Ein Spaziergang im Frühling

Mit Ehrfurcht zum Boden schauen

Unser Körper kommt am besten mit dem zurecht, was zur jeweiligen Zeit gerade in der Umwelt passiert und wächst. Konkret ist vom Wetter bzw. der Jahreszeit und dem pflanzlichen Angebot in der freien Natur die Rede. Das sind zwar anscheinend selbstverständliche Tatsachen, die aber von einem Großteil unserer Zeitgenossen ignoriert werden. Denn es ist ja so unkompliziert, sich eine Scheinwelt um sich herum aufzubauen und damit eine Zeit lang das Leben zu genießen, bis sich eben im Laufe der Monate und Jahre bestimmt Beschwerden psychischer oder physischer Natur einstellen, die dann wiederum einen zeitlichen und finanziellen Aufwand benötigen, um dementsprechend behandelt zu werden. Dabei ist es durch eine vernünftige und bescheidene Lebensweise so einfach, sich das größtenteils zu sparen. Das Gewand z. B. richtet sich normalerweise nach dem jeweiligen Wetter und nicht unbedingt nach meinem eigenen Spleen. Will jemand bei niedrigen Temperaturen nur hauchdünn bekleidet für seine Altersgenossen als cool erscheinen, führt das höchstens zu einer Erkältung des Körpers. Es ist auch sinnwidrig, in der beginnenden Vegetationsperiode über all das hinwegzublicken, was der Reichtum der Natur bis an meine Zehen wachsen lässt. Ich brauch mich nur respektvoll vor all dem zu verneigen, um die eine oder andere Gabe für meine derzeitige Verfassung zu entdecken. Und alles ist jetzt frisch im Angebot.

Wildkräuter ganz frisch verwenden:

Uns allen steht jetzt eine reiche Palette an frisch ausgetriebenen Pflanzen zur Verfügung, die wir je nach Geschmack und Phantasie gebrauchen und verkosten dürfen. Dazu zählen z. B. Bärlauch, Brennnessel, Ehrenpreis, Gänseblümchen, Gundelrebe, Löwenzahn, Sauerampfer, Schafgarbe und Spitzwegerich. Alles kann uns als Grundlage für einen Tee, als Gewürz für die Suppen oder als Beigabe für einen Brotaufstrich dienen.

Dauerthema Blut

Es beseelt den ganzen Körper

Können Sie Blut sehen? Also ich tu mir bei manchen Gelegenheiten eher schwer damit. Wenn auch im Notfall sich nicht die Frage stellt, einem verletzten Menschen zu helfen, kann es aber doch passieren, dass ich mit einer gewissen Blässe auf die Verletzungen meiner Mitmenschen reagiere. Beim Blutabzapfen muss ich auf jeden Fall wegschauen, sonst wird mir ganz schwindlig. Abgesehen von diesen durchaus emotionalen Reaktionen verdient das Blut aber auf jeden Fall unser Interesse. Für den kompetenten Mediziner stellt es sehr oft das Informationsmedium dar, wenn es gilt, einer verborgenen Krankheit auf die Schliche zu kommen. Leider kann der Arzt auch unsere kleineren oder größeren „Sünden“ in Bezug auf unsere Ernährung vom Blut ablesen. Auf jeden Fall braucht unser Körper genug vom roten Saft, damit alle Bereiche gut miteinander kommunizieren können. Das wird umso beschwerlicher, je schlechter die Konsistenz unseres Blutes ist. Heilkräuter können in Bezug auf unsere Gesundheit zwar keine Wunder in kürzester Zeit – also von einer Minute auf die andere – bewirken, aber dennoch sind sie in der Lage, durch konsequentes Gebrauchen den guten Allgemeinzustand unseres Befindens zu festigen. Wer die wertvollen Inhaltsstoffe einer gesundheitsunterstützenden Pflanze über die Verdauung dem Blut anbietet, dem wird auch in den Adern vermehrt die dadurch initiierte Dankbarkeit fließen.

Bei Blutarmut:

In 1 Liter gutem Rotwein kann man 8 Tage lang 1 Esslöffel voll getrocknetes Tausendguldenkraut ansetzen. Danach den Wein abseihen, in eine Flasche füllen und in den Kühlschrank stellen. Täglich davon 2 kleine Gläschen trinken, um das Blut in den eigenen Adern zu unterstützen.

Ornithologische Seltenheit

Der Wiedehopf brütet in Höhlen

Es bereitet mir immer wieder viel Freude, die Vögel und ihr buntes Treiben rund ums Haus und in der Natur zu beobachten. Manchmal schaffe ich es auch, Interessierte in aller Herrgottsfrüh zum Aufstehen zu bewegen, um ihnen nach Möglichkeit die einzelnen Stimmen des gefiederten Konzertes an einem Spätfrühlingsmorgen zu erklären. Und dann und wann werde auch ich überrascht. Unlängst fuhr ich mit meinem Auto in ein Dorf und habe am Waldrand die untrüglich schwarz-weiß gestreiften Flügel einer Rarität entdecken dürfen: nur ein paar Meter von der Straße entfernt suchte ein Wiedehopf (Upupa epops) im Geäst der Tanne seine Zuflucht. Als ich dann kurze Zeit darauf wiederum am Heimweg war, wiederholte sich der Anblick. Demnächst werde ich mich aufmachen, um zu Fuß und daher behutsamer nachzuschauen, ob denn der exotisch anmutende Vogel hier auch seine Brutstätte bezogen hat. Es ist meiner Meinung sehr wichtig, dass sich viele Interessierte auf diese unblutige Weise auf die Jagd machen, um die Raritäten der Vogelwelt unserer Heimat zu erkunden. Der Wiedehopf z. B. bevorzugt als wärmeliebende Art offene und trockene Landschaften. Zur Brut und zur Aufzucht seiner Jungen braucht er Bruthöhlen, die er in morschen Bäumen, aufgelassenen Spechthöhlen und sogar in Steinhaufen und Mauerfugen findet. Manchmal nimmt er auch mit Nistkästen vorlieb, die eigentlich für den Steinkauz bestimmt sind. Seine Nahrung stochert er aus dem Boden heraus und füttert mit den ergatterten Larven, Engerlingen und Würmern die jungen Wiedehopfe.

Brutvogelatlas neu:

Zur Identität unserer Heimat zählen gewiss auch die häufig auftretenden und noch mehr die seltenen Arten der jeweils regionalen Vogelwelt. Für unser Bundesland wird in den nächsten Jahren ein eigener Atlas zusammengestellt, damit die Vorgängerwerke aktualisiert werden können. Da braucht es viele Mitarbeiter, die ihre ornithologischen Beobachtungen aufzeichnen und melden. Nähere Informationen gibt es unter www.birdlife.at .

Pflanzliche Wasserspezialisten

Natürliche Uferbefestigung

Dort, wo der Winter bis vor kurzem den Ton angegeben hat, sieht man an den Ufern der Flüsse und Bäche Bäume stehen, die scheinbar mit einem rötlich-violetten Schimmer umgeben sind. Diesen eigenen Farbton bringen nun die blühenden Schwarzerlen (Alnus glutinosa) in die Natur ein, da es endlich Zeit ist, den Blütenstaub aus den männlichen Kätzchen Richtung weibliche Blüten zu schicken. Somit wird auch durch diese Beschaffenheit offenkundig, dass die Erlen zu den Birkengewächsen zählen. Ich bin mir durchaus bewusst, dass die Zeit des anbrechenden Frühlings eine Prüfung für alle Allergiker darstellt, die unter anderem auch auf die Pollen dieser Bäume mit geröteten Augen und gereizten Atmungsorganen reagieren. Dennoch ist die Schwarzerle ein wertvolles Element in unseren Auen und Flusstälern, da sie mithilft, dass ein natürliches Gerinne trotz Hochwasser und Eisstoß seinen einmal geformten Lauf behält. Denn die Wurzeln der Schwarzerlen sind wahre Meister im Befestigen der Bach- und Flussufer. Dann und wann muss auch ein Erlenbaum gefällt werden. An den Schnittstellen leuchtet das Holz rotorange auf, so dass man zudem an diesem Merkmal feststellen kann, dass es sich um Erlenholz handelt. Im Möbelbau ist dieser Grundstoff durchaus von hohem Interesse. Bei einer Renaturierung eines Gewässers sollten auf jeden Fall die Schwarzerlen ein Wort mitzureden haben.

Falten mit Erlen hintanhalten:

Eine Menge von 150 g frischer oder getrockneter Blätter der Schwarzerle kann man zerkleinern und mit 2 Liter kochendem Wasser übergießen. 20 Minuten ziehen lassen und genauso lang in der Wanne baden, nachdem man den Absud ins Badewasser geleert hat. Das hilft bei Hautausschlägen und hemmt die Faltenbildung.

Die Atmosphäre verändern

Und bei sich selbst beginnen

Unser altes Kloster ist ein Touristenmagnet. Wenn auch die Scharen von Kunstinteressierten nicht so zahlreich nach Geras kommen wie etwa in die Peripherie der Bundeshauptstadt Wien oder in die Wachau, so wissen die Kenner dennoch um die Schönheit der altehrwürdigen Prämonstratenserstiftung aus dem 12. Jahrhundert. Mithilfe der Kunst vergangener Jahrhunderte und der Gegenwart, die in den klösterlichen Räumen zu bestaunen ist, lässt sich so manches Geheimnisvolle rund um Gott übersetzen und ein Stück weit erschließen. Je mehr Besucher in die alten Mauern strömen, umso mehr rührt sich und gleichzeitig ändert sich die Atmosphäre darin. Die Geruchspalette reicht von dezent aufgetragenem Parfüm bis hin zu eher unangenehm wahrnehmbarer schweißbegründeter Ausdünstung samt Jausen- und Kaugummigeruch. Abgesehen von diesen fremdenverkehrsbedingten Nebenerscheinungen weiß jeder um die Last, einen ungepflegten Menschen in seiner Nähe ertragen zu müssen. Gerade jetzt im Frühling, wenn die Kleiderhüllen weniger werden, sollte man daher auch vermehrtes Mitleid mit seiner Umgebung haben. Die Heilkräuter können da das Ihre dazu beitragen. Milde und bittere Gewächse eignen sich in gleicher Weise. Aus Kamillenblüten z.B. kann man einen Absud kochen und dem Badewasser beifügen. Doch eben auch das Bittere hat seine geruchshemmende Wirkung.

Wermut ist mehr als nur Gewürz:

Weiß jemand um seine unangenehme Ausdünstung, so greife er unter anderem zum Wermut (Artemisium absinthium). Im Heißaufguss reicht es, 1 Teelöffel getrocknetes Kraut mit 1/4 Liter kochendem Wasser zu übergießen. Nach 15 Minuten abseihen. Einen Waschlappen damit tränken und den Körper an den Stellen mit leichtem Schweiß gut abreiben. Zum Schluss nicht abtrocknen, sondern den Wermut-Tee in die Haut einziehen lassen. Die zurückbleibende bittere Schicht wirkt zusammenziehend.

Die Haselstauden blühen wieder

Sie haben reiche Gaben

Wer weiß, wie viele Früchte an den Haselnussstauden zu finden sein werden? Die permanente Schneedecke rund um Ostern hat im Osten Österreichs verhindert, dass die männlichen Haselblüten zur vollen Entfaltung und damit zum Stäuben kommen. Ich bin schon gespannt, ob diese Verzögerung zu einem völligen Ausfall der Haselnüsse in diesem Jahr führen wird. An dieser Stelle habe ich schon einmal erwähnt, dass man die Haselkätzchen ernten und trocknen kann, um sie als Grundlage für einen schweißtreibenden Tee zu verwenden, der in ähnlicher Weise seine Wirkung zeigt wie etwa der frisch getrunkene Lindenblütentee. Ich hoffe und wünsche, dass nun die Grippesaison dieses Spätwinters endgültig der Vergangenheit angehört und niemand mehr darunter leiden muss. Ist die Zeit der Blüte beim Haselnussstrauch vorbei, so geht es ans Austreiben der Laubblätter. Hat jemand diesen wertvollen Strauch am Rande seines Gartens stehen, kann bald der Schatten des Gewächses an heißen Tagen genossen werden. Zudem fangen die Blätter sehr viel Staub und Schadstoffe ab, die durch den Verkehr einer benachbarten Straße eventuell in die Luft befördert werden. Ja, jetzt im Frühling sollte man daran denken, den Hecken in ihrer Funktion als Schutz und Filter das nötige Augenmaß zu schenken. Unzählige Klein- und Kleinstlebewesen haben darin ihre Zuflucht und ihren Lebensraum.

Haselnussblätter und Hämorrhoiden:

Voll ausgetriebene Haselnussblätter werden von den Zweigen abgezupft und getrocknet. 2 Handvoll davon fein schneiden und in 2 Liter kaltem Wasser gut aufkochen. Abseihen und in eine vorbereitete Sitzwanne gießen. Mit dem Gesäß ca. 10 Minuten drinnen bleiben. Danach den After gut abtrocknen und mit Johanniskrautöl abtupfen.

Noble Blässe im Wald

Edle Helferin der Menschen am Wegrand

Schönheitsideale sind jeweils einem beliebigen Modetrend ausgeliefert. Des einen Freud’ ist oft des anderen Neid. Da es ja in unseren Zeiten üblich ist, die eigene Haut zu Markte oder zumindest zur Schau zu tragen, muss jeder wohl oder übel zum eigenen Teint bzw. zum jeweiligen Pigmentanteil stehen. Viele sind da durchaus in der Lage, mit einer zwischendurch gebuchten Reise nach Übersee selbst im Winter mit tiefbraunem Skalp die Zeitgenossen zu beeindrucken. Die anderen wiederum bringen trotz aller karotinhaltigen Präparate nur ein paar Sommersprossen zustande und können so eher als Botschafter irgendwelcher Topfenprodukte vor die Kameras treten. Ich denke, die Schönheit und vor allem die Qualität eines Menschen hängen nicht unbedingt von seiner mehr oder weniger gebräunten Haut ab. Die Birke in unseren Wäldern hat damit überhaupt keine Probleme. Mit ihrer weißen Rinde und ihren hängenden Ästen stellt sie auf jeden Fall eine noble Eleganz im Reich der Bäume dar. Mit ihrem Saftfluss ist sie jetzt sowieso die Spitzenreiterin unter den Laubbäumen. Von den Birkenblättern kann z. B. ein Tee gekocht werden, der gerade denjenigen zugute kommt, die unter Steinbildung in Nieren und Blase leiden.

Birkensaft-Auszug anwenden:

Der frisch abgezapfte Birkensaft kann mithilfe von Alkohol über längere Zeit haltbar gemacht werden. Den fertigen Auszug erhalten Sie jetzt im Kräutershop in Karlstein an der Thaya. Jeden Tag 3mal 1 Esslöffel voll davon einnehmen, unterstützt die Reinigung des Blutes vor allem bei Rheuma und Gichtbeschwerden, hilft aber gleichzeitig auch mit, Allergien in Schach zu halten und den Stoffwechsel anzukurbeln. Diese Kur 3 Wochen lang durchführen. Bestellen Sie gleich morgen früh unter 02844 / 70 70 11 oder unter beratung@kraeuterpfarrer.at 4 Flaschen Birkenwasser-Auszug (á 250 ml) um nur € 28,–. Das bewährte Mittel ist auch im Webshop der Homepage www.kraeuterpfarrer.at erhältlich.

Solange die Veilchen blühen

Den pflanzlichen Mundschutz anwenden

Welche Gefühle kann jeder bei sich feststellen, wenn er eine Staatsgrenze übertritt? Nun, in Zeiten von Schengen und EU gibt’s da wahrscheinlich eher wenig Regungen, da ja kaum mehr ein Grenzbalken auszunehmen ist, der sich hebt oder senkt, geschweige denn ein kappengezierter Beamter nach unserem Reisepass verlangt. Ganz anders verhält es sich jedoch bei einer Einreise in außereuropäische Territorien, wo jeder Ankommende mit einem dementsprechenden Zweifel durchleuchtet wird. Wie immer man zu den jeweiligen Sicherheitsvorkehrungen einzelner Staaten stehen mag, unser Körper hat auf jeden Fall seine eindeutig beauftragten Sicherheitsorgane, um alles, was an seinen Grenzen ankommt zu prüfen und zur Not zu bekämpfen. Ein Bereich, bei dem dies besonders zutrifft, ist unsere Mundhöhle. Sie ist gleich mehrmals gefordert, darüber zu wachen, dass nichts Unrechtes diese Stelle passiert. Dennoch bleibt dann der eine oder andere Keim unentdeckt, so dass es ihm möglich ist, in der Schleimhaut Wohnung zu nehmen und eine Entzündung hervorzurufen. Egal, ob dies über die Atemluft oder über die aufgenommene Nahrung geschieht, in jedem Fall ist es unangenehm. Jetzt im Frühling kann man deswegen gleich vor die Haustür gehen und das Veilchen um seine Hilfe bitten.

Veilchen-Aufguss zubereiten:

Von einem Gemisch frischer Veilchen-Blätter und -Blüten nimmt man 2 Esslöffel voll und übergießt diese mit 1/2 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten ziehen lassen und dann abseihen. Mit der einen Hälfte des gewonnenen Aufgusses wird der Mund kräftig ausgespült und das andere Viertel wird getrunken. Gerade bei entzündeter Mundschleimhaut hilft diese Anwendung.

Den Spitzwegerich nicht vergessen

Verleiht dem ganzen Körper Kraft

Eine Lanze ist ein Gerät zur Verteidigung und für die Jagd. In seinem wissenschaftlichen Namen gibt der Spitzwegerich (Plantago lanceolata) dem Aufmerksamen einen Hinweis, dass seine Inhaltsstoffe dazu dienen, um allen entzündlichen Veränderungen der äußeren Haut und der Schleimhäute im Mund und Rachen den Kampf anzusagen. Darüber hinaus signalisiert er noch etwas anderes. Das Erkennungsmerkmal des Spitzwegerichs sind seine schmalen und länglichen Blätter, an deren Rückseite die Blattnerven deutlich hervortreten. Damit ist also alles angesprochen, was die menschlichen Nerven strapaziert. Mit den Inhaltsstoffen des demütigen grünen Freundes am Wegrand können wir somit gleichsam alles bejagen, was uns Geduld und Ruhe raubt. Die Schleimstoffe des Wegerichs wirken reizlindernd, seine Gerbstoffe hingegen adstringierend. Zudem kann die Anwendung des Krautes auch lästigen Bakterien Prügel vor die Füße werfen. Das merken wir vor allem bei Husten und Erkältungskrankheiten, anlässlich derer wir Vernunft walten lassen und den Spitzwegerich anwenden.

Der Lebertran des „kleinen Mannes“:

Abgesehen davon, dass viele reifere Menschen schlechte Erinnerung an die fettige Substanz Lebertran haben, ist es in unseren Breiten vernünftiger, den Spitzwegerich einzusetzen. Eine Tasse Tee aus dem getrockneten Kraut hergestellt und mit gutem Honig gesüßt, verleiht dem winterlich geschwächten Organismus neue Kräfte.

Die Zeit bleibt nicht stehen

Die anstehende Arbeit wird nicht weniger

„Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen!“ – Es liegt mir fern, mit Besserwissen oder einer moralischen Weisung meinen Lesern auf die Nerven zu gehen. So schön dieses eben zitierte Sprichwort auch ist, so sehr kann es im Falle einer Krankheit nicht eingehalten werden. Denn vor jeder Leistung hat immer noch der Mensch samt dessen Gesundheit den Vorrang! Aber, wie gesagt, es ist alles nicht so einfach. Wenn z. B. eine Grippe mehr als eine Woche einlädt, im Bett zu bleiben, kann es eben sein, dass sich auf dem Schreibtisch oder anderswo fiktiv oder in Wahrheit ein Berg an Arbeit türmt. Dann gilt es, den Geist der Unterscheidung zum Einsatz kommen zu lassen, der das Wichtige vom Nebensächlichen zu trennen weiß. In diesem Falle kann man sich mit den Gaben der Natur helfen, um nicht an einer körperlichen oder geistigen Überforderung Schaden zu nehmen. Wenn manche Kräuter zwar in der Natur erst austreiben und blühen müssen, kann man jetzt doch immer noch auf die getrockneten Drogen zurückgreifen, die uns das ganze Jahr zur Verfügung stehen. Ich denke hier vor allem an den Dost (Origanum vulgare), die Echte Goldrute (Solidago virgaurea) und das bald aktuelle Wohlriechende Veilchen (Viola odorata). Ein Frühstückstee aus diesen Kräutern richtig gemischt, verleiht einem wenig mehr Ruhe, Selbstbewusstsein und Mut, um sich den vielfachen Herausforderungen einer neuen Zeit auch dementsprechend stellen zu können.

Leber, Galle und Nerven unterstützen:

Von den getrockneten Kräutern nimmt man 3 Teile Dostblüten und -blätter, 2 Teile Goldruten-Blütentriebe und 1 Teil Blätter vom Wohlriechenden Veilchen. Alles gut abmischen und 2 Teelöffel davon mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen. 15 Minuten ziehen lassen, abseihen und zum Frühstück trinken.