Ein Kraut vom Feld

Buchweizen für die Haut

Obwohl der Herbst ins Land zieht, soll die Erde schnell noch einmal grün werden. Dies wird nicht so sehr angestrebt, weil vielleicht der eine oder andere Regenguss die vielerorts vorherrschende Dürre ein wenig zum Guten wenden konnte. Vielmehr geht es hierbei um den Ackerboden, der nach einer Zeit des Fruchtens und der darauf erfolgten Ernte wieder mit dem notwendigen Dünger angereichert werden soll. Einige Pflanzenarten kommen dafür infrage. Zu ihnen zählt auch der Buchweizen (Fagopyrum esculentum). Vielen wird dieses Knöterichgewächs wohl nur von so mancher Packung aus dem Reformladen bekannt sein, in dem sich die Körner dieses Krautes befinden. Buchweizen stellt nämlich eine verträgliche Alternative zu den herkömmlichen glutenhaltigen Getreidesorten dar und kann ebenfalls zu einem Mehl zerrieben werden. In manchen Kochbüchern wird man fündig, um die mannigfaltige Verwendung desselben in der Küche selbst ausprobieren zu können. Ein Aspekt tritt dabei in den Hintergrund, den ich hier aber erneut beleuchten möchte. Es geht mir um die grünen blühenden Pflanzenteile des Buchweizens. Zusätzlich möchte ich die Probleme auf der Haut aufs Tablett bringen, mit denen sich gar nicht so wenige auseinanderzusetzen haben. Da klagen manche unter einem Körperjucken, das äußerst lästig sein kann. Ein medizinischer Fachbegriff hierfür ist z. B. Pruritus. Die Ursachen für dieses Symptom können sichtbar sein oder auch mit organischen Schwächen im Inneren des Körpers in Verbindung stehen. Ein weiteres Thema sind Krampfadernschmerzen, die ebenfalls den Wunsch nach einer Besserung wachrufen. All das dürfen wir mit dem Kraut des Buchweizens kurzschließen und bei Bedarf auch begleiten.

Buchweizenkraut aufgießen

Das zu Beginn der Blüte abgeschnittene Kraut des Buchweizens wird sorgfältig getrocknet und zerkleinert. Davon nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt es mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten ziehen lassen und dann abseihen. Eine Zeitlang jeweils 2 Tassen davon pro Tag trinken. Das kann sich als nützlich herausstellen, wenn man Probleme mit der Haut hat, die sich in einem Juckreiz oder einer übermäßigen Schuppenbildung äußern.

Buchweizen (Fagopyrum esculentum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Essen und Hören

Apfelspalten verbinden beides

Gewiss ist es nun an der Zeit, das heuer besonders reichlich vorhandene Obst ganz frisch zu genießen. Das früher in jedem Haushalt übliche Einlagern der Früchte wie etwa Birnen oder Äpfel wird allein schon aufgrund des Fehlens geeigneter kühler Räume kaum mehr gepflegt. Die Obstbauern besitzen dafür ohnehin eigens installierte und technisch gut ausgerüstete Lagerkapazitäten. Aber, um beim Apfel zu bleiben, ist es angebracht, einen Blick in die naheliegende Zukunft zu tun. Wenn also die begehrte und äußerst gesundheitsfördernde Frucht nicht in einem kühlen Kellerregal landen kann, dann gibt es wohl auch eine Alternative zu deren Haltbarmachung. Diese besteht darin, den essbaren Teil des Apfels aufzuschneiden und sorgsam zu trocknen. Dazu möchte ich das Grundsätzliche wieder in Erinnerung rufen, das mit dem Genuss des heimischen Obstes in Verbindung steht. Natürlich sei hier die Zufuhr an lebenswichtigen Vitaminen erwähnt, die für eine vitale Lebensführung unverzichtbar ist. Dazu kommen noch die vielen Ballaststoffe und Pektine, die der Magen- und Darmtätigkeit wertvolle Animationen liefern können. Und wenn wir uns momentan in der Schöpfungszeit befinden, die von den christlichen Kirchen zwischen dem 1. September und dem 4. Oktober weltweit begangen wird, dann ist ein CO2-Ausstoß, der im Hinblick auf den Transport der heimischen Früchte gegenüber tropischen Spezialitäten zu vernachlässigen ist, ein ganz starkes Argument mehr, um den Äpfeln im Alltag den Vorzug zu geben und das Kaufen von Bananen, Ananas und Co kritisch zu überdenken. Getrocknete Apfelspalten wirken sich übrigens auf mehrere physische Bereiche positiv aus.

Kaumittel bei Wanderungen

Ist man per pedes unterwegs, um einen Fußmarsch durchzuführen, kann man die Bewegung gleichzeitig mit einem gesunden Genuss verbinden. Dabei werden getrocknete Apfelspalten gut durchgekaut. Das hat zur Folge, dass sich nicht nur die gesamte Drüsentätigkeit des Körpers steigert, sondern ebenso die Durchblutung des Gehörtrakts vermehrt wird. Das unterstützt nebenbei auch den Gleichgewichtssinn.

2 Äpfel und Apfelhälfte ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Frische im Gesicht

Thymian vertreibt die Müdigkeit

Wie gut haben Sie in der letzten Nacht geschlafen? War es ein tiefes Hinuntersinken in den natürlichen Ruheprozess, wo sich Körper und Geist regenerieren konnten? Oder war der Schlaf eher seicht und oder gar nur zeitweise möglich? Es ist wohl allen klar, dass es ohne ein regelmäßiges Loslassen von Schaffen, Denken und Leisten nun einmal nicht geht, wirklich gut zu leben. Und dennoch ist es auch wieder schön, voll präsent zu sein, um das Tagewerk zu verrichten. Da es manchmal aber nicht so einfach zu sein scheint, in den Morgen einzusteigen, sollten wir die Kräuter wie z. B. den Thymian (Thymus vulgaris) in diesem Zusammenhang nicht vergessen. Dieser ist uns von seinem Aroma her wohl bekannt. Es ist von großem Vorteil, diesem Lippenblütler im eigenen Garten einen fixen Platz einzuräumen. Dann hat man ihn parat, um mit seinen Triebspitzen und Blättern das eine oder andere Gericht zu würzen. Salate können damit ebenso geschmacklich aufgebessert werden. Andererseits wird man den Thymian verwenden, um die Atemwege zu pflegen, die sehr leicht unter einer Erkältung leiden können. Das wird mit der einsetzenden kühleren Jahreszeit vermehrt vorkommen. Doch heute möchte ich das Augenmerk in eine andere Richtung lenken. Wie schon eingangs bedacht, ist es vielen von uns ein Anliegen, die Müdigkeit nach einer Schlafphase zu vertreiben. Dies kann uns regelrecht ins Gesicht geschrieben sein. Kein Wunder, wenn dann diejenigen, die uns sehen, fragen: Wie siehst denn du heute wieder drein? Thymian sorgt unter anderem dafür, dass die Blutzirkulation gut in die Gänge kommt. Dieser Umstand darf auch auf dem eigenen Gesicht zum Tragen kommen.

Thymiantee für die Haut

Von getrockneten und zerkleinerten blühenden Triebspitzen des Thymians nimmt man 5 Esslöffel voll und übergießt diese mit 1 Liter kochendem Wasser. Zugedeckt so lange ziehen lassen, bis eine lauwarme Temperatur erreicht wird. Danach abseihen und mit der Flüssigkeit das Gesicht am Morgen nach dem Aufstehen gründlich abwaschen. Das begünstigt die Durchblutung der Gesichtshaut und hilft mit, frischer in den Tag zu gehen.

Echter Thymian oder Gartenthymian (Thymus vulgaris) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Zahnpflege mit Pflanzen

Die Weide kann helfen

In unserer gefeierten und gestalteten Lebenskultur spielen spezielle Gewächse seit jeher eine wichtige Rolle. Denken wir nur an den Christbaum, der z. B. aus der Weihnachtszeit nicht mehr wegzudenken ist. Zu erhebenden und romantischen Momenten gehören Rosen unbedingt dazu. Und am Palmsonntag sind es die Weiden (Salix), die anscheinend den Ton angeben. Mit ihren Blütenkätzchen werden sie in die Kirchen getragen, gesegnet und zu Hause an einem heiligen Ort das ganze Jahr über aufbewahrt. Andernorts dienen sie einfach der österlichen Dekoration. Wie auch immer: die Aufmerksamkeit haben die Weiden auch im Rest des Jahres verdient. Sie sind ja wahre Siedlungsbegleiter. Denn dort, wo Flüsse und Bäche ihre Bahnen ziehen, haben in der Folge die Menschen ihre Bleibe errichtet und schließlich Städte und Dörfer gebaut. Das Wasser liebt ebenso die Weide und gedeiht besonders gut an feuchten Standorten. Sehr früh wurde bereits erkannt, dass die Weide mehr ist als nur Schmuck. In der traditionellen Naturheilkunde kam diese Pflanze schon über Jahrhunderte zum Einsatz, um ihre entzündungshemmenden und schmerzstillenden Eigenschaften nutzbringend anzuwenden. Der Grund hierfür liegt in den Salizylsäureverbindungen, die sich in den einzelnen Teilen der Weide vorfinden. In der Sorge um unsere Zähne und um deren guten Zustand hält ja die Schatzkammer von Mutter Natur einiges bereits, um uns dabei konkret weiterzuhelfen. Für meinen heutigen Tipp spielt das grüne Kleid der Blätter der Weiden eine Rolle. Es ist ganz einfach, sich derer zu bedienen, bis dann der Herbst voranschreitet und sich die Bäume für die Winterruhe rüsten. Und die eigenen Zähne sollten es uns wert sein, öfter eine Unterstützung zu erfahren.

Weidenblätter kauen

Von der Salweide, der Bruchweide und der Korbweide kann man vom Frühjahr bis zum späten Herbst pro Tag ein bis zwei grüne Blätter von den Zweigen zupfen und sie in den Mund nehmen. Eine Weile gut durchkauen und dann wieder ausspucken. Das trägt dazu bei, dass sowohl die Zähne selbst als auch das Zahnfleisch in einem guten Zustand bleiben und somit weniger anfällig für die uns allen nur zu gut bekannten Schwächezustände sind, die der Behandlung durch den Zahnarzt bedürfen.

Weidenzweig mit Blättern und Blüten ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Salbei für den Kopf

Den Haarboden festigen

Kräutern darf man ruhig mit allen Sinnen begegnen. Wenn nun die Schulzeit wieder ihren Lauf beginnt, ist es meiner Meinung nach sinnvoll, die Akademiker, Berufstätigen und alle bereits im Ruhestand Befindlichen daran zu erinnern, sich nicht mit dem Erlernten und bisher Angeeigneten zufrieden zu geben. Immerhin hält ein waches Interesse die Tür für je Neues offen. Den Salbei (Salvia officinalis) meint man ohnehin zu kennen. Doch vom bloßen Hinschauen wird man nicht klüger oder wissender werden. Es bedarf also der Erfahrung, um sich ein besseres Bild von einer Heilpflanze machen zu können. Beim Salbei braucht man überdies keine Bedenken zu hegen, sich mit giftigen Substanzen auseinandersetzen zu müssen, sofern man maßvoll mit ihm umgeht und keine Allergie gegenüber diesem Lippenblütler aufweist. So kann man ein Blatt von einem Salbeistöckel im Garten abzupfen, um es zwischen den Fingern zu zerreiben. Das Aroma bleibt dann auf der Haut haften und es kann von dort mit der Nase aufgesogen werden. Darüber hinaus ist es möglich, ein Blättchen im Mund zu zerkauen. Das bringt gleich eine Erfrischung des Atems mit sich und tut auch der Verdauung gut, die mit dem geschluckten Speichel die ätherischen Öle des Salbeis geliefert bekommt. Am besten wird es sein, den Salbei aufzubereiten. Wenige wissen wohl, dass auch die Kopfhaut und die darauf sitzenden Haare sich ein sprichwörtliches Scheibchen vom Salbei abschneiden können. Die Inhaltsstoffe des Salbeis besitzen generell eine zusammenziehende und entzündungshemmende Wirkung. Diese lässt sich eben auch auf die Oberfläche des Kopfes einbringen, um gerade dort eine Festigung und Regeneration zu bewirken.

Dem Haarausfall entgegensteuern

100 g Salbeiblätter setzt man in 1 Liter hochprozentigen (96 %) Alkohol 14 Tage lang an. Dann abseihen. Den Rückstand mit 1 Liter abgekochtem und ausgekühltem Wasser 3 Stunden lang ausziehen lassen. Danach abseihen und beide Flüssigkeiten miteinander vermischen. In kleine Fläschchen abfüllen. Die Kopfhaut öfter damit einmassieren, um einem Haarausfall entgegenzuwirken.

Salbei blühend (Salvia officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Bitterkeit auf der Haut

Kalmus härtet ab und beruhigt

Die Herbstzeit bietet sich an, um eine Wanderung durchzuführen. Die Temperaturen sind bereits gemäßigter und so lange es noch geht, darf man dem Leib etwas Gutes tun, indem man sich vermehrt bewegt. Schaut man dabei auf die Pflanzen, meint man folgerichtig, dass diese aufgrund ihrer Verwurzelung im Boden im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke bleiben. Doch trifft das nur in einer gewissen Weise zu. Nehmen wir einmal den Kalmus (Acorus calamus) her. Dieses wasserliebende Sumpfgewächs war zunächst nur in Asien heimisch, wurde aber spätestens im 16. Jahrhundert bereits in Europa heimisch. Als „Taxi“ für diesen Transfer diente natürlich der Mensch, der die Pflanze über den Handel hierzulande kennen und schätzen lernte und folglich auch anpflanzte. Alles Weitere erledigte der Kalmus von alleine. Warum man den Kalmus für wertvoll erachtete, ist leicht erklärt: die Bitterstoffe, die sich vor allem in seiner Wurzel befinden, können genutzt werden, um das Heilsame daraus für die eigene Gesundheit abzuschöpfen. Nun wird gleich das Argument eingebracht werden, dass dies dem Gaumen wohl keine Freude bereitet. Gottlob gibt es auch andere Möglichkeiten, den Kalmus vor allem dafür heranzuziehen, um den Körper in der nächsten Zeit abzuhärten und in einem Aufwaschen auch der Haut eine stärkende Unterstützung angedeihen zu lassen. Dort befinden sich zwar Schweiß- und Talgdrüsen, aber sicher keine Geschmacksnerven. Apropos Nerven: dieses empfindliche direktive Sensorium mag es auch, wenn der Kalmus zum Einsatz kommt. Grund genug, um diese Heilpflanze gleich praktisch aufzubereiten und anzuwenden.

Badezusatz mit Kalmus

80 g von getrockneten grob geschnittenen Kalmuswurzeln werden vorerst in 2 Liter kaltem Wasser 1 Stunde lang angesetzt. Danach einmal kurz aufkochen und abseihen. Die gewonnene Flüssigkeit in die bereits mit warmem Wasser gefüllte Badewanne und den Zusatz extra in einem verschlossenen Stoffsackerl ins Badewasser legen. 15 Minuten darin baden und nach dem Heraussteigen entweder kalt abduschen oder kalt abreiben. Es erweist sich als klug, dieses Bad am Abend zu nehmen, um damit ebenfalls nervöse Schlafstörungen zu beheben.

Kalmuswurzel und Blütenstand (Acorus calamus) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Die grünen Schalen der Nüsse

Für einen Tee geeignet

Wenn sich nun das Wetter wieder einpendelt und temperaturmäßig Richtung Herbst neigt, so dürfen wir nach einem heißen und trockenen Sommer aufatmen. In der Hoffnung, dass damit unsere Heimat wiederum mehr Regen geschenkt bekommt, wo er monatelang gefehlt hat, sollten wir dennoch dankbar bleiben für das, was die Natur uns anbietet. In greifbarer Nähe befinden sich so gesehen die Beete des Gemüseanbaus und die Bäume in der Umgebung unserer Häuser. Die Walnuss (Juglans regia) wird ja seit Generationen in den klimatisch gemäßigten Regionen gerne in Gärten, Kellergassen und Alleen gesetzt, da mit ihrer Präsenz im Sommer ein kühlender Schatten und nun im Herbst die Ernte der Nüsse in Verbindung steht. Betrachtet man den Kern einer Walnussfrucht, so erinnert er in seiner Form an die des menschlichen Gehirns. Diese Entsprechung birgt in sich überraschender Weise die Tatsache, dass der Genuss der Walnüsse den Zellaufbau des Hirns und auch die Konzentrationsfähigkeit von unsereins unterstützen kann. Dazu sei ergänzend gesagt, dass es leider da und dort eine Allergie gibt, die es angeraten sein lässt, diese herbstlichen Freuden eher zu meiden. Der Walnussbaum hat jedoch noch mehr Materie zu bieten, die für die Pflege der Gesundheit unseres Leibes von Nutzen sein kann. Es handelt sich dabei z. B. um die grüne Schale, die den gesamten Nusskorpus umgibt und die zur Zeit der Reife derselben aufspringt. Beim Sammeln dieser Fruchthaut werden die Hände sehr leicht ganz braun gefärbt. Dagegen kann man sich jedoch recht einfach mit Gummihandschuhen schützen. Und es ist möglich, diese Schalen zu trocknen und in die eigene häusliche Pflanzenapotheke einzuordnen.

Aufguss mit Walnussschalen

Im herkömmlichen Heißaufgussverfahren kann man sich einen Tee zubereiten. 2 Teelöffel voll der zerkleinerten Schalen werden mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergossen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Trinkt man jeweils in der Früh und am Abend 1 Tasse jenes Tees, kann dies mithelfen, eine Schlaffheit der Verdauungsorgane zu verringern bzw. einen Ausheilungsprozess langwieriger Hautausschläge zu fördern.

Walnuss (Juglans regia) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Von den Füßen aufwärts

Erleichterung mit Birkenrinde

In der Beziehung zwischen den Pflanzen und uns als Vernunftbegabte gibt es mehr Verbindendes als Trennendes. Aber immer noch herrscht vielerorts die fragwürdige Meinung vor, dass es möglich wäre, mithilfe der Zivilisation eine eigene Welt aufzubauen, die uns Mutter Natur in großen Teilen ersetzen könnte. Doch angesichts der vielen guten Eigenschaften, die in den heilsamen Gewächsen stecken, erübrigt sich wohl die Neigung, sich vom belebten Kosmos loslösen zu wollen. Das möchte ich anhand der Birke (Betula pendula) aufzeigen. Bäume stehen genauso wie wir Menschen unter Stress. Verändert sich das Klima, so versuchen sie trotz höherer Temperaturen und geringerem Niederschlag zu überleben und sich den Gegebenheiten anzupassen. Das kostet Kraft und Energie. Es versteht sich von selbst, dass Bäume vor all dem nicht davonlaufen können. Und etliche bleiben bei diesem Überlebenskampf auf der Strecke, wie wir das alle an unzähligen dürren Exemplaren nach dem heurigen Sommer eindeutig ablesen können. Die Birken zählen zu den flexibleren Baumarten. Sie sind ihrem Wesen nach Pioniere. Dort, wo ein bracher Boden sich ausbreitet, können ihre kleinen Flugsamen Wurzel schlagen und einem neuen Baum Zukunft schenken. In der Naturheilkunde sind insbesondere die Wirkungen des Birkensaftes bekannt, die mithelfen, den Organismus und das Blut vor allem im Frühling zu reinigen und zu entschlacken. Ebenso kommen die Blätter des holzigen Gewächses gern in Teeform zum Einsatz, wobei auch Haut und Haar davon profitieren. Wie bei vielen anderen Bäumen kann man außerdem die Rinde der Birke verwenden. Dabei sollte man eine Anwendung zuunterst unseres Körpers durchführen.

Fußbad mit Zusatz

Von daumenstarken Birkenästen kann die schützende Außenschicht das ganze Jahr über abgeschält und getrocknet werden. Nach dem Zerkleinern derselben nimmt man 75 g und setzt diese in 1 Liter kaltem Wasser über Nacht an. Morgens kocht man den Ansatz kurz auf, seiht ihn ab und fügt ihn dem bereitgestellten warmen Wasser für ein Fußbad bei, das man am besten gleich nach dem Aufstehen durchführt. Diese Maßnahme trägt nicht nur etwas dazu bei, um die Schweißproduktion an den Füßen zu regulieren, sondern liefert gleichzeitig eine spürbare Unterstützung für das gesamte Wohlbefinden.

Birkenzweige mit Blättern und Blüten (Betula pendula) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Kräuter für die Schule

Tee zur Beruhigung und Stärkung

All jene, die ihre Schulausbildung seit Kurzem oder Langem hinter sich haben, sagen den Kindern und Jugendlichen am Ende der Ferien nur allzu leicht: Jetzt beginnt der Ernst des Lebens! Ob dieser Appell die Motivation unterstützt, konzentriert zu lernen und die nötigen Aufgaben zu machen, wage ich zu bezweifeln. Viel besser ist es da schon, das Interesse für das zu wecken, was vor einem liegt. Genauso wichtig ist es, den Bildungsprozess der Schüler persönlich menschlich zu begleiten. Kräuter wie Melisse, Fenchel, Kamille und Schlüsselblume können zu diesem Ansinnen ebenfalls etwas beitragen. Pflanzen sind meiner Meinung nach gute Lehrmeister, wenn es gilt, sich dem Leben mit allen seinen Facetten zu stellen. Denn immerhin bewältigen sie auf erstaunliche Weise die oft nicht einfachen Bedingungen ihres Standortes. Ein Mädchen oder ein Bub muss sich ja auch jeweils mit der Formung des Charakters und den eigenen Fähigkeiten auseinandersetzen. Da tut es gut, wenn dann die beruhigenden und ausgleichenden Wirkungen der Melisse zur Stelle sind. Die Verdauung sollte ebenso gut funktionieren, was durch den Fenchel unterstützt wird. Für die Vitaminzufuhr sorgen die Hagebutten und die getrockneten Schalen der Äpfel, die man auch aufbereiten kann. Die Schlüsselblumen und Erdbeerblätter wiederum schenken ein heiteres Gemüt, das notwendig ist, um bei Phasen der Anstrengung oder einem leistungsmäßigen Durchhänger nicht zusätzlich psychischen Schaden zu nehmen. So ist es nur recht und gut, den schulischen Alltag mit Kräutern zu begleiten. Eine Teemischung, die im Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein zu haben ist, fasst das alles praktisch zusammen.

Mischung „Zappel-Philipp“

Um den schulischen Alltag ausgeglichener und ruhiger bestreiten zu können, bietet eine eigene Teemischung gute Unterstützung. Melisse, Apfelschalen, Fenchel, Kamille, Hagebuttenfrüchte, Schlüsselblumen und Erdbeerblätter sind so zusammengestellt, dass durch diesen Tee, wenn man in der Früh und am Abend jeweils 1 Tasse davon trinkt, die Nerven gestärkt und der Organismus ausgeglichen wird. Ein idealer Tee für Kinder und Jugendliche. Die fertige Teemischung „Zappel-Philipp“ erhalten Sie im Kräuterpfarrer-Zentrum unter Tel. 02844 / 7070 – DW 11 od. 31, per E-Mail: bestellung@kraeuterpfarrer.at bzw. im Webshop.

Kräuterteemischung Zappel-Philipp ⓒ Kräuterpfarrer-Zentrum, Karlstein/Thaya





Unterstützung der Verdauung

Heidelbeeren eignen sich dafür

Buchstabiert man das Wort „Wald“ und formt mit den darin enthaltenen Initialen einen Satz, so kommt eine wichtige Bemerkung zustande: Wir alle leben davon! Wenn ich momentan die Katastrophe miterleben muss, da sich der Wirtschaftswald in meiner engeren Heimat aufgrund von Trockenheit und übermäßigen Borkenkäferbefall hektarweise zu verabschieden scheint, stellt sich die Frage, inwieweit ein Wald in Zukunft noch möglich sein wird. Ein Gewächs, das mit dem Wald in enger Beziehung steht, ist der Heidelbeerstrauch (Vaccinium myrtillus). Irgendwie gehört es seit meiner Kindheit dazu, dass man im Sommer die Forste aufsucht, um von dort nach mehr oder weniger mühevollem Pflücken die blaue fruchtige Pracht nach Hause holt und vom Saft über die Marmelade bis hin zum Kuchen alles daraus macht. Und eines steht wohl fest: der Genuss von Heidelbeeren erweist sich als äußerst gesundheitsfördernd. Im Austausch mit der Natur liefert uns gerade der Verzehr von frischem Obst und Gemüse das Nötige an Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen, die der Körper dringend braucht, um sich ständig zu erneuern und zu stabilisieren. Weitere Inhaltsstoffe der Heidelbeeren sorgen wiederum dafür, dass sich einige Organe im Falle einer Schwächung oder Erkrankung besser erholen und neu konstituieren können. So ist es nötig, eine Unterstützung in Beerenform ins Innere des Organismus zu schicken, um dort etwas Heilsames zu bewirken. Natürlich geht dies am einfachsten, wenn wir die tägliche Aufnahme von Nahrung über den Mund und die Speiseröhre dafür nutzen, um hierbei das Geeignete in den Verdauungstrakt zu befördern. Dabei sollten wir auf die Heidelbeeren nicht vergessen.

Frische Zwischenmahlzeit

Gerade dann, wenn jemand Probleme aufgrund von Darm- oder Gallenblasenleiden hat, kann es sich als sinnvoll herausstellen, frische Heidelbeeren zu sich zu nehmen. Dabei genügt es, 2 volle Esslöffel davon pro Tag zu sich zu nehmen. Die Heidelbeeren pflückt man natürlich nur an sauberen Standorten, am besten aus dem eigenen Garten. Um einen Erfolg zu erzielen, empfiehlt es sich, meine Empfehlung 14 Tage lang zu befolgen, sofern der behandelnde Arzt sich nicht dagegen ausspricht.

Heidelbeerstaude mit Früchten (Vaccinium myrtillus) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya