Wertvolle Blätter

Von den Heidelbeeren nutzen

Es ist ein schönes Bild, wenn man durch einen Wald schlendert und den Boden genauer betrachtet, der sich vor einem ausbreitet. Meist ist er von sehr weicher Beschaffenheit, weil u. a. die von den Föhren und Fichten abgefallenen Nadeln einen ganz eigenen Teppich bilden. Darüber ist eine bemooste Oberfläche fast so etwas wie eine Einladung, sich flach hinzulegen und eine erholsame Rast einzulegen. Ich selbst freue mich aber noch mehr, wenn die Heidelbeeren (Vaccinium myrtillus) anzutreffen sind, an denen es dann im Sommer die dunklen Beeren abzuholen gilt. Jetzt aber sind sie in ihr Blattkleid gehüllt, um ihr frisches Grün zur Schau zu tragen. Dadurch wird der Waldboden geschützt und vor dem Austrocknen bewahrt. Die Blätter der Zwergsträucher sind jedoch auch gesundheitsfördernd. Sie beinhalten Gerbstoffe, Carbonsäuren und Flavonoide. Es ist daher durchaus möglich, diese Wuchsteile zu sammeln und zu trocknen. Gewiss wird eine Ware dieser Art in sehr hoher Qualität auch in den Apotheken angeboten, so dass man das Vorkommen der Heidelbeeren in der Natur schonen und unbehelligt lassen kann. Ganz anders ist es, wenn  jemand die heimische niedrig wachsende Art im eigenen Garten stehen hat und somit nicht mit dem Naturschutz in Konflikt kommt. Die Heidelbeerblätter können zu verschiedenen Anlässen aufbereitet werden. Bei Problemen im Verdauungstrakt kann das der Fall sein. Eine harntreibende Wirkung steht mit der Verwendung derselben ebenfalls in Verbindung. Aus der Erfahrung der pflanzlich begleitenden Heilkunde weiß man, dass sich die Blätter dieser Beerenlieferanten als unterstützend erweisen, wenn jemand unter Diabetes leidet. Gerade dann sollte man die Kräfte der Natur vermehrt in Anspruch nehmen, um so den Stoffwechsel besser auszubalancieren. Gewiss sollte aber in jedem Fall eine Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden, ob dies auch mit anderen Therapien in eins gehen kann.

 

Tee aus Heidelbeerblättern

Vor der Blütezeit der Heidelbeeren zupft man die Blätter von den Zweigen der kleinen Sträucher. Gründlich im Schatten trocknen und gut aufbewahren. Von der Blattdroge nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. Dann 15 Minuten ziehen lassen, ehe man den fertigen Tee abseiht. Ungesüßt schluckweise zu sich nehmen. 2 Tassen reichen pro Tag. Kann bei Verdauungsproblemen durchgeführt werden. Der Tee eignet sich auch als Gurgelmittel bei Entzündungen in der Mundhöhle. www.kraeuterpfarrer.at

Heidelbeerstaude mit Früchten (Vaccinium myrtillus) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Für ein besseres Atmen

Ebereschenblüten aufgießen

Bäume sind ebenfalls Heilkräuter. Diese Tatsache sticht aufs Erste nicht so ins Auge. Denn auf der Suche nach heilsamen Gewächsen richtet man den Blick eher zu Boden, wo die verschiedensten pflanzlichen Hilfen oft dicht beieinander stehen wie etwa auf einer naturbelassenen Wiese. Aber heute möchte ich einmal die Augen in eine gegenteilige Richtung dirigieren. Gerade jetzt laden viele Bäume ein, die Fülle der Natur zu bestaunen. Die Eberesche (Sorbus aucuparia) gehört wohl unbedingt zur Artenvielfalt eines gesunden Waldes. Da sie sich nun anschickt, sich auf ihr Fruchten vorzubereiten, kann man die Zeit auch nutzen, um etwas für die eigene Gesundheit zu unternehmen. Generell sei an dieser Stelle einmal mehr darauf verwiesen, dass die blühenden Pflanzenteile von sehr vielen Bäumen und Sträuchern herangezogen werden können, um damit einerseits Leiden zu begleiten und zu mindern und andererseits verschiedene Organe in ihrer Funktion zu unterstützen und zu kräftigen. Als Beispiele seien hier der Weißdorn, die Schlehen und eben die Eberesche als probate Lieferanten einer wirkkräftigen Pflanzendroge angeführt. Heute geht es mir vor allem um die letztere Art. Die Blüten der Eberesche, die Flavonoide, ätherisches Öl und Bitterstoffe enthalten, können sehr wohl ganz frisch verwendet werden. Die Klugen bauen aber vor und schaffen sich auch für die Zeit jenseits der Vegetationsperiode eine Reserve, um diese dann gezielt einsetzen zu können. Vom Atmen war schon eingangs die Rede. Das soll sicher auch gut funktionieren, nachdem der wichtige Bereich unserer Bronchien und der Lunge durch einen Infekt geschwächt worden ist.

 

Blüten in Teeform

Um die Lunge zu stärken, kann man eine bestimmte Anwendung durchführen. Dabei trinkt man 2- bis 3-mal am Tag 1 Tasse eines Aufgusses, der mithilfe von Ebereschen-Blüten zubereitet wird. 2 Teelöffel voll Blüten werden dabei mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergossen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Dieser Tee kann ruhig mit etwas Honig gesüßt werden. www.kraeuterpfarrer.at