Für den ganzen Organismus

Eichenblätter aufbereiten

Zu den Riesen im Pflanzenreich zählen ohne Zweifel die verschiedenen Bäume. Manche haben schon ein sehr hohes Alter am Buckel und werden sogar behördlich dermaßen hoch eingeschätzt, dass man sie in den Status eines Naturdenkmals erhebt und damit gleichsam adelt. In bewegten Zeiten wie den unsrigen tut es gut, auf etwas Beständiges blicken zu dürfen, das einem einen gewissen geistigen Halt bietet. Die Veteranen, von denen hier die Rede ist, sind da und dort knorrige Eichen (Quercus). In Österreich kennen wir die natürliche Präsenz der Stieleiche, der Traubeneiche, der Flaum- und der Zerreiche. Vor allem für forstliche Zwecke wird auch die vom nordamerikanischen Festland stammende Roteiche ausgepflanzt, die sich durch einen schnelleren Umtrieb gegenüber den anderen Arten auszeichnet. Ich jedoch möchte bei den Blättern der Eichen bleiben, vor allem betrifft dies das grüne Gewand der Stiel- und der Traubeneiche. Sie wagen sich nun nach und nach aus den Knospen heraus. Gerade dann, wenn sie noch ganz klein und weich sind, ist es möglich, sie bei einem Spaziergang von den dünnen Ästen herunter zu brechen und hernach im Mund eine Weile zu kauen. Das bringt ein für viele überraschendes positives Geschmackserlebnis mit sich, das ich nur empfehlen kann, selbst auszuprobieren. In den Eichenblättern sind wie auch in der Rinde Gerbstoffe enthalten, daneben noch wichtige Mineralsubstanzen wie Kalium und Calcium. Wenn sich nun die grünen Wuchsteile zur vollen Größe entwickelt haben, kann man sie auch ernten und gründlich durchtrocknen. Dies geschieht einerseits an einem zugigen Ort im Schatten und zum Abschluss bei ca. 40° C mittels künstlicher Wärmequelle wie z. B. einem Backrohr. Mit dem Ergebnis lässt sich ein Tee aufbrühen, der vor allem dem Knochenaufbau zugutekommt.

 

Nachschub an Calcium

Von getrockneten und zerkleinerten Eichenblättern nimmt man 1 vollen Esslöffel. Mit kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, dann abseihen. Davon trinkt man eine Zeitlang – höchstens 3 Wochen – 3 Tassen am Tag schluckweise vor den Mahlzeiten. Damit fördert man die Tätigkeit des Magen-Darm-Trakts durch die Zufuhr von Gerbstoffen. Zugleich erhält der Organismus einen Nachschub an pflanzlich aufbereitetem Calcium, das für einen gesunden Knochenaufbau förderlich ist und eine vorbeugende Maßnahme im Hinblick auf Osteoporose darstellen kann. www.kraeuterpfarrer.at

Eichenrinde mit Keimling (Quercus) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Für innen und außen

Odermennig hat viele Vorzüge

Vorsorge zu treffen, ist sicher eine gute Weise, um für viele Fälle gerüstet zu sein. Dazu zählen viele Maßnahmen, Haltungen und Tätigkeiten. Die schulische Ausbildung gehört meiner Meinung nach ebenso dazu wie etwa ein genügsamer Lebensstil. In Sachen Geld schadet es nicht, gut hauszuhalten und sparsam zu sein, ohne dabei gleich geizig oder raffgierig werden zu müssen. Wie überall kommt es auch hier auf das rechte Maß an. In Sachen Gesundheit stehen uns besonders die verschiedenen Kräuter zur Verfügung. Eins davon heißt Odermennig (Agrimonia eupatoria). Manchmal zucken die Leute mit der Schulter, wenn ich sie danach frage, ob sie denn dieses heilkräftige Gewächs kennen würden. Ein Grund mehr, um es hier wieder einmal an die Reihe zu nehmen. Der Odermennig zählt zur Familie der Rosengewächse. Er liebt die Sonne und trockene Böden. Die duftenden gelben Blüten stehen in einer langgezogenen Traube am Ende der Triebe. In seinen Wuchsteilen sind vor allem Bitter- und Gerbstoffe eingelagert sowie auch ätherisches Öl. Diese Pflanze gilt in der Erfahrung der Naturheilkunde als sanftes Leberkraut. In seinem Gebrauch wirkt es sich allgemein günstig auf den Stoffwechsel aus. Das kann man sich dann zunutze machen, wenn es Probleme mit der Gallenblase gibt oder wenn einem z. B. Gicht und Rheuma das Leben schwer machen. In allen physischen Leiden ist es in erster Linie angebracht, die ärztliche Kunst für sich selbst in Anspruch zu nehmen. Dem widerspricht in der Regel gar nicht ein begleitender und stärkender Gebrauch der Heilkräuter, sofern dies einem auch zuträglich ist. Vorsorge zu treffen, heißt für mich ebenso, um den Nutzen der Pflanzen zu wissen.

 

Ein Tee für die Körperpflege

Vom getrockneten und zerkleinerten Kraut des Odermennigs nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter kaltem Wasser übergießen, kurz aufkochen und noch 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Bei unreiner Haut und bei juckenden Hautausschlägen kann man sich z. B. der doppelten Menge des Aufgusses bedienen. 1 Tasse trinkt man schluckweise und die andere Menge verdünnt man, um die Haut damit äußerlich abzuwaschen und in der warmen Zimmerluft von alleine trocknen zu lassen.  www.kraeuterpfarrer.at

Odermennig (Agrimonia eupatoria) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Neustart in Grünform

Der Lavendel stärkt den Willen

Wenn man das Wort Stau hört, bedeutet es meist nichts Gutes. Im Verkehrsfunk wird dieser Begriff wohl am meisten benutzt. Die neuralgischen Zonen in großen Städten und darum herum sind allen, die am Steuer sitzen, wohl hinlänglich bekannt, vor allem den Pendlern und LKW-Lenkern. Die Corona-Krise hat es aber auch mit sich gebracht, dass sich in der Erwartung vieler etwas angestaut hat: nämlich die Möglichkeit, etwas neu anzupacken, Läden und Kultureinrichtungen öffnen zu dürfen und vieles andere mehr. Daher sei heute meinerseits wieder einmal der Lavendel (Lavandula angustifolia) auf den Plan gerufen, der so vielen wohl vertraut ist. Dieses sympathische Gewächs ist aufs Erste gesehen mehr etwas für den Sommer. Doch besitzt seine Verwendung gerade jetzt eine aktuelle Gültigkeit. Gott sei Dank ist von der getrockneten Ware des Lippenblütlers noch genug vorhanden, sodass man nicht erst die kommende Vegetationsperiode abzuwarten hätte. Im Lavendel ist viel Gutes eingelagert wie etwa Cumarine, Gerbstoff, Flavonoide und vor allem ätherisches Öl. Durch sein heiteres Wesen, das er allein schon wegen seiner mediterranen Herkunft besitzt, hat er einen guten Einfluss auf unser Gemüt samt dem damit gepaarten Nervengeflecht. Darüber hinaus besitzt er ebenfalls Effekte, die einerseits der Verdauung und andererseits der Haut zugutekommen. Vergessen wir auch nicht auf den Duft, der den Blüten des Lavendels entströmt und mit dem man u. a. das Raumklima verbessern kann. Um nun den Stau an Erwartungen und Planungen gut und bedächtig abbauen zu können, ist es meiner Meinung nach nicht unklug, über die Physis den Geist zu animieren und in gute Bahnen hinein zu lenken. Und dazu ist es wiederum gut, öfter einmal eine Teepause einzulegen.

 

Das ganze Kraut aufgießen

Von einem Gemisch aus getrockneten Blüten, Blättern und Triebspitzen des Lavendels nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter siedendem Wasser übergießen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Dann abseihen und nach Belieben noch mit ein wenig Honig süßen. Um die eigene Befindlichkeit in angespannten Zeitphasen aufzubessern, kann man am Tag zwischendurch 2 bis 3 Tassen des Tees schluckweise zu sich nehmen. Das tut der Verdauung gut, dem Gemüt und zudem noch dem Willen zu einem Neuaufbruch in bessere Zeiten. www.kraeuterpfarrer.at

Lavendel, grüner Buschen mit Einzelblüte (Lavandula angustifolia) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Blätter als Linderung

Auflagen mit Huflattich

Je mehr es auf den Sommer zugeht, desto grüner wird es rundherum. Gewiss ist die Natur im Vergleich zum Vorjahr noch im Rückstand, was das Wachstum der Pflanzen betrifft. Regionale Trockenheit in Kombination mit eisiger Kälte wirkte wie eine Bremse auf den Austrieb der Gräser und Blätter. Aber bei vielen gab es dahingehend fast so etwas wie eine Unverdrossenheit. Die Blühphase des Huflattichs (Tussilago farfara) war meines Erachtens ein gutes Beispiel dafür. Wie jedes Jahr so konnte man auch heuer die goldgelben Blüten entdecken, die wie Sterne die sonst kahlen Halden und feuchten Bachufer zum Leuchten brachten und somit den beginnenden Frühling einläuteten. Jetzt ist von der schmückenden Pracht nichts mehr zu sehen. Mit der Zeit entwickeln sich aber die Blätter des zur großen Pflanzenfamilie der Korbblütler zählenden Gewächses. Diese sind hufförmig bzw. von fächeriger Gestalt und bedecken mit der Zeit in ihrer unmittelbaren Umgebung den Boden. In ihnen finden sich Inhaltsstoffe wie etwa Schleim- und Gerbstoffe sowie auch eine Anzahl pflanzlicher Säuren. Die Huflattichblätter sollen in der Regel lediglich für äußere Anwendungen herangezogen werden. Das kann man sich aber durchaus zunutze machen, um eine Linderung von Schmerzen anzustreben. All jene, die schon einmal Neuralgien oder Nervenschmerzen ertragen mussten, wissen wohl am besten, wie man sich bei derlei Leiden fühlt. Hermann-Josef Weidinger hat genau für diese misslichen Umstände ein Hausmittel überliefert, das direkt aus der Natur kommt. Ich möchte es heute dankbar aufgreifen und den Lesern und deren Interesse zur Verfügung stellen.

Erleichternde Maßnahme

Von frisch abgepflückten Blättern des Huflattichs, die man vorerst unter fließendem kaltem Wasser abwäscht, nimmt man eine ausreichende Menge. Dann zerstampft man das Huflattichgrün und legt es fingerdick auf die Stelle, die aufgrund einer Neuralgie oder entzündeter Nerven schmerzt. Mit einem geeigneten Leinentuch abdecken und eine Zeitlang einwirken lassen. Spätestens nach einer halben Stunde wieder entfernen. Bei Bedarf einfach wiederholen. www.kraeuterpfarrer.at

Huflattich mit Blüten und Blättern (Tussilago farfara) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Zarte Blütenblätter verwerten

Von den Kirschbäumen nehmen

Alles, was schön und angenehm ist, möchten wir gerne für länger festhalten und zum Bleiben einladen. Doch wissen wir nur allzu gut, dass es gilt, den richtigen Moment und den aufblitzenden Augenblick zu nutzen, damit unser Leben bereichert wird. Nach und nach entdecken wir an Bäumen und Sträuchern eine Pracht, die meist weiß aufstrahlt und oft nur ein paar Tage lang währt. Das ist auch bei den Kirschbäumen (Prunus avium) der Fall, die als wilde Art, den Vogelkirschen, in Mischwäldern für Abwechslung sorgen oder in veredelter Form in Gärten und an Straßenrändern gepflanzt werden, damit man schließlich die Früchte als delikates Steinobst genießen oder eine Maische damit ansetzen kann, deren Ergebnis als qualitätsvoller Kirschbrand in den Flaschen landet. Von vorübergehender Dauer ist die Zeit der Blüte dieser beliebten Pflanzen. Die Bienen sind darüber hoch erfreut, solange sich daraus ein nährender Nektar entnehmen lässt. Sie stürmen dann die Kirschbäume zu Tausenden, was man beim Vorübergehen wohl nicht überhören wird. Die Blüten können jedoch ebenso von uns Menschen genutzt werden. Wie auch bei anderen Rosengewächsen, zu deren Familie übrigens desgleichen die Kirschen zählen, sind in ihren Kronblättern ätherisches Öl und Gerbstoffe enthalten, die sich u. a. förderlich auf die Struktur unserer Haut auswirken können. Will man also ein kleinwenig von der Schönheit der Gartenherrlichkeit profitieren, so ist es klug, sich gegenwärtig ihrer zu bedienen und in einem Hausmittel für einen mehrmaligen Gebrauch haltbar zu machen. Mit etwas Geduld und Ausdauer bekommt man durch das einfühlsame Abzupfen der Blüten eine Menge zusammen, die dafür ausreicht.

Kirschblüten-Ansatz herstellen

4 bis 5 Hände voll frisch abgepflückter Blüten der Kirschen werden mit 3/4 Liter kochendem Wasser überbrüht. Danach auskühlen lassen und abseihen. 1/4 Liter hochprozentiger Alkohol wird jetzt noch zur wässrigen Flüssigkeit gefügt, bevor man beides zusammen in einer verschlossenen Flasche 14 Tage lang auf dem Fensterbrett stehen lässt. Das Ergebnis kann danach für 4 Bäder als Zusatz verendet werden, die man in einem Abstand von je 3 Tagen abends durchführt, um so die Haut frühlingsfit zu machen. www.kraeuterpfarrer.at

Kirschen, Blüten und Früchte (Prunus avium) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Die Kopfhaare aufbessern

Den Lebensbaum nutzen 

Eine Pflanze, die gar nicht so selten bei gewitzten Vorträgen von Kabarettisten zu Ehren kommt, spaltet die Nation aufgrund ihrer Verwendung und somit ihres häufigen Vorkommens entlang von Gartenzäunen und Grundstücksgrenzen. Ich meine, sie ist auch eine der zahlreichsten Gewächse, die man in den Abteilungen für Bäume und Sträucher in Gartenmärkten finden kann. Viele haben eine ganz unterschiedliche Meinung dazu, wenn sie entweder Thujen stehen sehen oder selber pflanzen. Ja, der Abendländische Lebensbaum (Thuja occidentalis), auf den ich mich unter den verschiedenen Arten der vornehmlich in Nordamerika und Ostasien natürlich vorkommenden Bäume beschränken möchte, ist aus einer Siedlung mit Gärten rund um die Häuser nicht mehr wegzudenken. Man könnte nun eine seitenlange Abhandlung über Thujenliebhaber und Thujenhasser verfassen. Ehe dies geschieht, möchte ich auf die Inhaltsstoffe der immergrünen Pflanzen schauen. Harze, Gerbstoffe und ätherisches Öl mit dem namensgebenden Thujon sind darin eingelagert. Von einem inneren Gebrauch der Thujentriebe ist auf jeden Fall abzuraten. Jedoch hat Hermann- Josef Weidinger ein Hausmittel überliefert, das eine äußerliche Anwendung mit Thujenzweigen beinhaltet. Dabei geht es um eine Unterstützung der mehr oder weniger vorhandenen Haarespracht auf dem Kopf. Dazu muss man einen Kochtopf bereitstehen haben, ehe man den Tipp konkret umsetzt. Und eines noch zum Schluss: ich selbst finde Thujen nur als große Solitärbaume schön, wenn sie sich in Parks und Arboreten befinden. Im Garten sollten mehr die heimischen Arten den Vorzug bekommen.

Abkochung für die Haare 

Von frisch geschnittenen und kleingehackten Thujenzweigen nimmt man bloß 4 Esslöffel voll. Mit 1 Liter kaltem Wasser in einem Topf übergießen und ca. 10 Minuten lang aufkochen. Danach vom Herd nehmen und abseihen. Hat die Abkochung eine annehmbare Temperatur erreicht, kann man damit am Abend die Haare waschen. Das tut ihnen gut, vor allem dann, wenn sie trocken und glanzlos sind und noch dazu leicht ausfallen. Nur verwenden, wenn man diesem Vorschlag gegenüber keine Bedenken hat und auch keine Unverträglichkeit im Bezug auf den Hautkontakt mit Thujen aufweist. www.kraeuterpfarrer.at

Thuje / Lebensbaum (Thuja occidentalis)


Gut für die Nerven

Den duftenden Quendel genießen

Im Zuge der Pandemie, die wir zu meistern haben, richtet sich der Fokus der Aufmerksamkeit nun vermehrt auf das, was sich an so genannten Kollateralschäden und Folgen eingestellt hat. Dazu zählen nicht nur die vielerorts gebremsten Wirtschafts- und Handelsentwicklungen, sondern zunehmend auch die psychischen Veränderungen bei oft noch sehr jungen Mitmenschen. Ich fühle mich daher gedrängt, nun vermehrt auf die gottgegebenen Möglichkeiten zu verweisen, die in den Heilkräutern als konkrete Hilfen abgerufen werden können. Im Quendel (Thymus serpyllum) begegnet uns ein Heilgewächs, das den gegenwärtigen Anliegen durchaus gerecht werden kann. Durch seine magen- und nervenfreundlichen Eigenschaften stellt er ein brauchbares Stärkungsmittel dar. Ferner wirkt er krampflösend sowie beruhigend und nicht zuletzt auch auswurffördernd, wenn uns Entzündungen der Atemwege in Schach halten. Der Quendel ist ein Gewächs, das sich auf sonnigen Waldwiesen, Böschungen und Wegrändern wohlfühlt. Selbst in Felsspalten und auf alten Mauerbänken ist er zu finden. Eine Pflanze also, die mit wenig auskommt und dennoch Freude am Leben hat, stellt für mich allein durch ihr Wesen eine Wegweisung dar, die sich in unserer Lebensführung widerspiegeln kann. Und darüber hinaus ist es auch möglich, ein angespanntes Nervensystem zu stärken, wenn man auf den Quendel zurückgreift. Ätherisches Öl, Bitterstoffe, Flavonoide und Gerbsäure sind in den Trieben des Lippenblütlers neben anderen wertvollen Wirksubstanzen enthalten. Ein Grund mehr, um diese wilde Art des Thymians zu schätzen und mit ihm die Nerven zu unterstützen.

Aufguss zur Nervenstärkung 

2 Teelöffel voll von getrockneten und zerkleinerten blühenden Trieben des Quendels werden mit 1/4 Liter siedendem Wasser übergossen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Um angespannte Nerven zu festigen, trinkt man am besten morgens und abends je 1 Tasse davon. Um die Wirkung des Trunks zu steigern, gibt man den Saft einer halben Zitrone dazu und süßt ihn überdies mit ein wenig Honig. www.kraeuterpfarrer.at

Quendel oder Wilder Thymian (Thymus serpyllum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Gut schlafen gehen

Mit Weißer Taubnessel vorbereiten 

Ein geregelter Tagesablauf ist eine sehr feine Sache. Nicht nur, dass man sich schon auf vieles, was ansteht, einstellen kann. Es ist auch der Körper, der es einem mit guter und vitaler Funktion dankt, wenn man sich an einen Rhythmus hält, der einem schlicht und einfach gut tut. Gewiss ist das nicht immer leicht zu gewährleisten. Aber wenn die äußeren Umstände passen, dann sollte man durchaus darauf achten. Was hat nun die Weiße Taubnessel (Lamium album) damit zu tun? Nun, sie wächst oft auf stickstoffangereichertem Untergrund und sucht dort ihr Auskommen. Sie schreckt auch vor Halden nicht zurück, um sich dort auszubreiten. Dieser Lippenblütler zählt zur Schatzkammer der Natur, die man sozusagen bei Bedarf in Anspruch nehmen sollte. Die Inhaltsstoffe der Weißen Taubnessel sind eine Reihe von ätherischen Ölen, Glykosiden und Phenolsäuren. Man hat sie schon über Generationen verwendet, um ihre entkrampfenden und entzündungshemmenden, ihre immunstärkenden und keimabwehrenden Eigenschaften für die physische Ertüchtigung zu nutzen. Im Hinblick auf eine sich abwechselnde Zeit von Aktion und Ruhephasen ist sie dem Menschen überdies zuträglich. Ich meine damit konkret, dass man die Qualität des Schlafes verbessern kann, wenn man auf die Weiße Taubnessel zurückgreift. Denn ich denke, wir kennen es nur allzu gut, dass wir einfach nicht so gut drauf sind, wenn es an einem tiefen und erholsamen Schlaf fehlt. Ein Hausmittel, das heute präsentiert wird, soll dem abhelfen oder die Beschwerden, die es in diesem Zusammenhang gibt, zumindest mindern. Ich kann mir vorstellen, dass es nicht allzu viele gibt, die bisher mit der Weißen Taubnessel irgendwelche Erfahrungen gemacht haben. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert.

Aufguss vor dem Zubettgehen 

Vom blühenden Kraut der Weißen Taubnessel, entweder frisch oder getrocknet, nimmt man nach dem Zerkleinern 2 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Jetzt noch mit ein wenig Honig süßen. Schluckweise 1/2 Stunde vor dem Schlafengehen trinken, um so eine beruhigende Unterstützung in Empfang zu nehmen, die von der Weißen Taubnessel ausgeht. www.kraeuterpfarrer.at

Weiße Taubnessel (Lamium album) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Grüne Erfrischung

Im Gartenkerbel entdecken

Vitalität und ein gutes Wohlbefinden nehmen wohl bei uns allen einen hohen Stellenwert ein. Denn immerhin wollen wir zu Recht in unserem Leben glücklich sein und das eine oder andere verwirklichen. Gewiss ist es nicht selbstverständlich, auf der so genannten Butterseite des irdischen Daseins zu landen. Da dürfen wir ruhig mithelfen, damit ein Zustand eintritt, mit dem wir zufrieden sind. Die Pflanzen können uns auf diesem Weg so manche Stufe legen. Heute möchte ich einmal ein eher selten genanntes Gewürz anschauen. Es ist der Gartenkerbel (Anthriscus cerefolium). Er zählt zur Familie der Doldenblütengewächse und ist somit botanisch verwandt mit Fenchel, Anis und Kümmel. Beim Kerbel verwendet man vor allem das grüne und frische Kraut, in dem sich ätherisches Öl und Mineralstoffe befinden. Selbst Vitamine sind darin vorhanden, wie das bei vielen anderen Gewächsen ebenso der Fall ist, die sowohl für die Heilkunde als auch für den Gebrauch in der Küche herangezogen werden. Im Speziellen können wir durch den bewussten Einsatz von Kräutern mithelfen, die physische Befindlichkeit in einen ausbalancierten Zustand zu bringen. Dazu zählt, dass sich nach Möglichkeit keine übermäßigen Wasseransammlungen in dafür prädestinierten Zonen bilden wie z. B. im Unterbauch oder in den Beinen. Es ist generell von Vorteil, wenn eine gute Verdauung gegeben ist und damit auch ein geregelter Stoffwechsel vonstatten geht, der dazu beiträgt, die allgemeine Gesundheit besser aufrecht halten zu können. Deswegen sollen diese Zeilen erneut ein Plädoyer darstellen, das dazu einlädt, zur Abwechslung einmal auf den Kerbel zurückzugreifen.

Kerbel als Tee oder als Beigabe

Vom frischen und kleingeschnittenen Kraut des Gartenkerbels nimmt man 3 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Diesen Tee trinkt man dann gleich am Morgen. Das kann mithelfen, im Körper angestaute Flüssigkeiten auszuleiten und sich frischer zu fühlen. Die grünen Blätter eignen sich zudem, um einen Topfenkäse damit zu ergänzen, den man am Abend zur Mahlzeit aufs Brot streicht. www.kraeuterpfarrer.at

Kerbel oder Gartenkerbel (Anthriscus cerefolium) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Ablagerungen abbauen

Johannisbeer-Blätter dienen den Blutgefäßen

Wer sich mit der Traditionellen Medizin beschäftigt, die immer mehr zum Thema der Sorge rund um die Gesunderhaltung der Menschen wird, stößt sowohl auf dem europäischen Kontinent als auch im Fernen Osten auf ein einhelliges Credo (heißt so viel wie Glaubensbekenntnis): dieses bezieht sich auf die Aufnahme von Bitter- und Gerbstoffen. Geht man auf die Suche, um diese Substanzen in eingelagerter Form zu finden, landet man direkt bei verschiedenen Pflanzen. Eine davon steht ohnehin in vielen Gärten und heißt Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum). Jahr für Jahr fallen davon die bekannten dunklen Beeren ab, die man entweder gleich frisch zu sich nimmt oder verarbeitet. Aus einem Großteil dieser wohlschmeckenden Naturgaben wird Saft bzw. Marmelade hergestellt. Johannisbeeren beinhalten einen hohen Anteil an Vitamin C und wertvollen Spurenelementen. Die Blätter der fruchttragenden Sträucher spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Der Hauptinhaltsstoff dieser Wuchsteile sind nun die bereits angesprochenen Gerbstoffe. Darüber hinaus finden sich dort auch Flavonoide und Carbonsäuren vor. Mithilfe der Johannisbeer-Blätter ist es möglich, den allgemeinen Stoffwechsel im Organismus zu forcieren, was wiederum dazu führt, dass sich in den Blutgefäßen weniger Ablagerungen bilden. Arterienverkalkung oder Arteriosklerose sind die Begriffe, die in diesem Zusammenhang im täglichen Sprachgebrauch verwendet werden. Das detaillierte Wissen darüber bekommt man in den ärztlichen Praxen, wo die kompetenten Diagnosen über unseren tatsächlichen Gesundheitszustand erstellt werden können. Wer klug ist, der sorgt schon mit den wertvollen Kräutern vor, dass dort gute Nachrichten in Empfang genommen werden können.

Aufguss mit Blättern 

Von den getrockneten und zerkleinerten Blättern der Schwarzen Johannisbeeren nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Nach dem Abseihen den Tee am besten ungesüßt trinken. Durch die Gerbstoffe der Schwarzen Ribiselblätter kann man dafür Sorge tragen, dass der Stoffwechsel und der Blutumlauf unterstützt werden und es somit zu weniger Ablagerungen in den Gefäßen kommt. Bei einer Kur trinkt man 3 Wochen lang in der Früh und am Abend je 1 Tasse des Aufgusses. www.kraeuterpfarrer.at

Schwarze Johannisbeeren oder Ribisel (Ribes nigrum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya