Kraft vom Gemüsebeet

Liebstöckelwurzel nutzen

Hin und wieder ist es nicht nur nützlich, sondern zudem amüsant, einen Bummel durch die Geschäfte zu machen und sich umzuschauen, was es dort Neues und gleichzeitig Brauchbares gibt. Von Mode bis Haushaltsgeräten mag sich der Bogen dabei spannen. Es wird auch sicher nicht schaden, das eine oder andere Buch zu erwerben, um das Lesen und die damit verbundene Weitung des Geistes nicht ganz ad acta zu legen. Jetzt bietet im Vergleich dazu ebenso mancher Garten ein Angebot, das Beachtung verdient. Nehmen dir das Liebstöckelkraut (Levisticum officinale) als Beispiel. Sehr gerne wird es auf die Gemüsebeete gepflanzt, um als grüne Reserve eben einmal abgezupft zu werden und in der Küche als würzendes Beiwerk zu landen. Das Aroma, das in den Blättern dieses Doldenblütlers drinnensteckt, hat ihm den häufig verwendeten Namen Maggikraut eingebracht. Doch möchte ich einladen, diesmal über den Rand des Suppentellers zu blicken, um zusätzlich anderes Wertvolles, das mit dem Liebstöckel in Verbindung steht, in Erwägung zu ziehen. Jetzt im Herbst ist nämlich die Wurzel des Gewächses nicht zu verachten. Sie beinhaltet neben einem hohen Anteil an ätherischem Öl ebenso Cumarine und Carbonsäuren. Dieses Wissen kann man sich zunutze machen, indem der unterirdische Teil des Küchenkrautes so aufbereitet wird, dass die mit ihm verbundenen Effekte auf der Haut landen und dort eine begleitende Hilfe darstellen können. Das ist bei der Nachbehandlung von Wunden vielleicht von Vorteil, die zwar bereits zugeheilt sind, aber für eine pflegende Maßnahme dankbar sind.

 

Badezusatz Liebstöckel 

Von frisch ausgegrabener und gesäuberter oder bereits getrockneter Liebstöckelwurzel, die zusätzlich zerkleinert wird, 100 g in 2 Liter Wasser 3 Stunden lang ansetzen. Danach gründlich aufkochen und abseihen. Ins bereitgestellte Badewasser leeren. 15 Minuten darin baden und somit die Haut pflegen. Nach dem Heraussteigen aus der Wanne die Oberfläche des Körpers nach dem Abtrocknen noch mit ein wenig Ringelblumen-Ölauszug einreiben. Das unterstützt u. a. eine bessere Vernarbung alter Wunden.  www.kraeuterpfarrer.at

Liebstöckel mit Wurzel und Blüten (Levisticum officinale) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Kornblumen im Herbst

Der Verdauung zuliebe

Es bedeutet eine besondere Kunst, das Leben gemäß den vier Jahreszeiten gestalten zu können. Aufgrund höchst vorangeschrittener Technik, die vor allem im Bereich des Wohnens und der riesigen Einkaufszentren zum Tragen kommt, ist es sehr leicht möglich, sich die meiste Zeit in Räumen aufzuhalten, die das wechselnde Wetter buchstäblich vor der Türe bleiben lässt. Dass dies nicht unbedingt gesundheitsförderlich ist, brauche ich wohl nicht extra zu betonen. Nun beginnt der Herbst. Die Kornblumen (Centaurea cyanus) sind eher Boten des anbrechenden Sommers und nun nirgendwo mehr auf den Feldern zu finden. Dennoch haben sie eine Bedeutung für den Rest des Jahres. Diese kann gerade dann zum Tragen kommen, wenn ein neues Quartal beginnt. Die Kornblumen sind nämlich reich an Gerb- und Bitterstoffen. Diese Inhalte fördern generell unsere Gesundheit, die ihren Sitz zum großen Teil im Verdauungstrakt hat. Um nun besser für die kommenden Wochen und Monate gerüstet zu sein, ist es von Vorteil, den Leib dementsprechend zu versorgen. Dafür müssen nicht unbedingt kostspielige Präparate herangezogen werden. Besser ist es meines Erachtens, sich selbst auf eine einfache, sanfte und dennoch konsequente Weise etwas Gutes zu tun. Je nach Belieben kann dies am Morgen, am Mittag oder am Abend in Angriff genommen werden. Und hat man die Kornblumen parat, dann ist es ein Leichtes, der Vernunft den Vortritt zu lassen. Das allgemeine Wohlbefinden wird es einem danken.

 

Die Verdauung fördern

Von abgezupften und getrockneten Blütenblättern der Kornblumen kann ganz leicht ein Tee zubereitet werden. Dafür 2 Teelöffel der Kräuterdroge mit 1/4 Liter siedendem Wasser übergießen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und hernach abseihen. 2 bis 3 Wochen lang einmal pro Tag eine Tasse davon bedächtig und schluckweise trinken. Das vermehrt die Harnabgabe und unterstützt den gesamten Verdauungsvorgang im Magen und Darmtrakt. www.kraeuterpfarrer.at

Kornblume mit Blütendetails (Centaurea cyanus) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Zur Beruhigung der Haut

Ehrenpreis als Besänftigung

Vor Kurzem konnte die Kirche noch das Fest des heiligen Apostels Bartholomäus feiern. Wie die meisten seiner Kollegen hatte auch er ein Martyrium zu erleiden, weil sein Glaube an Christus massiven Widerstand erregte. So wurde ihm kurzerhand seine ganze Haut bei lebendigem Leib abgezogen. Viele Darstellungen des Schülers Jesu zeigen ihn, wie die Hülle seines Leibes lässig über seinem Arm hängt. Dieser Teil des Körpers ist besonders wertvoll. Der Echte Ehrenpreis (Veronica officinalis) ist dazu angetan, als heilsames Gewächs dem Menschen eine Unterstützung zu bieten. Jene Tatsache kann sich u. a. auch auf seiner Haut begleitend und stärkend erweisen. Aber schauen wir uns dieses Wegerichgewächs einmal genauer an. Es kommt praktisch in ganz Europa vor sowie im daran angrenzenden westlichsten Teil Asiens und ebenso auf der Inselgruppe der Kanaren bzw. auf Madeira. In seinen Wuchsteilen bergen sich Inhaltsstoffe wie Glykoside, Flavonoide, Gerbstoffe und zudem spezielle Saponine. Seit jeher genießt der Ehrenpreis in der traditionellen Klostermedizin ein hohes Ansehen, was viele überlieferte Schriften aus dem Mittelalter bezeugen. Im Bezug auf die Haut, der heute unsere besondere Aufmerksamkeit gebührt, lässt sich das Gewächs nutzbringend verwenden. Das kann u. a. dann geschehen, wenn ein vermehrter Juckreiz auftritt, der vor allem oft Kindern ein großes Unbehagen bereitet. Erwachsene mögen es ebenso wenig. Vielleicht kann ja der Ehrenpreis in diesem Fall eine vorübergehende Linderung darstellen, die praktisch von innen nach außen wirkt.

 

Ehrenpreis aufgießen

Von getrocknetem und zerkleinertem blühenden Kraut des Ehrenpreises 2 Teelöffel voll mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Am besten noch mit etwas Honig und einem Schuss frischgepresstem Zitronensaft ergänzen. Bei lästigem vorübergehenden Hautjucken – vor allem bei Kindern – diesen Tee gleich am Morgen schluckweise trinken. Das tut dem Stoffwechsel gut und somit indirekt auch der Haut. www.kraeuterpfarrer.at

Ehrenpreis (Veronica) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Ein Polster voller Duft

Gelbes Labkraut im Bett

Das Atmen ermöglicht uns das Leben. Ohne die Aufnahme des notwendigen Sauerstoffes würde vieles in unserem Leib nicht funktionieren. Dieser Vollzug trägt dazu bei, dass wir zudem ausgeglichen und entspannt sein können. Wer ruhig atmet, ist auch gleichzeitig innerlich gut gefestigt. Heute möchte ich den Rat geben, mithilfe der Atmung dem Leib und schließlich auch der Seele den Vorteil eines heilsamen Gewächses zugutekommen zu lassen. Das Gelbe Labkraut (Galium verum) zählt seit Jahrhunderten zu den häufig verwendeten Pflanzen der Klostermedizin. Mit seiner feinen Struktur ziert es nicht bloß seinen Standort, sondern verströmt überdies einen angenehmen honigartigen Duft an seine Umgebung. Die Wirkstoffe, die sich vor allem in den zarten Blüten des Heilkrautes befinden, sind Gerbstoffe, ein geringer Anteil an ätherischem Öl, Gelbfarbstoffe und Glykoside. In der Volksheilkunde wusste und weiß man auch heute noch um die drüsenstärkende Kraft des Gewächses und hat es daher auch dahingehend verwendet. Ebenso kann das gesamte Lymphsystem durch das Labkraut eine Unterstützung erfahren. Wenn die Blüten aufzubrechen beginnen, ist daran zu denken, das ganze Kraut abzuschneiden und sorgfältig zu trocknen. Das soll aber erst geschehen, wenn alles am Gewächs zur vollen Entfaltung gekommen ist. Bei Schmerzen, die im Zuge von Gicht und Rheuma leider auftreten, ist es möglich, sich des guten Duftes  des Gelben Labkrautes zu bedienen.

 

Füllung für Kräuterpolster

Von getrocknetem und kleingeschnittenem Gelben Labkraut eine ausreichende Menge in ein Kissen füllen. Dieses liegt dann am besten neben dem Kopfpolster im Bett. Während der Ruhephasen ist es möglich, die gute Aura des Labkrautes samt dem dazugehörigen Duft mithilfe der Atmung in Empfang zu nehmen. Das kann dazu beitragen, insgesamt ruhiger und entspannter zu werden und somit tiefer zu schlafen. www.kraeuterpfarrer.at

Gelbes oder Echtes Labkraut (Galium verum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Petersilie für den Kopf

Wurzeln und Samen aufbereiten

Wer weiß, was Sie heute noch essen werden? Vielleicht haben Sie das Frühstück schon hinter sich. Aber immerhin steht das Mittagessen noch bevor, ebenso das Abendbrot. Oft braucht es ja nicht viel, um sich eine kleine Köstlichkeit zuzubereiten, die dann genüsslich verzehrt werden kann. Wichtig ist dabei wohl, dass alles dementsprechend gewürzt ist. Dabei spielt die Petersilie (Petroselinum hortense) keine unbedeutende Rolle. Denken wir nur an Suppen oder gekochte bzw. gebratene Erdäpfel, denen eine aromatische Ergänzung nicht schadet. Der Geschmack, der mit dem Grünzeug des Doldenblütlers in Verbindung steht, ist unserem Gaumen wohlbekannt. In seiner Verwendung hat die Petersilie aber noch eine breitere Palette anzubieten, als eben bloß auf dem Küchentisch zu landen. Um das zu entdecken, ist es ratsam,  so manch althergebrachte Empfehlungen, die mündlich überliefert oder zu Papier gebracht wurden, zu durchstöbern. Darunter findet sich auch eine Anleitung für die Pflege der Haare, die ich heute aufgreifen möchte. Petersilie enthält als Heilpflanze ätherische Öle, Flavonoide und auch Mineralstoffe. Dies ist eben eine gute Voraussetzung für Überlegungen, die im Hinblick auf die Unterstützung des leiblichen Äußeren gehegt werden. Die Kopfhaut und die Haare sind dabei immer auch ein Thema. So darf ich einladen, zur Abwechslung einmal etwas vom Gemüsebeet am Kopf landen zu lassen.

 

Zum Haarewaschen 

Je 1 Esslöffel voll Petersiliensamen und zerkleinerte Petersilienwurzel in 1/2 Liter Wasser 10 Minuten lang aufkochen. Danach einfach abseihen und täglich am Abend mit dem lauwarmen Absud den Kopf waschen. Das kann auf natürliche Weise dazu beitragen, die Kopfhaut und auch den Haarwuchs zu stärken. Diese Methode hilft ebenso mit, eine lästige Schuppenbildung hintanzuhalten. www.kraeuterpfarrer.at

Petersilie (Petroselinum hortense) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Auf die Rinde stehen

Birke für Fußbäder 

Bäume haben prinzipiell eine wichtige Funktion innerhalb des Kreislaufes der Natur. Sie lockern mit ihren Wurzeln den Boden auf und befestigen ihn auch gleichzeitig. Bäume sorgen für eine genügende Luftfeuchtigkeit durch das Wasser, das sie verdunsten, und erzeugen nicht zuletzt ebenso den Humus, der die Erde fruchtbar macht. Sie gehören schließlich zu den heilsamen Gewächsen, denen wir bei Bedarf etwas entnehmen dürfen, um damit dem Körper eine Wohltat zu liefern. Die Hängebirke (Betula pendula) ist ein gutes Beispiel dafür. Sie zählt zu den so genannten Pioniergewächsen und ist daher imstande, unwirtliche Halden und frei liegendes Brachland binnen einer kurzen Zeit zu erobern und zu bewachsen. Von der Birke kann einiges verwendet werden. Das sind in erster Linie die Blätter, die eine harntreibende Wirkung besitzen, sowie der Saft der weißstämmigen Bäume, der ab dem zeitigen Frühjahr von den Wurzeln in die Zweige hinaufsteigt. Von fingerdicken Ästen lässt sich übrigens das ganze Jahr über die Rinde ernten, indem sie streifenweise abgeschält wird. Sie enthält viel an Terpenen und Gerbstoff. Seit alters her wird die Außenschicht der Birke geschätzt, weil so manche Hautkrankheiten durch ihre Aufbereitung begleitet werden können. Und sie kann mithelfen, den Schweiß an den Füßen zu reduzieren. Das ist schließlich nicht bloß an heißen Sommertagen ein Thema, sondern genauso in der kalten Jahreszeit, da vermehrt festes Schuhwerk getragen wird. Wie dem auch immer sei: in der Birke finden wir eine gute Förderin unseres Wohlbefindens.

 

Birkenrinde aufkochen 

Von getrockneter und mäßig zerkleinerter Birkenrinde eine Menge von 75 g über Nacht in 1 Liter kaltem Wasser ansetzen. Des Morgens kurz aufkochen, abseihen und einem Fußbad als Zusatz beigeben. 10 Minuten die Füße darin baden und dann gut abtrocknen. Dies hilft mit, die Schweißproduktion zu regulieren. Zudem wirkt diese Anwendung ebenso erfrischend und somit wohltuend. www.kraeuterpfarrer.at

Birkenzweige mit Blättern und Blüten (Betula pendula) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Eine brauchbare Wurzel

Dem Kümmel auf den Grund gehen 

Die Jahreszeiten verschwimmen anscheinend ineinander, wenn wir es so recht betrachten. Die Wetterextreme, die wir erleben und leider vielerorts durchleben müssen, sind wohl ein eindeutiges Indiz dafür, dass es auf dem gesamten Globus zu einer klimatischen Veränderung kommt, deren Folgen wir noch nicht absehen können. Trotzdem beginnt schon langsam der Herbst. Das lässt sich vor allem an den Pflanzen ansehen. Selbst im Garten rüstet sich das meiste für die Phase der kürzeren Tage und der niedrigen Temperaturen. Der Kümmel (Carum carvi) zählt zu den ältesten Gewürzen, die wir kennen. Bis heute ist er beliebt und wird deshalb gerne auf Beeten vor dem eigenen Haus kultiviert und schließlich auch geerntet. Seine Samenkörner sind kräftig in ihrem Aroma und daher eine wichtige Zutat in der Küche. Apropos Küche: im Hinblick auf einen abwechslungsreichen und zugleich gesundheitsfördernden Speisezettel fällt mir da noch etwas ein. Nachdem die Kümmelfrüchte geerntet wurden und das Kraut etliches an Kraft und Frische verloren hat, darf dem Doldenblütler im wahrsten Sinne des Wortes auf den Grund gegangen werden. Vom auslaufenden Sommer an bis spät in den Herbst hinein haben nämlich die Wurzeln – sie beinhalten wie die Samen ätherisches Öl, Fettsäuren, Gerbstoffe und auch Vitamine – ihre hohe Saison. Das trifft ebenfalls auf den Kümmel zu. Wer dieses Gewächs also im Garten stehen hat oder sogar auf dem Feld in biologischer Weise gehütet hat, kann darangehen, nun nach und nach die Wurzel auszugraben. Und dann ist die Phantasie gefragt, wie diese kostbare Gabe der Natur auf dem Tisch landen kann.

 

Wurzelgemüse aufbereiten

Nach Abernte der Kümmelkörner ist es die rechte Zeit, um die Wurzel der ganzen Pflanze auszugraben. Nach dem peniblen Reinigen derselben lässt sich dieser Wuchsteil kochen und verschiedensten Gerichten beifügen. Das kann bei Suppen der Fall sein, bei Kochgemüse und selbst bei Fleischspeisen. Der Genuss der Kümmelwurzel tut in der Regel dem Magen wohl und wirkt sich somit förderlich auf einen guten Stoffwechsel aus. www.kraeuterpfarrer.at

Kümmel (Carum carvi) ⓒ commons.wikimedia/Jerzy Opioła

 

Reinigung für die Haut

Die Kraft des Johanniskrautes

Fast ist mir danach, ein Lied anzustimmen, das wir doch alle sehr gut aus dem Munde Rainhard Fendrichs kennen. Es beginnt nämlich mit den Worten: „Dei’ hohe Zeit is lang vorüber…“. Nun bezieht sich dies jetzt nicht auf die Anmut eines Heimatstaates, wenn ich mich dieser Zeile bediene, sondern vielmehr auf die jahreszeitliche Verfasstheit eines liebenswerten Gewächses namens Johanniskraut (Hypericum perforatum). Zwar finde ich dessen gelbe Blüten noch ab und an vereinzelt vor, doch dadurch übersehe ich dennoch nicht die Tatsache, dass es für viele gesundheitsfördernde Pflanzen im Bezug auf die Vegetationsphase auf Feierabend hin zugeht. Ein Grund mehr, um die Aufmerksamkeit auf das hinzulenken, was an getrockneten und somit besser verwendbaren Angeboten vorhanden ist, die u. a. der Pflege des Körpers dienen. Dem Johanniskraut werden u. a. zusammenziehende und sogar antiseptische Eigenschaften zugeschrieben. Der Inhaltsstoff Hypericin (vgl. wissenschaftliche Bezeichnung des Gewächses) ist ebenso in diesem Zusammenhang zu nennen. Rein äußerlich kann das Johanniskraut unter ganz bestimmten Voraussetzungen verwendet werden. Im Bezug auf die Pflege einer eher fettigen Haut  können z. B. Bäder durchgeführt werden. Diese haben zum Ziel, die äußerste leibliche Schicht zu reinigen und zu straffen. Wenn das Johanniskraut dafür herangezogen wird, ist gleichzeitig unbedingt zu bedenken, dass damit auch eine Erhöhung der Lichtempfindlichkeit der Haut einhergeht. Dann heißt es eben, ein paar Tage die Sonne zu meiden und den Schatten als Aufenthaltsort vorzuziehen.

 

Badezusatz mit Johanniskraut 

Von getrockneten und zerkleinerten blühenden Triebspitzen des Johanniskrautes wird eine Menge von ca. 100 g mit 2 bis 3 Liter siedendem Wasser abgebrüht. 15 Minuten zugedeckt stehen lassen, ehe der dann fertige Badezusatz abgesiehen und ins bereitstehende warme Badewasser geleert wird. Ca. 20 Minuten in der Wanne bleiben. Das kann mithelfen, die Haut zu reinigen und zu festigen. Erhöht aber gleichzeitig die Empfindlichkeit gegenüber direkter Sonnenbestrahlung! www.kraeuterpfarrer.at

Johanniskraut (Hypericum perforatum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

Hopfen und Melisse

Zwei Heilkräuter in eins bringen

Wenn ich heutzutage die anstehenden Hochzeiten zusammen mit den Brautleuten als Priester vorbereiten darf, so ist es immer interessant zu erfahren, wie sich zwei Menschen gefunden haben. Das ist je unterschiedlich und individuell. Mir ist es aber dabei noch nie untergekommen, dass jemand bewusst auf Brautschau gegangen ist. Das klingt in heutigen Ohren ohnehin etwas antiquiert. Wie dem auch immer sei, versuche ich trotzdem, zwei zusammenzuspannen: es geht aber hier um Pflanzen, nämlich um den Hopfen (Humulus lupulus) und die Melisse (Melissa officinalis). Sie besitzen beide eine große Popularität. Denn der Hopfen ist als Beigabe zum Prozess des Bierbrauens in aller Munde. Und die Melisse kennen ebenso sehr viele, die eine Affinität zu Kräutern und Garten aufweisen. Das Hanfgewächs Hopfen trägt als Inhaltsstoffe Bitter- und Gerbstoffe in sich und auch noch Flavonoide. Beim Lippenblütler Melisse wiederum ist der hohe Anteil an ätherischem Öl besonders hervorzuheben. Die zwei Gewächse passen deswegen so gut zusammen, weil ihnen eine beruhigende und eine schmerzlindernde Kraft innewohnen, um die schon unsere Altvorderen und vor allem die traditionelle Klostermedizin gewusst haben. Was sich damals bewährt hat, lässt sich auch heutzutage erneut aufgreifen. Bei vorübergehend auftretenden Kopfschmerzen etwa sucht so mancher nach einer lindernden Hilfe. Bei Migräne, die wiederholt die davon Betroffenen heimsucht, ist ebenfalls eine Linderung der Beschwerden wünschenswert. Vielleicht kann dann ein Kräuterduo einen begleitenden Weg aufzeigen, um damit besser zurechtzukommen.

 

Kräutermischung aufgießen 

Getrocknete und zerkleinerte Hopfenblütenzapfen und ebenso aufbereitete blühende Triebe der Melisse zu gleichen Teilen abmischen. 2 Teelöffel davon mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, hernach abseihen. Ungesüßt schluckweise trinken, über den Tag verteilt je nach Belieben 2 bis 3 Tassen davon. Das kann sich als beruhigend und entspannend erweisen, vor allem dann, wenn sich jemand aufgrund von Kopfschmerzen unwohl fühlt. www.kraeuterpfarrer.at

Hopfen (Humulus lupulus) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

Wertvoller Wacholder

Beeren in Öl ansetzen

Zurzeit blicken wir eher noch in Sorge auf die Länder rund um das Mittelmeer. Als aktiver Feuerwehrmann bekam ich aus aktuellem Anlass Berichte von Kameraden, die bei den Hilfseinsätzen rund um die verheerenden Waldbrände mit dabei waren, um Mensch und Gut nach Möglichkeit zu schützen. Die Dramatik der Ereignisse sitzt den Einsatzkräften nach wie vor in den Knochen. Im Urlaub denken wir aber eher an die angenehme Seite der südlichen Länder. Zu deren Erscheinungsbild zählen nun einmal auch die Zypressen. Es gibt übrigens von dieser Baumfamilie ebenfalls hierzulande einen Vertreter, der es gerne kühler mag. Die Rede ist vom Gemeinen Wacholder (Juniperus communis). Er ist ein wichtiger Bestandteil von schützenswerten Heidelandschaften in Mitteleuropa. Zu seinen Besonderheiten zählt es, dass er zwar als Früchte Zapfen auf den dünnen und feinen Zweigen trägt, deren Schuppen aber aus Fruchtfleisch gebildet werden, die im Laufe des Reifeprozesses so zusammenwachsen, dass sie eben wie Beeren aussehen. Zu deren Inhaltsstoffen zählen u. a.  ätherisches Öl, Gerbsäure, Flavonoide und Kampfer. In erster Linie begegnen einem die Früchte des Wacholders in eingemachtem Gemüse, im Sauerkraut und in verschiedenen Soßen als Gewürz. Darüber hinaus lassen sich aber auch andere Vorteile von den blauen fruchtigen Zapfen in Anspruch nehmen. Ihre desinfizierende und keimwidrige Wirkung kann bei verschiedenen Hautleiden zum Tragen kommen. Da ist es gut, sie zuvor 14 Tage lang zusammen mit kaltgepresstem Oliven- oder besser noch Mandelöl anzusetzen. Die Wacholderbeeren anquetschen, im Verhältnis 1 : 10 in ein Glasgefäß mit Pflanzenöl geben und verschließen. Das Ergebnis dient sodann als begleitende Einreibung, die speziell bei Pilzerkrankungen durchgeführt werden kann.

 

Einreibung bei Haut- und Nagelpilz 

Von einem Wacholderbeeren-Ölauszug, den man in kleinen Fläschchen parat hat, wird eine geringe Menge auf die durch eine Pilzerkrankung irritierte Haut- bzw. Nagelpartie zwei- bis dreimal am Tag eingerieben. Das dient der Begleitung dieses Leidens, das unbedingt gleichzeitig einer ärztlichen Diagnose und der daraus folgenden Therapie unterzogen werden soll. Dazu bedarf es auch der nötigen Geduld, um zu einem spürbaren Erfolg zu gelangen. Den fertigen Wacholderbeeren-Ölauszug erhalten Sie samt kostenloser Beratung im Kräuterpfarrer-Zentrum: Tel. 02844/7070,
E-Mail: bestellung@kraeuterpfarrer.at bzw. im Webshop: www.kraeuterpfarrer.at

Wacholderzweig mit Beeren (Juniperus communis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya