Für eine gute Stimme

Ebereschenbeeren zum Gurgeln

Der Gebrauch von visuellen und audiomäßigen Medien ist uns in den letzten Jahrzehnten zu einer derartigen Selbstverständlichkeit geworden, dass dieser unmöglich mehr aus unserer Lebenswirklichkeit wegzudenken ist. Es schadet aber nicht, einmal an die Hintergründe eines permanenten Bespielens des Alltags zu denken und zu beachten, was dahintersteckt. Konkret meine ich den Einsatz an Stimme von vielen, die sprechen bzw. singen. Die Eberesche (Sorbus aucuparia) selbst ist zwar wie alle anderen Bäume stumm, steht aber dennoch in einer Verbindung zu den menschlichen Lautäußerungen. Diese werden nämlich ziemlich beeinträchtigt, wenn Husten, Erkältung oder eben bloß eine vorübergehende Heiserkeit eindeutige Grenzen setzt. Da hilft es dann oft nicht einmal, sich kräftig zu räuspern. Viel eher dürfen wir alle – egal, ob wir uns vor einem Mikrofon befinden oder nicht – prinzipiell auf einen gezielten und schonenden Gebrauch der Stimmbänder achten. Dazu gehört es auch, in der Rachenregion ein Milieu zu schaffen, das gerade bei Heiserkeit eine Linderung der Beschwerden auf den Weg bringt. In den Ebereschenbeeren sind nicht nur Vitamine eingelagert, sondern ebenso Inhaltsstoffe wie Apfelsäure, Gerb- und Bitterstoffe sowie Pektin. Diese sind ideal für die Begleitung all derer, die ein Kratzen im Hals verspüren. Die Früchte der Ebereschen, die auch Vogelbeeren genannt werden, lassen sich dann ganz unkompliziert aufbereiten und zur Anwendung bringen.

 

Vogelbeer-Tee

Von reifen entstielten und gesäuberten Ebereschenbeeren werden 2 Handvoll mit 1 Liter kaltem Wasser übergossen. Danach auf eine Herdplatte stellen und ca. 1 Stunde lang auf Sparflamme am Kochen halten. Zum Schluss wird der fertige Beerentee abgeseiht und in eine Thermosflasche gefüllt. Somit hat man diesen den ganzen Tag über zur Verfügung, um bei Heiserkeit bzw. einem entzündeten Rachen damit zu gurgeln. www.kraeuterpfarrer.at

Eberesche oder Vogelbeere, Früchte (Sorbus aucuparia) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Rotes Leuchten an den Zweigen

Die Hagebutten nutzen

In der Farbenlehre der Natur wird nun im Herbst gleichsam sehr vieles neu aufgemischt. Die Laubbäume hüllen sich in ein fast goldenes Kleid, bevor sie es zur Gänze fallen lassen. Ebenso tun das ihnen die Lärchen gleich. Sehr markant treten nun auch etliche Früchte an den Sträuchern ins Blickfeld derer, die an ihnen beim Spazierengehen vorüberziehen. So liegt es mehr als nahe, unsere Aufmerksamkeit den leuchtend roten Hagebutten zuzuwenden, die bei mir daheim auch gerne als Hetscherln bezeichnet werden. Es handelt sich hierbei um die Früchte der wilden Rosen, die sich gerade entlang von Feldwegen, Waldrändern und auf dicht bewachsenen Böschungen ausbreiten. In den Hagebutten steckt manch Gutes und Gesundheitsförderndes wie in erster Linie Vitamine und Fruchtsäuren, aber ebenso Pektin, Gerb- und Mineralstoffe. In den Haushalten früherer Generationen war es vielerorts selbstverständlich, sich gerade im Herbst nach den ersten Frostnächten aufzumachen, um die roten Kostbarkeiten zu pflücken und in der Folge entweder zu trocknen oder gleich aufzubereiten. So ist es auch möglich, einen Saft aus den Hetscherln zu gewinnen, der mithelfen kann, um sowohl die Vitalität und die Immunkraft zu steigern als auch gleichzeitig die Gehirnfunktion anzuregen. Mit ein bisschen Mühe sollte es gelingen, der eigenen Gesundheit einen guten Dienst zu erweisen, die in Zeiten wie diesen auf vielfältige Weise angegriffen werden kann. Die Hagebutten haben sich jedenfalls schon seit langer Zeit bewährt und stehen uns Menschen auch heute noch hilfreich zur Seite.

 

Habebutten- Saft

Möchte jemand einen Presssaft aus Hagebutten gewinnen, so werden die frisch gepflückten Früchte nach dem Reinigen mit lauwarmem Wasser gut angefeuchtet. Dann über Nacht in einem Gefäß stehen lassen. Am nächsten Morgen werden die Hagebutten auspressen. Auch wenn die Ausbeute dabei nicht sehr ergiebig ist, sollte die Flüssigkeit löffelweise gleich am selben Tag eingenommen werden, damit sie nicht verdirbt. Diese Maßnahme stärkt die Abwehrkräfte und erfrischt den ganzen Organismus. www.kraeuterpfarrer.at

Hagebutten-Fruchtzweig (Fructus Cynosbati) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Verjüngung von innen heraus

Rote Rüben entsaften

Von unserer Geburt an können wir einer Tatsache nicht aus dem Weg gehen: mit jedem neuen Tag schreitet gleichzeitig unsere Lebenszeit voran und summiert sich somit auf ein steigendes Alter. Es ist wohl noch niemandem gelungen, hierbei die entgegengesetzte Richtung einzuschlagen. Das ist auch überhaupt nicht notwendig. Denn was und wem nützt es schon, wenn wir über die Zahl, die vor unserem jeweiligen Geburtstag steht, klagen? Da ist es doch allemal gescheiter, dankbar und bescheiden zu bleiben. Mit den Roten Rüben (Beta vulgaris subsp. vulgaris) möchte ich dennoch den Versuch unternehmen, viele dazu zu animieren, ihre eigene Vitalität und frische Verfasstheit zu bewahren. Denn eine intensiv betriebene Kosmetik kann trotz allem Bemühen nicht eine gesunde und vernünftige Lebensweise ersetzen, die vor allem vom Inneren des Körpers heraus wirkt. In den Roten Rüben sind sehr viele wertvolle Nähr- und Wirksubstanzen enthalten, die sich positiv auf eine stabile Gesundheit auswirken können. Vitamine, Folsäure und etliche Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium, Eisen und Zink zählen zur Palette des Fitmachers. Gewiss ist vielen von uns die Zubereitung der Roten Rübe in Form eines Salates vertraut, der auch in etlichen gastronomischen Betrieben als Zuspeise kredenzt wird. Wenn aber jemand dieses Gemüse sogar im eigenen Garten hat heranwachsen sehen und nun im Keller einlagert, der kann darangehen, den Vorrat zu nutzen und eine Saftkur durchzuführen.

 

Rote Rüben entsaften 

Mit einem geeigneten Küchengerät ist es möglich, die kleingeschnittenen Roten Rüben zu entsaften. Es empfiehlt sich, 2- bis 3-mal täglich jeweils 1/16 Liter des gewonnenen Saftes zu trinken. So wird eine gute Verdauung gefördert und gleichzeitig eine Maßnahme ergriffen, die einer Verjüngung von innen heraus gleichkommt. Die Roten Rüben können nämlich so mithelfen, dass sich ein Wohlbefinden einstellt, welches sich auf den ganzen Organismus positiv auswirkt. www.kraeuterpfarrer.at

Rote Rübe (Beta vulgaris subsp. vulgaris) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Wasser und Kräuter

Ein Bad mit Schafgarbe

Seit Pfarrer Sebastian Kneipp wissen wohl die meisten, welch hohen Stellenwert das Wasser besitzt. Es löscht nicht nur den Durst, sondern kann einen großen Beitrag dazu leisten, um unsere Gesundheit zu erhalten. Zudem aktiviert es bei rechter Anwendung den ganzen Organismus, wobei jemand nicht vor einem abrupten Wechsel von kalt und warm zurückschrecken sollte. Positive Rückmeldungen von einer kompetent begleiteten Kneippkur gibt es ja zuhauf. Das Wasser kann jedoch auch die Wirkstoffe der Kräuter gut an den Mann bzw. die Frau bringen. Die Schafgarbe (Achillea millefolium) etwa, die als Heilpflanze des Jahres für Österreich unter einer besonderen Aufmerksamkeit steht, besitzt viele Vorzüge. Sie können dann zur Geltung gebracht werden, wenn das Gewächs dementsprechend aufbereitet wird. In der Schafgarbe finden sich hauptsächlich Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide und ätherisches Öl. Diese Wirksubstanzen werden vom Organismus vor allem dann gerne entgegengenommen, wenn es einer Unterstützung bedarf. Zielbereiche sind eine geschwächte oder gereizte Haut, ein aus der Balance geratenes Nervensystem und vieles andere mehr. Ein Kräuterbad, das als pflegende Maßnahme in Anspruch genommen wird, stellt eine von vielen Möglichkeiten dar, um sich der Schafgarbe nutzbringend zu bedienen. Vielleicht ist dies zusätzlich eine Möglichkeit, um einmal in einer entspannten Weise aus dem Alltag auszusteigen, der uns ohnehin permanent viel abfordert und uns nicht selten auf uns selbst vergessen lässt.

 

Badezusatz anrichten 

Rund 100 g eines Gemisches aus getrockneten und zerkleinerten Blüten und Blättern bzw. Triebspitzen der Schafgarbe mit 2 bis 3 Liter kochendem Wasser übergießen und auf einer Herdplatte noch zusätzlich kurz am Wallen halten. Danach 20 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Zuletzt abseihen und in eine mit bereits warmem Wasser gefüllte Wanne hineinleeren. Ca. 15 Minuten darin baden. Das tut der gesamten Haut gut, ist bei Hämorrhoidalleiden hilfreich und kann auch bei Flechten und Juckreiz angewandt werden. www.kraeuterpfarrer.at

Schafgarbe mit Wurzel (Achillea millefolium) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Vorkehr treffen

Holunderblüten als Tee

Für gewöhnlich sitzen wir nicht unbedingt vor einer Glaskugel, um aus deren Inneren die Zukunft detailgenau ablesen zu können. Dazu würde den meisten von uns sowieso schlicht und einfach die Zeit fehlen. Außerdem ist es ohnehin viel weiser, die Gegenwart als lebenswert und kostbar zu erachten. Im Jetzt präsent zu sein, heißt ja gleichzeitig für das Künftige etwas aufzubauen und zu tun. Dazu zählt wohl auch die Vorsorge für eine stabile Zukunft. Im Schwarzen Holunder (Sambucus nigra) finden wir sicher eine gute Hilfe, um die von mir eben formulierten Worte nicht als leere Hülse stehen zu lassen. Dieser in der Regel als Strauch gewachsene pflanzliche Partner aus Gottes wunderbarer Schöpfung ist aufgrund seiner charakterlichen Verfasstheit ziemlich stark und eigenwillig. Denn er wartet nicht auf einen gut aufbereiteten Boden oder auf eine helfende menschliche Hand, die ihn irgendwohin setzen würde. Dafür sorgt er schon selbst. Am liebsten sind ihm Brachflächen in der Umgebung von Siedlungen und landwirtschaftlichen Gebäuden, die er nach seinem Gutdünken zu besiedeln weiß. Ganz wertvoll sind die Blüten des Schwarzen Holunders. Sie stehen uns nun in getrockneter Form zur Verfügung. Als solche sind sie gerade jetzt sehr gut verwendbar. Ihre Inhaltsstoffe wie Flavonoide, Schleimstoffe und ätherisches Öl sind dazu angetan, um einerseits eine Krisenzeit wie etwa einen grippalen Infekt zu begleiten und andererseits die Abwehrkräfte des Körpers zu steigern. Ich möchte unsere Immunkraft mit einem Schild vergleichen, das uns hilft, die „Pfeile“ der Erkältungskrankheiten zu einem großen Teil an uns abprallen zu lassen. Die Holunderblüten sind mit ihrer schweißtreibenden Wirkung durchaus dazu angetan, uns darin zu unterstützen, um zuversichtlich in die Zukunft zu blicken.

 

Regelmäßig trinken 

1/4 Liter kochendes Wasser über 2 Teelöffel voll getrocknete und zerkleinerte Holunderblüten gießen. Beides zusammen 15 Minuten lang zugedeckt ziehen lassen, ehe der fertige Tee abgeseiht wird. Danach ungesüßt schluckweise zu sich nehmen. 3 Wochen lang am besten am frühen Abend 1 Tasse davon trinken. Das hilft mit, die körpereigene Immunkraft zu stärken und somit besser gegen Erkältungskrankheiten und Grippe gewappnet zu sein. www.kraeuterpfarrer.at

Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Wenig bekannt

Odermennig hilft der Haut 

Immer wieder passiert es mir, dass ich auf ein Erstaunen treffe, wenn ich die einen oder anderen Gewächse erwähne, die bei vielen in unserer Bevölkerung einen eher geringen Bekanntheitsgrad besitzen. Gewiss werden gerade bei Kräuterwanderungen die Fragen nach den Namen der Pflanzen gestellt, da eine Gruppe von Interessierten direkt vor dem grünen Individuum steht. Das ist aber erst die eine Seite der Medaille. Da nämlich die meisten Heilkräuter in verschiedenen Anliegen eine Begleitung darstellen können, lassen sie sich auch mehrfach verwenden. Ein gutes Beispiel dafür ist der Gemeine Odermennig (Agrimonia eupatoria). Er gehört zur botanischen Familie der Rosengewächse und kommt bei uns in der Heimat gar nicht so selten vor. Dennoch kennen ihn nur wenige. Die Palette der Inhaltsstoffe des Odermennigs ist mit Gerb- und Bitterstoffen bestückt, ebenso mit ätherischem Öl, Flavonoiden und Kieselsäure. Die zusammenziehende Wirkung, die von ihm ausgeht, wird in der Regel dafür genutzt, um den Bereich der Verdauung – also Magen und Darmtrakt – zu unterstützen. Es profitieren jedoch darüber hinaus noch die Gallenblase, die Leber und selbst die Bauchspeicheldrüse von der Verwendung des Odermennigs. Worauf ich heute hinweisen möchte, ist die Tatsache, dass es sinnvoll ist, bei Problemen mit der Haut diese pflanzliche Hilfe nicht zu vergessen, etwa bei schlecht heilenden Wunden und bei juckenden Ausschlägen. Und hierbei sollte ein Aufguss mit dem Odermennigkraut auch wieder auf verschiedene Weise zur Anwendung gebracht werden.

 

Odermennig-Aufguss

Von getrocknetem und zerkleinertem blühenden Kraut des Odermennigs 2 Teelöffel voll mit 1/4 Liter kochendem Wasser überbrühen. Danach 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und zum Schluss abseihen. Bei Hautproblemen ist es sinnvoll bis zu 3 Tassen pro Tag von diesem Aufguss zu trinken. Zugleich ist es möglich, 1 bis 2 Liter des Tees als Badezusatz zu verwenden, um die Haut damit ganz sanft von außen zu unterstützen und zu stärken. www.kraeuterpfarrer.at

Odermennig (Agrimonia eupatoria) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

Herbstliche Reinigung

Birkenblätter helfen mit

Wenn im Herbst die Blätter von den Bäumen fallen, so ist es ein schön zu beobachtendes Schauspiel, vor allem dann, wenn der Wind seinen aufwirbelnden Beitrag dazu leistet. Schließlich gehört es ganz einfach zum Kreislauf der Natur, sich vom Alten und Verbrauchten zu befreien, um Platz für Neues zu machen. Die Birken (Betula pendula) setzen ja mit ihren goldgelben Blättern einen besonderen Akzent in die Landschaft, bevor auch sie ihr gebrauchtes Kleid ablegen. Hat man von diesen weißrindigen Bäumen schon im zeitigen Sommer etliches an gesundheitsförderndem Grün gesammelt, so ist es nun möglich, den Körper damit zu unterstützen. Zu den Inhaltsstoffen der Birkenblätter zählen nämlich u. a. Gerbstoffe, Flavonoide und sogar ätherisches Öl. Damit lässt sich der Reinigungs- und Entgiftungsprozess, der hauptsächlich mithilfe des Blutumlaufes in unserem Organismus vonstattengeht, gut unterstützen. Die Verwendung des Birkengrüns kommt somit auch den Nieren und dem Blasenbereich zugute, was vor allem im Herbst wichtig ist, um so im Gesamtzusammenhang einer stabilen leiblichen Verfasstheit die Immunkräfte zu festigen. Und diese werden allemal täglich neu herausgefordert und benötigt. Mit der Kraft der Birke ist es also möglich, eine gute Vitalität aufrecht zu erhalten und gleichzeitig eine vorbeugende Maßnahme zu treffen, damit sich in den Adern möglichst geringe Ablagerungen festsetzen, die früher oder später zu massiven gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen können. Es zählt also zu den klugen Schritten der Vernünftigen, die Blätter der Birken rechtzeitig zu nutzen.

 

Blätter aufkochen

Von getrockneten und zerkleinerten Blättern der Birke 2 Esslöffel voll mit 1/2 Liter kaltem Wasser übergießen und dann kurz aufkochen. 15 Minuten lang zugedeckt ziehen lassen und abseihen. Mit ein bisschen Honig süßen und einfach auskühlen lassen. Tagsüber schluckweise zu sich nehmen. Das tut dem ganzen Organismus gut und hilft mit, dass die Blutgefäße von belastenden Ablagerungen frei gehalten werden. www.kraeuterpfarrer.at

Birkenzweige mit Blättern und Blüten (Betula pendula) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Müde Füße, Beine und Gelenke

Mit Arnika verwöhnen

Ein ausgefüllter Tag kann sich ziemlich in die Länge ziehen. Wenn sich dann Termin an Termin reiht, die liegen gebliebene Arbeit weniger werden soll und sich noch manch Unvorhergesehenes dazwischen schiebt, ist es kein Wunder, dass er oder sie am Abend quasi streichfähig ist. Vielleicht lugt jemand zu später Stunde noch verstohlen aufs Display des Handys, um zu erfahren, wie viele Schritte denn tagsüber gemacht wurden. Oder es melden sich die Beine selbst mit Schmerzen „zu Wort“. Die Echte Arnika (Arnica montana), die auch den bezeichnenden Namen Bergwohlverleih trägt, ist ein Korbblütler, der vor allem in alpinen Regionen und in den höheren Lagen des Hügellandes angesiedelt ist. Sie verharrt an ein und demselben Standort und kennt nichts von dem eben geschilderten Getrieben-Sein. Dafür sammelt sie entzündungshemmende und schmerzlindernde Kräfte. Sie lagert in ihren Wuchsteilen recht brauchbare Inhaltsstoffe an, die da sind Phenolcarbonsäuren, Flavonoide, ätherisches Öl und Cumarine. Unsere Vorfahren, die äußerst gute Erfahrungen mit der Arnika machten, hatten noch nicht das Problem, auf ein verringertes Vorkommen dieser speziellen Heilpflanze achten zu müssen. Daher zählte es zum fixen Bestandteil vieler Haushalte, einen Ansatz mit Arnikablüten stets zur Hand zu haben, der dann auch herhalten musste, um Abschürfungen und sogar Wunden zu desinfizieren. Heutzutage steht die Echte Arnika unter strengem Naturschutz und darf auf keinen Fall nach eigenem Gutdünken geerntet und genutzt werden. Ganz anders ist die Sachlage, wenn jemand die Pflanzen mithilfe spezieller Gärtnereien auf privatem Grund anpflanzt und zieht. Für gewöhnlich greift man auf die Produkte zu, die uns allen in den Apotheken und Drogerien angeboten werden.

 

Hautöl und Hautwasser mit Arnika 

Ein alkoholischer Ansatz oder ein Ölansatz, der mit Arnikablüten hergestellt wurde, kann dazu dienen, um einen arbeitsreichen Tag mit einer pflegenden Maßnahme zu beschließen. In diesem Fall werden die Fußsohlen, der Rist sowie die Knöchel und zusätzlich – wenn nötig – die Waden mit dem Arnika-Hilfsmittel eingerieben, um so Schmerzen zu lindern und gleichzeitig eine erfrischende Maßnahme zu ergreifen. Ein fertiges Arnika-Hautwasser erhalten Sie samt kostenloser Beratung im Kräuterpfarrer-Zentrum:
Tel. 02844/7070
E-Mail: bestellung@kraeuterpfarrer.at oder im
Webshop: www.kraeuterpfarrer.at

Arnika (Arnica montana) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Erleichterung beim Atmen

Melisse neu entdecken

Jetzt dauert es schon eine lange Zeit, dass wir uns mit verschiedensten Phänomenen auseinandersetzen müssen, die mit der Corona-Pandemie in Zusammenhang stehen. Einerseits sind es die physischen Beeinträchtigungen, die wir mehr als erahnt zu bewältigen haben. Und da ist zugleich noch die Psyche ein ganz großes Thema, weil Lockdowns und die eingeschränkte Möglichkeit der haptischen Begegnungen sogar bei vielen jungen Menschen gravierende Spuren hinterlassen. In einer solch angespannten Periode wäre es meiner Meinung nach fahrlässig, die Kraft der Pflanzen ad acta zu legen. Drum möchte ich mit der Melisse (Melissa officinalis) – auch als Zitronenmelisse bekannt – versuchen, die starke begleitende Präsenz der Heilkräuter erneut zu propagieren. In dem Lippenblütler Melisse stecken vor allem entspannende und beruhigende Effekte. Das liegt u. a. auch an den Inhaltsstoffen wie etwa ätherischem Öl, Triterpensäuren, Flavonoiden, Gerb- und Bitterstoffen. Sie helfen mit, dass die regulativen körperlichen Prozesse eine gute Balance behalten, was sich wiederum positiv auf das Gemüt niederschlägt. Zudem wohnt dem angenehm duftenden Gewächs aber auch eine antivirale Kraft inne, die schon unsere Vorfahren erahnt haben, als sie die Melisse bei verschiedenen physischen Beschwerden zum Einsatz brachten. Heute möchte ich einen Anstoß dazu geben, diese Pflanze dazu heranzuziehen, um der Atmung und den damit verbundenen Organen eine Unterstützung zukommen zu lassen. Vielleicht fällt einem selbst oder anderen auf, dass das Luftholen zeitweise mit einem Keuchen einhergeht. Dann ist es Zeit, mit der Melisse nach einer Besserung Ausschau zu halten.

 

Melissen-Tee

2 Teelöffel voll vom getrockneten und zerkleinerten Kraut der Melisse mit 1/4 Liter siedendem Wasser übergießen. Dann 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Nach dem Abseihen nach Belieben mit einem Schuss frisch gepresstem Zitronensaft ergänzen. Längere Zeit hindurch – also 2 bis 3 Wochen lang – jeweils in der Früh und am Abend zu sich nehmen. Das tut den Atemwegen gut und zusätzlich auch der Seele. www.kraeuterpfarrer.at

Melisse oder Zitronenmelisse (Melissa officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Zum Wohle des Organismus

Zur Klettenwurzel greifen

Es gibt Personen, die wir kennen, denen wir aus irgendeinem Grund gerne aus dem Weg gehen wollen. Vielleicht kritisieren sie uns zu oft, haben gar wenig an Freundlichkeit gepachtet oder sie reden in einem fort, so dass unsere Ohren nach kürzester Zeit vollgedröhnt sind. Nun gibt es jedoch auch Pflanzen, denen gegenüber wir eine sichere Distanz wahren. Hier ist vielleicht eine enthaltene giftige oder reizende Substanz ausschlaggebend oder eben ein Samenstand, den wir kaum mehr aus der Wäsche herausbringen, sobald er sich einmal festgekrallt hat. Letzteres ist bei der Großen Klette (Arctium lappa) signifikant. Mit diesem eben geschilderten unliebsamen Umstand müssen übrigens auch all jene zurechtkommen, die mit ihrem Hund durch die Fluren spazieren, dessen Fell sich durch längere Haare auszeichnet. Mir geht es heute aber um eine ganz positive Seite, die wir der Klette gerade im Herbst abgewinnen können. Ihre Wurzel ist nicht nur stark ausgebildet, sondern enthält überdies sehr wertvolle Inhaltsstoffe wie z. B. ätherisches Öl und verschiedene Säuren (Fettsäure, Gerbsäure) und auch Inulin. Bevor der Winter ins Land zieht, lässt sich mithilfe des unterirdischen Wuchsteiles der Kletten durchaus eine Maßnahme ergreifen, die dem ganzen Organismus zugutekommen kann. Der Entgiftungs- und Reinigungsprozess des Körpers darf ruhig eine Unterstützung erfahren, die durch pflanzliche Kraft zur Verfügung gestellt wird. Das ist vor allem dann wichtig, wenn jemand mit Unannehmlichkeiten konfrontiert ist, die u. a. mit Gicht und Rheuma einhergehen.

 

Tagesgetränk in der Thermosflasche

Von getrockneten und zerkleinerten Wurzelstücken der Klette 4 Esslöffel voll in 1 Liter Wasser ca. 6 bis 8 Stunden lang ansetzen. Danach gut erwärmen, ohne aber den Ansatz zum Kochen zu bringen. Den Tee abseihen und in eine Thermosflasche füllen. Über den Tag verteilt trinken, um damit den Körper in seinem Reinigungsprozess zu unterstützen. Das wirkt auch harntreibend und blutreinigend. www.kraeuterpfarrer.at

Große Klette mit Blüten und Wurzel (Arctium lappa) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya