Dem Tier beistehen

Zwei Wurzeln für Hunde

Geteiltes Leid ist halbes Leid! – so lautet ein Sinnspruch, der sich schon oft bewahrheitet hat. Und in der Tat findet die Nächstenliebe vor allem dann einen wirkungsvollen Ausdruck, wenn Menschen einander direkt oder indirekt über Spenden und Sachzuwendungen helfen. Wer zu Hause ein Tier zu hüten hat, weiß ganz gut, dass es sehr oft zu einer emotionalen Bindung an so manchen Vierbeiner kommen kann, was man vor allem bei jenen gut beobachten darf, die einen Hund daheim haben. Daher möchte ich heute Kräuter in Erwägung ziehen, die im Bezug auf die Vierbeiner in Betracht kommen. Die Echte Engelwurz (Angelica archangelica) und der Löwenzahn (Taraxacum) wären meiner Meinung nach hier zu nennen. Beide zählen zu den wertvollen pflanzlichen Unterstützungen, die auch dem Menschen viele Vorteile und gesundheitliche Förderungen verschaffen können. Erstere gehört botanisch gesehen zu den Doldenblütlern und darf ruhig als eine Kostbarkeit bezeichnet werden, die man nach Möglichkeit im häuslichen Kräutergarten ansiedeln sollte. Der Löwenzahn wiederum, der ein Korbblütler ist, wächst ohnehin auf vielen Wiesen und an Wegrändern, so dass man sich um seine Präsenz in nächster Umgebung kaum Sorgen machen müsste. Die Wurzeln beider Gewächse enthalten sehr viel Gutes, das vor allem dem Verdauungstrakt bei Hunden eine Unterstützung bieten kann. Die Engelwurz weist ätherische Öle auf, dazu noch Cumarinverbindungen. Beim Löwenzahn schätzen wir einmal mehr die Bitterstoffe, die sich bei regelmäßiger Verwendung als Segen herausstellen können. Leider bleiben auch Hunde vor Verdauungsschwäche und manchmal sogar Magenkrämpfen nicht gefeit. In diesem Falle ist es ratsam, Engelwurz und Löwenzahn bei der Hand zu haben, um dem Tier konkret weiterhelfen zu können.

Beigabe und Tränke

Man braucht gerade bei Tieren eine gewisse Klugheit, um ihnen die Wirkungen der Kräuter angedeihen zu lassen. Die Wurzel der Engelwurz nimmt man daher man am besten in getrockneter Form und zerreibt sie zu einem Pulver. Dieses streut man dann in geringer Dosis unter das Futter. Von der zerkleinerten Löwenzahnwurzel wiederum gibt man die Menge, die auf 1 Esslöffel passt, über Nacht ins Trinkwasser, um die Flüssigkeit am nächsten Tag als Tränke zu reichen. Beides unterstützt einen angeschlagenen Verdauungstrakt der Hunde.

Echte Engelwurz oder Angelika (Angelica archangelica) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Die Heilung beschleunigen

Frauenmantel wirkt zusammenziehend

In der Natur gibt es viele Facetten, die unser Leben bereichern können. Wir schätzen vor allem die Schönheit, die uns in den belebten Wesen und in den herrlichen Landschaften begegnet. Und darüber hinaus sind wir ja selbst ein Bestandteil dessen, was geschaffen ist und sich im Laufe von Jahrmillionen und Jahrtausenden entwickelt hat. Alles ist letztendlich aufeinander verwiesen. Das zeigt sich im Speziellen auch darin, dass der Mensch von der Existenz der Pflanzen profitiert. Der Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) ist ein Bestandteil der Flora, die sich in unserer Heimat wohl fühlt und daher natürlich vorkommt. Man findet ihn auf ungedüngten und kargen Wiesen. Man muss schon genau hinsehen, um dieses Heilkraut zu entdecken, da es sich in seiner Farbe kaum von seinen ihn umgebenden pflanzlichen Individuen abhebt. Beim Erblicken erkennt man ihn aber gleich an der leicht gefalteten Form der Blätter, die ihm auch seinen Namen eingetragen hat. Als weitere Besonderheit scheiden die Blätter Wasser als „Tautropfen“ aus, die am Blattrand wie schimmernde Perlen sitzen. Zu den Inhaltsstoffen des Frauenmantels zählen vor allem Gerb- und Bitterstoffe, ein wenig ätherisches Öl und eine Spur von Salizylsäure. Dieser „Cocktail“ kann auf verschiedene Weise abgerufen werden und zum Vorteil des Körpers zum Einsatz gelangen. Um noch einmal auf die Bezeichnung des Heilkrautes zurückzukommen, wissen wir aus der Tradition der Naturheilkunde, dass dieses Gewächs hauptsächlich bei den verschiedenen Frauenleiden als begleitende Hilfe verwendet wurde, was auch heute noch geschehen kann. Im Hinblick auf seine zusammenziehende Eigenschaft, die auf dem Vorhandensein von Gerbstoffen beruht, dürfen wir noch an eine äußerlich angewandte Praxis denken, die vom Geschlecht unabhängig ist. Bei einem Besuch des Zahnarztes muss wohl oder übel manchmal etwas aus dem Kiefer extrahiert werden. Man könnte auch ganz einfach sagen, dass ein Zahn gezogen werden muss. Nach diesem notwendigen Eingriff ist es dann in weiterer Folge sinnvoll, die Mundhöhle zu umsorgen. Hier ein praktischer Tipp dazu.

Gurgelwasser aufgießen

Von getrockneten und zerkleinerten Blättern des Frauenmantels nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. Dann 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Abseihen und in ein Glas füllen. Nachdem man einen Zahn gezogen bekommen hat, kann man zu Hause nach einiger Zeit darangehen, mit dem lauwarmen Tee zu gurgeln und den Mund auszuspülen, um den Heilungsprozess des Kiefers zu unterstützen. In gleicher Weise eignet sich der Aufguss auch bei entzündlichen Herden im Mundraum.

Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Nachsorge mit Kräutern

Ein Bad für die Nerven

Wenn wir uns über die Gesundheit unterhalten und darin ein großes Geschenk an unser Leben entdecken, so ist das nur recht und gut. Gar zu leicht kann einem diese nämlich abhandenkommen. Daher gibt es viele Ratschläge und Tipps, wie man einer möglichen Krankheit vorbeugen kann. Manchmal fehlt einem jedoch die Zeit und die nötige Aufmerksamkeit, um sich gegen Infektionen, Verschleißerscheinungen und ähnliches zu wappnen. Gerade bei den Nerven merken wir erst relativ spät, wie sehr wir mit ihnen an unsere Grenzen stoßen. Heublumen, Melisse und Thymian sind die Zutaten der heutigen Kolumne, mit denen ich diesmal einen Verweis geben möchte, um im wahrsten Sinne des Wortes Nachsorge zu betreiben. Denn oft kommt etwas, über das wir uns aufregen müssen, ganz abrupt und unvorhergesehen daher. Oder wir geraten vielleicht sogar ohne unser Verschulden in eine Konfliktsituation, die uns schwer belastet. Aber es gibt darüber hinaus zig andere Gründe, die zu einer übermäßigen Anspannung des eigenen Nervengeflechts führen. Nun, da Leib und Seele eine Einheit bilden, darf man ruhig versuchen, mit pflanzlichen Hilfen über unseren Körper auch das Gemüt und die Nerven zu erreichen. In den Heublumen, die man gerne noch für viele andere Beschwerden einsetzt, sind eine Fülle von Kräuterbestandteilen enthalten, die auch eine dementsprechend hohe Anzahl an Inhaltsstoffen und Wirkkräften aufweisen. Und dieses breite Band an positiven Effekten kann dazu angetan sein, die Physis zu stärken und somit eine spürbare Entspannung zu erzielen. Von der Melisse wissen wir ohnehin, dass sie sehr ausgleichende und die Nerven unterstützende ätherische Öle besitzt. In ähnlicher Weise ist das beim Thymian der Fall, der im Allgemeinen als stärkend für die Atemwege gilt. Dazu möchte ich noch bemerken, dass, wer gesunde und kräftige Atemwege besitzt, auch umso besser ein angegriffenes Gemüt wieder aufwärts streben lassen kann. Ein Bad vereint das eben Beschriebene.

Heublumenbad mit Ergänzung

Um sich ein beruhigendes und die Nerven stärkendes Bad anzurichten, benötigt man einen guten Zusatz. Der wird folgendermaßen zubereitet: 200 g Heublumen werden mit 25 g Melissenblättern und ebensoviel zerkleinertem Thymiankraut abgemischt und mit 3 Liter kaltem Wasser übergossen. 1 Stunde stehen lassen und dann kurz aufkochen. Danach abseihen und dem Badewasser in der Wanne hinzufügen. 10 Minuten darin baden und dabei den Körper gut abreiben. Hilft bestens nach nervlichen Herausforderungen.

Blumenwiese für Heublumen ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Nicht zu verachten

Brombeerblätter bei Durchfall

Jedes Mal, wenn ich die Heilkräuter betrachten kann, staune ich, wie schön sie gestaltet sind, wie gut sie mit den Standortbedingungen zurechtkommen und wie sehr sie dem Wohl von Leib und Seele dienen können. Doch betone ich bei meinen Vorträgen ebenfalls, dass man sich von den Heilpflanzen keine Wunder erwarten darf. Denn immerhin sind sie darauf angelegt, den Menschen das ganze Leben lang zu begleiten. Man sollte ihnen daher auch Zeit geben, um ihre Wirkung entfalten zu können. Die Brombeeren (Rubus fruticosus) gehören auch zu den die Gesundheit unterstützenden Gewächsen. In erster Linie sind wohl die meisten an den herrlich schmeckenden Beeren interessiert, die sich roh genießen lassen und umso besser munden, je reifer sie sind. Aus ihnen kann man auch einen Saft gewinnen, der sich als wertvoll erweist, weil er dem Blut gut tut und Vitamine in den Körper einbringt. Eine Marmelade aus Brombeeren ist ebenso nicht zu verachten. Was bei diesen Überlegungen leicht unter den Tisch fallen kann, sind die Blätter der Ranken, an denen die begehrten Früchte hängen. Diese wiederum enthalten eine Menge an Gerbstoffen und pflanzlichen Säuren, die sich ihrerseits als zusammenziehend erweisen. Nun kann man die Hilfe von Kräutern nicht immer nur auf eine längere Zeit hin anlegen. Manchmal ist es notwendig, eine Wirkung recht rasch an Ort und Stelle zu bringen, um eine Besserung herbeizuführen. Das ist besonders bei Durchfall angesagt. Denn gerade der Darm sollte gut und geregelt funktionieren, damit die aufgenommene Nahrung gründlich verwertet werden kann. Mit den Blättern der Brombeeren kann man also dem Darm eine gewisse Bremse anlegen.

Tee mit Gerbstoffen

Von getrockneten und zerkleinerten Blättern der Brombeeren nimmt man 2 Teelöffel voll, übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser und lässt den Aufguss 15 Minuten lang ziehen. Dann abseihen und schluckweise trinken. Auf Zucker und Honig verzichten, also nicht süßen. Am Tag 2 bis 3 Schalen davon trinken, um eine wirksame Hilfe bei zu flottem Stuhlgang herbeizuführen.

Brombeerranken mit Blüten und Früchten (Rubus fructicosus) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Den Nieren zuliebe

Mädesüß wirkt harntreibend

Was ist im Leben wichtig? Sind es die sichtbaren Vorgänge, das, was einen großen Eindruck vor dem Auge macht, was protzt und unseren Respekt abringt aufgrund von Größe und Kraft? Oder sind es die vielen verborgenen Prozesse, die im Stillen passieren? Diese Fragen wird wohl jeder selbst beantworten und beurteilen müssen. Doch schauen wir einmal auf unseren Körper. Er ist so angelegt, dass die meisten Dienste durch die Organe – z. B. die Tätigkeit der Nieren – im Inneren vollzogen werden, nach außenhin meist unsichtbar. Das Mädesüß oder die Wiesenkönigin (Filipendula ulmaria) ist auch keine Pflanze, die man wegen der farbenprächtigen Blüten schätzen und daher in schmückende Vasen stellen würde. Vielmehr sucht sie sich den Standort aus, den viele andere meiden. Das sind u. a. feuchte Gräben entlang von Wiesen und lehmige Zonen am Waldrand, wo das Wasser nach Niederschlägen nur langsam versickert und verdunstet. Im Prinzip steckt im Mädesüß eine heilsame Wirkung aufgrund der Anteile an Salicylverbindungen, die sich auch in den Rinden der Weidenzweige finden. Damit sind entzündungshemmende und schmerzstillende Effekte gemeint, die sich als wertvoll bei Erkältungskrankheiten und bei Kopfschmerzen herausstellen können. Aber das Mädesüß weist in den Blättern und Blüten zudem noch ätherisches Öl und Gerbstoffe auf, die den Stoffwechsel anregen. Nun weiß die Tradition der Naturheilkunde, dass man das zu den Rosengewächsen zählende Kraut vom Wiesengrund bei Erkältungskrankheiten verwenden kann. Doch ist es auch wichtig, die Nieren nicht zu vergessen, die permanent für unser Wohlbefinden arbeiten, solange diese intakt sind. Wenn also darauf geachtet wird, den Körper zu entlasten und zu entgiften, indem vermehrt Harn produziert und ausgeschieden wird, kommt das vor allem den Nieren zugute. Das Mädesüß bietet hierin eine gute Unterstützung.

Tee am Vormittag

Schon in der ersten Tageshälfte ist es sinnvoll, den Flüssigkeitshaushalt des Körpers nicht aus den Augen zu lassen. Darum kann man sich gleich am Morgen einen Tee aus Mädesüß zubereiten. Vom Gemisch aus getrockneten und zerkleinerten Blüten und Blättern nimmt man 2 Teelöffel, übergießt diese mit 1/4 Liter kochendem Wasser und lässt beides zusammen 15 Minuten zugedeckt ziehen. Dann abseihen und schluckweise trinken. Das fördert die Abgabe des Harns und stärkt gesunde Nieren. Bei Salicylunverträglichkeit jedoch den Mädesüßtee meiden.

Mädesüߟ oder Wiesenkönigin (Filipendula ulmaria) ⓒ Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Zum Verschwinden bringen

Warzen mit Wacholder konfrontieren

Vor Kurzem noch sorgte die Diskussion rund um die Impfpflicht in Österreich für mediales Interesse und gleichzeitig für Gesprächsstoff auf der Straße. Schon im Kindesalter gilt es sich gegen gefährliche und manchmal auch hochansteckende Krankheiten zu wappnen. Als ich noch zur Schule ging, gab es da weder ein Infragestellen noch ein Pardon, wenn es ums Impfen ging. Alle kamen dran. Gegen Warzen bleibt man leider nicht ein Leben lang gefeit. In jedem Alter können diese punktuell auftretenden Geschwüre auf der Haut zu sehen sein. Was der Wacholder (Juniperus communis) dazu beitragen kann, um mit diesem Problem leichter fertig zu werden, soll diesmal Inhalt dieser Kolumne sein. Der stachelige Strauch gilt als ein schützenswertes Gewächs in unserer Heimat. Er ist ein fixer Bestandteil der Heidelandschaft nördlicher Breiten, wie wir das aus der Literatur kennen, die sich rund um die Jagd oder um die belebte Natur dreht und es einige Schriftsteller zu Papier gebracht haben. In Österreich findet man den Wacholder ebenso da und dort, wie etwa in meiner Heimat, dem nördlichen Waldviertel. Normalerweise bedient man sich der Zapfenbeeren, die im reifen Stadium stahlblau schimmern und eine Reihe von immunkräftestärkenden Inhaltsstoffen aufweisen können. Doch auch die grünen Triebe des Wacholders haben es in sich. Harze, ätherische Öle und Gerbstoffe sind dazu angetan, gerade die Haut zu stärken und in ihrer Konsistenz zu festigen. Und genau dort sitzen gerne die Warzen, die sich durch eine Infektion einschleichen und dann auf unangenehme Weise festsetzen können. Hände und Füße sind bevorzugte Zonen für diese ungebetenen Gäste. Warzen können jedoch auch an anderen Stellen auftreten. Um ihrer Herr zu werden, kann man versuchen, ein altes Hausmittel zur Anwendung zu bringen. Bleiben sie dennoch hartnäckig sitzen oder kommt es zu besorgniserregenden Veränderungen, sollte auf jeden Fall die hautärztliche Betreuung in Anspruch genommen werden.

Hausmittel gegen Warzen

Frische Wacholdertriebe und junge Zweige schneidet man vom Wacholderstrauch im eigenen Garten und trocknet dieselben. Danach so lange zerkleinern und zerreiben, bis ein Pulver daraus entsteht. Nachdem man rund um die Warze die Haut befeuchtet hat, trägt man das Wacholderpulver dick auf, verbindet die Stelle und lässt es am besten während der Nacht oben. Am Morgen wieder entfernen, lauwarm abwaschen und mit einer Arnikatinktur einreiben. Dies eine Zeitlang durchführen.

Wacholderzweig mit Beeren (Juniperus communis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Auskehr in den Adern

Hopfen und Brennnessel zusammenspannen

Wenn jemand zeitig in der Früh den Tag erwartet und es noch dunkel ist, so richtet sich sein Blick gegen Osten. Dort am Horizont kann man am ehesten ablesen, ob sich bald die Sonne zeigen und somit das Licht regieren wird. In diesem Sinne richtet sich unser aller Erwartung wahrscheinlich schon gen Frühling, denn immerhin hat der Winter die längste Zeit hinter sich. Und mit der wärmeren Jahreszeit stellt sich auch das Leben um. Nicht nur in Wohnungen, Büros und Geschäften schaut man darauf, den Frühjahrsputz zu beginnen. Auch dem Leib tut dieses Vorgehen gut. Gewiss benötigt es dort keinen Waschlappen, keinen Staubsauger oder Besen. Hopfen und Brennnessel sind in diesem Falle sicher die besseren Hilfen, die wir uns besorgen können. Es geschieht oft unbemerkt wie beim Staub auf Kästen und Regalen, dass sich so manches in der Physis ansammelt, ohne dass wir groß etwas davon merken. Dabei handelt es sich um Stoffe und Elemente, die wir über die Nahrung aufnehmen. Oder denken wir nur an den Aufenthalt im Freien. Neben stark befahrenen Straßen sind wir einer Emission ausgesetzt, die gleichfalls ihren Niederschlag in unserem Körper findet. Ebenso das Einatmen von dem, was über Kamine und Schlote einfach in die Atmosphäre geblasen wird. Nun ist es uns wohl bekannt, dass das Blut eine wichtige Funktion hat, wenn es gilt, im Körper etwas an die richtige Stelle zu transportieren bzw. das auf den Weg zu bringen, was ausgeschieden und aus der Physis entfernt werden soll. Im Hopfen sind Gerbstoffe vorhanden, die mithelfen, die Zellen aktiv bleiben zu lassen, um die Immunkraft aufrecht zu erhalten. Die Brennnesseln wiederum aktivieren die Ausscheidung des Harns und somit die Reinigung des ganzen Inneren. Also ist es klug und ratsam, die beiden von Zeit zu Zeit zusammenzuspannen, um den Leib auf diese Weise frei von Gift und schädlichen Ablagerungen zu halten.

Teemischung fürs Blut

Von getrockneten und zerkleinerten Hopfenblüten und von ebenso beschaffenen Brennnesselblättern nimmt man jeweils gleiche Teile, um diese zu mischen. Davon wiederum übergießt man 2 Teelöffel voll mit 1/4 Liter kochendem Wasser und lässt den Aufguss 15 Minuten lang ziehen. Danach abseihen und ungesüßt schluckweise trinken. Es reichen 3 Tassen pro Tag. Höchstens 3 Wochen lang durchführen.

Hopfen (Humulus lupulus) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Brennesselzweig (Urtica dioica) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Eine Wohltat für Zähne

Der Ackerschachtelhalm stärkt sie

Die Gesundheit ist ein hohes Gut! Wir wünschen sie einander, da es gilt, einen Geburtstag zu begehen oder Eine Rundumsorge für den ganzen Körper will man oft erst in Anspruch nehmen, wenn man im Alter dazu aus eigenen Kräften nicht mehr fähig ist. Und es ist in der Tat erstaunlich, was in der häuslichen Pflege genauso wie in Fürsorgeresidenzen und Heimen für das Wohlbefinden der Betagten getan wird. Was im Laufe des ganzen Lebens jedoch nicht zu kurz kommen soll, das ist das Achten auf die Hygiene im Mund, auf und rund um die Zähne. Ich glaube, ich brauche nicht extra zu betonen, wie angenehm und beruhigend es ist, sich um den Kiefer und die darauf sitzenden Beißwerkzeuge keine ernsten Sorgen machen zu müssen. Mit dem Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) ist es durchaus möglich, schon in jungen Jahren selbst Verantwortung zu übernehmen und mit einer begleitenden pflanzlichen Methode einer Verschlechterung des Gebisses Einhalt zu gebieten. Die grünen Wuchsteile des Zinnkrautes (ein anderer Name für Ackerschachtelhalm) werden seit jeher in mehrerlei Hinsicht als Hilfe für Haushalt und Gesundheit geschätzt. Der Grund hierfür liegt im hohen Gehalt an Kieselsäure, der mit dem Gebrauch dieses Heilgewächses einhergeht. Somit hat man es mit einem reinigenden und festigenden Kraut zu tun. Und gerade die Zähne sind es, die sich für ein gründliches Sauberhalten des Mundes mit einem intakten Zustand bedanken. Da steht wohl an erster Stelle das tägliche Putzen der Beißerchen, das man nicht früh genug einüben und eben so lange als möglich konsequent durchhalten sollte. Und dann kann man mit den Heilkräutern noch für eine gute Draufgabe sorgen. Im Zinnkraut findet man dahingehend einen guten Partner.

Gurgeln mit Ackerschachtelhalm

Von den getrockneten und zerkleinerten grünen Trieben des Ackerschachtelhalms nimmt man 1 Esslöffel voll. Diese Menge setzt man in 1/4 Liter kaltem Wasser ca. 3 Stunden lang an, ehe man beides zusammen kurz aufkocht und dann abseiht. Auf eine annehmbare Temperatur abkühlen lassen und den Mund gründlich damit spülen sowie auch gurgeln. So kann man mithelfen, einer anstehenden Kariesbildung entgegenzuwirken und auch äußerlich die gute Konsistenz der Zähne zu unterstützen.

Ackerschachtelhalm oder Zinnkraut (Equisetum arvense) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Schmerzen abfedern

Eisenkraut als Linderung

Die Gesundheit ist ein hohes Gut! Wir wünschen sie einander, da es gilt, einen Geburtstag zu begehen oder ein Jubiläum zu feiern. Wir schätzen einen kräftigen und mangellosen Zustand unseres Körpers meist aber erst dann, wenn es aufgrund einer Krankheit oder einer Verletzung zu Einschränkungen kommt. Manches hätte man vielleicht mit vorbeugenden Maßnahmen verhindern oder zumindest hinauszögern können, aber wie heißt es so richtig: wir werden erst durch Schaden klüger. Im Eisenkraut (Verbena officinalis) begegnet uns ein Heilkraut, das im Laufe der Menschheitsgeschichte immer wieder herangezogen wurde, um Freud und Leid der Erdenbürger zu begleiten. Schon vom alten Ägypten gibt es Berichte und archäologische Funde, die Kunde von dessen Verwendung bringen. Das gilt ebenso für das antike Griechenland, das Römische Reich und die Jahrhunderte zurückliegende Kultur auf der arabischen Halbinsel. Spätestens zur Zeit der Kreuzfahrer begann man auch in Europa, das Eisenkraut zu kultivieren und zu verwenden. Immerhin stellt es eine gerbstoffhaltige Bitterdroge dar, die in mehrfacher Weise zur Unterstützung der physischen Verfasstheit zum Einsatz kommen kann. Das Eisenkraut wirkt sich nieren- und magenstärkend aus. Dazu ist es sicherlich zielführend, einen Tee damit aufzugießen und zu trinken. Im Zuge dessen wird auch der Stoffwechsel vermehrt angeregt, was zudem dem allgemeinen Wohlbefinden zuträglich ist. Im Hinblick auf so manche Ursache, die Schmerzen zur Folge hat, sollte man diese Heilpflanze ebenfalls nicht übersehen. Bei Quetschungen etwa oder bei Blutergüssen ist es sicher angebracht, eine begleitende und zugleich lindernde Maßnahme zu ergreifen. Desgleichen bei rheumatischen Beschwerden, die auch nicht schmerzfrei ablaufen. In diesem Zusammenhang schadet es nicht, das Eisenkraut äußerlich zu verwenden.

Auflagen mit Eisenkraut

Eine Menge von 50 g getrockneten und zerkleinerten Eisenkrautes wird mit 3/4 Liter Essig übergossen. Dann auf den Herd stellen und 10 Minuten lang aufkochen. Danach 1 Stunde zugedeckt ziehen lassen. Zum Abschluss nach dem Abseihen und Filtrieren in eine Literflasche füllen und das Fehlende mit einem guten Obstbrand ergänzen. Kühl und dunkel lagern. Im Falle einer schmerzvollen Quetschung, eines Blutergusses oder bei rheumatischen Schmerzen tränkt man einen Wattebausch mit der Flüssigkeit und legt ihn in ein Stück Stoff gehüllt ein paar Stunden lang auf die in Mitleidenschaft gezogene Stelle auf.

Eisenkraut (Verbena officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Den Augen beistehen

Salbei bei Entzündungen

Vor einigen Tagen durfte ich zusammen mit meinen Mitarbeiterinnen im Kräuterpfarrer-Zentrum in Karlstein wieder einmal eine Busgruppe begrüßen, die sich bei uns ein fröhliches und interessiertes Stelldichein gab. Das ist eine gute Gelegenheit, die Gäste herzlich willkommen zu heißen, kompetent zu beraten und ihnen das eine oder andere aus dem reichen Sortiment der Kräuter anzubieten. Im Zuge dieses Besuches nahm mich eine Dame beiseite, um mir ihre guten Erfahrungen mit dem Salbei (Salvia officinalis) zu schildern. Grund genug, um heute bei diesem Heilkraut quasi „hängenzubleiben“ und einen ganz konkreten Tipp weiterzugeben. Der Salbei ist ein Lippenblütler, der seit langer Zeit ein fixer Bestandteil liebevoll gepflegter Bauerngärten war und ist. Er braucht hierzulande die menschliche Obsorge, da er der Herkunft nach aus dem Mittelmeergebiet abstammt und somit auf milderes Klima abgestimmt ist. Seinen typischen Geschmack macht man sich zunutze, um so manche Speisen damit zu würzen. Doch vor allem kennt man den Salbei als heilsames Gewächs. Ätherisches Öl, Bitter- und Gerbstoffe und ein wenig Thujon tragen dazu bei, dass sich die Verwendung des beliebten Gewächses bei Entzündungen des Atembereichs und der Haut bezahlt macht. Der Salbei hat eben keimtötende, entzündungshemmende und darüber hinaus eine trocknende Wirkung. Die Augen in unserem Gesicht sind eine sehr sensible Zone, die wir nach Möglichkeit schützen, um ihren wichtigen Dienst der visuellen Wahrnehmung nicht zu gefährden. Dennoch kann es passieren, dass sich schädliche Keime einschleichen oder ein Aufenthalt in zugigem Terrain dazu führt, dass sich die Lider entzünden. In der Folge beginnen die Augen dann zu brennen und jucken, was sehr unangenehm ist. Überdies bildet sich vermehrt eine Kruste, die ebenfalls lästig sein kann. Ein wenig Abhilfe vermag hier der Salbei zu schaffen.

Dünne Salbeiwaschung

Bei entzündeten Augenlidern und deren Begleiterscheinungen kann es angebracht sein, zum Salbei zu greifen. Von den getrockneten und zerkleinerten Blättern des Krautes nimmt man bloß 1 Teelöffel voll und übergießt die Droge mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und filtrieren. Dann nimmt man einen Wattebausch, tränkt ihn mit dem Aufguss und wischt sich die Gegend rund um die Augen damit ganz vorsichtig aus. Das kann dazu beitragen, dass sich die Situation bessert und die Infektion zurückgeht.

Salbeizweig (Salvia officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya