Wenn das Verdauen Kraft kostet

Ein Tonikum aus Meisterwurz

Je mehr man z. B. an Immobilien besitzt, desto mehr muss man in Schuss halten. Das wissen alle nur zu gut, die sich zudem noch mit dem Erhalt historisch wertvoller Bausubstanz auseinandersetzen müssen. So bedeutet es durchaus einen finanziellen Kraftakt, will man den konservatorischen Vorgaben entsprechen und außerdem einer der Gegenwart konformen Wohnqualität Rechnung tragen. Da wünschen sich bestimmt viele den sprichwörtlich reichen Onkel aus Amerika, der aber nichts weiter als eine utopische Fiktion darstellt. Die Meisterwurz birgt hingegen andere Schätze, die sich aber keineswegs in Zahlen und Konten messen lassen. Sie ist eine Heilpflanze, die vor allem den alpinen Raum als Verbreitungsgebiet bevorzugt. Durch ihren markanten aromatischen Duft macht sie auf sich aufmerksam. Wer dieses Gewächs auch in seinen Garten als Gast einladen will, kann dies durchaus tun. Im Fachhandel gibt es dafür die nötigen Pflanzen zu erwerben. Wenn wir nun aufzählen möchten, was denn die Meisterwurz alles vermag, so können wir feststellen, dass ihre Heilwirkung auf ihrem hohen Gehalt an ätherischen Ölen, Harz, Bitter- und Gerbstoffen beruht. Damit zielt sie mit ihrem naturheilkundlichen Dienstangebot auf die Bereiche Brust und Verdauungstrakt ab und hilft mit, dass sich so manch festsitzender Schleim in den Bronchien löst und vermehrt Harn ausgeschieden wird. Um auf den eingangs strapazierten Vergleich mit der Instandhaltung verschiedener Bauten zurückzukommen, so dürfen wir ruhig unsere einzelnen inneren Organe als Ziel unserer regelmäßigen Sorge in Betracht nehmen. Der Magen z. B. tut nur so lange seine Arbeit ohne Komplikationen, solange er nicht permanent durch ihm nicht entsprechende Nahrung überfordert oder indirekt durch so manches seelische Problem zusätzlich belastet wird. Er kann aber auch infolge anderer Krankheiten oder einer zeitweiligen vermehrten Einnahme von Medikamenten in einen Schwächezustand geraten. Die Meisterwurz unterstützt uns dann beim „Restaurieren“ des Magens.

Meisterwurz-Wein selbst angesetzt:

In 1 Liter gutem Weißwein kocht man 30 g von getrockneter und zerkleinerter Wurzel der Meisterwurz auf und lässt beides zusammen 1 Stunde lang ziehen. Dann abseihen und in einer gut verschließbaren Flasche liegend, dunkel und kühl aufbewahren. Zur Stärkung des Magens nimmt man am besten 2-mal am Tag 1 Stamperl voll jeweils eine halbe Stunde vor dem Mittagessen und Nachtmahl ein, vorausgesetzt, dass einem der Konsum von Alkohol nicht schadet.

Meisterwurz ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Auf die Bäume anstatt aufs Würstel

Wie der Kren dem Garten dient

Es könnte einem das Wasser im Mund zusammenlaufen, wenn man sich in Zeiten wie diesen im Hinblick auf die Reduktion einer fleischlosen Kost an einem Würstelstand vorbeischwindelt, dabei aber dem ihm entströmenden Duft nicht entkommt. Unweigerlich produziert dann unsere Imagination die Bilder von heißen Frankfurtern oder einer knusprig gebratenen Käsekrainer (im Wiener Jargon auch „liebevoll“ als Eitrige bezeichnet) auf die Leinwand unseres Gehirns, nicht ohne Folgen auf den Speichelfluss. Ja, und der Kren darf dabei keinesfalls fehlen. Um nicht der Versuchung zu erliegen, eile ich gedanklich mit Ihnen, werte Leser, in die Gärten, die nun auf unsere Betreuung warten. Da gilt es Beete anzulegen, den Bepflanzungsplan zu erstellen und vieles andere mehr. Neben der anfallenden Arbeit darf man aber auch schon die erste Blütenpracht genießen, die da und dort bereits die Mühen des vergangenen Herbstes belohnt. Und es gilt nach vorne zu denken. Angesichts einer kompromisslosen Entscheidung, von chemischen Keulen in der Kultivierung unserer kleinen grünen Paradiese rund um die Häuser oder im Schrebergarten Abstand zu nehmen, bleiben die Fragen nach alternativen Methoden zur Unterstützung unserer uns anvertrauten Lebewesen in Form von fruchttragenden Bäumen und blütenzeitigenden Blumen offen. Und gar vielen ist noch nicht bewusst, dass Pflanzen durchaus auch Pflanzen unterstützen können. Zu den großen Helfern in dieser Spezifikation zählt nun auch einmal der Kren, der nichts anderes ist als ein Meerrettich (Armoracia rusticana). Gewiss ist uns schon die oben geschilderte kulinarische Verwendung seiner geriebenen Wurzel ein Begriff. Doch zusätzlich verbirgt sich in seinen Blättern eine heilende und stärkende Kraft.

Meerrettich-Tee für den Garten:

Von frisch getriebenen und geernteten Blättern des Meerrettichs nimmt man in zerkleinerter Form 250 g und überbrüht diese mit 1,5 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten lang mit einem Holzlöffel das Ganze gleichmäßig umrühren. Danach abseihen, auspressen und filtrieren. Den ausgekühlten Tee im Verhältnis 1 : 5 mit Wasser verdünnen, und damit Bäume besprühen, die man im vergangenen Herbst aufgrund einer Erkrankung zurückschneiden musste. So werden diese gestärkt und einem erneuten Befall vorgebeugt. Jene Verdünnung kann man ebenso auf die Knospen verschiedenster Obstbäume vor dem Aufblühen auftragen.

Kren oder Meerrettich ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Wofür schlägt dein Herz?

Unterstützung durch den Weißdorn

Ohne Motor kommen wir nicht voran. Das gilt für private und öffentliche Verkehrsmittel gleichermaßen. Im übertragenen Sinne dürfen wir diese Erkenntnis auf unseren Leib und auf unseren Geist umlegen. Hört das Herz zu schlagen auf, versagen auch all die übrigen lebenserhaltenden Vorgänge in unserem Organismus. Das ununterbrochene Pochen erkennen wir meist nur dann, wenn es zu seiner Höchstform bei anstrengenden Tätigkeiten herausgefordert wird oder wenn es im ungünstigen Falle außer Takt gerät. Es gehört mittlerweile zum allgemeinen Volkswissen, dass uns im Weißdorn (Crataegus) in all seinen bei uns vorkommenden Arten ein verlässlicher Partner aus dem Pflanzenreich vom Herrgott zur Seite gestellt wurde, der quasi nichts an Herzlichkeit zu wünschen übrig lässt. Dieser Strauch ist mit seinen roten Beeren so etwas wie ein Spezialist für den treibenden Motor in unserem Inneren. Gerade beim Herzen leuchtet es uns noch am ehesten ein, dass wir eine Einheit aus Leib und Seele sind. In der gegenwärtigen Fastenzeit dürfen wir ruhig dafür etwas aufwenden und investieren, um dieses durch den Alltag oft auseinandergerissene Eins-Sein nach Möglichkeit zu kitten. Denn es ist klar, dass alles, was unserem Herzen gut tut, auch immer unserem Ich, unserer Person, ja, unserer Identität zugute kommt. Also, schau mehr auf Dein Herz und mehr auf Dein Inneres, wo die eigentliche Qualität des Lebens verborgen da ist. Gewiss gibt es genug aufbereitete Weißdorn-Präparate, die in Apotheken und im Fachhandel samt einer geschulten Beratung zur Verfügung stehen. Doch der Weißdorn kann auch ganz einfach als Naturheilmittel verwendet werden.

Tee aus Weißdornblüten und -blättern:

Wessen Herz unter einer großen Belastung steht, sollte vermehrt darauf achten, es in seinem Dienst zu unterstützen. Eine Weise dieser Art kann daraus bestehen, aus getrockneten Blüten und Blättern des Weißdornstrauches im Heißaufgussverfahren einen Tee anzurichten, von dem man eine Zeit lang 2-mal täglich eine Tasse trinkt. Das gilt zudem als eine sachte Form, um einem Herzinfarkt vorzubeugen. Die Wirkung dieser Maßnahme wird noch verstärkt, indem man dem Tee 2 Esslöffel voll Sanddornsaft beifügt.

Weißdornblüten und -Früchte ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Ein Essig für Leib und Seele

Das Heidekraut wirkt auf beides gut

Wenn wir an die Freuden des Lebens denken, kommt uns sehr vieles in den Sinn: ein geliebter Mensch, eine schöne Landschaft, ein komfortables Haus und eine Reihe anderer Vorstellungen. An Essig denkt dabei vorerst wohl kaum jemand. Beim Salat soll er gewiss auf keinen Fall fehlen, genauso wenig auf einem Sauren Teller beim Heurigen, aber sonst? Wie jedes Ding auf dieser Welt hat anscheinend auch diese Speisezutat zwei Seiten. Gewiss dürfen wir da noch einen Schritt weiter gehen und ganz bewusst die Botanik anpeilen, um in derlei Überlegungen auf ein konkretes Ergebnis zu kommen. Ein Blick rückwärts in die jüngste meteorologische Vergangenheit lässt mich so das Heidekraut (Calluna vulgaris) entdecken, das sich auch im Winter gewissermaßen nicht kleinkriegen lässt. Von der Wuchsgestalt strebt es von vornherein nicht hoch hinauf und gerät dadurch gar nicht in Gefahr, von Eis und Schnee gebogen oder gar gebrochen zu werden. Dieses bedrückende Schauspiel musste ich z.B. im vergangenen Advent in den Waldviertler Wäldern mitanschauen. Das Heidekraut bleibt hingegen dort, wo es wächst, am Boden oder in dessen Nähe. Und es blüht dann, wenn viele andere Gewächse diesen besonderen Dienst bereits längst quittiert haben, nämlich im Herbst. Die Besenheide, wie das Heidekraut auch anders bezeichnet wird, übt auf unsere Seele und auf unseren Geist eine stark beruhigende und festigende Wirkung aus. Dafür dürfen wir heute am Sonntag dem Schöpfer danken, der das gewissermaßen in seiner Vorsehung für uns Menschen so arrangiert hat. Wer sich nämlich eingehender mit den Kräutern befasst, kann mit der Zeit erkennen, dass es nicht nur zu fruchtbringenden und bereichernden Freundschaften zwischen uns Menschen untereinander oder zwischen Menschen und Tieren kommen kann, sondern dass sich auch in ähnlicher Weise ein Mit- und Füreinander zwischen Pflanze und Mensch als lebenswert erweist.

Heidekraut-Essig für die Haut:

In 1 Liter Wein- oder Apfelessig werden ca. 75 g getrocknete und zerkleinerte Blütenspitzen von Heidekraut (Calluna vulgaris) 8 Tage lang angesetzt. Dann abseihen und in dunkelglasige Fläschchen füllen. Kühl und lichtgeschützt lagern. Nach dem morgendlichen Waschen oder Duschen kann man mit einem feuchten Waschlappen den Essig auf die Haut mittels einer Nachreibung auftragen. Das hat auf dieselbe eine stark straffende und zusammenziehende Wirkung. Oder man gibt einige Tropfen dieses Essigs in die hohle Handmuschel und reibt lediglich das Gesicht damit ein.

Heidekraut ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Auf die Nebenwirkung achten

Beim Spinat ist das durchaus positiv

Die Zeit vergeht sehr schnell. Im Handumdrehen werden die Wochen der kirchlichen Fastenzeit vorüber sein. Vorher bricht noch die Karwoche mit dem Palmsonntag an. Spätestens ab dem Gründonnerstag wird es am Mittagstisch wieder Diskussionen über den Spinat (Spinacia oleracea) geben, der eben vor dem Ostersonntag kredenzt werden wird. Da gibt es genauso viele Befürworter wie auch ablehnende Geschmäcker. Oder es fallen einem die Bilder ein, auf denen Kleinkinder rund um ihren Mund und zusätzlich auf der Kleidung mit der grünen Sauce bekleckert sind. Na ja, wie auch immer, der Spinat ist eine gesunde Kulturpflanze. Sein Genuss stärkt nicht nur die Entwicklung von Kindern, sondern kann ebenso mithelfen, die Wiedergenesung nach schweren Krankheiten voranzubringen. Die im Spinat enthaltene Folsäure trägt dazu bei, dass sich im Körper vermehrt rote Blutkörperchen bilden und ausreifen können. Es kann durchaus sein, dass ganz nüchterne Gemüter meinen, man könnte alle Effekte, die eine gesunde Kost mit sich bringt, auch mit Tabletten verschiedenster Provenienz erzielen. Alles recht und schön! Aber was ist mit den viel erörterten und in der Werbung immer wieder artikulierten Nebenwirkungen der Medikamente und Nahrungsergänzungspräparate? Daher dürfen wir aus gutem Grund auf die gesunden Seiten des Spinates blicken, die er für den ganzen Organismus bereithält. Generell zählt die Tatsache, dass Obst und Gemüse äußerst gesundheitsfördernde „Nebenwirkungen“ haben, zum Allgemeinwissen eines heutigen Menschen. Also, warum nicht vermehrt darüber sprechen und konkret an manch schlechter Essgewohnheit etwas ändern? Hier ein konkretes Beispiel dafür:

Regelmäßig Spinat essen:

Das Blattgemüse Spinat besitzt einen interessanten Nebeneffekt: durch dessen regelmäßigen Genuss ergreift man eine vorbeugende Maßnahme gegen vorzeitigen Haarausfall. Dieses Thema ist gewiss eine Männerdomäne. Dennoch leiden auch manche Frauen darunter. Brüchige Fingernägel werden durch das Essen von Spinat wiederum hart und kräftig.

Spinat ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Daliegen wie ein Weckerl

Mit Leinsamen wieder besser ausschauen

Das Körberl, bitte! – Dieser Imperativ weist unsereins eindeutig darauf hin, dass es sich hierbei um Brot und Gebäck handelt, was da in dem liebevoll Geflochtenen drinnen liegt. Und es ist einfach etwas Feines, gleich am Morgen die knusprig resche Kunst der Bäcker an die Nase und vielmehr noch in den Mund zu befördern. Und jeder und jede hat so die eigenen Vorlieben bei der ersten Mahlzeit am Tag, sofern dafür nach dem Aufstehen Zeit bleibt. Da gibt es unter den vielen Gebäckvarianten auch Stücke, die außen mit Körnern überzogen sind. Meist ziert der Sesam so manche Semmel oder es ist der Leinsamen, der hübsche und gleichzeitig gesunde Akzente auf die Haut der Backwaren zaubert. Von letzterem wissen wir, dass er sich prinzipiell positiv auf die Verdauung auswirkt. Das liegt an den Nähr- bzw. an den Schleimstoffen, die wohltuend für den Magen- und Darmtrakt sind. Im Bezug auf unser äußeres Erscheinungsbild wissen viele wahrscheinlich kaum etwas mit den Körnern des Flachses, also Leinsamen, anzufangen. Doch gibt es durchaus das Verlangen, im Vergleich zu manch morgendlichem Gebäck, das eingangs geschildert wurde, ebenfalls frisch und knackig auszusehen. Dazu bedarf es aber der Pflege der eigenen Gesundheit, die letztendlich auf den Grundpfeilern einer regelmäßigen Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung ruht. Zudem lässt sich manches kosmetisch nachbessern, ohne dafür zu einer Dose oder einem Fläschchen mit einem industriell hergestellten Inhalt greifen zu müssen. Die Haut unseres Gesichtes sollte durchaus auch mit natürlichen Mitteln konfrontiert werden, zu denen unter anderen der Leinsamen zählt. Eine Weile darf man zu diesem Behufe ruhig daliegen wie ein Weckerl im morgendlichen Körberl ;-)

Gesichtsmaske aus Leinsamen:

Wer sich zwischendurch genug Zeit für die Pflege des eigenen Antlitzes gönnen kann, möge Folgendes ausprobieren: Als erstes benötigt man Leinsamen. Diese werden leicht zerquetscht und mit warmem Wasser zu einem Brei gerührt. Jene Masse trägt man dann auf das ganze Gesicht auf und lässt sie 20 Minuten lang einwirken. Durch diese Maßnahme erfährt die Gesichtshaut Nahrung und Reinigung in einem.

Leinpflanze ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Einen Ausgleich finden

Die Pfefferminze kann beim Blutdruck helfen

Das rechte Maß in allen Dingen zu finden, ist oft gar nicht so leicht. Je nach Charakter gehört man zu den aufbrausenden und temperamentvollen Erdenbürgern oder man strahlt eine derartige Ruhe aus, so dass die Mitmenschen das als Gleichgültigkeit oder gar als Herzenskälte auslegen. Fast könnte man die Leier anstimmen: Wie man‘s macht, macht man‘s verkehrt! Oder man greift zu der Devise: Abwarten und Tee trinken. Darf es vielleicht diesmal Pfefferminztee sein? So schlecht ist die Wahl dabei nicht getroffen, wenn es um das Thema Ausgleich geht. Irgendwie steht die Pfefferminze (Mentha piperita) ja von ihrer Herkunft her betrachtet zwischen verschiedenen Minzearten, die ihrerseits wiederum leicht zur Bastardisierung untereinander neigen. In der freien Natur wird man die Pfefferminze wohl kaum antreffen. In den liebevoll gepflegten Gärten gehört sie aber als ausgesprochene Kulturpflanze sehr oft zum grünen Inventar vor vielen Haustüren. In unserem Körper geht es ehrlich betrachtet auch nicht immer ausgeglichen zu. Diesmal ist nicht das Körpergewicht als neuralgischer Punkt gemeint, sondern der sehr gern von den Ärzten kontrollierte Blutdruck. Bei niedrigen Werten dieses Gesundheitsindizes macht man sich wohl weniger Sorgen, wenngleich der Kreislauf den Betroffenen so manch mulmig empfundenes Schnippchen schlagen kann. Viel mehr unserer Zeitgenossen müssen sich jedoch Gedanken machen, wie sie einen erhöhten Blutdruck wieder in den Griff zu bekommen vermögen. Die Ursachen dafür können mannigfaltig sein und durchaus auch von einer beeinträchtigten Psyche ihren negativen Impuls bekommen. Die Pfefferminze kann all jenen, die unter erhöhten Blutdruckwerten leiden, womöglich einen Ausweg aus diesem Umstand bereiten. Es muss aber dabei nicht immer nur Tee sein, den man therapeutisch einzusetzen versucht.

Pfefferminze und Sauermilch

Menschen mit einem erhöhten Blutdruck können die ärztlich empfohlenen und verschriebenen Therapien auch auf folgende Weise begleiten: Getrocknete Pfefferminzblätter werden so lange zerrebelt, bis sie fast einen pulverartigen Zustand erreicht haben. Davon nimmt man 1 Esslöffel voll und mixt es in 1 Glas Sauermilch. 1 Stunde stehen lassen und am besten zum Abendessen trinken. Das schmeckt nicht nur sehr gut, sondern hilft auch mit, einen erhöhten Blutdruck wieder zu normalisieren.

Pfefferminze ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Zum Himmel blicken

Mit Huflattich gurgeln

„Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt. Er setzt seine Felder und Wiesen instand. …“ Wer von uns würde wohl nicht dieses Lied kennen, das uns an unsere frühe Schulzeit denken lässt? Im März gibt aber auch die grünende Natur ihr graues und frostiges Kleid beiseite, um erneut in jugendlicher Schönheit zu strahlen. Der Huflattich (Tussilago farfara) trägt durchaus etwas dazu bei, dass dieser Verjüngungsprozess unseren Augen nicht verborgen bleibt. Seine Blüten kommen schon lange vor den Blättern aus dem Boden, als wollten sie sich gleichsam in einem Wettlauf vor alle anderen Pflanzenteile des Korbblütlers drängen und rufen: Hier sind wir bereits! Früher war es gang und gäbe, Huflattich-Tee bei Erkältungskrankheiten und bei grippalen Infekten zu trinken. In der Forschung rund um den Frühlingskünder hat man jedoch auch in den letzten Jahrzehnten Stoffe entdeckt, die unserer Gesundheit nicht unbedingt zuträglich sind. Dabei handelt es sich um so genannte Pyrrolizidinalkaloide, die in großer Menge dem Körper schaden können. Daher ist man dazu übergegangen, von einer innerlichen Anwendung (sprich: das Trinken eines Tees aus Huflattichblättern) abzuraten. Bei äußerlichen Therapien besteht jedoch keine Gefahr für die Klienten des Huflattichs. Für mich persönlich steht ohnehin die bloße Existenz eines Krautes im Vordergrund. Denn es wird wohl kaum die Ursache des Entstehens einer jedweden floralen Kreatur gewesen sein, für den Menschen etwas zu leisten und darin seine ganze Sinnfülle zu besitzen. Vielmehr ist auch der Huflattich ein kleiner, aber wichtiger Baustein im Gefüge unserer gottgeschenkten Natur, die sich ohnehin mit der Rücksichtslosigkeit humanen Planens und Wirkens genug abzustrudeln hat. Schauen wir daher dankbar auf die ersten Huflattich-Blüten, die durchaus ein Lächeln des Allmächtigen widerspiegeln.

Gurgeln mit Huflattich-Tee:

In Apotheken sind Huflattichdrogen erhältlich, die von Züchtungen stammen, die mit Maß unbedenklich verwendet werden können. Bei Reizerscheinungen im Mund und im Rachenbereich kann man sich daher einen Tee aus getrockneten und zerkleinerten Huflattichblättern zubereiten, der aber lediglich zum Gurgeln herangezogen wird. Dem fertigen Absud fügt man hierbei am besten noch ein Prise Salz bei, um die Wirkung zu steigern. Nach gründlichen Gurgeln soll man den Tee unbedingt wieder ausspucken.

Huflattich ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Dort schauen nur andere hin

Was dem Nacken gut tut

Ein Brückeneinsturz, was der alles bewirken kann, wissen wir Österreicher seit letzter Zeit nur allzu gut. Gott sei Dank waren im steirischen Frohnleiten keine Opfer zu beklagen, als dort das uns allen bekannte Unglück passierte. Auf diesem Weg wünsche ich Kraft und Segen allen, die den Wiederaufbau zu bewerkstelligen haben! In unserem Körper gibt es auch äußerst neuralgische Zonen, die wir mit wichtigen Verkehrswegen vergleichen dürfen. Die für alle Bereiche wohl wichtigste Verbindungs-Trasse stellt der Hals dar. Ihn passieren ununterbrochen die Luft des Ein- und Ausatmens. Die Nahrung geht diesen Weg, sofern keine Magensonde deren Aufnahme ersetzt. Und schließlich queren alle Impulse des Nervensystems, die vom Gehirn ausgehen, die Bahnen dieser verletzlichen Stelle. Wie gut es tut, wenn geschulte Hände den Nacken massieren, wissen alle, die sich einer derartigen Anwendung unterziehen. Ich meine jedenfalls, dass unser Nacken im Bezug auf unsere Aufmerksamkeit gegenüber dem Bruder Leib zu kurz kommt. Dabei ist es meines Erachtens wichtig, die rechte Selbstliebe eben dadurch zu kultivieren, indem wir uns liebevoll um den Körper kümmern. Des Morgens zeigt uns der Spiegel jedoch nur die Vorderseite des Halses. Unter der Dusche können wir den eigenen Nacken höchstens ertasten. Durch gezielte Übungen, die konsequent durchgeführt werden, lässt sich einiges an der Haltung im Schulter- und Halsbereich ins Lot bringen. Doch vergessen wir nicht auf die Haut, die so manche gute Botschaft für den Nacken in sein Inneres transportieren kann, das von den Heilkräutern, wie z.B. dem Johanniskraut, ausgeht.

Johanniskraut-Öl zum Einreiben:

Wer zu Depressionen neigt oder dessen Gefäßsystem auf irgendeine Weise Verspannungen aufweist, der darf zu einem Ölauszug greifen, der mithilfe des Johanniskrautes hergestellt worden ist. Damit kann man regelmäßig den Nacken einreiben, um so an dieser Stelle eine wohlige Wärme zu fördern, die letztendlich in den ganzen Organismus ausstrahlt. Dadurch verringert sich in gewisser Weise die Schmerzempfindlichkeit des Körpers. Gleichzeitig stimulieren wir damit unser Immunsystem auf eine sanfte Weise.

Johanniskraut mit Wurzel ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Spezialist für Gewichtsabnahme

Die Sellerie unter einem gefragten Aspekt

Was macht einen Menschen attraktiv? Ein gepflegtes Äußeres und eine gute Figur. Diese Faktoren gelten für beide Geschlechter. Wenn wir im Bereich des Küchengemüses heute an die Sellerie (umgangssprachlich: den Zeller) denken, so wandern unsere imaginären Blicke eher in seine untere Region, ohne dass dies anstößig wäre. Aber von einer grazilen Erscheinung träumen wir dabei nicht. Denn in erster Linie kommt einem dabei die Knollensellerie in den Sinn, die desto mehr Eindruck erweckt, je besser ihre Wurzelknolle ausgebildet ist. Lenken wir jedoch unseren botanischen Blick in die oberirdische Erscheinungsform des Gewächses. Da stellen wir fest, dass die Sellerie zu den Doldenblütlern zählt. In wilder Form kommt dieses hochgezüchtete Gemüse auf der nördlichen Hemisphäre unserer Erdkugel vor. Durch seine lange Partnerschaft mit den Menschen steht es uns heute überall in verschiedenen Sorten zur Verfügung, je nach Bedarf in der kulinarischen Verwendung. Im Bezug auf ein Fasten, das als Nebeneffekt die Reduzierung des hohen Körpergewichts beinhaltet, könnten wir von der Sellerie Folgendes behaupten: damit der Mensch abnimmt, hat sie sich extra dick gemacht. Der Sellerie dürfte die eigene Figur relativ egal sein. Denn in Schönheitswettbewerben oder in Kleiderkatalogen als Werbemedium zur Verfügung zu stehen, ist nicht unbedingt der Sinn, den der Schöpfer in sie hineingelegt hat. Mit ihren Inhaltsstoffen wirkt sie vielmehr mit, damit der Organismus überschüssige Flüssigkeiten aus dem Gewebe abführen kann. Wenige werden wahrscheinlich diese Anwendungsform der Sellerie kennen, die im Anschluss geschildert wird.

Tee aus Sellerie:

Eine gut gesäuberte Wurzelknolle der Sellerie (Apium graveolens var. rapaceum) wird aufgeschnitten und fein gerieben. Davon nimmt man 1 Esslöffel voll und übergießt ihn mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Ziemlich warm gleich am Morgen auf nüchternem Magen trinken und am Abend ca. 1 Stunde vor dem Schlafengehen. Kurmäßig kann man das 3 Wochen lang durchführen, um dann eine Woche zu pausieren. Das dient zum Erholen der Nieren, die durch die Anwendung herausgefordert werden. Danach kann man noch einmal nach den Empfehlungen Hermann-Josef Weidingers 3 Wochen dieser Art anhängen.

Sellerie ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya