Natürliche Schädlingsbekämpfung

Mit Kapuzinerkresse Blattläuse vertreiben

Der Kreislauf der Natur besteht offenkundig aus einem ganz komplizierten Netz an Beziehungen und Wechselwirkungen. Danach sollte sich meiner Meinung nach auch die Beurteilung richten, die wir oft nur allzu festgefahren über Sinn und Nutzen aller Geschöpfe in unserem Kopf festlegen. Die Forschung bestätigt nach und nach diese Komplexität, die gleichzeitig eine sehr fragile ist. So gesehen ist es nur recht und gut, in der Pflege des eigenen Gartens Maßnahmen zu setzen, die keine negativen Langzeitfolgen wie etwa eine Belastung des Bodens mit chemischen Stoffen hinterlassen. Die Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) ist zwar kein Mitglied der originären Flora Europas, hat aber rund um die menschlichen Siedlungen mitsamt deren Grünarealen schon längst so etwas wie eine Staatsbürgerschaft erlangt. Sie stammt ursprünglich aus Mittelamerika, wo sie bereits vor urdenklichen Zeiten von der dort ansässigen indigenen Bevölkerung therapeutisch verwendet wurde. Bei uns zieht man sie eher in der Küche heran, da ihre Blätter und Blüten einen würzigen Geschmack besitzen, der so manchen Salat aufbessert und allein schon optisch etwas hermacht. Die Kapuzinerkresse ist in der botanischen Klassifizierung mit unseren sonst üblichen Kreuzblütengewächsen wie etwa Kren, Rettich und dem Raps verwandt. Damit steht auch ein Gehalt an Senfölen in Verbindung, der nun ebenso für den Garten sinnvoll zum Einsatz kommen kann. Wie oben schon erwähnt, erschließt sich all jenen, die Blumen und Gemüse mithilfe einer liebevollen Pflege umsorgen und hegen, der Sinn der Anwesenheit von Blattläusen kaum bis überhaupt nicht. Daher sucht man nach einer Möglichkeit, die Pflanzen wiederum von den Plagegeistern zu befreien. Ein Tee aus Kapuzinerkressen-Kraut ist schnell zubereitet. Und so kommt er zum Einsatz.

Spritzmittel bei Blattlausbefall:

Von der Kapuzinerkresse werden frische Blätter und Ranken kleingeschnitten und mit ca. 1/2 Liter kochendem Wasser überbrüht. Die Pflanzenteile sollen lediglich mit der Flüssigkeit bedeckt sein und nicht darin schwimmen. So entsteht ein stark konzentrierter Auszug, den man vor dem Abseihen noch 15 Minuten ziehen lässt. Die Kressenteile presst man dann zusätzlich aus und füllt den gewonnenen Aufguss in eine dunkle Flasche ab. Kühl gelagert, ist dieses natürliche Spritzmittel einige Tage haltbar. Bei Blattlausbefall verdünnt man den Tee mit Wasser im Verhältnis 1 : 10 und besprüht damit die betroffenen Pflanzen.


Kapuzinerkresse ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Der Vergesslichkeit entgegenwirken

Sanddornblüten sind dabei wertvoll

Gedankenlosigkeit ist ein Phänomen, dem man als sensibler und wacher Beobachter unserer Zeit leider an allen Ecken und Enden begegnen kann. Das fängt schon bei flugs aus dem Auto geworfenen Abfällen an, die andere dann mühsam wiederum aufsammeln und entsorgen müssen. Und, und, und …. Gottlob gibt es genau das Gegenteil, da viele darauf Bedacht nehmen, die Ressourcen an vorhandener Energie maßvoll auszuschöpfen. Der Sanddorn (Hippophae rhamnoides), der vielerorts an Böschungen und Wegrändern gepflanzt wurde, um den Boden zu befestigen, trägt an seinen Zweigen des Herbstens die vitaminreichen Früchte, die sowohl von Menschen als auch von der Vogelwelt gleichermaßen begehrt werden, da sie einerseits die Gesundheit unterstützen und dem fliegenden Volk als Nahrungsquelle zur Verfügung stehen. Natürlich muss dem Ganzen ein Prozess des Sprossens und Blühens vorangehen, damit es überhaupt zum Fruchten kommt. Und Gott sei Dank finden sich auf den weiblichen Pflanzen des Sanddorns daher jedes Jahr neu die Blüten, die den herbstlichen Beeren quasi den Weg zum Heranreifen erst möglich machen. Wie bei vielen anderen Baum- und Straucharten sind bei Kräuterkundigen immer auch die Blüten von Interesse. Das trifft ebenfalls auf den Sanddorn zu. Nun habe ich eingangs die Gedankenlosigkeit erwähnt, die für einen selbst und vielmehr noch für andere zum Problem werden kann. Was, je länger die Lebensjahre dauern, leider nicht minder festgestellt wird, ist die Vergesslichkeit. Da braucht es oft viel Zeit und Geduld, bis ein gesuchtes Wort oder ein Name einer Person auf der Zunge zum Liegen kommt und ausgesprochen werden kann. Manchmal ist die Vergesslichkeit lediglich auf den berühmten Stress zurückzuführen, der durch ein Zuviel an Terminen bzw. der zu erledigenden Arbeiten zustande kommt. Mit einer Tasse Tee lässt sich da einiges abfedern, damit der Geist wiederum klarer und schärfer im Denken unser Tagwerk begleiten kann.

Tee aus Sanddorn-Blüten

Bis Anfang Juni kann man auf Sanddornsträuchern die eben beschriebenen Blüten finden. Diese darf man nutzen, um einen Tee im Heißaufguss zu kochen. Zur Stärkung des Gedächtnisses sollte man 3 Monate lang die getrockneten Blüten aufbrühen, um dann jeweils morgens und abends eine Tasse davon zu trinken. Das bewährt sich vor allem in einem fortgeschrittenen Lebensalter, da man des Öfteren über den Verlust so manch selbstverständlichen Wissens klagt.


Sanddornfrüchte und Blüten ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Morgenstunde als Chance

Mit dem Eisenkraut den Tag begrüßen

Die Zeit bleibt nicht stehen. Ein Tag reicht dem anderen die Hand. Die Herausforderungen und Sorgen werden vielerorts nicht weniger, sondern mehr. Geht man am Abend schlafen, so hat sich leider noch vieles nicht über Nacht erledigt. Und es stellt sich die Frage: Wie also alles bewältigen, wie zumindest das Notwendige erledigen? Und gerade deswegen sollte man in dieses gestresste Sinnieren einen Keil hineinschieben, der nicht nur unserem Körper gut tut, sondern ebenfalls den Geist unterstützt. Das Eisenkraut (Verbena officinalis) z. B. sucht anscheinend unsere Nähe auf, um uns beizustehen. Es hat im Laufe der Jahrhunderte quasi verstanden, die Nähe der menschlichen Siedlungen zu bewachsen, um so manche Narbe, die er im Erdreich hinterlassen hat, wiederum zu schließen. Daher haben unsere Vorfahren schon so manche gute Erfahrung mit dem Eisenkraut gemacht. Will man die positiven Folgen der naturheilkundlichen Verwendung dieses Gewächses zusammenfassen, so kommt man auf folgendes Ergebnis: es hat eine beruhigende Wirkung, hilft mit, krampfartige Zustände jedweder Art zu lockern, ist antirheumatisch und kommt Frauen rund um die Entbindung zugute. Zudem kann man das Eisenkraut heranziehen, um bei Migräne besser mit den äußerst unangenehmen Symptomen zurechtzukommen. Bedenkt man diese Palette an Wirkkräften, so liegt es nahe, das Eisenkraut gleich am Morgen für einen guten Einstieg in den jeweiligen Tag zu verwenden. Und dazu ist es ganz einfach, diese bitterstoffhaltige Droge aufzubereiten. Ein Tee, der aus getrocknetem Eisenkraut aufgebrüht wird, kann nicht nur getrunken werden, sondern gleichzeitig auch äußerlich zum Einsatz gelangen. Jeder neue Morgen ist ein Chance, um sich in manchen Sorgen einmal dem Bruder Leib zuzuwenden, damit er mitsamt dem Geist besser für all das gewappnet ist, was im Lauf des Tages auf ihn zukommt.

Ein gesunder Aufguss:

Man kann für einen Tee aus Eisenkraut sowohl das frische als eben auch das getrocknete Kraut verwenden. Nach dem Zerkleinern desselben nimmt man 2 Teelöffel davon und übergießt es mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Gleich in der Früh ungesüßt schluckweise trinken, um damit den Stoffwechsel anzukurbeln und den Magen und die Nieren zu stärken. Zudem sollte man des Öfteren mit diesem Tee am Morgen Mundspülungen durchführen, das pflegt den Mund- und Rachenbereich.


Eisenkraut ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Erfrischendes auf der Haut spüren

Nütze dazu den Borretsch

Mit dem Begriff einer kalten Dusche verbinden wir eher unangenehme Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens machen durften. Eine Abfuhr im Zuge einer Bewerbung, eine Zurechtweisung lautstarker Art oder ähnliches kann uns jeweils sprichwörtlich kalt über den Rücken laufen. Etwas Erfrischendes in Anspruch zu nehmen, lässt hingegen das Lächeln erneut auf die Lippen zurückkehren, wenn wir uns in heiße Zeiten hineinversetzen, die durchaus darauf angelegt sind, Erquickungen dieser Art anzustreben. Eine naturheilkundliche Variante dessen sei heute hier angeführt. In vielen Kräutergärten blüht jedes Jahr der Borretsch (Borago officinalis). Das schätzen vor allem unsere fleißigen Honigbienen, die für ihre Honigstöcke Nachschub an Nektar und Pollen brauchen. Doch für uns Menschen steht das herrlich blühende Raublattgewächs ebenfalls zu Diensten. Der Borretsch weist eine reizmindernde, stoffwechselanregende und nervenstärkende Wirkung auf. Mit Ausnahme der Wurzel lässt sich das gesamte blühende Kraut verarbeiten. Am besten nimmt man es immer frisch, denn getrocknet verliert das Gurkenkraut, wie der Borretsch auch vielerorts gern genannt wird, seinen brauchbaren Wert. Hat jemand schon Erfahrung mit dem Borretsch im Garten, so weiß er, dass sich dieses ursprünglich mediterrane Nutzkraut von selbst aussäen und im nächsten Frühjahr wieder neu anwachsen kann. Darum verwenden ihn viele Biobauern gern als Begrünung und Bodenlockerer zwischen Wein- und Obstkulturen. Um nun die Haut und den ganzen Körper zu erfrischen, muss man nicht unbedingt zu Eiswürfeln oder Frostbeutel greifen. Es geht auch dezenter mithilfe eines äußerlich angewandten Tees.

Borretschkraut heiß aufgegossen

Mit dem frischen Borretschkraut kann man im herkömmlichen Heißaufgussverfahren einen Tee anrichten, der für eine hautstärkende Anwendung tauglich ist. Obwohl man ihn dabei gleich ziemlich warm verwenden soll, erweisen sich damit durchgeführte Gesichts- und Körperwaschungen als überaus erfrischend. Zudem hat diese Methode eine festigende Wirkung auf unsere Nerven, die aufgrund einer Überforderung womöglich angespannt oder gar geschwächt sind.


Borretschzweig ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Eine Geranie im Wald entdecken

Das Ruprechtskraut ziert bald dessen Boden

Es gibt eine große Anzahl von Glückssymbolen, die nicht nur in so manchen Lotterien zum Einsatz kommen, sondern die man alltäglich als Schmuck oder Accessoires an allen Ecken des öffentlichen oder des privaten Lebensbereiches entdecken kann. Ich denke es zählt durchaus auch der Weißstorch dazu, der, aus Holz geformt, die Geburt eines Kindes vor den Häusern verrät. Es gibt aber gleichfalls Blumen, die mit diesem Vogel etwas zu tun haben. Das griechische Wort pelargos heißt übersetzt Storch, womit wir bei der Erklärung des Begriffes Pelargonien wären. Die gezüchteten Formen füllen bereits die Blumenkisterl vor Balkonen und Fenstern. Doch ihre Verwandten existieren ebenso in freier Natur. Bei einer Wanderung durch den heimischen Wald kann es leicht sein, dass wir am Wegrand dem Ruprechtskraut (Geranium robertianum) begegnen, das auch als Stinkender Storchschnabel bezeichnet wird und ab Mai zu blühen beginnt. Bereits in Mittelalter wurde dieses eher unangenehm riechende Gewächs verwendet, um z. B. Mücken in einem Respektsabstand zu halten. Generell erweist sich die Wirkung des Storchschnabels als zusammenziehend, entzündungshemmend und blutstillend. So kann man nun darangehen, das Ruprechtskraut zu sammeln und die blühenden Triebe sorgsam im Schatten zu trocknen. Um es aufzubereiten, zieht man das Kraut zum Zubereiten eines Tees heran, der sowohl innerlich als auch äußerlich zur Anwendung kommen darf. Ein anderes altes Hausmittel wiederum nimmt den Wein zu Hilfe, um die Wirkstoffe zu heben und zu konservieren.

Ruprechtskraut-Wein:

Vom frischen blühenden Kraut des Stinkenden Storchschnabels zerkleinert man eine Menge von ca. 70 g und lässt es in 1 Liter qualitätsvollen Weißwein 8 Tage lang in einem verschlossenen weißen Glasgefäß bei Zimmertemperatur stehen. Täglich durchschütteln. Danach abseihen und in Flaschen füllen. Dunkel und kühl lagern. Von diesem Kräuterwein kann man ab und zu einen Schluck nehmen, wenn Blutungen verschiedenster Art zum Problem werden bzw. wenn ein Darmkatarrh oder ein Steinleiden durchzumachen sind.


Ruprechtskraut ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Für einen klaren Geist

Mit Tausendguldenkraut unterstützen

Komm, Heiliger Geist! – so ruft es die heute in den Gotteshäusern versammelte Kirche weltweit noch einmal aus, um den Beistand von oben zu erflehen. Und in der Tat brauchen wir die göttliche Kraft, um für die Menschen und für die ganze Welt heilvolle Entscheidungen treffen zu können. Wir dürfen jedoch ruhig auch unsere Sinne schärfen, damit wir alles, was sich vollzieht, ebenso gut wahrnehmen können. Es gibt ein Kraut von anmutiger Gestalt, das die Nähe der Wälder auf Schlägen und Lichtungen liebt und im Sommer zartrosa Blüten tragen wird. Was dem Auge schmeichelt, das erweist sich aber als äußerst bittere Angelegenheit, sobald unsere Geschmacksnerven mit dem Tausendguldenkraut (Centaurum erythraea) z. B. in Form eines daraus aufgegossenen Tees in Berührung kommen. Diese Empfindung weist uns untrüglich auf die Pflanzenfamilie hin, der die kleine Schönheit angehört. Das hübsch blühende Kraut ist nämlich Mitglied der Enziangewächse. Es kommt bis zu einer Seehöhe von 1500 Metern vor und erklimmt nicht so extreme Lagen wie etwa der Gelbe Enzian. Für Heilzwecke verwendet man vor allem das blühende Kraut, das vorsichtig getrocknet und gut eingelagert wird. Wer dem Tausendguldenkraut jedoch in der freien Natur begegnet, der sollte es an Ort und Stelle stehen lassen, um nicht seinen Bestand zu gefährden. Viel besser ist es, auf jene Ware zurückzugreifen, die in den Apotheken und im Fachhandel angeboten wird. Zudem gibt es auch eigens für den Garten gezüchtete Sorten, die dann ohne schlechtes Gewissen für den eigenen Gebrauch verwendet werden können. Kräuterfreaks helfen einem sicher weiter, wenn man jetzt im Frühjahr die eigene Gartenflora damit bereichern möchte. Das Tausendguldenkraut hilft vor allem dem Magen, den Gefäßen und nicht zuletzt dem Gedächtnis auf die Sprünge, wenn dieses womöglich erschwert „anspringt“.

Zubereitung des Tausendguldenkraut-Tees

Gleich vorweg: der Tee schmeckt ziemlich bitter! Wenn man lediglich dieses Kraut wählt, nimmt man von den getrockneten und zerkleinerten Teilen 1 Teelöffel voll und gibt ihn am Abend in 1/2 Liter kaltes Wasser. Bis zum nächsten Morgen darin ziehen lassen und dann abseihen. Vor den Mahlzeiten jeweils eine Tasse davon trinken. Nicht extra anwärmen. Das tut dem Magen gut und schärft vor allem auch den Geist bei hohen Herausforderungen.


Tausendguldenkraut ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Das Essen ausklingen lassen

Mit Salbei Entspannung erlangen

So viel ist momentan von jeglichen Arten der verschiedenen Kulturen auf den verschiedenen Kontinenten dieser unserer schönen Welt die Rede. Gern wird auch der Begriff einer Kultur des Abendlandes in den Mund genommen, um entweder deren Wert oder deren vermeintliche Bedrohung zu artikulieren. Ich selbst möchte an dieser Stelle jedoch über eine gesunde und ausgewogene Kultur zur Förderung des Wohlbefindens und der Gesundheit meine Gedanken verlieren. Dazu soll mir eine äußerst populäre Pflanze dienen. Der Salbei (Salvia officinalis) ist wohl sehr vielen von uns bekannt. Vielleicht denkt man da unwillkürlich an die Entzündung der Atemwege, wofür der Lippenblütler einige heilende Kräfte anzubieten hat. Oder es fällt manchen die Regulierung der Schweißdrüsen auf unserer Haut ein, die sich mithilfe des Salbeis besser in den Griff bekommen lässt. Was aber kann man noch mit dem Salbei unternehmen? In Zeiten der Hektik, die das ganze Jahr über aktuell sein können, ist es vor allem wichtig, dass unser Blut seine Transportarbeit innerhalb unseres Organismuses effizient erledigt. Und wenn alles rund läuft, so geht es auch dem Körper gut, der diese Zufriedenheit ebenfalls an unsere Psyche weiterzugeben vermag. In Hinblick auf unsere Essenskultur ist es sicherlich von Vorteil, sich Zeit zu nehmen, um einerseits dem Leib die stärkende Nahrung zukommen zu lassen und andererseits wiederum damit wertvolle Pausen zu verbinden, die für die Erhaltung der Leistungskraft in Beruf und in den privaten Herausforderungen durchaus vonnöten sind. Die Mahlzeiten kann man auf verschiedene Weisen ausklingen lassen. Der Phantasie sind bei der Zubereitung herrlicher Desserts ja kaum Grenzen gesetzt. Und ein gesunder Schluck kann das Ganze abrunden. Nicht ohne Gewinn für unser Nervenkorsett.

Salbei-Wein ansetzen:

Dafür benötigt man einen guten Likörwein, den man bereit ist, für diese Anwendung zu opfern, egal aus welchem südlichen Land oder welcher Atlantikinsel er auch stammt. In 1 Liter davon setzt man 10 Tage lang 60 g getrockneter und zerkleinerter Salbeiblätter an und lässt beides zusammen in einem verschließbaren Weißglasgefäß stehen. Nach der empfohlenen Frist abseihen und in Flaschen abfüllen. Kühl und dunkel lagern. Nach den Mahlzeiten 1 Gläschen davon einnehmen, um sich besser zu entspannen und zu beruhigen.


Salbei mit Blüten und Knospen ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Linderung vom Baum ernten

Solange die Rosskastanien blühen

Zu Weihnachten ist es üblich, die reich geschmückten Christbäume zum Abschluss des Dekorierens mit Kerzen zu bestücken, die dann in den abendlichen Wohnungen zur Feier des Heiligen Abends ihr wohliges Licht weitergeben. Geht man im Mai durch die Alleen der Städte und Dörfer, vollzieht sich meiner Meinung nach etwas Ähnliches. Gewiss kommt dies erst in der Wärme des Sonnenscheins so richtig zur Geltung und hat allein schon deswegen eher wenig mit weihnachtlicher Romantik zu tun. Dennoch vermögen die Rosskastanien (Aesculum hippocastanum) durch ihr Blühen unsere Stimmung zu besänftigen und uns Hoffnung zu schenken. Die Blüten werden nicht zu Unrecht vielerorts als „Kerzen“ bezeichnet und legen deswegen eine Assoziation mit dem Christfest nahe. Auf den blühenden Rispen der Rosskastanien sitzen die Nektarspender zuhauf und gereichen nicht nur dem Auge des Betrachters zur Freude. Gerade in den Blüten sind große Mengen an dem Wirkstoff Aesculin gespeichert, der sich positiv auf den Stoffwechsel des Körpers auswirkt und zudem die Durchblutung desselben fördert. Die Rosskastanien-Blüten lassen sich daher durchaus als Pflanzendroge verwenden. So kann man im gegenwärtigen Mai und im beginnenden Juni darangehen, einige Blütentrauben der Kastanienbäume mithilfe einer Gartenschere abzuschneiden und die Einzelblüten danach abzuzupfen und schonend zu trocknen. Übrigens möchte ich empfehlen, diese nur von den weißblühenden Gemeinen Rosskastanien zu nehmen. Bei den Purpurkastanien handelt es sich nämlich um eine Hybridform zwischen der Gemeinen Rosskastanie und einer nordamerikanischen Art. Hat man nun einmal die getrockneten weißen Blüten parat, lässt sich ihre Wirkung bei mancherlei Beschwerden zum Einsatz bringen.

Kastanienblüten-Tee äußerlich angewendet:

Eine Menge von 25 g getrockneter Blüten der Gemeinen Rosskastanie wird mit 1/2 Liter kochendem Wasser überbrüht. 20 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen. Bei Krampfadern, Geschwüren an den Unterschenkeln oder sogar bei Hämorrhoiden kann man die betroffenen Stellen untertags öfter damit abwaschen.


Rosskastanienblüten ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Dem Blattreigen folgen

Selbst beim Holunder fündig werden

Im Wechselspiel der erwachenden und heranwachsenden Natur gibt es tagtäglich neue Überraschungen. Mit ein wenig Aufmerksamkeit geht man schon lediglich bei einem Gang in den eigenen Garten niemals leer aus. Seien es die Blumen, die viele mit Sorgfalt gepflanzt und gegossen haben, das junge Gemüse, das schnell an Größe und Fülle gewinnt oder eben die Bäume, die vom Blühen ins Laubausbilden überwechseln und bereits an sonnigen Tagen ihren wohligen Schatten anbieten können. Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) stellt sich selbstverständlich auch in die Reihe der Pflanzen, von denen wir die eine oder andere Wohltat gern im Laufe des Jahres in Empfang nehmen. Nicht umsonst gilt die „Hollerstaud‘n“ als Apotheke des kleinen Mannes. In der Volksheilkunde wird deswegen schon seit vielen Generationen praktisch alles an ihr durchaus mit Erfolg genutzt. Im Holunder steckt eine so genannte eröffnende Kraft, die z. B. bewirkt, dass sich die Poren der Haut auftun, bis hin zu der Tatsache, dass die Verdauung angekurbelt und in der Folge der Stuhlgang erleichtert wird. Das sollte man daher auch jedes Mal bedenken, wenn mit den Blüten oder den Beeren des Strauches etwas zubereitet wird. Bald beginnt nun die Saison der weißen Schirmblüten, die mit ihrem herrlichen Duft die ganze Umgebung des Gewächses bereichern. Im Hinblick auf eine kulinarische und gleichzeitig gesundheitsfördernde Verarbeitung der Gaben des Hollers möchte ich heute auf noch etwas anderes hinweisen. Ich meine die Blattsprossen, die an manchen Orten erst jetzt so richtig zu treiben beginnen. Vor allem jene Menschen, die mit einem harten Stuhl ihre Probleme haben, können einmal ausprobieren, ob ihnen der Holunder ein wenig Abhilfe schaffen kann. Jetzt ist es ohnehin angesagt, die Frühjahrskräuter in Salatform zu genießen. Dabei kann man auch zum Hollerbusch greifen.

Salat mit Holunder-Blattsprossen:

Die jungen Blattsprossen des Schwarzen Holunders werden nach dem Abzupfen von den Zweigen kurz mit kaltem Wasser gereinigt. Dann mit heißem Salzwasser überbrühen. Anschließend mit Essig und Öl als Salat zubereiten. Die Blattsprossen eignen sich so auch zur Kombination mit anderen frisch geernteten Frühlingskräutern. Die Wirkung einer derartigen Zuspeise besteht in einer Reinigung des Blutes und des Magens. Man bedenke ebenfalls den abführenden Effekt und sollte daher den Salat nur mäßig genießen.


Schwarzer Holunder ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Der nächste Sommer kommt bestimmt

Die Käsepappel im Talon haben

Na, na, nur schön der Reihe nach! Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer! – Ja das stimmt! Aber erstens sind schon viele Schwalben da; im übrigen auch der Storch und der Kuckuck! Zweitens kann unversehens eine Wärmeperiode die kommenden Wochen bestimmen, die viele von uns dazu verleitet, die Haut erneut den wärmenden Strahlen in größerem Ausmaße zu präsentieren, ohne womöglich auf die errötenden Folgen zu achten. Die Käsepappel (Malva neglecta) kann sehr gut mit dem Sonnenschein umgehen. Sie hat bereits in der Antike ein hohes Ansehen genossen. Daher dürfen wir auch heute ihre Heilwirkungen unter die Lupe nehmen. Dieses Malvengewächs erweist sich als beruhigend reizmildernd, erweichend und darüber hinaus als entzündungswidrig. Das ganze blühende Kraut kann bei gutem Wetter geerntet und im Schatten rasch getrocknet werden, um es für spätere Zeiten griffbereit aufzubewahren. In der Naturapotheke meines Elternhauses wurde dem Käsepappelkraut immer ein Platz freigehalten. Und diesen Tipp darf ich auch all jenen weitergeben, die sich um ihre Gesundheit sorgen und mühen und dabei ebenso die Haut nicht übersehen. Wie gesagt, der nächste Sommer kommt bestimmt. Und dann ist es gut, bereits das Wissen gespeichert zu haben, damit man sich der Käsepappel und ihren Vorzügen gleich in richtiger Weise bedienen kann. Dieses in seiner Wuchshöhe bescheidende Kraut trägt zudem den Namen Wegmalve. Das bedeutet nichts anderes, dass es sich ohnehin dort befindet, wo wir, wenn wir zu Fuß unterwegs sind, unsere Schritte hinsetzen, um vorwärts zu kommen. Daher ist es nur von Vorteil, wenn wir aufmerksamen Auges auf unseren Wanderungen der Käsepappel ansichtig werden und sie nicht im wahrsten Sinne des Wortes übergehen.

Käsepappel-Bad nach sonnigen Tagen

Um eine zarte und empfindliche Haut nach einem längeren Aufenthalt in der Sonne zu beruhigen und zu unterstützen, kann man ein wohltuendes Bad nehmen. Um dieses vorzubereiten, trocknet man zuvor im Schatten die ganze Käsepappel-Pflanze mitsamt der gesäuberten Wurzel. Dann zerkleinern und 150 g davon mit 2 l kochendem Wasser übergießen. 20 Minuten ziehen lassen, abseihen und in die bereits gefüllte Badewanne gießen. Bei mäßig warmer Temperatur ca. 15 Minuten darin baden.


Käsepappel ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya