Für innere Stärkung

Frauenmantel aufgießen

Ganz wichtige und segensreiche Einrichtungen unserer bestens organisierten Gesundheitsversorgung hierzulande sind Kliniken, Krankenhäuser und Sanatorien. Es gehört zu meinen Aufgaben als Seelsorger, auch dort bei Besuchen den Patienten Hoffnung zu machen oder ihnen in den schwersten Situationen beizustehen. Heute möchte ich aber auf eine Zeit schauen, da sich viele nach Operationen und Therapien schon wieder zu Hause befinden. Dort braucht es ebenso Begleiter. In pflanzlicher Form kommt dafür der Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) infrage. Dieses Rosengewächs hat eine sehr lange Tradition der Verwendung aufzuweisen. Davon künden zahlreiche Schriften aus dem Mittelalter und der beginnenden Neuzeit. Ein Teil des Geheimnisses seiner Heilkraft liegt sicher im Vorhandensein von speziellen Gerbstoffen, die neben Flavonoiden die Liste der Inhaltsstoffe des Frauenmantels anführen. Übrigens existiert in alpinen Regionen eine spezielle Art dieser Pflanze, die vielen als Silbermantel (Alchemilla alpina) bekannt ist. Wer nun einen operativen Eingriff hinter sich hat, braucht ganz sicher eine Zeit der Regeneration und der Erholung. Dabei wird ja ebenso eine neue Balance im Inneren des Körpers wiederhergestellt, um so einen geglückten Heilungsvorgang zu seinem Ziel führen zu können. Zur Begleitung und Unterstützung dieser Abläufe kann der Frauenmantel ein wenig etwas beitragen. Dies ist am einfachsten bereitzustellen, indem eine Zeitlang ein Aufguss zubereitet und getrunken wird.

 

Tee für zuhause 

2 Teelöffel voll getrocknete und zerkleinerte Blätter und Blütentriebe des Frauenmantels mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und hernach abseihen. Am besten ungesüßt trinken, 3 Wochen lang jeweils in der Früh und am Abend. Das ist vor allem dann günstig, wenn sich jemand nach einer Operation in einem Regenerationsprozess bereits auf dem Weg der Besserung befindet. Der Frauenmantel-Tee unterstützt überdies die Tätigkeit des Herzens. www.kraeuterpfarrer.at

Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

Kompaktes Multitalent

Ins Radieschen beißen

Beim Gang in einen Supermarkt ist es von Vorteil, wenn alles, was von dort mit nach Hause genommen werden soll, auf einem Zettel oder am Handy notiert wird. So kann jeder vor Ort kontrollieren, ob alles im Einkaufswagen drinnen ist, bevor es an der Kassa zum Zahlen geht. Heute möchte ich empfehlen, beim Vorbeigehen an den Regalen noch etwas mitzunehmen, das einen wertvollen Beitrag für die eigene Gesundheit liefern kann. Konkret meine ich damit einen Bund triefroter Radieschen (Raphanus sativus var. sativus). Gewiss gibt es auch andere Sorten, die weiß oder sogar unterschiedlich gefärbt sind und ebenso eine kostbare Gabe der Natur darstellen. Der Einfachheit halber konzentriere ich mich jedoch auf das allgemein Bekannte. Die Pflanze zählt in der botanischen Klassifizierung zu den Kreuzblütengewächsen, wie auch z. B. der Raps, die Rauken, der Senf und das Hirtentäschel. Gerne werden Radieschen in die Gartenbeete gesät und nach einer Zeit des Wachsens aus der Erde gezogen. Wer keinen Garten besitzt, kann sie, wie eingangs geschildert, leicht erwerben. In den Radieschen befinden sich eine Reihe von Vitaminen und Mineralstoffen. Die darin ebenso enthaltenen Senfölverbindungen sorgen für den scharfen Geschmack, der sich beim Verzehr des Gemüses auf dem Gaumen und auf der Zunge kundtut. Diese Empfindung gibt gleichzeitig einen Verweis auf die antioxidativen und sogar antibiotischen Effekte, die mit dem Konsum der Radieschen einhergehen. Und so ist es klug, gleich mit etwas Schärfe in den neuen Tag einzusteigen. Hier gilt wieder einmal das Motto: vorbeugen ist besser als heilen.

 

Auf nüchternen Magen

Gleich zu Beginn eines neuen Tages ist es möglich, die Tätigkeit der Leber zu unterstützen und damit auch für eine gestärkte Immunkraft zu sorgen. Dazu lediglich ein Radieschen, das vorher gründlich abgewaschen wird, in Scheiben schneiden und auf nüchternen Magen verspeisen. Auch wenn dieser Tipp mit ein wenig Schärfe am Gaumen einhergeht, davor nicht zurückschrecken, die Gesundheit auf diese Weise zu unterstützen. www.kraeuterpfarrer.at

Radieschen (Raphanus sativus) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Die Kastanienzeit ist da

Früchte in Öl ansetzen

Erinnerungen an die Kindheit sind etwas Schönes. Hat man das Glück, selbst als Eltern oder Großeltern das Heranwachsen der Nachkommenden mitansehen zu dürfen, wird jeder umso mehr dazu geneigt sein, über das einstige Kindsein nachzudenken. Da hatte vieles, was in der Natur vorkommt, einen großen Stellenwert. In den Monaten September und Oktober waren und sind unter diesem Aspekt die Früchte der Rosskastanien (Aesculus hippocastanum) jeweils von großer Aktualität. Die glänzenden tiefbraunen Schalen derselben verleiten gerade Kinderhände, danach zu greifen und mit diesen Gaben der Bäume zu spielen oder sogar zu basteln. Die gute Botschaft dieser Zeilen: Erwachsene dürfen sich ebenso ihrer bedienen. Die Samen der Parkgewächse enthalten nämlich neben Flavonoiden und Cumarinen auch Gerbstoffe und Saponine. Seit langen Generationen gibt es gute Erfahrungen mit der äußerlichen Anwendung der aufbereiteten Kastanienfrüchte. Dies bezieht sich vor allem auf die Pflege der Gelenke, der Muskeln und vor allem der Venen. Und so ist es nur folgerichtig, sich an diesen Erkenntnisschatz der Vorfahren zu halten und als Kind und Kindeskind das Bewährte aus der Vergangenheit aufzugreifen und zum Wohlergehen der eigenen Physis zu aktualisieren. Gar schnell kann es passieren, dass die Glieder zu schmerzen beginnen, ebenso der Rücken und die Gelenke. Rheuma, Gicht und Arthritis haben leider genauso ihre spürbar unangenehmen Nebenwirkungen. Dann erweist es sich als günstig, zumindest ein Hausmittel zur Verfügung zu haben, das als pflanzliche Begleitung angesehen werden kann.

 

Rosskastanien-Ölauszug

Reife Rosskastanien sammeln und zu Hause klein schneiden. 250 g davon in einem geeigneten Glasgefäß mit 1 Liter kaltgepresstem Olivenöl oder einem alternativen pflanzlichen Öl eigener Wahl übergießen. 14 Tage verschlossen ins Fenster stellen, öfters durchschütteln, letztlich abseihen. In dunkelglasige Fläschchen füllen und kühl lagern. Bei schmerzlichen Beschwerden mit dem Bewegungsapparat, bei Rücken- und Bandscheibenschmerzen oder bei Problemen mit Venen und Krampfadern als regelmäßige Einreibung verwenden. Einen qualitätsvollen Rosskastanien-Ölauszug können Sie im Kräuterpfarrer-Zentrum beziehen:

Tel. 02844/7070
E-Mail: bestellung@kraeuterpfarrer.at oder auch im
Webshop: www.kraeuterpfarrer.at

Rosskastanie mit Blüten und Früchten (Aesculus hippocastanum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Für Schwung im Stoffwechsel

Eisenkraut für zwischendurch 

Manchmal denken viele darüber nach, was sie denn für ihre eigene Gesundheit tun könnten. Da kommt eine ganze Fülle von Möglichkeiten infrage, deren Bogen sich von vermehrter Bewegung im Freien bis hin zu gesunder Ernährung oder einer entspannenden Massage spannt. Ob da etwas Passendes dabei ist, worauf jemand gerade Lust und die nötige Zeit dafür hat, ist wiederum eine andere Frage. Darum möchte ich heute einen ganz einfachen Rat weitergeben, den man ohne viel Aufhebens in den Alltag einbauen kann. Es ist das Eisenkraut (Verbena officinalis), das ich dafür in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken möchte. Eine bildliche Darstellung dieses beliebten Gewächses findet sich in einem der bedeutendsten antiken Bücher der Pflanzenheilkunde, dem so genannten Wiener Dioskurides aus dem 6. Jahrhundert nach Christus. Bereits dort werden dem Heilkraut verschiedene gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben. Zu den Inhaltsstoffen des Eisenkrautes zählen neben Gerbstoffen auch Glykoside wie das Verbenalin und zudem noch Flavonoide. Dieses Heilkraut besitzt deswegen auch entzündungshemmende Eigenschaften. Wer sich und der leiblichen Agilität etwas Gutes tun möchte, der ist gut beraten, den stetig stattfindenden Stoffwechsel zu unterstützen. Wir sind uns die meiste Zeit unseres Lebens über gar nicht bewusst, wie geschäftig es in unserem Organismus zugeht, um zu erneuern, auszuleiten, zuzuführen, zu verwandeln und zu wachsen. Mit dem Eisenkraut lässt sich so manches davon unterstützen und fördern. Wenn nun also jemand danach fragt, wie der Leib eine pflanzliche Aufbesserung entgegennehmen kann, dann sei als Antwort all jenen, die das möchten, das Eisenkraut ans Herz gelegt.

 

Ungesüßt trinken

Um die Fitness des Körpers und den damit verbundenen ausgeglichenen Stoffwechsel zu fördern, kann 2- bis 3-mal am Tag 1 Tasse Eisenkrauttee getrunken werden. Dafür 2 Teelöffel des getrockneten Krautes mit ¼ Liter siedendem Wasser übergießen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Auf das Süßen verzichten und den Tee schluckweise zu sich nehmen. Am besten wird dies vor den Mahlzeiten oder einfach zwischendurch getan. www.kraeuterpfarrer.at

Eisenkraut (Verbena officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Rechtzeitig zum Herbstbeginn

Den geeigneten Tee mischen

Der Kalender schreitet stetig voran, und die Welt bleibt auch nicht stehen. Um jedoch sich nicht vom fließenden Strom der Zeit unbedacht mittragen zu lassen, ist es gut, die einzelnen Abschnitte des Jahres mit ein bisschen Aufmerksamkeit zu bedenken. In der zurückliegenden Woche hat sich der Herbst mit dem so genannten Äquinoktium (Tagundnachtgleiche) astronomisch eingestellt. Die Natur scheint damit d’accord zu gehen, was sich allein schon an den bunt verfärbten Laubwäldern ganz leicht ablesen lässt. Da ist es nur recht und billig, sich einen guten Tee zu mischen und ihn dann gleich zu genießen. Welche Kräuter sind für den Herbstbeginn besonders geeignet? Ich möchte hier ganz konkrete aufzählen: die Blüten der Goldmelisse und der Königskerze gehören genauso dazu wie etwa die Ringelblume, weiters das Kraut von Schafgarbe, Thymian und Pfefferminze. Sehr gut können jetzt noch Samen und Früchte dazu komponiert werden. Ich schlage vor, es mit Anis, Fenchel und Kümmel zu probieren und auch die Wacholderbeeren mit hinein zu nehmen. Geschmacklich wird der Tee, der mit dieser Mischung aufgegossen wird, ganz sicher dem Gaumen schmeicheln. Von ganz großem Vorteil ist es zusätzlich, dass davon das Immunsystem, der Kreislauf und die Verdauung gleichermaßen profitieren. Denn in all diesen wichtigen Bereichen bzw. Vollzügen unserer Physis kommt es gerade im Herbst zu großen Herausforderungen. Denken wir nur an das Spektrum, angefangen von Erkältungen, Schwindelgefühlen und einen trägen Darm, die den Alltag nicht unbedingt verschönern. Also ist es nur klug und zielführend, den Herbst mit regelmäßigem Teetrinken einzuläuten.

 

Wohltuender Herbst-Tee

Eine Mischung, die ideal der Herbstzeit entspricht, besteht aus den getrockneten Kräutern und Blüten von Pfefferminze, Thymian und Schafgarbe mitsamt den Blüten von Goldmelisse, Königskerze und Ringelblume. Aniskörner, Fenchel Kümmel und Wacholderbeeren – letztere nur ganz wenig – ergänzen das Ganze. 2 Teelöffel davon mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Schluckweise trinken, am besten in der Früh und am Abend. Das trimmt den ganzen Körper für die kalte Jahreszeit. Die fertige Teemischung namens „Herbst“ erhalten Sie im Kräuterpfarrer-Zentrum:

Tel. 02844/7070
E-Mail: bestellung@kraeuterpfarrer.at oder bequem im
Webshop: www.kraeuterpfarrer.at

Herbst-Teemischung vom Kräuterpfarrer © Reinhard Podolsky

An die Wurzel gehen

Vom Spitzwegerich nehmen

Der Herbst ist eine Zeit des Rückzugs. Die Temperaturen des Wetters sind nicht mehr so warm, dass Veranstaltungen im Freien abgehalten werden könnten. Ausnahmen bestätigen natürlich auch dabei die Regel. Bei den Pflanzen ist es besonders gut zu beobachten. Die Blätter fallen von den Bäumen und auch sonst wird vieles Grün fahl, braun und welk, bis es schließlich verdorrt. Dennoch weicht nicht das Leben von den mehrjährigen Gewächsen. Sie konzentrieren sich quasi auf die Wurzeln, aus denen sie im Frühling neu heraus sprießen. Das ist auch beim Spitzwegerich (Plantago lanceolata) der Fall. Dieses beliebte Heilkraut weiß sich besonders an Standorten gut zu behaupten, wo der Boden verdichtet und fest ist. Deswegen schafft er es wie sein naher Verwandter, der Breitwegerich, auf ausgefahrenen und ausgetretenen sandigen Wegen und neben Fahrrinnen auf Feldwegen zu gedeihen. Der Spitzwegerich ist aber genauso in Wiesen zu finden. Zu seinen Inhaltsstoffen zählen neben vielen anderen Substanzen Schleimstoffe, Saponine, Kieselsäure und Cumarine. Die Verwendung des Spitzwegerichs durch unsere Altvorderen hat gezeigt, dass sich dabei vor allem entzündungshemmende Effekte zeitigen, die sich u. a. positiv auf die Atemwege auswirken können. Im Hinblick auf die Vorsorge der Gesundheit der Mundhöhle und der Kieferpartie mit den darauf sitzenden Zähnen hat sich dieses Gewächs ebenso bewährt. Heute möchte ich einmal eine Empfehlung weitergeben, die sich auf den Gebrauch der unteririschen Wuchsteile des Spitzwegerichs bezieht. Davon liest man selten etwas in der Literatur der Kräuterkunde.

 

Wurzel ausgraben und trocknen

Jetzt im Herbst ist die ideale Zeit, um an sauberen Standorten Spitzwegerichpflanzen auszugraben, die Wurzeln abzuschneiden, zu säubern und sorgfältig zu trocknen. Um nun eine gesunde Mundflora zu fördern und zudem die Zähne im Hinblick auf Karies zu stärken, empfiehlt es sich,  in regelmäßigen Abständen ein Stück Wegerichwurzel gut durchzukauen. Damit gelangen die Inhaltsstoffe der Pflanze direkt an die Schleimhaut des Mundes und an das Zahnfleisch. www.kraeuterpfarrer.at

Spitzwegerich (Plantago lanceolata) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Entspannend und heilsam zugleich

Ein Bad mit Mädesüß

Wetterumschwünge, Sorgen oder einfach nur ein verspannter Rücken können dazu beitragen, dass wir uns insgesamt nicht wohl fühlen. Manchmal genügt dazu schon der sprichwörtliche falsche Fuß, mit dem jemand aus dem Bett steigt. Nun gut, das Leben hat selbstverständlich auch viele schöne Seiten, die wir nur allzu oft übersehen. Dazu gehört sicher der Umstand, dass auf der Welt Lebewesen existieren, die uns helfen. Dies sind insbesondere die Pflanzen. Schauen wir also wieder einmal auf das Mädesüß (Filipendula ulmaria). Dieses Rosengewächs begleitet die Bäche und Flüsse an ihren feuchten Ufern und findet sich ebenso in nassen Gräben und Wiesensenken. Flavonoide und Salicylsäureverbindungen zeichnen dieses Gewächs aus. Seit Generationen wurde das Mädesüß bei unterschiedlichen Anlässen verwendet. Gerne sind Speisen und Getränke damit aromatisiert worden. Darüber hinaus diente es seit eh und je, um Schmerzen zu lindern und Entzündungen zu verringern. In diesem Sinne kann das Mädesüß auch heute herangezogen werden. Die eingangs erwähnten misslichen Lagen führen nicht selten dazu, dass sich bei den Leidtragenden ein leichtes Kopfweh einstellt. Da ist guter Rat oft teuer. So soll das Mädesüß heute ganz praktisch empfohlen werden. Eine äußerliche Anwendung kann man in den meisten Fällen bedenkenlos durchführen, vor allem dann, wenn es sich lediglich um ein Kräuterbad handelt. Trotzdem sollte jemand dies nur machen, insofern keine Unverträglichkeit gegenüber dem Mädesüß vorliegt.

 

Anreicherung fürs Badewasser

Vom getrockneten und zerkleinerten Kraut, vor allem den Blättern und Blüten des Mädesüß ca. 100 g mit 3 Liter kaltem Wasser übergießen und kurz aufkochen. 20 Minuten zugedeckt ziehen lassen, ehe es ans Abseihen geht. Den Teeabsud in eine bereits mit warmem Wasser gefüllte Wanne leeren und 20 Minuten darin baden. Das ergibt eine entspannende Wohltat und kann mithelfen, Kopfschmerzen erträglicher zu machen. Die Haut wird so ebenfalls gestärkt, vor allem dann, wenn sie entzündete Stellen aufweist. www.kraeuterpfarrer.at

Mädsüß oder Wiesenkönigin (Filipendula ulmaria) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Energie sammeln

Tee mit Ackerstiefmütterchen

Es gibt durchaus Heilkräuter, die im Hinblick auf die Intensität unserer Aufmerksamkeit leicht ins Hintertreffen gelangen können. Wir sagen dann, dass wir eine Pflanze sehr stiefmütterlich behandeln. Nun gut, wenn uns die Sprache schon ein Hölzerl zuwirft, dann will ich es gleich ergreifen und den Namen eines Gewächses mit der heutigen Empfehlung verbinden. So soll wieder einmal auf das Ackerstiefmütterchen (Viola tricolor) verwiesen werden, das ganz praktisch verwendet werden kann. Die Inhaltsstoffe, die sich im blühenden Grün des Veilchengewächses befinden, sind vor allem Flavonoide, Schleimstoffe und Glykoside. Die schmucke Blume auf den Feldrändern ist also nicht bloß schön anzusehen, sondern wirkt sich ebenfalls positiv auf unsere Physis aus. Das trifft z. B. auf die Haut zu. Darüber hinaus profitiert aber ebenso die seelische Verfassung, die aufgrund mancherlei Krankheiten niedergedrückt sein kann. Herzbeschwerden können zudem zu einem erhöhten Auftreten von Angstgefühlen führen, die auf irgendeine Weise nach einer Ableitung suchen. Oder denken wir an angeschlagene Atemwege. Sie belasten ebenso das Gemüt. Im Ackerstiefmütterchen finden wir eine gute Freundin, die in der freien Natur perfekt ihre Existenz an kargen Standorten meistert. Das ist meiner Meinung nach ein Verweis darauf, dass wir auf dieses Geschöpf Gottes zurückgreifen dürfen, wenn wir über dem Himmel des Alltags die Wolken aufziehen sehen. Vertrauen wir also auf das, was ohnehin oft am Wegrand auf uns wartet, ob wir es nun beachten oder nicht.

 

Aufguss zubereiten 

Vom Ackerstiefmütterchen 2 Teelöffel voll getrocknetes und zerkleinertes Kraut mit 1/4 Liter siedendem Wasser übergießen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, dann den Aufguss abseihen. Von diesem Tee in der Früh und am Abend jeweils 1 Tasse trinken. Das kann mithelfen, die Nerven zu stärken und einen ruhigen, tiefen Schlaf in die Wege zu leiten. www.kraeuterpfarrer.at

Acker-Stiefmütterchen oder Wildes Stiefmütterchen (Viola tricolor) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Juckreiz als Anlass

Zur Alantwurzel greifen

Wie wohl sich jemand in seiner eigenen Haut fühlt, kommt auf die gesamten Lebensumstände an, die sich das eine Mal abrupt verschlechtern oder ein andermal eben auch eine Wende zum Guten und somit zum Entspannten vollziehen können. Es ist bestimmt den meisten kein Geheimnis, dass sich sämtliche psychischen Regungen des Menschen in irgendeiner Weise auf die Physis niederschlagen und dort bemerkbar machen. Da ich heute die Aufmerksamkeit auf den Alant (Inula helenium) hinzulenken trachte, soll gleichzeitig die Haut besonders ins Blickfeld rücken. Das flächenmäßig größte Organ unseres Körpers ist oftmals ein so genannter Seismograph des seelischen Befindens. Andererseits sind dort auch Veränderungen und Leiden zu entdecken, die eine andere Ursache haben. Wenn schon kein Ausschlag oder keine vermehrte Schuppenbildung als Symptome vorliegen, so ist ein Juckreiz auf der Haut ein weiterer unangenehmer Zustand. Um hierin eine Hilfe zu finden, steht uns der Alant zur Verfügung, genauer dessen Wurzel. Darin bergen sich wertvolle Inhaltsstoffe wie etwa das namensgebende Inulin, ätherisches Öl, Harze, Bitterstoffe, Terpene und Pektin. Um nun also die Haut bei einem länger auftretenden Juckreiz – dazu zählt übrigens auch das Altersjucken – mithilfe einer pflanzlichen Methode zu begleiten und zu unterstützen, möchte ich einmal mehr den Wert der Alantwurzel aufzeigen. Jetzt im Herbst ist zudem die rechte Zeit, um zur Ernte des unterirdischen Wuchsteiles des Korbblütlers zu schreiten. Damit lässt sich auch gleich etwas Konkretes anrichten, zum Wohle der Haut.

 

Ansatz der Wurzel 

Von der gereinigten und kleingeschnittenen Wurzel des Alants 2 Esslöffel voll am besten am Abend mit 1/2 Liter kaltem Wasser übergießen. Über Nacht stehen lassen und am Morgen gut erwärmen, aber nicht kochen. Kurz ziehen lassen und dann abseihen. Die Hälfte des Ergebnisses leert man in eine Schale und trinkt den Tee schluckweise. Mit dem Rest mithilfe eines Waschlappens den Körper abreiben. So kann es möglich sein, einen vorliegenden Juckreiz zu lindern. www.kraeuterpfarrer.at

Alant mit Wurzel und Details (Inula helenium) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Für Massagen

Heidekraut ansetzen

Hilf dir selbst, so hilft dir Gott! Dieser Satz klingt wohl vielen als sehr bekannt in den Ohren. Es ist die Aufforderung, sein Schicksal so gut wie möglich selbst in die Hand zu nehmen. Es war der deutsche Dichter Justus Georg Schottelius (1612 – 1676), der diese Redewendung in unserer Sprache formulierte. Die Intention dieser Aussage kannte jedoch bereits die Antike. Nun, dann wollen wir ihr auch folgen! Es ist nämlich durchaus möglich, im eigenen Lebensbereich zu den so genannten Hausmitteln zu greifen. Das Heidekraut (Calluna vulgaris) bietet sich nun förmlich an, zählt es doch zu den Spätblühern der heimischen Vegetationsphase. Zu ihren Inhaltsstoffen gehören unter anderem Gerb- und Mineralstoffe sowie Saponine. Im Bezug auf eine Selbsthilfe, die auf eine geschmeidigere Struktur der Haut abzielt, kann die Initiative darin bestehen, dass jemand sich die Vorzüge des genügsamen Gewächses zunutze macht. Dafür wird das Kraut selbst benötigt, weiters das geeignete pflanzliche Öl und noch ein wenig Geduld. Gerade, wenn nun die Abende wieder länger werden und es gut tut, den Tag gemütlich und entspannt ausklingen zu lassen, ist vielleicht eine Massage genau das Richtige. Gewiss ist es dann besser, selbst dabei passiv zu bleiben. Aber mit dem Öl gelingt es zumindest, auch selbst z. B. eine Einreibung zu vollziehen oder schlicht und einfach die Füße gut zu massieren. Und eines noch: bei jeder Maßnahme der Pflege, die mithilfe der wertvollen Pflanzen angewendet wird, bleibt man nicht alleine. Es ist die Kraft der Natur, die uns durch die guten Effekte der Geschöpfe Gottes dann durch den Alltag begleitet.

 

Massage-Öl selbst gemacht 

Von getrockneten und zerkleinerten blühenden Triebspitzen des Heidekrautes 4 Esslöffel voll mit 1/4 Liter kaltgepresstem Oliven- oder Mandelöl übergießen. 14 Tage lang in einem verschlossenen Glasgefäß auf eine Fensterbank stellen. Täglich durchschütteln. Zum Schluss abseihen und den Rückstand des Heidekrautes zusätzlich auspressen. Das fertige Massage-Öl kühl und lichtgeschützt lagern. Für eine gelegentliche Haut- oder Fußmassage am Abend ist dieser Ölansatz genau das Richtige. Es verhilft zu einer geschmeidigen Haut und einer genüsslichen Entspannung. www.kraeuterpfarrer.at

Heidekraut oder Besenheide (Calluna vulgaris) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya