Entspannend und heilsam zugleich

Ein Bad mit Mädesüß

Wetterumschwünge, Sorgen oder einfach nur ein verspannter Rücken können dazu beitragen, dass wir uns insgesamt nicht wohl fühlen. Manchmal genügt dazu schon der sprichwörtliche falsche Fuß, mit dem jemand aus dem Bett steigt. Nun gut, das Leben hat selbstverständlich auch viele schöne Seiten, die wir nur allzu oft übersehen. Dazu gehört sicher der Umstand, dass auf der Welt Lebewesen existieren, die uns helfen. Dies sind insbesondere die Pflanzen. Schauen wir also wieder einmal auf das Mädesüß (Filipendula ulmaria). Dieses Rosengewächs begleitet die Bäche und Flüsse an ihren feuchten Ufern und findet sich ebenso in nassen Gräben und Wiesensenken. Flavonoide und Salicylsäureverbindungen zeichnen dieses Gewächs aus. Seit Generationen wurde das Mädesüß bei unterschiedlichen Anlässen verwendet. Gerne sind Speisen und Getränke damit aromatisiert worden. Darüber hinaus diente es seit eh und je, um Schmerzen zu lindern und Entzündungen zu verringern. In diesem Sinne kann das Mädesüß auch heute herangezogen werden. Die eingangs erwähnten misslichen Lagen führen nicht selten dazu, dass sich bei den Leidtragenden ein leichtes Kopfweh einstellt. Da ist guter Rat oft teuer. So soll das Mädesüß heute ganz praktisch empfohlen werden. Eine äußerliche Anwendung kann man in den meisten Fällen bedenkenlos durchführen, vor allem dann, wenn es sich lediglich um ein Kräuterbad handelt. Trotzdem sollte jemand dies nur machen, insofern keine Unverträglichkeit gegenüber dem Mädesüß vorliegt.

 

Anreicherung fürs Badewasser

Vom getrockneten und zerkleinerten Kraut, vor allem den Blättern und Blüten des Mädesüß ca. 100 g mit 3 Liter kaltem Wasser übergießen und kurz aufkochen. 20 Minuten zugedeckt ziehen lassen, ehe es ans Abseihen geht. Den Teeabsud in eine bereits mit warmem Wasser gefüllte Wanne leeren und 20 Minuten darin baden. Das ergibt eine entspannende Wohltat und kann mithelfen, Kopfschmerzen erträglicher zu machen. Die Haut wird so ebenfalls gestärkt, vor allem dann, wenn sie entzündete Stellen aufweist. www.kraeuterpfarrer.at

Mädsüß oder Wiesenkönigin (Filipendula ulmaria) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Energie sammeln

Tee mit Ackerstiefmütterchen

Es gibt durchaus Heilkräuter, die im Hinblick auf die Intensität unserer Aufmerksamkeit leicht ins Hintertreffen gelangen können. Wir sagen dann, dass wir eine Pflanze sehr stiefmütterlich behandeln. Nun gut, wenn uns die Sprache schon ein Hölzerl zuwirft, dann will ich es gleich ergreifen und den Namen eines Gewächses mit der heutigen Empfehlung verbinden. So soll wieder einmal auf das Ackerstiefmütterchen (Viola tricolor) verwiesen werden, das ganz praktisch verwendet werden kann. Die Inhaltsstoffe, die sich im blühenden Grün des Veilchengewächses befinden, sind vor allem Flavonoide, Schleimstoffe und Glykoside. Die schmucke Blume auf den Feldrändern ist also nicht bloß schön anzusehen, sondern wirkt sich ebenfalls positiv auf unsere Physis aus. Das trifft z. B. auf die Haut zu. Darüber hinaus profitiert aber ebenso die seelische Verfassung, die aufgrund mancherlei Krankheiten niedergedrückt sein kann. Herzbeschwerden können zudem zu einem erhöhten Auftreten von Angstgefühlen führen, die auf irgendeine Weise nach einer Ableitung suchen. Oder denken wir an angeschlagene Atemwege. Sie belasten ebenso das Gemüt. Im Ackerstiefmütterchen finden wir eine gute Freundin, die in der freien Natur perfekt ihre Existenz an kargen Standorten meistert. Das ist meiner Meinung nach ein Verweis darauf, dass wir auf dieses Geschöpf Gottes zurückgreifen dürfen, wenn wir über dem Himmel des Alltags die Wolken aufziehen sehen. Vertrauen wir also auf das, was ohnehin oft am Wegrand auf uns wartet, ob wir es nun beachten oder nicht.

 

Aufguss zubereiten 

Vom Ackerstiefmütterchen 2 Teelöffel voll getrocknetes und zerkleinertes Kraut mit 1/4 Liter siedendem Wasser übergießen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, dann den Aufguss abseihen. Von diesem Tee in der Früh und am Abend jeweils 1 Tasse trinken. Das kann mithelfen, die Nerven zu stärken und einen ruhigen, tiefen Schlaf in die Wege zu leiten. www.kraeuterpfarrer.at

Acker-Stiefmütterchen oder Wildes Stiefmütterchen (Viola tricolor) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Juckreiz als Anlass

Zur Alantwurzel greifen

Wie wohl sich jemand in seiner eigenen Haut fühlt, kommt auf die gesamten Lebensumstände an, die sich das eine Mal abrupt verschlechtern oder ein andermal eben auch eine Wende zum Guten und somit zum Entspannten vollziehen können. Es ist bestimmt den meisten kein Geheimnis, dass sich sämtliche psychischen Regungen des Menschen in irgendeiner Weise auf die Physis niederschlagen und dort bemerkbar machen. Da ich heute die Aufmerksamkeit auf den Alant (Inula helenium) hinzulenken trachte, soll gleichzeitig die Haut besonders ins Blickfeld rücken. Das flächenmäßig größte Organ unseres Körpers ist oftmals ein so genannter Seismograph des seelischen Befindens. Andererseits sind dort auch Veränderungen und Leiden zu entdecken, die eine andere Ursache haben. Wenn schon kein Ausschlag oder keine vermehrte Schuppenbildung als Symptome vorliegen, so ist ein Juckreiz auf der Haut ein weiterer unangenehmer Zustand. Um hierin eine Hilfe zu finden, steht uns der Alant zur Verfügung, genauer dessen Wurzel. Darin bergen sich wertvolle Inhaltsstoffe wie etwa das namensgebende Inulin, ätherisches Öl, Harze, Bitterstoffe, Terpene und Pektin. Um nun also die Haut bei einem länger auftretenden Juckreiz – dazu zählt übrigens auch das Altersjucken – mithilfe einer pflanzlichen Methode zu begleiten und zu unterstützen, möchte ich einmal mehr den Wert der Alantwurzel aufzeigen. Jetzt im Herbst ist zudem die rechte Zeit, um zur Ernte des unterirdischen Wuchsteiles des Korbblütlers zu schreiten. Damit lässt sich auch gleich etwas Konkretes anrichten, zum Wohle der Haut.

 

Ansatz der Wurzel 

Von der gereinigten und kleingeschnittenen Wurzel des Alants 2 Esslöffel voll am besten am Abend mit 1/2 Liter kaltem Wasser übergießen. Über Nacht stehen lassen und am Morgen gut erwärmen, aber nicht kochen. Kurz ziehen lassen und dann abseihen. Die Hälfte des Ergebnisses leert man in eine Schale und trinkt den Tee schluckweise. Mit dem Rest mithilfe eines Waschlappens den Körper abreiben. So kann es möglich sein, einen vorliegenden Juckreiz zu lindern. www.kraeuterpfarrer.at

Alant mit Wurzel und Details (Inula helenium) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Für Massagen

Heidekraut ansetzen

Hilf dir selbst, so hilft dir Gott! Dieser Satz klingt wohl vielen als sehr bekannt in den Ohren. Es ist die Aufforderung, sein Schicksal so gut wie möglich selbst in die Hand zu nehmen. Es war der deutsche Dichter Justus Georg Schottelius (1612 – 1676), der diese Redewendung in unserer Sprache formulierte. Die Intention dieser Aussage kannte jedoch bereits die Antike. Nun, dann wollen wir ihr auch folgen! Es ist nämlich durchaus möglich, im eigenen Lebensbereich zu den so genannten Hausmitteln zu greifen. Das Heidekraut (Calluna vulgaris) bietet sich nun förmlich an, zählt es doch zu den Spätblühern der heimischen Vegetationsphase. Zu ihren Inhaltsstoffen gehören unter anderem Gerb- und Mineralstoffe sowie Saponine. Im Bezug auf eine Selbsthilfe, die auf eine geschmeidigere Struktur der Haut abzielt, kann die Initiative darin bestehen, dass jemand sich die Vorzüge des genügsamen Gewächses zunutze macht. Dafür wird das Kraut selbst benötigt, weiters das geeignete pflanzliche Öl und noch ein wenig Geduld. Gerade, wenn nun die Abende wieder länger werden und es gut tut, den Tag gemütlich und entspannt ausklingen zu lassen, ist vielleicht eine Massage genau das Richtige. Gewiss ist es dann besser, selbst dabei passiv zu bleiben. Aber mit dem Öl gelingt es zumindest, auch selbst z. B. eine Einreibung zu vollziehen oder schlicht und einfach die Füße gut zu massieren. Und eines noch: bei jeder Maßnahme der Pflege, die mithilfe der wertvollen Pflanzen angewendet wird, bleibt man nicht alleine. Es ist die Kraft der Natur, die uns durch die guten Effekte der Geschöpfe Gottes dann durch den Alltag begleitet.

 

Massage-Öl selbst gemacht 

Von getrockneten und zerkleinerten blühenden Triebspitzen des Heidekrautes 4 Esslöffel voll mit 1/4 Liter kaltgepresstem Oliven- oder Mandelöl übergießen. 14 Tage lang in einem verschlossenen Glasgefäß auf eine Fensterbank stellen. Täglich durchschütteln. Zum Schluss abseihen und den Rückstand des Heidekrautes zusätzlich auspressen. Das fertige Massage-Öl kühl und lichtgeschützt lagern. Für eine gelegentliche Haut- oder Fußmassage am Abend ist dieser Ölansatz genau das Richtige. Es verhilft zu einer geschmeidigen Haut und einer genüsslichen Entspannung. www.kraeuterpfarrer.at

Heidekraut oder Besenheide (Calluna vulgaris) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Profit vom Nussbaum

Walnüsse erneut schätzen

Bis zum Weihnachtsfest dauert es noch etwas mehr als drei Monate. Daher ist es vielleicht verwunderlich, dass meine heutigen Gedanken zu den Christbäumen hin wandern, die in bereits historischer Vergangenheit die Stuben rund um den kalendarischen Jahreswechsel schmückten. Deren Zweige wurden nämlich in Ermangelung von Lametta und elektrischen Lichterketten mit den Reserven geschmückt, die der Garten des Herbstes zur Verfügung stellte. Die Walnüsse (Juglans regia) zählten hierbei zu den Favoriten des Behanges der Nadelbäume. Nun, ich denke, das weiß jeder, dass wir nicht bis Weihnachten zu warten brauchen, um heutzutage eine Spezialität der Natur zu genießen. Vielmehr trägt der Einzug des Herbstes dazu bei, dass sich unter den Walnussbäumen Geschenke für unsere Gesundheit befinden. Viele Nährstoffe wie etwa Vitamine und Mineralsubstanzen sind in den Nusskernen eingelagert. Ungesättigte Fettsäuren sorgen zudem dafür, dass der Körper durch deren Genuss nicht zu schädlichen Ablagerungen in den Gefäßen neigt. Untersuchungen haben einen blutdrucksenkenden Effekt aufgezeigt, der mit dem Verzehr der Nüsse in Verbindung gebracht werden kann. Wenn nun schon der September sein Füllhorn ausschüttet, dürfen viele sich aus dem reichen Angebot der Natur bewusst die Walnüsse herausklauben. Es gibt ja immer wieder die Gelegenheit, sie in den täglichen bzw. wöchentlichen Speiseplan zu integrieren. Überlassen wir die Energiequellen aus dem Garten nicht bloß den Eichkätzchen, die sehr wohl um das hohe Gut der Walnüsse Bescheid wissen dürften.

 

Geriebene Nüsse

Wer im Herbst Walnüsse erntet, achte sorgfältig auf ein gründliches Durchtrocknen derselben. Die Nusskerne können in den folgenden Monaten gerieben und zu sich genommen werden. Ein paar Teelöffel davon stellen bereits eine konkrete Unterstützung des eigenen Wohlbefindens dar. Der mäßige Genuss von Walnüssen kann dazu beitragen, einen erhöhten Blutdruck wieder ausgleichen zu helfen. Zudem tut dies den Denk- und Konzentrationsprozessen des Gehirns gut. www.kraeuterpfarrer.at

Walnuss (Juglans regia) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Hilfe für Atmung und Verdauung

Meisterwurz stärkt beide

Unser Land ist reich an historischen Bauten. Viele Klöster, Burgen und Schlösser zeugen mit ihrer Architektur und ihren Kunstschätzen von einer hohen Kultur und gleichzeitig von bewegten Zeiten. Was Österreich zudem liebenswert und wertvoll macht, sind die Pflanzen, die ebenso eine historische Tradition der Verwendung haben. Ein erhabenes Beispiel dafür stellt die Meisterwurz (Peucedanum ostruthium) dar. Ihr ursprünglicher Standort findet sich auf bergigen Höhen in den alpinen Regionen Europas. Ihr Aussehen wird von den aufgefächerten Blättern bestimmt und von schirmartigen Doldenblüten gleichsam bekrönt. Es ist vor allem die Wurzel des Gewächses, die seit jeher Verwendung fand. Die Heilwirkung beruht auf ihrem hohen Gehalt an ätherischen Ölen, Gerb- und Bitterstoffen. Somit können wir davon ausgehen, dass der Gebrauch der Meisterwurz in erster Linie die Verdauung in unserem Körper unterstützt. Funktioniert diese nur mäßig und langsam, so können u. a. unangenehme Blähungen die Folge sein. Zusätzlich kann die Wurzel von den Bergen aber auch die Lunge stärken. So können wir im Hinblick auf die kommende kalte Jahreszeit Vorsorge treffen. Mit der Meisterwurz liegt eine Möglichkeit vor, um der Besserung eines angeschlagenen Gesundheitszustandes eine Begleitung bereitzustellen. Wer mit diesem Kraut noch keine Erfahrung gemacht hat, könnte darangehen, sich z. B. einen Aufguss zuzubereiten und ihn bei Bedarf zu verwenden.

 

Meisterwurz-Tee  

Die getrocknete Wurzel der Meisterwurz vorerst fein zerkleinern. Danach 1 gehäuften Teelöffel voll mit 1/4 Liter kaltem Wasser übergießen. 1 bis 2 Stunden stehen lassen und kurz aufkochen. Noch 5 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen. Langsam schluckweise trinken. Vom Süßen des Tees Abstand nehmen. Das kann ein hilfreicher Beitrag sein, um hartnäckigen Schleim in der Lunge zu lösen und einen unpässlichen Magen zu beruhigen. www.kraeuterpfarrer.at

Meisterwurz (Peucedanum oder Imperatoria ostruthium) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Tagestee für die Atemwege

Lavendel stärkt auch das Herz

Rückbesinnung und Zukunftsplanung müssen einander nicht unbedingt widersprechen. Beides kann sich ergänzen und sogar in eins geführt werden. Anlass dafür ist u. a. das Bemühen um ein besseres Wohlergehen. Denn wir brauchen öfter als wir es meinen eine Unterstützung in körperlichen und physischen Belangen unserer Tage. Und wie immer darf hierfür auch in die Schatzkammer der Pflanzenwelt zurückgegriffen werden. Der Lavendel (Lavandula angustifolia) soll einmal mehr herausgehoben werden, da er nicht bloß liebenswert sondern ebenso wertvoll und vor allem nützlich ist. Der Lippenblütler von mediterraner Herkunft hat hierzulande ohnehin seit Langem unsere Gärten und Blumenbeete entlang von Straßen und Gehwegen erobert. Darüber freut sich übrigens auch die Bienenwelt mitsamt anderen fliegenden und nektarhungrigen Insekten. Der Duft der Blüten gibt schon einen Verweis auf das ätherische Öl, das sich als Inhaltsstoff in den Wuchsteilen des Lavendels befindet. Flavonoide, Gerbstoffe und Cumarine sind ebenfalls dort eingelagert. Heute möchte ich dazu einladen, dieses Heilkraut für eine private und häusliche Kur in Betracht zu ziehen. Es kommt nicht selten vor, dass sich Probleme mit den Atemwegen lange dahinziehen und zu einem chronischen Leiden entwickeln. Das kann bei Schnupfen ebenso der Fall sein wie auch bei Bronchitis und Asthma. Andererseits gibt es vorübergehende Beschwerden, wie etwa nervöse Anspannungen, die sich auch belastend auf das Herz auswirken können. Vielleicht kann in diesen Fällen der Lavendel ein guter Begleiter sein.

 

Tee in der Thermosflasche

Von getrockneten Blüten des Lavendels reichen 3 Esslöffel voll, die mit 1 Liter kochendem Wasser übergossen werden. Danach 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, ehe der fertige Tee abgeseiht wird. Mit etwas Honig süßen und in eine Thermosflasche füllen. Tagsüber zu Hause oder am Arbeitsplatz schluckweise trinken. Das stellt eine unterstützende Begleitung für angeschlagene Atemwege dar, stärkt das Nervenkostüm und somit auch das Herz. Am besten 3 Wochen lang konsequent praktizieren. www.kraeuterpfarrer.at

Lavendel, grüner Buschen mit Einzelblüte (Lavandula angustifolia) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Gesunde Naturkraft

Sauerkraut als Fitmacher 

In Zeiten, in denen Rohstoffe entweder teurer werden oder bei deren Beschaffung Lieferengpässe auftreten, muss überall der Rechenstift angesetzt werden. Schließlich soll ein geschicktes Wirtschaften das Überleben von Firmen und Betrieben sichern. Das kommt auch dem Erhalt der Arbeitsplätze zugute. Aber Geld, Kapital und Anlagen dürfen immer in Relation zu allen anderen Wirklichkeiten der Welt gesehen werden. So ist es allemal wichtiger, für eine gute Gesundheit vorzusorgen. Im Sauerkraut mag der eine oder die andere eine willkommene Abwechslung auf dem Speisetisch entdecken. Es steckt aber viel mehr in dieser Reserve aus dem Fass. Früher war es eigentlich selbstverständlich, dass viele Haushalte in Eigenregie dafür sorgten, im Herbst das Kraut einzuschneiden, es einzustampfen und sich nach vollzogener Gärung nach und nach des bekömmlichen Sauerkrautes je nach Bedarf zu bedienen. Mit dessen Verzehr steht nämlich auch die Aufnahme von verschiedensten Inhaltsstoffen in Verbindung, die der Körper je neu benötigt. Dazu zählen vor allem eine Reihe von Vitaminen, Mineralstoffe und zudem Antioxidantien. Ein zusätzlicher Vorteil, der in dem aufbereiteten Kraut steckt, ist die Tatsache, dass es praktisch frei von Fett ist. In Zeiten, in der nach wie vor die Berichterstattung über ansteckende Krankheiten die Schlagzeilen bestimmt, ist es umso wichtiger, die gute Funktion des Darmes nach Möglichkeit zu fördern. Denn in ihm befindet sich der Sitz eines starken und ausgewogenen Immunsystems. Es wird wohl niemand in Zweifel ziehen wollen, dass die intakte Abwehrkraft des Leibes die beste Vorsorge für eine gesunde Zukunft ist. Und dafür kann jeder konkret etwas tun.

 

Rohes Sauerkraut 

Am besten nimmt man rohes Sauerkraut rund um die Mittagszeit oder am Nachmittag zu sich. Dafür reichen geringe Portionen wie etwa ein paar Esslöffel voll. So bekommt der Darm die wichtigen Ballaststoffe geliefert und der ganze Körper die Vitalstoffe, die er zur täglichen Regenerierung braucht. Wer jedoch das rohe Sauerkraut nur schlecht verträgt, sollte folglich sparsam damit umgehen. Beim Einkauf desselben ruhig auf eine biologische Herstellung der Ware achten. www.kraeuterpfarrer.at

Sauerkraut ⓒ wikipedia/Forest-&-Kim-Starr

Pflanzliche Reinigungskraft

Nicht umsonst im Seifenkraut

Wer vor dem Fernseher sitzt und sich womöglich durch die Programme zappt, der stößt unwillkürlich auf die eine oder andere Werbeeinschaltung. Alles Mögliche wird dort mit oft gewieften visuellen und akustischen Effekten angepriesen. Reinigende Mittel für Haut, Haare und Wäsche dürfen dabei auf keinen Fall fehlen. Vom Bildschirm weg möchte ich heute jedoch einen Schwenk Richtung Mutter Natur machen. Ich begebe mich an feuchte Stellen entlang so mancher Flussufer und entdecke dort das Seifenkraut (Saponaria officinalis). Diese zu den Nelkengewächsen zählende Pflanze kommt in Europa und in Asien recht häufig vor. Gezüchtete Formen davon werden gerne als Zierde in den Gärten auf die Beete gesetzt. Die Blüten des Seifenkrautes besitzen einen parfumartigen Duft und geben so schon einen indirekten Verweis auf die pflegende Kraft, die vor allem in den Wurzeln steckt. Dort findet sich ein hoher Anteil an den namensgebenden Saponinen, die man auch als Seifenstoffe bezeichnet. Daraus folgt der logische Schluss, dass man dieses Heilgewächs vor allem äußerlich verwenden kann, um eben auf eine natürliche Weise Waschungen und Reinigungsvorgänge damit durchzuführen. Darüber haben schon unsere Vorfahren Bescheid gewusst. Heute möchte ich diesen Vorteil aber all jenen vor Augen führen, die Probleme mit ihrer eigenen Haut haben und dabei womöglich gar unter chronischen Beschwerden leiden. Ein Ansatz mit der Seifenkrautwurzel, die wiederum im späten Herbst ausgegraben und getrocknet werden kann, stellt eine natürliche begleitende Maßnahme dar, die in den meisten Fällen auch gut vertragen wird.

 

Abendliche Abreibung

Von getrockneter und zerkleinerter Wurzel des Seifenkrautes 2 gehäufte Teelöffel voll mit 1/2 Liter kaltem Wasser übergießen. Ca. 3 Stunden lang stehen lassen, öfters umrühren. Danach stark erwärmen, ohne dass der Ansatz zu kochen beginnt. Abseihen, überkühlen lassen. Einen Waschlappen mit dem lauwarmen Seifenkrautwasser tränken und den gesamten Körper damit gründlich abreiben. Dies stellt eine sanfte Pflege für die Haut dar. www.kraeuterpfarrer.at

Seifenkraut (Saponaria officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Fürs Radfahren und Wandern

Blutweiderich aufgieße 

Wer viel mit dem Auto unterwegs ist, verbringt etliche Zeit auf den Straßen. Immer ist es geboten, ein waches Auge zu haben und vor allem rücksichtsvoll die Strecken zu bewältigen. Solange es der Herbst mit angenehm warmen Temperaturen zulässt, sind gerade auf den Fahrbahnen am Land etliche Radfahrer anzutreffen. Einerseits trainieren einige davon für sportliche Wettbewerbe und andere wollen die Gegenden genießen, indem sie in die Pedale treten und so für ausreichend Bewegung sorgen. Der Blutweiderich (Lythrum salicaria) mit seinen purpurroten Blütenkerzen kann bei dieser Gelegenheit einerseits mit den Augen entdeckt werden, hat andererseits aber ebenso einen dienlichen Zweck, der einer herausgeforderten Physis zugutekommt. Dieses Gewächs ist vor allem an den Ufern von Bächen und Flüssen, von Seen und Teichen zu finden, wächst aber zudem in feuchten Gräben neben Wiesen und Äckern. Gerb- und Bitterstoffe, ätherisches Öl und Glykoside zählen zu seinen Inhaltsstoffen. Daraus resultieren u. a. zusammenziehende Eigenschaften. Diese wirken sich generell aktivierend auf die Körperzellen aus. Wer sich nun im Herbst auf eine Radtour oder eine ausgedehnte Wanderung einlässt, ist sicher gut beraten, auch eine geeignete Flüssigkeit mitzunehmen, die unterwegs dann konsumiert wird. Dazu eignet sich durchaus ein Aufguss mit Kräutern. In der heutigen Empfehlung möchte ich für den Blutweiderich plädieren, der als heimische Pflanze so etwas wie einen Geheimtipp für Gesundheitsbewusste darstellen kann.

 

Getränk für unterwegs

2 Esslöffel voll getrocknete und zerkleinerte Blütentriebe vom Blutweiderich mit 1/2 Liter kochendem Wasser übergießen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Mit Honig und Zitronensaft ergänzen und in eine Thermosflasche füllen. Unterwegs schluckweise trinken, wenn eine längere Tour auf dem Rad oder zu Fuß bewältigt wird. Das erfrischt den gesamten Körper und aktiviert gleichzeitig seine Abwehrkräfte. www.kraeuterpfarrer.at

Blutweiderich (Lythrum salicaria) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya