Einreibung für den Rücken

Heidekraut bei Ischiasschmerzen

Der Frühling kommt heuer anscheinend früher als wir das in den zurückliegenden Jahrzehnten gewohnt waren. Manchmal war es sogar so, dass der Winter erst in seinem Ausklingen mit Schnee, Eis und Kälte auffuhr und somit für manche Überraschungen sorgte. Es gibt Pflanzen, die der einen sowie auch der anderen Seite des Februars ziemlich gelassen gegenüberstehen. Zu ihnen zählt ganz sicher das Heidekraut (Calluna vulgaris), das auch Besenheide genannt wird. Dieses Gewächs verlegt nämlich die Zeit des Blühens sicherheitshalber in den Spätsommer bzw. in den Herbst, wo man kaum mit Frost oder anfrierendem Nebel rechnen muss. Wie der Name des Heilkrautes es besagt, liebt es karge Landstriche mit sandigen Zonen und mageren Böschungen. Das Heidekraut rechnet eher mit der Energie der Sonne, die es als Pflanze gut auszuschöpfen weiß. Zudem enthalten die Wuchsteile Saponine, Gerb- und Mineralstoffe sowie auch verschiedene Enzyme. In der Wirkung wiederum erweist es sich als antiseptisch, harntreibend und schmerzstillend. Und so hat man das Heidekraut auf vielfältige Weise in den Haushalten vergangener Jahrhunderte und Jahrzehnte verwendet, um einerseits die Gesundheit zu festigen und bei Leiden die Physis zu einem Ausweg aus den Beschwerden zu begleiten. In unserem Körper verlaufen verschiedenste Nervenbahnen. Ein besonders groß ausgebildeter Strang stellt der so genannte Ischiasnerv dar, der u. a. auch im Bereich der Lendenwirbel zu lokalisieren ist. Ändert sich dort etwas an der Form bzw. der Konstitution der Wirbelsäule und wird dadurch ein Druck auf den Nerv verursacht, ruft das die berühmt- berüchtigten Schmerzen hervor, die den Betroffenen sämtliche Bewegungen des Körpers erschweren. Neben der ärztlichen Diagnose und Therapie kann man dann auch versuchen, mit dem Heidekraut die Lage zu entschärfen.

Den Tee ergänzen

Von getrockneten und zerkleinerten Triebspitzen des Heidekrautes nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen, bis zum Auskühlen zugedeckt ziehen lassen, dann abseihen. Ein Gemisch vom lauwarmen Heidekrauttee mit 1/16 Liter Kornbranntwein (oder Obstbrand) herstellen und vor allem abends den unteren Rücken, über das Gesäß bis zur Kniekehle damit einreiben. Das kann mithelfen, die Schmerzen bei einem beleidigten Ischiasnerv zu reduzieren. www.kraeuterpfarrer.at

Heidekraut oder Besenheide (Calluna vulgaris) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Wenn der Husten quält

Eibischwurzel lindert

Die Zeit schreitet voran. Mit ihr erwarten wir nicht nur das wärmere Wetter, das Zurückkehren der Zugvögel und das Sprießen der ersten Frühlingsblumen. In den Schlagzeilen findet sich immer noch ein Verweis auf das Ansteigen der Grippewelle in Österreich. In diesem Jahr sind offenkundig vor allem Kinder und Jugendliche davon betroffen. Ich denke, es gehört einfach zum ausgehenden Winter dazu, dass sich diese Art der Erkrankung mehrt. Aber dennoch wünsche ich sie keinem von uns. Wichtig ist auf jeden Fall, dass man die Grippe richtig auskuriert. Im Echten Eibisch (Althaea officinalis) finden wir einen guten Begleiter vor, wenn es gilt, die Folgen einer derartigen Infektion zu lindern. Meist sind es die Atemwege, die dann ganz besonders herausgefordert werden. Der Eibisch zählt zur Familie der Malvengewächse (Malvaceae) und wird recht häufig in den Kräutergärten angepflanzt. Seit jeher wird die Wurzel des Heilkrautes geschätzt. Sie enthält neben pflanzlichen Schleimstoffen auch Saponine, Cumarin und Gerbsäuren. Wie die anderen Malvenarten nutzt man den Eibisch schon seit Langem, um Probleme mit entzündeten Schleimhäuten in der Magen- und Darmgegend besser in den Griff zu bekommen. Immerhin besitzt er auch eine entzündungshemmende Kraft. Aber er ist ebenso geeignet, um den Unannehmlichkeiten beizukommen, die im Zuge eines harten und anhaltenden Hustens auftreten. In diesem Fall ist es angezeigt, jede Art von Zugluft oder den Aufenthalt in einer nass-kalten Umgebung zu meiden. Und der Eibisch, der angesetzt wird, kann das Seine dazu beitragen, die Lage zu bessern. Gott sei Dank gibt es die Gaben der Natur, die schon unsere Vorfahren in ihrem gesundheitsfördernden Wert hoch eingeschätzt haben. Die guten Erfahrungen, die sie bei deren Verwendung gesammelt haben, sind auch heute noch gültig.

Eibischtee richtig zubereitet

In 1/4 Liter kaltem Wasser setzt man 2 Teelöffel voll getrockneter und zerkleinerter Wurzel des Echten Eibisch unter gelegentlichem Umrühren 1 Stunde lang an. Danach abseihen und leicht anwärmen, ohne den Ansatz zu kochen. Mit etwas Honig süßen und dann schluckweise trinken. Das ist vor allem bei starkem Husten von Vorteil. Linderung bringt es ebenfalls, wenn man mit diesem Tee bei Halsschmerzen auch gurgelt. In diesem Fall lässt man den Honig weg. www.kraeuterpfarrer.at

Eibisch Blütenzweig (Althea rosea) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Verdauungsvorgänge ankurbeln

Der Ingwer hat es in sich

Viele Produkte, die aus dem Fernen Osten zu uns importiert werden, finden reißenden Absatz. Egal, ob es sich dabei um preiswerte technische Geräte oder um Kleidungsstücke handelt. Manches davon wird allerdings auch mit Skepsis betrachtet, was mehrere Gründe haben kann. An dieser Stelle darf ich mich jedoch dem jeweils Naturgegebenen widmen. Sehr früh gab es schon rege Handelsbeziehungen zwischen der pazifischen Küste und dem europäischen Kontinent. Im Zuge dieser Kontakte dürfte auch der Ingwer (Zingiber officinale) aus dem Fernen Osten nach Europa gekommen sein. Jedenfalls gibt es einige sehr alte historische Quellen, nach denen der Ingwer bereits bekannt war und Verwendung fand. Er zählt zu einer eigenen botanischen Familie, wächst mit seinen Trieben etwa hüfthoch und bringt sehr anmutige kleine Blüten hervor, die entfernt an Schwertlilien erinnern. Von besonderem Interesse sind jedoch die Rhizome, die sich knapp unter der Erdoberfläche bilden. Sie sind wohl den meisten bekannt, die diese stückweise im Handel erwerben, um sie zu Hause zu verwenden. In den Wurzelstöcken ist ein hohes Ausmaß an Mineralstoffen und ätherischem Öl enthalten sowie der Scharfstoff Gingerol und nicht zuletzt auch Vitamin C. Sehr gerne nützt man den Ingwer, um vorbeugende Maßnahmen gegen Erkältungen und grippale Infekte zu ergreifen. Da tut der ganzen Physis vor allem seine keimwidrige und wärmende Wirkung gut. Was aber darüber hinaus noch zu den Vorteilen des Ingwers zählt, ist die Tatsache, dass er die Verdauung positiv beeinflussen kann. So gesehen ist es sicherlich sinnvoll, den Ingwer bei Problemen mit dem Magen und dem Darm vermehrt als Zutat zu verwenden. Voraussetzung ist nur, dass man ihn auch verträgt und mit seinem charakteristischen Geschmack zurechtkommt.

Ingwerwürze als Ergänzung

Wer sich die Mühe macht, um zu Hause noch Gemüse wie etwa Gurken oder Kürbisse einzumachen, kann den Ingwer dabei in aufgeschnittenen Scheibchen integrieren. Er schmeckt auch gut im Apfelkompott. Die scharfe Wurzel eignet sich weiters noch als Aufbesserung für Suppen, Soßen, Geflügel und Reisspeisen. Passt auch zu Wildgerichten. Das hilft einem schwachen und nervösen Magen, wirkt zudem appetitanregend und keimtötend. www.kraeuterpfarrer.at

Ingwer (Zingiber officinale) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Ein Reichtum im Wald

Die Elsbeere hat kraftvolle Knospen

Es schmerzt nach wie vor. Der Anblick eines vom Borkenkäfer niedergerungenen Waldes ist und bleibt trostlos. Denn ohne die Bäume können wir einfach nicht existieren. Sie sind die wichtigsten Balancehalter des Klimas. So will ich diesmal einen wahren Schatz hervorheben, den wir in unserer Heimat hüten. Es handelt sich um einen Laubbaum namens Elsbeere (Sorbus torminalis), den wir vor allem in der Region westlich von Wien – dem so genannten Wienerwald – vorfinden und bestaunen können. Ich weiß aber auch um seine vereinzelte Existenz in meiner unmittelbaren Heimat, z. B. im Nationalpark Thayatal dies- und jenseits der niederösterreichisch-mährischen Grenze bei Hardegg. Da wir im Laufe der Jahrzehnte nach dem 2. Weltkrieg genug Lehren über die Nachteile einer mit Monokulturen rechnenden Waldwirtschaft präsentiert bekamen, ist es höchst an der Zeit, anders zu denken. Daher möchte ich heute einmal sozusagen ein „Heilkraut für den Wald“ beschreiben, das man übrigens auch im eigenen Garten ansiedeln kann. Die tanninreichen Früchte enthalten viel Gerbstoffe, Harze, Sorbit und sogar Vitamin C. Sie sind auch für den Menschen genießbar. Dazu sollte man aber ihren vollreifen Zustand abwarten. Vielmehr schätzen die Vögel die Beeren und machen sich scharenweise über sie her, sobald sie genug Sonnenstrahlen getankt haben. Übrigens lassen sich die Elsbeeren auch trocknen und dann als Beigabe von Backwaren und Müsli-Mischungen heranziehen. Jetzt im ausgehenden Winter sieht man die kräftigen Knospen an den Zweigen der wertvollen Baumart. Wie auch bei anderen Laubbäumen ist es möglich, diese abzuzupfen und ebenfalls zu ästimieren. Sie stellen im wahrsten Sinne des Wortes eine geballte Kraft dar, die auf irgendeine Art zur Entfaltung kommen möchte.

Knospen als Ergänzung

Von Zweigen der Elsbeere, die alt genug sind, so dass ihnen die Entnahme keinen Schaden zufügt, pflückt man einige Knospen ab. Man kann sie gleich direkt in den Mund nehmen, durchkauen und schlucken, um dem Verdaungstrakt ein wenig Ballaststoffe zuzuführen. Gleichzeitig stärkt das auch unser Immunsystem. Die Knospen kann man auch trocknen, um sie für ein Knospensalz zu verwenden. Oder man mischt sie unter einen herzhaften Salat als gesunde Ergänzung. www.kraeuterpfarrer.at

Elsbeere (Sorbus torminalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Heilkraft von der Wiese

Die Schafgarbe für Waschungen

Gerne macht man Scherze über all jene, die sich vorwiegend mit pflanzlicher Kost ernähren und größtenteils oder gänzlich auf den Konsum von Fleisch verzichten. Man könne ja nicht den Kühen das Abweiden der Wiesen streitig machen, wird dann lächelnd in den Raum gestellt. Nun, Humor hat noch nie geschadet. Gerade im jetzigen Fasching sollte Platz sowie Verständnis dafür vorhanden sein. Und dennoch: auf den Wiesen wächst sehr viel Wertvolles und Heilsames. Man braucht im Sommer nur die Aufmerksamkeit erhöhen, um die verschiedenen Gewächse zwischen den Grasbüscheln zu entdecken. Die Schafgarbe (Achillea millefolium) verdient es auf jeden Fall, dass man sich mit ihr auseinandersetzt und sie auch dementsprechend verwendet. Wenn man ihre fein ziselierten Blätter betrachtet, wird man gleichsam zeichenhaft auf eine breite Wirkpalette verwiesen, mit welcher der adrette Korbblütler Schafgarbe in Verbindung gebracht werden kann. Ätherisches Öl, Bitter- und Gerbstoffe sowie verschiedene Salicylsäureverbindungen bergen sich in dem Grün und zudem in den Blüten der Pflanze. Man kann durch die Anwendung des Heilkrautes den Stoffwechsel fördern, die Verdauung samt deren zuständige Organe unterstützen und den Blutdruck auszugleichen versuchen. Darüber hinaus sollte man auch die entzündungshemmende, schmerzstillende und wundheilende Kraft in Betracht ziehen, die der Schafgarbe eigen sind. Und dazu gibt es sicherlich viele Anlässe, um das zum Tragen kommen zu lassen. Denn nach Verletzungen und Operationen gilt es Wunden und Narben zu versorgen. Geschwüre und Hämorrhoiden sind weiters noch ein Grund, das Gewächs dementsprechend aufzubereiten.

Aufguss von Schafgarbe

Von getrocknetem und zerkleinertem blühenden Kraut der Schafgarbe nimmt man 2 Esslöffel voll. Mit 1/2 Liter kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten lang ziehen lassen. Den gewonnenen Absud kann man zu Waschungen für schlecht heilende Wunden genauso heranziehen wie zum Abwaschen von Hautausschlägen, Geschwüren, relativ frischen Narben und Hämorrhoiden. Überall dort kann dann die gute Wirkung der Schafgarbe zu einer Besserung der jeweiligen Lage beitragen. www.kraeuterpfarrer.at

Schafgarbe mit Wurzel (Achillea millefolium) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Muntermacher in Teeform

Rosmarin belebt die Sinne

Wenn wir nach einem Vorteil suchen, den die momentane Jahreszeit besitzt, dann wohl jenen, dass man in der Früh schon mehr Tageslicht in Anspruch nehmen darf als dies noch vor einem Monat der Fall war. Somit fällt einem auch das Aufstehen leichter. Was jedoch für den Kreislauf eine verstärkte Herausforderung bedeuten kann, ist die Tatsache, dass das Wetter vermehrt zu Kapriolen neigt und die Temperaturen stärker als sonst schwanken. Somit fühlt man sich abgespannt und neigt womöglich gar zu einem leichten Schwindelgefühl. Im Rosmarin (Rosmarinus officinalis) begegnen wir einem Heilkraut, das uns über diese Phase bis weit in den eigentlichen Frühling hinein gute Dienste erweisen kann. In den Wuchsteilen des Lippenblütlers findet sich neben seinem herrlichen Aroma auch eine Reihe von Inhaltsstoffen, die der Körper gern aufnimmt und verwertet. Dazu zählen ätherische Substanzen genauso wie Flavonoide, Bitter- und Gerbstoffe. Wenn man den Rosmarin verwendet, so spürt man sehr bald eine wärmende Wirkung von innen heraus. Das hat seinen Grund darin, dass die Durchblutung der ganzen Physis auf eine sanfte Weise forciert wird. Somit ist es auch günstig, den Rosmarin in Anspruch zu nehmen, wenn der Blutdruck bildlich gesprochen im Keller liegt. Es bedarf keines großen Aufwandes, wenn man die positiven Effekte des Rosmarins abrufen möchte. Gewiss ist es sinnvoll, ihn vermehrt als Gewürz zum Einsatz zu bringen. Aber einfacher ist es sicherlich, die getrocknete Droge aufzugießen und dann gezielt zu trinken. Wenn man sich vor den einzelnen Mahlzeiten nur ein wenig Zeit nimmt, kann dies leicht durchgeführt werden.

Rosmarin-Tee

Von den getrockneten und zerkleinerten blühenden Triebspitzen des Rosmarins nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und zugedeckt 15 Minuten lang ziehen lassen. Danach abseihen und bei annehmbarer Temperatur schluckweise trinken. Am besten nimmt man 2 bis 3 Tassen pro Tag zu sich, jeweils 1/2 Stunde vor den Mahlzeiten. Am späten Abend sollte man jedoch darauf verzichten, weil der Muntermacher Rosmarin einen tiefen und durchgehenden Schlaf verhindern könnte. www.kraeuterpfarrer.at

Rosmarin mit Blütendetails (Rosmarinus officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Entzündungen mindern

Eichenrinde hat viele Gerbstoffe

Je heftiger die Stürme, umso tiefer wurzeln die Eichen. So lautet ein altes Sprichwort, das anscheinend sehr gut zu den zurückliegenden Wetterkapriolen zu passen scheint. Denn wie leicht im Gegensatz dazu z. B. Fichten von brausenden Winden zu Fall gebracht werden können, kann man leider öfter als uns lieb ist an den heimischen Wäldern ablesen. Gott gebe es, dass nun länger wieder kein Orkan über uns hinwegzieht. Eingangs wurden die Eichen (Quercus) ohnehin bereits angesprochen, die allein schon des harten und dauerhaften Holzes wegen seit jeher geschätzt werden. Die zur Familie der Buchengewächse zählenden Pflanzenriesen spielten auch in der mythischen Welt unserer Altvorderen eine große Rolle. Als es noch üblich war, die Schweine aus den Bauernhöfen ins Freie zu treiben, hat man vor allem die Zeit, da die Eicheln reif zu Boden fielen, genutzt, um den Haustieren eine naturgegebene Mast zukommen zu lassen. Um naturheilkundliche Maßnahmen zu setzen, sind vor allem aber die Gerbstoffe von Interesse, die sich speziell in der Rinde der Eichenzweige nachweisen lassen. Bei deren Verwendung bringt das einen adstringierenden – also einen zusammenziehenden – Effekt mit sich, der sich als Vorteil herausstellen kann, wenn man mit verschiedenen Arten von Entzündungen im internen Körperbereich zu laborieren hat. Leider ist es nicht auszuschließen, dass Magen, Darm, Nieren und auch die Leber davon betroffen sein können. In diesem Fall ist es natürlich unbedingt notwendig, die ärztliche Diagnose einzuholen, um eine derartige Beeinträchtigung in den Griff zu bekommen und letztendlich das eigene Leben zu schützen. Die Kraft der Eichenrinde kann dann aber, wenn keine Unverträglichkeit vorliegt, ebenso als Begleitung herangezogen werden.

Eichenrinden-Abkochung

2 Teelöffel abgeschälter, gut durchgetrockneter und zerkleinerter Eichenrinde, die man von fingerdicken Zweigen der Stieleiche gewinnt, übergießt man mit ¼ Liter kaltem Wasser. Auf die Herdplatte stellen, zum Sieden bringen und ca. 5 Minuten lang kochen. Danach abseihen und bei lauwarmer Temperatur schluckweise trinken. Das kann sich bei anhaltender Entzündung innerer Organe als hilfreich herausstellen, ebenso auch bei Durchfall und nervösem Darm. www.kraeuterpfarrer.at

Eichenzweig mit Eicheln und Rinde (Quercus robur) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Mehr als ein Gewürz

Der Dost als wärmendes Heilkraut

Alles, was ein exotisches oder ein südländisches Flair aufweist, besitzt von vornherein einen besonderen Reiz. Daran hindert auch die Tatsache eigentlich nichts, dass die Welt immer schneller zu einem Dorf wird. Im Handumdrehen bekommt man daher alles ins Haus geliefert, was das Herz begehrt. Das trifft freilich ebenso auf die Gewürze zu. Der Oregano weckt bei uns den Appetit auf eine schmackhafte Pizza, die wohl bei Jung und Alt gleichermaßen begehrt ist. Viele wissen jedoch nicht, dass die Pflanze, deren aromatische Blätter den guten Geschmack liefern, ohnehin hierzulande wild wächst. Der Dost (Origanum vulgare) wird auch als Wilder Majoran oder eben schlicht als Oregano bezeichnet. Dieses Gewächs zählt zur botanischen Familie der Lippenblütler. Man findet sie auf trockenen Böschungen genauso wie an sonnenbeschienenen Wald- und Wegrändern. Bienen und viele andere fliegende Insekten freuen sich jedes Mal, wenn sich die Blüten des Dosts auftun und den wertvollen Nektar zum Auskosten freigeben. In den Blättern des Wilden Majorans wiederum bergen sich wertvolle Inhaltsstoffe wie ätherisches Öl, Thymol, Bitter- und Gerbstoffe, Harze und Flavonoide. Der Dost besitzt zudem eine antioxidative Wirkung, darüber hinaus noch einen keimwidrigen sowie einen wärmenden Effekt. Das geschieht einerseits durch eine Anregung des Stoffwechselprozesses und andererseits durch die Unterstützung der Tätigkeit aller Drüsen und Organe im gesamten Bauch- bzw. Verdauungsbereich. Zudem wirkt der Dost auch krampflösend. Im Wissen um diese Vorteile kann man vor allem am Abend daran denken, den Körper im Hinblick auf die Prozesse, die vor allem im Schlaf ablaufen, eine Unterstützung zukommen lassen. Hat man ein nicht zu üppiges Abendessen zu sich genommen, dann empfiehlt es sich, noch eine Tasse Tee genüsslich zum Abschluss zu trinken.

Dost aufgießen

Von getrocknetem und zerkleinertem blühenden Kraut des Dosts nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter siedendem Wasser überbrühen und 15 Minuten lang zugedeckt ziehen lassen. Danach abseihen, den Tee auf eine annehmbare Temperatur auskühlen lassen und schluckweise trinken. Das fördert die Verdauung, entkrampft den Darm, unterstützt dessen Schleimhäute und wärmt den ganzen Körper von innen heraus. Dost-Tee hilft auch mit, um besser zu einem wohltuenden Schlaf zu gelangen. www.kraeuterpfarrer.at

Dost oder Oregano (Origanum vulgare) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Wenn der Haselstrauch blüht

Die Kätzchen ernten

Eigentlich bin ich persönlich noch auf Winter eingestellt. Dort wo ich zu Hause bin – im nordöstlichen Waldviertel nahe des schönen Thayatales – hat es auch heuer wieder viel zu wenig geschneit. Das bedeutet, dass auch die Wälder mit einer geringeren Feuchtigkeitsreserve als sonst dem Sommer entgegengehen. Und doch gibt es schon eindeutige Anzeichen für den Frühling. Die ersten zurückkehrenden Feldlerchen zogen unlängst bereits über meinen Kopf hinweg. Und die Haselnusssträucher (Corylus avellana) heben zum Blühen an. Das merkt man auch, wenn man mit dem Auto an den Böschungen entlangfährt, wo diese zu den Birkengewächsen zählenden Pflanzen stehen. Die männlichen Blütenkätzchen sind dabei aufgrund ihrer hell strahlenden Färbung nicht zu übersehen. Sie liefern übrigens eine Menge an Pollen, was auch die Bienen auf ihren ersten Erkundungsflügen nach der winterlichen Ruhe erfreut. Da die länglich geformten Kätzchen in ihrer vollen Größe entwickelt und daher auch geöffnet sind, ist das die beste Phase, um sie zu ernten und zum Trocknen aufzulegen. Sie enthalten – wie schon erwähnt – eine Menge an Pollen und somit auch pflanzliches Eiweiß. Darüber hinaus zeichnen Flavonoide und Gerbstoffe diese Wuchsteile der Sträucher aus. Hat man jene Droge zur Hand, dann kann man sie sogleich bei der nächsten gröberen Erkältung oder bei einem grippalen Infekt heranziehen. Einmal mehr darf ich an dieser Stelle betonen, wie wichtig es ist, diese Krankheiten vollends auszukurieren. Und das heißt ganz konkret, das Bett zu hüten und nach Möglichkeit kräftig zu schwitzen. Mit einer Hilfe aus den Wäldern – nämlich mit getrockneten Haselkätzchen – kann man mithelfen, dass dies auch besser gelingt.

Tee aus Haselblüten

Von getrockneten und zerkleinerten männlichen Haselkätzchen nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und hernach abseihen. Mit etwas Honig süßen und sehr warm schluckweise trinken. Das Bett dann nicht verlassen, um dort den schweißtreibenden Effekt des Aufgusses zur Geltung kommen zu lassen, da er mithilft, einen grippalen Infekt besser ausheilen zu können. www.kraeuterpfarrer.at

Haselnusszweig mit Blüten und Früchten (Corylus avellana) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Vorbeugung und Begleitung

Odermennig bei Halsschmerzen

Der Gabentisch der Natur ist reichlich gedeckt. Wir sind es gewohnt, zu Weihnachten beschenkt zu werden. Bei den Geburtstagen fällt ebenso einiges für uns ab. Doch das Angebot der Heilkräfte seitens der pflanzlichen Schöpfung kennt letztlich keine Einschränkung nach Datum oder Festzeit. Die einzige Voraussetzung, diesen Reichtum auch zielführend einzusetzen, ist das Wissen um die Vorteile der Heilkräuter. Der Gemeine Odermennig (Agrimonia eupatoria) fällt oft gar nicht auf, wenn man bei sommerlichen Spaziergängen an ihm vorüberschlendert. Er wächst gerne an Weg- und Zaunrändern und ist auch relativ häufig dort anzutreffen, wo der Mensch nicht zu sehr gestaltend eingreift. Der Odermennig zählt zur großen Familie der Rosengewächse. Seine Blätter beinhalten neben wohlriechenden ätherischen Substanzen noch Bitter- und Gerbstoffe. Wenn es z. B. Probleme mit den Verdauungsorganen gibt, dann haben schon unsere Vorfahren gerne auf den Odermennig zurückgegriffen, um sich damit Besserung zu verschaffen. Und in der Tat profitieren vor allem Leber und Galle von dessen maßvoller Verwendung. Es gibt jedoch auch noch andere Weisen, um sich dieses Gewächses zu bedienen. Wer sich leicht im Hals- und Rachenbereich erkältet, der kann schon im Vorhinein etwas unternehmen, so dass es nicht so schnell zu diesen unangenehmen Beschwerden kommt. Denn der Odermennig trimmt gleichsam die Schleimhäute und hilft mit, die Gesundheit ein Stück weit mehr zu stabilisieren. Andererseits stellt er auch eine praktische Begleitung dar, wenn man bereits unter Halsschmerzen oder einem entzündeten Herd im Mund leidet. Odermennig lässt sich auch sehr gut mit Honig kombinieren.

Abkochung zum Gurgeln

Von getrocknetem und zerkleinertem Kraut des Odermennigs nimmt man etwa 2 Handvoll und übergießt sie mit 1 Liter kaltem Wasser. Auf der Herdplatte langsam auf ca. 3/4 l Flüssigkeit einkochen und dann abseihen. In den noch warmen, aber nicht mehr heißen Tee rührt man 2 Esslöffel voll Honig ein und löst diesen vollständig darin auf. In eine Thermosflasche füllen und tagsüber mehrmals damit gurgeln. Diese Maßnahme dient sowohl vorbeugend als auch begleitend bei Entzündungen des Mund- und Rachenbereichs. www.kraeuterpfarrer.at

Odermennig (Agrimonia eupatoria) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya