Die Willenskraft stärken

Rosmarin für die erste Tageshälfte

Mit dem Begriff „Bock“ bezeichnet man nicht nur ein männliches Tier bei den Schafen oder Ziegen. Manche bringen es mit einem Bier in Verbindung, das früher speziell für die Fastenzeit gebraut wurde oder rund um das Weihnachtsfest getrunken wird. Umgangssprachlich wiederum bedeutet das Fehlen des Bockes, dass man einfach keine Lust hat, irgendetwas zu tun. Das kann ganz leicht passieren, wenn z. B. eine Grippe oder ähnliche Infekte an den eigenen Kräften zehren. Im Rosmarin (Rosmarinus officinalis) begegnet uns hingegen ein sehr heiterer Genosse aus dem Reich der mediterranen Heilkräuter. Er wächst als immergrüner Halbstrauch und gibt sich bereits mit äußerst kargem Untergrund zufrieden. In unseren Breiten bedarf der Rosmarin jedoch einer besonderen Sorge. Denn er verträgt einfach keinen Frost und muss daher als Topfpflanze den Winter über im Haus überdauern. Aufgrund seines starken Aromas wird er ganz gerne zum Zubereiten so mancher Fleischspeisen herangezogen. Als Heilgewächs bringt seine Verwendung ebenso etliche Vorteile mit sich. Er beeinflusst z. B. die Bronchien sehr günstig. Bei den Verdauungsorganen wiederum animiert der Rosmarin hauptsächlich die Gallendrüse, vermehrt ihr wichtiges Sekret auszuschütten und somit die Tätigkeit der Leber besser zu unterstützen. Vor allem aber wirkt der sonnenliebende Lippenblütler äußerst belebend auf Physis und Gemüt. Mithilfe seiner Blätter und blühenden Triebspitzen kann man recht einfach einen Tee zubereiten, den man jedoch vor allem in der ersten Tageshälfte bis zur Mittagszeit trinken sollte, um sich des Nächtens nicht selbst am Schlafen zu hindern. Mit dem Trinken des Tees kann man übrigens auf natürliche Weise den „Bock“ (= Motivation) wieder einfangen, der einem im Zuge einer Erkrankung kurzfristig abhanden zu kommen schien.

Rosmarin-Tee:

2 Teelöffel voll getrockneter und zerkleinerter Rosmarinblätter und -triebspitzen werden mit 1/4 Liter kaltem Wasser übergossen. Beides zusammen am Herd bis zum Sieden erhitzen und dann aber bald von der Platte nehmen und abseihen. Um nach überstandener Grippe wiederum besser auf die Beine zu kommen, empfiehlt es sich, einige Tage hindurch morgens und mittags je 1 Tasse davon zu trinken.


Rosmarin Blütenzweig ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Nachschub für die Abwehr

Im Alant steckt die richtige Reserve

Meine Heimatstadt Drosendorf im niederösterreichischen Waldviertel ist von einer mächtigen Wehrbefestigung umgeben. Bei einem Spaziergang entlang der stellenweise bis heute zinnenbekrönten Mauern darf man ruhig der Phantasie freien Lauf lassen, um mit den Gedanken ins Mittelalter abzuschweifen. Wie oft wird es wohl nötig gewesen sein, die innerhalb der Stadtmauer lebende Bürgerschaft zu verteidigen? Wenn heute der Alant (Inula helenium) im Spalier der täglich präsentierten Heilgewächse einen Schritt nach vorne tut, so deswegen, weil er ein verlässlicher Partner des Menschen ist, der für sein Immunsystem schließlich je neue stärkende Unterstützung benötigt. Der Alant war auch schon vor Jahrhunderten im Fernen Osten als Heilkraut von Bedeutung. Nach deren naturmedizinischen Anschauungen bringt der mannshohe Korbblütler das Blut in Bewegung und behebt alle Arten von Stauungen. In gleicher Weise soll er hartnäckigen Schleim lösen sowie die Heilung nach Knochenbrüchen bzw. Muskelrissen forcieren. In unserer Heiltradition wiederum liegt das Augenmerk bei den Wirkkräften des Alants eher auf seinem hautstärkenden Effekt. Will man einen Tee zubereiten, so verwendet man vor allem die Wurzel des Gewächses, die bereits im vergangenen Herbst ausgegraben, gereinigt und vor dem Lagern sorgfältig getrocknet wurde. Aber auch noch jetzt im Februar/März kann man Alantwurzeln ernten. Es versteht sich quasi von selbst, dass die Teezubereitung nur im Kaltansatz, wie anschließend beschrieben, durchgeführt werden sollte. Geht es nun dem Frühjahr zu, heißt das noch lange nicht, dass die Abwehrkräfte unseres Organismus dadurch auf Urlaub gehen könnten. Ganz im Gegenteil: wechselt das Wetter mitsamt den Temperaturen und dem Niederschlag, so brauchen sie erst recht etwas, das ihnen Rückhalt gibt und sie stärkt.

Tee aus Alantwurzel

So wird er zubereitet: Von der getrockneten und zerkleinerten Wurzel nimmt man eine Menge von 2 Teelöffeln und setzt sie in 1/4 Liter kaltem Wasser 3 Stunden lang an. Dann erwärmt man das Ganze, ohne es jedoch zu kochen. Hierauf 15 Minuten ziehen lassen und abseihen. Um die Immunkräfte zu festigen, kann man 3 Wochen lang morgens und abends je eine Tasse von diesem Alanttee trinken.


Alant ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Dicht am Wasser

Die Erle und ihre Rinde

Es gibt eine Farbe, die mich jedes Jahr neu begeistert und die ich schwer beschreiben kann. Es ist kein Rot und auch kein Violett, kein Braun und schon gar kein Rosa. Es ist da irgendwo mitten drin. Und ich erspähe es immer dann, wenn sich z. B. im Frühling am Waldrand die ins Blühen geratenden Schwarzerlen entlang der Bachufer von den sattgrünen dahinter aufragenden Fichten abheben. Ich mag dieses eigenwillige Farbspiel, weil ich dann weiß, dass es wiederum wärmer und heller wird. Gewiss werden so manche Allergiker die Haare aufstellen, wenn ich wohlwollend über diesen Baum zu reden beginne. In manchen Medien wurde ja bereits darüber berichtet, dass die Pollensaison wieder einmal früher startet und somit auch der Erlenblütenstaub als Auslöser unangenehmer physischer Reaktionen ins Spiel kommt. Und dennoch möchte ich darauf hinweisen, dass bereits in den vergangenen Jahrhunderten der heilsame Effekt, der mit den Erlen in Verbindung steht, erkannt, niedergeschrieben und angewandt wurde. Man hat dabei in erster Linie die Blätter und deren heilsame Wirkung bei Geschwüren hervorgehoben. Die Schwarzerle zählt zu den Birkengewächsen und ist dafür prädestiniert, um an Gewässern die Ufer zu säumen und somit zu befestigen. Sie ist ebenso wie ihre weißrindige Verwandte eine Pionierbaumart, die vor allem mit feuchtem Boden und mit Staunässe gut zurechtkommt. Wenn es nun also dem Frühjahr zugeht, so ist hauptsächlich die Rinde an ihren Zweigen von Interesse. Sie kann nun ebenso wie im ausgehenden Herbst geerntet und getrocknet werden.

Für Mund und Haut:

Von einigen fingerdicken Ästchen der Schwarzerle können Sie die Rinde streifenweise abschaben und zum Trocknen in einem warmen Raum auflegen. Daraus lässt sich nach dem Zerkleinern derselben ein Tee im Heißaufguss aufbrühen, den man nach 15 Minuten abseiht. Dieser Rindentee eignet sich weniger zum Trinken als vielmehr zum Gurgeln bei Entzündungen im Mund- und Rachenbereich. Aufgrund seiner zusammenziehenden Wirkung kann man ihn ebenso für Hautabreibungen verwenden, um z. B. Narben besser verheilen zu lassen oder generell die Haut widerstandsfähiger zu machen.


Schwarzerle ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Bei Husten und Heiserkeit

Mit Apfel und Zwiebel dagegen angehen

Geschmäcker sind bekanntlich äußerst verschieden. Das richtet sich nicht nur nach den jeweils einzelnen Personen mit ihren individuellen Vorlieben, sondern ebenso nach regionalen und nationalen Gebräuchen und Kulturen. In unseren Breiten ist es kaum üblich, einen Apfel mit einer Zwiebel zu kombinieren. Beide für sich allein genommen, haben durchaus ihren gesundheitlichen Wert. Wir wissen alle, dass ein Apfel pro Tag den Ärzten sehr viel an Arbeit ersparen kann, wenn man einem englischen Sprichwort Vertrauen schenkt (One apple a day keeps the doctor away). Die Zwiebel wiederum weckt beim Aufschneiden derselben nicht nur die Tätigkeit der Tränendrüsen. Ihr Gebrauch erweist sich als gut und förderlich für die Verdauung, für die Blutgefäße sowie für das Immunsystem. Und so ist es nur recht und billig, in vielen Variationen möglichst oft nach der Zwiebel zu greifen. Bei einem Anliegen jedoch darf man auch beide – Apfel und Zwiebel – zusammenführen. Konkret meine ich damit den Husten, der häufig infolge eines grippalen Infektes den Atemwegen noch über längere Zeit Probleme bereitet. Natürlich kommen viele im Laufe des zu Ende gehenden Winters nicht um so manche Phase der Heiserkeit herum. Gewiss ist es einfach, mit dementsprechenden Medikamenten einen therapeutischen Weg zu beschreiten. Dennoch sollten wir die alten Hausmittel nicht geringschätzend ad acta legen. Sie bringen uns immerhin in direkte Verbindung mit den Gaben der gottgegebenen Schöpfung und verhelfen uns damit zu einem engeren Kontakt mit derselben. Und da darf durchaus ein Husten als Grund dafür reichen.

Hustensirup aus der Natur:

Ein altbewährtes Hustenmittel wird ganz einfach zubereitet. Je 100 g von Apfel und Zwiebel werden möglichst klein geschnitten. Danach beides vermischen, in 1/4 Liter kaltem Wasser zustellen und gut aufkochen. Zuletzt 15 Minuten stehen lassen, dann noch ca. 50 g Lindenblütenhonig einrühren und hernach kühl stellen. Dieser derart gewonnene Sirup bleibt etliche Tage haltbar. Bei Husten und Heiserkeit kann man 4 bis 5 Esslöffel (Raumtemperatur) über den Tag verteilt zu sich nehmen, um eine Linderung der Beschwerden zu erwirken.


Apfel ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya


Zwiebel ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Ein Abfall aus dem Wald

Reisig hat einen beruhigenden Effekt

Heute war ich wiederum ein paar Stunden im Wald, Herr Pfarrer! – Ganz klar, dass damit die Arbeit des Holzschlägerns und des Zurichtens von Brennholz gemeint ist, wenn jemand aus der Pfarre beim Smalltalk verweilt. Am Land ist es noch üblich, dass die Bauern ein kleines Stück Wald ihr Eigen nennen, mit dem sie jedoch auch genug Arbeit haben. Und es bleibt jeweils das Reisig übrig, da die Stämme ihrer Äste entledigt werden müssen, um für eine weitere Verwendung bzw. für den Verkauf etwas zu taugen. In früheren Zeiten, da von fossilen Brennmaterialien wie Erdöl und Erdgas noch keine Rede war, hat man die Wälder nach dem Schlägern immer penibelst ausgeputzt, denn alles Holz – und war es noch so dünn und kurz – konnte für den Ofen und damit für die Gewinnung von Wärme gebraucht werden. Und Reisig hat auch einen heilenden Effekt. Allein schon die ätherischen Öle, die von einem Haufen dieser Art aufsteigen, erweisen sich als wohltuend und stärkend für den Hals- und Lungenbereich. Daher sollte man die Zweige von Nadelbäumen durchaus des Öfteren in eine Vase stellen, damit die Zimmerluft angereichert wird. Wer übrigens im Wald oder im Garten beim Zurückschneiden der Nadelbäume mit bloßen Händen die Arbeit verrichtet, sollte nicht sosehr über das Harz klagen, das unweigerlich auf der Haut zurückbleibt. Besser ist es da schon, mit beiden Handflächen eine Höhle zu formen und mit der Nase kräftig die Luft daraus einzuatmen, bevor man die Hände reinigt. Sämtliche Reisigarten der Bäume wie Fichte, Föhre, Zirbe, Latsche oder Tanne sind übrigens zusätzlich geeignet, um sie zur Stärkung der Nerven oder zur Minderung von rheumatischen Begleiterscheinungen heranzuziehen.

Badezusatz aus Reisig:

Die Nadeln und die zerkleinerten Triebspitzen von den oben benannten Arten können zerkleinert werden. 150 g davon übergießt man mit 2 Liter kaltem Wasser und kocht beides zusammen gut auf. Dann abseihen, ins Badewasser leeren und verrühren. 20 Minuten in der Wanne bleiben. Bei Nervenkrankheiten und bei neuralgischen Zuständen kann dies als begleitende Maßnahme zu jeder Jahreszeit praktiziert werden.


Fichte, Tanne, Kiefer ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Das Übergewicht zum Thema machen

Mit der Topinamburknolle gezielt reduzieren

Warum kann uns Jesus so sympathisch sein? Die Antwort ist ganz einfach: Weil er wie wir in Versuchung geführt wurde. Die Bibel (vgl. Lk. 4, 1–13) schildert uns recht anschaulich, wie der Teufel ihm ganz geschickt Brot, Macht und Übermut schmackhaft zu machen versucht, just in dem Moment, da Jesus hungrig ist. Und wir alle wissen sehr wohl, wonach wir greifen, wenn uns Hunger und Durst quälen. Und gleichzeitig klagen wir über das sichtbare Resultat mit Namen Übergewicht. Rank und schlank wächst hingegen die Kleine Sonnenblume, besser bekannt als Topinambur (Helianthus tuberosus). Wie ihre körner- und ölliefernde große Schwester erreicht sie als Zierpflanze im Garten eine stattliche Höhe. Für uns von Interesse ist heute jedoch ihre wertvolle Knolle, die sich für eine gesunde Küche als äußerst brauchbare Spezialität erweist. Sobald der Boden frostfrei ist, kann man diese im Garten setzen, um sich ab dem Sommer an der Blüte zu erfreuen und im Spätherbst dann des unterirdischen Ertrages zu bedienen. Diese Wurzelknollen sind einerseits leicht verdaulich und liefern dem Körper andererseits die nötigen Vitamine bzw. Spurenelemente, die gerade auch dann nötig sind, wenn man sein Eigengewicht in Schach halten will. Interessanterweise hilft ein leicht alkoholischer Auszug davon zusätzlich mit, das lästige Hungergefühl, das sich automatisch beim Fasten einstellt, hintanzuhalten. Um nun im Abnehmen einen deutlichen Schritt weiterzukommen, sollte man regelmäßig den Auszug in kleinen Portionen zu sich nehmen. Eine Kräutertee-Mischung kann zusätzlich als begleitender Trank gerade in den Zeiten des bewussten Verzichts miteinbezogen werden. Diese beinhaltet nicht nur Birkenblätter, Löwenzahn und Schafgarbe, sondern auch Fenchel, Kamille und die sonnige Ringelblume, die beim Fasten das Gemüt über Wasser hält.

Topinambur-Auszug und Tee für Fasttage:

Der aus der Topinambur-Knolle gewonnene Auszug verhindert die übermäßige Bildung von Fettgewebe, entgiftet den Organismus und erhält durch eine Mineralstoffzufuhr gleichzeitig die Leistungsfähigkeit. 4- bis 5-mal täglich wird ein Teelöffel voll davon eingenommen, und vor dem Schlucken gut im Mund verteilt. Das beugt auch einer Stuhlverstopfung vor. Der Tee „Für Fasttage“ wiederum hilft mit, das physische Gleichgewicht zu halten. Beides ist samt ausführlicher Beratung im Kräuterpfarrer-Zentrum in Karlstein erhältlich (Tel-Nr. 02844/7070 – DW 11 od. 31 bzw. per Mail unter beratung@kraeuterpfarrer.at). Setzen Sie gleich morgen einen konkreten Schritt für Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden!


Topinambur ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Mut aufbringen vor dem Schlafengehen

Zitronen als Pflegemittel für die Zähne

Als hätte ein Tag nicht schon Herausforderungen genug! Und jetzt auch noch der Appell, gerade am Abend, wenn man alles hinter sich wähnt, Mut aufzubringen? Nun, so schlimm ist es auch wiederum nicht. Denn es genügt oft schon, sich dem natürlichen Geschmack einer Frucht auszusetzen. An vorderster Stelle steht da in puncto Überwindung die Zitrone. Sie reift auf Bäumen heran, die zur botanischen Familie der Rautengewächse zählen. Seit jeher verbinden wir die Zitronen mit den Ländern des Südens, in denen sie auch am besten gedeihen. Wegen ihres hohen Vitamin-C-Gehaltes wird der Zitrone seit Jahrhunderten eine ungebrochene Wertschätzung zuteil. Für die Verdauung bringt der Genuss von Zitronensaft ebenfalls viel Positives. Es ist höchstens Vorsicht geboten, nicht zu viel davon zu verwenden. Denn oft genügen schon ein paar Tropfen, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Und diesen Vorteil kann man sich ganz einfach für einen Bereich zunutze machen, den wir recht häufig pro Tag gebrauchen. Es ist damit der Mund gemeint, der für die Nahrungsaufnahme einerseits und für das Formulieren unserer Sprache andererseits unentbehrlich bleibt. In ihm bildet vor allem das Zahnfleisch eine äußerst sensible Zone, die aus mehreren Gründen Schwächen aufweisen kann. Diese äußern sich u. a. in dem allseits bekannten Zahnfleischbluten, das den Betroffenen verständlicher Weise sehr unangenehm ist. Mit Zitronen kann man diesem Übel Herr werden, wenn man nur regelmäßig darauf zurückgreift. Und eigentlich ist es ganz einfach, das Zahnfleisch wiederum heil und kräftig erscheinen zu lassen.

Abendliche Übung mit Zitronen:

Recht zeitnahe vor dem Antreten der Nachtruhe kann man bei Zahnfleischbluten Folgendes durchführen: von einer biologisch gezogenen Zitrone schneidet man sich eine Scheibe herunter, die man dann an den Mund führt und gründlich aussaugt. Die Kerne, die dabei anfallen, werden selbstverständlich ausgespuckt. Nach ein paar Tagen wird man bereits den Erfolg merken, indem die Zahnbürste während des Putzens keine roten Spuren mehr aufweist.


Zitronen ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Ein heilvoller Baum

Mit der Linde gute Perspektiven schaffen

Wir unterscheiden gerne diejenigen, denen wir Tag für Tag begegnen dürfen, und ordnen sie in zwei gedanklichen Schubladen ein: die Pessimisten und die Optimisten. Erstere sind sehr leicht auszumachen, da die Vorzeichen der Zeit ja nicht unbedingt positiv sind. Ein Optimist hingegen lässt sich nicht so einfach von einer depressiven Stimmung unterkriegen. Er zeigt immer noch genügend Gründe auf, die Hoffnung verleihen. Die Linde (Tilia) ist meiner Meinung nach auch so ein Baum. Sie trägt des Sommers allein schon durch die Form ihrer Blätter quasi unzählige Herzen an ihrer Oberfläche. Und wer würde nicht ihren betörenden Duft schätzen, der uns alle in den Bann zieht, sobald der Pflanzenriese in voller Blüte steht? Aus ihrem weichen Holz wiederum wurden seit jeher wundervolle Skulpturen geschaffen, zu denen bereits unsere Vorfahren ehrfurchtsvoll aufblickten. Viele unserer Zeitgenossen leiden unter einem hohen Blutdruck und suchen daher nach Möglichkeiten, davon erneut wegzukommen. Die Linde hat eine sehr entspannende Ausstrahlung. Gewiss treibt sie zwar den Schweiß aus den Poren, wenn man einen Tee trinkt, der aus den getrockneten Blüten aufgebrüht wurde. Bei einer äußerlichen Anwendung jedoch sorgt sie dafür, dass an der Hautoberfläche Spannungen abgeleitet und das Blut eine Unterstützung in der Bildung seiner Konsistenz erhält. Ein Produkt, das überdies von der Linde gewonnen wird, ist deren Holzkohle, die nicht nur zur Beruhigung einer verstimmten Verdauung herangezogen werden kann, sondern ebenfalls unserer Haut schmeichelt und somit dem ganzen Körper eine bessere Perspektive zu schaffen vermag, als dies genau entgegengesetzt in einem stressigen Alltag passiert.

Ein Bad mit Blüten und Holzkohle:

250 g getrocknete Lindenblüten werden zusammen mit 150 g pulverisierter Lindenholzkohle mit 3 Liter kochendem Wasser übergossen. 2 Stunden lang ziehen lassen. Dann den abgeseihten Tee dem Badewasser beifügen und 20 Minuten in der Wanne bleiben. Zuletzt nachduschen und die Haut mit einem naturreinen Öl einreiben. Das tut der Haut gut, entspannt und verleiht vor allem jenen, die unter einem hohen Blutdruck leiden, Wohlbefinden und Ausgleich. Ein solches Bad hat sich auch bei Venenentzündung bewährt.


Lindenblüten ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Ein Gleichgewicht anstreben

Mit der Kamille das Austarieren umsetzen

Das Leben stellt sehr oft eine Berg- und Talfahrt dar, die so vielleicht gar nicht in das imaginäre Navigationsgerät der längst verflossenen Jungendtage eingegeben wurde. Was Geld, Karriere und Beziehung anbelangt, hatte man doch ein stetiges Bergauf oder zumindest einen geradlinigen Verlauf avisiert. Meist kommt aber alles anders, als man sich das denkt. Vieles wirbelt derartige Wunschträume durcheinander und damit auch die auf die Probe gestellte Seele. In der Echten Kamille (Matricaria chamomilla) finden wir eine Zeitgenossin vor, die uns auf altbewährte Weise hilft, eine innere Ausgewogenheit, die uns vor kürzerer oder längerer Zeit ganz abhanden zu kommen schien, wiederzuerlangen. Da dürfen wir als erstes die entkrampfende Wirkung entdecken, die in der Kamille steckt. Durch den ab und zu aufgegossenen Tee aus diesem Kraut wissen viele von uns sicherlich, dass sich jenes Heilgewächs z. B. bei Magenverstimmungen als überaus gütig und entspannend erweist, ungefähr so, als ob ein Freund oder eine Mutter sagen würde: „Komm doch her zu mir! Es ist ja nicht so schlimm, wie es aussieht.“ Aber es gilt eben nicht nur auf körperlicher Ebene gesund zu werden, sondern genauso im geistig-seelischen Gefüge eine Harmonie zu erlangen, die einen selbst für alles Zukünftige frei und entschieden sein lässt. Gerade dann, wenn man in irgend einer Weise über die Stränge geschlagen hat – der Fasching muss ja auch noch abgefedert werden – und ein angespanntes Gemüt vorherrscht, sollte man mit der Kamille versuchen, erneut ruhigere geistige und physische Gewässer anzusteuern. Das kann man auch tropfenweise versuchen.

Kamillentinktur als Hausmittel:

Zum Herstellen benötigt man 1/2 Liter 70%igen Alkohol z. B. in Form von einem guten Obstbrand, mit dem man eine Menge von 50 g getrockneter Kamillenblüten übergießt. 14 Tage bei Zimmertemperatur verschlossen stehen lassen. Den Rückstand setzt man nach dem Abseihen nochmals 3 Stunden lang in 1/4 Liter abgekochtem Wasser an, presst ihn aus, filtriert das Resultat ab und fügt es dem alkoholischen Ansatz hinzu. Noch einmal 14 Tage stehen lassen und dann abfüllen und kühl im Dunkeln lagern. Bei seelischer Unausgewogenheit kann man 3-mal am Tag 5 Tropfen davon auf einen Esslöffel mit einem Honig/Zitronensaft-Gemisch träufeln und zu sich nehmen.


Kamille ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Eine gesunde Zäsur

Dem Apfelsaft mehr Platz einräumen

Manche Frucht hat eine ganz besondere Symbolik. So verbindet man den Apfel z. B. mit einem sehr einschneidenden Ereignis für die Stammeltern der gesamten Menschheit, die uns das Buch Genesis im Alten Testament der Bibel vor Augen stellt. Alle wissen wohl, dass ich deren Sündenfall unter dem Baum der Erkenntnis meine. Im Text ist keine dezidierte Artenbezeichnung zu finden. Die darstellende Kunst jedoch hat sich seit jeher des Apfels bedient, mit dem die Schlange Eva und Adam erfolgreich versucht hat. Der Apfelbaum zählt botanisch gesehen zur Gattung der Kernobstgewächse innerhalb der großen Familie der Rosengewächse. Die heutigen Formen der Kulturäpfel sind uns allen natürlich am geläufigsten. Wahrscheinlich hat man schon sehr früh auf dem asiatischen Kontinent damit begonnen, Äpfel zu kultivieren und gezielt zu züchten, bevor diese über die Handelswege ihre Verbreitungsreise nach Westen antraten. Über den gesundheitlichen Wert der Äpfel braucht man sicherlich keine großen Abhandlungen auszubreiten. Das Fruchtfleisch und die Schale bringen bei deren Genuss sehr viel Vitamine, Fruchtsäuren und Spurenelemente in den Körper und bereichern die aufgenommene Nahrung zusätzlich mit wichtigen Ballaststoffen. Gewiss weiß ich natürlich auch um die allergischen Reaktionen, die gerade dieses Obst bei Betroffenen auslösen kann. Jedoch bereitet das der Tatsache, dass der Großteil unserer Zeitgenossen von den Äpfeln reichen Profit schöpfen kann, keinen Abbruch. Gerade, wenn heute die christliche Fastenzeit beginnt, erlangt der Apfel mitsamt seinen gesundheitsfördernden Inhalten eine erneute Aktualität.

Apfelsaft als Fastentrank:

Abgesehen davon, dass ein größtmöglicher Verzicht auf alkoholische Getränke während einer Fastenperiode unbedingt vonnöten ist, stellen Fruchtsäfte eine gute Möglichkeit dar, den Körper mit gesundheitsunterstützender Flüssigkeit zu versorgen. Ein Rohsaft z. B., der aus Äpfeln frisch gepresst wird, kann mithelfen, die nahrungsarme Zeit zu überbrücken und zusätzlich den Körper gründlich zu entgiften. Am besten verteilt man die angeratene Tagesration von 3/4 Liter so, dass 3-mal am Tag je 1/4 Liter schluckweise getrunken wird. Das hilft übrigens auch bei Problemen mit der Leber und der Galle.


Äpfel ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya