthaltenen Saponine nutzen. Diese wirken schleimlösend, auswurffördernd und leicht abführend. In der alten Klostermedizin kam ein sogenanntes „Violenöl“, also ein Öl, das mit Hilfe von Veilchen hergestellt wurde, bei fiebrigen Erkrankungen zum Einsatz. Doch nun steht uns die getrocknete Droge der Blätter und Blüten des Veilchens zur Verfügung. Und nichts spricht dagegen, sich dieser natürlichen Gabe eben jetzt im Winter zu bedienen.

Veilchen-Tee für zwischendurch

Von getrockneten und zerkleinerten Blättern und Blüten des Wohlriechenden Veilchens nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt diese mit 1/4 Liter kochendem Wasser. Danach 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abschließend abseihen. Trinkt man den Tee in Form einer 3wöchigen Kur (morgens und abends je 1 Tasse), so wirkt dies beruhigend auf die Nerven und stärkend auf die Atemorgane. Die Haut trägt überdies einen pflegenden Profit von dieser Anwendung davon.

Veilchen ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Den Atem erleichtern

Die Engelwurz als Unterstützung

Am Beginn einer heiligen Messe sprechen die Gläubigen zusammen mit dem Priester das so genannte Schuldbekenntnis und klopfen dabei dreimal mit ihrer Hand auf ihre Brust. Damit gestehen sie sich ein, dass sie nicht fehlerlos sind, und sie bitten um Befreiung von ihren Sünden durch den barmherzigen Christus. In unserer Brust befindet sich auch das Zentrum für die Atmung, die gerade im Winter nicht immer eiwandfrei funktioniert. Die Echte Engelwurz (Angelica archangelica) ist dahingehend eine Hilfe, um hier vor allem auch physisch eine Last abzunehmen. Sie zählt zur pflanzlichen Familie der Doldenblütler. Ich mag diese Heilpflanze sehr, weil ich ihre leicht violett gefärbten Stängel als äußerst anmutig empfinde, wenn ich sie während der Vegetationsphase bestaunen kann. In der Naturheilkunde ist ihre Wurzel von Interesse. Vor allem profitiert der Verdauungstrakt in hohem Maße von Anwendungen mit der Engelwurz. Aber wenn wir uns eingangs schon Gedanken über das Klopfen an die Brust gemacht haben, dürfen wir wissen, dass unsere Lunge ebenso eine Unterstützung brauchen kann, um wieder befreit atmen zu können. Die Engelwurz ist imstande, auch in diesem Ansinnen eine Unterstützung anzubieten. Denn im Laufe eines Infekts sammeln sich größere Mengen an Schleim an, die gerade für die Atemorgane eine nicht zu unterschätzende Last darstellen können. Und da ist es gut, wenn uns ein Beistand zur Verfügung steht, der gleich einem Engel uns nicht alleine lässt.

Angelika-Wurzel für die Brust

Die Inhaltsstoffe der getrockneten Engelwurz-Wurzel wirken sich günstig auf sämtliche verschleimte Partien unseres Körpers aus. Im Winter sind vor allem die Atemwege (sprich Brust, Lunge und Luftröhre) davon betroffen. Um einen Tee anzurichten, nimmt man 2 Teelöffel voll der zerkleinerten Engelwurz-Droge und setzt sie über Nacht in 1/4 Liter kaltem Wasser an. In der Früh kurz aufkochen und abseihen. Um eine gute Wirkung zu erzielen, ist es ratsam, den Tee langsam und schluckweise zu trinken.

Engelwurz ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Folgen des Frostes

Weinblätter besänftigen die Haut

Es gilt so ziemlich als sicher, dass der Winter seine Ouvertüre, die er mit entsprechendem Schnee und Frost in unserem Land vollzogen hat, in den nächsten Monaten gleich einem musikalischen Kompositionsthema wiederholen wird. Und so ist es meiner Meinung auch recht. Gewiss sind die Folgeerscheinungen miteinzukalkulieren, die sich letztlich desgleichen auf unsere Physis erstrecken werden. Wenn nun ebenfalls gemäß der Jahreszeit der junge Wein verkostet werden kann, dann fällt ein Gedanke in den Sommer zurück, da noch das Weinlaub an den Reben hing. Der Weinstock ist ja nicht nur Lieferant einer qualitätsvollen Traubenware, er kann zusätzlich auf eine andere Weise mithelfen, unseren Leib etwas Heilsames angedeihen zu lassen. Daher wollen wir eben seine Blätterpracht nicht übersehen, die im Sommer und Herbst eine augenscheinliche Zierde darstellt. Die Inhaltsstoffe der grünen Teile des Rebstockes haben eine positive Wirkung auf die Blutgefäße des Körpers. In verschiedener Weise kann man Weinblätter aufbereiten und damit u. a. die Venen unterstützen. Produkte dieser Art werden ohnehin vielfach beworben und im Fachhandel angeboten. Nun aber gibt der Frost den Ton an. Diese Herausforderung geht manchmal nicht spurlos an uns vorüber, sondern verändert die Struktur der Haut und was darunter liegt. Auch in diesem Fall kann das Weinblatt seine wohltuende Wirkung erweisen.

Weinblätter-Tee

Getrocknete Weinblätter sind bei Folgeerscheinungen von Frosteinwirkung auf unserer Haut gut zu gebrauchen. Mit ihnen kann man einen Tee zubereiten, indem man die Droge im Verhältnis von 2 Teelöffeln zu 1/4 Liter kochendem Wasser aufgießt. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, dann abseihen. Mit einer entsprechenden Teemenge können damit Hand- und Fußbäder durchgeführt werden, wenn diese Extremitäten vom Frost beeinträchtigt sind. Das zeigt sich vor allem dann, wenn die Haut daraufhin spröde wird oder gar zum Aufspringen neigt. Es ist ratsam, nach dem Baden den Weinblätter-Tee von allein eintrocknen zu lassen. Damit erhöht man die Wirkkraft der Anwendung.

Weinblätter ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Durst in der kalten Jahreszeit

Mit Wegwarten-Tee stillen

Schwitzen, transpirieren und Durst haben: das verbinden wir wohl mit den Temperaturen des zurückliegenden Sommers, der an Wärme wohl des Guten Zuviel geliefert haben dürfte. Das kann man sicherlich auch am Zuwenig an Niederschlag festmachen, der in vielen Teilen des Landes einfach ausgeblieben ist. Jetzt ist wohl davon keine Rede mehr. Das Trinken an und für sich behält aber weiterhin seine Aktualität. Die Wegwarte (Cichorium intybus) kann uns diesbezüglich ein wenig weiterhelfen. Da momentan die Außentemperaturen durchaus der Jahreszeit entsprechen und die Heizungen in den Büros und in den Wohnungen bereits voll in Betrieb sind, wird unser Körper über längere Zeit einem Klima mit geringer Luftfeuchtigkeit ausgesetzt. Die Folge davon ist das vermehrte Austrocknen unserer Haut, das sich wiederum auf den Organismus niederschlägt. Um aber den Körper nicht einfach blindlings mit Wasser voll laufen zu lassen, ohne Rücksicht auf Verluste, kann man das Trinken ganz bewusst und gezielt gestalten. So sehr auch die Quantität der Flüssigkeit von Bedeutung ist, darf ruhig ebenso alles andere beachtet werden, was damit in Zusammenhang steht. Im Blick auf die Heilkräfte der Natur dürfen daher vermehrt die Pflanzenteile und Früchte der einzelnen Gewächse an Bedeutung gewinnen, die in der vergangenen Vegetationsperiode herangewachsen und gereift sind. Obwohl z. B. die Wegwarte bereits abgeblüht ist und ihren „Winterschlaf“ angetreten hat, steht uns nun ihre Wurzel zur Verfügung, die gerade jetzt genutzt werden kann. Dies stellt vor allem für Diabetiker einen Nutzen dar.

Wegwarte-Wurzel in Teeform

Von der getrockneten und zerkleinerten Wurzel der Wegwarte nimmt man 2 volle Esslöffel und gibt sie über Nacht in 1 Liter kaltes Wasser. Beides zusammen am Morgen kurz aufkochen und dann abseihen. Danach in eine Thermosflasche füllen und über den Tag verteilt trinken. Der hohe Inulingehalt des Getränkes kommt den Verdauungsdrüsen unterstützend zugute.

Wegwarte ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Von Grund auf

Arnika und Johanniskraut für die Füße

Wenn man Menschen zu beurteilen hat, weil sie für einen Job oder eine verantwortungsvolle Stelle ausgewählt werden, dann bedient man sich verschiedener Eigenschaften und Kategorien, die beim Personenranking aufscheinen sollten. Meist spielt dabei die Erfahrung in wirtschaftlichen Belangen eine große Rolle. Verlässlichkeit ist ebenso gefragt. Und eine besondere Qualität wird als Bodenhaftung bezeichnet, was soviel heißt, wie mit beiden Beinen in der aktuellen Realität zu stehen. Zwei Kräuter namens Arnika und Johanniskraut dürfen sich dazugesellen, wenn es gilt, die leibliche Verfassung durchaus praktisch zu festigen. Wer also konkret Verantwortung für sein Wohlbefinden übernehmen möchte, der kann dies wortwörtlich von Grund auf angehen. Denn zu einer guten Bodenhaftung gehört es logischerweise, die beiden Füße in Betracht zu ziehen, die den ganzen Körper durchs Leben tragen. Wir kennen die verschiedenen medizinischen Methoden, die den sensiblen Bereich der Gehwerkzeuge als Ausgangspunkt so mancher Therapien heranziehen. Dabei werden Reflexe ausgelöst, die auf bestimmte Organe und Zonen abzielen. Um dem gesamten Bruder Leib also eine positive und zugleich entspannende Stimulation zukommen zu lassen, sind die kreislaufanregenden und nervenstärkenden Wirkungen der Arnika (Arnica montana) und die entkrampfenden sowie zusammenziehenden Effekte, die vom Johanniskraut (Hypericum perforatum) ausgehen, durchaus von Vorteil. Gemeinsam mit dem Element Wasser kann man schon einiges für die Gesundheit auf die Beine stellen.

Nach dem Fußbad

Um das allgemeine Wohlbefinden zu steigern, nimmt man am besten täglich kurz ein heißes Fußbad, das man mit einem kalten Guss abschließt. Danach massiert man die Füße abwechselnd mit Arnika-Hautwasser und mit Johanniskraut-Öl ein. Beides kann übrigens im Kräuterpfarrer-Zentrum bezogen werden. Damit wird der Kreislauf gerade in der kalten Jahreszeit angekurbelt. Überdies erhält die Haut an den Füßen eine adäquate Pflege.

Arnika ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Johanniskraut ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Den Nerven zuliebe

Das Liebstöckel hat festigende Kraft

Spricht man von übermäßigem Ballast, so denkt man beim Körper an etwas Zuviel an Gewicht und Fettreserven. Darunter leiden nicht zuletzt auch die Gelenke, die gerade in den Beinen den erhöhten Kilodruck abfedern müssen. Doch gibt es ebenso einen anderen Aspekt, der uns allerorten zu schaffen macht. Es ist die hektische Zeit vor Weihnachten, in der sich die Termine nur so häufen und zudem mehr als uns lieb ist vor dem Jahreswechsel erledigt sein sollten. Mit dem Liebstöckel (Levisticum officinale) dürfen wir einmal mehr auf unsere Nerven die Aufmerksamkeit lenken. Aufgrund der Schnelllebigkeit der gegenwärtigen Tage kann sich hier ebenso ein Ballast an Spannung bis gar zur Überlastung steigern und dann auf unseren Schultern lasten. Nur allzu leicht passiert es erfahrungsgemäß, dass sich unser Augenmerk bloß auf die rein leibliche Verfasstheit richtet, indem man z. B. das Immunsystem stärkt und die Fitness durch sportliche Aktivitäten aufrecht zu halten versucht. Dies ist zwar gut und wichtig, aber die nervliche Konstitution wird meist eher stiefmütterlich behandelt. Dies mag seinen Grund ja durchaus darin haben, sich eine diesbezügliche Schwäche aus Scham oder falschem Stolz nicht eingestehen zu wollen. Nun kann man aber gerade mit dem Liebstöckel zwei Fliegen auf einem Schlag erledigen. Denn das bekannte Gewürzkraut vermag durchaus mehr zu bewirken, als die Suppen geschmacklich zu verfeinern. Es treibt z. B. den Harn und hilft dadurch mit, das Blut zu reinigen. Um hier konkret vorzugehen, sollten wir uns der Wurzel des g’schmackigen Doldenblütlers zuwenden.

Wurzel-Tee für die Nerven

Von der getrockneten und zerkleinerten Wurzel des Liebstöckels nimmt man bloß 1 Teelöffel voll. Diesen übergießt man mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten ziehen lassen und dann abseihen. 3mal täglich anrichten und trinken. Das gesamte Nervensystem profitiert von dieser Anwendung. Überdies säubert eine 3-wöchige Teekur das Blut und hilft mit, den Körper angesichts eines erhöhten Alkohol- oder Nikotingenusses besser zu entgiften.

Liebstöckel ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Ein Gewürz mit Heilkraft

Anis unterstützt Mensch und Tier

Jetzt, wo es wieder auf Weihnachten zugeht, wird meiner Meinung nach vieles von dem schönen Fest der Geburt Christi schon vorweggenommen. Denn der Advent wird nicht nur dekorationsmäßig in den Geschäften und auf den Plätzen derart gestaltet, als wäre es ein verlängertes Weihnachten. Gewiss bedarf es der Vorbereitung auf die Feiertage vor Neujahr. Doch darf man dabei ruhig behutsamer umgehen, als dies allerorten gang und gäbe ist. Aber ich will sicher nicht gegen Windmühlen ankämpfen. Viel lieber richte ich meinen Blick auf den Anis (Pimpinella anisum). Vor allem sind uns natürlich die Körner bekannt, die dem Kümmel ähneln und die das eine oder andere Gebäck rund um das Weihnachtsfest mit einem ganz besonderen Geschmack bereichern. Griechenlandfreunde erinnern sich wohl an einen Schluck Ouzo, der aus diesem mediterranen Land kaum wegzudenken ist. Die Pflanze, von der die Aniskörner geerntet werden, zählt zu den Doldenblütlern und dürfte vor Jahrhunderten ihre angestammte Heimat im östlichen Mittelmeerraum gehabt haben, ehe sie an Popularität gewann und somit im Rest Europas und darüber hinaus kultiviert und verwendet wurde. Die positiven verdauungsfördernden und entkrampfenden Erfahrungen, die der Mensch mit diesem Korn machte, kann man ebenfalls an Haustiere weitergeben, zu denen nun einmal die Hunde zählen. Da diese unsere treuen Lebensgefährten leider nicht davor gefeit sind, dass auch ihre Verdauung dann und wann aus dem Gleichgewicht gerät, sollte man sich daher bei einem bestimmten Problem des Anis besinnen. Es sind die Blähungen, die darauf hinweisen, dass im Darm Gärungsprozesse vor sich gehen. Also liegt es doch wohl nahe, sich selbst mit dem weihnachtlichen Gewürz weiterzuhelfen. Die Hunde dürfen davon ebenso einen Nutzen haben.

Blähungen vermindern

Um Magen und Darm bei Hunden im Falle von übelriechenden Winden wiederum ins Lot zu bringen, kann ein Tee aus Aniskörnern verabreicht werden. Davon nimmt man 2 Teelöffel voll, stößt sie in einem Mörser leicht an und übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen. Ziemlich warm als Tränke reichen. Mit ein wenig Honig den Rand des Trinknapfes einstreichen, damit die Tiere den Tee lieber annehmen.

Anis ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya