Eine Wurzel absorbiert den Schweiß

Die Alantwurzel zu Hilfe nehmen

Meine Güte, bist Du aber groß geworden! – Tja, da staunen oft Großeltern, Onkeln und Tanten, wenn sie die heranwachsenden Nichten, Neffen oder Enkeln nach einer langen Weile wieder einmal sehen. Und es kann in der Tat ganz schnell gehen, dass die pubertierenden Sprösslinge im Handumdrehen einen Kopf größer sind. Im Geheimen ist die Verwandtschaft sicher stolz, wenn aus den Kindern stattliche Zeitgenossen werden. Nun, es ist, denke ich, klar, dass die menschlichen und charakterlichen Qualitäten nicht unbedingt mit dem Zentimetermaß zwischen Kopf und Fuß eines Menschen in einem wie immer gearteten proportionalen Verhältnis stehen müssen und können. Aber eine Pflanze im klösterlichen Kräutergarten zu Geras erinnert mich Sommer für Sommer daran, vor der gesamten Gegebenheit meiner selbst Achtung zu haben. Ich spreche vom Echten Alant (Inula helenium), der in seinem Wuchs nicht selten eine Höhe von zwei Metern erreicht. Daher begegnet er denjenigen, die vor diesem beeindruckenden Gewächs verweilen, durchaus in Augenhöhe. Seit jeher wurden die heilenden Wirkungen des Alants hoch geschätzt. Nach den Erkenntnissen der fernöstlichen Medizin bringt der Alant das Blut in Bewegung, behebt Stauungen im Körper und löst hartnäckigen Schleim. In der Zeichensprache der Pflanzen, wie sich die europäische Sichtweise den Zugang zu den Kräutern seit Jahrhunderten gebahnt hat, weist er auf die Tugend der Selbstachtung hin. Diese Haltung hat keineswegs mit Stolz oder Überheblichkeit zu tun. Aber gehört es nicht zur vermehrten Diagnose unserer hektischen Zeit, wo man dem Leistungs- und Erwartungsdruck unzähliger anderer entsprechen muss, dass viele sich oft sehr gering einschätzen? Kein Wunder, dass dann Hände und Füße vermehrt schwitzen.

Getrocknete Alantwurzel pulverisieren:

Die im Herbst geerntete und gut getrocknete Alantwurzel kann man so sehr zerkleinern und reiben, bis daraus ein Pulver entsteht. Bei nervös bedingten schweißnassen Händen oder Füßen soll man diese mit Alantwurzel-Pulver kräftig einreiben. Danach schließt man ein warmes Bad im Waschbecken bzw. in einer Wanne von 10 Minuten Dauer an, wobei man die betroffenen Hände bzw. die Füße aneinander reibt.

ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Die Erinnerung wach halten

Das Immergrün zählt dazu

Die Archäologie ist eine unheimlich spannende Wissenschaft. Überall auf der ganzen Welt finden sich Spuren von ehemaligen Siedlungen oder prächtigen Tempelanlagen bzw. Kirchen, denen man durch Zufall oder mittels gezielter Grabung auf die Spuren kommt. Bis zum heutigen Tag werden dadurch interessante Fakten zum Vorschein gebracht, die manche in Büchern zementierte historische Mutmaßung widerlegen oder zumindest ins Schwanken bringen. Seit jeher hat mich dieses Forschungsgebiet speziell im Bezug auf das unmittelbare Gebiet meiner Heimat fasziniert. Immerhin gibt es selbst in meinem Kloster so manchen „blinden Fleck“, hinter dem noch ein gotischer oder gar romanischer Rest Kunde von den vergangenen Jahrhunderten geben könnte. Die Botanik kann die Archäologie auch unterstützen. Wächst z. B. mitten in einem entlegenen Waldstück das Kleine Immergrün (Vinca minor) auf einer Fläche, kann man davon ausgehen, dass dieses Ziergewächs einst vor langer Zeit per Menschenhand eingesetzt wurde. Obwohl das dazugehörige Bauwerk nur mehr rudimentär vorhanden ist oder gar dem Erdboden gleich wurde, hielt das Immergrün weiterhin die Stellung. Damit zählt es zusammen mit alten Narzissensorten, Schneeglöckchen und Krokussen zu den so genannten Stinsenpflanzen, für die das eben beschriebene Phänomen des Öfteren zutreffen kann. Somit ergibt es sich, dass ein botanisch begabter Bauhistoriker bzw. Archäologe einen gewissen Vorteil in der Erkennung der notwendigen Hinweise auf eine einstige Befestigungsanlage hat. Das Immergrün büßte bis heute nichts an Sympathie ein. Seit jeher wird es dazu verwendet, um in halbschattigen Zonen des Gartens oder auf Grabflächen am Friedhof das Erdreich zu bedecken und gleichzeitig durch seine blauvioletten Blüten das Auge des Vorbeigehenden zu erfreuen. Natürlich hat auch die Naturheilkunde seit langer Zeit den Wert des Immergrüns entdeckt. Jedoch ist von einer direkten innerlichen Verwendung seiner Pflanzenteile aufgrund ihrer Toxizität abzuraten. In der Apotheke gibt es dafür ohnehin aufbereitete Produkte samt kompetenter Beratung.

Immergrün äußerlich verwendet:

50 g getrocknetes Kraut vom Kleinen Immergrün (Vinca minor) werden mit 1 Liter kochendem Wasser übergossen. 15 Minuten ziehen lassen, abseihen und in die bereits mit warmem Wasser gefüllte Badewanne gießen. Ein derart zubereitetes Bad hilft bei Hautunreinheiten und unterstützt den Heilungsprozess der Haut nach Geschwüren und Wunden.

ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Das Gegenteil von Übermut

Den Edelmut verkörpert die Weiße Lilie

Aus so manchem bösen Streich können im Handumdrehen Schlagzeilen werden. Ob beabsichtigt oder nicht: wenn schon keine Menschen dabei zu Schaden kommen, so ist die Summe für die Wiederherstellung nach einem Schaden oft ganz beträchtlich. Die Energie, die man aus verschiedensten Gründen für derartiges aufwenden mag, kann man genauso gut heranziehen, um damit etwas Gutes zu bewirken. Hierbei weiß man aber auch nicht genau, wie das oder jenes ausgehen mag. Oft hat man beim Sich-Einsetzen für eine gute Sache mit massivem Widerstand zu rechnen. Daher darf man ruhig nach einer Hilfe Ausschau halten, die für uns Menschen etwas Aussagekräftiges signalisiert. Heute, am Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Gottesmutter Maria ist es die Weiße Lilie, die noch mehr unter dem Namen Madonnenlilie (Lilium candidum) bekannt ist. Sie steht in voller Blüte aufrecht da und verströmt mit ihren anmutigen Blütenbechern einen herrlichen Duft, der sich vor allem in geschlossenen Räumen bemerkbar zu machen weiß. Maria hat mit ihrem Ja zum Erlösungswerk Gottes eine Welle des Segens ausgelöst, der sich in der Folge auf die ganze Welt positiv ausgewirkt hat. Konsequent hat sie den Willen Gottes beachtet und hat diesen auch in schmerzvollen Zeiten nicht aus dem Auge ihres Herzens weichen lassen. So darf ruhig heute im Geiste eine Lilie gepflückt werden. Sie ergänzt in edler Weise das Grün des Adventkranzes, auf dem nun schon anlässlich des Sonntags das zweite Licht entzündet wird. Auch das ist ein Symbol: je mehr Menschen sich dem Segen und der Verheißung Gottes anvertrauen, desto größer wird das Licht der Hoffnung für jene, die auf die baldige Loslösung aus dem nur allzu oft von Menschen verursachten Bösen warten.

Lilienwasser selbst gemacht

Eine Menge von ca. 150 g frischer weißer Lilienblüten wird mit einem 3/4 Liter kochendem Wasser übergossen. Das Ganze 8 Stunden lang zugedeckt ziehen lassen. Danach abseihen und in eine Literflasche füllen. Mit 1/4 Liter gutem und hochprozentigem Obstbrand ergänzen und kühl und lichtgeschützt lagern. Ab und zu ein Stamperl davon genommen, wirkt sehr beruhigend.

ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Ein anhängiger Korbblütler

Die Große Klette an der Wurzel packen

Wer durch das dürre Dickicht läuft, das der vergangene Herbst noch übrig gelassen hat, bleibt da und dort an etwas hängen. Egal, ob spitze Äste das Weiterkommen erschweren oder gar die stacheligen Triebe der wilden Brombeeren eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die Kleidung darstellen: man sollte es sich schon gut überlegen, wo und wie man die gesicherten und barrierefreien Wege in Wald und Flur verlässt. Sehrt leicht kann es zudem sein, dass man so eine einschlägige Erfahrung mit den Fruchtständen der Großen Klette (Arctium lappa) macht, die sich kaum mehr abschütteln lassen, haben sie sich einmal in die Hose oder Jacke festgekrallt. Machen wir doch eine kurzen Abstecher in die Kulturgeschichte dieser bekannten Pflanze. Natürlich war die Klette schon den Griechen und Römern bekannt. Vergil und Ovid erwähnen dieses Gewächs in ihren Schriften und Dioskurides empfiehlt die Blätter der Klette zur Unterstützung der Wundheilung. Im Mittelalter und vor allem in bedrängenden Zeiten der Pest griff man gerne zur Klette als Hilfsmittel und im 19. Jahrhundert noch diente sie den Ärzten zur Behandlung von Geschlechtskrankheiten. Obwohl dieser Korbblütler in unseren Hirnwindungen in die Schublade „Unkraut“ eingeordnet wird, kann man durchaus versuchen, diese wilde Schönheit auch als dekoratives Element in der Gartengestaltung zu verwenden. Sie besticht ja allein schon durch ihre Größe, kann sie doch immerhin eine Höhe bis zu 1,5 Metern erreichen. Entweder setzt man sie solitär in eine Rasenfläche oder man greift auf sie zurück, um z. B. damit einen Komposthaufen nicht mehr frontal einsehbar zu machen. Der Phantasie sind dem findigen Gärtner ab dem nächsten Frühling ja bekanntlich keine Grenzen gesetzt.

Hausmittel bei Hauterkrankungen:

Leidet jemand unter einer wie auch immer gearteten Beeinträchtigung der Haut, kann man darangehen, eine frisch ausgegrabene Wurzel der Großen Klette zu zerkleinern und zwei Teelöffel davon in ca. 1/2 Liter Wasser mehrere Stunden kalt ansetzen. Dann kurz aufkochen und den Tag über verteilt immer ein paar Schluck zu sich nehmen.

ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Ein Baum voller Gehalt

Die Signale der Hainbuche wahrnehmen

Der Wind und der Frost taten das Ihre. Die Tage werden immer kürzer und längst schon fiel das Laub von den Bäumen. Aber manche von ihnen wollten die Blätter doch noch behalten. Vor allem die jungen Hainbuchen sind es, die ihre verwelkte Pracht nicht hergeben wollen. Erst, wenn im nächsten Frühling die zartgrünen Triebe wiederum ausschlagen, wird auch das letzte Blatt des heurigen Herbstes dahin sein. Kann es sein, dass uns die Hainbuchen damit etwas sagen wollen, die ja sonst um ihre Präsenz kein großes Aufsehen machen? Immerhin besitzt jeder Baum eine Ausstrahlung. Er ist ein Lebewesen, das im Schöpfungsplan des Allmächtigen seinen konkreten Platz samt der ihm innewohnenden Bestimmung hat. Wenn wir das beachten, profitiert nicht nur unsere seelisch-geistige Verfassung davon, sondern es kommt auf diesem Wege der leiblichen Gesundung eine Unterstützung zu. Daher ist es manchmal ganz gut, den Sinn, der hinter allem in der Natur Anwesendem steckt, auf die Spur zu kommen. So fühlen sich viele von uns gerade in der lichtärmeren Zeit des Jahres vermehrt müde und abgespannt. Immerhin gilt es vieles zu leisten. In unserer Einheit aus Geist, Seele und Leib sind wir nahezu die ganze Zeit unseres beruflichen und familiären Wirkens kopflastig. Wir geraten also, ob wir es wollen oder nicht, in ein Ungleichgewicht, wobei eben die Geist-Ebene die meiste Belastung erfährt. Daher ist es gut, die Sinne zu aktivieren und die Nähe einer Hainbuche aufzusuchen. Man kann sich beeindrucken lassen von dem, was in einem oft so bescheidenen Gewächs drinnen steckt. Wer also die gut geheizten und stickigen vier Wände verlässt, der tut allein schon dem Kreislauf etwas Gutes. Schreibtisch samt Computer bleiben zurück, und das Auge darf sich eines wirklich biologischen Bildes erfreuen, verweilt man schließlich vor einer wie immer gearteten Hainbuche. Ruhe und Entspannung, die sich dabei einstellen, stehen ganz und gar nicht im Widerspruch zu einer erneuten Wachsamkeit, die durch den Gang zur Hainbuche eintritt.

Hainbuchen kennenlernen:

Wohin soll ich mich wenden, wenn ich gar nicht weiß, wie eine Hainbuche (Carpinus betula) aussieht? In ihrer Rinde gleicht sie in einem jungen Stadium sehr der lediglich namensverwandten Rotbuche (Fagus sylvatica). Die Blätter der Hainbuche sind aber am Rande gezähnt und die Knospen im Gegensatz zu ihrer großen und stattlichen Kollegin aus der Familie der Buchengewächse auf den Ästen rundlich geformt, wohingegen die Knospen der Rotbuche immer spitz zulaufen.

ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Hartnäckiger Husten

Trotzdem ein Schlückchen Wein gefällig?

Übermut tut selten gut! Ja, wenn das alles so leicht wäre. Noch dauert der Winter nicht so lange, dass wir es schon gewohnt wären, uns dementsprechend zu kleiden. Und im Hin und Her zwischen den meist gut geheizten Wohn-, Arbeits- und Einkaufswelten ist es meist auch nicht einfach, die rechte Zahl an Hüllen für den Schutz unseres Körpers anzuziehen. Entweder schwitzen wir binnen Minuten oder wir frieren aufgrund unserer Eitelkeit. Hier ein Mittelmaß zu finden, ist wahrlich nicht einfach. Nur allzu leicht werden dann unsere Atmungsorgane im wahrsten Sinne des Wortes in Mitleidenschaft gezogen. Die Folge sind zumindest eine rinnende Nase und ein oft hartnäckig anhaltender Husten. Die Zahl der Hausmittel ist in diesen Anliegen sehr groß. Zu jenem Erfahrungsschatz zählt auch der Einsatz von Rosinen. Diese getrockneten Weinbeeren finden wir normalerweise nur in der Zubereitung von Apfelstrudel und so manchem Gugelhupf. Und da scheiden sich die Geister. Wie viele Zeitgenossen kenne ich, die aufgrund einer Abneigung gegenüber den Zibeben die gedörrtem Weinbeeren fein säuberlich aus den fertigen Speisen entfernen, um ja nicht um den Genuss derselben zu kommen. Dabei ist es in unserem heutigen Falle gar nicht notwendig, die Rosinen direkt zu genießen. Ein Auszug daraus tut es auch. Doch dazu erfolgt der konkrete Hinweis im grünen Feld dieser Kolumne. Wer unter beständigem Husten leidet, den er oder sie sich irgendwo „eingefangen“ hat, ist gut beraten, über eine längere Zeit wie z. B. drei Wochen lang ein Gemisch aus getrocknetem Thymiankraut und Kamillenblüten als Grundlage für einen Hustentee zu nehmen, von dem man den Tag über verteilt zwei bis drei Tassen voll trinkt. Es sollte ebenso nicht darauf vergessen werden, sich nach den je eigenen Möglichkeiten und Gewohnheiten abzuhärten, um gegenüber der Unbill des Winters gewappnet zu sein.

Rosinen in Wein gesotten:

Leiden Erwachsene unter einem der Jahreszeit entsprechenden hartnäckigen Husten, zieht man am besten 2 Esslöffel voll kleiner Rosinen heran. Diese werden dann in 1/2 Liter Weißwein gesotten, wovon man ab und zu einen warmen Schluck zu sich nimmt, um die Lunge wiederum zu beruhigen. Für Kinder ist diese Anwendung selbstverständlich nicht geeignet.

ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Sensible Mundhöhle

Entzündungen sind keine Seltenheit

Haben Sie sich schon einmal den Mund verbrannt? Kommt jetzt natürlich drauf an, wie man diese Frage auffasst. Um beim Temperaturempfinden der Lippen samt der Zunge zu bleiben, so kann ich ohne Umschweife bestätigen, dass ich nicht imstande bin, heiß zu essen. Die genauen Gründe dafür weiß ich bis heute nicht. In der bildlich verwendeten Weise der eingangs gestellten Frage ist es mir schon oft passiert, dass nicht die Diplomatie, sondern ein spontan geäußertes Wort meinerseits die Zahl der Freunde nicht unbedingt erhöht hat. Aber hat jemand überhaupt Freunde, wenn er sich gar vieler Freunde rühmt? Dazu ein andermal mehr. Gehen wir zurück in unsere Mundhöhle. Sie ist die Pforte des Verdauungstraktes und die Aufnahmestelle von Nahrung, Trank und Luft. Die Arbeit, die sie leisten muss, ist einfach gigantisch. Denn einerseits sollen die Hautpartien darin samt Zunge und der auch dort angesiedelten Nerven ein hohes Maß an Sensibilität aufweisen und gleichzeitig dürfen sie „den starken Mann“ spielen, wenn es heißt, Unrechtes und Schmutz auszusortieren und Keime abzuwehren. Da kann es schon vorkommen, dass der Mund auf seine ständig zu leistende Aktivität dadurch aufmerksam macht, dass die eine oder andere Form der Entzündung Platz greift. Wir bezeichnen die gelblichweißen Bläschen, die sich in so manchem Winkel der Mundhöhle bilden können, im herkömmlichen Sinn als Aphthen. Diese schmerzhaften kleinen und oval geformten Geschwüre können als sicht- und spürbare Symptome mehrere Ursachen besitzen. Die Palette reicht in diesem Falle von Erschöpfung durch Stress über Eisenmangel und Leberproblemen bis hin zu eindringenden Schädlingen wie Viren, Bakterien oder Pilzen. Daher kann man eine Entzündung der Mundhöhle durchaus zum Anlass nehmen, um seine momentane Befindlichkeit durchzuchecken. Einst brachten die Heiligen Drei Könige dem neugeborenen Jesuskind etwas mit, das sich heute noch als wirksam erweist. Es ist das Harz des Myrrhenbaumes, welches durchaus auch bei der Pflege unserer Mundhöhle zum Einsatz kommen kann.

Myrrhentinktur als Mundspülung:

Alle zwei Stunden soll man bei Mundbläschen-Leiden den Mund spülen. Dazu gibt man in ein Glas mit lauwarmem Wasser einige Tropfen einer Myrrhentinktur, die in Apotheken bestellt bzw. gekauft werden kann. Diese Anwendung hilft übrigens auch Zahnprothesenträgern, wenn sich ihr Gaumen an Druckstellen entzündet hat.

ⓒ Foto: http://made-in-afrika.com/aloes/tree.commiphora.jpg

Die Dankbarkeit stärken

Die Engelwurz unterstützt uns dabei

Es ist mittlerweile mehr als modern, in irgendeiner Weise Engel in das Leben einzubauen. Manchmal verwundert es, dass dabei sogar der allmächtige Gott offensichtlich das Nachsehen hat, möchte man die Beliebtheit der geschaffenen Geistwesen ins Auge fassen. Um mich nicht falsch zu verstehen, will ich betonen, dass auch ich den Schutzengel mein Leben lang des Öfteren ziemlich ins Schwitzen gebracht haben muss. Wie oft bin ich wohl aus mancher Situation glimpflich bzw. heil davongekommen?! Hier ist jetzt nicht der Platz, um theologische Spekulationen über die Verfasstheit der Engel zu führen. Ich bleibe vielmehr im Reich der Pflanzen, wo gerade unter den vielen Doldenblütlern ein ganz wertvolles Gewächs hervorsticht. Sie ist eine der stattlichen Mitglieder ihrer Familie. In der Wildnis treffen wir in Mitteleuropa eher auf die Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris). In den Kräuter- und Schaugärten hingegen kann man die Arznei-Engelwurz (Angelica archangelica) entdecken, die gerne auch für Heilzwecke verwendet wird. Alle Teile der Pflanze können auf irgendeine Art und Weise gebraucht werden, entweder in der Küche, in der Kräuterapotheke und selbst im Keller, wo Likör erzeugt wird. Wer die Engelwurz zu Hilfe nimmt, kann Ängste, die uns immer wieder heimsuchen und verunsichern, leichter unter Kontrolle bringen. Wer im Grunde seines Herzens ein dankbarer Mensch ist, der weiß, dass er beschenkt und reich ist. Das verleiht eine Offenheit des Herzens und stärkt das Selbstwertgefühl. Diese Haltung wirkt sich in der Folge auf den Organismus aus, der durch die Dankbarkeit besser imstande ist, Krankheitsauslöser von außen abzuwehren.

Engelwurz-Tee richtig zubereitet:

Die gereinigte und getrocknete Wurzel der Engelwurz wird sorgfältig zerkleinert. Davon werden 2 gehäufte Teelöffel voll in 1/4 Liter kaltes Wasser gegeben, das man dann auf den Herd stellt und aufkochen lässt. Anschließend von der Kochplatte nehmen und 5 Minuten zugedeckt ziehen lassen, bevor man den fertigen Tee abseiht. Vor allem bei Magenproblemen soll man täglich 2 bis 3 Schalen davon warm und schluckweise trinken.

ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Sorge um die Gesundheit

Folgen für die Schönheit

Veränderungen passieren oft nicht im Handumdrehen. Blicken wir auf die lange Zeitspanne zurück, die seit dem Ende des 2. Weltkrieges hinter uns liegt, so können jene, die diese Periode schon zu einem größeren Teil erleben durften, das ganz gut beurteilen. Allein die Städte haben sich in ihrem Erscheinungsbild im Wesentlichen verändert. Oder denken wir nur daran, was in den Ländern des sogenannten ehemaligen Ostens alles seit 1989 an Aufbauarbeit geleistet wurde. Das kann man auch an den Fassaden der Häuser in Stadt und Land ablesen. Wenn sich jeweils außen etwas verändert, so ist das meist ein Symptom dafür, dass selbiges für das Innere gilt. In unserem Organismus findet ebenfalls ständig Veränderung statt. Mit unserem Zutun können wir diesen Prozess positiv oder negativ beeinflussen. Unsere jeweilige Lebensweise spiegelt sich also auf unserer Fassade – sprich Haut – wider. Natürlich gibt es gerade in der Konstitution unserer äußersten Schicht auch Veranlagungen, die uns durch unsere Gene seitdem wir im Mutterleib heranwuchsen und geboren wurden, mitgegeben sind. Andererseits spielen zudem äußere Einflüsse auf die sensible Haut keine unwesentliche Rolle. Gott sei Dank steht uns in den verschiedenen Heilpflanzen der Natur das nötige Material zur Verfügung, mit dem wir die Haut gleich einem Schutzwall verstärken bzw. deren Aussehen verbessern können. Aber abgesehen davon ist eine gesunde und vernünftige Lebensweise immer noch die beste Kosmetik, die es gibt. Wenn wir auch durch künstliche Hilfsmittel den einen oder anderen Trick anzuwenden vermögen, um das Auge unserer Mitmenschen zu beeindrucken: uns selbst sollten wir dabei nichts vormachen.

Weizenkeimöl samt Ribiselsaft:

Trockene und spröde Haut kann wiederum zart und geschmeidig werden, wenn man 6 Wochen lang 2-mal täglich je 1 Teelöffel voll Weizenkeimöl zu sich nimmt, das im einschlägigen Handel zu erwerben ist. Zusätzlich trinkt man am besten ein paar Schluck Schwarzen-Johannisbeer-Saft hinterdrein, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Granatapfel und Feigenbaum

Früchte rund um Bethlehem

Heute beginnt die besinnliche Zeit. Am Adventkranz brennt das erste Licht. Ein Zeichen voller Sinn. Immerhin startet damit ein neues Jahr des Heiles nach der Zeitrechnung der Kirche. Daher ist der 1. Advent auch der 1. Sonntag des Kirchenjahres. Innerhalb dieser Zeitenperiode wird das konkrete Leben Jesu Christi betrachtet. Ohne sich in beliebig gearteten Gefühlsduseleien zu ergehen, dürfen wir uns fragen, was denn konkret geschehen ist, als Gott Mensch wurde. Zur Lebenswelt der Menschen im damaligen Palästina und dem heutigen Israel gehören sicher auch die Pflanzen mit den uns allen bekannten Früchten. Und wem würde nicht gleich der Feigenbaum (Ficus carica) einfallen, den Jesus selbst mehrmals in der Hl. Schrift als Kulisse und Bild für seine Gleichnisse verwendete? Wer weiß aber schon, dass dieses biblische Gewächs mit dem Gummibaum im Wohnzimmer verwandt ist. Oder denken wir nur an den Granatapfel (Punica granatum). Sehr wohl steht der ausgepresste Saft dieser geheimnisvollen Frucht im Regal der gesundheitsfördernden Getränke so vieler Reformhäuser. Außer kundigen Botanikern wird aber vielen nicht bewusst sein, dass auch der Granatapfelstrauch zur Familie der Weiderichgewächse gehört und somit eine „familiäre“ Verbindung zum Blutweiderich hat, der den Sommer über so viele Ufer der heimischen Flüsse und Bäche ziert. Mit dem Advent schauen wir auch im Obstkorb vermehrt auf die Ernte aus Ländern, wo der Frost nicht so sehr das Mitspracherecht besitzt. Der Genuss dieser Köstlichkeiten unterstützt gleichzeitig unseren Organismus. Feigen bringen z. B. viel Ballaststoffe und Mineralien ein, und vom Granatapfel wird die adstringierende Wirkung vor allem bei Durchfallerkrankungen geschätzt. Im Geiste machen wir uns alle auf, um zur Krippe unter dem Weihnachtsbaum zu gehen. Ich selbst möchte heute zu einer Reise ins Hl. Land einladen.

Ins Heilige Land mit dem Kräuterpfarrer:

Um die historischen Stätten des Wirkens Jesu und die dazugehörige Flora kennenzulernen, lade ich herzlich ein zu einer gemeinsamen Woche in Israel, vom 4. bis 11. Februar 2014. Jerusalem, Bethlehem, Nazareth und der See Genezareth sind nur einige der konkreten Ziele dieser Tage. Wir werden auch Gottesdienste an bedeutenden Orten feiern. Gesamtpreis inkl. Flug und Eintrittsgeldern: € 1.125,- pro Person. Informationen und Reservierung unter: Häckel Reisen GmbH, Robert-Bosch-Str. 14,
D-82054 Sauerlach bei München (Tel.: 0049/8104/90860-0) E-Mail: israel@stiftgeras.at

ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya