Die Haut geschmeidig halten

Mit Karotten pflegen

Die Zeit der Osterhasen ist nun vorüber. Egal, ob sie in schokoladener Form als Versuchung zum Naschen dienten oder als Backwaren auf dem Tisch landeten: sie haben wohl alle zusammen sozusagen ihr Ziel – unseren Gaumen und den Magen – erreicht. Anders sieht es hoffentlich für die Kaninchen, die als Haustiere gehalten werden, aus, die sich wahrscheinlich ihres Lebens freuen dürfen. Zu ihren Leckerbissen wiederum zählen Karotten (Daucus carota sativus). Darüber hinaus darf das knackige Gemüse natürlich ebenfalls auf den Tellern im Haus landen, um so die eigene Ernährung zu ergänzen. Als Rohkost schmecken die orangegelben Wurzeln schon ganz köstlich. Sobald sie gekocht sind, nehmen sie eine weichere Struktur an. Um eine Aufnahme ihrer gesunden Inhaltsstoffe durch die Verdauung zu ermöglichen, erweist es sich als klug, das rohe Gemüse mit ein wenig Fett wie etwa Butter oder Olivenöl zu kombinieren. Besinnt man sich der guten Inhaltsstoffe, die in den Karotten drinnenstecken, dann hat man noch einmal ein Argument mehr, um sie öfter zu verzehren. Das sind nicht nur Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe, sondern u. a. auch die vom Namen abgeleiteten Carotine. Schauen wir aber einmal mehr auf die Haut, bei der es sich um das flächenmäßig größte Organ unseres Körpers handelt. Um sie in ihrer Struktur zu stärken, ist es förderlich, sie mit den Vorteilen der Karotten in Berührung zu bringen. Das trägt schlussendlich zur Unterstützung der gesamten physischen Gesundheit etwas bei. Mit einem eigens angerichteten Bad kann man dieses Ziel auf eine besondere Weise anstreben.

Karottensaft als Badezusatz

Man nimmt 4 bis 5 Karotten, die man derart zerkleinert, bis daraus ein Mus wird, das man anschließend mit 1/2 Liter heißem Wasser aufgießt. Gut umrühren, abseihen und den Rückstand gesondert auspressen. Den gesamten gewonnenen Karottensaft gibt man ins Badewasser, das ziemlich warm sein soll. Zusätzlich fügt man noch 2 Esslöffel Weizenkeimöl samt einem Emulgator (Tween oder Polysorbat 80 oder ansonsten 2 EL Honig oder Obers) hinzu. 1/4 Stunde darin baden, um so die Haut zu stärken und das allgemeine Wohlbefinden zu steigern. www.kraeuterpfarrer.at

Karotten (Daucus carota) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Nach Erleichterung suchen

Im Hopfen finden

Das Leben hat viele Seiten. Gewiss streben wir nach allem, was angenehm ist, uns gut tut und das Erfolgreich-Sein ermöglicht. Hat man aber eine gewisse Strecke an Lebensjahren hinter sich gebracht, so weiß man sehr wohl darum, dass es zu einem Reifungsprozess unbedingt dazugehört, Unangenehmes durchgemacht zu haben und auch den Schattenseiten der eigenen Existenz zu trotzen. Gewiss schafft man dies nicht immer alleine. In der pflanzlichen Natur etwa stehen uns sehr viele Unterstützungen zur Verfügung. Eine davon heißt Hopfen (Humulus lupulus). Dieses sich an einer Rankhilfe emporschlingende Gewächs hat eine sehr lange und historisch dokumentierte Verwendungsgeschichte. Ganz klar, dass den meisten das Bierbrauen als erstes dazu einfallen wird. Beim Herstellen dieses schäumenden „Gerstensaftes“ sind nämlich auch die Inhaltsstoffe der weiblichen Blütenzapfen des Hopfens von großer Bedeutung, die da sind: Gerbstoffe, Bitterstoffe und ätherisches Öl. Diese besitzen nicht bloß einen konservierenden und keimabwehrenden Effekt, sondern sie tragen weiters dazu bei, dass sich z. B. das Nervengeflecht des Menschen entspannen und gleichsam neu auftanken kann. Und genau das ist gefragt, wenn wir vorübergehend unter Schmerzen leiden, die ihren Ausgangspunkt im Bewegungsapparat unserer Physis haben. Und genau dann ist es wichtig, um die lindernde Wirkung des Hopfens zu wissen. Übrigens möchte ich nochmals das Bier ins Spiel bringen. Diesmal aber nicht, um aus einem kühlen Humpen über die Kehle geleitet zu werden, sondern vielmehr dazu, um den Hopfen selbst aufzubereiten.

Waschung mit Hopfen und Bier

Von getrockneten Hopfenzapfen nimmt man eine Menge von ca. 20 g und übergießt sie mit 1/2 Liter Bier. Danach gut aufkochen und dann abseihen. Mit der so angerichteten Flüssigkeit führt man am besten abends lauwarme Waschungen durch, wenn man unter Gelenks- und Gliederschmerzen leidet. Dieses Hausmittel stellt eine lindernde Hilfe dar, die übrigens auch mit frischen Blüten und Ranken des wildwachsenden Hopfens durchgeführt werden kann. www.kraeuterpfarrer.at

Hopfen (Humulus lupulus) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Frühjahrsmüdigkeit ade

Die Birken spenden ihren Saft

Haben Sie sich heute Morgen schon gemütlich ausgestreckt und vor dem Aufstehen noch einmal kräftig gegähnt? Nun, wer nicht gefordert ist auch heute seinem Beruf nachzugehen, darf das Tagwerk wohl gemütlicher angehen. Nichtsdestotrotz kann es aber dennoch passieren, dass man sich am Vormittag und am Nachmittag noch irgendwie schlapp fühlt. Kein Wunder, muss doch der Körper einiges an Herausforderungen entgegennehmen. Mit dem Saft der Birken (Betula pendula) ist es jedoch möglich, ein bisschen dagegen anzugehen. Es liegt wohl nahe, dass ich mit meiner Beschreibung das ins Auge fassen möchte, was man landläufig als so genannte Frühjahrsmüdigkeit kennt. Dieses Empfinden hat seinen Grund vor allem in der meteorologischen Veränderung des Wetters durch das beginnende Frühjahr. Zudem haben wir uns bei eisigen Temperaturen mehr im beheizten Inneren der Häuser aufgehalten und somit weniger Bewegung gemacht. Bei den Birken, die bald darangehen werden, ihr Laub auszubilden, ist das schon ganz anders. Im Inneren der Stämme und der Zweige herrscht ein reger Saftfluss, der alles zwischen Wurzel und Zweigspitzen wachruft und mit dem Nötigsten versorgt. In der umlaufenden Flüssigkeit befinden sich pflanzliche Säuren, Mineralstoffe, Glykose und sogar so genannte Antioxidantien. Das ist auch für uns selbst von Nutzen. Es ist möglich, dieses pflanzliche Wachstumstonikum ebenfalls zu verwenden, um unser allgemeines Wohlbefinden aufzubessern und zusätzlich die Physis in ihrer Gesundheit zu festigen. Von stärkeren Birkenstämmen auf seinem eigenen Grundstück, die man anbohrt und mit einem Ausflussröhrchen versieht, lässt sich der Saft direkt abzapfen und frisch trinken. Das beschleunigt die Harnabgabe, wodurch der Körper innerlich gereinigt und entgiftet wird. Will man den zuckerhaltigen Birkensaft länger haltbar machen, dann gelingt dies mit einem Zusatz von Alkohol.

Birkenwasser-Kur

Von einem Birkenwasser-Auszug, der nicht mehr als 20 % Alkohol enthält, nimmt man täglich 3-mal 1 Esslöffel voll zu sich, um so der Frühjahrsmüdigkeit entgegenzuwirken. Das versorgt den Körper mit Mineralstoffen, Spurenelementen und anderen wichtigen Substanzen und regt die Ausscheidung des Harns an. Es wirkt sich zudem gut auf die Gesundheit der Haut aus. Man kann den Birkensaft auch selbst von den Birkenstämmen versuchen herauszuleiten und frisch zu trinken. 2-mal 1/8 Liter pro Tag reichen dann. Den haltbaren Birkenwasser-Auszug gibt’s jetzt als Aktion im Kräuterpfarrer-Zentrum.

Bestellen Sie bequem im Webshop www.kraeuterpfarrer.at
oder per E-Mail: bestellung@kraeuterpfarrer.at
MO bis FR erhalten Sie auch eine kostenlose Beratung am Kräutertelefon: 02844/7070.

Birkenwasser-Auszug; Aktion zur Entgiftung des Körpers © Foto: Reinhard Podolsky

 

 

Frühlingserwachen mit Kräutern

Von allem ein wenig

Die Zeiten sind momentan nicht dazu angetan, um Hals über Kopf eine Einrichtung zu stürmen, die der körperlichen Wellness dient. Ein spontaner Urlaub ist ebenfalls nicht angesagt, da es dafür vorübergehend keine gastronomischen Angebote gibt. Wir sind ja alle gespannt, wie die Entwicklungen rund um die Infektionskurven der gegenwärtigen pandemischen Bedrohung weitergehen. Lassen wir unsere Aufmerksamkeit aber lieber zu dem hinschwenken, was an vernünftiger Gesundheitsvorsorge daheim möglich ist. Das Stichwort hierzu heißt: Frühlingskräuter. Immerhin starten die liebsamen Gewächse nun neu durch. Sie sprießen und keimen trotz so manchen Schnee- und Graupelschauers, der vorüberzieht. Lassen Sie mich da einige Beispiele aufzählen: Brennnessel, Schlüsselblume, Gänseblümchen, Ehrenpreis, Gundelrebe und nicht zuletzt die wertvollen Pflanzen wie Löwenzahn und Schafgarbe. Und dessen nicht genug! Fast hätte ich den Bärlauch dabei übersehen. Wie auch immer, die Zeit ist kostbar, solange es ein ganz frisches Angebot seitens der Natur gibt. Für eine private und häusliche Frühlingskur ist es möglich, gleichsam quer durch den Gemüsegarten (in unserem Falle durch den Kräutergarten ;-) von allem ein bisschen etwas zu sich zu nehmen. Die Bitterstoffe, die Gerbstoffe, die Vitamine, die Spurenelemente, ja, die gesamte Grünkraft – um mit der heiligen Hildegard von Bingen zu sprechen – können ein Wesentliches dazu beitragen, um die allgemeine Verfassung der Physis und der Psyche aufzubessern und vor allem auch das Immunsystem zu unterstützen. Es genügt oft schon eine geringe Menge, um einen konkreten Beitrag zur persönlichen Vitalität zu leisten. Zwei Voraussetzungen sind damit aber verbunden: es muss eine Verträglichkeit gegenüber den jeweiligen Kräutern vorliegen und die Phantasie sollte ebenso nicht zu gering sein, die uns eine breite Palette von Verwendungsmöglichkeiten auftut.

Gesunde Beigaben

Beim Zusammenstellen von grüner Rohkost ist es möglich, z. B. ein paar frische Blätter von Löwenzahn und Schafgarbe einem herkömmlichen grünen Salat hinzuzufügen. Oder man schneidet ein paar Kräuter eigener Wahl ganz klein und mischt sie unter einen selbstgemachten Topfenkäse. Eine Suppe oder eine gewöhnliche Eierspeise eignen sich ebenfalls, um mit Frühlingskräutern ergänzt und somit auch im Geschmack verbessert zu werden. Das dient dann der ganzen Gesundheit. www.kraeuterpfarrer.at

Von oben nach unten: Bärlauchknospe und Blatt (Allium ursinum); Grundelrebenzweig (Glechoma hederacea); Löwenzahnblätter (Taraxacum officinale) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Frisch in den neuen Tag

Mit einer Kräuterspülung

Pflege vermittelt ein Gefühl von Sicherheit. Das bezieht sich nicht bloß auf das Versorgen von Angehörigen, die darauf verzichten müssen, das Leben alleine zu meistern. Da ist man dann  dankbar, wenn jemand rund um die Uhr für sie da sein kann. Ich selbst meine, dass auch das Schauen auf den eigenen Körper und die damit verbundene Pflege, die in diesem Fall das Waschen und Sauberhalten betrifft, einem selbst gut tut und uns besser anderen gegenübertreten lässt. Das Eisenkraut (Verbena officinalis) hat mit derlei Bestreben durchaus etwas zu tun. Diese Pflanze hat ohnehin einen guten Ruf als Heilkraut, besitzt es doch Glykoside, Bitterstoffe, Gerbstoff, Kieselsäure und auch etwas an ätherischem Öl als Wirksubstanzen. Seit jeher wird es verwendet, um bei verschiedenen Anliegen der körperlichen Gesundheit den Organismus von innen heraus zu stärken. Wer einen Tee trinkt, der mit Eisenkraut aufgegossen wurde, hilft mit, die Nieren und die Tätigkeit des Magens zu unterstützen und darüber hinaus den gesamten Stoffwechsel anzuregen. Dem nicht genug, kann dieses liebenswerte Gewächs, das man übrigens ganz leicht selbst im Garten ziehen und hüten kann, auch zur allgemeinen Pflege des Körpers etwas beitragen. Dies geschieht am besten gleich zu Beginn eines neuen Tages. Bevor man z. B. zur Arbeit geht oder sich anderen Beschäftigungen im so genannten Homeoffice widmet, kann eine Mundspülung ganz sinnvoll sein, ehe das Tageswerk seinen Lauf nimmt. Die Inhaltsstoffe des Eisenkrautes tun nämlich der gesamten Mundhöhle gut.

Eisenkraut aufgießen

Vom getrockneten und zerkleinerten Kraut des Eisenkraues nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter siedendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt stehen lassen und dann abseihen. Bei annehmbarer Temperatur führt man nach dem Frühstück noch eine kräftige Mundspülung mit dem Aufguss durch. Davon profitieren die Schleimhäute und das Zahnfleisch gleichermaßen und werden dadurch widerstandsfähiger gegen Entzündungen. www.kraeuterpfarrer.at

Eisenkraut (Verbena officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Von innen heraus

Goldmelisse erhellt das Gemüt

Der April zeigt sich heuer von einer Seite, die momentan eher noch dem Winter zugeneigt sein dürfte. Zwischen doch ein paar sonnigen Abschnitten schieben sich immer wieder Wolken, die mit ihrer weißen Pracht das Land anzuckern oder im Gebirge für eine Lage Neuschnee sorgen. Unsere Sehnsucht gilt aber eindeutig dem Frühling und dem unbeschwerten Aufenthalt im Freien. In dieses gefühlsmäßige Aufgespannt-Sein möchte ich die Goldmelisse (Monarda didyma) hineinstellen. Ursprünglich auf dem nordamerikanischen Festland beheimatet, hat man nach der Entdeckung dieses Kontinentes das Gewächs nach Europa gebracht, wo es zunächst einmal als Zierpflanze diente. Es steckt aber auch ein heilsamer Wert in der Goldmelisse. Die Blüten und Blätter dieses Heilkrautes enthalten ätherische Substanzen, Gerb- und Bitterstoffe sowie auch einen geringen Anteil an pflanzlichen Säuren. Der Verdauungstrakt, die damit verbundenen Drüsen und Organe sowie die Atemwege können von der Verwendung der Goldmelisse, die auch Monarde genannt wird (siehe wissenschaftlicher Name), einen Profit entgegennehmen. Hand aufs Herz: momentan macht uns doch nicht bloß das wechselnde Wetter zu schaffen, sondern es ist auch die bestimmende Coronazeit, die mit so manchen Ungewissheiten an unserem Gemüt nagt. Vergessen wir daher nicht auf die Kräfte und die wohltuenden Gaben der Natur. Es gibt ja das eine oder andere Hausmittel, das sich nicht nur in guten Stunden bewährt hat und das vielleicht gerade jetzt wieder ein bisschen etwas zur Stärkung unseres körperlich-geistigen Gleichgewichtes beitragen kann. Hierzu möchte ich einen konkreten Tipp geben, bei dem man sich mit der Aufbereitung der Goldmelisse etwas Gutes tut.

Monardenblüten-Ansatz

40 g getrocknete Goldmelissen-Blüten werden mit 1 Liter naturbelassenem Rotwein übergossen. In einem verschlossenen Glasgefäß auf eine Fensterbank im Zimmer stellen und 8 Tage lang dort stehen lassen. Danach abseihen, abfüllen. Dunkel und gekühlt lagern. Von diesem Blütenwein kann man 2 bis 3 Esslöffel voll pro Tag zu sich nehmen. Das wärmt den Körper von innen heraus und hilft mit, die Verbindung von Leib und Seele besser auszubalancieren. www.kraeuterpfarrer.at

Goldmelisse oder Indianernessel (Monarda didyma) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Vorübergehende Pracht

Schlehdornblüten trocknen

Die Zeit ist kostbar. Wir können sie genießen, vergeuden, sie sich sprichwörtlich stehlen und vor allem nutzen. Viele Philosophen und Gelehrte haben sich über die Zeit und ihr fortwährendes Voranschreiten Gedanken gemacht. In der Natur können wir sie daran festmachen, dass sie in einem steten Kreislauf das jeweils Mögliche in Erscheinung treten lässt. Lange wird es nicht mehr dauern, da wird der Schlehdorn (Prunus spinosa) sich in ein strahlend weißes Kleid hüllen und die Feld- und Waldränder in eine Pracht verwandeln, die sich vor einigen Wochen noch nicht hat ausmalen lassen. Unzählige Blüten zieren dann die dornigen Zweige des Rosengewächses, um mithilfe der emsigen Bienen und anderer wertvoller Insekten in weiterer Folge Frucht bringen zu können. So vorübergehend die Phase auch ist, in der sich diese Schönheit des Frühlings präsentiert, so klug ist es, genau dann zuzugreifen und das Verwertbare des Schlehdorns haltbar zu machen. In den Blütenblättern des Gewächses befinden sich vor allem Glykoside und Flavonoide, die man das ganze Jahr über zur Unterstützung des Wohlbefindens in Anspruch nehmen darf. Am einfachsten wird es sein, die Blüten in geduldiger Weise von den wehrhaften Trieben abzuzupfen und sie nach der sorgfältigen Trocknung lichtgeschützt in einem verschlossenen Gefäß aufzubewahren. Insofern ist es dann möglich, vom Schlehdorn etwas zu haben, auch wenn seine hohe Zeit draußen in der Natur längst verstrichen ist.

Tee für Darm und Blut

Von getrockneten Blüten des Schlehdorns nimmt man 2 Teelöffel voll. Diese Menge übergießt man mit 1/4 Liter siedendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, bevor man den Tee abseiht. Schluckweise trinken, am besten ungesüßt. Das kann eine stuhlfördernde Wirkung mit sich bringen und somit zu einer besseren Reinigung des Darmes beitragen. Das Blut wird zudem in seinem Prozess unterstützt, welcher der Reinigung und Entgiftung des ganzen Organismus dient.  www.kraeuterpfarrer.at

Schlehdorn oder Schwarzdorn (Prunus spinosa) mit Blüten und Früchten ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Entspannung und Abwehrkraft

Blutweiderich unterstützt beides

Wir sind momentan alle miteinander mit ziemlichen Herausforderungen konfrontiert. Die Pandemie, die offensichtlich nach wie vor die ganze Welt in Atem hält, bringt eine breite Palette an Folgen mit sich. Nicht nur, dass man die persönliche Gesundheit permanent bedroht sieht, sondern auch, dass die wirtschaftlichen Möglichkeiten vielerorts begrenzt sind, führt letztendlich zu einer permanenten nervlichen Anspannung bei vielen. Im Gegensatz dazu sind Pflanzen wie der Blutweiderich (Lythrum salicaria) keinem derartigen Druck ausgesetzt. Er bevorzugt es, an Bach- und Flussufern zu stehen und das Wasser – egal ob schnell oder langsam – an sich vorüberziehen zu lassen. So wird er gleichsam zu einem  Sinnbild für eine rechte Gelassenheit. In der Volksheilkunde hat der Blutweiderich ohnehin seit langer Zeit als beliebtes Heilkraut seine Bedeutung. Heute besinnt man sich deswegen wieder vermehrt seiner keimtötenden Eigenschaften, u. a. bedingt durch das Vorhandensein von einem hohen Anteil an Gerbstoffen. Das erweist sich z. B. bei infektiösen Krankheiten des Magen- und Darmtraktes als durchaus nützlich. Ein Tee, den man im Heißaufguss aus getrockneten Blüten und Blättern des Gewächses zubereitet, kann mithelfen, einen hartnäckigen Durchfall wiederum abzuschwächen. Aber bleiben wir diesmal bei den eingangs erwähnten Herausforderungen, die der gewöhnliche Stress – ausgelöst durch Beruf und eigene Sorgen – mit sich bringen kann. Eine Abgespanntheit, die man etwa nach dem Nachhause-Kommen an sich selbst feststellt bzw. eine Überreiztheit der Nerven können einen Anstoß geben, um mit dem Blutweiderich die innere Ruhe und Ausgeglichenheit wieder anzustreben und locker in die anbrechende Nacht einzusteigen, die der notwendigen Erholung samt gutem Schlaf gewidmet sein darf. Heilkräuter sind vor allem dafür da, um den Alltag zu begleiten, mag dieser mit schönen oder auch mit leidvollen Stunden bestückt sein.

Badezusatz Blutweiderich

70 g getrocknete Blätter und Blüten des Blutweiderichs werden mit 3 Liter kochendem Wasser übergossen. 20 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Das Ergebnis ins Badewasser leeren und den pflanzlichen Rückstand in ein Stoffsäckchen füllen. Das legt man zugebunden ebenfalls in die Wanne. 15 bis 20 Minuten im Wasser bleiben. Somit wird die Haut gestärkt, das Immunsystem unterstützt und den Nerven ein natürlicher entspannender Effekt zugeführt. www.kraeuterpfarrer.at

Blutweiderich (Lythrum salicaria) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Nützliches aus der Küche

Knoblauch für die Fingernägel

Je mehr wir uns Gedanken machen, wie wir so manches, was die Umwelt belastet, aus der Welt schaffen oder zumindest reduzieren können, desto aufmerksamer werden wir auf den Stil unserer persönlichen Lebensführung. In Zeiten des Wohlstandes hat sich vieles verselbständigt, das unbedacht auf lange Sicht fatale Folgen nach sich zieht. Dazu zählt meines Erachtens auch die Erkenntnis, dass wir uns zu einer so genannten Wegwerfgesellschaft entwickelt haben. Wenn ich heute den Knoblauch (Allium sativum) als gesundheitsfördernde Gabe Gottes beleuchte, so tue ich das auf dem Hintergrund der eben geäußerten einleitenden Bedenken. Alle, die damit beschäftigt sind, einen eigenen Haushalt zu führen, wissen, was da alles im Laufe eines einzigen Tages im Müllkübel, den Papierkörben und dann in den einzelnen speziellen Tonnen landet, das man schlicht und einfach entsorgen möchte. Die Menge von verwendetem Knoblauch, der in der Küche zum Einsatz kommt, spielt dabei wohl eine äußerst geringe Rolle. Aber bleiben wir ruhig dabei. Denn in den sehr würzigen und geruchsintensiven Zwiebeln sind viele wertvolle Inhalte eingelagert. Zahlreiche Schwefelverbindungen und ätherisches Öl sind dort vorhanden wie auch Vitamine und Mineralstoffe. Diese tun nicht nur dem Magen und dem Darm gut, sofern man sie in einer geringen Dosis verwendet. Sie besitzen auch eine gute Wirkung, die man zur Pflege der Fingernägel heranziehen kann. Gerade dann, wenn man im schon angesprochenen Haushalt mit reichlich viel manueller Arbeit eingedeckt ist – was im Frühlings sicher bei vielen der Fall ist – kann man sich etwas Gutes tun, indem man auf die eigenen Finger schaut. Hat jemand selbst und auch die Mitbewohner kein Problem mit dem Aroma, das dem Knoblauch entströmt, ist es möglich, ein bewährtes Hausmittel anzuwenden. Zudem wird er dann nicht einfach gedankenlos weggeschmissen.

Knoblauchsaft als Einreibung 

Von den einzelnen Zehen des Knoblauchs lässt sich ein Saft auspressen. Werden mit dieser Flüssigkeit öfter die Fingernägel eingerieben, so trägt das zur Verbesserung ihrer Struktur bei. Sie werden fester, schöner und widerstandsfähiger. Und der Knoblauch wird so noch einmal verwendet und sinnvoll verbraucht. www.kraeuterpfarrer.at

Konblauch mit Blüte (Allium sativum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Stärkende Samen

Besitzen auch die Brennnesseln

Jetzt geht’s los! So könnte man sagen und singen, wenn man sich in der Natur umschaut. Das Grün ist nicht mehr aufzuhalten. Hat auch der Frost und der überraschend gefallene Schnee in der zurückliegenden Woche selbst in den Niederungen den wachsenden Pflanzen und den aufgehenden Knospen eine Bremse angelegt, so ist davon nun keine Rede mehr. Ein Sprießen und Keimen allerorten wird gleichzeitig für uns alle zu einem verheißungsvollen Hoffnungsträger. Manche gehen wie jedes Jahr z. B. schon daran, die jungen Blätter der Brennnesseln (Urtica) für sich und die Familie aufzubereiten. Dieses Gott sei Dank häufig vorkommende Gewächs bereitet nicht bloß Mühe, da man es als lästig erscheinendes Beikraut in den Gärten beiseiteschaffen möchte, um anderen nützlicheren Pflanzen Platz zu machen. Die Brennnessel beinhaltet aber ebenso wichtige Inhaltsstoffe, die unserer Gesundheit durchaus zuträglich sind. Mineralsubstanzen wie Kalzium, Magnesium und Eisen zählen dazu wie auch Vitamine und Flavonoide. Was sich erst im Laufe der Vegetationsperiode auf den wehrhaften Gewächsen ausbilden wird, das sind die Samen derselben. Heilkräuterkundige Feinschmecker wissen darum, dass man sehr wohl schon die Blüten der Brennnesseln verkosten kann, wenn sie sich auf den Trieben bilden und in Rispenform an den Stängeln hängen. Die reifen Samen wiederum sind ein begehrtes Sammelgut, das auf verschiedene Weise zum Einsatz kommen kann. Sie schmecken nussartig und sind mit Schleimstoffen angereichert. Diese Tatsache wiederum bringt einen Vorteil mit sich, der einem angeschlagenen Verdauungstrakt Unterstützung bieten kann. Das trifft dann auch für Kinder und Jugendliche zu, für die Heilgewächse ja auch sehr viel Gutes bereithalten.

Bei Durchfall von Kindern

Von getrockneten und gut aufbewahrten Samen der Brennnesseln nimmt man 1 Esslöffel voll. Mit 1/4 Liter kaltem Wasser übergießen und beides zusammen aufkochen. Dann kurz ziehen lassen, dann abseihen. Den schleimhaltigen Tee noch mit etwas Honig süßen und zum Trinken reichen. Damit lässt sich eine Phase des Durchfalls bei Kindern ganz gut begleiten. www.kraeuterpfarrer.at

Große und Kleine Brennnessel (Urtica dioica und Urtica urens) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya