Den Darm stärken

Mit Echtem Labkraut

Liebe geht durch den Magen – so heißt es, wenn man irgendwo gut bekocht wird und zu Hause ebenfalls der Tisch immer reichlich mit äußerst guten Speisen gedeckt ist. Und so dürfen wir uns jetzt gerade zu den Feiertagen wohl kaum beklagen, was die Qualität und die Menge des Essens anbelangt. Die Folgen sind aber ebenso bedenkenswert. Das betrifft nicht nur eine allenthalben eintretende Erhöhung des Körpergewichtes bzw. die Zunahme des Bauchumfanges. Magen und Darm sind gleichermaßen von einem üppigen Nahrungsangebot betroffen. Das Echte Labkraut (Galium verum) zählt zu den Heilkräutern, die nicht ganz oben auf der Liste der Popularität in der praktischen häuslichen Verwendung stehen. Das tut aber der Tatsache noch keinen Abbruch, dass es sich hierbei um ein sehr nützliches Gewächs handelt. Kieselsäure, Gerbstoffe, Flavonoide und organische Säuren sowie ätherisches Öl zählen u. a. zu den Inhaltsstoffen der Pflanze. Sie blüht in einem herrlichen goldgelben Farbton und säumt im Hochsommer die Feldraine und die Ränder trockener Wiesenflächen. Hält man sich bei Sonnenschein in der Nähe des Labkrautes auf, so kann man mit der Nase einen honigartigen Duft feststellen, der von dessen Blüten ausgeht. Um nun die Vorteile des Heilgewächses auch für die eigene Gesundheit entgegennehmen zu können, ist es möglich, das Kraut auf verschiedene Weise aufzubereiten. Jetzt in der Winterszeit ist es wohl naheliegend, des Öfteren einen warmen Tee zu trinken, um sich so etwas Gutes zu tun. Vor den Mahlzeiten lässt sich dies sicher leicht ins zurechtgelegte Tagesprogramm einschieben. Damit stärkt man gleichzeitig die Tätigkeit des Magens und die Funktion des Darmes. Es ist gerade dieser Bereich des Körpers, der dafür sorgt, dass ein allgemeines Wohlbefinden aufrecht erhalten werden kann. Und dies geschieht zudem auf natürliche Art.

Tee regelmäßig trinken

Von getrocknetem und zerkleinertem blühenden Echten Labkraut nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter siedendem Wasser übergießen und dann 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Danach abseihen und auf Trinktemperatur abkühlen lassen. Den Tee 3mal pro Tag ca. 1/2 Stunde vor den Mahlzeiten trinken, um so die Wirkstoffe des Labkrautes dem Magen und Darm zur Unterstützung zukommen zu lassen. www.kraeuterpfarrer.at

Gelbes oder Echtes Labkraut (Galium verum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

Die Haut verwöhnen

Mit Stockrosen stärken

Zwischenzeit ist angesagt. Das Weihnachtsfest mit der Feier der Christnacht liegt bereits hinter uns und mit Spannung blicken wir einer Silvesternacht entgegen, die diesmal nur im Rahmen der momentanen Sicherheitsbestimmungen gestaltet werden kann. Sie wird daher ruhiger und besinnlicher ausfallen als sonst. Das ist meiner Meinung nach kein Schaden. Ganz im Gegenteil. Es hilft uns vielleicht, besser zu uns selbst zu finden und die Zeit als großes Geschenk neu zu erkennen. Sie lässt sich übrigens auch dafür nutzen, um die eigene Haut zu pflegen. Mit Stockrosen (Alcea rosea) haben wir ein natürliches Hilfsmittel zur Verfügung, das hierbei gute Dienste leisten kann. Die deutsche Bezeichnung dieser Pflanze ist ein wenig irreführend. Denn die Rosen in den Gärten oder in den Parks sind lediglich in der Form der Blüten unserer heutigen Heilpflanze ähnlich. Die Stockrose ist nämlich ein Malvengewächs. In den Blütenblättern sind neben schleimigen Substanzen auch Gerb- und Farbstoffe enthalten sowie ein wenig ätherisches Öl. Wie viele Arten der Malven eignet sich die prächtig blühende Schönheit, die einst vor allem gerne in Bauerngärten gezogen wurde, sehr gut dafür, um verschiedene Bereiche des Körpers zu unterstützen und im Falle eines Leidens auch zu begleiten. Das gilt im Übrigen ebenso für die Haut. Ist diese eher zart besaitet und neigt sie zu Entzündungen, dann ist es sicher wichtig, sich um diesen Umstand zu kümmern. In den alten Hausmitteln, die vor allem auf das zurückgreifen, was die Natur zu bieten hat, ist auch heute nach wie vor ein großer Schatz an Möglichkeiten der Pflege und der gesundheitlichen Vorsorge zu finden. Wenn es um die Haut geht, sind insbesondere Bäder eine probate Vorgangsweise, um deren gute Beschaffenheit zu fördern oder wiederherzustellen. Mit den Blüten der Stockrosen lässt sich hierfür ein Badezusatz aufbereiten.

Blütenblätter aufgießen

Von getrockneten und zerkleinerten Blütenblättern der Stockrosen nimmt man eine Menge von ca. 50 g. Mit 2 Liter kochendem Wasser übergießen und dann 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Zum Schluss abseihen und den Absud ins bereitgestellte Badewasser hineinleeren. 20 Minuten in der Wanne genüsslich baden, um so die gesamte Körperhaut zu stärken, sie widerstandsfähiger gegen Entzündungen zu machen und auch bei auftretenden Unreinheiten zu pflegen. www.kraeuterpfarrer.at

Stockrosenblüten und Wurzel (Alcea rosea) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

Für Leber und Galle

 

Andorn in Teeform

Heilkräuter sind gute Begleiter des täglichen Lebens. Denn wir dürfen auf sie zurückgreifen, um uns selbst etwas Gutes zu tun, ohne dabei irgendjemandem auf die Nerven zu gehen oder überhaupt die Sorge um die eigene Gesundheit komplett an medizinisches und pflegerisches Fachpersonal auszulagern. Da ist es doch viel besser, solange das möglich ist, persönliche Initiativen zu ergreifen. Dazu dient übrigens auch meine Kolumne, um täglich einen Anstoß dafür zu liefern. Heute soll mir der Gewöhnliche oder Weiße Andorn (Marrubium vulgare) dabei helfen. Wir können mit Fug und Recht behaupten, dass dieser Lippenblütler sehr wertvoll ist. Das liegt unter anderem daran, dass die Generationen lange vor uns dieses Kraut gepflegt, gehegt und verwendet haben, wie wir es antiken und mittelalterlichen Schriften und Überlieferungen entnehmen können. Die Inhaltsstoffe des gesundheitsfördernden Gewächses setzen sich vor allem aus Gerbstoffen, dem Bitterstoff Marrubin, ätherischem Öl und Flavonoiden zusammen. In seiner Wirkung kann der Weiße Andorn z. B. bei Atemwegsbeschwerden oder auch bei Verdauungsproblemen eine probate Hilfe darstellen. Heute möchte ich den Andorn besonders jenen anheimstellen, die etwas Konkretes unternehmen möchten, wenn es gilt, die Galle und die Leber in ihren wichtigen Funktionen zu unterstützen und zu stärken. Man sollte dann nicht davor zurückschrecken, mit dem Trinken des Tees einen bitteren Geschmack zu sich zu nehmen, denn das kann ein Indiz dafür darstellen, dass man das Richtige zu sich nimmt. Übrigens ist es ja zudem wichtig, auch für reichlich Flüssigkeit während des Tages zu sorgen. Das Aufgießen von Andorn-Kraut ist hierbei ein zusätzlicher Anreiz.

 

Aufguss mit Andorn

Von getrocknetem und zerkleinertem Kraut des Weißen Andorns nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und bloß 5 Minuten ziehen lassen. Dann abseihen und ungesüßt schluckweise trinken. Gerade bei Leber- und Gallenbeschwerden, aber auch bei geistiger und körperlicher Überanstrengung tut es gut, wenn man 3 bis 5 Tassen davon über den Tag verteilt zu sich nimmt. www.kraeuterpfarrer.at

Weißer Andorn (Marrubium vulgare) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

 

Den Magen streicheln

Mit ein wenig Pfefferminze

Nun geht es nach den Feiertagen wieder Richtung Arbeitswoche. Gewiss sind Schüler, Lehrer und Studenten im Ferienmodus und auch sonst geht alles ruhiger und gemächlicher weiter, nicht zuletzt aufgrund des erneut begonnenen Lockdowns. Gott gebe es, dass wir gut über die Runden kommen und vor allem gesund bleiben. Die Hilfen, die uns seitens der grünen Natur dafür zur Verfügung stehen, um uns zu stärken und zu festigen, sind zahlreich. Ich möchte heute mit meiner Leserschaft in Richtung Magen blicken und dabei die Pfefferminze (Mentha x piperita) zusätzlich in Betracht ziehen. Denn das gute Essen und Trinken der momentanen Phase von Weihnachten bis Neujahr steht nicht nur mit Wohlgeschmack und Genuss in Verbindung, sondern fordert den Verdauungsmuskel namens Magen ganz besonders heraus. Wir dürfen uns diesem Organ gegenüber sehr dankbar zeigen, weil es stets für uns da ist. Gerade die Magenschleimhaut ist darin aber eine sehr sensible Zone, die oft auch auf nervöse Anspannungen mit einem von uns empfundenen Unwohlsein reagieren kann. Darüber hinaus ist es nicht schlecht – egal, ob die Verdauung klaglos funktioniert oder eben nur eingeschränkt – ein paar Streicheleinheiten in Richtung Bauch zu schicken. Äußerlich lässt sich das mit den eigenen Handflächen vollziehen. Mit der Pfefferminze können wir aber eine adäquate Wertschätzung auf innerliche Weise zum Tragen kommen lassen. In dem Lippenblütler sind wertvolle Wirkstoffe enthalten, die sich u. a. aus ätherischem Öl mit Menthol, Gerb- und Bitterstoffen sowie unterschiedlichen Flavonoiden zusammensetzen. In der Regel kann damit der Magen bei nervöser Reizung ganz gut beruhigt werden. Das erweist sich wohl gerade nach Weihnachten als sehr hilfreich. In englischer Sprache formuliert möchte ich sagen: It’s tea-time!

Pfefferminze zwischendurch

Von getrockneten und zerkleinerten Blättern der Pfefferminze nimmt man 2 gestrichene Teelöffel voll. Diese Menge übergießt man mit 1/4 Liter siedendem Wasser, 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Dann abseihen und schluckweise trinken, ohne den Tee zu süßen. Gerade dann, wenn man bei sich selbst einen so genannten nervösen Magen registriert, erweist sich ein derartiger Genuss als unterstützend. www.kraeuterpfarrer.at

Pfefferminze (Mentha piperita) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Für eine gelöste Stimmung

Dem Leib Rosen streuen

Allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest! Nach dem Hl. Abend dürfen wir nun heute den Tag genießen, denn es ist Zeit zum Feiern und zum Entspannen. Trotz aller Umstände, die uns die momentane Zeit einräumt, dürfen wir der Freude Vorrang geben. Denn die Geburt Christi ist schließlich für die ganze Erdenbürgerschaft ein Grund zur Hoffnung. Er hat in göttlicher Einmaligkeit unsere menschliche Natur angenommen und geheiligt. Und so dürfen wir uns selbst erneut als Geschenk annehmen. Aus diesem Anlass möchte ich dazu einladen, Rosen (Rosa) ganz bewusst zu verwenden, um dem Leib und der dazugehörigen Seele eine dankbare Beachtung zu schenken. Die Kulturrose ist seit antiken Zeiten eine Pflanze, deren Blüten in ihrer Schönheit dazu dienen, um jemandem eine hohe Wertschätzung zu bekunden.  Doch fällt von diesem Symbol auch ein heilender Wert ab, der ebenso ins Kalkül gezogen werden sollte. Daher dürfen wir zudem auf die Inhaltsstoffe der Blütenblätter schauen. Gerbstoffe und ätherisches Öl sind die Hauptkomponenten in der Reihe ihrer Wirksubstanzen. Von dieser Wuchsdroge geht also ein adstringierender Effekt aus, der sich einerseits förderlich auf die Verdauung auswirken kann und darüber hinaus dem Nervensystem gut tut. Außerdem besitzen die Rosenblüten eine schmerzlindernde Kraft. Nutzen wir also das hohe Fest zusammen mit den Gaben der Schöpfung dafür, dass wir bewusst auf uns selbst schauen. Es gilt nämlich Kräfte zu sammeln, um auch in den kommenden Zeiten all das zu meistern, was auf uns zukommt. Schön, dass es die Rosen gibt, die mithelfen können, Leib und Seele baumeln zu lassen und dabei das Menschsein als eine große Chance zu entdecken, um auf dieser Welt am Aufbau des Guten mitzuwirken. Heilkräuter sind u. a. dazu da, um uns gerade dabei zu helfen,

Hausmittel Rosenwein

Von getrockneten und zerkleinerten Rosen-Blütenblättern – vorzüglich die Kronblätter der roten Rosensorten – nimmt man 1 Esslöffel voll. Mit 1/4 Liter gutem Rotwein übergießen und kurz aufkochen. Dann 15 Minuten lang zugedeckt ziehen lassen. Abseihen und schluckweise zu sich nehmen. Das ist eine ausgezeichnete Hilfe, um nach hektischen und angespannten Zeiten zu Ruhe und Entspannung zu finden. Kann auch mithelfen, Unterleibsschmerzen zu lindern. www.kraeuterpfarrer.at

Rote Rose (Rosa) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Dem Kind zuliebe

Frauenmantel zur Stärkung 

Der Heilige Abend richtet den Blick auf die Krippe. In einer schier unfassbaren Zahl regionaler und internationaler Varianten wird das Geschehen rund um die Geburt Christi dargestellt und gleichzeitig interpretiert. Und sie sollte in keinem christlichen Haushalt fehlen. Das Zentrum der Weihnachtsszene bildet das kleine Kind in der Krippe, um das sich herum alles andere gruppiert. Maria und Josef gehören genauso dazu wie Ochs und Esel, die Hirten sind kaum wegzudenken, noch weniger die Engel. Im Geiste möchte ich ein weiteres Element mit meiner Kolumne hinzufügen. Es ist eher unscheinbar und macht nicht viel Aufsehen. Gemeiner Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) ist sein Name, ein zur Familie der Rosengewächse zählendes Heilkraut. Der Grund, warum ich es in die Nähe der Krippe rücken möchte, ist sein Nutzen, der schon für die ganz jungen Erdenbürger zur Anwendung gebracht werden kann. Im Frauenmantel sind nämlich Gerbstoffe, Saponine und andere Substanzen enthalten, die der Mensch schon lange zu nutzen wusste. In verschiedensten Belangen stellt diese Pflanze eine Unterstützung für mannigfaltige Bereiche der Physis dar. So kann man z. B. den Vorgang der Verdauung fördern, indem man das Kraut aufgießt und einen Tee davon trinkt. Die Babies hingegen haben den Vorzug, vor allem über die Muttermilch oder das wohl zubereitete Fläschchen alles Lebensnotwendige für die erste Phase ihres irdischen Daseins zu erhalten. Der Frauenmantel ist in diesem Fall eher dafür gedacht, dass er auf der Haut und über dieselbe seine gute Wirkung entfaltet. Die besteht darin, die äußerst feine Schutzschicht der Neugeborenen selbst widerstandsfähiger zu machen und darüber hinaus auch noch das Wachstum des Muskelapparates der Kleinsten zu stärken. Das neugeborene Christuskind möge alle, Groß und Klein, behüten!

Das Heranwachsen unterstützen

Ein mildes Kräuterbad für Kleinkinder ist sicher eine gute Möglichkeit, mit pflanzlich natürlicher Art dem Wohl der Neugeborenen zu dienen. 5 Esslöffel voll von getrockneten und zerkleinerten Blättern des Frauenmantels übergießt man mit 1 Liter siedendem Wasser und lässt dies 15 Minuten zugedeckt ziehen. Dann abseihen und zum Badewasser, das für die Sprösslinge angerichtet ist, hinzugießen. Dieses wohltemperierte Bad kann man – sofern keine Unverträglichkeit vorliegt – in regelmäßigen Abständen von 3 bis 4 Tagen durchführen, um den Muskelapparat des Kindes zu stärken. www.kraeuterpfarrer.at

Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Zur Ruhe kommen

Hopfen und Kamille für den Magen

Das Ziel ist bald erreicht. Der Weihnachtsabend ist schon in greifbarer Nähe. Wir haben vielleicht noch den einen oder anderen offenen Wunsch, den wir in Richtung Christkind schicken möchten. Doch ist es dafür schon ein wenig spät. Dazu kommt womöglich noch, dass sich die Pläne der letzten Tage und Wochen nicht haben umsetzen lassen. Zudem erhöht die Anspannung vor dem Hl. Abend die Möglichkeit, sich über irgendetwas oder gar jemanden zu ärgern. Im Hopfen (Humulus lupulus) und in der Kamille (Matricaria chamomilla) finden sich jedoch Hilfen, die zwar nicht im Handumdrehen ein Wunder wirken, aber durchaus ein probate Hilfe darstellen, um dem Zorn und der Verdrossenheit möglichst wenig Platz zu bieten. Der Hopfen ist ein Hanfgewächs, das schon seit vielen Jahrhunderten von menschlicher Hand kultiviert und verwendet wird. Das bezieht sich nicht bloß auf das Brauen von Bier, wie man meinen mag. Die Bitter- und Gerbstoffe der weiblichen Blütenzapfen dieser Pflanze sind auch dazu geeignet, um der Verdauung eine Unterstützung zu liefern, die ja besonders in Zeiten des Ärgers sensibel reagieren kann. Die Kamille wiederum besitzt mit ihrem ätherischen Öl, den Schleimstoffen und den Flavonoiden eine beruhigende und entzündungshemmende Kraft. Um nun einem durch negative psychische Regungen beeinträchtigten Verdauungstrakt eine Wohltat zu gönnen, ist es nicht schlecht, nach den Heilpflanzen zu greifen und diese aufzubereiten. Dazu braucht es nicht viel an Mühe. Mit einer Tasse Tee lässt sich schon einiges bewirken. Das sollte man trotz der Geschäftigkeit vor Weihnachten nicht vergessen. Und vor allem noch ein Tipp: ärgern Sie sich nicht dort, wo es gar nicht nötig ist. Das dient der Gesundheit am besten.

Tee für Magen und Gemüt 

Von getrockneten und zerkleinerten Hopfen- und Kamillenblüten, die man zu gleichen Teilen abmischt, nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Dann abseihen, mit ein wenig Honig süßen und schluckweise trinken. Das tut dem Verdauungstrakt gut, wenn dieser womöglich unter Ärger oder einer schlechten Stimmung leidet. Es verhilft außerdem dazu, sich selber wieder milder stimmen zu lassen. www.kraeuterpfarrer.at

Hopfen (Humulus lupulus) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Einreibung für die Gelenke

Quendel in Alkohol ansetzen

Standhaftigkeit ist eine gute Tugend. Diese Fähigkeit darf man meines Erachtens nicht mit Sturheit oder gar geistiger Unbeweglichkeit verwechseln. Denn dann würde es nicht dazu dienen, die Menschlichkeit in ihrer von Gott her gedachten Güte zum Vorschein zu bringen, sondern eher die Kehrseite dessen zu demonstrieren. Aber bleiben wir beim Positiven, das uns in den gegenwärtigen Zeiten Stütze und Ausdauer sein möge. Das kann ich auch an etlichen Pflanzen ablesen. Der Quendel (Thymus serpyllum) ist dafür sicher gut geeignet. Dort, wo er wächst, zeigt er sich als dauerhafter Beschützer des unter ihm liegenden Bodens. Selbst im Winter, da sich im Flachland dann und wann eine Schneedecke bilden kann, bringt ihn das nicht dazu, sich vollends zurückzuziehen. Er wächst zwar nicht hoch, was ihm in diesem Falle aber nur zum Vorteil gereicht. Seine Inhaltsstoffe sind vor allem ätherisches Öl, Thymol, Flavonoide und Bitterstoffe. Diese wildwachsende Form des Thymians wird gerne verwendet, um bei Erkrankungen der Atemwege denselben dienlich zu sein und ihnen wieder mehr Kraft zu verleihen. Es ist aber auch möglich, mit diesem Heilgewächs die Gliedmaßen und die Muskeln zu unterstützen. Gewiss wird man den Quendel dann auf eine äußerliche Art anwenden und so zum Begleiten von mancherlei Beschwerden heranziehen. Beim Sport, bei Bewegung im Freien und leider auch im eigenen Haushalt bleibt es nicht aus, dass man sich bei einer ungeschickten Bewegung verletzt, sich eine Zerrung zuzieht oder die Gelenke zu schmerzen beginnen. Da ist es gar nicht schlecht, ein gutes und effektives Hausmittel an der Hand zu haben, um eine gewünschte Linderung der auftretenden Schmerzen zu erzielen. Am besten ist es alsdann, einen Ansatz mit Quendel in Reserve zu haben.

Linderndes Hausmittel 

Von getrocknetem und zerkleinertem blühenden Kraut des Quendels nimmt man ca. 50 g. Diese Menge setzt man zusammen mit 1 Esslöffel voll zerkleinerter biologischer Zitronenschale in 1 Liter qualitätsvollem Obstbrand 10 Tage lang an einem sonnigen Fensterplatz an. Dabei bleibt das dafür nötige Glasgefäß verschlossen. Öfters gut durchschütteln. Dann am besten in den Keller stellen und noch 2 Monate ruhen lassen. Zum Schluss abseihen, filtrieren und abfüllen. Das Ergebnis kann man dazu verwenden, um sich nach Zerrungen und leichten Verletzungen die Gliedmaßen und die Muskelpartien damit einzureiben. www.kraeuterpfarrer.at

Quendel oder Wilder Thymian (Thymus serpyllum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Für den ganzen Leib

Mädesüß auf der Haut 

Die Gesundheit ist ein hohes Gut! Wir wünschen und vergönnen sie unseren Mitmenschen, denen wir gerade in diesen Tagen das Beste zudenken. Es ist gleichzeitig auch ein Faktum, dass es unsere persönliche Aufgabe ist, die Verantwortung für die intakte physische und psychische Verfasstheit selbst in die Hand zu nehmen. Das können wir tun, indem wir den Körper und den Geist nach Kräften unterstützen und ihnen all das zukommen lassen, was einer rechten Sorge um das eigene Wohl gerecht wird. Die gottgegebenen Pflanzen sind hierbei eine ganz wertvolle Hilfe. Zu ihnen zählt auch das Mädesüß (Filipendula ulmaria). Dieses zur botanischen Familie der Rosengewächse zählende Heilkraut ist oft zahlreich an Böschungen entlang der Ufer von Bächen, Flüssen und Teichen zu entdecken. Gleichzeitig wächst es gerne auf feuchten Zonen der Wiesen. Das Mädesüß enthält einen hohen Anteil an Salicylsäureverbindungen und Flavonoiden. Sein äußerst charakteristisches Aroma dient dazu, um den Geschmack zum Würzen und Anreichern von Getränken zu nutzen. Das Gewächs bringt aber noch mehr Nutzen für die gesamte Physis. Dabei kann man verschiedene gesundheitliche Anliegen in Betracht ziehen. Bei vorübergehend auftretenden Kopfschmerzen ist es möglich, das Mädesüß als Unterstützung anzuwenden. Eine empfindliche Haut kann zudem eine Stärkung erfahren, wenn es mit dem Gewächs in Berührung kommt. Darüber hinaus ist es klug, falls man gerade dabei ist, konkrete Schritte in Richtung der Reduktion des Körpergewichtes zu setzen, ebenfalls eine pflanzliche Begleitung in Anspruch zu nehmen. All diese Aspekte kann man in einem einfachen Hausmittel zusammenfassen, das in der Tradition der Kräuterpfarrer als mögliche Maßnahme überliefert ist und somit auch weitergegeben werden kann. Es ist ein Badezusatz, der zum eigenen Wohl infrage kommen kann.

Badezusatz Mädesüß 

Ein getrocknetes Gemisch von Blättern und Blüten des Mädesüß (ca. 100 g) wird mit 3 Liter kaltem Wasser übergossen. Dann kurz aufkochen und 20 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Danach abseihen und ins Badewasser leeren. 15 Minuten lang in der Wanne darin baden. Dieses Kräuterbad hat eine stärkende und zugleich lindernde Wirkung, etwa im Hinblick auf Kopfschmerzen. Es kann auch begleitend in Zeiten des bewussten Abnehmens durchgeführt werden. www.kraeuterpfarrer.at

Mädesüß oder Wiesenkönigin (Filipendula ulmaria) ⓒ Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Wohltat für den Bauch

Zwetschken in gedörrter Form 

Am Adventkranz und auf ähnlichen zeitgemäßen Gestecken brennt nun schon die vierte Kerze. Die Tage, die dem Hl. Abend vorgehen, sind bereits gezählt und nun dauert es nicht mehr lange, bis nach der Hektik der Vorbereitungen eine angenehme Ruhe eintreten wird, die einzig und allein der Feier der Weihnacht gilt. Bei vielen geht es dann ans Auspacken und Auskosten. Das Letztere hält hoffentlich so manch Althergebrachtes für uns parat. Die gedörrten Zwetschken – auch Pflaumen genannt – zählen z. B. zu dem Angebot, das eben vor allem die Advents- und Weihnachtszeit für uns bereithält. Vielleicht ist es ganz gut, den Hang zum Naschen bei Jung und Alt dahingehend zu dirigieren, vermehrt auf getrocknetes Obst zurückzugreifen, das im Übrigen einen hohen Anteil an Ballaststoffen nebst Vitaminen und Mineralsubstanzen für uns bereithält. Doch schauen wir diesmal auf den gesamten Verdauungstrakt. Es ist die Tätigkeit des Darmes, die genauso eines guten Gleichgewichtes bedarf, wenn es im Bauch zu keinen Unannehmlichkeiten kommen soll. Ein Zu-schnell ist genauso wenig von Nutzen wie eben auch eine Trägheit im Hinblick auf die Verarbeitung der aufgenommenen Nahrung. Leider gibt es nicht wenige, die über einen trägen Darm oder einen harten Stuhlgang klagen. Mit dem Konsum gedörrten Obstes und im Speziellen der dafür aufbereiteten Zwetschken kann jedoch eine Abhilfe geschaffen werden. Es hat schon etwas für sich, wenn man gerade früher vermehrt die Trockenfrüchte in der Winterszeit zu sich genommen hat. Denn eine gut arbeitende Verdauung sorgt auch dafür, dass man sich im Allgemeinen wohl und vital fühlt. In dieser Hinsicht darf man also ruhig vermehrt auf den Bauch schauen.

Ansatz mit Dörrpflaumen

Bei Verstopfung bzw. bei Darmträgheit ist es klug, vermehrt auf Obst zurückzugreifen. Ein Hausmittel, das die Verdauung wieder in Schwung bringt, wird folgendermaßen durchgeführt: 10 bis 12 entkernte Dörrpflaumen werden mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergossen. Die ganze Nacht zugedeckt stehen lassen. Morgens nimmt man das Ganze mitsamt der Flüssigkeit löffelweise zu sich. Somit gelangt eine schleimige Ballaststoffmasse in den Darm, dessen Tätigkeit dadurch unterstützt wird. www.kraeuterpfarrer.at

Dörrpflaumen © istockphoto.com/dionisvero