Wertvoll bei Erkältung

Käsepappel für die Atemwege

Wer hoch hinaus will, große Ideen wälzt und grandiose Visionen zu haben meint, der wird durch das banale Leben und die damit verbundenen Tatsachen nicht selten darin belehrt, sich der Realität vollends zu stellen und nicht weiter in einem Wolkenkuckucksheim wohnen zu bleiben. Ich denke, dass jeder und jede von uns dahingehend schon mehr oder weniger Lehrgeld zu bezahlen hatte. Unter den verschiedenen Malvenarten, die wir in unserer Heimat vorfinden, ist wohl die Käsepappel (Malva neglecta) jene, die ihren verwandten Arten gegenüber den Vorteil hat, allein schon durch ihren Wuchs wortwörtlich am Boden zu bleiben. Denn sie bildet keine hochragenden Stängel aus, die bei Wind und Wetter in eine Schieflage kommen könnten. Vielmehr breitet sie sich vertikal aus, blüht und fruchtet in der Nähe der Erde. Die Käsepappel beinhaltet Schleimstoffe, Vitamin B und C sowie Flavonoide und Gerbstoffe. Wie alle Malven erweist sich auch die Wegmalve – wie die Käsepappel noch bezeichnet wird – als wertvoll, wenn es gilt, die Atemwege im Zuge einer Erkältung oder eines Infekts zu stärken. Das ist aber nicht der einzige Zielbereich der Verwendung dieses Heilkrautes. Ebenso kann es sinnvoll sein, sich der Vorzüge der Käsepappel zu bedienen, wenn z. B. der Magen oder der Darm Probleme aufzeigen. Gewiss wird es zweckmäßig sein, die getrocknete Droge als Tee zuzubereiten und zu trinken. Dazu bedarf es genau genommen keines hohen Energieaufwandes. Denn die Käsepappel wird am besten im Kaltansatz zubereitet. Grund dafür ist der eben schon besprochene hohe Anteil an Schleimstoffen, der in den Wuchsteilen der Pflanze steckt. Früher wurde übrigens dieses Heilgewächs landauf und landab noch viel häufiger verwendet. Diese Zeilen mögen die wertvollen Kräfte, die in der bescheiden wachsenden Malve vorkommen, wieder einmal in Erinnerung rufen.

Kaltansatz richtig durchführen

Von getrockneten und zerkleinerten Blättern und Blüten der Käsepappel nimmt man 2 Teelöffel voll und gibt sie in 1/4 Liter kaltes Leitungswasser. Danach mindestens 2 Stunden bis höchstens 10 Stunden lang stehen lassen. Hin und wieder umrühren. Letztlich abseihen und auf 30 bis 35 ° Celsius erwärmen, dann schluckweise trinken. Sinnvoll bei beginnender Grippe, bei Erkältung und Husten (3 Tassen pro Tag).

Käsepappel (Malva neglecta) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Reinigender Saft

Von der Birke anzapfen

Wenn man über Fasten nachdenkt, so fällt einem wahrscheinlich als erstes die Reduzierung der Kost und somit die damit hoffentlich verbundene Abnahme des Körpergewichts ein. Hiermit hat man meiner Meinung nach noch nicht das Wesentliche erfasst. Denn immerhin geht es in erster Linie um eine Reinigung des Leibes und der Seele, ein Ausräumen von Überflüssigem oder gar Schädlichem, um etwas Größerem Raum zu geben: dem Sinn des Lebens und nicht zuletzt auch Gott, der sich mir persönlich als Retter erweist. Was hat nun die Birke (Betula pendula) mit all dem zu tun? Momentan ist dieser Baum in einer gewissen Aufbruchsstimmung. Immerhin hält der Frühling seinen Einzug, gewiss von mancher Rückkehr des Winters unterbrochen. Das hält die Birke aber keineswegs davon ab, voll in den Saftfluss zu gehen und alles vorzubereiten, was dem erneuten Grünen, Blühen und Fruchten dient. Der Birkensaft besteht nicht bloß aus Wasser, das aus der Erde über den Stamm nach oben transportiert wird. Es ist alles in allem eine Zusammenballung an organisch gebundenen Mineralien und Wuchsstoffen. Verwendet der Mensch dieses Baumprodukt, so kann er mit der Flüssigkeit eine entzündungshemmende Wirkung entgegennehmen, die sich vor allem auf den Blasenbereich und die Nierenleistung positiv auswirkt. Durch die so bewirkte vermehrte Ausscheidung der Harnsäure wird gleichzeitig das Blut sauberer und reiner. Gleich mehrere Leiden stehen mit einer erhöhten Konzentration von Harnsäure in Zusammenhang: Rheuma, Arthritis, Blasenentzündung und nicht zuletzt chronische Probleme auf der Haut wie etwa hartnäckige Ausschläge. Den Birkensaft, den man mittels vorsichtigen Anbohrens mindestens beindicker Stämme der weißrindigen Bäume gewinnt, kann roh und ganz frisch verwendet werden. Oder man macht ihn mittels geringer Beifügung von Alkohol (20 %) haltbar. Der fertige Auszug dieser Art kann übrigens im Kräuterpfarrer-Zentrum in Karlstein samt sachdienlicher Beratung bezogen werden.

Birkensaft-Kur

3 Wochen lang nimmt man 3-mal am Tag je 1 EL voll des frischen Birkensaftes oder des Auszuges zu sich. Entweder schluckt man ihn pur oder mischt ihn zuvor mit etwas Wasser, Sauermilch oder Joghurt. Zusätzlich kann man diese Kur auch mit dem Trinken von Brennnessel- oder Goldrutentee begleiten. Gerade jetzt im Frühjahr erweist sich diese Maßnahme als unterstützend für die Gesundheit des gesamten Organismus. Den fertigen und haltbaren Birkenwasser-Auszug erhalten Sie im Kräuterpfarrer-Zentrum unter Tel. 02844/7070 – DW 11 oder 31, E-Mail: bestellung@kraeuterpfarrer.at oder im Webshop: www.shop.kraeuterpfarrer.at

Birkenzweige mit Blättern und Blüten (Betula pendula) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Die Lunge frei machen

Zwiebel und Honig kombinieren

Jeder von uns weiß, was man unter dem Begriff „Nachwirkungen“ versteht. Egal, ob es sich um ein katastrophales geschichtliches Ereignis in Form eines zerstörerischen Krieges handelt oder eben um eine gravierende Krankheit, die den Körper aufs Äußerste herausfordert: von allem bleiben Spuren zurück, die erst allmählich im Laufe der Zeit abgebaut werden können. In irgendeiner Art und Weise haben wir alle schon Erfahrungen mit Nachwirkungen gemacht. Und wir müssen dieses Wort gar nicht so hochschrauben. Denken wir bloß an eine Erkältung oder einen Infekt in Form einer Bronchitis. Mit Zwiebel (Allium cepa) und Honig kann man darangehen, das Zurückliegende für die Physis gut aufzuarbeiten und von den leidigen Folgen wiederum frei zu werden. Wenn wir z. B. die Zwiebel hernehmen und sie uns genauer ansehen, so entdecken wir, dass sie aus ineinander geschichteten Blättern aufgebaut ist, die ihrerseits wiederum eine Menge an leicht flüchtigen Substanzen beinhalten. Das bemerken wir spätestens dann, wenn wir eine Zwiebel auseinanderschneiden und zerteilen. Unsere Augen beginnen dann zu tränen, weil sie mit dem schwefelhaltigen Isoalliin konfrontiert werden. Es finden sich aber auch weniger reizende Schleimstoffe in der Küchenzutat, die übrigens der Atmung gut zu Hilfe kommen können. Das ist dann der Fall, wenn die Funktion der Lunge noch immer beeinträchtigt ist, obwohl eine Erkrankung derselben schon einige Zeit zurückliegt. Der Honig, den wir heute ebenfalls mit ins Boot holen wollen, ist in erster Linie die Kraftquelle eines Bienenstocks. In diesem diffizil organisierten Staatsbetrieb der Immen sollte sich auf keinen Fall eine Verkeimung oder eine Verpilzung einschleichen. Somit hat der süße Stoff von Natur aus schon keimtötende und antibakterielle Eigenschaften, die sich auch der Mensch zunutze machen kann. In einem Hausmittel, das man seit langem kennt, kann man sich im Hinblick auf einen freien Atemtrakt des Körpers weiterhelfen.

Löffelweise Zwiebel-Honig

Von einer gewöhnlichen Küchenzwiebel presst man vorerst den vorhandenen Saft aus. 3 Esslöffel voll mischt man dann mit ebensoviel Honig ab, gibt es in ein Glas und stellt es verschlossen in den Kühlschank. Um die Lunge wieder frei zu bekommen, nimmt man von diesem Zwiebel-Honig stündlich 1 Teelöffel voll ein und lässt ihn zuerst eine Weile im Mund, bevor man ihn ganz schluckt. So kann sich der gute Effekt, der in der Mischung steckt, auch schon über die Mundschleimhaut lösend auf die Atemwege auswirken.

einzelne Zwiebel (Allium cepa) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Honigwabe mit Bienen ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Ein beruhigender Fastentipp

Hopfen fördert guten Schlaf

Es ist leichter gesagt als getan! Schnell kommt einem der Appell über die Lippen: So nimm dich doch nicht so wichtig! – wenn man jemanden dazu ermahnen möchte, weniger Aufgaben anzunehmen und mehr auf die eigenen Kräfte zu achten. Doch wie gesagt, in dieser Beziehung sitz ich wohl selbst oft genug im sprichwörtlichen Glashaus. Wenn nun an allen Ecken und Enden vom Fasten die Rede ist, so möchte ich mit dem Hanfgewächs Hopfen (Humulus lupulus) die Aufmerksamkeit auf den gesunden Schlaf richten. Denn angesichts permanent laufender digitaler Medien in unserer unmittelbaren privaten Lebenswelt ist es im wahrsten Sinne des Wortes ganz schwer, abzuschalten und zur Ruhe zu kommen. Schauen wir uns doch die Wirkungen, die mit dem Hopfen und dessen Verwendung verbunden werden, einmal genauer an. Und dabei sollten wir das Bierbrauen, auch wenn es schwer fällt, durchaus ausblenden. Der wortgebende Inhaltsstoff Lupulon und das dazugehörige Humulon sind zwei Bittersäuren, die sich beruhigend auswirken können. Zusätzlich enthält der Hopfen noch eine Menge an Gerbstoffen, die dem Organismus durchaus zuträglich sind. Ich schlage vor, sich als Fastenvorsatz die Zeit herzunehmen, die man für sein eigenes Wohlbefinden verwendet. In Kombination mit einem abendlichen Bad erwischt man zwei Fliegen mit einem Schlag: man lässt den Hopfen über die Haut wirken und man kommt in der Wanne besser zur Besinnung als vor einem Bildschirm oder einem zu bedienenden Display. Ziel dabei bleibt, den Schlaf zu fördern, der für unsere Ausgewogenheit überaus wichtig ist. Leider machen sich gerade junge und pubertierende Mitmenschen zu wenig Gedanken darüber, welchen Raubbau sie an ihrer späteren Entwicklung treiben, indem der Schlaf zur rechten Zeit keine Rolle zu spielen scheint. Der Hopfen kann helfen, sich dahingehend wieder gut einzupendeln.

Hopfenzapfen-Bad

Von getrockneten Hopfenzapfen (= weibliche Blüten) nimmt man ca. 125 g und füllt sie in ein Stoffsäckchen. Dieses legt man in die Badewanne, die man mit ziemlich heißem Wasser bis zur Hälfte füllt. Nach einer halben Stunde temperiert man das Wasser so, dass man hineinsteigen und 15 Minuten im Wasser bleiben kann. Danach heraussteigen, abtrocknen und das Bett zum Schlafengehen ansteuern. Ein durch diese Anwendung beruhigter Organismus kann so eine bessere Nachtruhe gewährleisten.

Hopfen (Humulus lupulus) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Gesunder frischer Saft

Aus Roten Rüben gepresst

Wenn nun schon die Fastenzeit ihren Lauf begonnen hat, dürfen wir uns mit einem bewussten Verzicht auf das eine oder andere Zuviel oder Unvernünftige natürlich konsequenter Weise fragen, was uns gut tut und somit unserer Gesundheit zuträglich ist. Darin besteht durchaus kein Widerspruch zu dem sinnvollen Reglement, das wir uns auferlegen. Denn nur so kann erneut eine konkret umgesetzte Sorge um den Bruder Leib zum Tragen kommen. Ein ganz wertvolles Gewächs stellt in dieser Hinsicht die Rote Rübe (Beta vulgaris subsp. vulgaris) dar, die wohl ein jeder von uns schon in Urgroßmutters Küche bzw. Keller vorfand und somit gewisse Kindheitserinnerungen damit verbunden sind. Es waren oft karge und entbehrungsreiche Zeiten, die viel an Phantasie verlangten, um aus dem Vorhandenen verschiedene Mahlzeiten zu zaubern. Die Roten Rüben enthalten wertvolle Mineralstoffe und Spurenelemente, die dem Aufbau der Zellstruktur im Körper dienlich sind. Ein hohes Maß an Vitamin B, an Eisen und Folsäure ist ebenfalls für den Erhalt eines gesunden Allgemeinzustandes von Vorteil. Nun kann man die Roten Rüben auf mehrfache Art als Zu- oder auch als Hauptspeise servieren, wenn man sie z. B. scheibenweise herausbäckt. Am meisten aber kommt dieses Gemüse in Form eines wohlschmeckenden und farbig intensiven Salates auf den Teller. Hat jemand zufällig von der Ernte des Vorjahres noch etliche Exemplare davon im Keller gelagert, so ist es nun höchste Zeit, diese aufzubrauchen. Man kann dies tun, indem man die Roten Rüben in rohem Zustand entsaftet. Gewiss gilt dabei: die monatelange Aufbewahrung bringt es auch mit sich, dass der Flüssigkeitsgehalt der Ware in der Zwischenzeit abgenommen hat. Nichtsdestotrotz steht dem Entsaften der Roten Rüben nichts im Wege.

Saftkur für den Organismus

Um den eigenen Körper in seinem stets stattfindenden Erneuerungsprozess im Austausch der einzelnen Zellen zu unterstützen, kann man eine Trinkkur mit Roten Rüben durchführen. Dazu nimmt man täglich 3-mal bloß 1/8 Liter des Rohsaftes zu sich, durchaus 6 bis 10 Wochen lang. Beim Pressen bzw. Entsaften selbst zeigt sich erst die noch vorhandene Menge an Saft in den Rüben. Die Roten Rüben enthalten auch einen Anteil an Oxalsäure. Hat jemand Probleme mit den Nieren, so sollte man darauf achten und notwendiger Weise eine verträgliche Alternative zu diesem Gemüse suchen.

Rote Rübe (Beta vulgaris subsp. vulgaris) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Ein Kraut für die Fastenzeit

Bärlauch als Favorit

Wenn es ein aktuelles Angebot bei Produkten verschiedenster Art gibt, dann heißt es zugreifen. Handelsketten werben mit je neuen preisgünstigen Artikeln um die Kunden, die natürlich ein günstiges Schnäppchen nutzen, um sparsam mit dem vorhandenen Geld umzugehen. Unzählige Prospekte, Postwurfsendungen und Beilagen in Printmedien zeugen von diesem Sachverhalt. In der Natur rüstet sich momentan auch vieles, um in reichem Ausmaß für uns da zu sein. Auf den Bärlauch (Allium ursinum) wird man bald zugreifen können, ohne dafür hohe Investitionen veranschlagen zu müssen. Einzige Voraussetzung dafür ist die Gabe, dieses Lauchgewächs von anderen gut unterscheiden zu können. Am besten orientiert man sich dabei am intensiven markanten Geruch, der beim Zerreiben der Blätter zutage tritt. Jetzt in der Fastenzeit, die bei den westlichen christlichen Konfessionen mit dem Aschermittwoch beginnt, ist es sicher sinnvoll, auf eine Reinigung des Körpers Bedacht zu nehmen. Diese vollzieht sich optimal durch einen guten und geregelten Umlauf des Blutes, das die notwendigen Stoffe an die richtige Stelle liefert und gleichzeitig Giftiges und Verbrauchtes abtransportieren hilft. Genau das kann der Bärlauch mit seinem hohen Gehalt an ätherischen Ölen unterstützen. Diese sind überdies in einem geringen Maße auch schwefelhaltig und können daher Keimen den Zutritt zum Einnisten in unsere Physis erschweren. Der Bärlauch wird meist frisch verwendet. Im Kräuterpfarrer-Zentrum hat man sich aber zudem auf die Herstellung eines leicht alkoholischen Auszuges spezialisiert, der das Abrufen der Vorzüge des grünen Frühlingsboten auch dann möglich macht, wenn er vor der Haustür noch nicht oder nicht mehr greifbar zur Verfügung steht. Dieser Auszug wird löffelweise zu sich genommen, um die Tätigkeit der Nieren zu unterstützen. Den fertigen Bärlauch-Auszug erhalten Sie im Kräuterpfarrer-Zentrum in Karlstein/Thaya unter Tel.-Nr. 02844/7070 – DW 11 oder 31 sowie im Webshop: shop.kraeuterpfarrer.at. Was vielleicht wenige wissen: aus Barlauchblättern lässt sich sogar ein Tee zubereiten. Nutzen wir die begonnene Fastenzeit, um die Kräfte der Natur angemessen entgegenzunehmen!

Tee für Nieren und Haut

Frische Bärlauchblätter werden unter kalt fließendem Wasser gründlich gereinigt und kleingeschnitten. Davon nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter siedendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen. Öfter am Tag trinken, um die Nieren anzuregen und die Haut bei Ausschlägen und Entzündungen zu unterstützen.

Bärlauch (Allium ursinum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Für Atemwege und Kreislauf

Die Echte Schlüsselblume

Wenn man die Gelegenheit hat, sich heute noch einmal zu verkleiden oder ein erheiterndes Detail seinem Outfit hinzuzufügen, wird wohl niemand etwas dagegen haben, außer man befindet sich wegen eines ernsten Sachverhaltes auf einem Amt oder dergleichen. Die meisten Faschingsumzüge sind nun schon vorbei und morgen dürfen wir ganz einfach loslassen von allem Übertriebenen und Lächerlichen. Die Natur hingegen schickt sich erst jetzt so richtig an, bald mit Blüten alles bunt und fröhlich werden zu lassen. Die Echte Schlüsselblume (Primula veris) etwa zählt wohl zu den prominentesten Vertretern der Frühlingsflora unserer Heimat. Und ich freue mich ehrlich gesagt schon sehr darauf, ihr bald auf einem feuchten Wiesengrund oder am Wegrand nahe eines Waldes direkt gegenüberstehen zu dürfen. Flavone, Kieselsäure, Saponine und Gerbstoffe sind in den verschiedenen Pflanzenteilen enthalten, in den Blättern und Blütenkelchen lässt sich darüber hinaus noch das wichtige Vitamin C nachweisen. Pflückt man den langen Stiel einer Schlüsselblume ab, so dauert es nicht lange, dass an der Bruchstelle eine schleimig-zähe Flüssigkeit hervortritt, die ein Hinweis auf eine schleimlösende Wirkung ist, die in dem Frühlingskünder drinnen steckt. Nun, im Hinblick auf eine wohl oder übel überstandene Faschingszeit kommt es nicht selten vor, dass viele unserer Zeitgenossen an einer Erkältung, an entzündeten Bronchien oder an einem instabilen Kreislauf leiden. Letzteres hängt aber oft auch mit den klimatischen Veränderungen zusammen, die jedes Frühjahr mit sich bringt. Da geht es mit den Temperaturen bald einmal hoch hinauf und in der Nacht folgt dann der nächste Frost. Kein Wunder, wenn das für unsere Physis zu einer Herausforderung wird. In der Himmelschlüssel dürfen wir eine gute Unterstützung vorfinden, die uns gerade in den kommenden Wochen gut tun kann.

Hausmittel Schlüsselblumen-Tee

Von frischen oder getrockneten Blüten der Echten Schlüsselblume nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. Anschließend 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, ehe man den fertigen Tee abseiht. Dann noch 1 Teelöffel voll Honig hineinrühren und 1 Esslöffel Zitronensaft. Schluckweise trinken, 3-mal am Tag. Das kann sich bei Erkältungen und bei vorübergehenden Schwächezuständen samt Schwindelgefühl als hilfreich erweisen.

Echte Schlüsselblume (Primula veris) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Nach dem Abschminken

Mit Pfefferminze auffrischen

Wahrscheinlich sind noch vielen von uns die Bilder vom heurigen Opernball in Wien vor Augen, wo sich die gesamte österreichische Prominenz und hohe internationale Gäste ein Stelldichein gaben. Wenn man schon selbst nicht dabei sein kann, so bringen doch die unzähligen Kameras der Medien jedem, der das möchte, den Höhepunkt des Faschings nahe. Beachtlich ist auch der Aufwand, der hier betrieben wird, um sich salopp gesagt rauszuputzen, zu glänzen und letztendlich auch durch ein dementsprechendes Äußeres zu beeindrucken. Die Pfefferminze (Mentha piperita) hat dies alles nicht nötig. Ihr Kleid hat schon der Schöpfer entworfen, der wusste, wie man jede Pflanze so ins Gefüge der Natur setzt, um letztendlich einen Dienst zu erfüllen. Ein bisschen hat auch der Mensch seinen Anteil dabei, weil es sich bei der Pfefferminze ja um eine Kulturpflanze handelt, die verschiedene Arten dieser Lippenblütler-Gattung als Elternteile hat. Im grünen Blättergewand findet sich viel Brauchbares für unsere Gesundheit. Unter den einzelnen Inhaltsstoffen sticht wohl das Menthol heraus, das im ätherischen Öl enthalten ist. Mit der Nase kann man dieses Element sehr gut erkennen, wenn man an der Pfefferminze riecht. Dieses Gewächs besitzt darüber hinaus noch Gerb- und Bitterstoffe, die man gerade hier nicht vermuten würde. Diese Tatsache lässt den Schluss zu, dass man die Verwendung jenes Heilkrautes nicht nur innerlich vollziehen kann. Und in der Tat vermag die Pfefferminze unsere Haut zu unterstützen. Die Oberfläche unseres Gesichtes z. B. ist gerade in der lustigen Zeit des Karnevals verschiedenen Herausforderungen ausgesetzt. Bei vielen gilt es etwa, sich nach einer fröhlichen gesellschaftlichen Veranstaltung abzuschminken. Und generell landen sowohl bei Herrn als auch bei Frau Österreicher etliche synthetisch generierte Kosmetika auf dem Antlitz oder auf den Haaren. Die Pfefferminze kann dazu beitragen, wieder etwas Naturgemäßes auf der Haut landen zu lassen.

Ein Tee fürs Gesicht

Von getrockneten und zerkleinerten Blättern der Pfefferminze nimmt man 4 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/2 Liter kochendem Wasser. Danach 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen. Hat der fertige Tee eine annehmbare Temperatur erreicht, so wäscht man damit das Gesicht und lässt alles Flüssige von selbst an der Luft eintrocknen. Das Menthol der Pfefferminze sorgt dabei für eine natürliche Frische, die Gerbstoffe wiederum stärken die Haut und erweisen sich so als hemmend gegenüber möglichen Entzündungen.

Pfefferminze Blütenzweig (CMentha piperita) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Fröhliche Kräuter

Mit Lavendel zur Heiterkeit

Es ist wieder einmal an der Zeit, die Kräuterkunde von der eher heiteren Seite zu sehen, da es sich meinerseits hierbei weder um eine eigene Religion noch um eine besonders propagierte Ideologie handelt. Den Anschein erwecken zwar gar nicht so wenige, die sich irgendwelchen anonymen Kräften der Natur ganz überlassen, aber das hat hier an dieser Stelle keinen Platz. So mag man ein wenig schmunzeln, da man die Textbeschreibungen der Kräuter aus alten Büchern herausliest. Über den Lavendel (Lavandula angustifolia) – das Heilkraut des Jahres 2019 in Österreich – lesen wir im Kräuterbuch des Jacobus Theodorus Tabernaemontanus (gedruckt 1731) folgendes: „Es ist der Lavendel ein edel köstlich Gewächs, das vor vielen anderen Kräutern, welche in Deutschland wachsen, fast den Vorzug hat, kann zu vielen und mancherley Gebresten des menschlichen Leibes gebrauchet werden: Fürnehmlich aber ist er eine edle Arzney wider die alte und kalte Gebresten des Haubts, des Hirns und der Nerven, dieselbige zu stärcken, zu erquicken und zu erwärmen.“ Weiters rät Tischberg (= Tabernaemontanus ins Deutsche übersetzt), den Lavendel mit Rosmarin, Salbei, Zimtrinde und etlichem anderen mehr zu vermischen, in Wasser oder Wein aufzukochen und davon zu trinken. Nun, wir wissen, dass man heutzutage schon ein wenig vorsichtiger umgeht, wenn man Kräuter verwenden und sie mit anderen ihresgleichen mischen möchte. Ich will daher lediglich beim Lavendel bleiben und seine Wirkung aufzeigen, die sich eben in einem Ausgleich der Nerven zeigt und zur Beruhigung des Gemütes beitragen kann. Es tut so gesehen schon gut, ein Büschel der getrockneten Lavendeltriebe in einem Zimmer aufzuhängen, um eine gute Atmosphäre zu verbreiten. Wer sich selbst darin unterstützen möchte, seine Stimmung nach Niedergeschlagenheit oder leicht depressiven Phasen zu heben und gleichzeitig das Gemüt in eine ausgewogene Lage zu bringen, dem kann ich empfehlen, es einmal mit Lavendel zu probieren. Allen eine frohe Zeit bis zum Aschermittwoch!

Tee mit Lavendelblüten

Von getrockneten Blüten der Lavendeltriebe nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter siedendem Wasser. Danach 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen. Wer mag, kann sich den fertigen Tee mit etwas Honig süßen, vielleicht auch ein wenig Zitronensaft dazugeben. 2-mal pro Tag trinken, um sein Gemüt auf Vordermann zu bringen und gleichzeitig im Organismus einen wohltuenden Ausgleich herzustellen.

Lavendel-Blütenzweig ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Frieden für die Haut

Mit Basilikum und Hirtentäschel

Wenn wir in der Früh aufstehen, so führt uns eine der ersten Aktivitäten ins Badezimmer, wo wir uns mithilfe des Wassers so richtig aufwecken, reinigen und pflegen können. Immerhin wollen wir uns ja für den ganzen Tag rüsten und zumindest schon am Morgen wohlfühlen in unserer eigenen Haut. Damit können wir den anderen angemessen begegnen und schließlich all die Anforderungen in Angriff nehmen, welche die neuen geschenkten Stunden des Sonnenlaufes mit sich bringen. Am liebsten würden wir gleichzeitig mit einem Gang unter die Dusche so manche Probleme auf der Haut im wahrsten Sinne mit einem Aufwaschen verabschieden. Die beiden Heilgewächse Basilikum und Hirtentäschel sind hierbei wohl besser geeignet als ein herkömmliches Shampoo oder biedere Seife. Denn viele leiden aufgrund verschiedenster Ursachen unter einer beeinträchtigten äußeren Schutzschicht des Körpers. In einem Fall kann es eine festsitzende Akne sein, bei einem anderen wiederum sind es Ausschläge, die für einen unangenehmen Juckreiz sorgen oder es treten aufgrund einer äußerst sensiblen und dadurch sich dünn anfühlenden Haut vermehrt Rötungen auf, die durchaus auch mit entzündlichen Prozessen in Zusammenhang stehen können. Um all das genauer zu diagnostizieren, braucht man bloß die Kompetenz der fachkundlichen Dermatologie in den Arztpraxen in Anspruch nehmen. Heilkräuter können dann im Falle einer verordneten Therapie eine gute Begleitung darstellen. Das Basilikum – für gewöhnlich in der Küche als Gewürz verwendet – besitzt neben seinem markanten Geschmack zudem entzündungshemmende Eigenschaften. Das kann auch einer kaum befriedeten Haut zugutekommen. Vom Hirtentäschel wiederum kennt man aus dem naturheilkundlichen Erfahrungsschatz, dass es mithilft, einen Juckreiz zu verringern, der wohl oder übel mit Irritationen auf der Haut einhergeht. Man kann beide Kräuter durchaus zusammenspannen, wenn es darum geht, sich selbst etwas Gutes zu tun.

Aufguss mit getrockneten Kräutern

Von getrockneten und zerkleinerten Blättern bzw. Trieben des Basilikums und des Hirtentäschelkrautes nimmt man jeweils zwei gleiche Teile, um diese abzumischen. Davon reichen 2 Esslöffel voll, die man mit 1/2 Liter kochendem Wasser übergießt. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Bei entsprechender Temperatur einen Waschlappen darin tränken, um eine entzündete oder gerötete Haut damit abzuwaschen. Am besten die behandelten Stellen an der Luft trocknen lassen. Das kann Entzündungen und Juckreiz mindern.

Basilikumzweig (Ocimum basilicum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya