Für Magen und Kopf

Den Kümmel nutzen

Bauchgefühl und rein rationales Denken scheinen einander zu widersprechen. Denn für viele ist offenkundig all das, was man nicht schwarz auf weiß irgendwo ablesen kann, gar nicht existent. Das Leben lehrt einen jedoch oft etwas anderes. Vor allem gibt es immer noch die Möglichkeit, beides miteinander zu verbinden. Das Wort „und“ sollte in vieler Hinsicht nicht unterschätzt werden. Schauen wir bloß auf den Körper, der uns als Person eine konkrete Form verleiht. Dort korrespondiert eigentlich alles miteinander. Im Kümmel (Carum carvi) finden wir übrigens einen brauchbaren Partner, durch dessen konkrete Verwendung wir auf diese Zusammenhänge aufmerksam werden können. Seit jeher schätzt man die Früchte des Doldenblütlers als Gewürz und gleichzeitig auch als Heilmittel. Für gewöhnlich ist der Kümmel eine zweijährige Pflanze. Im ersten Jahr entwickelt sich nur eine Blattrosette. Die wichtigsten Inhaltsstoffe der Kümmelkörner sind ätherisches Öl mit dem Hauptbestandteil Carvon (siehe wissenschaftlicher Name) und darüber hinaus fettes pflanzliches Öl, Eiweißsubstanzen und Gerbstoffe. Gerade bei Blähungen, Magen- und Darmkrämpfen empfiehlt es sich, auf den Kümmel bewusst zurückzugreifen, um den Verdauungstrakt zu beruhigen. Da kann man sich sogar helfen, indem man 1/2 Teelöffel davon einnimmt. Nach dem Essen von fetten und blähenden Speisen ist es überdies klug, sich einen Tee zuzubereiten und schluckweise zu trinken. Den Aufguss kann man sich auch mit Kümmelpulver anrichten, wobei man dann den Absud filtrieren sollte. Vom Bauch geht es aber jetzt zum Kopf. Dort wird manchmal ein leidlicher Umstand besonders spürbar. Die Rede ist von Migräne. Auch hierbei ist es möglich, den Nutzen des Kümmels zum Tragen zu bringen.

Wickel bei Kopfscherzen

Ein entsprechend großes Leinensäckchen füllt man vorerst zur Hälfte mit zerstoßenen Kümmelfrüchten. Dann zubinden und kurz in kochendes Wasser tauchen. Danach erträglich warm mit einer Kopfbinde auf der Stirn befestigen und sich eine Zeit der Ruhe gönnen. Untertags öfter erneuern, um wieder eine Linderung der Beschwerden herbeizuführen.

Kümmel (Carum carvi) ⓒ wikimedia.commons/Jerzy Opioła





Die Haut befreien

Zinnkraut & Co bei Mitessern

Im Laufe des Lebens nehmen wir uns selbst auf verschiedene Weise wahr. In den Monaten nach der Geburt ist das Tasten und Schmecken ganz wichtig. Der Gleichgewichtssinn kommt mit dem Gehen-Lernen an die Reihe. Und unser gesamtes Erscheinungsbild gerät mit der Pubertät immer mehr in den Fokus. Das ist gerade dann der Fall, wenn sich der Körper zum Erwachsensein hin mausert und unübersehbar umstellt. Das muss noch lange nicht bedeuten, dass die Betroffenen darüber unglücklich sein müssen. Im Reich der Pflanzen steht uns nämlich so manches zur Verfügung, was die Jugend gut begleiten kann. Das Zinnkraut (Equisetum arvense) ist für mich eine der zahlreichen Hilfen hierfür. Dieses Gewächs findet man vor allem in der Umgebung intensiv bewirtschafteter Ackerflächen. Dort besiedelt es gerne jene Stellen, an denen es aufgrund eines hohen Lehmgehaltes des Bodens zu Feuchtigkeitsstauungen kommt. Genau das mögen viele andere Pflanzen so gar nicht. Durch den hohen Anteil an Kieselsäure, der sich in den grünen Wuchsteilen des Zinnkrautes findet, kann man den Acker-Schachtelhalm – wie diese Pflanze noch genannt wird – insbesondere zur Unterstützung von den Haaren, der Nägel und eben der Haut unserer sichtbaren Physis heranziehen. In der Pubertät sind ja nur allzu oft die Pickel (umgangssprachlich: Wimmerl) zu beklagen, die ohne das Zutun der Jugendlichen von heute auf morgen auftreten können. Mit der hormonellen Umstellung geht nämlich auch ein erhöhter Fettgehalt der Haut einher, der das Entstehen der unangenehmen Erscheinungen auf der Haut fördert. Um das wieder zum Abebben zu bringen, sollte man die Möglichkeit nicht vergessen, das Zinnkraut zu verwenden. Damit geht man mithilfe einer pflanzlichen Anwendung sehr schonend mit dem Körper um.

Tee innerlich und äußerlich anwenden

Vom getrockneten und zerkleinerten Zinnkraut nimmt man 4 Esslöffel voll und übergießt diese Menge mit 1 Liter kaltem Wasser. 1 Stunde lang ansetzen und dann kurz aufkochen. 5 Minuten ziehen lassen und in eine Thermosflasche füllen. Tagsüber trinken und auch das Gesicht damit abreiben. Zusätzlich ist es nützlich, mit frisch gepresstem Gurkensaft die Haut abzuwaschen. Abends mit ein wenig Ringelblumensalbe einreiben.

Ackerschachtelhalm oder Zinnkraut (Equisetum arvense) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Von bleibender Schönheit

Efeu als Badezusatz

Wir wünschen uns nur allzu oft, dass etwas andauern sollte. Bei Schülern stehen da wohl die Ferien ganz oben auf einer derartigen Liste. Die Gesundheit ist ebenfalls ein Zustand, den wir nicht verlieren möchten. Und reifere Zeitgenossen sehnen sich womöglich nach einer beständigen jugendlichen Vitalität. Wir wissen leider nur zu gut, wie vergänglich all das sein kann. Bestimmte Pflanzen symbolisieren jedoch das Bleibende, ja, sogar das Ewige. Zu ihnen zählt der Efeu (Hedera helix), der an vielen Stellen wächst. Er fühlt sich vor allem dort wohl, wo er sich ungestört über alte Mauern oder entlang von alten Baumstämmen emporranken kann. Wenn sich nun im Herbst die Blätter von den Bäumen verabschieden, so ist ein solcher Vorgang am Efeu nicht zu bemerken. Selbst Frost und Schnee hindern ihn nicht daran, unverdrossen zu grünen und die kalte Jahreszeit unbeschadet zu überdauern. Der Efeu birgt in sich Flavonoide, Saponine und auch ätherische Öle. Man kann ihn im Hausgebrauch durchaus äußerlich verwenden. Präparate für die Unterstützung der Atemwege sollte man sich hingegen in den Apotheken besorgen. Aber bleiben wir heute bei der Haut, die ja wohlweislich einem ständigen Alterungsprozess unterworfen ist. Gewiss erneuern sich die Zellen der äußeren Schutzschicht des Körpers ebenfalls permanent, jedoch ist es gut, die Vorteile abzuschöpfen, die uns gerade in pflanzlichen Hilfen seitens der gottgeschaffenen Natur zur Verfügung stehen. Der Efeu ist bestens geeignet, um eine schwielige Haut aufzuweichen und geschwächte Zonen derselben wieder zu stärken. Am besten bereitet man einen Badezusatz zu, der dann auch noch eine entspannende Wirkung mit sich bringt.

Efeublätter aufbereiten

Die Blätter des Efeus lassen sich praktisch das ganze Jahr über ernten. Von diesen nimmt man 75 g und stellt sie in 2 Liter Wasser auf eine Herdplatte. Ca. 2 ½ Stunden lang auf Sparflamme stehen lassen und dann abseihen. In die bereits gefüllte Wanne dazugießen und 20 Minuten darin baden. Das stärkt die Haut im Allgemeinen, entspannt, lockert und hilft mit, schwielige Stellen aufzuweichen. Kann auch bei Hühneraugen öfters als Fußbad angewandt werden.

Efeu (Hedera helix) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Wirksam vorsorgen

Ganz einfach mit Salbei

Wenn wir in die Entwicklung unserer Lebenskultur so dreinschauen, bemerken wir mit einiger Aufmerksamkeit eine Entwicklung, über die wir ruhig ein Fragezeichen setzen dürfen: vieles muss schnell vonstatten gehen und einfach zu erledigen sein. Dieser Anspruch reicht hinein bis in die Weise, die täglichen Mahlzeiten zu sich zu nehmen bzw. zuzubereiten. Nicht umsonst gibt es daher Fastfood-Ketten. In der Sorge um die Gesundheit bedarf es einerseits einer Anstrengung und einer vernünftigen Zeitinvestition, andererseits ist das aber auch gar nicht schwer und ebenfalls bald erledigt. Der Salbei (Salvia officinalis) soll mir dabei helfen, das aufzuzeigen. Der sonnenliebende Lippenblütler ist in vielen Gärten ohnehin präsent und folglich fast jedermann bekannt. Er zeichnet sich durch ein charakteristisches Aroma aus, das man gleich feststellen kann, sobald man ein Blatt von einem Trieb abzupft und es zwischen den Fingern ein wenig zerreibt. Der Salbei ist reich an Inhaltsstoffen wie ätherisches Öl, Salziylsäure, Gerb- und Bitterstoffe, Flavonoide, Thymol und Thujon und viele andere mehr. Selbst Vitamine können in den Wuchsteilen nachgewiesen werden. Für gewöhnlich herrscht die Meinung vor, den Salbei erst dann zum Einsatz zu bringen, wenn sich bereits eine Erkältung oder ein Kratzen im Hals eingestellt hat. Aber es ist doch allemal besser, es gar nicht erst soweit kommen zu lassen. Daher sind all jene klug, die sich ab und zu ein Salbeiblatt beim Gang durch den Garten in den Mund stecken und es gründlich durchkauen, um die wohltuenden Substanzen des Salbeis gleich über die Mundschleimhaut wirken zu lassen. Momentan ist es aber mehr von Vorteil, die getrockneten Blätter des Heilkrautes zu verwenden. Denn noch ist es nicht zu spät, seine Abwehrkräfte zu stärken.

Salbeitee konsequent trinken

1 Esslöffel getrockneter und zerkleinerter Salbeiblätter wird mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergossen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Dann abseihen und auf Trinktemperatur auskühlen lassen. Diese Schale voll Tee nimmt man gleich in der Früh auf nüchternen Magen schluckweise zu sich. 3 Wochen lang praktizieren. Das kann mithelfen, eine Anfälligkeit für Erkältungen zu mindern und generell den Gesamtorganismus vor den Wintermonaten widerstandsfähiger zu machen.

Salbei mit Knospen und Einzelblüten ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Zum Tag des Apfels

Gesundheit frisch verkosten

Bewertungen und Rankings stehen hoch im Kurs. Schließlich muss man sich in vielen Belangen orientieren können, wohin der Trend der Zeit geht. Man will ja letztlich nicht ins Blitzblaue hinein planen und entwickeln. Gott sei Dank gibt es diese Art auch auf dem Gebiet der Gesundheit und der Ernährung. Somit ist hierzulande der 2. Freitag im November jeden Jahres dem Apfel (Malus domesticus) gewidmet. Er ist das beliebteste Obst der Österreicher. Das ist Grund genug, dass wir uns hier an dieser Stelle ebenfalls mit der gebührenden Aufmerksamkeit jenem Thema zuwenden. Die verschiedenen Sorten der Äpfel werden ja mit viel Aufwand von den heimischen Obstbauern genauso gepflegt und zum Fruchten gebracht wie eben auch vom Amateur im Schrebergarten. Im Apfel finden sich viele Vitamine, Spurenelemente und Ballaststoffe bzw. Pektine. Der Verzehr der Früchte ist also auf jeden Fall mit einem gesundheitlichen Mehrwert verbunden. Voraussetzung dafür ist bloß die Fähigkeit, die Äpfel auch physisch zu vertragen. Wenn jemand sich nun einen Apfel genüsslich aufschneidet, so bedenke man, dass in der Schale des Obstes sechs- bis achtmal soviel Vitamin C enthalten ist wie im Fruchtfleisch. Daher sollte man die äußere Haut also dranlassen und nicht abschälen. Viele Weisen gibt es, den Apfel in der Küche aufzubereiten. Der Phantasie sind hierbei sicher keine Grenzen gesetzt. Doch möchte ich heute dafür plädieren, die eben eingebrachte Apfelernte möglichst frisch aufzubrauchen. Damit lebt man der Saison entsprechend, fördert die regionale Produktion und macht es möglich, einen Beitrag zum Umweltschutz zu liefern. Denn wenn das heimische Obst Vorrang hat, wird man eher bereit sein, auf Exotisches zu verzichten, das über weite Wege transportiert und energiereich frisch gehalten werden muss. Wer den Apfel entsaftet und trinkt, braucht ohnehin eine entsprechende Menge dafür.

Saft frisch pressen und trinken

Wer ausreichend Äpfel bei sich zu Hause hat, kann diese aufschneiden und gleich auspressen. Alkoholfreier Apfelsaft wirkt nicht nur erfrischend, sondern auch nervenstärkend, darmreinigend und durststillend. Übrigens: auch das Fallobst kann bei entsprechendem Säubern noch dafür verwendet werden, sofern sich nichts Faules oder Schimmliges in der Frucht finden lässt. Täglich zwei bis drei Gläser Apfelsaft trinken.

2 Äpfel und Apfelhälfte ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Reinigung fürs Blut

Mit roten Rosen

Die Farben stellen eine ganz wichtige Komponente in vielen Belangen unseres Lebens dar. Sie verschönern, signalisieren etwas und stehen für ganz besondere Stimmungen und Anlässe. Gottseidank müssen wir uns nicht bloß in den Kategorien von Schwarz und Weiß aufhalten, geschweige denn die Welt danach einteilen und beurteilen. Wer könnte die mannigfaltigen Facetten des Daseins besser aufzeigen als die Natur? So gesehen möchte ich eine der erhabensten Farbträgerinnen heute herausgreifen, die uns oft in unmittelbarer Umgebung zur Verfügung stehen: die Gartenrosen, die vor allem rote Blüten hervorbringen. Es bedeutet wohl Eulen nach Athen zu tragen, wollte man einem Gartenliebhaber und darüber hinaus einem Fan von Rosen weismachen, welch Freude es bedeutet, die Frucht der Mühe und Pflege der einzelnen stacheligen Stauden in einer übervollen Pracht an Blüten entgegennehmen zu können. Was dabei aber nicht unter den Tisch fallen sollte, ist die Tatsache, dass auch unsere leibliche Gesundheit seitens der roten Rosen einen Gewinn vermittelt bekommen kann. Das beruht auf der Erkenntnis, dass sich in den Kelchblättern der Blüten antioxidative Substanzen und darüber hinaus auch Terpene befinden. Somit kann u. a. die Immunkraft des Organismus gestärkt werden. Die Nerven können damit ebenso eine Entspannung finden. Zu guter Letzt möchte ich noch anmerken, dass man dem Blut mithilfe der Rosen eine Reinigung zukommen lassen kann. Dieses Anliegen darf wohl zu jeder Jahreszeit hochgehalten werden. Also, wenn die Rosen auch schon verblüht sind und die Zweige für den Winter bereits zurechtgeschnitten wurden: in den getrockneten Blütenblättern dürfen wir weiterhin von der Anwesenheit der schönen Blumen profitieren.

Blütentee fürs Blut

Von den getrockneten und ein wenig zerkleinerten Blütenblättern der Sorten roter Gartenrosen nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Etwas Honig hineinrühren und dann schluckweise trinken. Jeweils 1 Tasse am Morgen und am Abend zu sich genommen, hilft mit, das Blut zu reinigen, Entspannung zu finden und die Abwehrkräfte des Körpers zu unterstützen. Am besten 3 Wochen lang durchführen.

Rote Rose ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Ein Tee als Schweißhemmer

Zum Ysop greifen

Wann wird es endlich wieder Winter, ein Winter wie er früher immer war? – so könnte man es für sich selbst in Anlehnung an Rudi Carrells Song für den Sommer trällern. Ich denke hierbei jedoch nicht an die Mühen, die mit dem Beseitigen von Schnee und Eis verbunden sind, noch an die große Gefahr vereister Gehsteige. Vielmehr geht es mir um Feuchtigkeitsreserven und eine gute Ausgewogenheit in der Natur, zu der nun einmal reichlicher Schnee und tiefe Außentemperaturen hierzulande dazugehören. Den meisten steht vielleicht der Sinn vielmehr nach dem Sommer. Mit dem Ysop (Hyssopus officinalis) schwenke ich auch gleich wieder zurück in die warme und heiße Zeit, die dieser mediterrane Lippenblütler ebenso ausgekostet haben mag wie unsereins. Dabei hat er die vorhandene – von der Sonne gelieferte – Energie genutzt, um sich im Inneren mit ätherischem Öl, verschiedenen Glykosiden und Flavonoiden, Apfelsäure und nicht zuletzt auch Gerbstoffen anzureichern. Mit dieser wirkstarken Mischung an Inhaltsstoffen dürfen wir selbst auch etwas anfangen. Als Gewürz kann der Ysop mit Maß und Ziel bei vielen Speisen verwendet werden. Er unterstützt sämtliche Vorgänge der Verdauung und des Stoffwechsels. Ein weiterer Aspekt sollte noch Beachtung finden, den man normalerweise nicht so sehr in den Winter verlegt: das übermäßige Transpirieren bzw. Schwitzen. Denn aufgrund vieler sehr warm geheizter Räume und Einkaufspassagen wird dieser unangenehme Umstand ganz leicht hervorgerufen. Neben vielen bekannten Vorgehensweisen, dagegen etwas zu tun, möchte ich zusätzlich die Möglichkeit aufzeigen, dem Zuviel an Schweiß von innen heraus entgegenzutreten. Dafür sollte man aber auch den Ysop zuvor aufnehmen. Mit ein wenig Geduld kann sich auch der ersehnte Erfolg einstellen.

Ysop-Tee regelmäßig trinken

Vom getrockneten und zerkleinerten Kraut des Ysops nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Dann abseihen und ungesüßt schluckweise trinken. Am besten nimmt man 3 Wochen lang jeweils in der Früh und am Abend 1 Tasse voll zu sich. Das kann mithelfen, den Schweiß zu mindern und stärkt allgemein den ganzen Organismus.

Ysop (Hyssopus officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Wohltat für den Kopf

Gänseblümchen erleichtern Schmerzen

Wodurch macht eine Pflanze auf sich aufmerksam? Die einen duften besonders stark, so dass man sie bereits aus einiger Entfernung wahrnimmt. Die meisten jedoch zieren sich mit herrlichen Blüten, die unsere Blicke in ihren Bann ziehen und eben weit besser sichtbar sind als etwa die Blätter, die oft mit dem Grün der benachbarten Gewächse verschmelzen. Die Gänseblümchen (Bellis perennis) liefern dafür ein gutes Beispiel. Ihre Blütenköpfe geben uns ein eindeutiges Signal des Vorhandenseins. Den Anregungen der so genannten Signaturenlehre folgend, dürfen wir ruhig den Schluss ziehen, dass ein Heilkraut mit einem schönen Kopf höchstwahrscheinlich Wirkstoffe in sich trägt, die dem menschlichen Haupt guttun. Bei Kopfschmerzen, die zu einem Großteil lediglich ein Symptom darstellen, darf man sich also fragen, wo denn die eigentlichen Ursachen für den misslichen Umstand liegen. Manchmal ist u. a. die Leber dafür verantwortlich, dass vermehrt Kopfweh auftritt. Bei einem so genannten „Kater“, der aus einem zu tiefen Blick ins Glas resultiert, braucht man wohl keine weitere Erklärung für seine Beschwerden. Dennoch gibt es zudem viele andere Gründe, warum die Leber beeinträchtigt oder geschwächt ist. In jedem Fall sollte man zwischen dem inneren Organ und dem Kopf in einer guten Weise vermitteln, bevor einem der Kopf zu „platzen“ droht. Eine intakte Funktion der Verdauungsorgane sollte uns auf jeden Fall am Herzen liegen. Im Gänseblümchen hat der Schöpfer dem Menschen eine probate Hilfe zur Seite gestellt, die man zu jeder Jahreszeit in Anspruch nehmen kann.

Blüten und Blätter aufgießen

2 Teelöffel voll getrockneter und zerkleinerter Blätter und Blüten der Gänseblümchen übergießt man mit 1/4 Liter kochendem Wasser und lässt beides zusammen 15 Minuten lang zugedeckt ziehen. Nach dem Abseihen schluckweise trinken, am besten in der Früh und am Abend1 Tasse, und zwar 1 Woche lang pro Monat. Diese Anwendung kann dazu beitragen, Kopfschmerzen zu mindern und unterstützt gleichzeitig die Tätigkeit der Leber.

Gänseblümchen (Bellis perennis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Für Magen und Darm

Blutweiderich vertreibt Keime

Oft kann es vorkommen, dass man sich auf Reisen erkältet oder gar eine Ansteckung mit nach Hause nimmt, die als Souvenir wohl gar nicht erwünscht ist. Das mag einen aber nicht verwundern, denn durch große Menschenansammlungen haben es Keime umso leichter, geeignete Wirte zu finden, die gerade in menschlicher Gestalt willkommen sind. Hoffentlich weiß jeder, der eine Reise in warme Gegenden antritt, in denen zusätzlich die Hygiene nicht allzu groß geschrieben wird, um die vorbeugenden Maßnahmen bis hin zu den nötigen Impfungen. Der Blutweiderich (Lythrum salicaria) zählt zu jenen Heilkräutern, die man in der eigenen Heimat antreffen kann. Er ziert den Sommer über die Ufer von Teichen, Bächen und Flüssen. Überdies wächst der Blutweiderich auch gerne in feuchten Gräben. Die Blüten und die Blätter enthalten Bitterstoffe und wertvolle pflanzliche Säuren, die man früher zum Einsatz brachte, um damit Blutungen zu stillen. Daraus geht schon hervor, dass man vor allem den zusammenziehenden Effekt nutzen wollte, der mit diesem Gewächs in Verbindung steht. Nun lässt sich diese Einsicht ebenso für unseren Verdauungstrakt nutzbringend aufbereiten. Denn es ist sehr unangenehm, wenn sich – auf welche Weise auch immer – in den Magen und in den Darm Keime einschleichen, die in weiterer Folge zu Unwohlsein oder gar andauerndem Durchfall führen. Da gilt es dann eine strenge Diät zu halten und die übrigen ärztlichen Weisungen nicht zu vernachlässigen. Bei geringeren Beschwerden ist es zusätzlich möglich, mit den Kräften der Natur den Bruder Leib zu stärken und auf eine Bahn der Heilung zu leiten. Im Blutweiderich trifft man für diese Absicht einen passenden Gefährten.

Beruhigung für den Bauch

Von getrockneten und zerkleinerten Blüten und Blättern des Blutweiderichs nimmt man 2 Teelöffel voll. Diese Menge wird mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergossen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Bei infektiösen Beschwerden im Magen- und Darmbereich kann man davon 3 Tassen pro Tag trinken, um eine Besserung mit einer pflanzlichen Unterstützung zu fördern.

Blutweiderich (Lythrum salicaria) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Ein Kraut für Hunde

Kalmus fördert den Appetit

Die Schöpfung ist ein Ganzes. Gewiss nimmt der Mensch darin eine besondere Stellung ein, da wir über die Wirklichkeit dieser Welt und alles, was darüber hinausgeht, nachdenken können. Dennoch sollte genau dieses Sinnieren all die wunderbaren Zusammenhänge aufzeigen, aus denen wir uns nur allzu oft losgeeist haben. Konkret merken wir dies oft an Haustieren, mit denen wir den Alltag und die Freizeit verbringen. Die Sorge um die uns anvertrauten Vierbeiner lässt mich heute an den Kalmus (Acorus calamus) denken. Dieses wasserliebende Gewächs hat schon seit langem bei uns in Europa eine Tradition der Verwendung. Ursprünglich im Fernen Osten beheimatet, wächst es in den milden klimatischen Zonen wild an den Ufern verschiedenster Gewässer. Von Interesse ist vor allem die Wurzel der Pflanze. Diese enthält neben ätherischem Öl auch eine Anzahl an Bitterstoffen und Säuren, die man für das innere und äußere Wohl der menschlichen Physis heranziehen kann. Aber dieser Vorteil lässt sich ebenso an die Tiere weitergeben, sollten diese unter gesundheitlichen Beeinträchtigungen leiden. Gewiss ist der Besuch in der tierärztlichen Praxis an erster Stelle zu nennen, wenn es gilt, Krankheiten und Schwächen bei den Hausgenossen abzuklären. Heute möchte ich einen begleitenden Tipp für Hundefreunde weitergeben. Denn es kann ja vorkommen, dass infolge eines Leidens der Appetit der liebenswerten Gesellen kaum vorhanden ist. Da kann man mit dem Kalmus darangehen, eine Unterstützung für den hoffentlich wieder gesundenden Hund bereitzustellen.

Kräutertee für den Magen

1 Teelöffel getrockneter und kleingeschnittener Kalmuswurzel wird 12 Stunden lang in 1/4 Liter kaltem Wasser eingeweicht. Anschließend vorsichtig erhitzen und gleich abseihen. Dieser Tee wird dann mit der nötigen Klugheit dem Tier zum Trinken gereicht, zur Not mit einer nadellosen Spritze, mit der man den Tee direkt in den Fang des Hundes leitet.

Kalmuswurzel und Blütenstand (Acorus calamus) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya