Pfefferminze einmal anders

Ein Tipp für die Hundezucht

Schön langsam beginnen die Vorbereitungen für ein Jubiläumsjahr. Im nächsten Januar jährt sich der Geburtstag von Kräuterpfarrer Hermann-Josef Weidinger zum 100sten Mal. Grund genug, um in Dankbarkeit zurückzublicken und gleichzeitig den guten Umgang mit Heilpflanzen im Heute adäquat zu praktizieren. Geschmack- und gehaltvolle Gewächse sind nicht nur imstande, eine tragfähige Brücke zwischen mir und meiner Gesundheit zu bilden; sie helfen überdies, die menschliche Sorge um die ihnen anvertrauten Tiere wahrzunehmen. Dazu soll mir die Pfefferminze (Mentha piperita) als Beispiel dienen. Dieses Kraut ist uns angesichts seines angenehmen Aromas sehr vertraut. Botanisch gesehen dürfte es sich um einen Bastard aus mehreren Minzearten handeln, der vor allem seit dem 17. Jahrhundert ausgehend von den Britischen Inseln Bekanntheit erlangte und die Gärten auch auf dem europäischen Festland eroberte. In ihrer unterstützenden Wirkung zeigt sich die Pfefferminze u. a. krampflösend im Magen- und Darmbereich, anregend auf Leber und Galle sowie kräftigend nach Erkältungskrankheiten. Im Bezug auf die Tierpflege hat die populäre Heilpflanze aber auch noch etwas zu bieten. Dazu muss man wissen, dass sich der eingangs in Erinnerung gerufene Priester und Naturheilkundler Weidinger jahrzehntelang mit der Haltung und Züchtung von Collies beschäftigte. Aus seinem Erfahrungsschatz möchte ich daher heute ein Detail herausgreifen, bei dem die Pfefferminze eine Rolle spielt. Eine angestrebte Einheit von Mensch, Tier und Pflanze ist ja auch nicht das Schlechteste.

Trank nach dem Wurf

1 Teelöffel voll getrockneter Pfefferminzblätter wird mit 1/8 Liter kochendem Wasser übergossen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Dann abseihen und mit 1/4 Liter Milch vermischen. Zeitnah nach dem Werfen der Welpen kann dieser Pfefferminztrank den Hündinnen gereicht werden, um so die Bildung eines harten Gesäuges hintanzuhalten.


Pfefferminze ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Für den Magen sorgen

Odermennig steht ihm gut zur Seite

In einen Menschen kann man letzten Endes nie ganz hineinblicken. Er bleibt anderen und ein gutes Stück auch sich selbst immer ein Geheimnis. Das gehört nun einmal zu unserem Wesen dazu, das wir uns nicht selbst zurecht gelegt hätten, sondern das wir dem Schöpfer zu verdanken haben, dessen Ebenbild wir Zeit unseres Lebens darstellen dürfen. In weiterer Folge sind wir eine Einheit aus Leib und Seele. Im Odermennig (Agrimonia eupatoria) finden wir ein Geschöpf vor, da sich allein schon an seinem Äußeren von uns unterscheidet. Und dennoch verbindet Pflanze und Mensch mehr, als es uns vordergründig einleuchtet. Wenn ich so meine Wege durch die Natur ziehe, freue ich mich jedes Mal, wenn ich in warmen Monaten den Odermennig erblicken darf. Diese herrliche und zugleich milde Pflanze erinnert mich daran, dass Leib und Seele eine Einheit sind und dass ein und dasselbe Kraut mitzuhelfen imstande ist, damit meine gesamte Verfasstheit einen Profit durch dieses in Empfang nehmen kann. Um meine Gesundheit zu unterstützen, darf ich mich in erster Linie meinem Inneren in Form von Magen und Darm zuwenden, um dort zuallererst die guten Wirkkräfte des Odermennigs zur Geltung kommen zu lassen. Durch einen Tee wird z.B. die Funktion der Magenschleimhaut gefestigt und positiv unterstützt. Dieser gute Effekt wirkt sich ebenso fördernd auf die Konstitution des Darmes aus. Wozu also in die Ferne schweifen, wenn der Herrgott uns so manch hilfreiches Kraut ohnehin Jahr für Jahr an die Wegränder entlang unserer Fluren stellt?

Einzeln oder in einer Mischung

Das getrocknete und zerkleinerte blühende Kraut lässt sich ganz einfach im Heißaufguss zu einem wirkungsvollen Tee aufbrühen, indem man 2 Teelöffel voll mit 1/4 l kochendem Wasser übergießt, 15 Minuten zugedeckt ziehen lässt und dann abseiht. Bei Problemen im Magen- und Darmbereich ist Odermennig-Tee besonders angezeigt. In Falle eines Magenschleimhautkatarrhs kann man auch eine Mischung anwenden, die aus 3 Teilen Odermennig, 2 Teilen Kamillenblüten und 1 Teil Benediktenkraut besteht. 2 bis 3 Tassen pro Tag davon schluckweise trinken.


Odermennig ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Eine pflanzliche Fürsorge

Im Hirtentäschel entdecken

Suchen wir nach einer identischen Beschreibung des Wesens Jesu Christi, werden wir wohl kaum in amerikanischen Monumentalfilmen oder in größtenteils fiktiv verfassten Romanen fündig, so gut diese auch konzipiert sein mögen. Der direkte Weg zur Bibel ist sicher der bessere und bleibt letztendlich auch unumgänglich, will man ganz nahe an die Figur des Erlösers herankommen. Ein Heilkraut greift in seinem Namen ein Bild auf, das uns die Hl. Schrift diesbezüglich liefert: das Gewöhnliche Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris). Es zählt zur Pflanzenfamilie der Kreuzblütler und ist eigentlich das ganze Jahr über häufig in unseren Vegetationsbreiten zu finden. Für Amateure der Kräuterkunde lässt sich dieses Kraut sehr leicht an den abstehenden Samenschötchen erkennen, die in Form einer bei Hirten früher mitgeführten Tasche das Gewächs eindeutig als solches manifestieren. Der Gute Hirt wiederum, der uns in Jesus begegnet, hat eine positive Auswirkung auf die ihm Anvertrauten. So können wir also folgerichtig auch beim Hirtentäschel nach einem gesundheitlichen Gewinn fragen, wenn wir uns quasi unter seine pflegende Obhut stellen. Schon unsere Vorfahren waren es, die im Bezug auf die Blutgefäße gute Erfahrungen mit dem besagten Kraut machten und es daher einsetzten, um bei Frauenleiden und Krampfadern die Beschwerden zu lindern. In diesem Zusammenhang denke ich ebenso an ein meist diskret besprochenes Leiden im Afterbereich, das zu manchen Unannehmlichkeiten führen kann.

Tee bei Hämorrhoidalleiden

Zum getrockneten und zerkleinerten Hirtentäschelkraut mischt man zu gleichen Teilen auch noch getrocknete Kamillenblüten hinzu. Davon nimmt man dann 2 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und hernach abseihen. Sind Hämorrhoiden aufgetreten, so trinkt man von diesem Tee am besten 3 Tassen pro Tag, einige Zeit hindurch bis sich die Symptome wiederum verringern. Ratsam ist es, gleichzeitig auch äußerliche Maßnahmen wie etwa spezielle Sitzbäder durchzuführen.


Hirtentäschel ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Zeit fürs Frühstück

Apfel und Zitrone nicht vergessen

Was bezwecke ich womit? Diese nüchterne Frage kann man durchaus zwischendurch einmal durch den Kopf gleiten lassen, wenn man im Alltagstrott einfach nur „funktioniert“ oder auch, wenn Stress und ein Haufen an Terminen manches außer Acht kommen lassen. Ich möchte diese Anfrage heute einmal an unsere Frühstückskultur richten. Zwei Früchte mit Namen Apfel und Zitrone sollen mir helfen, eine annehmbare Antwort darauf zu formulieren. Viel Zeit bleibt ja gerade in der Frühe nicht, um sich eingehend damit auseinanderzusetzen. Ein ausgiebiges Frühstück ist normalerweise nur die Angelegenheit eines gemütlichen Urlaubes. Da kann man es sich sozusagen leisten. Aber was bezwecke ich mit der ansonsten vielleicht zu schnell oder überhaupt gar nicht zu mir genommenen ersten Mahlzeit des Tages? Das Resultat ist hier wohl kaum ein gesundheitsunterstützendes. Ich würde Eulen nach Athen tragen, wenn ich nun auf den Gehalt der Vitamine, Spurenelemente und Ballaststoffe hinweise, der im Apfel enthalten ist. Ebenso weiß jeder um die erfrischende Wirkung der Zitronen. Aber wenn ich konkret die Stärkung meiner Immunkraft als Ziel verfolge, so darf ich durchaus schon beim Frühstück damit beginnen, diesem Ansinnen durch ein bewusstes Konsumieren ein paar Schritte näher zu kommen. Gewiss dürfen mich dabei ruhig der eigene Geschmack und die Probierfreudigkeit anleiten, wie ich Äpfel und Zitronen dementsprechend aufbereiten kann. Mein Vorschlag für heute ist es, noch ein paar Ingredienzien hinzuzufügen, um die Abwehrkräfte für ihren weiteren Dienst gut zu mobilisieren.

Gesunde Mischung

Als ersten Schritt nehme ich einen ganzen Apfel, um ihn zu reiben. Danach wird 1/2 Zitrone ausgepresst und der Saft dazugegeben. Weiters folgen 1 Teelöffel voll frisch gerissenen Krens, 2 Esslöffel Weizenkleie und 1 Esslöffel voller naturbelassener ungeschwefelter Rosinen. Alles miteinander gut abmischen und dann genüsslich mit einer Scheibe Knäckebrot oder Vollkornbrot samt knuspriger Rinde schnabulieren. Der Genuss soll ja bei dieser gesunden Maßnahme nicht zu kurz kommen. ;-)


Apfelhälfte ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya


Zitronenhälfte ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Fruchtgenuss als Diät

Was Datteln dazu beisteuern können

Bald geht‘s nach Israel. Ich freue mich schon, ab dem 1. Februar mit einer Gruppe ins Hl. Land reisen zu dürfen. Übrigens: Restplätze sind noch frei! Wer Interesse hat, kann sich im Kräuterpfarrer-Zentrum melden. Da ich selbst einer Grippe nicht entrinnen konnte, schau ich nach dem aus, was mir jetzt wiederum für meine Gesundheit gut ansteht. Kräuter in Teeform haben mir schon gut geholfen, den Körper zu unterstützen. Doch mein persönlicher Appetit leitet mich momentan zu den Früchten des Nahen Ostens hin, wie sie mir u. a. in Datteln zugänglich sind. Der Baum, der diese köstlichen Früchte hervorbringt, ist die Echte Dattelpalme (Phoenix dactylifera). Irgendwo animiert mich allein schon der wissenschaftliche Name dieses Palmengewächses dazu, mich nicht den wie auch immer gearteten Krankheiten willenlos zu überlassen, sondern es ganz im Gegenteil dem griechischen Fabelwesen des Phoenix gleichzutun, der sich aus der Asche erhob, um dem Licht entgegenzustreben. Insofern stand der sich erhebende Vogel auch als Symbol für die christliche Auferstehung. Aber gerade in physischen Situationen der Niedergeschlagenheit können Datteln etwas zur Verbesserung des Allgemeinzustandes beitragen. Sie unterstützen vor allem angeschlagene Nerven, den Erneuerungsprozess des Blutes und verringern eine allenfalls vorhandene Stuhlträgheit, die eine Entgiftung des Körpers verzögern würde. Auch wenn wir das heimische Obst und Gemüse niemals gering schätzen dürfen, spricht doch wenig dagegen, gerade im Winter zu Datteln zu greifen. Ich wünsche allen, die momentan dabei sind, eine Grippe auszukurieren, sich bald wiederum voll genesen wie ein Phoenix aus der Asche erheben zu können!

Kraftnachschub von Palmen

Wer unter Schwächezuständen infolge eines Infektes leidet oder eine leichte Funktionsstörung der Leber zu beklagen hat, möge mehrere Tage hindurch zwischen den Mahlzeiten zu einer kleinen Menge Datteln greifen und diese genüsslich verzehren. Sie sind reich an natürlichem Fruchtzuckergehalt und bringen einen Reichtum an Faser- und Zellulosebestandteilen in die Verdauung ein. Diabetiker und Magenleidende sollen die Datteln aber eher meiden, da die Datteln auch einen hohen Wert an Fruchtsäuren in sich bergen.


Dattelpalme und Datteln ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Ab jetzt abschälen

Zu den Weiden am Ufer gehen

Dem Wasser begegnen wir momentan meist in gefrorenem Zustand, sobald wir den ersten Schritt vor die Haustür setzen. Ich persönlich bin sehr froh, dass der Winter vor allem in den nördlichen und östlichen Breiten Österreichs heuer mehr Register zieht als sonst. Frost und Schnee besitzen durchaus eine für die Natur reinigende Kraft, die alles wieder in den rechten jahreszeitlichen Rhythmus einpendeln lässt. Die Weiden (Salix), die vielerorts naturbelassene Bach- und Flussbette säumen, stellen sich dem Wasser samt dem damit verbundenen Wetter in jeglicher Form. Da nun die Zeit wiederum zaghaft beginnt, dem Frühling zuzustreben, dürfen wir in den Weiden ihre sich stets erneuernde Vitalität entdecken, wenn es auch bis zum Blattaustrieb noch Monate dauern wird. Vor allem die Rinde der jüngeren Triebe der verschiedenen Weidenarten ist es, die die Naturheilkunde schon seit der Antike hoch in Ehren hält. Die Hauptwirkstoffe der Weidenrinde sind Gerbstoffe und Salizin. Wird letzteres durch den Stoffwechsel dem Blutkreislauf zugeführt, entsteht durch Oxidation der eigentliche Heilstoff Salizylsäure, der so manches Lindernde in den Körper einzubringen vermag. Schon lange wird Salizylsäure chemisch hergestellt und in vielen Medikamenten verwendet. Doch die Natur war uns schon immer einen Schritt voraus. Trotz des eingangs behandelten Winters ist es nicht falsch, bereits jetzt daranzugehen, die naturheilkundlichen Reserven zu Hause wiederum aufzufüllen.

Weidenrinde ernten und anwenden

In den Monaten Januar und Februar ist es recht und gut, von fingerdicken Ästchen der verschiedenen Weidenarten, vorzüglich jedoch von der Salweide, die Rinde in Streifen zu schälen und rasch zu trocknen. Daraus kann man sich dann eine Abkochung zubereiten, deren Ergebnis als brauchbares Gurgelwasser verwendet werden kann. Dies darf bei Anschwellung der Mandeln genauso der Fall sein wie bei Zahnfleischentzündungen oder ähnlichen Beschwerden im Mund- und Kieferbereich.


Weide ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Die Verdauung aufpäppeln

Der Wacholder kann etwas beisteuern

Im Winter fällt so manches ins Auge, was im restlichen Jahr eher in den Hintergrund tritt. Dafür sorgt z. B. das Fehlen des Laubes auf großen Bäumen, hinter denen sich die eine oder andere schmucke Fassade verbirgt. In der Vogelwelt sind es wiederum die Gäste aus dem Norden, die sich bei uns anscheinend besser durchschlagen können als in ihrem Brutareal. Eine Spezies, nämlich die Wacholderdrossel, können wir aufgrund ihrer Bezeichnung mit dem gleichnamigen Zypressengewächs, dessen Zweige ihr grünes Nadelkleid trotz Eiseskälte bewahren, in Verbindung bringen. Da die liebenswerten Vögel ihren Hunger ganz gerne mit den Beeren das Wacholders stillen, weisen sie auch uns humane Zweibeiner auf den heilenden und stärkenden Wert dieser in der Reife stahlblau gefärbten Früchte hin. Generell kann man sagen, dass die Zapfenbeeren des Wacholders die Immunkräfte unseres Organismus unterstützen können. Dass dies gerade jetzt von Vorteil ist, wird wohl niemand von der Hand weisen. Und die Verdauung trägt ebenfalls ihren Profit davon, wenn sie mit diesen würzig schmeckenden Gaben in Berührung kommt. Ich kenne Leute aus meinen Pfarrdörfern, die bei der Gartenarbeit im Vorübergehen ein paar Wacholderbeeren naschen, um ganz konkret für ihre Gesundheit etwas zu unternehmen. Momentan grassiert gerade eine so genannte Darmgrippe, die viele für ein paar Tage außer Gefecht setzen kann. Um sich danach wiederum aufzurappeln, ist es sicher vernünftig, nur dem Magen und Darm Zuträgliches zu essen und zu trinken. Zusätzlich darf auch der Wacholder zur Anwendung gelangen.

Magen, Darm und Pankreas fördern

Die Tätigkeit des Verdauungstraktes samt Bauchspeicheldrüse lässt sich unterstützen, indem man folgende Kur durchführt: 1 Teelöffel voller zerquetschter Wacholderbeeren wird mit 1/4 Liter kochendem Wasser aufgegossen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen. In der Früh und am Abend trinkt man ungesüßt 3 Wochen hindurch jeweils 1 Tasse davon. Voraussetzung für diese Maßnahme sind jedoch gesunde und intakte Nieren. Ist dies nicht der Fall, soll man den Wacholder aufgrund seiner nierenreizenden Wirkung hingegen meiden!

Echte Wacholderzweig ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Nieren intakt halten

Die Goldrute hilft auch der Blase

Kläranlagen sind für die Gemeindeverwaltungen oft der Stolz ihrer technischen Einrichtungen. Mit hohem finanziellen Aufwand werden daher Kanalisationssysteme errichtet und instand gehalten, um zu verhindern, dass sich Abwässer einfach in den nächsten Bach oder Fluss ergießen und in Folge ein ökologisches Unheil anrichten. Gott sein Dank wurde gerade in unserer Heimat in den letzten Jahrzehnten für die Wiedergewinnung der hohen Qualität des vorhandenen Wassers viel investiert. In unserem Körper übernehmen zum Teil die Nieren eine derartige Funktion. Die Echte Goldrute (Solidago virgaurea) wiederum steht in einem engen Zusammenhang mit diesen Organen und in der Fortsetzung ebenso mit Harnleiter und Blase. Der Korbblütler findet sich in freier Natur in der Nähe des Waldes auf Schlägen und Wegrändern und wagt sich auch in einen lichten Bestand desselben vor. Mit ihren gelben Blüten verkörpert die Goldrute den Frohsinn und die Heiterkeit, die den von Gott geschaffenen Wesen gleichsam in ihr Wesen eingebaut zu sein scheint. Neben ihren schleimlösenden und entzündungshemmenden Eigenschaften ist ihr auch besonders eine wassertreibende Wirkung eigen. In vielen Gärten und rund um die Siedlungen finden wir eine Verwandte der heimischen Art vor, bei der es sich meist um die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis), seltener um die Riesen-Goldrute (Solidago gigantea) handelt. Diese Gewächse beinhalten sehr ähnliche Stoffe wie die Echte Goldrute. Dennoch sollte man der heimischen Spezies in der naturheilkundlichen Verwendung den Vorrang geben. Das umso mehr, da man diese durchaus auf einer eigens dafür eingerichteten Fläche im Garten ziehen und ernten kann. Jetzt im Winter steht uns die getrocknete Blütendroge der Goldrute zur Verfügung, die sehr gut dazu geeignet ist, unser Klärsystem im Leib zu unterstützen.

Tee aus Goldruten-Blüten

Wenn die Nieren angeschlagen sind oder unangenehme Blasenleiden sich einstellen, so ist es auch möglich, neben der ärztlich verordneten Medikation auch zu natürlichen begleitenden Maßnahmen zu greifen, die einen Besserungsprozess fördern. Im herkömmlichen Heißaufguss kann man sich in derartigen Phasen einen Tee aus Goldruten-Blüten aufbrühen, von dem man dann regelmäßig morgens 1 Tasse davon trinkt. Das unterstützt übrigens auch die Linderung von so genannter Wassersucht.


Echte Goldrute ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Den Gefühlsbarometer ausgleichen

Den Majoran in die Waagschale werfen

Kaum sind die Feiertage vorüber, kommt es einem vor, dass jeder wieder von einem etwas will. Und viele möchten spätestens jetzt das vor uns liegende Jahr im Groben vorausgeplant haben. So manche Arbeit, die vor Weihnachten liegen geblieben ist, schreit womöglich auch nach Vollendung. Kurz und gut: die Nerven haben keine Schonfrist mehr. Der Majoran (Origanum majorana) lässt unsere Gedanken in den Sommer hinein schweifen, wo wir auf eine längere Urlaubszeit hoffen können, zu der wir jedoch schon jetzt reif wären. Aber es hilft alles nichts: davonlaufen und die vor uns stehenden Anforderungen einfach liegen und stehen lassen, ist wohl auch keine Lösung. Wir können uns dagegen durch die Präsenz eines Heilkrautes wie dem Majoran ein bisschen die wärmeren Monate quasi in die momentanen Tage hereinholen. Für gewöhnlich kennen wir den Lippenblütler als Gewürzkraut. Sein wilder Verwandter, der Dost, ist ja sehr oft im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde, wenn z. B. eine gute Pizza verspeist wird. Somit liegt es nahe, dass die Wirkkraft des Majorans über den Magen unserem Organismus seine wertvollen Dienste zu erweisen vermag. Das trifft auf jeden Fall zu. Sich von innen heraus wohl zu fühlen und dabei gleichzeitig das Gemüt aufzuhellen, das versteht unser pflanzlicher Bruder Majoran. Nun zurück zum Meistern des Alltags: Wenn uns vieles und viele auf die Nerven gehen, ist irgendwann einmal das Maß des Abfederns und des Verständnisses für all das aufgebraucht. Wir reagieren gereizt und dann und wann kann das sprichwörtliche Häferl übergehen, meist zum Schaden der unmittelbaren menschlichen Umgebung. Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollte der Majoran in unserer greifbaren Nähe bleiben. Man muss mit ihm nicht unbedingt den Urlaub verbringen, aber wenn er in einer eingelegten Arbeitspause mit von der Partie ist, hat man selbst und auch die Kollegenschaft in der Firma etwas davon.

Ein Tee zum Ausgleich

Wenn vieles auf einmal zusammenkommt, werden unsere Nerven besonders strapaziert. Es entsteht eine gereizte Stimmung, die wir meist auch nicht verbergen. In so einem Fall ist es ratsam, eine Schale frisch aufgebrühten Majorantee zu trinken. Dieser hebt durch sein würzig-balsamisches Aroma das Gemüt und schafft bei Überreiztheit einen wohltuenden Ausgleich.


Majoran ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Den Darm beobachten

Zur Schafgarbe greifen

Vieles, was unser Leben ausmacht, spielt sich im Verborgenen ab. Gewiss wollen wir einzelnen Abläufen auf den Grund gehen. Und angesichts des massiven Verlagerns von allem und jedem in soziale Netzwerke hinein ist mehr als notwendig auch auf den bei sich getragenen Displays abrufbar. Das ersetzt jedoch nicht das Wahrnehmen des tatsächlichen Lebens, das an unsere Haut angrenzt und das vor allem darunter liegt. Die Schafgarbe (Achillea millefolium) ist ebenfalls über das Internet abrufbar. Dort kann man sich informieren, wie sie aussieht, wo sie wächst und wie man dieses wertvolle Kraut verwenden kann. Darin besteht meiner Meinung nach durchaus ein Segen, um vielleicht auf diesem Weg wiederum besser an die Natur andocken zu können. Durch die Gestalt der grazil aufgebauten Blätter der Schafgarbe ist es visuell ablesbar, dass sich die Pflanze mit ihren Wirkstoffen in gesundheitlich prekäre Situationen gleichsam gut einfühlen und somit mit ihren Wirkstoffen an sensible Bereiche herantasten kann. Nicht nur, dass eine aufbereitete Schafgarbe Mineral- und Bitterstoffe in den Organismus einbringen würde; sie weist auch eine keimtötende und entzündungsmindernde Eigenschaft auf und wirkt überdies krampflösend. Ein ganz wichtiger Ort unseres Wohlbefindens ist ein gut funktionierender und gesunder Darm. Strahlen von dieser Zone jedoch ungewohnte Symptome in Form von Schmerzen aus, so ist diesem Zeichen rechtzeitig Beachtung zu schenken. Als ersten Schritt einer Zuwendung kann man zur Schafgarbe greifen. Sie soll einerseits mithelfen, eine mögliche Linderung zu erzielen und andererseits das Einfühlen verstärken, das sich unser Leib verdient hat, um rechtzeitig wiederum ganz beisammen zu sein.

Tee zur Darmberuhigung

Wenn es im Unterbauch rumort oder wenn dort sogar leichte Schmerzen attestiert werden, kann man als ersten Schritt einen Tee aus getrocknetem und zerkleinertem Schafgarbenkraut aufbrühen. Dazu nimmt man 2 Teelöffel der Kräuterdroge und übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Lauwarm schluckweise trinken und nicht zusätzlich süßen. Generell sollte man es keinesfalls unterlassen, die ärztliche Diagnose bei länger andauernden Darmschmerzen einzuholen.


Schafgarbe mit Wurzel ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya