Rosskur bei Husten

Eine Zwiebel ist schnell besorgt

Die Herbstnebel fallen zusehends ein und drücken wohl oder übel auch aufs Gemüt. Die Wolken werden überdies mehr und sorgen dafür, dass die Sonne weniger Licht zur Erde senden kann. Und es wird kälter. Kein Wunder dass sich dann über Nacht eine Erkältung oder ähnliches einschleicht. Die Zwiebel ist es, die wir hier als Hausmittel nicht außer Acht lassen sollten. Wie die anderen Lauchgewächse erweist sie ebenfalls dem Organismus sehr wertvolle Dienste. Sucht man nach heilenden und heilsamen Effekten der üblicherweise als Speisenzutat verwendeten Schalenzwiebel, so kann man bald fündig werden. Sie besitzt nämlich nicht nur verdauungsfördernde und blutreinigende Wirkkräfte, sondern zeigt sich zudem als entgiftend, krampflösend und nervenstärkend. Wenn wir an die eben angesprochenen plötzlich auftretenden Infekte denken, die man vielen Zeitgenossen diagnostizieren kann, so fallen womöglich Husten und Heiserkeit darunter. Die brauchbare Stimme mitsamt dem freien Atem sind ja immerhin die Grundvoraussetzungen für die sprachliche Kommunikation. Aber sie ist eben auch anfällig und bleibt vor einer Beeinträchtigung nicht gefeit. Grund dafür ist oft ein Aufenthalt in zugigen Räumlichkeiten oder ein beständiger Wechsel zwischen trockenem und überheiztem Raumklima und feucht-kaltem Klima vor der Haustür. Gut ist es dann, wenn einem ein Hausmittel in den Sinn kommt, das gleich verwendet werden kann und die gewünschte Besserung herbeiführt.

Auflage und Tee

1 ganze Zwiebel schneidet man in Stücke und kocht sie mit etwas Wasser auf dem Herd bis sie weich ist. Das Ergebnis wird breitgedrückt und mit einem eigenen Tuch erträglich warm über Nacht oder tagsüber für eine längere Zeit um den Kehlkopf gebunden. Gleichzeitig ist es angezeigt, einen im Heißaufguss zubereiteten Käsepappeltee zu trinken. Dies kann ohne weiteres ein paar Tage hintereinander durchgeführt werden. Dadurch behebt man die Heiserkeit, löst zusätzlich trockenen Husten und stärkt die Lungentätigkeit.

Zwiebel ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Käsepappelzweig ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Ein Heilkraut zwischenschalten

Das Gänseblümchen schätzen

Wenn man sich am Sonntag zum Frühstück hinsetzt, so tun es die meisten von uns doch ohne den Zeitdruck, der unter der Woche vorhanden ist, da es gilt, rechtzeitig zur Arbeit zu kommen. Es kann daher die Zeitung gelesen werden, ein erfrischender Spaziergang womöglich mit dem eigenen Hund angeschlossen und der Tag einfach genossen werden. Der Dank an den Schöpfer soll dabei auch nicht fehlen. Immerhin hat er uns das Leben geschenkt und uns Begleiter anheimgestellt, die wir nur allzu leicht übersehen. Das Gänseblümchen (Bellis perennis) ist so ein Freund, der zwar ohnehin auch auf dem städtischen Rasen zu finden ist, aber kaum die ihm gebührende Beachtung erfährt. So wie der Sonntag die Woche unterbricht, so darf ruhig ebenfalls ein Heilkraut wie das Gänseblümchen die laufenden Tage bereichern. Der erste Schritt, um sich diesem Korbblütler anzunähern, kann darin bestehen, indem man über die Kraft des niedrig wachsenden Gesellen staunt. Wind und Wetter können ihm kaum etwas anhaben, egal zu welcher Jahreszeit. Durch den Gehalt an Bitterstoffen zielt die heilende Wirkung dieser Pflanze vor allem auf eine Unterstützung der Leber ab, die auch tagaus, tagein ihren Dienst tut. Und jetzt, da es wiederum vermehrt zu Infekten kommt, die sich bis zu einer Grippe auswachsen können und uns für etliche Tage ins Bett verweist, ist es sicher klug, vorzubauen und den gesamten Organismus fit und abwehrbereit zu erhalten. Dabei kann uns das Gänseblümchen gut unter die Arme greifen. Je weniger sich der Körper mit dem Abtransport von schädlichen und unbrauchbaren Stoffen beschäftigen muss, desto freier und wohler fühlt man sich letzten Endes.

Den Körper freihalten

Frische oder getrocknete Blüten und Blätter zerkleinert man zu allererst. Dann nimmt man 2 Teelöffel davon, übergießt diese mit 1/4 Liter kochendem Wasser, lässt den Aufguss 15 Minuten langziehen und genießt anschließend den frisch gewonnenen Tee, um die Leber in ihrer reinigenden Funktion für den Organismus zu unterstützen. In weiterer Folge erhöht sich dadurch die Immunkraft des Körpers. Man kann den Tee auch 1 Woche lang in der Früh und am Abend trinken, jeweils 1 Tasse.

Gänseblümchen ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Kräuter in Öl ansetzen

Die Goldrute dazu verwenden

Eine Pflanze besitzt allein schon durch ihre bloße Existenz einen kostbaren Wert. Wir sehen das an den heimischen Gewächsen, deren Vielfalt nach wie vor bedroht werden kann, weil schlicht und einfach die Flächen oft fehlen, auf denen sie gute Standortbedingungen vorfinden. Heilkräuter sind darüber hinaus aber ebenso hilfreich, weil ihre Inhaltsstoffe dem Lebewesen Mensch bei vielen Anliegen weiterhelfen. So gesehen dürfen wir in der Echten Goldrute (Solidago virgaurea) eine echte Verbündete entdecken, die uns auf mehrfache Weise zur Verfügung steht. In der Volksheilkunde z. B. nimmt die Verwendung der Goldrute seit langem einen privilegierten Platz ein. Denn sie hat sich bewährt, wenn es um das Begleiten von Nieren- und Blasenbeschwerden ging. Diese positive Erfahrung kann man sich natürlich bis heute zunutze machen, indem man sich einen Tee aus Goldrutenkraut aufgießt oder diese Pflanze ebenso in einer Mischung mit anderen Heilgewächsen heranzieht. Oft werde ich im Zusammenhang mit der Verwendung von Kräutern zusätzlich gefragt, was es denn noch an Möglichkeiten gibt, um die frische oder getrocknete Droge von Blättern, Triebspitzen und Blüten für den häuslichen Gebrauch aufzubereiten. Da liegt es natürlich nahe, an das pflanzliche Öl zu denken, das sich als guter Träger- bzw. Speicherstoff der zahlreichen Wirkstoffe der Kräuter erweisen kann. Dies ist auch im Hinblick auf die Goldrute möglich. Freilich kommt damit eine andere Körperpartie infrage, die dann mitsamt allfälliger Beschwerden angesteuert wird. Im Speziellen handelt es sich hierbei um die Haut, die einen heilsamen Gewinn von der Goldrute abschöpfen kann.

Goldruten-Öl

200 g von getrocknetem und zerkleinertem Goldrutenkraut werden 14 Tage lang in einem verschlossenen Glas zusammen mit 1 Liter kaltgepresstem Olivenöl an- und dabei so gut als möglich der Sonnenbestrahlung am Fenster ausgesetzt. Nach 14 Tagen weiters 50 g Goldrutenkraut dazugeben. Gut durchrühren und nochmals 14 Tage stehen lassen. Dann abseihen und den Rückstand zusätzlich fest auspressen. Das entstandene „Salböl“ bei Hautunreinheiten, Ausschlägen und Ekzemen als Einreibung heranziehen, nachdem die betroffenen Zonen mit Goldrutentee abgewaschen wurden.

Goldrute ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Den Darm fördern

Dörrzwetschken für zwischendurch

Im Getriebe des Alltags stauen sich oft Termine und Erledigungen. Da tut es gut, wenn man unterwegs Bekannte und Freunde trifft, mit denen man gern einen Plausch inmitten des Tagesgeschäftes einlegt. Und dann und wann bleibt auch ein guter Ratschlag hängen, der sich auf den Erhalt unserer Gesundheit bezieht. Genau das möchte ich ebenfalls mit den heutigen Zeilen bezwecken. Bald haben wiederum die Dörrzwetschken ihre Saison sowie anderes getrocknetes Obst, das man durchaus genussbringend verarbeiten kann. Was im Gespräch auf der Gasse meist verständlicherweise ausgespart wird, sind genauere Details, die unsere Verdauung betreffen. Dieser Aspekt darf freilich diskret behandelt, aber nicht unbedingt übergangen werden. Letztlich wird es ja spätestens dann zur Sprache gebracht, wenn man beim Arzt den ganzen Körper samt seinen Vollzügen in Augenschein nimmt. Beim Verdauen der täglich verzehrten Nahrung sollte auf jeden Fall danach getrachtet werden, eine vitale Konstitution des Magens und zugleich des Darmes anzustreben und diese zu erhalten. Obst spielt dabei eine äußerst bedeutende Rolle. Die Zwetschken, die schon seit längerer Zeit von manch exotischen Früchten im häuslichen Ranking verdrängt wurden, sollen aber nicht in Vergessenheit geraten. Sie sind, was allein ihren Wuchsort anbelangt, uns näher als viele andere Köstlichkeiten dieser Art, die, bevor sie auf unserem Tisch landen, bereits die Strecke eines Fluges oder einer weiten Schifffahrt hinter sich haben. Zwetschken in getrockneter Form sorgen hingegen dafür, dass unser Essen von der Aufnahme bis zum Ausscheiden gut vorankommt.

Dörrzwetschken und Stuhlgang

Über Nacht weicht man 20 Dörrzwetschken in Wasser ein, die man am nächsten Tag aufkocht und anschließend durch ein Sieb treibt. Zu dem so entstandenen Brei fügt man 2 Esslöffel Weizenkleie hinzu und verrührt beides gut miteinander. Um die Verdauung zu unterstützen und einen harten Stuhl aufzuweichen, nimmt man den Tag über jede Stunde einen Esslöffel voll davon ein. Dadurch wird Darmträgheit verhindert und der Organismus gleichzeitig mit den nötigen Spurenelementen versorgt.

Zwetschken ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Die Haut unterstützen

Die Birke erweist gute Dienste

Nun ist es mit dem schönen Laub allmählich vorbei. Das, was im Sommer die Kronen der Bäume schmückte, hat sich verfärbt und ist bereits durch Wind und Frost zu Boden gefallen, um sich dem Kreislauf des Verrottens und der Humusbildung anheim zu geben. Zurück bleibt da nur die Erinnerung an das kräftige Grün der Zweige. Damit darf aber auch so manch brauchbarer Tipp verbunden sein, der mit den Blättern verschiedener Bäume in Verbindung steht. Bleiben wir doch gleich bei der Birke (Betula pendula). Sie besticht jetzt vor allem durch ihre weiße Rinde, die uns einen Wink dahingehend gibt, dass sie einen Nutzen für unsere Haut abwirft. Denn es ist doch so, dass wir hier ganz feine Schichten vorfinden, die man wie ein feines Blatt Papier in Streifen abziehen kann. Bei der menschlichen Außenhülle gibt es ganz verschiedene Typen. Ist die Haut äußerst trocken, so beginnt sie an mehreren Stellen zu schuppen. Die davon Betroffenen werden darüber hinaus über einen Juckreiz klagen. Die Hängebirke, die u. a. ebenfalls als Weißbirke bezeichnet wird, liefert alljährlich eine grüne Blätterpracht, die man für Heilzwecke verwenden kann. Ein Tee aus diesen Pflanzenteilen erweist sich beim Konsumieren als harntreibend und somit als reinigend für Blut und Nieren. Weniger bekannt ist da schon die Tatsache, dass dieser Trunk die Funktion der Galle fördert und somit die Verdauung unterstützt. Und heute ist es mir wichtig, den guten Beistand der Birke für die Haut hervorzuheben.

Birkenblätter für außen und innen

Jene, die unter einer sehr trockenen und daher gleichzeitig vermehrt empfindlichen Haut zu leiden haben, sei eine Maßnahme aufgezeigt, die ganz einfach durchzuführen ist. Aus getrockneten und zerkleinerten Blättern der Birke kann man einen Aufguss zubereiten. Für 2 Esslöffel der Blattdroge verwendet man 1/2 Liter kochendes Wasser zum Überbrühen. Dann 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Einen Teil davon trinkt man über den Tag verteilt ungesüßt als Tee und den Rest zieht man zu Abreibungen der betroffenen Hautpartien heran.

Birkenblätter ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Wohltat unter der Haut

Beifuß mit Eibisch kombinieren

Kaum jemand hat wahrscheinlich etwas dagegen, wenn andere einer Person etwas Gutes tun. Normalerweise sind Geburtstage oder Dienstjubiläen ein geeigneter Anlass, um mit Geschenken und dankbaren Worten die Wertschätzung eines Menschen zum Ausdruck zu bringen. Manchmal ist mit diesen Feiern auch eine Übergabe eines Geldbetrages verbunden. Pflanzen sind hingegen allzeit bereit, sich zu verschenken. Doch sind in den Kräutern wie etwa dem Wilden Wermut, der in der Regel als Gemeiner Beifuß (Artemisia vulgaris) bezeichnet wird und dem Eibisch (Althaea officinalis) Inhaltsstoffe gespeichert, die sich kaum mit noch so viel Geld aufwiegen lassen würden. Wir kennen beide Pflanzen ganz gut. Der Beifuß wächst an den Wegrändern und an kargen Böschungen und begegnet uns im Sommer fast auf Schritt und Tritt. In den Schau-Kräutergärten wiederum wird ganz gerne der Eibisch als ein Vertreter der Malvengewächse angepflanzt, der bekannter Weise einen hohen Schleimstoffgehalt aufweist. Mit dem Ersteren verbinden wir das Würzen eines deftigen Bratens und mit dem Zweiten die Behandlung von Erkältungskrankheiten. Dennoch lassen sich beide kombinieren und zu einem guten Duo zusammenfügen. Gerade dann, wenn wir uns nach besseren Zeiten sehnen, da schmerzende Stellen oder Herde das Leben zur Qual werden lassen, können diese Heilgewächse dazu beitragen, dass sich so manche Not verringert. Wem es gelingt, bei einer derartigen Beeinträchtigung der Lebensqualität innezuhalten und darauf zu hören, was der Körper von einem verlangt, der hat schon viel gewonnen. Bevor man auf einen Haufen Geld wartet, der ohnehin nicht beim Fenster hereinschweben wird, sollte man achtsam auf die Gaben der Schöpfung blicken, die oft vor der eigenen Haustür auf uns warten.

Schmerzlinderndes Bad

Von getrocknetem und zerkleinertem Beifußkraut und von einem Gemisch aus ebenso beschaffenen Eibischblüten und -blättern nimmt man je 75 g und stellt beides zusammen mit 3 Liter kaltem Wasser zu. Dieses wird bloß gut erwärmt, ohne dass es zum Kochen kommt. Vor dem Abseihen 1/2 Stunde ziehen lassen. Den Rückstand zusätzlich auspressen und die gesamte Flüssigkeit ins Badewasser geben. Ca. 20 Minuten im Wasser bleiben. Wirkt sich wohltuend auf die Haut und auf den Organismus bei Schmerzzuständen aus.

Beifuss ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Eibisch ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Eine Bremse für den Darm

Heidelbeeren als Hausmittel

Schnell und effizient sollte nicht nur in der Wirtschaft alles funktionieren. Wir wissen alle, dass dieser Imperativ genauso für die weltweit umspannende Kommunikation gilt, die es heute ermöglicht, selbst visuell am anderen Ende der Erde präsent zu sein. Aber die allseits vorherrschende Geschwindigkeit hat auch einen Haken: manches bleibt im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke, nicht zuletzt die Qualität unseres Wohlbefindens. Mit der Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) will ich den Blick diesmal auf unsere Verdauung lenken, die ja manchmal sehr eindeutig aufzeigen kann, wie uns zumute ist. Und da kann es passieren, dass sich die außerkörperlich stattfindende Schnelligkeit ebenso im Vorgang der Verarbeitung aufgenommener Speisen einstellt und sich im so genannten Durchfall manifestiert. Dies kann natürlich verschiedene Gründe haben, die in einer schlechten Beschaffenheit von Speise und Trank zu finden sind oder eben z. B. in einem Infekt ihre Ursache haben. Daher benötigt man eine Hilfe, die eine Rückkehr zu einem normalen Verlauf der Verarbeitung bis hin zu einer geregelten Ausscheidung des Stuhls mit sich bringt. Seit jeher schätzt man die getrockneten Früchte aus dem Wald, die einerseits Mineral- und Gerbstoffe in den Darm einbringen und andererseits eine Wiederherstellung einer ausgewogenen Flora im Verdauungskanal begünstigen. Wer vom Sommer keinerlei Reserven zur Verfügung hat, kann sich die getrockneten Heidelbeeren, um die es heute geht, auch im Handel besorgen. Eine kompetente Beratung hierfür gibt’s überdies beim Kräuterpfarrer in Karlstein. Die alten Hausmittel besitzen einen großen Wert, der durch Mundpropaganda sicher nicht geschmälert werden kann.

Bei Durchfall Heidelbeeren nutzen

Von natürlich geernteten und getrockneten Heidelbeeren nimmt man 5 volle Esslöffel und setzt sie über Nacht in 1 Liter kaltem Wasser an. Am Morgen den Ansatz dann leicht erwärmen und den Früchterückstand auspressen. Das so entstandene Quantum bei Durchfall als Tagesration trinken, um die Beschwerden zu lindern. Zwischendurch kann man auch einige getrocknete Heidelbeeren kauen und schlucken.

Heidelbeerstaude ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Die Kraft des Korns

Weizenkeime stärken die Haut

Je mehr die Vegetation draußen vor der Haustür sich zurückzieht und die Blätter der Bäume den bald winterlichen Winden freigegeben werden, desto mehr besinnt man sich auf das, was bleibt und wovon man zehren kann, wenn eben keine frische Frucht oder knackiges Gemüse direkt vom Beet weg zu haben ist. Eigentlich tun wir es den Tieren gleich, wenn wir in ähnlicher Art Vorräte ansammeln, die uns die kalte Jahreszeit überdauern lassen. Seit alters her wird daher das Getreide von den Feldern und unter ihnen auch der Weizen (Triticum aestivum) in Speichern verschiedenster Art aufgeschüttet, um nach und nach vor allem als Nahrung den Menschen und als Futter den Tieren zu dienen. Viele bedenken oft gar nicht, wie viel Kraft allein schon in einem Samenkorn dieser Süßgrasart gespeichert bleibt. Denn es ist von Natur aus programmiert, das Leben des Weizens zu vervielfältigen und somit für die Existenz desselben in der Zukunft zu sorgen. Alles Wertvolle, das im trockenen Korn drinnen steckt, kommt erst recht zur Entfaltung, wenn sich der Kreislauf des Wachsens beim Keimen fortsetzt. So ist es nur folgerichtig, wenn vom Weizen gerade das genutzt wird, was ihm zu einem neuen Aufbruch im wahrsten Sinne des Wortes verhilft. Wir wissen schon lange, dass nicht das weiße Mehl es ist, worin das Gesundheitsfördernde jeglichen Getreides liegt, sondern dass Schale und Keim die Mineralstoffe, die ungesättigten Fettsäuren, die Spurenelemente samt den Vitaminen enthalten, die den Organismus kräftigen. All das spiegelt sich letzten Endes auf unserer Haut wider, die wir auf dem Angesicht am meisten den uns Begegnenden zeigen.

Ergänzung für die Mahlzeit

Um den Teint unserer Gesichtshaut zu verbessern, kann man den gesamten Körper von innen heraus stärken. In extra aufbereiteten Weizenkeimen, die im einschlägigen Handel erhältlich sind, findet man dafür genau das Richtige. So kann man ca. 6 Wochen lang je 1 Esslöffel voll davon ins Müsli, in die Suppe oder auch zu anderen Speisen mischen, um so für ein vitaleres und klares Aussehen im Gesicht zu sorgen. Gewiss sollte dies mit einer auch in den übrigen Belangen gesund geführten Lebensweise einhergehen, die ebenfalls genügend Platz für ausreichende Bewegung im Freien inkludiert.

Weizenkeime ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Sorge um Haustiere

Der Klatschmohn beruhigt

Um etwas zu erreichen, braucht man prinzipiell gute Beziehungen zu all jenen, die Entscheidungskraft haben und im Rahmen des Möglichen einem Projekt oder einer Unterstützung letztendlich auf die Sprünge helfen können. Und so ist es gut, jeweils eine gute Verbindung zu den maßgeblichen Personen und Ämtern zu haben. Für unser Leben ist es wiederum wichtig, einen guten Draht zur Schöpfung zu haben. Ein Bindeglied zur Natur kann sehr oft ein Haustier wie etwa ein Hund sein, das uns die instinktiven und intuitiven Dimensionen unserer Existenz aufzeigen kann. So möchte ich in der Sorge um unsere Vierbeiner heute den Klatschmohn (Papaver rhoeas) als mögliche Hilfe erwähnen. Dieser zählt zur Pflanzenfamilie der Mohngewächse (Papaveraceae), was man gut an Blüte und Fruchtkapsel erkennen kann. Auf einem äußerst grazilen Stängel, an dem sich eine nickende Knospe bildet, entwickelt sich in den Monaten Mai und Juni die leuchtende Blüte des Klatschmohns. Nach wenigen Tagen nur fallen die Blütenblätter ab und zurück bleibt die charakteristische Fruchtkapsel dieses Gewächses. Für die Verwendung als Heildroge erntet und trocknet man am besten seine Blütenblätter. Die beruhigende Wirkung, die auch Tiere in Anspruch nehmen können, hat schon Hermann-Josef Weidinger erkannt, als er in Harth bei Geras einst Collies züchtete. Manchmal kann es eben auch bei Hunden vorkommen, dass ihr Nervenkostüm sich als fragil und geschwächt erweist. Dann leistet der Klatschmohn gute Dienste.

Beruhigender Tee

Von getrockneten und zerkleinerten Blütenblättern des Klatschmohns nimmt man 1 1/2 bis 2 Teelöffel voll. Zuvor wird 1/4 Liter Wasser abgekocht. In das noch heiße Wasser gibt man dann die Blütendroge und lässt beides zusammen zugedeckt 15 Minuten lang ziehen. Danach abseihen und den fertigen Tee mit 1/8 Liter Wasser verdünnen und als Tränke reichen. Das stärkt die Nerven der Hunde und unterstützt sie, um in ihrem Wesen ruhiger zu werden. Vorausschauend soll schon auf die Silvesternacht hingewiesen werden, die Hunde meist gar nicht mögen.

Klatschmohn ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Die Haut umsorgen

Mit Salbei das Schwitzen mindern

Wer sich selbst etwas aufbaut und schafft, tut dies nicht bloß mit dem Einsatz seiner gedanklichen Überlegungen, sondern legt meist selbst Hand an das Werk, das er vollbringen möchte. Gern redet man dann vom Schweiße des Angesichts, der von einem beherzten und oft mühevollen Vorgehen Zeugnis gibt. Nun, es gibt auch andere Situationen, die einen zum Schwitzen bringen können. Das muss nicht unbedingt mit heißem Sommerwetter etwas zu tun haben. Gottlob wurde uns der Salbei (Salvia officinalis) geschenkt, der selbst die warmen Temperaturen und einen ausgiebigen Sonnenschein liebhat. Dafür besitzt er durchaus gute Voraussetzungen. Denn immerhin stammt er von einem Klimabereich, der rund um das Mittelmeer eben nicht gerade zu den kühlen Zonen Europas zählt. Was zur Wärme in diesem Bereich noch hinzukommt, ist die geringe Menge an Niederschlägen. Kalkhaltige und steinige Böden sind das Seine. Wer fleißig mit seinen Händen und dem Einsatz seiner Muskeln arbeitet, wird damit rechnen, dass sich auf der Stirn, unter den Achseln oder am Rücken Feuchtigkeit einstellt, die der Körper mittels seiner Schweißdrüsen freisetzt. Es gibt aber noch andere Umstände, durch die man ins Schwitzen kommt, ohne sich viel zu bewegen. Dies kann mit nervlich angespannten Verfassungen genauso passieren wie auch in den Wechseljahren. Durch seine zusammenziehende Wirkung, die der Salbei in sich birgt, wird er der ideale Begleiter für die eben beschriebenen Zustände. Gerade für diese Fälle wurde im Kräuterpfarrer-Zentrum in Karlstein ein Hautwasser mit Salbei und Menthol zusammengestellt, das als wohltuende Lotion zum Einsatz kommen kann. Und so könnte man es vereinfacht auch selbst herstellen:

Hautwasser mit Salbei

Von getrockneten, zerkleinerten Salbeiblättern nimmt man 5 Esslöffel voll. Mit ¾ Liter Apfelessig kurz aufkochen, dann 1 Stunde ziehen lassen. Zum Schluss abseihen und nach dem Auskühlen 1/4 Liter hochprozentigen Obstbrand hinzufügen. In Fläschchen abfüllen, kühl und dunkel lagern. Bevor man es verwendet, um den Rücken, die Brust oder Hände und Füße damit einzureiben, verdünnt man es 1 : 1 mit Wasser. Die mit Menthol verfeinerte fertige Salbei-Lotion erhalten Sie im Kräuterpfarrer-Zentrum in Karlstein/Thaya: Tel. 02844/7070 DW 11 od. 31; E-Mail: bestellung@kraeuterpfarrer.at bzw. im Webshop www.kraeuterpfarrer.at

Salbei ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya