Heilsame Auflage

Die Brennnessel unterstützt die Drüsen

Oft ist man auf der Suche nach Menschen, mit denen man geplante Projekte umsetzen kann. Das Beste, was dabei zählt, sind Handschlagqualität, Hausverstand und Loyalität. Somit kann man derlei Zeitgenossen gut „gebrauchen“. Bei den Pflanzen ist es ebenso möglich, diese Kategorien als Maßstab zu verwenden und so zu entdecken, wie wertvoll das eine oder andere eher gering eingestufte Gewächs sein kann. Gewiss ist die Große Brennnessel (Urtica dioica) eine durchaus starke Pflanze, die sich sehr wohl an ihrem Standort zu behaupten weiß. Beim Umgraben des Gartenbodens, das im Herbst oder im nächsten Frühjahr wiederum angesagt sein kann, wird man an den verzweigten und starken Wurzeln der Brennnesseln ablesen können, dass es sich hier nicht unbedingt um einen floralen Duckmäuser handelt. In der Heilwirkung erweist sich das bewaffnete Kraut ebenfalls als stärkend und reinigend, als blutreinigend und stoffwechselanregend. So kann man also in diesen Anliegen getrost auf die Brennnessel zurückgreifen und ihre getrockneten Blätter in Form eines Tees aufbereiten und innerlich zur Anwendung bringen. Manchmal gilt es, durchaus heikle Aufgaben zu bewältigen. Und dazu benötigt man einen verlässlichen Partner, den die Brennnessel zu verkörpern weiß. Die Drüsen jedweder Art, die in unserem Leib für viele Prozesse und Abläufe verantwortlich sind, können sich genauso entzünden wie eben andere Bereiche der Physis auch. Liegen diese direkt unter der Hautoberfläche, ist es möglich, ihnen mithilfe der Brennnesseln eine Wohltat zukommen zu lassen. Zum Beispiel stellen die Achseln eine derart anfällige Zone dar.

Drüsenentzündungen mindern

Leidet jemand unter einer Entzündung der Drüsen in der Achselgegend, kann man mit Brennnesseln eine begleitende Anwendung durchführen. Dazu nimmt man 2 Esslöffel voll getrockneter und zerkleinerter Brennnesselblätter und übergießt sie mit lediglich 1/8 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Einen Wattebausch damit tränken, leicht ausdrücken und in ein Stück Leinenstoff gehüllt über Nacht an den betroffenen Stellen anbringen. Zusätzlich mit dem Blätterrückstand, den man mit heißem Wasser aufgießt, noch ein ableitendes Fußbad durchführen.

Brennessel ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Den Mund aufmachen

Heidelbeeren als Heilmittel

Entscheidungen sind gefragt. Wer etwas weiterbringen möchte im Leben, im Betrieb oder in der Familie, der wird als Verantwortlicher wohl nicht darum herumkommen. Das gehört eben einmal zu einer Leitungsaufgabe dazu. Wollen wir aber diesmal nicht so hoch greifen und schlicht beim Essen bleiben. Schon beim Frühstück stellt sich die Frage, was meinen Gaumen passieren soll. Manchmal steht eine große Auswahl am Tisch und es ist gar nicht leicht, manches gezielt auszuwählen. Heute entscheide ich mich einmal für die Heidelbeeren (Vaccinium myrtillus). Generell ist es gut und gesund, Obst, Beeren und Gemüse zu konsumieren. Damit werden gleichzeitig Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe in den Körper transportiert. Eine ausgewogene Ernährung ist ja nicht das Schlechteste. Doch kommen wir gerade beim Verzehr unserer täglichen Nahrung – egal zu welcher Tageszeit – drauf, dass es im Mund- und Rachenbereich nicht mit rechten Dingen zugeht. Genauer gesagt möchte ich damit die verschiedensten Entzündungen ansprechen, die dort in dem sensiblen physischen Bereich auftreten können. Die Ursachen hierfür können durchaus mannigfaltig sein und von einer Erkältung über einen bakteriellen Infekt bis hin zu einer Mangelerscheinung reichen. Da ist es dann wiederum wichtig, eine konkrete Entscheidung zu treffen, wie man diesem Übel am besten begegnen kann. Wie man aus der Erforschung der verschiedensten Heilkräuter und deren Wirkung auf unsere Gesundheit weiß, besitzen manche Pflanzen und Früchte u. a. auch eine antiseptische Komponente. Dies trifft ebenfalls auf die Heidelbeeren zu. Und somit ist es nur folgerichtig, in Verbindung mit diesen Gaben der heimischen Wälder ein hilfreiches Hausmittel anzuwenden. Wenn also Entzündungen auftreten, die sich im Mund oder im Rachen ansiedeln, können die Heidelbeeren dabei eine Unterstützung für die Betroffenen liefern.

Heidelbeeransatz

Um eine Substanz bereit zu haben, mit der man Entzündungen im Mund- oder Rachenbereich wieder zum Verschwinden zu bringen vermag, kann man einen Ansatz zum Auspinseln zubereiten. Getrocknete Heidelbeeren durch den Fleischwolf drehen und im Verhältnis 1 : 4 mit 70%-igem Alkohol 14 Tage ansetzen. Jeden Tag durchschütteln. Letztlich abseihen und mit bereits ausgekühltem abgekochten Wasser auf 30% verdünnen. Täglich zum Auspinseln verwenden.

Heidelbeerzweig mit Früchten ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Wie eine Munition

Mit Knoblauch den Blutdruck anvisieren

Die Kraft, die in den Heilpflanzen steckt, ist ein besonderes Geheimnis, das es immer wieder zu entdecken gilt. Seit Menschengedenken forschen viele nach den Heilwirkungen der Gewächse, nicht ohne mithilfe praktischer Erfahrungen die jeweiligen Ergebnisse an spätere Generationen zu überliefern. So dürfen wir auch ins Mittelalter zurückblicken, wo unter den Heilkundigen die Kirchenlehrerin Hildegard von Bingen besonders herausragt. Der Knoblauch (Allium sativum), um den sich heute meine Zeilen drehen, war auch für die Äbtissin aus Bingen ein äußerst wertvolles Gewächs. Nicht umsonst schrieb sie über ihn in ihrem Werk Physica: „Wenn der Knoblauch reif ist, ist er für Gesunde und Kranke gesünder zu essen als Lauch. Er soll jedoch maßvoll gegessen werden, damit er nicht das Blut im Menschen übermäßig erhitzt.“ Für das rechte Maß, das hier anempfohlen wird, braucht es nun auch ein Ziel, um die unterstützende Wirkung des Knoblauchs zur Geltung bringen zu können. Ein allgemeines Volksleiden ist in dieser Hinsicht wohl der erhöhte Blutdruck. Im Knoblauch befinden sich Substanzen, die eine gute Struktur der Blutgefäße fördern und einer allenthalben zu erwartenden Arterienverkalkung entgegenwirken. Übrigens hat dies in der Folge auch positive Auswirkungen auf die über das Blut notwendige Versorgung des Gehirns und somit auf ein gutes Gedächtnis. Menschen mit erhöhtem Blutdruck haben mehrere naturheilkundliche Möglichkeiten, diesem Umstand aktiv zu begegnen. Mit Knoblauch und Brot kann man bildlich gesprochen eine „Munition“ formen, die genau auf den hohen Blutdruck abzielt.

Knoblauch-Kugeln

Bei erhöhtem Blutdruck kann man darangehen, täglich vorerst am Morgen 2 Zehen Knoblauch zu zerdrücken, um daraus mit Brotschmolle (= das Weiche von der Brotscheibe) kleine Kügelchen zu drehen, die man in ein verschließbares Gefäß gibt. Über den Tag verteilt sollte man dann die so entstandene Ration zu sich nehmen. Durchaus eine Zeitlang anwenden.

Knoblauch ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Nicht immer nur Ausgefallenes

Ganz einfach Schnittlauch verwenden

Wenn in den Medien je neu vom Wirtschaftswachstum die Rede ist, dann meist nur im Zusammenhang mit einer Steigerung im Vergleich zu vergangenen Zeitperioden. Nun, der Hausverstand allein sagt uns schon, dass dies nicht immer so bleiben kann. In der Ernährung können wir Vergleichbares entdecken: denn manches Exotische und Spezielle, das auf unseren Tellern landet, wird irgendwann einmal nicht mehr durch noch Ausgefalleneres getoppt werden können. Daher möchte ich heute am Boden des Alltags bleiben und einmal mehr auf das Bewährte und Althergebrachte wie eben den Schnittlauch verweisen. Dieses Lauchgewächs gehört eigentlich zur Grundausstattung jedes Gartens, von dem Obst und Gemüse für den Hausgebrauch abfallen. Und manchmal reicht oft nur ein kleines Beet, wo man ihn einpflanzt und regelmäßig erntet. Beim Schnittlauch muss man sich jedoch nicht nur auf die grüne Vegetationsperiode beschränken. Denn immerhin reicht eine Gefriertruhe bereits, um sich den einen oder anderen Vorrat für die kalten und kahlen Monate aufzuheben. Wenn wir Gewürze und Beigaben wie eben den Schnittlauch verwenden, so sei erneut ins Gedächtnis gerufen, dass eine einseitige Ernährung Mangelerscheinungen mit sich bringen kann, die sich in längerer Folge negativ auf den Organismus oder einzelne Bereiche desselben auswirken könnten. Im Schnittlauch finden sich unter anderem Eisen und andere wichtige Mineralstoffe, die über seinen Genuss in den Körper gelangen. Immerhin wird u. a. ständig das Blut erneuert und da bedarf es eben eines geeigneten Nachschubs an Notwendigem. Also, das Einfache und Selbstverständliche kann geradeso das Kostbare in unserem Leben sein.

Zahlreiche Varianten

Um den kleingeschnittenen Schnittlauch zu verwenden, bedarf es keiner großen Fantasie. Jede frisch zubereitete Suppe kann Anlass sein, um ihn in den Topf oder über die gefüllten Teller zu streuen. Manchmal reicht schon ein Butterbrot, das man mit Schnittlauch bestreut zur erfrischenden Zwischenmahlzeit aufwertet. Hauptsache, er wird konsumiert und mit ihm all das, was er an Vitaminen und Spurenelementen enthält.

Schnittlauch ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Eine heikle Aufgabe

Lindenrinde bei Hämorrhoiden

Kräuter haben immer Saison. Auch wenn der Winter sich längst noch nicht geschlagen gibt und hoffentlich noch mehrere Schneewellen über das Land schickt, so brauchen wir den Genuss der Wirkung der verschiedenen Heilgewächse nicht auf den kommenden Frühling verschieben. In getrocknetem Zustand bleibt uns jeweils das weitgehend erhalten, was sich den Sommer über an Kraft in den einzelnen Gewächsteilen unserer grünen Freunde vor der Haustür ansammelt. Das gilt auch für die Lindenbäume (Tilia), die meist unweit der bewohnten Areale in Stadt und Land zu einer hohen Lebensqualität einen wesentlichen Beitrag liefern. Es sind vor allem die alten Exemplare dieser Spezies, die uns einerseits Respekt abnötigen und gleichzeitig so etwas wie Geborgenheit vermitteln. Das liegt an der guten Ausstrahlung, die eben nun einmal den Linden eigen ist. Um von den riesigen Malvengewächsen einen naturheilkundlichen Nutzen abschöpfen zu können, bedienen wir uns für gewöhnlich der Blüten, die, sobald sie sich am Baum öffnen, Heerscharen von Bienen anlocken. Zugleich verströmen sie damit einen aromatischen Duft, der auch unserer menschlichen Nase schmeichelt. Die Linden sind jedoch nicht nur für schöne Momente des Lebens zu haben, sondern stehen darüber hinaus jenen bei, die sich mit einem äußerst unangenehmen Phänomen abfretten müssen. Konkret möchte ich heute daher wieder einmal die Hämorrhoiden ansprechen, die bei ihrem Auftreten im Afterbereich für ein Unwohlsein sorgen, das sich auch auf den Rest des Körpers überträgt. Um dies zu verringern, kann die Rinde der Baumriesen genau das Richtige sein.

Sitzbad für das Gesäß

Von fingerdicken Zweigen der Linde kann man das ganze Jahr über die Rinde abschälen und sie entweder frisch gebrauchen oder nach dem Trocknen aufbewahren. Von der zerkleinerten Droge jedweder Art nimmt man 4 Esslöffel voll und kocht sie mit 1 Liter Wasser kurz auf. Danach abseihen und dem Wasser eines Sitzbades hinzufügen, das man ca. 15 Minuten lang durchführt. Dies kann mithelfen, lästige Hämorrhoiden wieder zum Abklingen zu bringen.

Lindenblütenzweig ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Zum Thema Schüttelfrost

Auf den Holunder zählen

Heute am Tag genau wurde vor 100 Jahren Hermann-Josef Weidinger im niederösterreichischen Riegersburg an der Grenze zu Mähren geboren. Schon als junger Mann zog es ihn nach China, wohin er als 20jähriger aufbrach, um als Geistlicher seinen Werdegang zu starten. Von seinem Vater bekam er den wertvollen Satz mit auf die mutige Reise: Mit dem Hute in der Hand kommst du durch das ganze Land! Nun gut, Weidinger empfahl Jahrzehnte später den Seinigen in der Heimat Österreich, auch vor den Pflanzen den Hut zu ziehen, vor allem vor dem Schwarzen Holunder (Sambucus nigra). Im frühen Sommer sind seine rahmweißen Blütenschirme und der angenehm erfrischende Duft, der ihnen entströmt, ein eindeutiger Verweis aus die Heilkraft, die in diesem wertvollen Gewächs steckt. Und im Holunder findet sich allemal ein guter Freund, der einem gerade auch in der Winterszeit zur Seite steht. Im vergangenen Frühherbst waren noch die Beeren dieses heiligen Strauches zu ernten. Sie sind zwar im rohen Zustand für uns Menschen nicht genießbar. Da haben uns eben die Stare und Amseln etwas voraus. Wenn man sie schon nicht kocht, um sie zu Saft oder Marmelade zu verarbeiten, so kann man einige der Früchte jedes Jahr zur Trocknung auflegen. Besser ist es, vor allem bereits die Blüten in derselben Weise haltbar zu machen, damit sie uns bei Gelegenheit dienlich sein können. Unser Jubilar Hermann-Josef Weidinger hat da einen Ratschlag aufgezeichnet, der im Falle von Schüttelfrost beherzigt werden kann. Seien wir dankbar für alles, was uns der Schöpfer zur Seite stellt!

Tee bei Schüttelfrost

Um die Folgen, die bei Schüttelfrost auftreten, besser abfedern zu können, ist es gut, einen Tee aus getrockneten Holunderblüten zu trinken. Von der zerkleinerten Droge nimmt man 2 Teelöffel und übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Danach 1 Teelöffel getrockneter Holunderbeeren hinzufügen und nochmals 15 Minuten stehenlassen. Erneut abseihen und schluckweise trinken.

Schwarzer Holunder ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Den Hals frei machen

Rosmarin als probate Hilfe

Unser Leib ist ein wahres Wunderwerk. Bedenken wir nur, wie großartig alles zusammenhängt und über die Nerven vom Kopf aus gesteuert wird. Wir müssen uns um die grundsätzlichen Vorgänge wie das Atmen und den Herzschlag gar nicht extra kümmern, sondern alles läuft anscheinend wie von selbst. Doch braucht es auch eine Verbindung vom Haupt zum restlichen Körper. Und diese Brücke stellt der Hals dar. Leider setzen sich dort ebenso manche Infekte fest, die uns Schmerzen bereiten. Daher wollen wir uns heute einer Pflanze namens Rosmarin (Rosmarinus officinalis) zuwenden. Dieser duftverströmende Halbstrauch aus der Familie der Lippenblütler hinterlässt sein Aroma auf unseren Fingern schon dann, wenn wir nur leicht mit seinen dünnen Blättern in Berührung kommen. Im Falle von Halsschmerzen darf uns dies ein Fingerzeig sein, auch wenn unsere Sinne verständlicher Weise krankheitsbedingt getrübt sind. Vielmehr kann aber die reinigende und belebende Kraft, die im Rosmarin steckt, einen positiven Ausweg aus der Belastung eines entzündeten Halses weisen. Wie so oft, bedarf es dann eines vermittelnden Mediums, das die guten Inhaltsstoffe des Rosmarins, zu denen eben auch ätherische Öle zählen, an die betroffenen Zonen weiterleiten. Gerade in letzter Zeit gibt es wiederum eine vermehrte Diskussion um die Produktion einer hierzulande hochqualitativen Milch. Sie kann durchaus dazu dienen, um mit den Heilkräutern zusammen unserem Wohle zur Verfügung zu stehen. Dies beweist unter anderem der heutige praktische Tipp.

Rosmarin und Milch bei Halsschmerzen

Dazu braucht man getrocknetes und zerkleinertes Rosmarinkraut. Davon nimmt man 2 Handvoll und übergießt sie mit 1/2 Liter heißer Milch. 10 Minuten ziehen lassen und abschließend filtrieren. Ein Tuch aus Baumwollstoff damit tränken und erträglich warm um den Hals wickeln. Nach dem Abkühlen entfernt man das Tuch und reibt den Hals am besten mit etwas Johanniskraut-Öl ein. Diese Anwendung kann auch bei chronischer Heiserkeit durchgeführt werden.

Rosmarin ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Das Innere kräftigen

Die Ringelblume und der Magen

Der heutige Sonntag ist ein besonderer Tag. Wir dürfen den 100. Geburtstag von Hermann-Josef Weidinger in seinem Heimatkloster Geras feiern, der mit seinem Wissen und seiner Liebenswürdigkeit zeit seines Lebens viele Menschen beschenkt hat. Stets wusste er einen Rat, um die Heilkräuter wirksam zum Einsatz zu bringen, wenn jemand ihm sein Leid geklagt hat. Dem Herrgott sei Dank, dass er uns immer wieder Menschen zur Seite stellt, die einen besonderen Draht zur Natur haben. Stellvertretend für die Pflanzen selbst möchte ich heute zu diesem denkwürdigen Anlass die Ringelblume (Calendula officinalis) herausstellen, um sie einmal mehr als gute Helferin zu präsentieren. Denn dieser Korbblütler besitzt durchaus wundheilende, antiseptische und blutreinigende Heilwirkungen. Und die Ringelblume erweist ihre heilsamen Dienste dem ganzen Körper, angefangen von der Haut bis zur Leibesmitte. Ihre orangegelben Blüten zieren unsere einfachen Gärten wie kleine Sonnen und haben nicht nur dadurch eine gute Ausstrahlung. Man kann sich die auf den Blütenblättern gesammelten Sonnenstrahlen durchaus verinnerlichen, wenn es eben z. B. mit dem Magen Probleme gibt. Denn dieser Verdauungsmuskel korrespondiert einerseits mit unserem wie auch immer gestrickten Nervenkostüm und ist eben andererseits nicht gefeit vor Infekten. So kann es zu den berühmt berüchtigten Magengeschwüren kommen, die von den Betroffenen manches abverlangen. Wie gut ist es da, die Ringelblume zur Hand zu haben. Im Verein mit den Wacholderbeeren können sie dazu beitragen, dem Magen wiederum eine Heilung zukommen zu lassen. Aus der Sammlung der Tipps von Kräuterpfarrer Weidinger habe ich einen ganz speziellen dafür parat.

Begleitkur für den Magen

Leidet jemand unter Magengeschwüren, so kann man eine begleitende Maßnahme durchführen. Dabei verzichtet man 3 Wochen lang auf das normale Frühstück und kaut dafür 5 Wacholderbeeren auf nüchternem Magen. Anstelle von Kaffee, Semmeln und Butter trinkt man hernach lediglich 1 Schale Tee, der mit Ringelblumenblüten aufgegossen wird. (2 Teelöffel getrocknete Blütenblätter mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen. 15 Minuten ziehen lassen und abseihen).

Ringelblume ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Mehr als nur Stoff

Leinsamen unterstützen die Nieren

Noch immer ist es en vogue, der Technik zu vertrauen und in je feineren elektronisch gesteuerten Vorgängen die Zukunft zu sehen. Das bringt sicher viel Erleichterung im alltäglichen Leben. Doch wirft diese Entwicklung auch immer größere Schatten auf, in denen schließlich der Mensch zu kurz kommt. Ganz im Gegensatz dazu steht anscheinend so manches Althergebrachte, das sich sogar seit der Antike kaum verändert hat. Dazu zählen auch der Anbau und das Verarbeiten von pflanzlichen Ressourcen. In der Feldkultur wird der Lein (Linum usitatissimum) in Sorten gesät und geerntet, die einerseits zur Gewinnung von textilem Grundmaterial und andererseits als Öl- und Samenlieferant uns Menschen zur Verfügung stehen sollen. Das Korn in Form von Leinsamen ist z. B. als Speisenzugabe sehr zu empfehlen, denn er kann durchaus mithelfen, die Fettverdauung unseres Organismus zu unterstützen und so in Folge die Cholesterinwerte im Blut auf ein gesundes Maß zu reduzieren. Nicht zuletzt trägt der Samen des Gemeinen Leins dazu bei, dass Magen und Darm sich nicht im Müßiggang ergehen, sondern durch die Ballaststoffe rege und tätig bleiben. Ein Quantum an Leinsamen sollte also nicht nur bei Magenkranken griffbereit dastehen, sondern auch immer wieder von Gesunden mit Maß und Ziel in die Nahrung integriert werden. Vergessen wir darüber hinaus nicht auf weitere Möglichkeiten der Nutzung der Feldfrucht. Denn immerhin birgt sich in den kastanienbraunen Körnern ein hoher Gehalt an Schleim, der nicht nur für die Magen- und Darmwände von Vorteil ist. Es kann gerade zur kälteren Zeit des Jahres passieren, dass sich die Nieren entzünden. Um diesen äußerst unangenehmen Zustand wieder zu ändern, vermag der Leinsamen brauchbare begleitende Dienste zu erweisen.

Leinsamen aufkochen

Bei Nierenbeckenentzündung kann man Folgendes durchführen: 2 gestrichene Teelöffel Leinsamen werden mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergossen. Beides zusammen noch kurz auf dem Herd weiterkochen, dann wegstellen und 1/2 Stunde zugedeckt ziehen lassen. Den fertigen Tee ohne Abseihen zu sich nehmen. Vor dem Trinken jedoch gut umrühren. Am besten tut man dies 3 Wochen lang, indem morgens und abends je 1 Tasse davon konsumiert wird.

Leinsamen ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Die Arterien reinigen

Von der Schwarzen Johannisbeere profitieren

Wenn man tagtäglich mit dem Verfassen von Texten beschäftigt ist, so bleibt es nicht aus, dass man dann und wann zu einem Wörterbuch greift, das einem die richtige Rechtschreibung eines Begriffes oder einer Wendung aufzeigt. Selbstverständlich bediene ich mich dabei einfachheitshalber noch mehr des Internets, das hierbei ebenfalls weiterhilft. Für die Johannisbeeren gibt es eine österreichische Sonderbezeichnung, die hierzulande Ribisel genannt werden. Denken wir nur daran, wie köstlich so manches Produkt aus den Früchten der Roten oder der Schwarzen Ribisel schmeckt! Vor allem der Saft dieser Beeren zählt letztendlich zu den Klassikern eines gesundheitsorientierten Trinkens. Was einmal über die Nahrungsaufnahme in den Körper gelangt, wird dort nach Möglichkeit genützt und verwertet. Und immerhin enthalten die Ribisel nicht nur Vitamine, sondern zusätzlich noch andere Mineralstoffe und gesundheitsunterstützende Substanzen. Doch heute möchte ich den Blick einmal mehr auf die Blätter der im Garten befindlichen Sträucher lenken. Ja, so gesehen darf es ruhig gute Erinnerungen an den vergangenen Sommer geben. Und vielleicht haben ja Vorausblickende nicht nur die Ribisel abgepflückt, sondern auch die Blätter und diese getrocknet. Sie können nun zum Nutzen unseres Körpers angewendet werden. Im Speziellen erweisen sich die Blätter der Schwarzen Johannisbeere als brauchbare Pflanzendroge. Bei manchen Frauenleiden wie etwa einer Blasenentzündung kann dies lindernd angestrebt werden. Doch übersehen wir die Blutgefäße nicht, die möglichst lange intakt und vor allem offen bleiben sollen. Da kann man ebenfalls die Blätter der Schwarzen Ribisel als Hilfe heranziehen.

Teekur mit Ribiselblättern

Um einer Arterienverkalkung vorzubeugen oder bei bereits bestehender Arteriosklerose eine begleitende Maßnahme zu ergreifen, kann man eine bestimmte Zeit lang eine Trinkkur durchführen. Den Tee hierfür bereitet man folgendermaßen zu: 2 gehäufte Teelöffel von getrockneten und zerkleinerten Blättern der Schwarzen Johannisbeeren werden mit 1/4 Liter siedendem Wasser überbrüht. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. 3 Wochen lang jeweils morgens und abends 1 Tasse davon trinken.

Ribisel oder Schwarze Johannisbeere ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya