Die Haut regenerieren

Kirschensaft ins Bad

Wer in den Sommer hineingeht, darf sich vieler schöner Dinge erfreuen. Die freie Zeit lädt ein, um kurz einmal schwimmen zu gehen. Oder man setzt sich am Abend gemütlich zusammen und lässt den Tag in froher Runde ausklingen. Darüber hinaus liefert der Garten so manches, was in der Küche verarbeitet oder direkt vor Ort schnabuliert werden kann. Dazu zählen wohl sicher auch die Kirschen (Prunus avium). Deren Saison zieht sich gemäß dem Klima und je nach Sorte von Mai bis in den Juli hinein. In raueren und höheren Lagen reifen sie folglich später als in Gegenden, die pannonisch geprägt sind. Vögel und Menschen haben offensichtlich gleichermaßen Interesse an diesen herrlichen Früchten, wenn sie reif sind. Gewiss ist das erste Bestreben, sie frisch zu essen oder einen Kuchen damit backen. Zudem gilt es sie ebenfalls zu entsaften. Kirschen stellen aber auch einen Dienst zur Verfügung, der unserer Haut zugutekommt. Will jemand die ausgelaugte und matte Außenschicht des Körpers pflegen, so sollte die Kirschensaison auf jeden Fall beim Schopf gepackt werden. In den Früchten dieses Rosengewächses stecken nämlich viele Vitamine und Mineralstoffe, die auf der Haut gut zum Tragen kommen können. In Form eines Bades ist es möglich, so etwas wie eine naturgegebene Regeneration zu vollziehen. Bevor es in die Ferien oder in den Urlaub geht, kann es daher angesagt sein, wortwörtlich mit den Kirschen baden zu gehen. Wer eine Wanne im Bad zur Verfügung hat, sollte nicht zögern, dies zu tun. Schließlich zahlt es sich aus, für die Steigerung des eigenen Wohlbefindens ein wenig Zeit einzuräumen.

 

Badezusatz aus Kirschen 

Zuallererst 1/2 Kilo Kirschen entkernen. Die Kerne in 1 Liter kaltem Wasser auswaschen und 1 Esslöffel davon in einem Mörser zerstampfen. Den Rest weggeben. Die zerstampften Kerne und das Fruchtfleisch dem kalten Wasser beimengen und 1 Stunde lang darin einweichen. Danach alles gut auspressen und ins warme Badewasser leeren. 15 Minuten darin baden. Das erfrischt und regeneriert die Haut und steigert das eigene Wohlbefinden. www.kraeuterpfarrer.at

Kirschen © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Sanft entkrampfen

Mit Ringelblumen erwirken

Bewegung, Sport und Agilität treten uns in den warmen Wochen und Monaten praktisch überall vor die Augen. Wenn wir uns schon nicht selbst bewegen, dann sind es die anderen, die auf einem Rad vorüberfahren oder joggend und meist an beiden Ohren zugestöpselt ihre Runde ziehen bzw. sich an einem See in die Fluten schmeißen, um dort ein wenig beim Schwimmen den Körper zu ertüchtigen. Schließlich wollen alle die Gesundheit wahren. Um diese zu erhalten, denkt man an alles Mögliche, übersieht dabei jedoch ganz schnell die Ringelblume (Calendula officinalis). Im Volksmund wurde dieses zu den Korbblütlern zählende Gewächs früher auch gerne als Sonnenbraut bezeichnet. Das liegt wohl an ihren herrlich goldgelben Blüten, die einen Vergleich mit dem licht- und wärmespendenden Zentrum unseres Sonnensystems nahelegen. Dank der stark entzündungshemmenden und heilenden Wirkkräfte der Ringelblume wendet man sie auch heute noch vielseitig an. In der Regel bezieht man diese positiven Effekte auf die Haut. Und in der Tat erweist es sich als sinnvoll, z. B. einen Aufguss aus Ringelblumenblüten dafür heranzuziehen, um mit Waschungen der Schutzschicht unseres Körpers dieselbe zu stärken oder eine gute Vernarbung von Wunden und Operationsnähten zu fördern und ähnliches mehr. Gewiss ist dann auch die Ringelblumensalbe von Interesse, die selbst bei einer begleitenden Behandlung von Hämorrhoiden gute Dienste leistet. Aber bleiben wir heute beim Sport und seinen möglichen Folgen. Nicht selten meinen es manche zu gut damit. Ein Muskelkater oder der eine oder andere Krampf geben ein Signal, um ebenso in der Bewegung Maß zu halten. Für eine Begleitung derartig unangenehmer Umstände ist übrigens auch die Ringelblume geeignet.

 

Tee für den Sport

2 Teelöffel getrocknete Ringelblumen-Blütenblätter werden mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergossen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Früh und abends trinkt man 1 Schale voll davon, ohne diese mit Honig oder Zucker zu süßen. 3 Wochen lang konsequent durchführen. Bei vermehrter sportlicher Betätigung ist dies sinnvoll, um auftretende Krämpfe im Muskelapparat zu begleiten und zu lindern. Tut übrigens auch bei Unterleibskrämpfen gut. www.kraeuterpfarrer.at

Ringelblumenzweig mit Einzelblüte und Knospe (Calendula officin) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya


 

Vorsorge treffen

Die Wegwarte sammeln

Die Sonne beschert uns ein prächtiges Wetter und die Woche startet mit hohen Temperaturen. So gilt es danach zu trachten, möglichst die zur Verfügung stehen Schattenplätze zu nutzen, um nicht durch das intensive Licht und der damit verbundenen Hitze Schaden zu nehmen. Ganz anders sieht das bei den Pflanzen aus, die sich dieser Herausforderung voll und ganz stellen. Das tut auch die Gemeine Wegwarte (Cichorium intybus). Dieses zur Familie der Korbblütler zählende Gewächs ist vor allem im Flach- und Hügelland daheim und besiedelt gerne so genannte Ruderalflächen (Brachland) sowie Wegränder. Dort fühlt es sich offenkundig sehr wohl. Mit ihren tiefreichenden Wurzeln ist die Wegwarte recht gut dagegen gerüstet, bei lang andauernder Hitze und Trockenheit Schaden zu nehmen, weil es eben in den unteren Erdschichten dann immer noch genügend Feuchtigkeit gibt. In den Blüten und Blättern dieser Heilpflanze, die sich gerade den ganzen Hochsommer über entfalten, sind wertvolle Inhaltsstoffe eingelagert. Bitterstoffe, Intybin, Gerbsäure und ätherisches Öl zählen u. a. dazu. In der Regel wird die Wurzel der Wegwarte im Herbst ausgegraben und dann für den späteren Gebrauch aufbereitet. Doch haben die oberirdischen Wuchsteile der schönen Pflanze ebenfalls ihren heilsamen Wert. Daher sollten wir die Gelegenheit nicht ungenützt vorüberstreichen lassen. Es ist also gleichsam eine Ernte angesagt, die sich als sinnvoll herausstellen kann. In den Trieben, Blüten und Blättern der Wegwarte steht uns nämlich eine Unterstützung zur Verfügung, die den inneren Organen zugutekommt.

 

Tee für die Verdauung

2 Teelöffel voll getrocknete und zerkleinerte Triebspitzen, Blüten und Blätter der Wegwarte mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen. Danach 15 Minuten ziehen lassen, bevor man den Tee abseiht. Um den Magen-Darm-Trakt zu stärken und gleichzeitig die innere Antriebskraft zu fördern, 1 bis 2 Wochen lang 3-mal am Tag je 1 Tasse voll davon trinken. Das tut auch dem Gemüt gut. www.kraeuterpfarrer.at

Wegwarte (Cichorium intybus) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

 

Entspannung und Wohlbefinden

Johanniskraut hat beruhigende Kräfte

Die Sommersonnenwende und das Fest Johannes des Täufers liegen bereits hinter uns. Dennoch wird manches heute erst begangen und gefeiert, wie etwa das Patrozinium der Pfarrkirche Blumau an der Wild im Waldviertel. In dieser wunderschönen Barockkirche, die dem Vorläufer Christi geweiht ist, behandelt die ganze Ikonographie der Deckenfresken die Lebensstationen des Propheten. Zudem trägt auch ein Heilkraut seinen Namen: das Johanniskraut (Hypericum perforatum). Es besiedelt gerne Weg- und Feldränder, schmückt Böschungen und trockene Gräben und lässt sich selbst in Gärten nieder. Mit seinen gelben Blüten macht es ab Anfang Juni auf sich aufmerksam. Diese golden anmutende Pracht ist es, die wir ebenfalls zugunsten des allgemeinen Wohlbefindens heranziehen dürfen. Der Inhaltsstoff Hypericin, der ohnehin in der wissenschaftlichen Bezeichnung des Gewächses anklingt, hat u. a. eine schmerzstillende und zugleich entspannende Auswirkung auf die menschliche Physis. Präparate, die sich das auch für den seelischen Ausgleich zunutze machen, werden in den Apotheken angeboten. Für den häuslichen Gebrauch beschränkt man sich auf die äußerlichen Anwendungen des Johanniskrautes. Am besten wird man dies tun können, wenn man ein Öl mit den Blüten ansetzt oder sich eines besorgt. In der Tradition der Kräuterpfarrer weiß man schon lange um die Vorzüge dieses Gewächses. Vor allem dann, wenn jemand bei rheumatischen Erkrankungen unter einer so genannten Polyarthritis leidet, ist man dankbar, ein begleitendes und in der Folge Schmerzen linderndes Mittel zur Hand zu haben. Eine Zone, auf der man sich mithilfe des Johanniskrautöls etwas Gutes tun kann, ist übrigens der Nacken. Eine einfache Einreibung genügt, um sich besser zu fühlen.

 

Johanniskraut-Öl

Ein mit abgezupften Blüten des Johanniskrautes 6 Wochen lang angesetztes Mandel- oder Olivenöl (100 g Blüten in 1/2 Liter Öl) dazu verwenden, um wiederholt den Nacken damit einzureiben. Vor dem Schlafengehen können auch die Fußsohlen damit massiert werden. Das erweist sich als schmerzlindernd und kann mithelfen, depressive Stimmungslagen abzuschwächen. Die eingeriebenen Stellen aber vor direkter Sonneneinstrahlung schützen, da Johanniskraut die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöht. Einen hochwertigen Johanniskraut-Ölauszug erhalten Sie übrigens im Kräuterpfarrer-Zentrum unter Tel. 02844/7070, E-Mail: bestellung@kraeuterpfarrer.at oder bequem im Webshop: www.kraeuterpfarrer.at

Johanniskraut mit großer Blüte (Hypericum perforatum) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Heilkraft aus dem Garten

Die Rosenblüten stehen bereit

Unlängst durfte ich ein schönes Geschenk entgegennehmen: zwei Rosenstöcke standen bereit, um zur richtigen Zeit an ihrem Platz eingegraben und genügend gegossen zu werden. Bald darauf durfte ich bereits miterleben, wie sich die wunderschönen Blüten öffneten und ihren ersten Duft verströmten. Nun warte ich schon auf die nächsten, da die Knospen eine Fortsetzung der Prachtentfaltung verheißen. Doch steckt darin mehr als nur Schönheit und Duft. Die Kulturrosen (Rosa) haben nämlich schon seit Jahrhunderten das Interesse der Heilkundigen geweckt, die ihrerseits gute Erfahrungen mit dem Gartenschmuck machten. Hildegard von Bingen verwies z. B. darauf, dass man die Rosen den Salben und den Ansätzen beimischen solle, um die guten Kräfte des Gewächses zur Wirkung zu bringen. In den Blütenblättern der roten Rosen sind nicht bloß Farbstoffe enthalten. Gerbstoffe, Gerbsäure und ätherisches Öl werden ebenfalls dort gespeichert. Und so ist es nur recht und gut, diese Wuchsteile nun zur Zeit der Blüte abzuzupfen und sorgfältig im Schatten zu trocknen. Neben anderen wertvollen Kräutern, die im Garten zur Verfügung stehen, empfehle ich den Interessierten auch, sich eine Reserve an Rosenblüten für das ganze Jahr anzulegen. Vielleicht ergibt sich ja die Gelegenheit, einem lieben Besuch einmal einen Tee aus diesen Schönheiten zu kredenzen. Und selbst sollte man sich auch nicht zu schade sein, ihn zu trinken. Immerhin ist es nützlich, eine Unterstützung zur Hand zu haben, um besser zur Ruhe zu kommen. In Zeiten übermäßiger Monatsblutungen, bei Schwindelgefühlen und Kopfschmerzen kann es ebenfalls angebracht sein, darauf zurückzugreifen. Das Herz und der Kreislauf erhalten zudem so eine natürliche Stärkung.

 

Aufguss mit Rosen

Von getrockneten und zerkleinerten Rosenblüten in Bioqualität 2 Teelöffel voll mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen. Danach 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Zum Schluss abseihen und noch mit ein wenig Honig süßen, so man will. Vor allem morgens gleich vor dem Frühstück und abends 1 Stunde vor dem Zubettgehen 1 Tasse volltrinken. Trägt zur Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens und zur Reinigung des Blutes bei. Tut auch dem Herz und den Nerven gut. www.kraeuterpfarrer.at

Rote Rose (Rosa) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

Sanfte Pflege der Haut

Einfach Tomaten essen

Die Unzufriedenheit kann uns das Leben ziemlich schwer machen. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Last, immer mehr haben zu wollen, den Besitz als zu gering anzusehen und voller Neid auf andere zu blicken, die – weiß Gott – viel besser dran sind als wir selbst. Damit erweisen wir uns aber als äußerst oberflächlich in der Sicht auf die Welt und ihre Dinge. Die Natur ist doch jene, die uns reich beschenkt. Das dürfen wir auch in unserem eigenen Garten entdecken. Als Beispiel möchte ich die Tomaten (Solanum lycopersicum) nennen, nicht ohne gleich hinzuzufügen, dass ich es gewohnt bin, sie als Paradeiser zu bezeichnen. Mit der Entdeckung Amerikas haben wir Europäer auch neue botanische Bekanntschaften geschlossen und schließlich gute Erfahrungen mit diesem Nachtschattengewächs gemacht. Aus Süd- und Mittelamerika stammten die ersten Samen, die man erfolgreich säte und den Ertrag davon entgegennahm. Heutzutage gibt es bereits eine breite Palette an verschiedensten Tomatensorten. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Die Früchte also, egal ob als Paradeiser oder Tomaten bezeichnet, enthalten sehr viele Vitamine und Mineralstoffe. Nicht vergessen möchte ich ebenfalls die Ballaststoffe, die sich in ihnen befinden. Und jetzt im Sommer gehört es zu den Vorzügen der Zeit, dass man die roten Gaumenfreuden nicht bloß im Gemüseregal der Einkaufsmärkte vorfindet, sondern sie ohnehin vor der Haustür parat stehen, um gepflückt zu werden. Diese sonnenreiche Phase sollte man nicht versäumen, um für Haut und Haar etwas Unterstützendes zu tun. In Zeiten der angesagten Sparsamkeit sollten wir das, was ohnehin in greifbarer Nähe gedeiht, nicht brach liegen lassen.

 

Frischer Genuss mit guten Folgen

Voll ausgereifte Tomaten von den Beeten pflücken. Gerade dann, wenn sie noch vom Sonnenschein aufgewärmt sind, stellt ihr frischer Verzehr einen besonderen Genuss dar. Regelmäßig davon ein paar Stück essen, um so eine gesunde und reine Haut zu fördern und zudem den Haarwuchs zu unterstützen. Das ist jetzt im Sommer besonders angesagt. www.kraeuterpfarrer.at

Tomaten oder Paradeiser (Solanum lycopersicum) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

 

Begleitung beim Schlankwerden

Gänseblümchen & Co

Ein lauer Sommerabend ist etwas Wunderschönes. Da kann man die Seele so richtig baumeln lassen. Zudem bietet es sich an, sich in froher Runde zusammenzusetzen, vielleicht zu grillen und auch einen guten Tropfen zu genießen. Leider bleibt so etwas nicht ohne Folgen für unser Körpergewicht. Und so manche habe sich zum Vorsatz genommen, gerade im Urlaub ein paar Kilos abzubauen. Eine Pflanze, die mit ihrem Leibesumfang sicher keine Probleme hat, ist das Gänseblümchen (Bellis perennis). Pflanzen besitzen generell eine gute Figur. Sie kommen mit dem Nötigsten zurecht und helfen auch uns Menschen, beim Abbau vom Zuviel an Gutem einen wirksamen Beistand zu leisten. Wir brauchen uns bloß die Inhaltsstoffe des Gänseblümchens vor Augen zu führen. Da finden wir vor allem Bitterstoffe, Saponine, Gerbstoffe und zudem das leicht verdauliche Inulin. So klein das zu den Korbblütlern zählende Gewächs auch scheinen mag, so hilfreich ist es zugleich. Denn es kann mithelfen, den Stoffwechsel anzukurbeln, die Blutreinigung zu unterstützen und insgesamt die Vitalität des ganzen Körpers zu steigern. Gewiss genügt es dann nicht, das Gänseblümchen nur in seiner Nähe zu wissen. Es muss aufbereitet und konkret angewendet werden. Dazu wiederum soll die ganze Pflanze geerntet und getrocknet werden, ehe sie zum Einsatz kommt. Heute möchte ich also jenen, die den Entschluss gefasst haben, ihren Körper zu erleichtern und somit auch den Gelenken etwas Gutes zu tun, ans Herz legen sich mit dem Gänseblümchen und seinen Vorteilen vertraut zu machen. Zudem lässt sich dieses Heilkraut ebenso mit anderen Gewächsen kombinieren.

 

Aufguss fürs Abschlanken

2 Teelöffel voll getrocknete Blätter und Blüten des Gänseblümchens mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Schließlich abseihen und ungesüßt schluckweise trinken. 3-mal pro Tag durchführen. Das erweist sich vor allem dann als unterstützend, wenn jemand behutsam versucht, das eigene Gewicht zu reduzieren. Auch andere Kräuter wie etwa Brennnessel, Löwenzahnblätter und Holunderblüten können den Aufguss ergänzen. www.kraeuterpfarrer.at

Gänseblümchen (Bellis perennis) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

 

Mehr als nur Schattenspender

Der Ahornbaum und sein Grün

Wer in seiner näheren Umgebung auf einen Mischwald blickt und diesen aufsuchen kann, zählt wohl zu den Glücklichen und den Beschenkten. Wir wissen aus wissenschaftlichen Studien, dass ein Forst, der sich aus verschiedenen Baumarten zusammensetzt, weit größere Überlebenschancen besitzt als eine reine Monokultur, die von Menschenhand ausgepflanzt wurde. Denn schließlich muss sich nicht bloß der Mensch dem Klimawandel stellen, sondern vor allem alles, was unter dem freien Himmel existiert. Dazu zählt auch der Ahornbaum (Acer). In Österreich treffen wir hauptsächlich auf den Bergahorn (Acer pseudoplatanus), weiters auch auf den Spitzahorn (Acer platanoides) und den Feldahorn (Acer campestre). Sie fügen sich oft dort ein, wo eben eine Vielfalt an mehreren Baumarten möglich ist. Für Heilzwecke im Sinne der alten Klostermedizin werden jedoch meistens nur der Berg- und der Spitzahorn verwendet. Das liegt u. a. auch daran, dass diese die größeren und weicheren Blätter besitzen. In ihnen sind nicht nur Gerbstoffe und Mineralsubstanzen eingelagert. Es finden sich ebenso Flavonoide, Saponine und sogar Vitamine in den grünen Wuchsteilen. Manchmal tut es ja ganz gut, ein wenig Kühlung in Anspruch nehmen zu dürfen, wenn es die Sonne gar gut mit uns meint. Aber es gibt auch an unserem Körper Stellen, die sich ziemlich heiß anfühlen. Das ist so, wenn die Füße geschwollen sind, ein Geschwür eine Entzündung in sich birgt oder die Folgen eines Insektenstiches Hitze auslösen. Dann ist es von Vorteil, auf die Ahornblätter zurückgreifen zu können. Überall, wo es zu keiner Verunreinigung kommen kann, weil die Haut geschlossen ist, können sie aufgelegt werden.

 

Linderung auf der Haut 

Saubere grüne und nicht zu alte Blätter des Berg- oder des Spitzahorns von den Ästen abzupfen und dann mithilfe eines Nudelholzes leicht anquetschen. Danach einfach auf eine erhitzte Stelle der Haut legen und einige Zeit oben lassen. Das tut gut und fördert die Prozesse einer Heilung bei geschlossenen Geschwüren, bei brennenden und schmerzenden Füßen und bei Anschwellungen infolge von Insektenstichen. Bei Bedarf ein paar Mal hintereinander durchführen. www.kraeuterpfarrer.at

 

 Ahorn (Acer) © Grafik: Prof. Emil Jaksch

 


 

Das reiche Grün nutzen

Walderdbeerblätter für ein Bad

Was ist eine Randerscheinung? Der altbewährte Duden erklärt dazu, dass dies etwas ist, was am Rande eines Geschehens in Erscheinung tritt. Wir kennen Derartiges von gesellschaftlichen Events und von Großveranstaltungen. Doch möchte ich meinen, dass es auch in unserem Umgang mit den Pflanzen Vergleichbares gibt. Jemand hegt und pflegt z. B. ein paar Beete im eigenen Garten. Dort wächst aber auch vieles andere ohne unser spezielles Zutun. So darf ich daher heute wieder einmal an die Walderdbeere (Fragaria vesca) erinnern. Denn dieses Gewächs läuft – bildlich gesprochen – in unserem Gartenalltag nebenher. Dort, wo man nicht viel Hand anlegt und den Boden intensiv bearbeitet, siedelt sich diese Pflanze bald an und breitet sich von alleine aus. Sie mag eben manch brach liegenden Flächen und den Bereich am Rande von Hecken. Die Früchte, die wohl ein jeder kennt, besitzen ein wesentlich intensiveres Aroma als die so genannten Ananas-Erdbeeren, die eine beliebte Zuchtform darstellen. Doch bleiben wir bei den Blättern der Walderdbeeren. Sie spielen in der Naturheilkunde durchaus eine Rolle. Mit ihrem Gehalt an Gerbstoffen und Mineralsubstanzen wirken sie sich sehr förderlich auf die Verdauungstätigkeit und die mit ihr verbundenen Organe aus. Dieser Vorteil lässt sich u. a. über die Haut abrufen. Man wusste übrigens schon seit alters her, dass man die Blätter der Walderdbeere für die Festigung des menschlichen Wohlbefindens verwenden kann. Das ist eben dann im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte in Vergessenheit geraten. Mit einem praktischen Tipp darf ich heute auf eine Randerscheinung aufmerksam machen.

 

Gesunder Badezusatz

Ca. 100 g getrocknete und zerkleinerten Blätter der Walderdbeere mit 2 bis 3 Liter kochendem Wasser aufgießen. 20 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Diesen Absud gleich in die bereits mit warmem Wasser gefüllte Badewanne leeren. 1/4 Stunde lang darin ein Ganzkörperbad nehmen. Diese Anwendung besitzt einen zusammenziehenden und reinigenden Effekt. Davon profitiert nicht nur die Haut, sondern ebenso die Funktion des gesamten Darmtraktes. www.kraeuterpfarrer.at

Walderdbeere mit Blättern und Früchten (Fragaria vesca) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

 

Bei Husten und Heiserkeit

Mit Kümmel vorankommen

Mir scheint, dass ich in letzter Zeit vermehrt Leuten begegne, die sich mit dem Sprechen schwertun. Es hat ihnen aber nicht die Stimme verschlagen, weil sie womöglich introvertiert oder gar schlecht gelaunt sind. Sie haben sich schlicht und einfach erkältet und sind daher gehindert, ihrer Stimme freien Lauf zu lassen. Für solche Zustände haben schon unsere Großeltern und deren Vorfahren manch guten Ratschlag zur Verfügung gehabt, um besser damit zurechtzukommen. Im Kümmel (Carum carvi) existiert u. a. eine Hilfe, die ohnehin in den Küchen und Speisekammern parat steht. Diese charakteristisch schmeckenden Samenkörner sind mehr als ein bloßes Gewürz. Dafür sind gerade auch die ätherischen Öle, die sich in den Früchten des Doldenblütlers Kümmel befinden, ausschlaggebend. Bei Heiserkeit und einem oft damit zusammenhängenden Husten gilt es meist, festsitzenden Schleim zu lösen und eine keimwidrige Kraft zum Einsatz zu bringen, die eine bestehende Beeinträchtigung des Atem- und Stimmbereichs verringern und diese beenden helfen. Dafür dürfen wir ruhig ein wenig an Zeit aufwenden und eben die Unterstützung durch so manche Hausmittel in Anspruch nehmen, die sich schon über Generationen hinweg bewährt haben. Die guten Erfahrungen mit dem Kümmel sollten dabei zum Tragen kommen. Dann sollte einer allmählichen Rückkehr zu einer freien und unbelasteten Stimme samt einer gesunden Lunge nichts mehr hinderlich sein. Immerhin stehen der hohe Sommer und dazu noch die Ferien direkt vor der Haustür.

 

Abendlicher Trunk 

3 Teelöffel voll Kümmelkörner, die zuvor in einem Mörser leicht angestoßen wurden, mit 1/4 Liter Milch übergießen. Beides zusammen kurz aufkochen und dann zugedeckt 15 Minuten langziehen lassen. Zum Schluss abseihen. Diesen Trunk am besten abends vor dem Schlafengehen schluckweise zu sich nehmen. Das kann mithelfen, dass sich während des Schlafes Stimmbänder, Hals und die Bronchien von den Strapazen einer Erkältung erholen. www.kraeuterpfarrer.at

Kümmel (Carum carvi) @ pixabay