Wie der Refrain eines Liedes

Mit dem Apfel die Gesundheit festigen

Selbstverständlichkeiten braucht man für gewöhnlich nicht extra zu artikulieren. Doch eigentlich ist es ja nicht schlecht, wenn man z. B. an wichtige Termine von anderen erinnert wird. So gesehen scheue ich mich nicht, meine lieben Leser je neu darauf aufmerksam zu machen, bewusst auf die eigene Gesundheit zu schauen und auch im familiären und freundschaftlichen Umfeld ganz konkrete Tipps weiterzugeben. Einen Apfel sollte man bei sich zu Hause stets griffbereit liegen haben. Bald kommt wiederum die Zeit, da die frühen Sorten in den heimischen Gärten bereits ihre ersten Früchte reif zu Boden fallen lassen. Gar vieles geht davon zugrunde, ohne wirklich geschätzt zu werden. Dabei verführt einen die sonnenreiche und warme Sommerszeit dazu, die physischen Abwehrkräfte etwas stiefmütterlich zu behandeln, da ja anscheinend ohnehin kaum Erkältungs- und Grippeinfekte auftreten. Mit den Äpfeln kann man jedoch das ganze Jahr über vorbauen und das Immunsystem stärken, ohne dafür auf Medikamente zurückgreifen zu müssen. Eine gesunde Ernährung trägt schon sehr viel dazu bei, dass unser Stoffwechsel in geregelten Bahnen läuft. Der Körper kann sich dadurch die nötigen Energien sparen, um die häufig herandringenden Krankheitserreger erst gar nicht über die physische Türschwelle treten zu lassen. Immer wieder einmal zum Apfel greifen, bedeutet keine große Mühe. Als Zwischenmahlzeit eignet sich dieses Obst sowieso hervorragend. Oder man nimmt sich ein bisschen mehr Zeit, um einen wahren „Gesundheitscocktail“ zusammenzustellen. Der Apfel dient dabei als Grundlage.

Die eigenen Abwehrkräfte unterstützen:

Gleich zu Beginn des Tages oder einfach anstatt einer Jause kann man sich einen Apfel folgendermaßen zunutze machen: Dieser wird nach dem Abwaschen fein gerieben. Dann fügt man noch den Saft einer halben Zitrone samt 1 Esslöffel Honig hinzu. Weiters nimmt man 1 Teelöffel gerissenen Kren (= Meerrettich), 2 Esslöffel Weizenkleie und 1 Esslöffel ungeschwefelte Rosinen und mischt alles miteinander gut ab. Dies isst man am besten zusammen mit einer oder mehreren Scheiben Knäckebrot. So wird das Immunsystem auf natürliche Weise gestärkt.


Äpfel ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Das Kaffeehaus im eigenen Heim

Und was die Gerste damit zu tun hat

Es ist schon etwas Feines, ab und zu einmal ins Kaffeehaus zu gehen, um dort bei den angebotenen Köstlichkeiten innezuhalten, um über Gott und die Welt zu plaudern oder einfach nur zu genießen. Voraussetzung dafür ist selbstredend, dass es auch eine solche Einrichtung vor Ort gibt. Andernfalls bleibt wohl nichts anderes übrig, als sich das schwarze Gebräu samt süßer Backware in den eigenen vier Wänden anzurichten und den Freundeskreis zu sich zu bitten. Im Hinblick auf die gute alte Wiener Kaffeehauskultur kommt einem heute kaum das Getreidekorn Gerste in den Sinn. Es liegt mir darüber hinaus mehr als fern, gegenüber den Kaffeegenießern den moralischen Zeigefinger zu erheben, sofern alles im rechten Maß bleibt. Daher braucht niemand die Nase zu rümpfen, wenn ich jetzt einen Schwenk zum Malzkaffee vollziehe, der für viele die Erinnerung an die eigene Kindheit auslösen kann. Die Gerste, die das Grundmaterial für das koffeinfreie Getränk darstellt, ist durchaus auch von gesundheitlichem Nutzen. Es gibt ja nicht allzu wenige, die z. B. darunter leiden, dass die eigene Magensaftabsonderung zu gering ausfällt, was in der Folge oft den Verlauf der Verdauung beeinträchtigt. Der Genuss von Malzkaffee kann unter anderem mithelfen, diesen Umstand ins Gegenteil zu kehren. Wer also den Drüsen, die den Magensaft im Verdauungsmuskel produzieren und zur Verfügung stellen, ein Tonikum verabreichen möchte, könnte 3 Wochen hindurch jeweils früh und abends eine Schale voll Malzkaffee trinken. Mit ein wenig Geduld kann man sich sogar das „Kaffeepulver“ selbst zubereiten.

Malzkaffee in Eigenregie:

Zu allererst benötigt man gute und qualitätsvolle Gerstenkörner. Diese werden angefeuchtet und im warmem Zimmer derart zum Keimen gebracht, bis der Blattkeim bei mindestens 70% der Gerstenkörner die halbe Länge des jeweiligen Korns erreicht hat. Ist es soweit, schiebt man die gekeimte, trockene Ware ins Backrohr und röstet sie so lange, bis die Körner eine dunkle gelbbraune Farbe annehmen. Nach dem Abkühlen in verschlossenen Gefäßen trocken lagern. Vor jedem Aufguss des gewünschten Malzkaffees geht man daran und mahlt die dafür nötige geröstete Gerste ganz frisch.

Gerste ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Streicheleinheiten für die Leber

Am besten mit Löwenzahn

Undank ist der Welten Lohn! – Anerkennung ist in der Tat öfter als notwendig Mangelware. Bevor ich aber zu viel Wind mache, der den einen oder anderen zum Trübsal-Blasen veranlassen könnte, hebe ich lieber die Intention hervor, die uns allen am Herzen liegen sollte. Man kann unseren Organismus ruhig mit einem Betrieb vergleichen, in dem die einzelnen Drüsen, Muskeln, Adern und Gelenke als Angestellte fungieren. Und welchem Mitarbeiter täte es nicht gut, ab und zu ein motivierendes Lob für seine Tätigkeit zu bekommen. So ist es sicher nicht falsch, auch den Organen im Innern des Leibes eine liebende Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Ein blühendes Löwenzahnfeld kann z. B. eine gute Erinnerung dafür sein. Denn unsere Leber muss sich nur allzu sehr und allzu oft „giften“. In Wahrheit ist sie natürlich mit den Problemstoffen unseres Blutes beschäftigt, die einer peniblen Entsorgung bedürfen. Egal, auf welche Weise sie in den Blutkreislauf oder in den Organismus gelangt sind. Also ist es nicht schlecht, der Leber über die Verdauung eine Anerkennung zu übermitteln. Vom Löwenzahn wissen wir, dass er ein gutes Maß an Bitterstoffen in sich birgt, die vom lappig geformten Organ in unserem Bauch gerne aufgenommen werden. Daher ist es nur folgerichtig und vernünftig, den Löwenzahn, solange er frisch zur Verfügung steht, auch zu nutzen. Für allzu viele ist es noch immer ein Rätsel, wie man das herkömmlich als Hasenfutter unterbewertete Gewächs des Löwenzahns als Gemüse verwenden kann. Wie heißt es aber so schön: Probieren geht über studieren! Also, nur Mut, um als Mensch den Löwenzahn zu konsumieren.

Löwenzahngemüse im Frühling:

Die ganz jungen und zarten Blätter des Löwenzahns werden abgezupft und unter kaltem fließendem Wasser gründlich gereinigt. Danach kurz im Wasser aufkochen, abseihen und ausdrücken. Dann fein hacken und in einen Topf geben. Mit Gemüsesuppe übergießen und etwas Salz samt zerrebelten getrockneten Majoran darüberstreuen. Ein Stück Butter hinzufügen und dämpfen lassen. 1 Löffel Vollkornmehl darüber stäuben und nochmals etwas Suppe dazugießen. Das Gemüse auf Sparflamme kurz kochen. Ganz fein schmeckt die „Streicheleinheit“ für die Leber, wenn man sie mit gerösteten Erdäpfeln serviert. Eignet sich gut als Abendessen.

Löwenzahn ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Zwei Anliegen aufgreifen

Noch einmal die Topinambur beleuchten

Es freut mich immer, wenn aufgrund dieser Gesundheitskolumne ein reges Interesse herrscht, etwas mehr über eine Pflanze oder eine Anwendung zu erfahren. Am vergangenen Sonntag war die schlanke Sonnenblume an der Reihe, die besser unter der Bezeichnung Topinambur bekannt ist. Mir schien es vorrangig, auf die unterstützende Wirkung eines Auszuges aus der Knolle hinzuweisen, die gerne zu Hilfe genommen wird, wenn man etwas schlanker werden und überzählige Kilos verlieren möchte. Dieses Elixier ist übrigens von Kräuterpfarrer Weidinger entwickelt worden und kann jederzeit im Kräuterzentrum in Karlstein bezogen werden. Gesundheitsbewusste Leser haben mich überdies mehrfach darauf hingewiesen, dass die Topinambur-Knolle auch anderwärtig in der Küche zum Einsatz kommen kann. Gerade dann, wenn man diese frisch aus dem Garten ausgräbt, ist sie eine Delikatesse auf dem Gemüseteller und kann in ähnlicher Weise wie die Kartoffel verarbeitet werden. Unser Organismus profitiert vom Verzehr der Topinambur unter anderem auch dadurch, weil es gerade in der zweiten Winterhälfte wichtig ist, diesen zu entgiften und mit leicht verdaulicher Kost wiederum fit für den Frühling zu machen. Auf der Homepage des Vereines Freunde der Heilkräuter www.kraeuterpfarrer.at gibt es in dieser Hinsicht ein ganz praktisches Rezept, das man sehr leicht „in die Tat“ umsetzen kann. Für diejenigen, die mit dem Medium Internet nicht persönlich vertraut sind, möchte ich es heute an dieser Stelle auch schriftlich übermitteln. Alle naturheilkundlichen Fragen rund um die Topinambur beantwortet gerne und kostenlos unser Beratungsdienst in Karlstein an der Thaya (ab MONTAG unter Tel.-Nr. 02844/7070-11 oder -31).

Cremesuppe mit Topinambur:

Als Zutaten benötigt man 50 g Butter, 50 g Weizenvollkornmehl, 1/2 Esslöffel Kümmel, 2 Knoblauchzehen, Salz, Pfeffer, 1 Liter Gemüsesuppe, 300 g Topinambur, Creme fraiche und Petersilie. Und so geht man vor: den Knoblauch zerdrücken und in Butter anschwitzen, Mehl einrühren und leicht durchrösten. Dann mit Gemüsesuppe aufgießen und würzen. Die Topinamburknollen gut abwaschen und in Würfel schneiden. In die Suppe geben und ca. 1/2 Stunde auf kleiner Flamme leicht köcheln lassen. Mit dem Mixstab anschließend pürieren und mit etwas Creme fraiche verfeinern. Mit etwas Petersilie garnieren. Mahlzeit!

Topinambur-Suppe ⓒ Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Einfach leicht verdaulich

Maroni und der Einfallsreichtum

Schade, dass ich keine Zeit mehr hatte! Eilenden Schrittes passierte ich den Stand des Maronibraters, um noch rechtzeitig meinen nächsten Termin einhalten zu können. Die Nase nahm im Vorbeigehen eine Prise vom heißen Ofen auf. Darauf lagen wohl bereitet die fertigen Früchte. Das nächste Mal werde ich aber stehen bleiben und mir ein Stanitzel voll dieser herrlichen Köstlichkeiten gönnen. Seit langem sind die Edelkastanien, die damit gemeint sind, in vielen Regionen der Welt ein beliebtes Nahrungsmittel. Im fernen China z. B. werden Maroni symbolisch mit dem Osten und der Jahreszeit des Herbstes in Verbindung gebracht. Aus dem Orient wird zudem überliefert, dass man die Edelkastanie seit jeher als sichtbares Zeichen einer klugen Vorausplanung ansah, da man eben die Früchte im Herbst sammelt und aufbewahrt und im Winter verzehrt. Mit dem Begriff des Vorausdenkens wiederum verbinden wir im Hinblick auf unsere Gesundheit eine Lebenskultur, in der viele vorbeugende Maßnahmen ihren Platz haben, damit unser Körper mit dem Winter gut zurechtkommt. Eine vernünftige Ernährung spielt dabei eine wesentliche Rolle. Maroni sind mehr als ein bekömmlicher Snack. Durch ihre basische Beschaffenheit helfen sie dem Organismus unter anderem, nicht zu übersäuern. Da die Edelkastanien ohne Probleme im Handel zu erwerben sind, kann man neben dem Genuss in der vorweihnachtlichen Passage auch zu Hause darangehen, die gesunden Früchte in den Speiseplan zu integrieren. Hier ein praktischer Tipp dazu:

Maroni-Mehl herstellen:

Die festen und braunen Schalen der Edelkastanien werden als erstes mit einem geeigneten Messer entfernt. Danach gibt man die freigelegten Früchte in ein heißes Wasser, das aber nicht kocht. So lässt sich die darauf befindliche Fruchthaut besser ablösen. Dann kalt abwaschen und zum Trocknen auflegen. Die durch und durch getrockneten Maroni lassen sich genauso wie Nüsse oder Getreide in diesem Zustand schroten oder mahlen. Das Maroni-Mehl ist leicht verdaulich und daher gut geeignet für Kinder, Rekonvaleszente und ältere Zeitgenossen und überdies eine Alternative im Herstellen der weihnachtlichen Bäckerei.

Edelkastanie ⓒ Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Ein weihnachtlicher Magenbalsam

Mit Nusslikör schon an die Feiertage denken

Am Fest Mariä Heimsuchung (2. Juli) gedachte man noch des Zusammentreffens der beiden schwangeren Frauen Maria und Elisabet. Der Frühsommer ist auch der Beginn des Sammelns grüner Walnüsse, um daraus einen guten Nussschnaps zu machen. Auf den Bauernhöfen früherer Generationen konnte man davon ausgehen, dass ein derartiger guter Schluck auf jeden Fall vorhanden war. Dieser alkoholische Auszug dient auch bis heute noch dazu, um den Stoffwechsel anzuregen, die Nieren zu stärken und im Magen gleichsam wie ein Balsam zu wirken. In Kräuterpfarrer Weidingers Schatzkiste habe ich folgenden Rezeptvorschlag gefunden: Grüne Walnüsse werden nach sommerlicher Ernte geviertelt und in einem hochprozentigen Obstbrand angesetzt. Die Hälfte der angesetzten Menge soll dabei aus Früchten bestehen. 6 Wochen lange in einem verschlossenen weißen Glasbehälter ins sonnige Fenster stellen und täglich einmal durchschütteln. Danach abseihen und den Rückstand in einem abgekochten und ausgekühlten Wasser 3 Stunden lang stehen lassen. Zum Abschluss diese Flüssigkeit filtrieren und dem alkoholischen Auszug hinzufügen. Jetzt gibt man Zimtrinde, Pfefferkörner, Gewürznelken und Koriander bei und stellt das Ganze noch einmal 14 Tage in die Sonne. Zuletzt abseihen und in kleine Flaschen füllen. Das volle Aroma erhält der Schnaps erst, wenn er ab nun 3 Monate im Kühlen und Dunkeln lagert. Wer lieber einen Likör hat, fügt vor der Lagerung noch gesponnenen abgekühlten Rohzucker hinzu. Da man sich heute wieder der natürlichen Dinge besinnt, darf zu den Feiertagen, die bevorstehen, auch der altbewährte Nusslikör oder -schnaps ein Wörtchen mitreden.

Waldviertler Nusslikör als Magentonikum:

Die obige Herstellungsanleitung darf man ruhig archivieren. Wer aber nun draufkommt, dass es gut wäre, seinen Magen und den der im eigenen Heim zu erwartenden Gäste zu erfreuen, der kann auf das Angebot des fertigen Naturproduktes zurückgreifen, das beim Verein Freunde der Heilkräuter noch vor Weihnachten bestellt werden kann. Die darin enthaltenen Gewürze und Früchte helfen mit, dem Wohlbefinden des ganzen Organismus nach deftigem Essen Vorschub zu leisten.

Walnuss ⓒ Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Auch mit Halbreifem etwas anfangen

Beim Dinkel und bei Menschen gilt das

Es ist fast zu vergleichen mit der Entdeckung eines neuen Kontinents: vor wenigen Jahrzehnten war vom Dinkel (Triticum aestivum subsp. spelta) kaum die Rede. Bei Spaziergängen zwischen Getreidefeldern konnte man aber seit den 90er-Jahren des vorigen Jahrhunderts vermehrt die Frage „Was ist denn das für eine Getreidesorte?“ hören, wenn jemand erstaunt die markant geformten Ähren des Alternativkorns entdeckte. Die heilige Hildegard von Bingen ist an der Wiederentdeckung des Dinkels nicht ganz unschuldig, preist sie doch dieses Getreide in den höchsten Tönen. Vor allem Allergiker dürfen von der vermehrten Verwendung des Dinkels profitieren. Interessant ist es zudem, dass sich unter den vielen Produkten aus Dinkel auch der halbreife Zustand der nährstoffreichen Samen finden lässt. In diesem Fall spricht man vom so genannten Grünkern. Mithilfe von Hitze wird er getrocknet und somit haltbar gemacht. Natürlich ist es sehr gut, den heranreifenden Dinkel gleich frisch zu verwenden. Das geht aber nur eine gewisse Zeit, da er unbehandelt nach kurzer Dauer verdirbt. Wenn wir heute beim Dinkel angelangt sind, so möchte ich die Gelegenheit nützen, um über die Lebenswirklichkeit der jungen Menschen nachzusinnen. Selbst reich mit Geduld und Fürsorge beschenkt, weiß ich, wie wichtig es ist, in jemanden Hoffnung zu setzen und dafür auch Liebe, Zeit, konsequente Pädagogik und natürlich auch Materielles aufzuwenden, um Jugendliche im Herzen und in der ihnen eigenen Fähigkeit zu stärken und heranzubilden. Es reicht nicht, mit „fertig abgepacktem Arbeitspotential“ zu rechnen, wenn die Wirtschaft und mit ihr der Kontinent Europa in der Zukunft Bestand haben wollen. Es braucht enthusiastische und charakterfeste Persönlichkeiten, die auch mithelfen, den Frieden und die Lebensräume für viele in der Zukunft zu sichern. Warum sollten wir nicht vermehrt Vertrauen in junge Zeitgenossen hineinlegen, um diesen und uns eine Zukunft zu eröffnen? Den Dinkel kann man auch halbfertig brauchen.

Zur Abwechslung Grünkern-Gemüse-Suppe:

Zur Stärkung des Körpers und seiner Gesundheit darf ruhig das Essen etwas beitragen. So nehme man 1 Zwiebel, die fein gehackt und in Butter angedünstet wird. 100 g Grünkernschrot dazugeben und anrösten. Dazu wird 1 Liter Gemüsesuppe unter beständigem Rühren dazugegossen. Kurz aufkochen lassen und dann auf der abgeschalteten Herdplatte 1/4 Stunde lang ziehen lassen. Zum Abschluss mit Majoran, Kräutersalz und Muskat abschmecken und mit Rahm und Petersilie garnieren. Mahlzeit!

Dinkel ⓒ Flickr, Ulrich Erhard

Fast hätte ich’s vergessen

Ein Hinweis auf das Weinlaub

Es wird ein Wein sein, und wir wer’n nimmer sein … Ja, ja, der 1964 verstorbene Komponist Ludwig Gruber hatte schon recht! Aber noch leben wir! Gott sei Dank! Wie der heurige Wein zu trinken sein wird, sollten wir erst nach Martini feststellen. Jetzt ist an der Qualität der Trauben nichts mehr zu ändern. Und die Weinstöcke? Ja, deren Laub verfärbt sich auch zusehends, seine Saison ist vorüber. Schade eigentlich, denn immerhin sind die schönen Weinblätter nicht nur Dekoration, die zufällig eben wachsen, weil der Pflanze nichts Besseres eingefallen ist. Bevor die Weinberge ganz kahl dastehen, möchte ich mich noch einmal zurückerinnern an wärmere Zeiten. Nun gut, die Monate Juli und August ließen durchaus etwas zu wünschen übrig, was ihre Sommerlichkeit betrifft. Aber gerade dann gereicht es uns zum Vorteil, aus den vorhandenen Ranken und Blättern die darin enthaltenen Stoffe zu nutzen, um seine Gesundheit aufzubessern. Für unser gesamtes Wohlbefinden ist es nicht unwesentlich, dass unser Blut eine hohe Qualität aufweist und ungehindert durch den Körper zirkulieren kann, solange dessen Zellen ihren lebenserhaltenden Dienst vollziehen können. Wir sollten daher nicht nur für die kommenden warmen Monate des nächsten Jahres eine Reise in fernentlegene Ziele buchen, sondern jetzt schon mit einplanen, dass die Urlaubszeit dazu verwendet werden kann, die notwendige Eigenliebe so zu gestalten, dass auch für das eine oder andere Platz bleibt, um den Organismus fit und wohl zu erhalten. Es wäre doch jammerschade, wenn jeweils nur der Krankenstand dazu genutzt würde, um auf die persönlichen Bedürfnisse Acht zu haben. Der Wein erfreut des Menschen Herz! Und hoffentlich wird den Fässern erneut ein guter Tropfen entspringen! Und Gott geb’s, dass wir im nächsten Sommer die Gesundheit nicht vergessen!

Weinlaub in der warmen Jahreszeit:

In den Monaten Juli und August können Weinblätter und -ranken von den Stöcken geschnitten werden, die nicht gespritzt wurden. Nachdem diese zerkleinert sind, nimmt man die Menge eines Esslöffels und übergießt dies mit 1/4 Liter kochendem Wasser. Erst abseihen, wenn der Tee 15 Minuten gezogen hat. Das Ergebnis ist ein wertvolles Sommergetränk, das 3-mal am Tag getrunken werden kann, um das Blut aufzubessern. Nächsten Sommer werde ich erneut daran erinnern!

Weintrauben ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Alternativer Nachtisch

Den heimischen Hagebutten den Vorzug geben

Süß und sauer sind nicht nur die Speisen, die unseren Gaumen dementsprechend reizen, sondern es sind dies genauso Bewertungskriterien, die wir an uns selbst anlegen. Meist ist damit ein Hang zu zuckerhaltigen Mehlspeisen oder Backwaren gemeint sowie z. B. ein Appetit auf eine saure Presswurt beim Heurigen. Dann klingt es kaum verwunderlich, wenn jemand von sich selbst behauptet, sie sei eine „Süße“ bzw. er ist ein „Saurer“. Wie ist es aber in dieser Hinsicht um die Hagebutten bestellt, die nun bereits an den Büschen in voller Reife prangen? Ich denke, dass die eingangs erörterte Kategorisierung die Hetscherln ziemlich kalt lässt. Uns intelligenzbegabten Zweibeinern sollte es aber nicht egal sein, was alles an Köstlichkeiten die Lippen und die Zunge passiert. Immerhin sind wir bei der Zubereitung der sonntäglichen Nachspeise schon selbst verantwortlich, vor allem dann, wenn uns das „Zepter“ für den Bereich Küche verliehen wurde. Es ist ja nichts gegen ein Verarbeiten der reichlich zur Verfügung stehenden exotischen Früchte einzuwenden. Hat diese Vorliebe aber ein Geringschätzen der einheimischen Beeren, die gerade in der Saison des Herbstes frisch und mit wenig Aufwand zu haben sind, zur Folge, dann wäre es ungemein schade für die Mühe, die sich der Schöpfer seit Menschengedenken angedeihen lässt, um uns das Lebensnotwendige im wahrsten Sinne zuwachsen zu lassen. Unser Immunsystem braucht zu jeder Jahreszeit eine gute und natürliche Unterstützung. Jetzt im Herbst wird diese vor allem durch die Hagebutten gewährleistet. Warum also in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah. Alternativ leben und kochen bedeutet mittlerweile auch, verstärkt auf das jahreszeitliche Angebot der uns unmittelbar umgebenden Natur zurückzugreifen. Ein angefügtes Rezept mag durchaus die Fantasie der Küchenkräfte anregen.

Creme aus Hagebutten:

Eine Menge von 500 g an Hagebutten wird in 1/4 Liter Wasser weichgekocht. Danach durch ein Haarsieb treiben und nochmals passieren, um die feinen Härchen der Samen wegzubringen. 3 Eigelb werden hierauf mit 150 g Honig, etwas geriebener unbehandelter Zitronenschale und ganz wenig Vanillepulver zu einer Creme aufgeschlagen. Einen Schluck Weißwein dazugeben und das fertige Hagebuttenmark darunterziehen. Die fertige Creme zum Schluss in Schlüsselchen füllen und mit ein wenig Schlagobers garnieren. Guten Appetit!

Hagebuttenzweig ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Varianten des Geschmackes

Kümmel dient auch als Gemüse

Irgendwann hat man sich von allem gleichsam abgegessen. Kinderaugen und vielmehr noch Kindergaumen können sich zwar noch vorstellen, täglich von Pizza, Schnitzel oder Pommes frites zu leben. Würde dieser Plan tatsächlich umgesetzt werden, gäbe es recht bald eine Ernüchterung im wahrsten Sinne des Wortes. Abwechslung tut auf jeden Fall gut. Das gilt nicht nur für die Wäsche sondern auch für das Drumherum der täglichen Mahlzeiten. Der Kümmel (Carum carvi) kann z. B. sehr viel dazu beitragen, dass das Würzen leicht fällt. Schaut man sich die kleinen Samenkörner dieses Doldenblütlers näher an, fühlt man sich ganz leicht an kleine Mondsicheln erinnert, die in einfacher Ausführung noch vor kurzem am abendlichen Himmel zu sehen waren. Jetzt hat der Himmelskörper bereits wieder an Fülle zugenommen, so dass ein wenig mehr Licht die Erdoberfläche des Nächtens erhellt. Bei einem gemütlichen Abendessen im Mondschein, das ich möglichst vielen samt der dazugehörigen Entspannung von der Arbeit wünsche, wird auch da und dort eine exzellent kreierte Speise kredenzt. Und da ist es meistens der Koch oder die Köchin, die Ungeahntes aus oft recht wenigen Zutaten komponieren können. Ja, und da kommt es eben auch aufs Würzen an, ob der Gast zufrieden ist. Oder man bringt etwas Neues auf den Tisch, das sonst kaum in selbst guten Restaurants angeboten wird. In diesem Zusammenhang darf ich darauf hinweisen, dass die Möglichkeit besteht, vom Kümmelgewächs nicht nur die Körner zu verwenden. Obwohl es auch einjährige Gartensorten des Echten Kümmels gibt, wächst dieses Gewürzkraut im Normalfall zweijährig, ehe es Samen abwirft.

Kümmelblätter als Gemüse:

Für ausgebildete Kochkräfte trage ich gewiss Eulen nach Athen. Dennoch möchte ich es nicht unversucht lassen, daran zu erinnern, die jungen Blätter im ersten Wuchsjahr des Kümmels als Gemüse zu nutzen. Aus der Blattrosette zupft man das frische Grün heraus und kann es z.B. Suppen, Salatmarinaden oder Eintopfgerichten beigeben. Nicht zerschneiden sondern nur zerreißen.

Kümmel ⓒ Flickr, Kari Pihlaviita