Stärkt das Nagelbett

Der blühende Quendel

Musik gibt dem Leben eine Qualität, die wohl schwer zu beschreiben ist. Denken wir uns nur all das weg, was sowohl den Alltag als auch höchste Festlichkeiten akustisch begleitet. Wir wären sehr arm und geistig und seelisch gleichsam amputiert. Für die meisten Instrumente benötigt man eine gewisse Fingerfertigkeit, um Tasten zu drücken und Griffe zu halten sowie die Bogen zu streichen und die Saiten zu zupfen. Dort, wo das Feingefühl einer Person angesiedelt zu sein scheint, soll uns die heutige Aufmerksamkeit hinführen. Mit den Augen wiederum sehen wir in der Natur an trockenen Hängen und Wiesen den Quendel (Thymus serpyllum) blühen, der meiner Meinung nach heuer bereits eine ganz besondere Pracht entfaltet hat. Er wird auch als Feld- oder Sandthymian bezeichnet. Ganz klar, dass von diesem Lippenblütler ein herrliches und ihm ganz typisches Aroma entströmt, birgt er doch viel an ätherischem Öl in sich, das sich bei starker Sonneneinstrahlung von den Blättern und Blüten aus verflüchtigt und auf die Geruchszellen des Vorübergehenden trifft. Der Inhaltsstoff Thymol wiederum wirkt sich säubernd, desinfizierend und keimwidrig aus. Daher können wir davon ausgehen, dass der Quendel sehr gut mithelfen kann, Prozesse einer Infektion, die sich in Form einer Entzündung äußern, hintanzuhalten. Wir wissen von unseren Fingern, worauf die stets zu pflegenden Nägel sitzen, dass sich dort das Nagelbett sehr leicht entzünden kann. Dies kann sehr unangenehm und schmerzvoll sein. So ist es nur recht und gut, wenn wir um die heilenden und stärkenden Kräfte des Quendels wissen und gerade im Hinblick auf die Finger so manche vorbeugende bzw. begleitende Maßnahme ergreifen. Immerhin ist es mehr als klug, den Erfahrungsreichtum, der in den überlieferten Hausmitteln steckt, eben hier konkret auszuschöpfen.

Fingerbad mit Quendel

Vom frischen oder getrockneten blühenden Kraut des Quendels nimmt man 1 Esslöffel voll. Diesen übergießt man mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Ziemlich warm die Finger darin baden. Das trägt vor allem zu einer Kräftigung des Nagelbettes bei und hilft mit, die Finger beweglich zu halten. Zudem hat diese Anwendung auch einen antiseptischen und einen beruhigenden Effekt.

Quendel oder Wilder Thymian (Thymus serpyllum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Heilsame Blüten

Rotklee ist mehr als nur Futter

Die Schönheiten der Natur sind äußerst vielfältig. Sie präsentieren sich unseren Augen ganz mannigfaltig. Je nach Jahreszeit verändern sie ihre Gestalt und meist auch ihre Farbe. Zu Beginn des Sommers wird beispielsweise das Heu auf den Wiesen getrocknet, für den späteren Gebrauch als Futter gepresst und in den Scheunen aufbewahrt. Diese Tiernahrung setzt sich aus vielen verschiedenen Gräsern und Blumen zusammen. Unter ihnen findet sich häufig der Rotklee (Trifolium pratense). Es ist keine Frage, dass dieses Gewächs in einem landwirtschaftlichen Betrieb seit alters her eine große Rolle spielt, vor allem dann, wenn es galt und gilt, das Vieh für die Milchproduktion damit zu füttern. Doch steckt auch eine breit angelegte Palette an guten Wirkkräften in jenem Wiesenkraut. Um diese Vorteile wusste bereits das Mittelalter mit der zu seiner Zeit praktizierten Heilkunde, wovon ein Gutteil des Wissens auch in spätere Jahrhunderte hinein tradiert und umgesetzt wurde. Der Rotklee ist eine pflanzliche Unterstützung, um die Funktion der Leber und der Galle zu fördern. Man hat ihn aber ebenso bei chronischer Stuhlverstopfung zum Einsatz gebracht. Selbst bei Husten und Katarrhen fand er Verwendung. Nun ist gegenwärtig eine gute Phase, um die Blütenköpfe zu ernten und für den späteren Gebrauch haltbar zu machen. Dies geschieht am besten durch das sorgfältige und gründliche Trocknen derselben. Dazu legt man die Blütenköpfe im Stadium des Aufblühens ohne Stängel recht locker an einer zugigen Stelle auf. Die Droge muss am Ende dieses Prozesses ihr frisches Aussehen bewahrt haben. Braun gewordene Teile sind auf jeden Fall wertlos und sollten am Komposthaufen landen. Die gute Ware wird dann ihrer Beschaffenheit gerecht werdend aufbewahrt und bei Bedarf aufbereitet.

Ein Tee für Lunge und Leber

2 Teelöffel voll getrockneter Blütenköpfe des Rotklees werden mit 1/4 Liter siedendem Wasser überbrüht. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Danach abseihen und schluckweise trinken. Bei Erkältungskrankheiten den Tee mit etwas Honig und Zitronensaft nach Belieben ergänzen. Ansonsten sollte man ihn zu sich nehmen, ohne zu süßen. Dieser Rotklee-Tee kann durchaus einige Tage hintereinander 3-mal am Tag konsumiert werden.

Rotklee (Trifolium pratense) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Grüne Kraft für Galle und Magen

Der pflanzliche Helfer Odermennig

Verantwortung zu übernehmen, ist nicht leicht. Oft gilt es zwischen Parteien, Meinungen und Emotionen einen Ausgleich zu schaffen, um einen Prozess des fruchtbaren Miteinanders nicht zu gefährden. Selbstverständlich ist es dann ratsam, die jeweils eigene Verfasstheit ins Kalkül zu ziehen und einmal darauf zu achten, wie ich selbst verfasst bin. Als Einheit von Leib und Seele kommt es sehr wohl darauf an, wie wir physisch drauf sind. Da fällt mir ein, dass der Odermennig (Agrimonia eupatoria) oft als probate Hilfe übersehen wird, wenn es darum geht, im Bereich der Verdauung einen wirkvollen Ausgleich zu schaffen. Wer auf einem Spaziergang unterwegs ist, der findet dieses Rosengewächs mit ein wenig Aufmerksamkeit entlang von Büschen und Zäunen, an Waldrändern, auf Kahlschlägen, Weiden und Heideflächen. Zu den Inhaltsstoffen des Krautes zählen Gerbstoffe, ätherische Öle, Kieselsäure, Flavonoide und Bitterstoffe. Somit wissen wir, dass vor allem der Verdauungstrakt von der Verwendung des Odermennigs profitiert. Damit ist in erster Linie der Magen gemeint, aber ebenso die Galle, die ihrerseits eng mit der Tätigkeit der Leber in Zusammenhang steht. Die angesprochenen Organe tragen wesentlich zum Wohlbefinden der gesamten Physis bei, was sich wiederum in direkter Folge auf unser Gemüt auswirken kann. So besteht die Möglichkeit, Verantwortung für die eigene gute Gesamtverfassung zu übernehmen, indem man rechtzeitig darauf schaut, eine Unterstützung dafür seitens der Pflanzen zu nutzen. Das Einfachste wird es wohl sein, sich einen Tee aufzugießen und regelmäßig zu trinken. Gerade auch dann, wenn die Emotionen verstärkt den Körper beeinflussen und womöglich sogar ein Ärger die Galle strapaziert, sollte eine derartige Anwendung in Betracht gezogen werden.

Odermennig und Ringelblume

Getrocknetes und zerkleinertes Odermennigkraut mischt man zu gleichen Teilen mit getrockneten Ringelblumen-Blütenblättern. 2 Teelöffel voll davon mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Bis zu 3 Tassen pro Tag zu sich nehmen. Das unterstützt die Verdauungstätigkeit und entspannt ein aufgeheiztes Gemüt.

Odermennig (Agrimonia eupatoria) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Tut den Augen gut

Fenchelkörner aufgießen

Die Reisewelle zu Pfingsten ist Gott sei Dank abgeflaut. Mir selbst ist es passiert, dass ich in einen Stau auf der Autobahn geraten bin, ohne jedoch bei dieser Fahrt in den Urlaub aufgebrochen zu sein. Da heißt es umso mehr aufmerksam auf die umliegenden Verkehrsteilnehmer zu achten, damit nicht noch zusätzlicher Schaden durch einen Zusammenstoß passiert. Die Augen sind es, die dann vor allem gefordert sind. Das lässt mich einmal mehr an den Fenchel (Foeniculum vulgare) denken, der doch ein uns allen liebgewordenes Heilkraut zu sein scheint. Blickt man gegenwärtig in ein Fenchelbeet, so kann man die straußenfedernartigen Blätter des Doldenblütlers bewundern. Dabei gewinnt man den Eindruck, dass hier ein Zauberkünstler Hand angelegt hat, um aus pflanzlichem Material ganz Feines und Luftiges zu modellieren. Meiner Meinung nach liegt die gottgewollte Berufung des Fenchels darin, mit seiner Heilwirkung den Körper zu erleichtern und zu durchwärmen. In der Tat werden das Gemüse und sein Samen seit alters her dazu verwendet, um den Verdauungstrakt zu unterstützen. Er birgt unter anderem blähungstreibende Kräfte. Auf die Atemwege wirkt sich der Fenchel wiederum schmerzlindernd und schleimlösend aus. Der günstige Einfluss auf das Augenlicht, das mir heute ein besonderes Anliegen ist, wird auf den hohen Gehalt an Kieselsäure zurückgeführt, der vor allem in den aromatischen Körnern des Fenchels zu finden ist. Nicht nur in Zeiten, da die Kraftfahrer ihre Sehorgane vermehrt beanspruchen, ist es von Vorteil, die Kräfte des Fenchels abzurufen, sondern zudem auch deswegen, da so manche Pollen- und Gräserallergien eine unangenehme Symptomatik auf den Augen hervorrufen.

Mit Tee die Augen stärken

2 Teelöffel voll Fenchelkörner, die man am besten mithilfe eines kleinen Mörsers etwas zerdrückt, werden mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergossen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Den Tee ungesüßt schluckweise trinken. In Zeiten, da man die Augen besonders beansprucht, ist es sinnvoll, sowohl am Morgen nach dem Aufstehen als auch am Abend je 1 Tasse davon zu sich zu nehmen. Das stärkt die Augen von innen heraus.

Fenchel (Foeniculum vulgare) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Reinigung von innen her

Zwei Wurzel und ein Blatt für die Haut

Der Osterputz ist längst vorüber und schon ist es wiederum nötig, die Fenster zu reinigen und auch im Haus dem Staub den Kampf anzusagen. Nur allzu schnell erobert er sich die säuberlich gewischten und eingelassenen Flächen zurück. Schauen wir unseren Körper näher an, so bedarf er zwar keines Staubwedels oder Wischtuchs, sondern bloß der täglich notwendigen Waschvollzüge samt Zähneputzen. Leider ist das noch keine Garantie, die Physis deswegen gesund und die Haut intakt zu halten. Daher möchte ich in der Schatzkiste der Natur diesmal zwei Wurzeln und ein Blatt suchen und hervorkramen, um sie ob ihrer guten Wirkung ins Bewusstsein der Interessierten zu heben. Vom Löwenzahn (Taraxacum) und von der Klette (Arctium lappa) benötigen wir die unterirdischen Wuchsteile und von der Brennnessel (Urtica dioica) das Blatt. Ziel dieser Zusammenstellung ist es, die äußere Schutzschicht unseres Körpers besonders zu unterstützen. Jetzt im Sommer werden aufgrund der leichteren Kleidung mit kürzeren Ärmeln bzw. Hosenbeinen die Stellen wieder sichtbarer, die sich z. B. bei einer Schuppenflechte chronisch verändern und zu Unannehmlichkeiten bei den Betroffenen führen. Aber es gibt auch andere vorübergehende Irritationen auf der Haut, die ihren Grund meist an einer mangelnden Tätigkeit eines inneren Organs haben. Um dieses Symptom ernst zu nehmen, kann neben der medizinisch verordneten Therapie eine Maßnahme ergriffen werden, die eine Reinigung und Säuberung des Körpers von innen her vorantreibt. Dies geschieht u. a. über das Blut und den dafür im Körper angelegten Entgiftungszyklus. Die drei oben genannten Heildrogen besitzen allesamt die Wirkung, genau darin den Körper zu unterstützen. Sie können mithelfen, dass sich mit der Zeit wiederum ein besserer Gesundheitszustand auf der Haut manifestiert und diese selbst eine erneut stärkere Struktur aufweist.

Reinigendes Tagesgetränk

Getrocknete und zerkleinerte Wurzeln von Löwenzahn und Klette sowie Blätter der Brennnessel werden zu gleichen Teilen abgemischt. Davon nimmt man 3 Esslöffel voll und übergießt sie mit 3/4 Liter kaltem Wasser. 8 Stunden lang ansetzen und dann kurz aufkochen. Abseihen und in eine Thermosflasche füllen. Dieser Tee wird über den Tag verteilt schluckweise getrunken. Eine gute begleitende Maßnahme bei Psoriasis bzw. anderen chronischen oder vorübergehenden Erkrankungen der Haut.

Große Klette mit Blüten und Wurzel (Arctium lappa) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Die Rohkost ergänzen

Durchaus mit Spitzwegerich

Ernährungshinweise gibt es zuhauf. Ganze Seiten werden in fachlich aufbereiteten Magazinen gefüllt, um die Zeitgenossen anzuleiten, den Körper mit eher leicht verdaulicher Kost zu konfrontieren als mit allzu Deftigem. Die Werbung tut das Ihrige dazu, um aus einem Trend Richtung gesunderLebensstil Profit zu schlagen. Meiner Meinung nach kommt dabei die Natur zu kurz, die uns ohnehin sehr viel Brauchbares und Wertvolles zur Verfügung stellt. Es gibt jedoch noch zu viel Scheu, um sich dem frischen Grün auch im Hinblick auf den kleinen Hunger zwischendurch zu nähern. Der Spitzwegerich (Plantago lanceolata) zählt wohl zu den prominentesten Vertretern der hinlänglich bekannten Heilkräuter. Er kommt nicht nur in relativ unberührten Biotopen vor, sondern erobert ebenso die zivilisierten und oftmals großflächig bodenversiegelten Areale dörflicher und städtischer Struktur. Der Spitzweggerich stellt kaum Ansprüche an den Boden und kommt sogar mit recht verdichtetem Boden zurecht. Das macht ihn zu einem Spezialisten, der ganz gerne auch befahrene Wege besiedelt. In seinen Blättern verbergen sich manch nützliche Inhaltsstoffe, die wir ohnehin gerne in Anspruch nehmen. Dazu zählen schleimige Substanzen, die sich positiv auf die Atemwege auswirken können. Zugleich gilt der Spitzwegerich als entzündungshemmend und kann mithelfen, die Folgen von Insektenstichen in Schach zu halten. Nicht vergessen möchte ich auf die Vitamine, die ebenfalls in diesem Heilkraut enthalten sind. Bereitet man sich nun im Hinblick auf eine vernünftige Ernährung so manchen guten Salat oder derlei zu, dann sollte man an die Vorzüge des Spitzwegerichs denken. Einmal mehr gilt hier der Grundsatz: probieren geht über studieren.

Frisches Grün am Teller

Bevor der Spitzwegerich zu blühen beginnt, nimmt man junge Blätter, die man unter fließendem Wasser reinigt. Die an der Unterseite befindlichen zähen Fäden zieht man aus dem Blatt mit den Fingern heraus. Dann werden die Blätter klein gehackt und nach Belieben mit einer Marinade ergänzt. Man kann mit dem frischen Grün einen Wildkräutersalat bereichern oder den Wegerich auch alleine konsumieren. Tut dem ganzen Körper und speziell der Verdauung gut.

Spitzwegerich (Plantago lanceolata) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Sammelsurium an Frische

Ein Aufguss bei Hitze

Pfingsten ist eindeutig Reisezeit. Das erste längere Wochenende nach Ostern verheißt normalerweise höhere Temperaturen als wir sie im April oder Mai messen konnten. Und in der Tat lässt das Außenthermometer auch hierzulande nichts zu wünschen übrig. Die Wärme – so lieb und willkommen sie auch sein mag – fordert uns vieles ab. Denn die Einheit von Leib und Seele beginnt dann bald die Leistung zu drosseln, sobald die Hitze den Grad der Unbarmherzigkeit erreicht. Daher ist es mehr als naheliegend, den Körper dementsprechend zu trimmen, damit auch der Geist bei sommerlichem Wetter wach und rege bleibt. Ein Tee, der aus 4 verschiedenen getrockneten Blüten und weiteren 9 unterschiedlichen Kräutern in der Kräuterpfarrer-Tradition zusammengemischt wird, ist durchaus imstande, den Leib rundum mit Wohltaten und Erfrischungen zu versorgen. Beginnen wir bei den Blüten: das sind Hibiskus, Lavendel, Kornblume und Königskerze. In ihnen steckt einerseits ein guter Geschmack, der sich auf aromatische ätherische Öle zurückführen lässt. Darüber hinaus profitieren die Atemwege von diesen speziellen Gewächsteilen. Die Blätter und Triebe wiederum stammen von Basilikum, Bohnenkraut, Brombeeren, wilden Erdbeeren, Himbeeren, Melisse, Pfefferminze, Rosmarin und Schwarzen Johannisbeeren. Ich darf wiederholt auf den Wert hinweisen, der vor allem in den Blättern der beerenliefernden Gewächse drinnen steckt. So tragen besonders die Gerbstoffe, die mithilfe eines Teeaufgusses in verträglichem Maß in den Körper aufgenommen werden, dazu bei, die Verdauung in Schwung zu halten und die gesamten Gewebszellen durch einen zusammenziehenden Effekt gleichsam aufzumöbeln. Pfingsten ist in diesem Sinne eine Tee-Zeit. Damit auch der Geist für das Gute empfänglich und der Leib gesund bleibt.

Kräutermischung „Für heiße Tage“

Blätter und Triebe von Basilikum, Bohnenkraut, Brombeeren, Walderdbeeren, Himbeeren, Schwarzen Johannisbeeren, Melisse, Pfefferminze und Rosmarin sowie die Blüten von Hibiskus, Lavendel, Kornblume und Königskerze werden miteinander gemischt. 2 Teelöffel davon übergießt man mit heißem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Dann abseihen und den Tee schluckweise trinken. Am besten 3-mal am Tag eine Weile vor den Mahlzeiten. Der Tee kann auch ausgekühlt mit etwas Zitronensaft und Honig konsumiert werden. Ein gesunder Trank für die ganze Familie. Die fertige Teemischung erhalten Sie im Kräuterpfarrer-Zentrum in Karlstein/Thaya (Tel. 02844/7070; E-Mail: bestellung@kraeuterpfarrer.at) bzw. im Webshop: shop.kraeuterpfarrer.at

Kräutertee für heiߟe Tage ⓒ Reinhard Podolsky/mediadesign

Tipp für die Augen

Himbeerblüten sammeln

Die Welt kann von vielen Seiten her betrachtet werden. Meist ist es eine persönliche Ansichtssache, mit welcher Philosophie man an die Realitäten unseres Planeten herangeht, um diese schließlich für sich zu deuten. Doch scheint dies für manche schon zu hoch angesetzt zu sein. Ich meine all jene, die nur für wahr halten, was man angreifen und sehen kann. Dass alles Verborgene dabei zu kurz kommt, steht auf einem anderen Blatt Papier. Und trotzdem ist es immens wichtig, die Augen zu hüten und diesen sensiblen Bereich nach Möglichkeit zu unterstützen. Was uns in den frühen Sommertagen auffällt, ist die Tatsache, dass so manches zu blühen beginnt wie etwa auch die Himbeeren (Rubus idaeus). Die beliebten Früchte gedeihen hierzulande Gott sei Dank in den Gärten ebenso wie in der freien Natur. In lichten Wäldern kann man sie sehr häufig antreffen. Die Himbeeren sind aber nicht nur aufgrund des jährlich abfallenden Fruchtgenusses zu schätzen. Als wertvolle Drogen erweisen sich die grünen Blätter, die man trocknen und zu einem Tee aufgießen kann. Was nur wenige wissen, ist der Hinweis, dass man auch die Blüten zum Wohle des Leibes heranzieht und einsetzt. Zumindest hat man dies in früheren Zeiten gerne gemacht. So will ich heute ein altes Hausmittel vorstellen, in dem die Blütenblätter der Himbeere eine Rolle spielen. Und dabei geht es um unsere Augen. Sehr leicht passiert es nämlich, dass sich die Lider und die Augenwinkel entzünden. Um diesen Umstand zu lindern, ist es möglich, sich zur Zeit, da die Himbeeren blühen, eine begleitende Hilfe zuzubereiten.

Honig und Himbeerblüten

Wenn die Himbeeren in voller Blüte stehen, zupft man Blütenblätter behutsam ab. Dann zerreibt man sie mit den Fingerspitzen und vermischt sie mit so viel dünnflüssigem Honig, bis eine einheitliche Masse daraus entsteht. In ein Glasgefäß geben, gut verschließen und kühl im Dunkeln aufbewahren. Bei entzündeten Augen nimmt man von dem Gemisch ein paar Tropfen, löst sie in etwas warmem Wasser auf, tränkt einen Wattebauschen damit und legt ihn auf die geschlossenen Augen. Nach 15 Minuten wegnehmen und die Augen lauwarm auswaschen.

Himbeertriebe und Früchte (Rubus idaeus) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Schädlinge im Haus

Walnussblätter gegen Motten

Wir haben eindeutig im Ausbeuten der Natur übers Ziel geschossen. Das gilt weltweit wie auch vor der eigenen Haustür. Wenn es schon nicht der Einsatz von Pestiziden war, der auf agrarischen Flächen vollzogen wurde, so hat man z. B. den Boden über alle Maßen versiegelt, damit dort nur mehr die Spezies Mensch etwas anfangen konnte. Und dieser Prozess ist noch nicht zu Ende. Da muss unbedingt ein Umdenken stattfinden! Mit dem Walnussbaum (Juglans regia) möchte ich heute im Bereich des eigenen Hauses bleiben. Wir alle kennen doch das Phänomen, dass die Natur weder vor einer Keller- oder Haustür noch vor den Fenstern Halt macht. Kriechende und fliegende Wesen wissen sich sehr wohl einen Weg in die menschlichen Behausungen zu bahnen, um es sich dort gemütlich zu machen und aufgrund guter Nahrungsbedingungen für reichlichen Nachwuchs zu sorgen. So nimmt es nicht Wunder, wenn gar nicht so selten die Motten diesem Trend folgen. Wer einen Walnussbaum in seinem Garten oder an der Straße etwa vor einem Weinkeller stehen hat, der denkt in erster Linie an die guten Früchte, die im Herbst davon abfallen. Walnüsse sind durchaus eine gesunde Nahrungsergänzung. Die Blätter der Bäume wurden jedoch seit jeher ebenfalls für den häuslichen und gesundheitsunterstützenden Gebrauch herangezogen. Der Grund hierfür ist im reichlichen Gehalt an Gerbstoffen zu suchen. Der Geruch, der den grünen Pflanzenteilen entströmt, ist ganz charakteristisch und zudem noch insektenabwehrend. Also, warum sollte man daher nicht auch in der Bekämpfung von Motten vorbeugend und gleichzeitig biologisch vorgehen?

Nussblätter im Kleiderschrank

Einzelne ausgewachsene Blätter der Walnuss werden im Monat Juni bei sonnigem Wetter abgepflückt. An einem schattigen Platz mit dem Stiel nach oben aufhängen und möglichst bei Zugluft gut durchtrocknen, sodass sie die Blätter ihre grüne Farbe beibehalten. Die zurückbleibenden Inhalte wie ätherische Öle, Gallen- und Gerbstoffe sind für Motten und anderes Ungeziefer unangenehm. Die Wäschekästen damit bestücken, um eine abwehrende Atmosphäre zu schaffen.

Walnuss (Juglans regia) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Pflegende Bitterkeit

Tausendguldenkraut für die Haut

Ganz rasch ist es mit dem Bergauf der Temperaturen gegangen. So können wir vorerst froh sein, uns kleidungsmäßig nicht mehr vor der Kälte schützen zu müssen. Zieht nicht gerade ein Gewitter auf, dann ist es einfach schön, im Freien zu arbeiten oder die Abende vor dem Haus im Garten ausklingen zu lassen. Und dennoch bedarf es eines vermehrten Schutzes für die Haut und einer besonderen Pflege derselben, da nun eindeutig mehr Luft und Sonne an sie herandringen als in den kalten und verregneten Wochen zuvor. Bei Hitze und Wärme steigt automatisch das Ausmaß der körpereigenen Transpiration. Da schon lange nicht mehr vom Tausendguldenkraut (Centaurium erythraea) die Rede war, sei heute dieses Heilkraut unserer Aufmerksamkeit anempfohlen. Gleich vorweg, diese zu den Enziangewächsen zählende Pflanze ist Bestandteil des reichen Schatzes der Kostbarkeiten innerhalb unserer heimischen Flora. Aus diesem Grund sollte das Tausendguldenkraut, das unter Naturschutz steht, in freier Natur unbehelligt gedeihen, ohne dass es durch den menschlichen Gebrauch einer bestandsmäßigen Gefährdung ausgesetzt werden würde. Dieses liebenswerte Kraut besitzt einen sehr hohen Anteil an Bittersoffen. Jeder, der schon einmal mit dem Tausendguldenkraut etwas zu tun hatte, weiß darum. Mit diesem Inhalt ist ebenso eine brauchbare Wirkung verbunden, die sich gerade für die Haut als wertvoll herausstellen kann. Im Hinblick auf eine Regulierung der Schweißproduktion ist es sinnvoll, das Tausendguldenkraut zu verwenden. In der Empfehlung, die ich heute geben darf, bleibt dem Gaumen ein bitteres Erwachen erspart, denn hierbei handelt es sich um eine rein äußerliche Anwendung.

Waschung mit einem Ansatz

Vom getrockneten und zerkleinerten blühenden Kraut des Tausendguldenkrautes (aus gärtnerischer Kultur) nimmt man lediglich 1 Teelöffel voll, den man in 1/2 Liter kaltem Wasser ansetzt. Über Nacht ziehen lassen und morgens abseihen. Der Ansatz wird mithilfe eines Waschlappens auf die Haut aufgetragen, vor allem dort, wo man vermehrt schwitzt. An der Luft eintrocknen lassen. Die Bitterstoffe sorgen für eine erfrischende Wirkung und reduzieren somit einen unangenehmen Geruch aufgrund vermehrter Ausdünstung.

Tausendguldenkraut (Centaurium erythraea) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya