Nicht erst im Herbst aktuell

Der Zwetschkenbaum begleitet unser Leben

Früher war es üblich, dass in meiner Heimat in jedem Bauernhaus im Winter ein köstliches hochprozentiges Getränk gebrannt wurde. Es handelt sich dabei um den Slibowitz, der aus den im Herbst eingemaischten Zwetschken gewonnen wurde. Heutzutage wird viel weniger Schnaps gebrannt. Dennoch gehören die Bäume quasi als fixer Bestandteil zu unserer Kulturlandschaft. Durch das warme Wetter war in diesem Jahr die Blütezeit dieser Obstbäume auf eine sehr kurze Zeit begrenzt. Nun stehen sie bereits in ihrem grünen Laubkleid in den Gärten sowie auf den angrenzenden Wiesen und legen mehr und mehr ihre Kräfte in die heranwachsenden Früchte, die dann im Herbst, wenn sie reif zu Boden fallen, süß und schmackhaft unseren Gaumen erfreuen. Die Zwetschken sind eine Unterart der Pflaumen und zählen zur Familie der Rosengewächse. Kräuterpfarrer Hermann-Josef Weidinger hat in seinem Garten neben dem Pfarrhof in Harth einst viele Zwetschkenbäume gepflanzt. Heute weiden meine Gänse darunter, die gleichsam als Wächter auf die Bäume aufpassen.

Zwetschkenbaum-Blätter ansetzen:

Nach dem Blühen der Bäume sammelt man die frischen Blätter, nimmt eine Menge von ca. 100 g, kocht diese in 1 Liter Weißwein kurz auf und lässt das Ganze 1/2 Stunde lang ziehen. Nach dem Abseihen der Blätter rührt man 3 Esslöffel voll guten Honigs in den Wein und füllt ihn in eine dunkle Flasche, um diese kühl zu lagern. Morgens und abends nimmt man je ein Stamperl davon, das vor dem Trinken leicht angewärmt wird. Das hat sich in der Erfahrung der Naturheilkunde bei Halsschmerzen und geschwollenen Mandeln bewährt. Spült man mit diesem Wein den Mund, erfährt dadurch das Zahnfleisch eine Stärkung.

Kraeuterpfarrer Benedikt und Gaense

Eine Pflanze mit Kulturgeschichte

Der Waldmeister blüht, wenn der Kuckuck ruft

Die Pflanzenfamilie der Rötegewächse umfasst viele Gattungen und Arten. Der Wohlriechende Waldmeister (Asperula odorata) ist ein sehr bekannter und sympathischer Vertreter dieser Gewächse. Er ist in Europa heimisch und weit verbreitet, gerne wächst er in Buchenwäldern. Im Altertum dürfte der Waldmeister als Heilpflanze kaum eine Bedeutung gehabt haben, da uns Berichte darüber fehlen. Es gibt jedoch eine Erzählung aus dem Leben des polnischen Königs Stanislaus, in der überliefert wird, dass der König jeden Tag eine Tasse Waldmeistertee getrunken habe und sich deswegen bester Gesundheit erfreute. In Weingegenden ist wiederum schon lange bekannt, dass man mithilfe dieses Heilkrautes einen Maientrank herstellen kann. Aus dem Jahr 854 gibt es eine Nachricht, worin der Mönch Wandalbertus aus der Abtei Prüm in der Eifel die Herstellung von Waldmeisterwein beschreibt. Der Wohlriechende Waldmeister duftet angenehm entsprechend seinem Namen. Das liegt vor allem am Cumaringehalt dieses Krautes.

Walmeistertee beseitigt Schlaflosigkeit:

Der Waldmeister entfaltet Ende Mai seine größte Heilwirkung. Das Kraut wird im Schatten getrocknet und dann gut aufbewahrt. Zum Kochen des Tees nimmt man 2 Teelöffel des getrockneten und zerkleinerten Krautes und übergießt dieses mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten ziehen lassen und abseihen. Pro Tag soll man nicht mehr als 2 Tassen davon trinken. Dieser Tee kann sich auch positiv auf eine unregelmäßige Herztätigkeit auswirken.

Waldmeister

Eine starke Wurzel ist wertvoll

Die Blutwurz kann von Nutzen sein

Heilkräuter verdienen einen Zugang von mehreren Seiten. In erster Linie sind sie natürlich für uns Gesundheitsbewusste von hohem Interesse. Doch zählen nicht nur allein die Inhaltsstoffe der Kräuter. Als ersten Schritt empfehle ich, jede Pflanze einmal in ihrer Schönheit und Beschaffenheit zu betrachten. Verschiedene äußere Merkmale weisen oft schon darauf hin, zu welcher pflanzlichen Familie das einzelne florale Individuum zählt. So kennen viele Amateure der Gartenwelt z. B. das Gänsefingerkraut, das aufgrund seines wissenschaftlichen Namens Potentilla anserina auch Anserine genannt wird. Sehr ähnlich sind von ihrer Form her die Blätter der nächsten Verwandten, der Blut- oder Tormentill-Wurz (Potentilla tormentilla vel Potentilla erecta), die auch Aufrechtes Fingerkraut genannt wird. In Mitteleuropa wächst diese Heilpflanze sehr häufig. So kann es schon vorgekommen sein, dass viele von uns an dieser Pflanze vorübergegangen sind, ohne sie wirklich zu kennen. Der Wurzelstock der Blutwurz ist im Inneren rot gefärbt und weist allein schon von daher auf seinen Wirkungsbereich hin, geht man von den Leitlinien der Signaturenlehre aus. Die Blutwurz beginnt erst ab Juni gelb zu blühen. Als Erntegut steht vor allem die Wurzel zur Verfügung, die am besten im Herbst ausgegraben und getrocknet wird.

Pulverisierte Tormentill-Wurzel:

Einfach anzuwenden ist es, wenn man die getrocknete Wurzel der Blut- oder Tormentill-Wurz pulverisiert. 3-mal täglich kann man dann eine Messerspitze voll einnehmen und trinkt am besten jeweils ein paar Schluck lauwarmes Wasser nach. Diese Maßnahme kann begleitend bei infektiösen Darmkatharren, bei Gelbsucht und Leberschwellungen durchgeführt werden.

Blutwurz

Weder politisch noch militärisch

Das grünende Eichenlaub inspiriert micht

Wenn ich zur Zeit die Landstraßen zwischen den Dörfern entlang fahre, so bewundere ich jeden Tag die Eichenbäume am Straßenrand, deren Blätter sich nun als letzte von allem Laubbäumen zur vollen Größe entfalten. Junges Eichenlaub hat eine ganz besondere Farbe. Es scheint mir, als hätte der verantwortliche Künstler für die Farbenpracht der Natur bei den Eichen eine kräftige Nuance Rot ins frische Grün gemengt. Allein das ist für mich schon Grund genug, um meine Aufmerksamkeit den Eichen zuzuwenden. In der Pflanzenfamilie der Buchengewächse (Fagaceae) sind sie zusammen mit ihren Verwandten wie z.B. der Edelkastanie oder der Rotbuche äußerst wertvolle Holzlieferanten. Doch die Eichen, in unseren Breiten vor allem die beiden Arten Stiel- und Traubeneiche, haben auch Inhaltsstoffe, die unserer Gesundheit einen guten Dienst erweisen. Die jungen Eichenblätter können im Monat Mai frisch gesammelt und im Heißaufguss zu einem Tee gekocht werden, der das Gedächtnis stärkt und dem Organismus auf eine wirkungsvolle Weise den notwendigen Kalk zuführt, den vor allem unsere Knochen benötigen. Zusätzlich ist ebenfalls die Eichenrinde für die Naturheilkunde von Interesse. Der Geruch derselben ist eigentümlich herb und ihr Geschmack zusammenziehend und bitter.

Eichenrinden-Tee praktisch angewendet:

Die wirksamste Rinde wird von jungen Zweigen und Ästchen abgeschält und dann rasch getrocknet. Für den Tee nimmt man dann 2 Teelöffel getrockneter und zerkleinerter Eichenrinde und stellt sie in 1/4 Liter kaltem Wasser zu, das man 10 Minuten lang kocht und hernach abseiht. Bei Magen- und Darmschleimhautentzündungen kann man diesen Tee zu Hilfe nehmen, sollte aber nicht mehr als 2 Tassen täglich davon trinken.

Eichenblaetter

Dem Löwenzahn ziemlich ähnlich

Die große Zahl der Korbblütler

Eins gleich vorweg: Pro Kolumne gibt es nur ein Bild. Allein deswegen ist es schwer, meine heutige Botschaft exakt an die Frau bzw. den Mann zu bringen. Es handelt sich um eine gewisse Orientierungslosigkeit bei Amateuren, ja selbst bei Profis der Kräuterkunde, wenn einem bei einem Gang durch die Natur hinter- oder nebeneinander verschiedene Gewächse zur Ansicht kommen, deren Blüten oder Blätter so ähnlich sind wie die des Löwenzahns. Man nehme also ein profundes Pflanzenbestimmungsbuch zur Hand und schaue einmal unter dem Begriff Habichtskraut nach. Alle Arten haben den wissenschaftlichen Namen Hieracium, so z.B. das Wald-Habichtskraut, das Gemeine, das Dolden- oder das Gabelige Habichtskraut. Hat man es mit keinem der Genannten zu tun, blättere man weiter und suche die Merkmale folgender Gewächse: Rainkohl, Gewöhnliches Bitterkraut, Wurmlattich oder Mauer-Pippau. Selbst die verschiedenen Gänsedistel-Arten blühen ähnlich wie der Löwenzahn. Kurzum: es ist alles nicht so einfach, und die Vielfalt der Pflanzen ist jedes Mal ein Grund, der uns in Staunen versetzen kann. Aber ist das nicht letztendlich ein sehr heilsamer Effekt unserer blühenden Freunde?

Das Kleine Habichtskraut (Hieracium pilosella):

Die hier abgebildete Pflanze war einst ein angesehenes Heilkraut, das Hildegard von Bingen schon zur Stärkung der Sehkraft empfahl. Man sammelt das ganze blühende Kraut, trocknet es und bereitet daraus im Heißaufguss (2 TL für 1/4 l Wasser) einen Tee zu, der eine antibiotische, harntreibende und schleimlösende Wirkung hervorruft. Er fördert die Ausscheidung des Eiweißes im Harn, hilft bei Nierenentzündungen, Gicht, Durchfall und zur Wundbehandlung. Der frische, abgekühlte Tee dient als stärkendes Augenwasser.

Habichtskraut

Du narrischer Kastanienbaum

Seine Blütezeit ist fast schon vorüber

Paul Hörbiger besingt in dem alten Wiener Lied „Du narrischer Kastanienbaum“ ein Phänomen, das sich hin und wieder bei der Rosskastanie einstellt. So kann es sein, dass im Herbst noch einmal Blüten und ein paar frische Blätter erscheinen, vor allem dann, wenn durch irgendeinen Umstand der Baum seine Blätter den Sommer über verloren hat. Der ursprünglich aus Kleinasien stammende Pflanzenriese ist uns sehr sympathisch. Wir verbinden mit seinen Früchten vielleicht so manche Erinnerung an unsere Kindheit. Nicht minder fühlen wir uns aber genauso wohl, wenn wir im Schatten eines alten Kastanienbaumes bei Sommerhitze ein kühles Getränk zu uns nehmen oder neben einem Bahnhof unseren Zug im Schutz einer alten Kastanie erwarten. Zudem stehen Menschen, die zwischen dem 15. und 24. Mai geboren sind, ganz besonders im Zeichen der Rosskastanie (Aesculus hippocastanum). So zeichnet solche Menschen meist eine Redlichkeit aus, die sie als Charakterstärke immer wieder neu unter Beweis stellen. Überdies wissen sie, dass man nur das geben kann, was man selber besitzt.

Rosskastanien-Blütentee:

Je nachdem, wo ein Kastanienbaum steht, blüht er von Ende April bis Anfang Juni. Von seinen Blütentrauben zupft man die einzelnen Blüten ab und trocknet sie schonend im Schatten. Diese haben einen hohen Aesculingehalt und sind daher sehr wertvoll als Hausmittel gegen Krampfadern, Unterschenkelgeschwüre und Hämorrhoiden. 25 g der getrockneten Blüten überbrüht man mit 1/2 Liter Wasser und lässt das Ganze 20 Minuten lang ziehen. Den abgeseihten Tee nimmt man dann, um die betroffenen Stellen mehrmals am Tag damit abzuwaschen.

Rosskastanienblueten

Eine Auszeichnung pflanzlicher Art

Der Echte Ehrenpreis liebt die heimischen Wälder

Die Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae) besitzt im Echten Ehrenpreis (Veronica officinalis) ein Mitglied, das vor allem in Mitteleuropa heimisch ist. Er bevorzugt trockene Standorte in lichten Wäldern und auf Heiden. Als es früher noch da und dort Holzkohlenmeiler gab, fand man in deren Nähe sehr oft dieses beliebte Heilkraut. Die niedrig wachsende Pflanze bildet aus dem ausdauernden Wurzelstock etliche Triebe, deren Stängel sich bis zu 30 cm über den Boden erheben. Die Blätter des Ehrenpreises sind verkehrt eiförmig und weich behaart. Die Blütezeit fällt in die Monate Mai und Juni. Die Blütentrauben stehen in den Blattachseln, und die einzelnen Blüten haben eine blassblaue bzw. leicht violette Färbung. Das blühende Kraut hat einen leicht würzigen Geruch, der aber beim Trocknen der einzelnen Pflanzenteile vergeht. Kräuterpfarrer Johann Künzle beschrieb einst den Tee aus Echtem Ehrenpreis als wirkungsvoll bei Husten und Durchfall aufgrund seiner darin enthaltenen Gerb- und Bitterstoffe. Ein wenig zum Schmunzeln regt die Bemerkung eines Kräuterbuches aus dem Jahre 1762 an, in dem es heißt, dass der Ehrenpreis die berauschten Leute wieder nüchtern machen würde. Mein Rat: Am besten gar nicht so weit kommen lassen!

Ehrenpreis-Tee als Gurgelwasser:

Immer wieder kann es vorkommen, dass sich die Mundhöhle an verschiedenen Stellen entzündet und dass der Hals oder der Rachen eitrig wird. Um nicht gleich mit schweren Medikamenten den „Angriff“ auf die Entzündung zu planen, kann man Ehrenpreis-Tee, der im herkömmlichen Heißaufguss-Verfahren zubereitet wird, zum Gurgeln verwenden.

Ehrenpreis

Essig – ohne Wurst

Innerlich und äußerlich verwendbar

Reinigen, konservieren, würzen, waschen, desinfizieren und polieren. All diese Begriffe fallen mir ein, wenn ich an den Essig denke. Vor allem der Obstessig, allen voran der Apfelessig, kann durch verschiedene Anwendungen der Naturheilkunde uns allen seine wertvollen Dienste anbieten. Als es noch üblich war, die Verstorbenen aus der eigenen Familie im Haus aufzubahren, hat man an ihnen die Waschungen mit Essig vollzogen, um die Haut schön zu halten und den Zersetzungsprozess ein paar Tage zu stoppen. Der Essig hilft aber vor allem dem Organismus der Lebenden. So dürfen wir auch auf unsere eigene Haut schauen und uns fragen, was wir unserem flächenmäßig größten Organ Gutes tun können. Leidet jemand unter fetter Haut, dann liegt das meist an einer übermäßigen Talgabsonderung. Regelmäßiges Waschen mit naturreiner und hautfreundlicher Seife kann sich da schon bewähren, vor allem dann, wenn man die Haut nach dem Abwaschen mit verdünntem Apfelessig einreibt. Mit Hilfe von Obstessig lassen sich aber auch die verschiedensten Varianten an Kräuteressig-Auszügen herstellen. Nimmt man an heißen Tagen ein Glas voll Wasser und gibt je nach Geschmack ein paar Teelöffel Kräuteressig hinein, hat man einen „G‘spritzten“, der sich gut auf unseren hitzegeplagten Körper auswirkt.

Dachwurzessig-Bad:

In 1 Liter Obstessig setzt man 75 g frische fleischige Blätter der Dachwurz (Sempervivum tectorum) 8 Tage lang an und stellt das Glas mit dem Inhalt dabei an das Sonnenlicht. Danach seiht man den Ansatz ab, presst die Blätter aus und fügt den Presssaft dem Ansatz hinzu. Anschließend erwärmt man die Flüssigkeit ein wenig und löst 35 g Honig darin auf. Die nun gewonnene Menge reicht für 4 Bäder aus, die man vor allem bei Hautflechten oder bei hartnäckigen Narben nach Brandwunden durchführen kann.

Essigkaraffe mit Rosmarin

Lehm und Asche

Nicht nur Zeichen der Vergänglichkeit

In der Überlieferung der biblischen Offenbarung hören wir, dass Gott den ersten Menschen aus Erde geformt hat. Dieses Bild war den antiken Menschen äußerst nahe, da beinahe alle Gefäße des alltäglichen Lebens aus Lehm geformt und gebrannt wurden. Wer die Gabe hat, mit Ton arbeiten zu können, der weiß, welcher Sorgfalt es bedarf, will man auf der Drehscheibe ein elegantes Stück formen. Die Asche wiederum begleitete ebenso den Tagesablauf. Aus alter Erfahrung sei heute einmal auf beide Elemente verwiesen. Lehm hat eine äußerst gute Wirkung auf unseren Körper. So kann man z. B. 1 oder 2 Hände voll Lehmerde nehmen und daraus mit heißem Wasser einen Brei erzeugen. Damit wird der gesamte Körper eingerieben. In einem dementsprechend warmen Raum lässt man den Lehm eine halbe Stunde trocknen, bevor man in eine bereitete Badewanne steigt, um die aufgetragene Schicht wieder aufzulösen. Nach 10 Minuten duscht man sich dann ganz sauber ab. Diese Anwendung ist gut bei rheumatischen Beschwerden sowie bei Durchblutungsstörungen an Händen und Füßen. Leidet jemand unter Krampfadern, möge man auf das anschließende Bad verzichten und gleich zum Abwaschen schreiten.

Holzasche-Fußbad:

Hat man zu Hause eine Stelle, wo man Holzscheiter verbrennen kann, nimmt man 5 bis 6 volle Esslöffel gesiebte Holzasche, die man in einen Bottich mit warmem Wasser gibt und darin die Füße badet. Nach dem Bad spült man diese mit lauwarmem Wasser ab und reibt die Füße mit einem Tuch nach, das zuvor mit ein wenig Arnikatinktur getränkt wurde. Das hilft bei Einschlafschwierigkeiten, bei großer Müdigkeit sowie bei Augenentzündungen als ableitende Behandlung.

Holzscheiter

Der Bonsai des Schwarzen Holunders

Auf Lichtungen und Schlägen ist der Attich zu finden

Wenn man an ihm vorübergeht, soll man den Hut ziehen. Diese Art der Wertschätzung war unseren Ahnen nicht fremd, wenn es galt, die Heilkraft des Schwarzen Holunders zu ehren. Dieser in der Heilkunde so bedeutende Strauch ist ein Kulturfolger. Er liebt die Nähe des Menschen bzw. gedeiht gerne an Schuppen und Scheunen und säumt die Wege auf Feld und Flur. Der Holler hat auch seine Verwandtschaft. Zu ihr zählt der Zwergholunder, der besser unter dem Namen Attich (Sambucus ebulus) bekannt ist. Sein Verbreitungsgebiet reicht von den gemäßigten Zonen Mitteleuropas über das Mittelmeer bis in den vorderasiatischen Raum. Der Attich siedelt sich bevorzugt an Waldrändern und auf frischen Waldrodungen an und trägt weiß bis rosa gefärbte Blüten. Als eher unangenehme Seite dieses Gewächses ist sein markanter Geruch zu verzeichnen. Dennoch lassen sich verschiedene Käferarten, so z. B. der Rosenkäfer nicht davon abhalten, mit Vorliebe die Blüten aufgrund des darin enthaltenen Pollens aufzusuchen. Als Früchte finden sich im Herbst auf dieser krautigen Pflanze schwarze Beeren, die denen des Schwarzen Holunders sehr ähnlich sind. Im Kräuterbuch des Adamus Lonicerus wird im 17. Jahrhundert noch geraten, Blüten und Blätter zu zerkleinern und sie zur Gewinnung eines Attich-Wassers zu destillieren.

Attichwurzel unterstützt die Entwässerung:

Im Frühjahr ausgegrabene Attich-Wurzel wird gereinigt und dann fein zerkleinert. 2 Teelöffel davon nimmt man und übergießt sie mit ¼ Liter kaltem Wasser. Das Ganze wird kurz aufgekocht. Anschließend 5 Minuten ziehen lassen. Als Tagesration trinkt man jeweils in der Früh und am Abend eine Tasse davon.

Attich