Gerade im Frühjahr

Rosmarin erfrischt

Wir kennen es alle: mit den wärmer werdenden Temperaturen und dem verordneten Wechsel zur so genannten Sommerzeit fühlt man sich ein Stück weit müder als sonst. Was immer auch die Gründe für ein derartiges Empfinden sein mögen, liegt es letztlich an uns selbst, mit diesem Umstand gut umzugehen. Denn nicht alle haben den Vorzug, Ferien zu haben und so auch länger im Bett bleiben zu können. Obwohl das heutige Heilkraut mit seiner blühenden Präsenz erst im Sommer ganz aktuell ist, möchte ich es trotzdem jetzt schon bewerben. Es ist der Rosmarin (Rosmarinus officinalis), der zur Pflanzenfamilie der Lippenblütler zählt. Von ihm geht der herrliche Duft aus, den man mit diesem Gewürz ohnehin verbindet. Ätherisches Öl, Terpene, Thymol, Gerbstoff und -säure zeichnen dieses Gewächs als Inhaltsstoffe aus. Um jetzt nicht den Mund allzu wässrig zu machen, wenn ich vielleicht so manches österliche Gericht in den Fokus unserer Aufmerksamkeit rücken würde, will ich lieber beim Guten bleiben, das auch für den Bruder Leib direkt von dieser Pflanze ausgeht. Sucht man nach einem belebenden Hilfsmittel im Angebot der Mutter Natur, landet man über kurz oder lang beim Rosmarin. Müdigkeit, Niedergeschlagenheit oder ein gesenkter Blutdruck können der Anlass sein, um sich des duftenden Krautes zu bedienen. Durch die vorhandenen getrockneten Blätter der Triebe, die man alljährlich generell am besten vor der Blüte desselben abzupft, kann man auch schon im Frühling mit dem Rosmarin dafür sorgen, dass es einem wieder besser geht. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert, will man nicht unbedingt zu den Typen zählen, die man landläufig als „fader Zipf“ bezeichnet.

Belebender Tee

Von getrockneten und zerkleinerten Triebspitzen und Blättern des Rosmarins nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und dann 1/4 Stunde lang zugedeckt ziehen lassen. Abseihen und langsam schluckweise zu sich nehmen. Das zeitigt in der Regel eine belebende Wirkung und tut somit dem Kreislauf gut, wenn dieser bei Frühjahrsmüdigkeit und aufgrund eines niedrigen Blutdruckes für ein Unwohlsein sorgt. www.kraeuterpfarrer.at

Rosmarin mit Blütendetails (Rosmarinus officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Die Stimme freilegen

Ganz einfach mit Salbei

Wir stehen in den Startlöchern, was die intensive Arbeit im Garten angeht. Gewiss ist dort nach dem Abzug des Frostes sicher schon viel geschehen. Gratulation an alle, die immer wieder Hand anlegen, um so Jahr für Jahr ein wahres Paradies direkt vor der Haustür heranwachsen zu lassen. Kräuter dürfen dabei ebenso eine gestaltende Rolle spielen. Damit ist aber auch meist ein ganz praktischer Nutzen verbunden. Für trockene und sonnige Standorte eignet sich der Echte Salbei (Salvia officinalis) sehr gut als gestalterisches Element. Dieser einst mediterran beheimatete Lippenblütler erweist sich in der Regel als eine äußerst pflegeleichte Pflanze, die mit ihren Blüten auch den Bienen und Hummeln Nahrung und Rastplatz bietet. Das charakteristische Aroma, das dem Salbei eigen ist, kann man direkt mit den Geschmacksnerven auskosten, indem man ein junges Blatt abzupft und im Mund durchkaut. Ätherisches Öl und Gerbstoffe können so mit der eigenen Sinneswahrnehmung als Inhaltsstoffe konstatiert werden. Heute möchte ich das Heilkraut all jenen empfehlen, die ihrer Sprechstimme etwas Gutes tun wollen. Es kommt ja nicht selten vor, dass man sich gerade am Morgen mit ihrem Gebrauch etwas schwer tut, weil man sich vielleicht dann mehr als sonst räuspern muss, um den Hals frei zu bekommen. Da ist es dann sicher auch von Vorteil, den Salbei in seiner Nähe zu haben. Denn er kann mithelfen, auf ganz natürliche Weise dem Sprechen im wahrsten Sinne des Wortes eine Klärung zu ermöglichen.

Morgengabe für den Hals

Von getrockneten und zerkleinerten Blättern des Echten Salbeis nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Dann abseihen und etwas auskühlen lassen. Mit dem noch warmen Tee gurgelt man am besten noch vor dem Frühstück, um sich zu helfen, wenn die Stimme sozusagen „belegt“ ist. www.kraeuterpfarrer.at

Salbei mit Knospen und Einzelblüten (Salvia officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Gesunder Trunk

Holunderbeersaft als Hausmittel

Vorausschauend zu denken und zu handeln ist eine Tugend, die man sich im Laufe des Lebens aneignen kann. Denn man muss mit seinem Sinnen nicht immer nur in der Vergangenheit hängen bleiben, wo man leicht verführt ist zu meinen, dass damals alles besser war. Ich bleibe heute einmal bei den Jahreszeiten und schweife mit meinen Gedanken schon jetzt einige Monate voraus. Am Holunderstrauch (Sambucus nigra) reifen z. B. im späten Sommer die dort vorhandenen Früchte heran. Am ehesten erkennen dann verschiedene Vogelarten, dass der Tisch reichlich gedeckt ist. Sie fallen zu Scharen über die frische Kost her, um ihrem Appetit freien Lauf zu lassen. Der Mensch kann mithilfe einer Aufbereitung dieses Angebot ebenso nutzen. Vitamine, Mineralstoffe und vieles andere mehr kann somit auch unserem Körper zugänglich gemacht werden. Am besten geschieht dies durch Entsaften. Wer das zu Hause noch durchzuführen imstande ist, zählt meines Erachtens zu den Gesegneten. Gott sei Dank gibt es eine derartige qualitätsvolle Ware auch von einheimischen Betrieben, die im Handel zur Verfügung steht. Jetzt im Frühling hat der dunkel gefärbte Saft einiges für unsere Gesundheit zu bieten. Er unterstützt u. a. den stetig stattfindenden Erneuerungsprozess des Blutes. Doch ist er ebenso geeignet, den Hals und den Rachen zu unterstützen, wenn diese Zonen durch Entzündungen und Erkältungen geschwächt sind. Wie gesagt, das Althergebrachte hat auch eine gute Zukunft. Denn immerhin sind die Vorteile, die in den Gewächsen und Früchten der Heimat stecken, genau das, was der Schöpfer für uns vorgesehen hat, um uns auf diese Weise durch das Leben zu begleiten.

Holunderbeersaft bei Erkältung 

Husten, Heiserkeit oder Rachenkatarrh können Anlässe bieten, um den Holunderbeersaft zu nutzen. Stündlich schluckt man dann bloß 1 Esslöffel voll des reinen und unverdünnten Saftes. Man sollte ihn jedoch vorher ein wenig anwärmen. Trinkt man den Holunderbeersaft mit ein wenig Wasser verdünnt, so stillt man zusätzlich auf gesunde Weise seinen Durst und trägt etwas Konkretes zur guten Konsistenz des Blutes bei.  www.kraeuterpfarrer.at

Holunderbeeren-Fruchtzweig (Sambucus nigra) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Das Immunsystem versorgen

Stoffwechselfördernde Kräuter

Heute am Palmsonntag stehen die kommenden Tage und Wochen unter neuen Vorzeichen. Einerseits beginnt nun die Karwoche mit den hohen kirchlichen Feiertagen. Und andererseits ist es bis Ostern nicht mehr weit. So heißt es, sich gut für das Zugehen auf den Sommer zu rüsten und zugleich ganz penibel auf die eigene Gesundheit zu achten, die in Zeiten wie diesen noch einmal in ihrem Wert kostbarer wird. Ein funktionierendes Immunsystem wird auf jeden Fall sehr gut von pflanzlichen Kräften untermauert und gefördert. Deswegen möchte ich gleich eine ganze Reihe an Kräutern aufzählen, die uns genau dabei helfen. Ihre Namen sind Quendel, Brennnessel, Veilchen, Gänseblümchen, Schlüsselblumen, Ringelblumen und Wegwarte. Das hat ganz konkrete Gründe. Der Quendel ist ein Heilkraut, das die Tätigkeit der Atemwege unterstützt und in ihrer eigenen Abwehrkraft stärkt. Die Brennnessel forciert den Abbau von Giftstoffen im Körper, indem sie den Blutumlauf und die damit verbundene Nierentätigkeit ankurbelt. Die Gänseblümchen und die Wegwarte sind Bitterstoffträger und kommen somit der Leber und der Haut zugute. Die Veilchen und Schlüsselblumen haben u. a. durch ihre Schleimstoffe einen positiven Einfluss auf die Lunge und auf das Herz. Die Ringelblumen bergen eine wundheilende Kraft in sich und sind darüber hinaus für die Leber von Vorteil. Entweder sucht man sich nun einzelne Kräuter heraus, die einem gut zu Gesichte stehen oder man mischt die genannten alle zu einem Tee zusammen, der dann durchaus kurmäßig zum Einsatz kommen kann, um so den Stoffwechsel anzukurbeln. Denn wir können es uns unmöglich leisten, derzeit das damit eng verbundene Immunsystem stiefmütterlich zu behandeln. Bauen wir vielmehr mit den Kräutern eine Brücke in den Frühling.

Tee für die Abwehrkräfte 

Getrockneter Quendel, Brennnesselblätter, Veilchen, Gänseblümchen, Schlüsselblumen- und Ringelblumenblüten sowie Wegwartekraut werden zerkleinert zusammengemischt. Davon nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter siedendem Wasser übergießen und 15 Minuten lang zugedeckt ziehen lassen, dann abseihen. 3 Wochen jeweils in der Früh und am Abend 1 Tasse davon trinken. Die fertige Teemischung namens „Brücke im Frühling“ erhalten Sie im Kräuterpfarrer-Zentrum:

Tel. 02844/7070
E-Mail: beratung@kraeuterpfarrer.at oder bequem im
Webshop: www.kraeuterpfarrer.at

Kräuterteemischung “Brücke im Frühling” © Foto: Reinhard Podolsky


 

 

Wenn der Hals kratzt

Mit Veilchenblüten lindern

Es tut schon wirklich gut, ein bisschen mehr die Sonne sehen zu dürfen und nicht jeden Morgen das Eis von den Autos wegschaben zu müssen. Immerhin haben wir nun eine Zeit hinter uns, in der es schien, dass der Winter kaum von vielen Regionen Österreichs hätte weichen wollen. Ein Bewegen im Freien war dadurch für die meisten mit dementsprechend viel Stoff am Leib verbunden. Ein Indiz, dass es nun mit Licht und Wärme bergauf geht, sind die Veilchen, die ihre Blütenköpfe bereits aus den sie umgebenden Blattrosetten schauen lassen und somit unsere Augen erfreuen. Das Wohlriechende Veilchen (Viola odorata), auch Duft- oder Märzveilchen genannt, zählt wohl zu den beliebtesten Boten des Frühlings. Dabei ist dieses Gewächs nicht bloß schön anzusehen, es birgt auch eine helfende Kraft in sich. Saponine, Schleimstoffe, Vitamin C und Bitterstoffe sind in den einzelnen Wuchsteilen eingelagert, so auch in den Blüten. Gerade dann, wenn genügend viele davon auf einer Wiese oder einem speziellen Platz im Garten vorhanden sind, ist es ein Leichtes, sie im eigenen Haushalt zu verwenden. Dabei gibt es unterschiedliche Varianten, um die blau-violetten Schönheiten aufzubereiten. Ganz nahe liegt es, das eine oder andere Dessert damit zu garnieren. Einige kombinieren Veilchenblüten mit Honig. Zum anbrechenden Frühjahr zählt es leider nicht so selten, dass man sich den Hals erkältet, weil auf Schals und schützende Rollkrägen womöglich doch zu früh verzichtet wurde. Da ist es dann ganz gut, um die lindernde Wirkung der Veilchen zu wissen. Wenn sie ohnehin vor der Haustür zu finden sind, kann man sie zum Wohle des Halses heranziehen.

Aufguss zum Gurgeln 

Von frisch gepflückten und vor allem von sauberen Standorten entnommenen Blüten des Duftveilchens nimmt man 6 gehäufte Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/2 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Wenn der Aufguss nach einiger Zeit eine annehmbare Temperatur erreicht hat, kann man damit kräftig gurgeln. Das erweist sich vor allem bei einem Kratzen im Hals und bei Halsschmerzen als gute Möglichkeit, um diese unangenehme Phase mit der Kraft der Natur zu begleiten.  www.kraeuterpfarrer.at

Veilchen (Viola odorata) mit Schmetterlingen ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

Für den Magen

Tausendguldenkraut als Unterstützung

Angesichts der dramatischen Vorgänge, die wir anlässlich eines nicht mehr zu leugnenden Klimawandels beobachten können, ist es notwendig, vermehrt auf die einzelnen Kostbarkeiten der Natur aufmerksam zu werden. Die Tier- und Pflanzenwelt besitzt in ihrer Vielfalt einen unschätzbaren Wert. Als Beispiel dafür möchte ich heute ein besonderes Gewächs herausgreifen. Es handelt sich um eine liebens- und dazu noch überaus schützenswerte Heilpflanze. Ihr Name ist Tausendguldenkraut (Centaurium erythraea), das außerhalb von Österreich unter der Bezeichnung Tausendgüldenkraut bekannt ist. Als Mitglied der botanischen Familie der Enziangewächse liegt es auf der Hand, dass sich das Heilkraut durch einen hohen Gehalt an Bitterstoffen auszeichnet. Flavonoide, Xanthone und Glykoside finden sich ebenso in den Wuchsteilen. Die Naturheilkunde behielt seit eh und je diese Vorteile im Blick. Das Tausendguldenkraut kann auch heutzutage herangezogen werden, um den Magen in seiner Funktion bzw. in seiner Konstitution zu unterstützen. Es ist einfach nur klug und folgerichtig, in diesem Ansinnen auf Bitterstoffe nicht zu verzichten. Schon mein Vorgänger als Kräuterpfarrer, Hermann-Josef Weidinger, hat große Stücke auf das Tausendguldenkraut gehalten. Aus seinen Aufzeichnungen darf ich daher einen praktischen Tipp herausgreifen, der ein Hausmittel beschreibt, das dem Magen zugutekommt. Am besten nimmt man dafür die Kräuterware in Anspruch, die man im Fachhandel erwerben kann. In der freien Natur sollte das Gewächs von Menschenhand unbehelligt bleiben. So können wir nämlich etwas dazu beitragen, um seinen Bestand auch in der Zukunft inmitten unserer Wälder zu erhalten.

Ansatz mit Wein

30 g getrocknetes und zerkleinertes Tausendguldenkraut, 20 g Kamillenblüten, 20 g zerschnittene Schalen einer biologisch gezogenen Orangen und deren gepresstem Saft miteinander abmischen, in ein Gefäß mit weißem Gals geben und mit 1 Liter gutem Weißwein übergießen. 3 Wochen lang verschlossen an einem Fensterplatz stehen lassen. Danach abseihen, in dunkle Fläschchen füllen und kühl stellen. Bei Verdauungsstörungen und mangelndem Appetit jeweils 1 Stamperl voll 1 Stunde vor der Mahlzeit einnehmen. www.kraeuterpfarrer.at

Tausendguldenkraut (Centaurium erythraea) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Den eigenen Wert schätzen

Melisse stärkt Nerven und Herz

Oft fragt man sich, was denn die Arbeit, die Tag für Tag erledigt wird, eigentlich wert ist. Denn die Anerkennung, die man sich dafür erwartet, bleibt meist aus. Doch möchte ich dazu einladen, nicht einem Trugschluss zu folgen, der leicht in Frustration enden kann: dass der Wert der eigenen Person lediglich von anderen und deren Urteil abhängen würde. Es braucht ein Verankert-Sein in sich selbst, das vielleicht gerade jetzt vor Ostern noch angestrebt werden darf. Da Leib und Seele eng miteinander verbunden sind, ist es klug, die Kraft der Kräuter dabei zu nutzen. Die Melisse (Melissa officinalis) ist dazu angetan, um uns in erster Linie Freude zu bereiten. Denn durch ihren Wuchs und ihre Blätter setzt sie einen wohltuenden grünen Akzent in die Landschaft des Gartens. Durch ihre Präsenz werden zudem vermehrt die Bienen angelockt, um sich am Nektar der Melissenblüten zu bedienen. Uns selbst als Menschen kommen wiederum die Inhaltsstoffe zugute, die in dem Gewächs stecken. Ätherisches Öl, Flavonoide, Phenolsäure und Bitterstoffe sind dort zu finden. Seit alters her weiß man um die beruhigende und nervenstärkende Wirkung, die mit der Melisse in Verbindung steht. Darüber hinaus unterstützt die Verwendung des Krautes auch die Tätigkeit des Herzens und des Magen-Darm-Traktes. Somit werden also Grundlagen gelegt, die für ein Wohlbefinden notwendig sind und dem gesunden Selbstbewusstsein den Weg bereiten können. So vieles wird in Zeiten wie den unsrigen infrage gestellt. Das soll aber nicht so weit gehen, dass wir an uns selbst zweifeln. Mit der Melisse gelingt es eventuell, sich wieder neu als Geschenk Gottes zu entdecken, das seinen ganz bestimmten Auftrag für diese Welt ins Leben mitbekommen hat.

Zur Ruhe kommen 

Von getrocknetem und zerkleinertem Kraut der Melisse (auch Zitronenmelisse genannt) nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Dann abseihen und nach Belieben mit ganz wenig Honig süßen. Um für das Gemüt, die Nerven und die eigene Gesundheit etwas zu tun, sollte man 3 Wochen lang jeweils in der Früh und am Abend 1 Tasse davon trinken. Das kann auch mithelfen, nicht einem schädlichen Minderwertigkeitsgefühl zu erliegen. www.kraeuterpfarrer.at

Melisse oder Zitronenmelisse (Melissa officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya


Für Haut und Darm

Erdbeerblätter halten beides fit

Die persönliche Phantasie ist so etwas wie ein geheimnisvoller Garten, den man sich in seinem Geist reserviert, um ihn genau dann zu betreten, wenn einem danach ist. In dieser Jahreszeit von Erdbeeren zu reden, mag ein bisschen verwegen sein, denn hierzulande wird es wohl noch länger dauern, bis man an diese Köstlichkeiten herankommt. Und wie gut schmeckt erst ein Speiseeis oder so manche Obsttorte, die mit den roten Früchten bestückt sind. Damit nicht das Wasser zu sehr im Mund der Leser zusammenläuft, lenke ich den Sinn  zu einem anderen wertvollen pflanzlichen Hilfsmittel, das man an den Wald-Erdbeeren (Fragaria vesca) entdecken darf. Hierbei handelt es sich um die Blätter, die man in der freien Natur häufig antrifft, wenn man den Blick aufmerksam auf den Wegrand oder auf den Boden lichter Wälder richtet. Gewiss steigt einem der gute Duft, der von den reifen Beeren ausgeht, an warmen Tagen von selbst in die Nase und verführt uns zum gesunden Naschen. Die Blätter der wilden Erdbeeren enthalten Gerbstoffe und Flavonoide. Werden diese vor der Blütezeit geerntet und getrocknet, dann gewinnt man dadurch eine wertvolle Droge, die man separat oder in zusammengestellten Mischungen zu einem Tee aufgießen kann. Dieser fördert die Tätigkeit der Leber sowie der Galle und unterstützt generell einen geregelten Stoffwechsel. Man kann aber ebenso darangehen, einen derartigen Aufguss als Badezusatz anzuwenden. Das bringt Vorteile für die Funktion des Darmes mit sich, denn die Haut leitet die guten Effekte der natürlichen Gaben an das Innere des Organismus weiter. Und die äußere Schicht des Leibes geht dabei nicht leer aus, da die Erdbeerblätter dieselbe erfrischen und stärken.

Badezusatz mit Erdbeergrün

Ca. 150 g von getrockneten und zerkleinerten Blättern der Wald-Erdbeere werden mit  2 Liter kochendem Wasser übergossen. Danach 20 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abschließend abseihen. Dem Badewasser beigeben und ungefähr 15 Minuten lang in der Wanne bleiben, ehe man wieder heraussteigt. Dadurch nimmt die Haut die Wirkstoffe der Blätter auf und wird somit gestärkt. Zugleich profitiert der Rest des Körpers davon. Im Speziellen tut dies dem Darm und seiner Tätigkeit gut. www.kraeuterpfarrer.at

Walderdbeere mit Blüten und Früchten (Fragaria vesca) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Ein Kraut für die Mundhöhle

Im Ackerschachtelhalm finden

Unser geliebtes Heimatland präsentiert sich als ein vielfältig gestaltetes Gebiet, das sehr viele unterschiedliche Landschaften aufweist, die ihren ganz eigenen Charakter haben. Weite Ebenen sind dabei genauso zu finden wie hohes Gebirge und sanft hügelig wogende Wälder, Wiesen und Felder. Das erinnert mich an unseren Körper, der auch aus einzelnen Bereichen und Zonen besteht, die unterschiedliche Funktionen erfüllen. Mit dem Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) möchte ich daher heute auf und in unseren Mund schauen. Dieses urtümliche Gewächs gedeiht gerne auf landwirtschaftlich genutzten Flächen oder in deren Nähe. Seine Verwandten existierten schon vor urdenklichen Zeiten. Aber nicht nur das Alter des Zinnkrautes (alternativer Name für den Ackerschachtelhalm) ist bewundernswert. Seine Verwendung seitens des Menschen hat eine lange Tradition. Und dabei spielt der reinigende Effekt, der mit den grünen Wuchsteilen des Ackerschachtelhalmes in Verbindung steht, eine wichtige Rolle. Das liegt nicht zuletzt an dem hohen Anteil an Kieselsäure, der dort eingelagert ist. Darüber hinaus enthält dieses Gewächs ebenso Mineralstoffe wie Kalium und Kalzium sowie Saponine. Mit meiner Empfehlung für ein grünes Gewächs möchte ich heute die Pflege der Mundhöhle ansteuern, die für unser Wohlbefinden ganz wesentlich ist, weil letztendlich die Zähne und das Zahnfleisch davon profitieren. Leider ist z. B. das Problem von Karies immer noch nicht aus der Welt geräumt. Für die Gesunderhaltung des Gebisses kann man wohl nie genug tun. Dabei leisten auch Pflanzen einen guten Dienst. Zum Beispiel kann das Gurgeln mit dem Ackerschachtelhalm diese Sorge gut begleiten.

Mundreinigendes Hausmittel

Von getrockneten und zerkleinerten grünen Wuchsteilen des Ackerschachtelhalms nimmt man 1 vollen Esslöffel. Mit 1/4 Liter kaltem Wasser übergießen und 3 Stunden lang ansetzen. Hernach kurz aufkochen, abseihen und auf eine annehmbare Temperatur auskühlen lassen. Die gesamte Mundhöhle damit kräftig ausspülen und zusätzlich lang anhaltend damit gurgeln. Das ist eine gute pflegende Maßnahme im Bezug auf die Hygiene in der gesamten Mundhöhle.  www.kraeuterpfarrer.at

Ackerschachtelhalm oder Zinnkraut (Equisetum arvense) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

Mit der Kraft der Knospen

Am Beispiel Ahorn

Unsere Frühlingsgefühle wurden in der vergangenen Woche kurzerhand auf Eis gelegt. Schnee- und Graupelschauer zählen wohl nicht zu dem, was man sich unter einem lauen Lüfterl im März vorstellt. Aber irgendwann wird sich das Wetter wieder ändern. Dann ist es umso reizvoller, vor die Haustür zu treten und sich an der Natur zu erfreuen. Für die Bäume wie den verschiedenen Arten des Ahorns (Acer) steht die Phase unmittelbar bevor, sich gänzlich mit sattem Grün zu bekleiden, um über die Blätter die Sonnenstrahlen einzufangen. Gleichzeitig verdunstet dabei auch viel Wasser, was wiederum der Atmosphäre gut tut. Gerade für kommende Generationen ist es wichtig, dass Bäume – welcher Art auch immer – weltweit in genügender Anzahl wachsen dürfen. Betrachten wir die heimischen Ahornarten, also den Spitzahorn, den Bergahorn und den Feldahorn etwas näher, so wissen wir in erster Linie um die Güte des Holzes, das wir von diesen Pflanzen als hohes Gut entgegennehmen und verarbeiten dürfen. Übrigens profitieren ja auch im Besonderen die Bienen von deren nektaraufweisenden Blüten. Wir selbst dürfen uns vielmehr auf die Knospen und die Blätter konzentrieren. Denn schon bevor sich ein Ahorngrün entfaltet, bergen sich in ihrer abgekapselten Form direkt am Zweig Mineralstoffe, Vitamine und pflanzliche Wuchssubstanzen, die u. a. auch für unsere Physis von großem Vorteil sind. Daher heißt es also jetzt schon und in nächster Zukunft gut aufpassen, um das Angebot der startbereiten Bäume im gegenwärtigen Frühling recht zu nutzen. Übrigens ein Tipp für die häusliche Speisekammer: zarte Ahornblätter, die sich ganz neu und frisch entwickelt haben, können wie Sauerkraut eingelegt und milchsauer vergoren werden. Dann hat man eine Besonderheit parat, womit man auch die Gäste im eigenen Haus überraschen kann.

Rohkost und Auflage 

Blätter und Knospen von den heimischen Ahornbäumen können am Baum verkostet  werden. Sie schmecken säuerlich und werden im Laufe des Kauens süßlicher. Man erzielt damit einen beruhigenden Effekt. Darüber hinaus ergeben frische Ahornblätter ein kühlendes Hilfsmittel. Möglichkeit dazu besteht bei Entzündungen, müden und geschwollenen Füßen, bei Insektenstichen oder bei übermüdeten Augen. Dabei quetscht man die Blätter ein wenig an, bevor man sie auf die betroffenen Stellen auflegt. www.kraeuterpfarrer.at

Ahorn (Acer) © Grafik: Emil Jaksch