Profit vom Nussbaum

Walnüsse erneut schätzen

Bis zum Weihnachtsfest dauert es noch etwas mehr als drei Monate. Daher ist es vielleicht verwunderlich, dass meine heutigen Gedanken zu den Christbäumen hin wandern, die in bereits historischer Vergangenheit die Stuben rund um den kalendarischen Jahreswechsel schmückten. Deren Zweige wurden nämlich in Ermangelung von Lametta und elektrischen Lichterketten mit den Reserven geschmückt, die der Garten des Herbstes zur Verfügung stellte. Die Walnüsse (Juglans regia) zählten hierbei zu den Favoriten des Behanges der Nadelbäume. Nun, ich denke, das weiß jeder, dass wir nicht bis Weihnachten zu warten brauchen, um heutzutage eine Spezialität der Natur zu genießen. Vielmehr trägt der Einzug des Herbstes dazu bei, dass sich unter den Walnussbäumen Geschenke für unsere Gesundheit befinden. Viele Nährstoffe wie etwa Vitamine und Mineralsubstanzen sind in den Nusskernen eingelagert. Ungesättigte Fettsäuren sorgen zudem dafür, dass der Körper durch deren Genuss nicht zu schädlichen Ablagerungen in den Gefäßen neigt. Untersuchungen haben einen blutdrucksenkenden Effekt aufgezeigt, der mit dem Verzehr der Nüsse in Verbindung gebracht werden kann. Wenn nun schon der September sein Füllhorn ausschüttet, dürfen viele sich aus dem reichen Angebot der Natur bewusst die Walnüsse herausklauben. Es gibt ja immer wieder die Gelegenheit, sie in den täglichen bzw. wöchentlichen Speiseplan zu integrieren. Überlassen wir die Energiequellen aus dem Garten nicht bloß den Eichkätzchen, die sehr wohl um das hohe Gut der Walnüsse Bescheid wissen dürften.

 

Geriebene Nüsse

Wer im Herbst Walnüsse erntet, achte sorgfältig auf ein gründliches Durchtrocknen derselben. Die Nusskerne können in den folgenden Monaten gerieben und zu sich genommen werden. Ein paar Teelöffel davon stellen bereits eine konkrete Unterstützung des eigenen Wohlbefindens dar. Der mäßige Genuss von Walnüssen kann dazu beitragen, einen erhöhten Blutdruck wieder ausgleichen zu helfen. Zudem tut dies den Denk- und Konzentrationsprozessen des Gehirns gut. www.kraeuterpfarrer.at

Walnuss (Juglans regia) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Hilfe für Atmung und Verdauung

Meisterwurz stärkt beide

Unser Land ist reich an historischen Bauten. Viele Klöster, Burgen und Schlösser zeugen mit ihrer Architektur und ihren Kunstschätzen von einer hohen Kultur und gleichzeitig von bewegten Zeiten. Was Österreich zudem liebenswert und wertvoll macht, sind die Pflanzen, die ebenso eine historische Tradition der Verwendung haben. Ein erhabenes Beispiel dafür stellt die Meisterwurz (Peucedanum ostruthium) dar. Ihr ursprünglicher Standort findet sich auf bergigen Höhen in den alpinen Regionen Europas. Ihr Aussehen wird von den aufgefächerten Blättern bestimmt und von schirmartigen Doldenblüten gleichsam bekrönt. Es ist vor allem die Wurzel des Gewächses, die seit jeher Verwendung fand. Die Heilwirkung beruht auf ihrem hohen Gehalt an ätherischen Ölen, Gerb- und Bitterstoffen. Somit können wir davon ausgehen, dass der Gebrauch der Meisterwurz in erster Linie die Verdauung in unserem Körper unterstützt. Funktioniert diese nur mäßig und langsam, so können u. a. unangenehme Blähungen die Folge sein. Zusätzlich kann die Wurzel von den Bergen aber auch die Lunge stärken. So können wir im Hinblick auf die kommende kalte Jahreszeit Vorsorge treffen. Mit der Meisterwurz liegt eine Möglichkeit vor, um der Besserung eines angeschlagenen Gesundheitszustandes eine Begleitung bereitzustellen. Wer mit diesem Kraut noch keine Erfahrung gemacht hat, könnte darangehen, sich z. B. einen Aufguss zuzubereiten und ihn bei Bedarf zu verwenden.

 

Meisterwurz-Tee  

Die getrocknete Wurzel der Meisterwurz vorerst fein zerkleinern. Danach 1 gehäuften Teelöffel voll mit 1/4 Liter kaltem Wasser übergießen. 1 bis 2 Stunden stehen lassen und kurz aufkochen. Noch 5 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen. Langsam schluckweise trinken. Vom Süßen des Tees Abstand nehmen. Das kann ein hilfreicher Beitrag sein, um hartnäckigen Schleim in der Lunge zu lösen und einen unpässlichen Magen zu beruhigen. www.kraeuterpfarrer.at

Meisterwurz (Peucedanum oder Imperatoria ostruthium) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Tagestee für die Atemwege

Lavendel stärkt auch das Herz

Rückbesinnung und Zukunftsplanung müssen einander nicht unbedingt widersprechen. Beides kann sich ergänzen und sogar in eins geführt werden. Anlass dafür ist u. a. das Bemühen um ein besseres Wohlergehen. Denn wir brauchen öfter als wir es meinen eine Unterstützung in körperlichen und physischen Belangen unserer Tage. Und wie immer darf hierfür auch in die Schatzkammer der Pflanzenwelt zurückgegriffen werden. Der Lavendel (Lavandula angustifolia) soll einmal mehr herausgehoben werden, da er nicht bloß liebenswert sondern ebenso wertvoll und vor allem nützlich ist. Der Lippenblütler von mediterraner Herkunft hat hierzulande ohnehin seit Langem unsere Gärten und Blumenbeete entlang von Straßen und Gehwegen erobert. Darüber freut sich übrigens auch die Bienenwelt mitsamt anderen fliegenden und nektarhungrigen Insekten. Der Duft der Blüten gibt schon einen Verweis auf das ätherische Öl, das sich als Inhaltsstoff in den Wuchsteilen des Lavendels befindet. Flavonoide, Gerbstoffe und Cumarine sind ebenfalls dort eingelagert. Heute möchte ich dazu einladen, dieses Heilkraut für eine private und häusliche Kur in Betracht zu ziehen. Es kommt nicht selten vor, dass sich Probleme mit den Atemwegen lange dahinziehen und zu einem chronischen Leiden entwickeln. Das kann bei Schnupfen ebenso der Fall sein wie auch bei Bronchitis und Asthma. Andererseits gibt es vorübergehende Beschwerden, wie etwa nervöse Anspannungen, die sich auch belastend auf das Herz auswirken können. Vielleicht kann in diesen Fällen der Lavendel ein guter Begleiter sein.

 

Tee in der Thermosflasche

Von getrockneten Blüten des Lavendels reichen 3 Esslöffel voll, die mit 1 Liter kochendem Wasser übergossen werden. Danach 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, ehe der fertige Tee abgeseiht wird. Mit etwas Honig süßen und in eine Thermosflasche füllen. Tagsüber zu Hause oder am Arbeitsplatz schluckweise trinken. Das stellt eine unterstützende Begleitung für angeschlagene Atemwege dar, stärkt das Nervenkostüm und somit auch das Herz. Am besten 3 Wochen lang konsequent praktizieren. www.kraeuterpfarrer.at

Lavendel, grüner Buschen mit Einzelblüte (Lavandula angustifolia) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Gesunde Naturkraft

Sauerkraut als Fitmacher 

In Zeiten, in denen Rohstoffe entweder teurer werden oder bei deren Beschaffung Lieferengpässe auftreten, muss überall der Rechenstift angesetzt werden. Schließlich soll ein geschicktes Wirtschaften das Überleben von Firmen und Betrieben sichern. Das kommt auch dem Erhalt der Arbeitsplätze zugute. Aber Geld, Kapital und Anlagen dürfen immer in Relation zu allen anderen Wirklichkeiten der Welt gesehen werden. So ist es allemal wichtiger, für eine gute Gesundheit vorzusorgen. Im Sauerkraut mag der eine oder die andere eine willkommene Abwechslung auf dem Speisetisch entdecken. Es steckt aber viel mehr in dieser Reserve aus dem Fass. Früher war es eigentlich selbstverständlich, dass viele Haushalte in Eigenregie dafür sorgten, im Herbst das Kraut einzuschneiden, es einzustampfen und sich nach vollzogener Gärung nach und nach des bekömmlichen Sauerkrautes je nach Bedarf zu bedienen. Mit dessen Verzehr steht nämlich auch die Aufnahme von verschiedensten Inhaltsstoffen in Verbindung, die der Körper je neu benötigt. Dazu zählen vor allem eine Reihe von Vitaminen, Mineralstoffe und zudem Antioxidantien. Ein zusätzlicher Vorteil, der in dem aufbereiteten Kraut steckt, ist die Tatsache, dass es praktisch frei von Fett ist. In Zeiten, in der nach wie vor die Berichterstattung über ansteckende Krankheiten die Schlagzeilen bestimmt, ist es umso wichtiger, die gute Funktion des Darmes nach Möglichkeit zu fördern. Denn in ihm befindet sich der Sitz eines starken und ausgewogenen Immunsystems. Es wird wohl niemand in Zweifel ziehen wollen, dass die intakte Abwehrkraft des Leibes die beste Vorsorge für eine gesunde Zukunft ist. Und dafür kann jeder konkret etwas tun.

 

Rohes Sauerkraut 

Am besten nimmt man rohes Sauerkraut rund um die Mittagszeit oder am Nachmittag zu sich. Dafür reichen geringe Portionen wie etwa ein paar Esslöffel voll. So bekommt der Darm die wichtigen Ballaststoffe geliefert und der ganze Körper die Vitalstoffe, die er zur täglichen Regenerierung braucht. Wer jedoch das rohe Sauerkraut nur schlecht verträgt, sollte folglich sparsam damit umgehen. Beim Einkauf desselben ruhig auf eine biologische Herstellung der Ware achten. www.kraeuterpfarrer.at

Sauerkraut ⓒ wikipedia/Forest-&-Kim-Starr

Pflanzliche Reinigungskraft

Nicht umsonst im Seifenkraut

Wer vor dem Fernseher sitzt und sich womöglich durch die Programme zappt, der stößt unwillkürlich auf die eine oder andere Werbeeinschaltung. Alles Mögliche wird dort mit oft gewieften visuellen und akustischen Effekten angepriesen. Reinigende Mittel für Haut, Haare und Wäsche dürfen dabei auf keinen Fall fehlen. Vom Bildschirm weg möchte ich heute jedoch einen Schwenk Richtung Mutter Natur machen. Ich begebe mich an feuchte Stellen entlang so mancher Flussufer und entdecke dort das Seifenkraut (Saponaria officinalis). Diese zu den Nelkengewächsen zählende Pflanze kommt in Europa und in Asien recht häufig vor. Gezüchtete Formen davon werden gerne als Zierde in den Gärten auf die Beete gesetzt. Die Blüten des Seifenkrautes besitzen einen parfumartigen Duft und geben so schon einen indirekten Verweis auf die pflegende Kraft, die vor allem in den Wurzeln steckt. Dort findet sich ein hoher Anteil an den namensgebenden Saponinen, die man auch als Seifenstoffe bezeichnet. Daraus folgt der logische Schluss, dass man dieses Heilgewächs vor allem äußerlich verwenden kann, um eben auf eine natürliche Weise Waschungen und Reinigungsvorgänge damit durchzuführen. Darüber haben schon unsere Vorfahren Bescheid gewusst. Heute möchte ich diesen Vorteil aber all jenen vor Augen führen, die Probleme mit ihrer eigenen Haut haben und dabei womöglich gar unter chronischen Beschwerden leiden. Ein Ansatz mit der Seifenkrautwurzel, die wiederum im späten Herbst ausgegraben und getrocknet werden kann, stellt eine natürliche begleitende Maßnahme dar, die in den meisten Fällen auch gut vertragen wird.

 

Abendliche Abreibung

Von getrockneter und zerkleinerter Wurzel des Seifenkrautes 2 gehäufte Teelöffel voll mit 1/2 Liter kaltem Wasser übergießen. Ca. 3 Stunden lang stehen lassen, öfters umrühren. Danach stark erwärmen, ohne dass der Ansatz zu kochen beginnt. Abseihen, überkühlen lassen. Einen Waschlappen mit dem lauwarmen Seifenkrautwasser tränken und den gesamten Körper damit gründlich abreiben. Dies stellt eine sanfte Pflege für die Haut dar. www.kraeuterpfarrer.at

Seifenkraut (Saponaria officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Fürs Radfahren und Wandern

Blutweiderich aufgieße 

Wer viel mit dem Auto unterwegs ist, verbringt etliche Zeit auf den Straßen. Immer ist es geboten, ein waches Auge zu haben und vor allem rücksichtsvoll die Strecken zu bewältigen. Solange es der Herbst mit angenehm warmen Temperaturen zulässt, sind gerade auf den Fahrbahnen am Land etliche Radfahrer anzutreffen. Einerseits trainieren einige davon für sportliche Wettbewerbe und andere wollen die Gegenden genießen, indem sie in die Pedale treten und so für ausreichend Bewegung sorgen. Der Blutweiderich (Lythrum salicaria) mit seinen purpurroten Blütenkerzen kann bei dieser Gelegenheit einerseits mit den Augen entdeckt werden, hat andererseits aber ebenso einen dienlichen Zweck, der einer herausgeforderten Physis zugutekommt. Dieses Gewächs ist vor allem an den Ufern von Bächen und Flüssen, von Seen und Teichen zu finden, wächst aber zudem in feuchten Gräben neben Wiesen und Äckern. Gerb- und Bitterstoffe, ätherisches Öl und Glykoside zählen zu seinen Inhaltsstoffen. Daraus resultieren u. a. zusammenziehende Eigenschaften. Diese wirken sich generell aktivierend auf die Körperzellen aus. Wer sich nun im Herbst auf eine Radtour oder eine ausgedehnte Wanderung einlässt, ist sicher gut beraten, auch eine geeignete Flüssigkeit mitzunehmen, die unterwegs dann konsumiert wird. Dazu eignet sich durchaus ein Aufguss mit Kräutern. In der heutigen Empfehlung möchte ich für den Blutweiderich plädieren, der als heimische Pflanze so etwas wie einen Geheimtipp für Gesundheitsbewusste darstellen kann.

 

Getränk für unterwegs

2 Esslöffel voll getrocknete und zerkleinerte Blütentriebe vom Blutweiderich mit 1/2 Liter kochendem Wasser übergießen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Mit Honig und Zitronensaft ergänzen und in eine Thermosflasche füllen. Unterwegs schluckweise trinken, wenn eine längere Tour auf dem Rad oder zu Fuß bewältigt wird. Das erfrischt den gesamten Körper und aktiviert gleichzeitig seine Abwehrkräfte. www.kraeuterpfarrer.at

Blutweiderich (Lythrum salicaria) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Haare und Nägel unterstützen

Nach der Karottenernte

Es mag wie ein Geheimnis anmuten, wenn jemand sich nach dem Lauf der Sonne richtet und das Leben gemäß den Jahreszeiten gestaltet. Da der gleißende Himmelskörper seine scheinbare Bahn nun nicht mehr so hoch zieht und die Tage kürzer werden, darf gleichzeitig unser Augenmerk auch eine vermehrte Zuwendung zum Erdboden beinhalten. Dort entdecken wir das Wertvolle, indem es jetzt gilt, einiges zu ernten und einzulagern. Dazu zählen unter anderem die Karotten (Daucus carota subsp. sativus), die auf nicht wenigen Gemüse- und Hochbeeten in den letzten Monaten herangewachsen sind. Solange sich nicht die Wühlmäuse einen Vorsprung verschafft und die schmackhaften Wurzeln unter der Erde verzehrt haben, ist es eine dankbare Beschäftigung, die Möhren für den eigenen Gebrauch aus dem Boden zu ziehen und am besten gleich frisch zu verarbeiten. Gewiss wird einiges davon im Gemüsetopf landen. Oder es wird eine Suppe damit gekocht. In den Karotten stecken sehr viel Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe, die dem ganzen Körper dienlich sein können, wenn er damit versorgt wird. Bei den Aspekten des Verzehrs der Wurzel will ich jedoch auch die Haare, die Nägel und schließlich die Haut nicht außer Acht lassen. Kalium, Kalzium, Phosphor, Zink und Eisen, die in den Karotten enthalten sind, können die gesamte Außenschicht des Körpers stärken und festigen. Bevor also die Ernte von den Beeten ungenutzt irgendwo verdirbt, ist es doch viel besser, die Karotten zu entsaften oder fein zu reiben.

 

Karottensaft vermehrt trinken 

Von frisch geernteten Karotten eine ausreichende Menge mit einer geeigneten Küchenmaschine entsaften. Pro Tag eine Zeitlang 1 bis 2 Gläser voll davon trinken, um so die Haut, die Haare und die Nägel zu stärken. Das erweist sich vor allem im Herbst als klug und vorausschauend, da gerade zur kalten Jahreszeit diese Zonen vermehrt einerHerausforderung ausgesetzt sind.www.kraeuterpfarrer.at

Karotten (Daucus carota) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Sanfte Begleitung

Ringelblume für Magen und Darm 

Der berühmte Arzt, Philosoph, Theologe und Ethiker Paracelsus (+ 1541) – eigentlich Theophrastus Bombastus von Hohenheim – starb einst in Salzburg und wurde dort auch begraben, was nur Wenige wissen. Sein Name und sein Wirken können als wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Medizin bezeichnet werden. Er wird oft zitiert, wenn der Begriff Dosis fällt. Die Menge also sorgt dafür, ob etwas schädlich oder nützlich ist. Ich denke, das gilt nicht nur für den Bereich der Heilkunde, sondern kann auf alle Bereiche des Lebens umgelegt werden. Paracelsus kannte natürlich auch die Ringelblume (Calendula officinalis), die ich heute den Lesern dieser Zeilen ans Herz legen möchte. Sie sorgt Jahr für Jahr dafür, dass die Gärten mit ihren goldgelben und orangefarbenen Blüten eine helle und lebensfrohe Zierde erhalten. Die Ringelblume symbolisiert letztlich die Sonne, die sich auf der Blume widerzuspiegeln scheint. Schauen wir aber ebenso auf das, was in den wertvollen Pflanzen steckt. Flavonoide, Cumarine, Carotinoide und Bitterstoffe zählen zu den Inhaltssubstanzen dieser beliebten Korbblütler. Gerne werden die Ringelblumen herangezogen, um eine hautstärkende und wundheilende Salbe anzurühren. Ich möchte zudem darauf hinweisen, dass es möglich ist, den Verdauungstrakt mit den leuchtenden Blütenblättern zu unterstützen. Dafür braucht es nur eine geringe Menge, eine kleine Dosis also. Wenn z. B. ein Durchfall auftritt, der für eine Schwächung des Darmes sorgen kann, ist es klug, eben ganz vorsichtig vorzugehen. Und das geht mit der Ringelblume.

 

Dünner Aufguss 

Von getrockneten Blütenblättern der Ringelblume reicht 1 schwacher Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter siedendem Wasser übergießen und bloß 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Danach abseihen und langsam schluckweise trinken. Auf diese Weise lässt sich ein geschwächter Magen oder der Darm bei Durchfall begleitend unterstützen. Der Trunk kann zu einer Beruhigung des Verdauungstraktes beitragen. 2 bis 3 Tassen reichen dann pro Tag.  www.kraeuterpfarrer.at

Ringelblumenzweig mit Einzelblüte und Knospe (Calendula officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

Ein stärkendes Bad

Brennnessel als Zusatz

Bodenschätze sind oft rar und stark nachgefragt. Bestimmte Mineralien und Metalle werden z. B. für die Herstellung kleinster Chips dringend benötigt. Das, was sich in der Erde befindet, ist also sehr wertvoll. Ebenso alles, was auf ihr gemäß dem Schöpfungsplan Gottes wächst. Denn es sind immer noch die Pflanzen, die uns vieles aufbereiten, was verborgen unter der Oberfläche ruht. Die Brennnesseln (Urtica) zählen gewiss zu den bekanntesten Heilgewächsen, die oft in unserer unmittelbaren Umgebung gedeihen. Ohne dass wir dies recht bedenken, sind gerade in ihren Wuchsteilen verschiedenste Mineralstoffe als Inhalte eingelagert. Kalium, Kalzium und Kieselsäure sind hier vor allem zu nennen. Darüber hinaus finden sich in dem wehrhaften Kraut ebenso Flavonoide und sogar Vitamine. Es wäre viel zu schade, den Ruf der Brennnesseln weiterhin auf niedrigem Niveau zu halten und sie als Unkraut zu bezeichnen. Als viel klüger und vorausschauender erweist es sich, ihren Nutzen für die eigene Gesundheit zugänglich zu machen und sie dementsprechend zu verwenden. Bleibt an einem freien Tag wie dem Sonntag zusätzlich mehr Zeit für die Pflege des eigenen Wohlbefindens, so kann ein stärkendes Bad womöglich genau das Richtige sein, um damit den Tag zu beginnen. In den Brennnesselblättern steht auf jeden Fall ein brauchbarer Zusatz zur Verfügung, der die Vitalität des ganzen Körpers und im speziellen der Haut zu steigern vermag. Zählen wir also gerade in der so genannten Schöpfungszeit (1. September bis 4. Oktober) die heimische Vegetation zu den Schätzen des Erdbodens.

 

Blätter aufgießen 

Von getrockneten und zerkleinerten Blättern der Brennnesseln die Menge von ca. 100 g mit 1 Liter kochendem Wasser übergießen. Danach 20 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Nach dem Abseihen als Zusatz ins Badewasser leeren und ungefähr 1/4 Stunde darin baden. Das belebt den Körper, verleiht der Haut eine neue Spannkraft und erfrischt zudem das Gemüt.  www.kraeuterpfarrer.at

Große und Kleine Brennnessel (Urtica dioica und Urtica urens) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Vom Rosenstrauch profitieren

Die Blütenblätter aufgießen

Die in der Vegetation schwindende Blütenpracht zählt zu den alljährlich stattfindenden Vorgängen, die den kommenden Winter ankündigen. Gewiss dauert es noch eine ganze Weile, bis Frost und Schnee die pflanzliche Natur zur Ruhe zwingen. Dennoch ist dieser Prozess des Rückzuges nicht zu übersehen. Umso mehr fallen daher die Gewächse auf, die unverzagt weiter ihre Schönheit herzuzeigen vermögen. Und dazu zählen sicherlich die Rosen (Rosa) in unseren Gärten. Mit viel Liebe wurden sie über die Sommermonate hinweg gepflegt und gehütet. Sie haben aber nicht bloß Schönheit und einen manchmal betörenden Duft zu bieten, sondern können darüber hinaus einen Beitrag leisten, um unsere Gesundheit zu unterstützen. Die Blütenblätter der Gartenrosen, vor allem jene, die in roter Farbe ausgebildet werden, sind durchaus voller Gehalt. Gerbstoffe und -säuren, ätherisches Öl, Flavonoide und Saponine sind unter den Inhaltsstoffen zu nennen. Es ist noch Zeit, um die Kronblätter der duftenden Schönheiten zu sammeln und gründlich durchzutrocknen. Im Hinblick auf eine Unterstützung des Reinigungs- und Entgiftungsprozesses, der durch den Blutumfluss im Körper stattfindet, ist es möglich, die Rosenblütenblätter aufzugießen und als Tee zu sich zu nehmen. Jetzt, da sich das Wetter umstellt, kann es leicht vorkommen, dass jemand vermehrt unter Schwindelgefühlen leidet. Auch dann kann ein Rosentee eine natürliche Hilfe sein, die so manches wieder ins Lot bringt.

 

Tee mit Rosenblüten 

2 Teelöffel voll getrocknete und zerkleinerte Blütenblätter roter Rosensorten mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Zum Schluss abseihen. Täglich morgens nach dem Aufstehen und am Abend eine 3/4 Stunde vor dem Schlafengehen je 1 Tasse davon trinken. Das fördert die reinigende Kraft des  Blutes, unterstützt den Kreislauf und tut überdies der Verdauung gut. www.kraeuterpfarrer.at

Rote Rose (Rosa) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya