Ein Moos, das keines ist

Das Islandmoos dient als Futter und Heilmittel

So ein Geysir im eigenen Garten wäre schon etwas ganz Praktisches! Nicht wahr?! Man denke nur an die Heizkosten, die uns jährlich erspart blieben. Aber wenn das liebe „Wenn nicht“ wär! Die unterirdischen heißen Quellen gibt es in Island und an anderen Stellen unserer schönen Welt. Außerhalb des kleinen Inselstaates existiert überdies auch das Isländische Moos (Cetraria islandica). Botanisch gesehen gehört es zu den Flechten und dient bis heute den Waldtieren nördlicher Breiten als winterliche Nahrungsreserve. Das Isländische Moos enthält reichlich Pflanzenschleim. Seit langen Zeiten wird es daher auch für die häusliche Heilkunde verwendet. In Form von pharmazeutischen Produkten in unseren Apotheken kennen das Islandmoos ohnehin viele von uns, wenn es gilt, die verschleimten und verkühlten Atemwege wiederum heiler und gesünder zu machen. Generell unterstützt das niedrige Kraut die verstärkte Tätigkeit der Drüsen in unserem Organismus. Es kann natürlich auch vorkommen, dass man aufgrund einer stressigen Lebenssituation oder einer gerade überwundenen Krankheit den Appetit verloren hat. Dann gehört man zu jenen, die eben nicht vermehrt jede nur greifbare Nahrung in sich hineinschlingen und durch ein so genanntes Frust-Essen die Maßgröße der eigenen Kleidung nach oben erhöhen. In diesem Falle ist es daher nötig, wieder Freude am Essen zu bekommen. Das Islandmoos stellt einen guten Begleiter durch die Wintermonate dar. Nicht nur in Island ist es zu finden. In den Alpenländern kommt es ebenfalls vor. Es schätzt vor allem kühle und feuchte Standorte. In noch existierenden Torfmooren und selbst auf Wiesen ist es in höheren Lagen zwischen dem Gras anzutreffen.

Wieder den Appetit fördern:

Ein voller Teelöffel Isländisches Moos wird mit 1/4 Liter kaltem Wasser aufgekocht. Danach lässt man das Ganze 10 Minuten ziehen, bevor man den fertigen Tee abseiht und trinkt. Auf den Magen hat das Getränk auf jeden Fall eine gute Wirkung, da es die Schleimhäute beruhigt.

Isländische Moosflechte ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Ein Bett aus Herbstlaub

Die Esche macht’s möglich

Es war vor fast 30 Jahren. Da habe ich wirklich einmal in fernen französischen Gefilden unter freiem Himmel übernachtet. Um Geld zu sparen, hat das mein damaliger Novizenmeister auf einer Fahrt auf den Spuren des heiligen Norbert so vorgeschlagen. Nun, ganz ehrlich: gemütlich war’s nicht. Aber ich war um eine Erfahrung reicher. Unter einem Eschenbaum (Fraxinus excelsior) kommt man normalerweise schon weicher zu liegen, wenn dementsprechend viel Laub darunter liegt. Das federt nicht nur ab, sondern hat zusätzlich noch eine gute Ausstrahlung, die sich schmerzlindernd und beruhigend auf den Organismus auswirkt. Wenn wir zurückdenken an frühere Jahrhunderte, so war es durchaus gang und gäbe, statt Federn von Vögeln auch pflanzliches Material zur Gestaltung seiner Bettstatt heranzuziehen. Und dazu hat man nicht nur Stroh, das von der sommerlichen Getreideernte übrigblieb, als geeignet erachtet. Interessanterweise machen sich Tiere, die sich im Besitz einer wärmesichernden Behaarung in Form eines Fells befinden, meist eine Lagergrube, die nicht unbedingt mit Laub oder Gras ausgepolstert ist, wenn ich z. B. an die Rehe oder Hasen denke. Wir jedoch würden mit bloßer Haut in freier Natur zugrunde gehen, vor allem jetzt bei den tiefen Temperaturen. Aber in der heutigen Kolumne geht es nicht in erster Linie darum, sich weich zu betten. Vielmehr soll sich unser Gedächtnis dessen entsinnen, was schon unsere Altvorderen im Gespür bzw. in deren Erfahrungsschatz gespeichert haben: Laub von Eschen ist vielseitig verwendbar. In grünem Zustand kann es als Futter zur Gesunderhaltung des Viehs einen brauchbaren Beitrag liefern. In getrockneter Form wiederum ist es sowohl als Einstreu wie eben auch als Unterlage im menschlichen Schlaflager zu gebrauchen. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert.

Rheumakranke und Eschenlaub:

Wer von Rheuma betroffen ist, kann ein Lied von den negativen Begleiterscheinungen singen. Eine Weise der Linderung dieses Leidens kann es sein, in einen selbstgenähten Leinensack eine Füllung von getrocknetem Eschenlaub und getrockneten Farnblättern zu gleichen Teilen zu geben. Diesen legt man dann unter das Leintuch und lässt ihn einige Zeit lang als Unterlage im Bett liegen. Bald wird man sich an die Anwesenheit des Laubes gewöhnt haben und ruhiger schlafen.

Eschenblätter und Blüten ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Auf beiden Beinen am Boden stehen

Mit Rosskastanien diese pflegen

Wer weiß, wie alt sie schon sind? Am Bahnhof der Landesbahn Retz-Drosendorf, dessen Station nahe meines Klosters Geras-Kottaun heißt, stehen zwei alte Kastanienbäume. Sie begrüßen und verabschieden die Gäste, die nun mit dem sogenannten Reblaus-Express zwischen Mai und Oktober jeden Jahres unsere schöne Gegend besuchen. Ja, die beiden alten Pflanzenriesen haben schon etliche Jahre am Buckel oder besser gesagt auf ihren Wurzeln. Sie werden zum Sinnbild für die Menschen, die bis ins hohe Alter sich bewähren und die scheinbar nichts beugen kann. Wer aber berufsmäßig viel auf den Beinen ist, der bekommt das im Laufe der Zeit auch zu spüren. Die Rosskastanien stellen sich sozusagen den unangenehmen Erscheinungen, die z. B. Krampfadern mit sich bringen. Dennoch möchte ich mich noch zusätzlich der Sinnsprache des Baumes widmen, die ebenfalls dazu geeignet ist, seine seelische Verfasstheit zu stärken und aufzubauen. Denn es geht ja im Leben nicht nur darum, sich abzurackern und um jeden Preis bis zum Umfallen alle Mühe auf sich zu nehmen. Diejenigen, die im Zeichen des Kastanienbaums geboren sind (im Baumkreis ist das die Zeit zwischen 15. und 24. Mai bzw. 12. und 21. November), tragen in sich eine Gewissheit, dass die Auferstehung nach dem Tod eine Tür auftut, hinter der sich das eigentliche Leben verbirgt. Unser ganzes Leben, das immer aufgespannt ist zwischen Freude und Leid, zwischen Mühe und Muße, geht auf diese Erfüllung zu. So kann ein Erdenbürger, der im Zeichen der Rosskastanie geboren ist, getrost mit beiden Beinen auf dieser Welt stehen, um von hier aus das Wahrwerden der tröstenden Verheißungen des Schöpfers zu erhoffen. Dem Obmann des Vereines Freunde der Heilkräuter, der heute seinen 70. Geburtstag feiert, wünsche ich von Herzen diese Zuversicht!

Rosskastanienöl herstellen und anwenden:

Reife Rosskastanien werden mitsamt der braunen Schale in kleine Stücke geschnitten. Durch den Fleischwolf drehen und 250 g davon in 1 Liter kaltgepresstem Olivenöl ansetzen. 14 Tage ins Fenster stellen und dann abseihen. Bei Krampfadern und Gichtbeschwerden kann man die betroffenen Stellen damit regelmäßig einreiben, um Linderung der Schmerzen zu erzielen.

Rosskastanie ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Erinnerungen an den letzten Sommer

Mit dem Heilziest praktisch auffrischen

Es war einfach schön und bereichernd. In den zwei Kräuterseminaren, die unser Team vom Verein Freunde der Heilkräuter in Karlstein (N.Ö.) heuer im Juli wiederum durchführen durften, kam es zu sehr intensiven Begegnungen zwischen Mensch und Pflanze. Eine besondere Aura verbreitet je neu der Heilziest (Betonica officinalis oder Stachys officinalis), wenn er bei den programmmäßigen Kräuterwanderungen am Waldrand entdeckt wird. Seit der Antike wurde der Heilziest gegen alle möglichen Krankheiten eingesetzt. Heute ist diese Pflanze mehr als schmückendes Element in den Gärten gefragt. Vielleicht ist gerade das der Anlass, sich nicht nur des vergangenen Sommers zu entsinnen, sondern auch eine Brücke zu den Heilwirkungen dieses Krautes zu schlagen, die unseren Tagen durchaus noch gegeben ist. So gehört die Betonie, wie der Heilziest desgleichen bezeichnet wird, zu den so genannten Brusttee-Kräutern. Bei Verschleimung des Brust- und Atembereichs kann daher dieses Kraut bis dato mit Erfolg eingesetzt werden. Interessant ist, dass dem wundersamen Gewächs zudem eine intensive Wirkung auf den psychischen Zustand des Menschen zugebilligt wurde. So lautet ein alter lateinischer Spruch ins Deutsche übersetzt folgendermaßen: „Der Heilziest ist gut sowohl für des Menschen Seele und Leib, er schützt ihn vor Visionen und Träumen.“ Wie immer es auch um die Träumereien guter oder böser Natur bestellt sein mag, darf doch eines im Blickfeld behalten werden: Der Schöpfer ist dem Geschöpf einfach wohlgesonnen. Sonst hätte er ihm nicht den Heilziest zur Seite gestellt. Für diejenigen, die womöglich erste Erfahrungen mit einer Verwendung des heute beschriebenen Krautes sammeln möchten, sei hier eine ganz unkomplizierte Anwendung vorgeschlagen.

Entzündungen in der Mundhöhle behandeln:

2 volle Teelöffel des getrockneten und zerkleinerten Heilkrautes (im Sommer auch frisch verwendbar) werden mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergossen. Danach länger als sonst, nämlich 20 bis 25 Minuten ziehen lassen, damit sich alle Inhaltsstoffe öffnen können. Bei Entzündungen im Mund- und Rachenbereich sowie des Zahnfleisches kann der fertige und gut temperierte Tee zum Gurgeln und Mundspülen mit Erfolg verwendet werden.

Heilziest ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Sich keinen Bären aufbinden lassen

Viel lieber dann schon den Eibisch

Kaum jemand von uns ist noch nicht auf eine scherzhafte Erzählung hereingefallen, die durchaus glaubwürdig geklungen hat. Egal, ob 1. April oder sonst eine Gelegenheit zum Schabernack: Hauptsache, man bleibt zum Schluss beim Lachen nicht mit einem verärgerten Gesicht übrig! Statt eines Bären kann man sich aber heilende Kräutersubstanzen im wahrsten Sinne des Wortes aufbinden lassen. Auf diese Weise möchte ich mich einem bekannten Gewächs zuwenden. Die Eibischpflanze hat im Vergleich mit der Überschrift sicher nichts Verschlagenes an sich. Sie gehört ja zu den milden und heilenden Malvenpflanzen, die wir normalerweise mit der Behandlung von entzündeten Atemwegen in Verbindung bringen. Aufgrund des hohen Schleimstoffgehaltes im Inneren der Pflanzenteile und vor allem der Wurzel des Eibischs eignet sich jener Pflanzenfreund natürlich auch zur Begleitung von Magen- und Darmbeschwerden. Seit jeher hat man diese Medizin-Malve geschätzt und verwendet. In freier Natur erblickt man den Eibisch nur ganz selten. In den Kräutergärten hingegen kann er durchaus angetroffen und in seiner pflanzlichen Physiognomie des Sommers studiert und bewundert werden. Wenn die nasskalte Luft oder gar der Frost in den Monaten rund um den Jahreswechsel der Lunge so manche Aufgabe stellen, dann greift man viel lieber ganz praktisch zum Eibisch, der nun schon in geernteter Form zur Verfügung steht. Bei einem Bronchialkatarrh z. B. ist ein Tagestee, der aus Eibischblüten bzw. aus Eibischblättern zubereitet wird, nicht die schlechteste Weise, um wiederum einen Ausweg aus der Krankheit zu finden. Viel weniger bekannt ist jedoch wahrscheinlich die äußere Anwendung des Eibischs, wenn die Haut aufgrund eines eitrigen Einschlusses auf einmal kleine Beulen aufweist.

Kompressen mit Eibisch-Tee tränken:

Abszesse können so manchem Probleme bereiten, wenn sie zu lange verhärtet bleiben. Um diese aufzuweichen und gleichzeitig den Heilungsprozess des betroffenen Gewebes zu unterstützen, kann man eine Handvoll getrockneter Eibisch-Wurzeln, die zuvor zerkleinert wurden, hernehmen und in 1/2 Liter kaltem Wasser ansetzen. Dann auf der Herdplatte 10 Minuten lang zugedeckt leicht erwärmen. Danach abseihen und die Kompressen damit tränken, um sie auf die Abszesse aufzulegen.

Eibisch ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Die Rosinen aus dem Kuchen klauben

Oder sie durch Ebereschenbeeren ersetzen

Eine Rätselfrage für die Stammhörer des Radiosenders Ö1 dürfte wohl von diesen selbst im Schlaf noch richtig beantwortet werden: Was ist es, das den Sonntag erst zu einem Sonntag macht? – Natürlich der Guglhupf! Die Kabarettsendung dieses Titels war bis 2009 auf jeden Fall in vielen Ohren. Im richtigen Gugelhupf gibt’s je nach Geschmack mehr oder weniger Rosinen. Von den Beeren der Eberesche ist darin sicher keine Spur zu finden. Diese vor allem von den Vögeln begehrte Mahlzeit hat aber auch für Mann und Frau Österreicher ihren Wert, da ihre Inhalte besonders Magenleidenden und Diabetikern sehr zuträglich sind. Der Hauptwirkstoff der Vogelbeere, wie die Frucht der Eberesche auch gerne bezeichnet wird, ist das Sorbit. Von daher verwundert es nicht, wenn wir dieses Wort im wissenschaftlichen Namen der Eberesche, nämlich Sorbus aucuparia, wiederfinden. Von unserem Ausgangspunkt, dem Gugelhupf möchte ich nun zu den Rosinen gehen, die ja nicht nur in dem Wunderwerk aus Teig und eben diesen zu ihrer eigentlichen Bestimmung finden, sondern des weiteren bei anderen Speisen gerne als Zutaten zur Verwendung kommen. So müssen gerade jene, die mit dem Stoffwechsel oder dem Haushalt des Blutzuckers Probleme haben, mit Bedacht ihren täglichen Hunger stillen, um bei Kräften zu bleiben. Zur deftigen Hausmannskost gibt es durchaus viele Alternativen, die ebenfalls sehr gut schmecken, wenn sie liebevoll zubereitet werden. Gott sei Dank hat man heute eine riesige Bandbreite an Rezepten parat, die in der Diätküche zum Einsatz gelangen können. Und zu den an Fruchtzucker reichen Rosinen, die bereits Erwähnung fanden, gibt es in den getrockneten Vogelbeeren einen nicht zu verachtenden Ersatz.

Getrocknete Ebereschen-Beeren als Beigabe:

Wenn der Magen durch Gastritis auf eine Bewährungsprobe gestellt wird, dürfen die Betroffenen auf Hirsegerichte zurückgreifen. Beim Anrichten dieser, in welcher Form auch immer, kann man getrocknete Beeren der Eberesche, auch Vogelbeeren genannt, anstatt den Rosinen hinzugeben. In dieser Kombination ergänzen sich beide auch im Geschmack.

Eberesche ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Teamwork für die Wirbelsäule

Eine Teemischung hilft dem Rücken

Eigenbrötler zu sein, ist nicht schwer. Immerhin bilden wir uns manchmal ein, das eine oder andere alleine schaffen zu müssen. Wir brauchen uns nicht zu wundern, wenn dann die Isolation von Mensch und Umwelt die Folge ist. Wenn es um unser Rückgrat geht, ist guter Rat teuer. Im Hinblick auf den sensiblen Bereich des Stützapparates und der Nervenbahnen kann es leicht sein, dass sich Schmerzen und Beschwerden einstellen. Schön wäre es, wenn ein so genanntes Wunderkraut diese Leiden im Handumdrehen wieder zunichte machen könnte. Ein gemeinsamer Dienst von verschiedenen Heilgewächsen jedoch mag eine Antwort auf Fragen rund um die Hinterseite unseres Rumpfes aufzeigen. In den letzten neun Kolumnen (mit Ausnahme des Sonntags) durfte ich 9 einzelne Kräuter vor den Vorhang bitten, die für sich betrachtet ihren wertvollen Beitrag für unsere Gesundheit leisten können. In ihrem Zusammenspiel aber bilden sie gleichsam eine Wiege, in der sich alle getrost niederlassen können, die eine naturheilkundliche Unterstützung für ihr Kreuz innerhalb der Rückenzone suchen. Meiner Meinung nach stellt eine Teemischung aus verschiedenen Kräutern bildlich gesprochen so etwas wie zwei menschliche Hände dar, deren Finger ineinander greifen, wenn es gilt, große Lasten aufzufangen und zu tragen. Es ist, glaube ich, allen Lesern dieser Zeilen wohl einsichtig, dass man nicht früh genug damit beginnen kann, auf den festen Bestand des Rückgrates zu achten. Um und Auf ist dabei ein regelmäßiges Training der Rückenmuskulatur, die sich wiederum positiv auf eine möglichst gerade Körperhaltung auswirkt. Die Teemischung meines Mitbruders und Lehrers Hermann-Josef Weidinger unterstützt darüber hinaus die Sorge um die Wirbelsäule, wenn es gilt, die nötigen Mineralstoffe zuzuführen, das Blut als Transportweg zu den Nerven und den Wirbeln zu stärken und gleichzeitig Entzündungsherde wieder abklingen zu lassen.

Kräutertee „Für die Wirbelsäule“:

Im Zusammenspiel bewirken Heilpflanzen oft Erstaunliches. Um den Rücken eine Wohltat zu verschaffen, wurden Brennnessel, Schafgarbe, Brombeerblätter, Ehrenpreiskraut, Eisenkraut, Pfefferminze, Zinnkraut, Koriander und Tausendguldenkraut in einem wohlgeordneten Verhältnis zueinander von Kräuterpfarrer Weidinger zu einem wertvollen Team gleichsam wie ein mehrstimmiges musikalisches Werk komponiert. Im Heißaufguss kann diese Teemischung zubereitet und als vorbeugende und begleitende Maßnahme bei Rückenbeschwerden angewandt werden. Erhältlich im Kräuterpfarrer-Weidinger-Zentrum in Karlstein/Th. (kostenlose Beratung unter Tel. 02844/7070-11 oder -31; E-Mail: beratung@kraeuterpfarrer.at).

Tee für die Wirbelsäule ⓒ Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Gesteigerte Bitternis

Das Tausendguldenkraut gerade deswegen schätzen

Die Natur ist immer für Überraschungen gut. Zumindest für diejenigen, die sich das auch von ihr erwarten. So geht es mir jedenfalls im Zusammenhang mit dem Tausendguldenkraut (Centaurium erythraea oder Centaurium minus). Es ist nun schon etliche Jahre her, da ich auf einem Spaziergang ganz spontan an das schöne Gewächs denken musste. Als ich mit dem Weg um die Kurve bog, entdeckte ich seine zartrosa Blüten, worauf ich mich voller Freude hinkniete und dem Herrgott für dieses wunderbare Geschenk dankte. Was dem Auge schmeichelt, das erweist sich aber als äußerst bittere Angelegenheit, sobald unsere Geschmacksnerven mit dem Tausendguldenkraut z. B. in Form eines daraus aufgegossenen Tees in Berührung kommen. Diese Empfindung weist uns untrüglich auf die Pflanzenfamilie hin, der die kleine Schönheit angehört. Das hübsche, rosa blühende Kraut ist nämlich Mitglied der Enziangewächse. Man kann es im Sommer auf Waldlichtungen und an Trockenhängen finden. Es kommt bis zu einer Seehöhe von 1500 Metern vor und erklimmt nicht so extreme Lagen wie etwa der Gelbe Enzian. Für Heilzwecke verwendet man vor allem das blühende Kraut, das vorsichtig getrocknet und gut eingelagert wird. Wer dem Tausendguldenkraut jedoch in der freien Natur begegnet, der sollte es an Ort und Stelle stehen lassen, um nicht seinen Bestand zu gefährden. Viel besser ist es, auf die Ware zurückzugreifen die in den Apotheken und im Fachhandel angeboten wird. Zudem gibt es auch eigens für den Garten gezüchtete Sorten, die dann ohne schlechtes Gewissen für den eigenen Gebrauch verwendet werden können. Kräuterfreaks helfen einem sicher weiter, falls man im nächsten Frühjahr die eigene Gartenflora mit diesem Gewächs bereichern möchte. Das Tausendguldenkraut tut vor allem unserem Magen, den Gefäßen und nicht zuletzt dem Gedächtnis gut, wenn es dort vonnöten sein sollte.

Zubereitung des Tausendguldenkraut-Tees:

Will man lediglich diese eine Pflanzensorte verwenden, dann nimmt man 1 Teelöffel voll des getrockneten und kleingeschnittenen Krautes und gibt es des Abends in 1/2 Liter kaltes Wasser. Über Nacht stehen lassen und am nächsten Morgen abseihen. Vor den Mahlzeiten zimmerwarm über den Tag verteilt trinken.

Tausendguldenkraut ⓒ Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Die Gesundheit aufs Korn nehmen

Den Koriander damit buchstäblich meinen

Gestern hat laut Kalender bereits der Fasching begonnen. Jetzt gibt es daher wieder Gelegenheit, so manche unangenehme Wahrheit in Spaßesform zu hüllen und dadurch geschützt an den Mann zu bringen. In unserer Sorge um einen verantwortungsvollen Lebensstil dürfen wir aber die Kräuter durchbuchstabieren und ohne Umwege für die eigene Gesundheit nutzen. Heute landen wir damit bei einem liebenswerten Doldenblütler, dem Koriander (Coriandrum sativum). Ursprünglich dürfte der Koriander in den Regionen rund um das Mittelmeer beheimatet gewesen sein. Seit langem ist er aber nur mehr als Kulturpflanze bekannt und praktisch rund um den Erdball verbreitet. Zur Verwertung gelangen vor allem die Samen der Pflanze, wenn auch die Blätter in der Küche überall ebenso geschätzt werden. Der größte Teil der Inhaltsstoffe sind ätherische Öle und Ölsäuren. Diese haben appetitanregende und verdauungsfördernde Auswirkungen, sind krampflösend und stärken die Magen- und Darmflora. Wenn wir manchmal davon sprechen, dass unser Leben mehr Würze bräuchte, dann meinen wir damit, dass unsere Sinne vermehrte Anreize bekommen sollen, welcher Art auch immer. Hier darf man den saloppen Ausspruch durchaus wörtlich und ernst nehmen. Denn wer auf eine natürliche Art die zubereitete tägliche Mahlzeit würzt, der stimuliert auf eine ganz feine Art die lebensnotwendigen Vorgänge im Innern unseres Körpers, die sich dann wiederum gewinnbringend und stärkend auf das eigene Wohlbefinden auswirken. Natürlich kann man den Koriander auch gesondert heranziehen, um ihn für die Vitalität zu verwerten.

Tee aus Koriandersamen:

In einem Mörser zerstößt man eine Menge von 2 gestrichenen Teelöffeln voll Korianderkörner. Danach stellt man diese in 1/4 Liter kaltem Wasser zu, welches man kurz aufkochen lässt. Anschließend 10 Minuten lang zugedeckt ziehen lassen und abseihen. Dieser Tee stärkt die körpereigenen Abwehrkräfte und kann so als geeignetes Tonikum gerade in der Übergangszeit zum Winter öfter einmal getrunken werden.

Koriander ⓒ Foto: Flickr, arbyreed

Urtümliches Gewächs zwischen den Feldern

Das Zinnkraut steht lange schon in Ehren

Seit jeher wurde das Zinnkraut (Equisetum arvense) in der Volksheilkunde verwendet und geschätzt. Aufgrund seines hohen Anteils an Kieselsäure hat man diese Heilpflanze auch dazu herangezogen, um zinnernes Geschirr zu putzen und zu reinigen. Die eigentliche Bezeichnung dieses Krautes ist Ackerschachtelhalm. Bei Spaziergängen durch agrarisches Land kann es einem auffallen, dass das Zinnkraut auf manchen Flächen üppig wächst und gedeiht. Meist ist das dann ein Indiz dafür, dass dort der Boden besonders verdichtet ist und daher Staunässe aufweist. Der Ackerschachtelhalm ist somit auch eine Zeigepflanze, und die klugen Landwirte nehmen diesen Hinweis dankbar an. Vor allem in der Antike geschätzt, war es unter anderem Pfarrer Sebastian Kneipp, welcher der Ehre des Zinnkrauts wieder ein wenig auf die Sprünge geholfen hat. Kneipp empfahl die Verwendung von Ackerschachtelhalm zur Beschleunigung der Wundheilung und als Hilfe bei Rheuma und Gicht. Zur Verminderung von Haarausfall z.B. kann eine Mischung von Heilerde und Zinnkrauttee, der kalt angesetzt und nach drei Stunden aufgekocht wird, hilfreich sein. Während der Vegetationsperiode zeigt sich das Zinnkraut in zwei Erscheinungsformen. Im Frühling erblickt man die sogenannten Frühjahrswedel der Pflanze. Das sind einfach gegliederte bleiche Fruchtstängel, die sich im Laufe der Zeit braun verfärben. Am oberen Ende steht ein zapfenartiger Fruchtstand, der Sporen enthält. Dies lässt man vernünftigerweise unangetastet. Im Sommer hingegen sieht man dann die Sommerwedel des Ackerschachtelhalms. Sie haben die typische uns bekannte Gestalt, die an einen mehrstöckigen Besen oder an ein Nadelbäumchen erinnert. In ihm ist ein hoher Anteil an Kieselsäure enthalten, der für die Unterstützung des Körpers viele Vorteile mit sich bringt. Nun steht uns das getrocknete Kraut des Schachtelhalms zu Diensten, damit wir es bei verschiedenen Gelegenheiten zum Zug kommen lassen. – Beim Sammeln muss man vorsichtig sein und darf das Zinnkraut keinesfalls mit dem giftigen Sumpfschachtelhalm verwechseln, der gerne an sumpfigen Moorwiesen oder an Teichrändern wächst! Am besten besorgt man sich den Ackerschachtelhalm aus der Apotheke.

Harnwege und Nieren umsorgen:

Obwohl ein Tee aus Zinnkraut ein gutes inneres Reinigungsmittel darstellt, kann dieser auch äußerlich angewendet werden. Das wird etwa bei Erkrankungen der Harnwege angeraten. Zinnkrauttee sollte man dann als Sitzbad oder als Badezusatz zur Linderung der Leiden heranziehen. Bei Wasseransammlungen, die aufgrund einer mangelnden Nierentätigkeit zustande kommen, hilft der Tee aus getrocknetem Ackerschachtelhalm von innen heraus. Wichtig ist dabei aber das Feedback des Arztes. Zudem gibt’s die kostenlose Beratung im Verein Freunde der Heilkräuter.

Ackerschachtelhalm oder Zinnkraut ⓒ Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya