Für eine geschmeidige Haut

Eibischwurzel ansetzen

Die Bilder aus dem Gebiet zwischen Schneeberg und Rax, die uns in den letzten Tagen medial nahegebracht wurden, lassen uns besorgt auf die regionale und zugleich weltweite Entwicklung des Klimas blicken. Ein derartig großer Waldbrand kann sich nur ausbreiten, wenn es dementsprechend trocken ist wie in den letzten Wochen. Unsere Haut auf dem Körper hat diesbezüglich auch Entsprechungen, denen wir jedoch begegnen können. Der Echte Eibisch (Althaea officinalis) soll uns dabei helfen. Dieses Malvengewächs, das in der pflanzlich unterstützten Sorge um die Gesundheit schon auf eine lange Zeit der Verwendung zurückblicken kann, hat einige Vorteile, die wir nicht bloß zur Begleitung der Atemwege nutzen dürfen, sondern die auch für andere Regionen der Physis brauchbar sind. Grund dafür ist der reiche Gehalt an Schleimstoffen, der sich auf alle Wuchsteile des Krautes erstreckt. Dennoch ist es vor allem die Wurzel des Eibischs, die am häufigsten von Interesse ist. Mit ihr lässt sich etwas ganz Konkretes unternehmen, wenn es darum geht, das Austrocknen der Haut hintanzuhalten. Hält sich jemand z. B. sehr in einem trockenen oder gar zugigen Bereich auf, dann ist es ratsam, die Flächen des Körpers, die diesem Umstand besonders ausgesetzt sind, zu pflegen und zu umsorgen. Und dazu reicht es, einen Kaltwasseransatz bereitzustellen. Gott sei Dank gibt es für alle Anliegen, die im Hinblick auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden im Alltag auftauchen, auch die dementsprechenden Möglichkeiten der Begleitung seitens der pflanzlichen Schöpfung. Dafür dürfen wir stets dankbar bleiben.

 

Wurzeltee zum Einreiben

1 Esslöffel voll getrocknete und zerkleinerte Wurzeln des Eibischs mit 1/4 Liter kaltem Wasser übergießen. Danach ca. 3 Stunden lang stehen lassen, öfters umrühren und zum Schluss lediglich erwärmen. Nicht kochen. Abseihen und zum Einreiben der Stellen auf der Haut verwenden, die austrocknen können. Danach nicht abtrocknen, sondern an der Luft einziehen lassen. Am besten gleich am Morgen durchführen. www.kraeuterpfarrer.at

Eibisch mit Wurzel (Althaea officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Hilfe für die Zähne

Nelkenwurz bei Schmerzen

Wer kennt das nicht? Bei Ämtern und bei Arztpraxen heißt es vor einem Besuch derselben, sich einen Termin geben zu lassen, um dann auch wirklich dranzukommen. Ganz klar, dass man selbst nicht die einzige Person ist, die dort ein Anliegen vorbringen möchte. Meist sind es gar viele, die darauf warten, Auskunft und Hilfe zu bekommen. Der Körper richtet sich jedoch nicht nach Dienstzeiten und offenen Ordinationen. Die Nelkenwurz (Geum urbanum) hat mit all dem vordergründig nichts zu tun. Dieses Rosengewächs gedeiht meist unbeachtet an den Wegrändern in lichten Wäldern und findet sich auch in manch naturbelassenen Gärten ein. Wie der Name schon sagt, liegt das Interesse der Verwendung des Gewächses auf seiner Wurzel. Darin ist vor allem eine Reihe von Gerbstoffen und Phenolcarbonsäuren enthalten, die mit einem zusammenziehenden und keimwidrigen Effekt in Verbindung stehen. Und damit sind wir schon wieder bei dem Problem, das ich zu Anfang meiner Kolumne angesprochen habe. Konkret meine ich damit Zahnschmerzen, die in der ersten richtigen Konsequenz den zeitnahen Besuch in einer zahnärztlichen Praxis unumgänglich machen. Aber das ist nicht immer im Handumdrehen möglich. Mit einem heute empfohlenen Hausmittel möchte ich auf keinen Fall dazu raten, mit Schmerzen im Kieferbereich sorglos umzugehen. Es soll lediglich eine Überbrückung aufzeigen, die mithilfe der Nelkenwurz in Anspruch genommen werden kann, bis jemand durch eine fachkundige Behandlung von der Pein befreit wird.

 

Mundspülung mit Nelkenwurz 

Von der Nelkenwurz die getrocknete Wurzel zerkleinern und sodann mit einem Mörser zu einem Pulver zerreiben. 2 Teelöffel davon mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und dann 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Nach dem Filtrieren bei annehmbarer Temperatur für Mundspülungen verwenden. Das kann mithelfen, bei Zahnschmerzen das Warten auf den Termin beim Zahnarzt lindernd zu überbrücken. www.kraeuterpfarrer.at

Nelkenwurz (Geum urbanum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Ein Schutzmantel für den Leib

Salbei in der Badewanne

Jetzt, da die nächtlichen Temperaturen schon merklich um den Gefrierpunkt kreisen, heißt es sich logischerweise wärmer anziehen als sonst. Zumindest gilt dies für einen Aufenthalt im Freien, wo es ohnehin sinnvoll ist, frische Luft zu tanken. Unser Körper braucht bei Kälte einen stofflichen Schutz, um die Wärme halten zu können. Gleichzeitig ist es auch sinnvoll, die Haut anderwärtig zu unterstützen. Da kommt mir wieder einmal der Salbei (Salvia officinalis) in den Sinn, der bei vielen einen hohen Grad an Beliebtheit genießt. Dieser südländische Lippenblütler kann auf eine sehr lange Tradition der Verwendung zurückblicken. Er wurde und wird sowohl als Gewürz benutzt und ist genauso gefragt, wenn eine Erkältung jemanden in Schach hält. Der Salbei weist als Inhaltsstoffe nicht nur ätherisches Öl auf, sondern darüber hinaus noch Gerbstoffe, Flavonoide und Bitterstoffe. Somit ist es auch möglich, ihn zur Stärkung der Haut heranzuziehen und dort die Schweißproduktion ein wenig zu drosseln, die aus verschiedensten Gründen vermehrt vonstattengehen kann. Vielleicht ist es ja gar nicht schlecht, ab und zu einmal ein erfrischendes und zugleich stärkendes Bad zu nehmen. Mit dem Salbei gelingt es nämlich, so etwas wie einen Schutzmantel aufzubauen, der auf der Außenschicht des Leibes gerade in der kalten Jahreszeit benötigt wird. Eine vorbeugende Maßnahme schadet sicher nicht, vor allem dann, wenn naturgegebene und gottgeschenkte Pflanzen in vernünftiger Weise dafür herangezogen werden.

 

Badezusatz mit Salbei 

Von getrockneten und zerkleinerten Blättern des Salbeis ca. 70 g mit 2 Liter kochendem Wasser abbrühen. 20 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Hernach abseihen und ins bereitgestellte Badewasser in einer Wanne gießen. 15 Minuten lang darin baden. Dann heraussteigen, abtrocknen und die Haut mit einem Lavendel-Ölauszug abreiben. Das trägt dazu bei, dass die Haut in ihrer Abwehrkraft gestärkt wird und nimmt zudem übermäßigen Schweiß. www.kraeuterpfarrer.at

Salbei mit Knospen und Einzelblüten ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Erkältungen begleiten

Mit Sirup aus Feigen

Die vier Jahreszeiten inspirierten seit jeher viele Künstler, um sie auf irgendeine Art bildlich oder musikalisch zu beschreiben. Unzählige Werke bzw. Allegorien belegen uns das. Für mich ist das zusätzlich eine Animation, um diese Phasen eines Monatskreises wieder mehr ins Visier zu nehmen. Wenn es nun bald auf den Winter zugeht, so war dies in meiner Kindheit noch daran abzulesen, dass es in den Geschäften wieder ein reicheres Angebot an südländischen Früchten zu kaufen gab. Dazu zählen auch die getrockneten Feigen (Ficus carica). Diese landeten dann vermehrt auf dem Esstisch und waren durchaus dazu angetan, zwischendurch die eine oder andere Feige zu naschen. Gottlob gibt es dieses Angebot auch noch heute und so liegt es nahe, auf ihren gesundheitlichen Wert zu schauen. Feigen enthalten viele Mineralstoffe, Vitamine und zudem Ballaststoffe, die sich äußerst positiv auf den Verdauungstrakt und somit ebenso auf das Immunsystem auswirken. Diese Früchte weisen zudem einen hohen Anteil an Schleimstoffen auf. Wenn sich nun jahreszeitengemäß vermehrt Heiserkeit und Erkältungskrankheiten einstellen, dann darf aus diesem Anlass die Liste der bewährten Hausmittel abgefragt werden, um manchen misslichen Umstand zu begleiten. Darauf findet sich auch eine Aufbereitung von getrockneten Feigen. Es ist sicher klug, die Ratschläge früherer Generationen nicht als veraltet abzutun, sondern sie vielmehr neu zu schätzen und durchzuführen.

 

Feigen aufkochen 

Zuerst 5 getrocknete Feigen in ganz kleine Stücke schneiden. Danach in 1/4 Liter kaltes Wasser geben und auf die Herdplatte stellen. Langsam kochen, bis ein Sirup entsteht. Nun den Saft einer ganzen Zitrone hinzufügen und erneut kurz aufkochen. Von der Herdplatte nehmen, ein wenig auskühlen lassen und noch 1 Esslöffel voll Honig beimischen. Bei Husten, Heiserkeit und Erkältung teelöffelweise einnehmen, gut mit Speichel vermischen und erst dann langsam hinunterschlucken. www.kraeuterpfarrer.at

Feigenzweig mit Früchten (Ficus carica) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Für gleichmäßigen Teint

Zwiebel und Apfelessig

Sich um sein Aussehen zu kümmern und sich gut zu pflegen, ist generell nichts Schlechtes. Denn immer profitieren ja die anderen davon, die einer adretten Person begegnen und dies dann zusätzlich gerne tun. Gewiss kann alles übertrieben werden und eine allzu aufwendig angewandte Kosmetik in eine Eitelkeit einmünden, die sich selbst ad absurdum führt. Das kann bei der Verwendung eines alten Hausmittels eher nicht passieren. Daher darf ich heute einen „bodenständigen“ Tipp weitergeben, den ich vor Kurzem entdeckt habe. Dabei bildet  die Zwiebel (Allium cepa) die Grundlage für eine äußerliche Anwendung. Wir kennen diese blättrige Knolle für gewöhnlich als vielfältig aufbereitetes Gewürz und als Zutat zu Speisen, Suppen, Soßen und Salaten verschiedenster Art. Der scharfe Geschmack der Zwiebel hat seinen Grund unter anderem in den dort eingelagerten Schwefelsubstanzen. Aber darüber hinaus besitzt dieses pflanzliche Speicherorgan auch viele Vitamine und Mineralstoffe. Die logische Konsequenz daraus besteht darin, dass es sicher einen Sinn macht, sich genau dieser Wirkeffekte zu bedienen, wenn es um das Wohl des eigenen Körpers geht. Und das betrifft dann ebenso die Haut. Die äußerste Schutzschicht des Körpers weist bei jedem Menschen nicht nur eine je eigene Struktur auf, sondern zugleich eine ganz spezielle Färbung, die wir u. a. als Teint bezeichnen. Sommersprossen und andere Pigmentflecken tragen das Ihre dazu bei, dass jemand eine unverwechselbare Persönlichkeit ist, schaut man dabei auf die rein äußerliche Erscheinungsform. Wie gesagt, den Teint im Allgemeinen zu verbessern oder zu vereinheitlichen, mag das Bestreben so mancher sein. Dabei darf ruhig auch die Zwiebel als natürliche Hilfe betrachtet werden.

 

Zwiebelessig-Hautwasser

1 mittelgroße Zwiebel schälen und danach fein hacken. Das Ergebnis sodann mit 1 Seidel (0,3 l) Apfelessig übergießen und in einem verschlossenen Glasgefäß 3 Tage lang ansetzen. Zum Schluss abseihen, in eine Halbliterflasche füllen, mit einem guten Obstbrand ergänzen und durchschütteln. Um die Haut zu pflegen, den Zwiebelessig-Auszug zuerst im Verhältnis 1 : 2 mit Wasser verdünnen. Morgens und abends die Körperoberfläche damit einreiben, und zwar bis zu 4 Wochen lang, um die Haut zu pflegen und den Teint aufzubessern. www.kraeuterpfarrer.at

Zwiebel (Allium cepa) und Lauch ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Schatz aus dem Boden

Kartoffeln für ein Bad

Österreich ist ein schönes Land! Wir dürfen gerade heute dankbar auf unsere Heimat blicken, deren ereignisreiche Geschichte je neu bedacht werden soll. Und gleichzeitig haben unsere Vorfahren in jedem Jahrhundert gar vieles aufgebaut und zuwege gebracht, von dem wir heute noch profitieren. Dazu zählt sicherlich auch die Landwirtschaft, in der oft mit der bloßen Hände Arbeit der Boden aufbereitet wurde, um sich selbst und den anderen die Ernährung zu sichern. Eine Frucht, die trotz ihrer ursprünglichen Herkunft aus Übersee einen fixen Platz auf dem Speiseplan hat, sind die Kartoffeln (Solanum tuberosum), die man ebenso als Erdäpfel bezeichnet. Als Nahrungs- und Futtermittel sind die Erdäpfel aus unserem Kultururkreis nicht mehr wegzudenken. Erinnern wir uns nur an all die Zeiten der Not der zurückliegenden Dezennien seit dem 19. Jahrhundert, in denen es galt, die Bevölkerung mit dem Lebensnotwendigen zu versorgen. Kartoffeln enthalten u. a. viel pflanzliches Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe. Durch deren Genuss wird man nicht nur satt, sondern versorgt den ganzen Organismus mit basischer Kost, sofern die Erdäpfel beim Zubereiten nicht mit zu viel Fett in Verbindung gebracht werden. Das Wissen um die Köstlichkeit vom Acker möchte ich heute um einen weiteren Aspekt ergänzen. Dazu müssen die Kartoffeln nicht einmal im Kochtopf landen. Mit der rohen Frucht lässt sich nämlich so manche rein äußerliche Anwendung bewerkstelligen, die im Zusammenhang mit Schmerzen verschiedenster Art in Anspruch genommen werden kann.

 

Rohe Erdäpfel als Badezusatz 

2 bis 3 kg rohe Kartoffeln zuerst gut abwaschen und reinigen. Danach reiben und in ein Leinensäckchen geben. Zugebunden in die bereits mit warmem Wasser gefüllte Wanne hineinlegen. Ca. 20 Minuten darin baden. Dieses Bad hilft u. a. mit, bei rheumatischen Schmerzen und Gliederanschwellungen infolge von Gicht eine Linderung der Beschwerden anzustreben. Es stärkt zudem die Hautstruktur. www.kraeuterpfarrer.at

Zitronen mit Blütenzweig (Citrus x limon) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Abendliche Erfrischung

Pfefferminze und Sauermilch

Erfindungsreichtum ist eine Tugend, die uns allen hilft, mit den großen und kleinen Herausforderungen des Lebens besser umgehen zu können. Gerade im Haushalt steht es gut an, wenn jemand da ist, der oder die z. B. technische Fertigkeiten besitzt, die mit den richtigen Handgriffen so manches Problem aus der Welt schafft bzw. überbrücken hilft. Phantasie darf darüber hinaus auch in der Gesundheitspflege zur Geltung kommen. Schauen wir einmal unter diesem Aspekt auf die Pfefferminze (Mentha piperita). Dieses bekannte Heilkraut zählt zu den Lippenblütlern und ist eine beliebte Gartenpflanze. Ihr typisches Aroma ist schon ein Indiz dafür, dass sich in den Blättern ätherische Öle als Inhaltsstoffe vorfinden. Gerbstoffe, Flavonoide und Triterpene sind ebenfalls Wirksubstanzen der Pfefferminze. Es ist nun möglich, den typischen Geschmack des Gewächses sowohl als Ergänzung zu Getränken zu verwenden als auch damit eine gesundheitliche Begleitung durchzuführen. Immer wieder wird bei einer routinemäßig durchgeführten ärztlichen Untersuchung festgestellt, dass jemand erhöhte Blutdruckwerte aufweist. Da gilt es dann, den Ursachen für diesen Umstand auf den Grund zu gehen. Vielleicht ist es aber zusätzlich möglich, mit der Pfefferminze mitzuhelfen, eine Besserung herbeizuführen. Dazu eignet sich der frühe Abend, an dem ein erfrischender Trunk etwas Abwechslung bringen kann.

 

Kräutertrunk mit Pfefferminze 

In ein Glas voll Sauer- oder Buttermilch 1 Esslöffel voll getrocknete und zerriebene Blätter der Pfefferminze hineinrühren. 1 Stunde zugedeckt stehen lassen, ehe der Trunk schluckweise konsumiert wird. Diese erfrischende „Mahlzeit“ tut dem Magen gut und ist dazu angetan, bei erhöhtem Blutdruck getrunken zu werden. www.kraeuterpfarrer.at

Pfefferminze (Mentha piperita) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Erleichterung für den Kopf

Roggenmehl und Apfelessig

Die Verwendung von Heilkräutern wird von vielen als sehr wertvoll und zeitgemäß erachtet. Dieser Trend ist meiner Meinung nach durchaus zu begrüßen. Auf diesem Weg werden vielen die Augen für die Schätze der Schöpfung geöffnet. Eines möchte ich zusätzlich betonen: pflanzliche Anwendungen sollten nie als Alternative oder gar als Gegenpart zur allgemein praktizierten Medizin empfunden werden, sondern als deren Ergänzung. So möchte ich heute ein Hausmittel als Tipp weitergeben, in dem Roggenmehl und Apfelessig eine tragende Rolle spielen. Der Roggen (Secale cereale) zählt zu jenen Getreidesorten, die gerade in Mitteleuropa auf eine lange Geschichte des Anbaus zurückblicken können. Schließlich brauchen wir unser tägliches Brot, das einen wichtigen Bestandteil der Ernährung darstellt. Im Korn selbst sind viele Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren enthalten. So kann man auch daran denken, sich bei vorübergehenden Beschwerden im Alltag der guten Wirkung des Roggenmehls zu bedienen, die in unserem Falle aber auf der Haut zur Geltung gebracht wird. Denn Kopfschmerzen sind z. B. ein Übel, das unser Wohlbefinden sehr beeinträchtigen kann. Daher darf ich heute aus der Schatzkiste der guten Erfahrungen mit Hausmitteln einen Ratschlag herausgreifen und an dieser Stelle weitergeben. Die Zeit, die jemand dafür aufwendet, ist sicher eine gute Investition für die eigene Gesundheit und die damit verbundene körperliche und seelische Ausgewogenheit.

 

Auflage mit Roggenmehl 

Mit genügend viel Roggenmehl einen Brei erzeugen, indem das gemahlene Korn mit Apfelessig angereichert wird. Diesen Brei gut erwärmen und auf ein Stück geeigneten Soff auftragen. Dann auf den Nacken und die Schulter auflegen und in Bauchlage bis zu 2 Stunden lang ruhen. Dabei auch die Füße warm halten. Diese Maßnahme erweist sich vor allem bei Kopfschmerzen als lindernd und entspannend. www.kraeuterpfarrer.at

Apfelessig und Roggenmehl ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Die Nieren beachten

Mädesüß am Vormittag

Es gehört zu den Weisungen der Bibel, sich nicht bloß mit einem frommen Schein zu begnügen, um nach außen hin gut dazustehen. Der Blick richtet sich vielmehr nach innen und auf das, was im verborgenen Wesen eines Menschen stattfindet. Dies entspricht übrigens auch der Verfasstheit des Körpers. Er ist derart aufgebaut, dass die meisten Dienste durch die Organe – z. B. die Tätigkeit der Nieren – im Inneren vollzogen werden. Das Mädesüß (Filipendula ulmaria) ist auch keine Pflanze, die wegen farbenprächtiger Blüten geschätzt werden würde. Und sie wächst außerdem an Plätzen, die nicht sehr begehrt sind, wie u. a. feuchte Gräben entlang von Wiesen oder lehmige Bereiche am Waldrand, wo das Wasser nach Niederschlägen nur langsam versickert. Es steckt jedoch im Mädesüß eine heilsame Wirkung aufgrund der eingelagerten Salicylsäureverbindungen, die sich auch in den Rinden der Weidenzweige finden. Damit stehen nämlich entzündungshemmende und auch schmerzstillende Effekte in Verbindung, die sich bei Erkältungskrankheiten und bei Kopfschmerzen als hilfreich herausstellen können. Zudem weist das Mädesüß in den Blättern und Blüten ätherisches Öl und Gerbstoffe auf, die den Stoffwechsel anregen. Und es ist prinzipiell wichtig, in einer wohlüberlegten Gesundheitsvorsorge die Nieren nicht zu vergessen, die permanent für unser Wohlbefinden arbeiten. Wenn darauf geachtet wird, den Körper zu entlasten und zu entgiften, indem vermehrt Harn produziert und ausgeschieden wird, kommt das vor allem den Nieren zugute. Das Mädesüß sollte allein deswegen nicht zu gering geschätzt werden.

 

Harntreibender Tee

Vom Gemisch aus getrockneten und zerkleinerten Blüten und Blättern des Mädesüß 2 Teelöffel voll mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Dann abseihen und schluckweise trinken. Das fördert die Abgabe des Harns und stärkt gesunde Nieren. Der Morgen und der Vormittag sind bereits dazu angetan, um diese Empfehlung durchzuführen. www.kraeuterpfarrer.at

Mädesüß oder Wiesenkönigin (Filipendula ulmaria)


Dem Magen schmeicheln

Zitronenschalen aufarbeiten

Allseits ist bekannt, dass wir in einer Zeit des Wohlstands und der materiellen Absicherung leben dürfen. Wenngleich auch die Schicksale wirklicher Armut und ungerechter Benachteiligung hierzulande nicht übersehen werden dürfen, können wir davon ausgehen, dass ein Großteil unserer Bevölkerung mehr als nur das Nötige zum Leben hat. Im Hinblick auf die Gesundheit möchte ich heute ein Beispiel dafür bringen, genau das zu nutzen, was in der Regel entsorgt wird und im Müll landet. Die Zitronen sind Bestandteil der Küche und des dort stattfindenden täglichen Gebrauchs. Ihr Saft ist reich an Vitaminen und lässt sich daher gut dafür nutzen, um unsere Vitalität zu fördern. Es liegt aber zusätzlich noch ein Wert in der Schale der südländischen Früchte. Diese enthalten neben ätherischen Ölen auch Pflanzensäuren und Carotinoide. Sie können als Hilfe herangezogen werden, um den Magen zu unterstützen. Denn ab und zu ist es gut, mit natürlichen und gerade pflanzlichen Maßnahmen danach zu trachten, eine ausgewogene Tätigkeit des Verdauungstraktes anzustreben oder einfach nur zu erhalten. Die Vernunft leitet uns ohnehin an, sich dabei der Kräfte der Natur zu bedienen. Wer also biologisch und schadstofffrei gezogene Zitronen zu Hause vorhanden hat, mag vielleicht einmal ausprobieren, ob ihm ein Hausmittel für den Magen ein gesteigertes Wohlgefühl ermöglichen kann. Dann ist es angezeigt, die Außenschicht der Zitronen zu trocknen und als Reserve aufzubewahren.

 

Tee aus Zitronenschalen

Von getrockneten und zerkleinerten Schalen biologisch kultivierter Zitronen 2 Teelöffel voll mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen. Dann 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Zum Schluss abseihen und auf Trinktemperatur abkühlen lassen. Schluckweise zu sich nehmen. Das trägt dazu bei, die Verdauung zu fördern und das Wohlbefinden von Magen und Darm zu steigern. www.kraeuterpfarrer.at

Zitronen mit Blütenzweig (Citrus x limon) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya