Zuwendung und Wohltat

Die Rosskastanien dafür aufbereiten

So genannte Partner-Börsen stehen hoch im Kurs. Mit dem eigentlichen Start ins Lebens lassen sich viele offensichtlich Zeit, da ihnen die Unabhängigkeit und die Karriere anscheinend mehr verspricht als eine fixe Bindung samt Verantwortung für Kind und Haus. Und dann gilt es, einen verlässlichen und sympathischen Menschen als Traumpartner zu gewinnen. Mit einem Augenzwinkern möchte ich heute für einen Baum als zumindest zeitweiligen Begleiter plädieren. Die Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) ist in diesem Sinne nämlich nicht nur schön anzusehen, sondern stellt sich auch unangenehmen physischen Erscheinungen unsereins, die z. B. Krampfadern, Arthritis oder unliebsame Hämorrhoiden mit sich bringen. Wie es der wissenschaftliche Name der Rosskastanie anklingen lässt, bestehen die Hauptwirkstoffe der Blüten und der Früchte des schattenspendenden Pflanzengiganten aus den Substanzen Aesculin und Aescin. Das erste wirkt anregend auf den Stoffwechsel und fördert zudem die Durchblutung. Und das Aescin ist ein Saponin, das unter anderem in der naturheilkundlichen Anwendung mithilft, den Schleim bei entzündeten Atemwegen zu lösen. Gut ist es, bereits im Herbst die frischen Früchte der Rosskastanien zu sammeln und aufzubereiten. Für die Kinder bedeutet diese Beschäftigung ohnehin meist Freude und Abwechslung abseits jeden starren Verweilens vor wie auch immer gearteten Bildschirmen oder Displays, wofür die kostbare Zeit meist über Gebühr verbraucht wird. Diese Mahnung betrifft aber genauso Erwachsene, deren Rücken durch ein langes Sitzen in seiner Tragfähigkeit nicht unbedingt gefördert wird. Auch hierfür steht die Rosskastanie bereit, um als Zuwendung zu dienen, im Zuge deren zudem die eine oder andere Wohltat für die Betroffenen abfällt.

Rosskastanien-Hautwasser zubereiten

Reife Rosskastanien werden klein geschnitten, ohne dass vorher ihre Schale entfernt wird. Zusätzlich dreht man das Ergebnis noch durch den Fleischwolf. 250 g davon in 1 Liter 75%igem Alkohol ansetzen. 14 Tage ins Fenster stellen und dann abseihen. Mit destilliertem Wasser auf ca. 30 % Alkoholgehalt verdünnen. Bei Krampfadern und Gichtbeschwerden kann man die betroffenen Stellen damit regelmäßig einreiben, um eine Linderung zu erzielen. Ebenso dient dieses Hautwasser, um bei Bandscheibenproblemen herangezogen zu werden bzw. zumindest vorübergehend die Schmerzen zu reduzieren. Um ein Körperöl mithilfe der Rosskastanien herzustellen, setzt man bei gleichen Mengen die zerkleinerten Früchte mit kaltgepresstem Olivenöl an.


Rosskastanie mit Früchten ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Kräftigung für zwischendurch

Der Wert der Haselnüsse

Die Gestaltung der tagtäglichen Ernährung verdient durchaus einiges von unserer Aufmerksamkeit und Disziplin. Denn es wird immer deutlicher, dass es nicht egal ist, was und wie wir essen. Statistiken von Überernährung und daraus folgenden gesundheitlichen Schäden zeigen dies eindeutig auf. Im Gegensatz dazu steht die große Zahl derer, die von heute auf morgen nicht mehr wissen, wie sie an Nahrung herankommen. Daher ist es sicher gut, wenn wir auf Kraftreserven blicken, die uns die Natur vor Ort zur Verfügung stellt. Die Haselnüsse sollen heute dahingehend den Ton angeben. Die Tierwelt weiß diese Früchte sehr wohl zu schätzen. Alljährlich dürfen wir bei dem Schauspiel zusehen, dessen Akteure mit Eichhörnchen besetzt sind, die behänd zwischen den Zweigen turnen, um an die Haselnüsse zu gelangen. Oder sie sind am Boden emsig damit zugange, ihre erbeuteten schaligen Schätze für kargere Zeiten in einem Versteck zu vergraben. Schlechtere Zeiten kann es auch für uns Menschen geben. Die sind sehr schnell da, wenn sich entweder eine plötzliche Erkrankung einstellt oder einem die zu erledigenden Aufgaben über den Kopf wachsen. Wenn wir in diesen misslichen Umständen mitten drinnen stecken, so sind wir damit beschäftigt, das alles zu bewältigen. Für die Zeit danach – sprich die Phasen der Genesung und Erholung – ist es sicher nützlich, sich auf natürliche Weise Kraft für den strapazierten Organismus zu verschaffen. Da ist es gut, gleichermaßen wie die Eichkätzchen auf Reserven zurückzugreifen, die einen zwischendurch wieder aufpäppeln. Mit geringem Aufwand kann man sich dafür einen Energieschub verschaffen, der mithilft, wieder besser beisammen zu sein.

Geriebene Haselnüsse statt Snack

Um sich einen Kraftschub zu verschaffen, kann man ganze Haselnüsse hernehmen, diese frisch mahlen, dann mit etwas Honig und reichlich süßem Rahm oder Joghurt vermischen und direkt danach genießen. Das trägt dazu bei, um in Zeiten der Genesung oder nach einer anspannenden Tätigkeit erneut zu Kräften zu kommen. Diese Speise eignet sich auch sehr gut als gesunde Zwischenmahlzeit.


Haselnussblüten und Frucht ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Das Aufrechte fördern

Mit der Eiche den Rücken stärken

Wenn nun das alte Laub am Boden liegt, so kommen die hölzernen Konturen der großen Pflanzen in Form von Bäumen wiederum mehr zum Vorschein. Das trifft für die feinen Äste genauso zu wie für die oft mächtigen Stämme, nach denen verständlicher Weise auch die Forstwirtschaft Ausschau hält. Ein äußerst wertvolles und stabiles Holz liefert die Eiche (Quercus), die hierzulande sehr oft durch die Art der Stieleiche (Quercus robur) in unserer heimischen Flora anzutreffen ist. Mit diesem Gewächs dürfen wir uns heute einem ganz speziellen gesundheitlichen Anliegen zuwenden, das auf der Rückseite unseres Leibes für viele zum leidigen Thema werden kann. Oft findet man nämlich lange nicht heraus, woher ein Schmerz im Rücken und im Kopf kommt, bis die genaue ärztliche Diagnose einen Schwund der Knochenmasse feststellt. Vor allem Frauen, aber auch so manche Männer, können jenseits des Alters von 50 Jahren an Osteoporose zu leiden beginnen. Sobald man sich darüber im Klaren ist, dass man zur betroffenen Risikogruppe zählt, soll man vor allem Belastungen, die das Rückgrat betreffen, reduzieren oder ganz meiden. Gleichzeitig darf man auch in der Natur Ausschau halten, ob nicht eine Pflanze diesbezüglich eine Stütze bieten kann. Im angesprochenen Fall ist es ratsam, sich an der Eiche zu orientieren. Ihr kräftiger Wuchs zeigt uns augenscheinlich, dass wir aufrecht stehen können. Diese Feststellung gilt vor allem für die Haltung unserer Wirbelsäule. Bei Osteoporose kann man z. B. mit einem Tee, der aus Eichenrinde zubereitet wird, eine Kur in der Dauer von sieben Wochen durchführen. Dazu nimmt man Rinde von jungen Ästen, die noch keine Borke angesetzt haben. Es gibt aber zusätzlich eine andere Möglichkeit, sich der äußeren Schutzschicht der feinen Eichenäste zu bedienen.

Eichenrinde in Pulverform

Getrocknete Eichenrinde wird fein pulverisiert. Zweimal täglich nimmt man einen Teelöffel voll davon, den man mit etwas Honig oder Marmelade vermischt. Gerade am Morgen sollte man diese eigens angerührte Mischung auf nüchternem Magen einnehmen. Diese Anwendung stärkt das gesamte Knochengerüst. Generell soll man jedoch bedenken, dass im Hinblick auf die Erhaltung der guten Konsistenz der Gebeine und des Rückgrates ein vorbeugendes Handeln sicher vernünftiger ist als ein zu spätes Ergreifen einer knochenaufbauenden Maßnahme.


Eichenzweig mit Eicheln und Rinde ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Nicht unbedingt darauf verzichten

Himbeeren sind auch jetzt aktuell

Ein Gefrierschrank ist eine segensreiche Einrichtung. Wie war das anno dazumal noch mühsam, als von Bächen und Teichen im Winter die Eisschollen extra rausgeschnitten werden mussten, um sie dann in die Eiskeller oder in dafür gefertigte Kästen zu schlichten, damit man zumindest für ein paar Monate verderbliche Ware nahe am Gefrierpunkt halten konnte. Heute hingegen reicht eine Steckdose, um derartige Aggregatszustände zu schaffen. Die Himbeeren werden da gerne vom Sommer her noch aufbewahrt, um sie eben für ein Dessert nach deren Auftauen verfügbar zu haben. Mit den Blättern dieser Garten- oder Waldstaude kann man ebenfalls etwas anfangen. Sie bedürfen jedoch keiner Kühlung, sondern wurden bereits bei warmen Außentemperaturen von den Zweigen gepflückt und dann sorgsam im Schatten getrocknet. Somit wurden sie in eine so genannte Droge verwandelt, die nun genauso griffbereit je nach Bedarf abgerufen werden kann. In den grünen Pflanzenteilen der Himbeere ist nämlich eine milde Form an Gerbsäure enthalten, die in unserem Inneren mithilft, den gesamten Stoffwechsel dezent anzukurbeln. Die damit ebenso verbundene adstringierende Eigenschaft kann man bei Entzündungen zum Einsatz gelangen lassen, indem man mit einem Tee aus Himbeerblättern den Mund ausspült oder im Rachenbereich damit gurgelt. Und zu vergessen sei hier auch nicht das Blut, dessen Beschaffenheit direkt mit unserem Wohlbefinden in Zusammenhang steht. Daher ist es sicher nützlich, unseren roten Lebenssaft mit den Himbeeren und vor allem mit deren Blättern in Kontakt zu bringen. Zwei andere Kräuter darf man hierbei zusätzlich ins Spiel aufnehmen.

Mischtee zur Blutreinigung

Die Himbeerblätter geben den Ton an. Die getrocknete und zerkleinerte Ware davon nimmt bei einer Teemischung zwei Teile ein. Hinzu kommen noch je zu einem Teil Brennnessel und Löwenzahnblätter. Gut vermengen. 2 Teelöffel dieser Mischung werden mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergossen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Ab und zu an einem Tag in der Früh und am Abend trinken, um das Blut zu reinigen.


Himbeere ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Schnelle Vorkehr treffen

Mit Arnika sich vor Erkältung schützen

Eine gute Art, den Körper fit zu halten, besteht darin, sich sommers und winters möglichst oft ins Freie zu begeben, um sich dort in irgendeiner Weise zu bewegen. Gewiss ist gerade dabei ein rechtes Maß vonnöten. Dennoch kann für den Körper die jeweils eigene mögliche Mobilität letzten Endes durch nichts ersetzt werden. In dieser Hinsicht sollte man dann und wann eine längere Wanderung einplanen. Dieses Unterfangen ist jedoch wetterabhängig und daher je nachdem mehr oder weniger risikobehaftet. Ein Fußmarsch führt einen sehr gern in bergiges Gelände, wo es auch bewaldete Zonen gibt. Gerade dort können wir auf eine wohlbekannte Blume treffen, die den Namen Echte Arnika (Arnica montana) trägt. Die Kräuterfachkundigen unter uns wissen sofort, wovon die Rede ist. Dieser wertvolle Korbblütler wurde auch schon von unseren Vorfahren äußerst hoch geschätzt. In den häuslichen Abteilungen der gesundheitlichen Hilfsmittel durfte daher der Arnika-Geist auf keinen Fall fehlen. Denn immer wieder kam es im Zuge der oftmals mühsamen manuellen Tätigkeiten sehr leicht zu kleineren Verletzungen und Verwundungen, wo eben nicht das Handy griffbereit neben einem lag, um Anweisungen eines Sanitäters einzuholen. Als Erste Hilfe kam vielmehr der Auszug aus Arnikablüten zum Einsatz, um einerseits zu desinfizieren und andererseits Schmerzen zu lindern. So ein Hausmittel stellt man auch bis heute aus frischen Blüten her, die man wohlweislich von gezüchteten Gartenpflanzen der Arnika abzupfen sollte, da die natürlichen Vorkommen dieser Art unter strengem Naturschutz stehen. Eine beliebige Zahl an Blütenblättern werden dabei 14 Tage in sehr hochprozentigem Alkohol angesetzt, den man zum Schluss abseiht und noch etwas verdünnt. Heute geht es mir jedoch nicht um Verletzungen, sondern eher um das Wandern, das in einen Regenguss hineinmündet, von dem man dann dementsprechend durchnässt heimkehrt. Dort angekommen, sollte auch gleich die Arnika angewendet werden.

Abreibung mit einer Tinktur

Um den Körper vor einer wohlberechenbaren Erkältung zu bewahren, die ein durchnässter und dadurch abgekühlter Leib nach sich ziehen kann, ist es von Nutzen, vor dem Anziehen trockener Wäsche die ganze Haut mit Arnikatinktur abzureiben, die man auf einen mit warmem Wasser befeuchteten Waschlappen gibt. Dieser alkoholische Auszug ist übrigens auch im Fachhandel leicht zu bekommen. Ein Fußbad mit sehr warmem Wasser, das mit einem Guss Arnikatintur angereichert wird, kann ich im Falle einer Durchnässung ebenfalls empfehlen.


Arnika ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Das Ausleiten steigern

Als „Besen“ Holunderwurzeln heranziehen

Wenn wir bei einem Menschen von seiner Charakterfestigkeit, die gleichzeitig mit einer hilfsbereiten Liebenswürdigkeit gepaart ist, überzeugt sind, so sagen wir, dass diese Person von Grund auf gut ist. In dieser Euphorie übersehen wir natürlich gerne, dass keiner unserer Zeitgenossen total perfekt und unbegrenzt tugendhaft ist. Jene, die uns nicht so zu Gesicht stehen, haben es übrigens auch verdient, bei ihnen den guten Kern zu entdecken. Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) ist ebenfalls ein pflanzlicher Kumpan, den schon unsere Vorfahren mit dem Privileg bedachten, vor ihm ehrfurchtsvoll den Hut ziehen zu sollen. Sie waren einfach davon überzeugt, dass dieser siedlungsbegleitende Strauch der Gesundheit auf mannigfache Weise auf die Sprünge zu helfen vermag. Auch wenn man dies heute aufgrund eingehender Forschungen durchaus differenziert betrachten darf, so bleibt doch die Tatsache bestehen, dass der Holunder, wenn seine Pflanzenteile, Blüten und Früchte adäquat aufbereitet werden, uns allen sehr gut als Heilpflanze zur Seite stehen kann. Eine Wirkung ist dabei besonders hervorzuheben: die Reinigung des Blutes und die Vermehrung der Harnausscheidung. Wenn wir nun beim Holunder die Aussage wörtlich nehmen, dass er ebenfalls von Grund auf gut sei, so landen wir damit letztlich bei seinen Wurzeln. Von diesem unterirdischen Teil des Strauchs ist wohl nur ganz selten die Rede. Er kommt auch eher rar zum Vorschein. Sollte es sich jedoch ergeben, dass im Zuge von Umgestaltungen oder baulichen Maßnahmen es notwendig ist, den Holunder aus der Erde auszugraben und zu entfernen, so soll man dabei eine praktische Anwendung nicht übersehen, die in Verbindung mit den Wurzeln des hochgeschätzten Gewächses steht.

Tee mit Holunder-Wurzeln

Beim Ausgraben eines Holunderstrauches kann man dessen feinen und mittelstarken Wurzeln abschneiden, diese reinigen und trocknen. Von der so bereitgestellten Droge nimmt man, nachdem sie kleingeschnitten wurde, einen Esslöffel voll und setzt sie in 1/4 Liter Wasser über Nacht an. Am Morgen dann aufkochen und abseihen. Am besten trinkt man den Tee hernach lauwarm. Holunderwurzel-Tee ist harntreibend und nierenreinigend. Im Zuge der Ausscheidung werden schlechte und giftige Säfte besser abgeführt, was indirekt wiederum dem Gemüt aufhellend zugute kommt.


Holunder ⓒ Ölgemälde von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Stress pur?

Sich vom Weiß- und Sanddorn stützen lassen

Die vielzitierte Qual der Wahl ist wohl angesichts der demokratischen Entscheidungen, die bereits hinter oder noch vor uns liegen, in aller Munde. In der Bewältigung des Alltags bleibt es uns jedoch meist nicht überlassen, wofür wir uns entscheiden möchten. Meist gilt es doch, einfach zu funktionieren. Will man dabei alles unter einen Hut bringen, bedeutet dies, permanent unter einem Druck zu stehen, den wir gerne als Stress bezeichnen. Doch wenden wir uns angesichts dieser Tatsache doch der belebten Natur in Form der pflanzlichen Geschwister zu! So bitte ich heute den Weißdorn (Crataegus) als ersten, vor den Vorhang zu treten. In der freien Natur nimmt er sich eher bescheiden aus. Er steht sehr gerne am Wegrand entlang der agrarischen Flächen und ist auch in lichten Wäldern zu finden. Als Erkennungsmerkmal dienen dem Erkundenden vor allem die Blätter als Orientierung bzw. die Früchte, die des Herbstens prächtig rot an den Zweigen hängen und nach dem ersten Frost bald zu Boden fallen, sind sie nicht schon früher im Schnabel eines hungrigen Drosselvogels gelandet. Apropos Beeren: Da kommt mir bereits ein zweiter Geselle, der mit Dornen bewehrt ist und ebenfalls der Gesundheit dient, in den Sinn: Es ist der Sanddorn (Hippophae rhamnoides), den die Vogelwelt übrigens auch sehr schätzt, sobald er seine Früchte in einem bräunlichen Gelb feilbietet. Und wenn wir schon Überlegungen anstellen, wer uns in der Bewältigung von Spannung und Stress unter die Arme greifen könnte, so liegen wir bei den beiden genannten Gewächsen ganz richtig. Die gute Wirkung des Weißdorns auf Herz und Kreislauf gilt ohnehin als legendär, was ja u. a. an der hohen Anzahl an pharmazeutischen Präparaten abgelesen werden kann, die im Fachhandel angeboten werden. Ebenso wird der Sanddorn als Vitaminlieferant für Konsumenten aufbereitet. Beide kann man auch kombinieren.

Weißdorn-Tee mit Aufbesserung

Vorerst braucht man ein Gemisch aus getrockneten Blüten und Blättern des Weißdornstrauches. Von dieser zusätzlich zerkleinerten Droge nimmt man 2 Teelöffel und übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Bei einer Belastung des Herzens kann man davon zur Unterstützung desselben eine Zeit lang 2-mal pro Tag eine Tasse trinken. Geschmack und Wirkung werden gesteigert, wenn man dem Tee noch 2 Esslöffel Sanddornsaft hinzufügt.


Sanddornzweig ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya


Weißdornblütenzweig ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya


Weißdornfruchtzweig ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Eine überschaubare Zeit

Kurmäßig den Salbei verwenden

Es gibt sehr viele Möglichkeiten, um für die Erhaltung der eigenen Gesundheit etwas zu unternehmen. Dann und wann finden wir etwas sehr ansprechend, was uns über die Medien angeraten wird. Doch zum konkreten Schritt der Umsetzung fehlt uns oft die Zeit oder gar das nötige Geld. So gesehen, besitzen die Kräuter eine ungebrochene Aktualität, wenn es gilt, mit sehr einfachen und sparsamen Mitteln einiges für unser Wohlbefinden zu tun. Und das darf schon morgen starten. Im Salbei (Salvia officinalis) finden wir einen alten Verbündeten aus dem Reich der Pflanzen, der uns nicht nur bekannt ist, sondern mit dem wir ebenso einige Heilwirkungen verbinden. In seinen entzündungshemmenden und keimtötenden Effekten vertrauen wir darauf, dass er uns aus so mancher Erkältung heraushilft. Den Magen unterstützt er ebenfalls. Und die Galle regt er zu einer vermehrten Sekretion an, um die Nahrung besser verdauen zu können. Der Salbei zählt zu den sonnenliebenden Lippenblütlern, die vor allem darauf spezialisiert sind, die im Sommer getankte Energie auch in einer Form der naturheilkundlichen Aufbereitung in kleinen Rationen weiterzugeben, wenn sowohl die Außentemperaturen zurückgehen und das Tageslicht ebenso bis zur Sonnenwende des Winters immer geringer bemessen wird. Gerade auf dem Weg Richtung Weihnachten können wir eine überschaubare Zeit in Angriff nehmen, die wir zur Vorsorge für unsere gesunde Konstitution nutzen. Wie schon erwähnt, soll der Aufwand hierfür nicht zu groß sein, der uns womöglich davon abhalten könnte, wirklich einmal für unseren Bruder Leib eine effektive Sorge zu gestalten. Bis zum 4. Dezember, dem Tag der hl. Barbara, an dem die Kirschzweige für die Vasen geschnitten werden, sind es ab heute genau 3 Wochen. Die können wir mit dem Salbei im wahrsten Sinne des Wortes überbrücken.

Einfache Krankheitsvorsorge

Was wir für eine Kur für zu Hause brauchen, ist ganz leicht bereitgestellt. Von getrockneten und zerkleinerten Blättern des Salbeis nehmen wir 1 Esslöffel voll. Diese Menge wird mit 1/4 Liter siedendem Wasser übergossen. Anschließend bis zum Abseihen 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Gleich morgens auf nüchternem Magen schluckweise trinken. 3 Wochen lang konsequent täglich durchführen, um so den Gesamtorganismus im Aufbau seiner Abwehrkräfte zu unterstützen. Die Kur tut überdies den Augen gut.


Salbei mit Blüten und Knospen ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Blätter sind mehr als Humus

Das gilt auch für den Schlehdorn

Wenn von Väterchen Frost die Rede ist, so verbinden wir meist damit ein Starrwerden, das nun eben einmal mit dem Sinken der Temperaturen unter den Nullpunkt auf der Celsius-Skala in Verbindung steht. Dem Wachstum der Pflanzen wird durch das Frieren des Bodens eindeutig Einhalt geboten. Doch andererseits durften wir ebenso draußen in der Natur eine Beschleunigung feststellen, die mit dem kräftigen Reif einherging. Die alten Blätter fielen dadurch stärker und schneller von den Bäumen und Sträuchern als zu wärmeren Zeiten. Einmal mehr eine Gelegenheit, um auf den Wert dieser botanischen Wuchsteile hinzuweisen. Am Schlehdorn (Prunus spinosa) etwa, der jetzt nicht gerade zu den Paradebeispielen des herbstlichen Farbenspiels zählt, könnten wir unverrichteter Dinge weiterziehen, weil dort höchstens die Steinobstfrüchte zu holen sind, die es auch sicherlich lohnt, zu beachten und noch häufiger zu verwerten. Dennoch ist an vielen Sträuchern das Blatt der jeweiligen Art oft von hohem Nutzen für die Naturheilkunde. Bei den Schlehen dürfen wir damit rechnen, dass die Inhaltsstoffe der Blätter wie Gerbstoffe, Spurenelemente und im Übrigen auch Vitamine den Organismus in seiner lebenserhaltenden Funktion unterstützen. Denn sobald sich in unserem Körper zu viele Giftstoffe ansammeln, kommt es zu einem chemischen Mix im Blut, der nicht gerade von Vorteil ist. Das zeigt sich in weiterer Folge auch auf der Haut, die ihre Struktur verändert und somit Verunreinigungen schwerer abbekommt. Wenn ich heute dafür plädiere, die Blätter des Schlehdorns zu verwenden, sind natürlich jene Exemplare gemeint, die bereits nach der Blüte des Gewächses abgezupft und schon im späten Frühjahr für den weiteren Gebrauch getrocknet und sorgfältig aufbewahrt wurden. Wer diese nun nicht zur Hand hat, kann sich ja den Vorsatz nehmen, ihrer in der nächsten Saison habhaft zu werden.

Reinigungskur für Haut, Blase und Nieren

Grundlage sind Schlehdornblätter, die man im ausgehenden Frühling geerntet hat. 2 Teelöffel davon zerkleinern und mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen. Bei unreiner Haut sowie bei Erkrankungen der Niere und der Blase 3-mal täglich eine Tasse davon vor den Mahlzeiten trinken. Am besten 3 Wochen lang durchführen. Generell sollte aber in all diesen Beschwerden die ärztliche Diagnose an erster Stelle stehen.


Schlehdorn ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Ein Umhang zum Teilen

Der Frauenmantel erinnert an den Hl. Martin

Schon als Bub habe ich daheim beim Ministrieren zur Statue des hl. Bischofs Martin auf dem Hochaltar der Kirche aufgeblickt. Martin ist ja der Patron des verträumten Städtchens Drosendorf an der Thaya, wo ich groß werden durfte. Zudem jährt sich heuer sein 1700. Geburtstag, der sicherlich heute in allen Martinskirchen zusammen mit den Kindern gebührend gefeiert wird. Die Legende, dass dieser Gottesmann seinen Mantel mit einem Bettler teilte, macht ihn schließlich schon bei unseren Kleinsten populär. Was liegt da näher, als nach einer pflanzlichen Entsprechung dessen Ausschau zu halten? Im Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) werden wir fündig. Aufgrund seiner Zuchtformen, die gerne in den Gärten an Wegrändern und Seitenrabatten als Gestaltungselement gepflanzt werden, ist uns dieses Rosengewächs durchaus vertraut. Zumindest wissen viele um die scheinbaren Tautropfen, die sich tagsüber auf der Blattoberfläche befinden, Bescheid und erkennen darin das augenfälligste Merkmal dieses Heilkrautes. Geht man auf einer Wiese entlang, um den Frauenmantel in seiner ursprünglichen Form in der freien Natur aufzusuchen, muss man schon etwas genauer schauen. Doch die aufgefaltete Blattstruktur, die eben an einen Mantel erinnert, verleiht einem dann auch dort die Gewissheit, bei der richtigen Pflanze angelangt zu sein. Und im rechten Gebrauch teilt dieses Gewächs zumindest seine Heilwirkung, die aufgefächert folgendermaßen ausfallen kann: harntreibend, magenstärkend, durchfallhemmend, entzündungslindernd, adstringierend und blutreinigend. Ja, wenn man nun als leidender Mensch einem Bettler ähnlich wird, so kann man im Frauenmantel einen Boten Gottes entdecken, der durchaus fähig ist, so manches Heilsame mit einem zu teilen und einem wieder den Weg der Genesung zu weisen.

Stärkender Tee

Aus getrocknetem und zerkleinertem Kraut des Frauenmantels lässt sich ganz einfach ein Tee im Heißaufguss zubereiten. Dazu nimmt man 2 Teelöffel der Blattdroge und übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Langsam und schluckweise am besten ungezuckert trinken. Das kommt vor allem Frauen rund um die Schwangerschaft und die Geburt ihres Kindes zugute und stärkt den Gesamtorganismus, Letzteres natürlich auch bei Männern. Nach dem Ziehen eines Zahnes kann überdies dieser Tee als Gurgelmittel etwas zur besseren Abheilung des Zahnfleisches beitragen.


Frauenmantel ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya