Vorbeugendes Fußbad

Mit Thymian durchführen

Es mag wohl ein wenig verwegen anmuten, wenn ich an dieser Stelle an eine Stilikone erinnere. Genauer gesagt ist es die gebürtige Berlinerin Marlene Dietrich, die mit einem Film und dem damit verbundenen Lied weltberühmt wurde. Der Song hat als Refrain die allseits bekannten Worte: „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt! …“. Ohne den Wert dieses Textes schmälern oder gar werten zu wollen, möchte ich ihn auf die Gesundheit und deren Erhaltung ummünzen. Im Kopf ist uns wohl allen klar, dass es wichtig ist, den Körper fit, vital und abwehrkräftig zu erhalten. Aber was hat der Fuß dann noch zu tun? Lassen Sie mich daher den Thymian (Thymus vulgaris) wieder einmal aus der Schatzkiste der Natur hervorkramen. Dieser Lippenblütler ist ohnehin sehr bekannt. Er wird sowohl auf den Beeten in den Gärten als auch bloß in einem Blumentopf gezogen. So hat man ihn den Sommer über als würzende Beigabe in der Küche griffbereit. Sein angenehmer Duft gibt uns schon einen Hinweis darauf, dass er wertvolle ätherische Substanzen in den Blättern birgt. Der Wirkstoff Thymol erweist sich darüber hinaus als reinigend und keimabwehrend. Das macht ihn hervorragend geeignet, um uns in Erkältungskrankheiten zu begleiten. Das einfachste ist es dann, einen Thymiantee aufzugießen und ihn regelmäßig zu trinken. Im Kräuterpfarrer-Zentrum in Karlstein haben wir darüber hinaus diesbezüglich sehr viele gute Erfahrungen mit einem alkoholischen Thymianauszug gemacht. Um jedoch eine vorbeugende Maßnahme zu treffen, sind gleichsam die Füße gefragt. Dieser sensible physische Bereich ist nicht zu unterschätzen, wenn es darum geht, die eigenen Abwehrkräfte zu forcieren, so dass wir unbeschadet durch die kalten Monate kommen.

Badezusatz mit Thymian

Von den getrockneten und zerkleinerten blühenden Trieben des Thymians nimmt man 5 Esslöffel voll und übergießt sie mit 1 Liter kochendem Wasser. Danach 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen. Diese Menge nimmt man als Zusatz für ein abendliches Fußbad, das man 20 Minuten lang durchführt. Durch die Inhaltsstoffe des Thymians werden die Reflexzonen der Füße positiv stimuliert. Somit wird auch die körpereigene Immunkraft gesteigert, um sich Infekte besser vom Leib halten zu können. www.kraeuterpfarrer.at

Thymian, Echter oder Gartenthymian (Thymus vulgaris) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Kräuterwein für den Magen

Mit Tausendguldenkraut ansetzen

Was zählt für Sie zu einer gemütlichen häuslichen Heimeligkeit? Da der Advent so oft als die stillste Zeit im Jahr benannt wird, ist diese Frage wohl mehr als berechtigt. Nun, die Stille muss man sich wohl bewusst reservieren. Ebenso ein trautes Beisammensein in einer geheizten Stube bei einer guten Tasse Tee. Zu diesem Empfinden abseits jedes vorweihnachtlichen Getriebes möchte ich noch das Zusammenstellen und Ansetzen eines gesunden Hausmittels hinzufügen. Mit dem Tausendguldenkraut (Centaurium) haben wir ein Heilgewächs zur Verfügung, das wegen seines hohen Gehaltes an Bitterstoffen berühmt-berüchtigt ist. Es mag dieser Umstand nicht verwundern, zählt es doch zur Familie der Enziangewächse. Das Tausendguldenkraut wird jedoch kaum in gebirgigen Höhen entdeckt, sondern wächst in den lichten Wäldern des Flach- und Hügellandes. Es gilt als erwiesen, dass diese Pflanze die Magensaftsekretion steigert, sobald die sehr bitteren Inhaltsstoffe der Droge mit der Mundschleimhaut in Berührung kommen. Außerdem profitieren die Gallenblase und ebenso die Leber vom Gebrauch des Tausendguldenkrautes. Übrigens zählt dieses Gewächs zu den streng geschützten Pflanzen in Österreich und in Deutschland. Somit ist es wichtig zu bedenken, von woher man das Material für naturheilkundliche Anwendungen bezieht. Gottlob wird es extra gezüchtet. Man kann sich also im Fachhandel wie im Kräuterpfarrer-Zentrum und in den Apotheken die nötige Ware besorgen. Für den Garten gibt es auch in speziellen Gärtnereien diesbezügliche Angebote. Aber nun im Winter muss man sich ohnehin der getrockneten Wuchsteile bedienen und gefährdet so nicht die Bestände in heimischen Forsten. Fürs Neue Jahr kann man sich einen guten Kräuterwein anrichten, am besten in der Heimeligkeit der eigenen vier Wände.

Magenstärkung mit Wein

Zuerst benötigt man 60 g getrocknetes und zerkleinertes Tausendguldenkraut. Zusätzlich auch noch 40 g Kamillenblüten und 40 g zerschnittene Orangeschale (aus biologischem Obstbau). Alles miteinander abmischen und in einem weißen Glasgefäß mit 2 Liter Weißwein übergießen. Verschließen und 3 Wochen lang an einen sonnigen Platz im warmen Zimmer stellen. Danach abseihen, in dunkelglasige Fläschchen füllen und kühl lagern. Bei Verdauungsstörungen, Appetitlosigkeit und auch bei Sodbrennen jeweils 1 Stamperl davon 1 Stunde vor der Mahlzeit zu sich nehmen. www.kraeuterpfarrer.at

Tausendguldenkraut (Centaurium erythraea) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Der Haut helfen

Himbeerblätter bei Ausschlag

Hat man etwas mehr Zeit zum Einkaufen, so ist es möglich, gleich vor Ort im Geschäft oder im Supermarkt die angebotenen Produkte genauer unter die Lupe zu nehmen. Dabei prüft man den Preis, der wohl am augenfälligsten ist. Aber genauso können die Herkunft der Ware, der Produzent und bei Nahrungsmitteln auch die Ingredienzien erfasst werden. Je nachdem, wie man die Kriterien festlegt, landet dann das eine oder andere Stück im Einkaufswagen. Derselbe Vorgang lässt sich auch auf Heilkräuter übertragen. Hierbei ist es aber meist die Natur vor der Haustür, die ein reiches Angebot aufzuweisen hat. Die wildwachsenden Himbeeren (Rubus idaeus) etwa liefern so manches Brauchbare für die Pflege unserer Gesundheit. Dabei denken wir wohl in erster Linie an die Früchte der Sträucher, die nicht wenige in ihren Gärten ziehen. Gottlob finden sich die Himbeeren – wie schon angesprochen – auch in der freien Natur. Dort bevorzugen sie kleine Lichtungen in den Wäldern, wo die Sonnenstrahlen genug Platz haben, um das Wachsen und Reifen der Sträucher und Beeren zu ermöglichen. Darüber hinaus benötigen ebenso die Blätter die Energie von oben, um sich gut zu entwickeln. In ihnen bergen sich wertvolle Flavonoide und insbesondere auch Gerbstoffe, die den ganzen Körper und vor allem seine Haut in ihrer Konstitution unterstützen können. Immer wieder kommt es vor, dass sich als Reaktion auf eine verschieden geartete Unverträglichkeit Ausschläge bilden, die sich sehr unangenehm auswirken können. Meist ist damit auch ein lästiger Juckreiz verbunden, der zu einem Unwohlsein führt. Es gilt also sicher als erstes die Ursache für eine derartige Veränderung abzuklären. Mit einer Waschung kann man zusätzlich die Haut von außen unterstützen.

Himbeerblätter aufgießen

Von getrockneten und zerkleinerten Blättern der Himbeeren nimmt man 1 Esslöffel voll und übergießt ihn mit 1/2 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten lang zugedeckt ziehen lassen und hernach abseihen. Hat der Aufguss eine angenehme Temperatur erreicht, tränkt man damit einen Waschlappen, um damit die Hautpartien, auf denen sich ein Ausschlag gebildet hat, abzuwaschen. Am besten lässt man dann den aufgetragenen Tee von alleine an der Luft trocknen, damit die Inhaltsstoffe besser in die Haut einziehen können. www.kraeuterpfarrer.at

Himbeertriebe und Früchte (Rubus idaeus) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

 

 

 

 

 

Wider den Nachtschweiß

Das Echte Labkraut kann helfen

Träume bilden ein ganz eigenes Thema, das uns von Geburt an bis zum Tod beschäftigt. Dabei kommt es vor allem darauf an, wie wir diese wahrnehmen und letztendlich auch verarbeiten. In unserem Unterbewusstsein läuft natürlich viel mehr ab, als wir das direkt feststellen können. Und vieles davon arbeitet unser Geist des Nächtens ab. Das findet auch physisch seinen Niederschlag, wie etwa in Form von vermehrtem Schwitzen. Gewiss kann die erhöhte Transpiration im Bett auch noch andere Gründe haben. Das Echte Labkraut (Galium verum), das ebenso als Gelbes Labkraut bezeichnet wird, zählt zu jenen pflanzlichen Hilfen, die uns in den angesprochenen Vollzügen in mehrerer Hinsicht weiterhelfen können. Flavonoide, Glykoside sowie auch Saponin und wertvolle Säuren sind unter den Inhaltsstoffen besonders hervorzuheben. Diese haben generell eine heilende und stärkende Wirkung auf unseren Organismus. Dies bezieht sich in weiterer Folge ebenso auf die jeweilige psychische Verfassung, da ja Leib und Seele eine untrennbare Einheit darstellen. Die Haut ist dabei eine gute Vermittlerin der Vorzüge eines oder mehrerer Heilkräuter. Daher ist es sicherlich klug, sich gerade bei Nachtschweiß auf die äußere Schicht des Körpers zu konzentrieren. Neben dem Labkraut ist es vor allem der allseits bekannte Salbei, der hier zusätzlich unterstützend beigezogen werden kann. Seine Bitter- und Gerbstoffe und sein ätherisches Öl besitzen einen zusammenziehenden Effekt, der durchaus auch für die Schweißdrüsen genutzt werden kann. Egal, ob man nun vermehrt schlecht träumt oder generell zum Schwitzen während des Schlafens neigt: ein Grund mehr, um sich auf natürliche Weise etwas Gutes zu tun. In Form eines alten Hausmittels kann dies relativ einfach geschehen.

Aufguss und Abreibung

Von getrocknetem und zerkleinertem blühenden Gelben Labkraut nimmt man 1 Esslöffel voll und ebenso die gleiche Menge an getrockneten und zerkleinerten Blättern des Salbeis. Beides zusammenmischen und mit 1/2 Liter siedendem Wasser übergießen. 15 Minuten lang zugedeckt ziehen lassen. Danach abseihen und noch 1 Esslöffel voll Apfelessig hinzufügen. Abends kurz vor dem Schlafengehen den ganzen Körper erträglich warm damit abreiben. Morgens nach dem Aufstehen wiederum durchführen. Diese Anwendung kann mithelfen, den Nachtschweiß zu mindern. Zusätzlich kommt dabei die beruhigende und ausgleichende Wirkung des Labkrautes zum Tragen. www.kraeuterpfarrer.at

Gelbes oder Echtes Labkraut (Galium verum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Grüne Kraft

Spitzwegerich baut auf

Wenn wir immer wieder interessante Berichte von archäologischen Ausgrabungen verfolgen dürfen, so gewährt uns die untersuchende Arbeit der Fachleute einen ziemlich guten Einblick in vergangene Jahrhunderte, wenn nicht gar Jahrtausende. Wohnungen, religiöse Kultstätten und Begräbnisplätze werden so analysiert und ausgewertet. Manchmal stoßen die Grabenden auch auf befestigte Straßen. Diese waren nicht nur im alten Rom gepflastert, sondern auch in den jüngeren Zeiten wie etwa im Mittelalter. Dort, wo aber lediglich Sand und Erde den Untergrund bildeten, konnte sich auch der Spitzwegerich (Plantago lanceolata) ansiedeln, ebenso sein naher Verwandter, der Breitwegerich. Das ist übrigens bis heute so. Um aber vom historischen Straßenbau auf die Gesundheit hinzulenken, möchte ich feststellen, dass auch wir als Menschen bei jeder Erkrankung einen Weg zu einer wiederzuerlangenden Heilung bahnen wollen. Es kommt natürlich auf die Gravität bzw. auf die Dauer der Beschwerden an, die ein Infekt oder ähnliches mit sich bringt. Dementsprechend verlaufen dann die ärztlich verordneten Therapien. Was von fast jeder Krankheit zurückbleibt ist die Tatsache, dass unser ganzer Organismus geschwächt ist und es einige Zeit benötigt, um wieder zu Kräften zu kommen. Darüber hinaus muss sich meist auch der Kreislauf stabilisieren, vor allem dann, wenn man länger das Bett hüten musste. Im Spitzwegerich findet sich ein guter pflanzlicher Kamerad, der uns gleichsam unter die Arme greifen kann. Er stärkt den Körper von innen her, weil er wundheilende und aufbauende Inhaltsstoffe besitzt. Überdies bewährt sich dieses Kraut auch bei Erkältungskrankheiten sehr gut. Heute möchte ich ihn aber als Stärkungsmittel anempfehlen.

Tee bei Rekonvaleszenz

Von getrockneten und zerkleinerten Blättern des Spritzwegerichs nimmt man 2 Teelöffel voll. Diese Menge übergießt man mit 1/4 Liter siedendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. 3-mal am Tag schluckweise trinken. Wer nicht unter Diabetes leidet, kann den Aufguss auch mit Honig süßen. Das wirkt auf den Körper stärkend und hilft mit, wieder vitaler und kräftiger zu werden. www.kraeuterpfarrer.at

Spitzwegerich (Plantago lanceolata) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Wenn die Augen schmerzen

Fenchel bringt Linderung

Eine gute Aussicht ist uns viel wert. Es gehört z. B. beim Autofahren zu den Kriterien eines sicheren Unterwegsseins, dass die Scheiben sauber und von Schnee und Eis total befreit sind. Bei den Fenstern freuen wir uns ebenso, ungehindert ins Freie blicken und womöglich die Vögel vor dem Futterhäuschen gut beobachten zu können. Und da sind dann noch die Augen, die uns mehr oder weniger scharf das Erkennen unserer unmittelbaren Umwelt gewährleisten. Um diese wichtigen Organe zu unterstützen, soll heute einmal mehr der Fenchel (Foeniculum vulgare) in Erinnerung gerufen werden. Dieser Doldenblütler hatte seine ursprünglichen Verbreitungsgebiete in den südlichen, östlichen und westlichen Randzonen Europas und in den daran angrenzenden Ländern. Doch schon seit Jahrhunderten weiß man auch in der Mitte des Kontinents und auf der ganzen Erde um den Wert dieses Heilgewächses. In der Küche finden die Blätter und Blattknollen des Fenchels als äußerst geschmackscharakteristisches Gemüse ihre Verwendung. Ansonsten wecken vor allem die Früchte unser Interesse als Würze und als Beigabe von Backwaren. Sie sind reich an ätherischen Ölen, aber auch Cumarin und eine Reihe an pflanzlichen Säuren machen die Samenkörner zu wertvollen Unterstützern unserer Gesundheit. Wenn man nun mit den Augen Probleme hat, so sollte man deren Sehtüchtigkeit vom Facharzt kontrollieren lassen. Manchmal ist eine falsche Brille eine Ursache für Schmerzen und die daraus folgende Rötung der Augen. Es können aber auch andere Gründe wie etwa Zugluft, trockene Heizungsluft, Klimaanlagen in den Fahrzeugen oder einfach nur der Mangel an Tränenflüssigkeit für derlei Symptome verantwortlich sein. In solchen Fällen steht die kompetente Diagnose durch einen ausgebildeten Mediziner an erster Stelle der notwendigen Maßnahmen. Mit dem Fenchel ist es jedoch auch möglich, nicht so schwerwiegende Beschwerden zusätzlich zu begleiten.

Fenchelöl für die Augen

Einige Fenchelkörner werden in einem Mörser zerstoßen. Danach mit etwas erwärmten Olivenöl übergießen und 1 Stunde lang stehen lassen. Zum Schluss filtrieren und in ein Fläschchen füllen. Mit diesem gewonnenen Ölauszug ist es möglich, die Augenlider und die sie umgebende Haut vorsichtig einzureiben. Das kann helfen, dass gerötete und entzündete Augen wieder leichter einer Beruhigung zugeführt werden können. www.kraeuterpfarrer.at

Fenchel (Foeniculum vulgare) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Blühende Beigabe

Stockrosen-Blütenblätter als Ergänzung

Wenn wir die Redewendung gebrauchen, dass jemand etwas zum Blühen gebracht hat, dann meinen wir damit die ungehinderte Entfaltungsmöglichkeit von Personen, Gemeinschaften und Projekten. Vor Kurzem wurde auch der Gedenktag der hl. Barbara begangen, an dem es seit alters her Sitte ist, von Kirsch- oder Apfelbäumen knospentragende Zweige abzuschneiden, die dann zu Weihnachten in den Vasen blütenbestückt die Stuben schmücken. Draußen vor den Fenstern wird man danach jetzt vergeblich suchen. Zur Sommerszeit standen dort womöglich die Stockrosen (Alcea rosea). Diese beliebten Gartenpflanzen werden gerne in Vorgärten und auf Rabatten entlang von Gehsteigen gezogen, weil sie einen passablen Schmuck abgeben. Das liegt daran, dass die bis zu 2 Meter hohen Blütentriebe über und über mit Blüten bedeckt sind. Diese stellen aber keine Zuchtform von Gartenrosen dar. Sie sind vielmehr Malvengewächse. Das lässt daher den Schluss zu, dass sich in ihnen wertvolle Inhalte wie etwa pflanzliche Schleimstoffe befinden. Gerade in einer Zeit von Erkältungen, Husten und Heiserkeit kann dies von Vorteil sein. In der herkömmlichen pflanzlichen Naturheilkunde werden die Stockrosen gerne dazu verwendet, um als Einzeldroge eine Linderung von entzündeten Atemwegen herbeizuführen. Sie besitzen darüber hinaus ebenso eine krampflösende Eigenschaft. Gewiss spricht vieles dafür, die Blütenblätter der Stockrose alleine zu verwenden. Jedoch sind diese Wuchsteile auch dafür geeignet, um sie mit anderen wertvollen Kräutern zu kombinieren. Sie lassen sich problemlos in Teemischungen unterbringen. Wichtig ist bloß, dass wir auf diese nützlichen Gaben aus Gottes Schöpfungsgarten nicht vergessen.

Blütenblätter dazumischen

Bei individuell zusammengestellten Teemischungen, die so angelegt sind, dass sich die Wirkungen der dafür verwendeten Kräuter nicht widersprechen und aufheben, ist es möglich, die getrockneten und zerkleinerten Blütenblätter der Stockrose drunter zu mischen. Damit bringt man eine brauchbare Droge mit ein, die Schleimstoffe enthält und mithilft, die gereizten oberen Luftwege zu beruhigen und auf dem Weg einer angestrebten Heilung zu begleiten. www.kraeuterpfarrer.at

Stockrosenblüten und Wurzel (Alcea rosea) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Gesundheit am Morgen

Mit Steinklee fördern

Es gibt zwei zeitliche Bereiche des Tages, die man sich im Laufe des Lebens zur Pflege der eigenen Persönlichkeit reservieren sollte. Das ist einmal der Abend, also der Feiertag nach dem vollbrachten beruflichen Engagement, der durchaus privat gestaltet werden kann. Ebenso zählt der frühe Morgen zu jenen Phasen, die man nach Möglichkeit auskosten darf. Das betrifft nicht nur den Gang ins Bad, sondern vor allem auch das Frühstück in den eigenen vier Wänden. Der Gelbe Steinklee (Melilotus officinalis) ist ein pflanzlicher Helfer, der hierbei mit hineingenommen werden kann. Für gewöhnlich beachtet man dieses Gewächs kaum, wenn es während des Sommers die Wege säumt. Auch auf landwirtschaftlichen Brachflächen kann man ihn finden. Wie gesagt, er zählt eben zu den Beikräutern in Feld und Flur, aber ebenso im eigenen Garten. Die Bienen schätzen ihn ganz besonders. Das hat ihm daher auch die Bezeichnung „Honigklee“ eingebracht. Seine Inhalte sind verschiedene Säuren (z. B. Benzoesäure), Schleimstoffe, Cumarin und vieles andere mehr. Man kennt den Brauch, den Steinklee, wenn er in voller Blüte steht, abzuschneiden und zu trocknen. Danach hängt man ihn gerne dorthin, wo man die Wäsche lagert oder die Wintermäntel aufbewahrt, um so durch seinen charakteristischen Geruch Motten abzuhalten. Doch überdies wird dem Schmetterlingsblütler eine strahlenabwehrende Kraft zugeschrieben. Innerlich verwendet, profitieren übrigens die Blutgefäße und das Blut selbst, die Tätigkeit der Leber und der Gallenblase vom Steinklee. Das darf man schon in aller Frühe ansteuern. Abwechslung bereichert das Leben. Also kann man ja auch für eine gewisse Zeit dieses Heilkraut aufbrühen und in Form eines Tees zu sich nehmen.

Steinklee zum Frühstück

Von den getrockneten und zerkleinerten blühenden Triebspitzen des Steinklees nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Dann abseihen und diese Menge schluckweise trinken. Wer will, kann dem Aufguss auch noch ein wenig Honig beimengen. Das ist vor allem bei Venenschwäche eine gute begleitende Maßnahme, unterstützt überdies die Leber und die Galle und wirkt generell stoffwechselanregend. www.kraeuterpfarrer.at

Gelber Steinklee (Melilotus officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Gaben aus der Natur

Äpfel und Nüsse schätzen

Die vorweihnachtliche Zeit sollte eigentlich dafür da sein, um sich zu besinnen, sich im Essen und Trinken zu mäßigen und vor allem die notwendigen Vorbereitungen zu treffen, damit das Fest sich auch seines Namens würdig erweist. Jeder weiß aber seit Generationen, dass dies genau die meisten Gelegenheiten bietet, um zwischendurch zu naschen. Dazu ist heute noch das Fest des hl. Nikolaus, bei dem bestimmt auch für die Erwachsenen etwas abfällt, wenn die Kinder oft zuhauf beschenkt werden. Es mag vielleicht antiquiert klingen, wenn in diesem Zusammenhang die Begriffe Apfel (Malus domesticus) und Walnuss (Juglans regia) fallen. Denn was blieb einem im Vergangenen – gar noch nicht so lange zurückliegenden – Jahrzehnten übrig, als sich mit dem zu begnügen, was der Hausrat hergab. So möchte ich heute zum Nikolaus bewusst einmal das Bewährte aufgreifen. Gerade Heranwachsenden will man ja letztendlich nichts Schädliches gönnen. In den Äpfeln finden sich nicht bloß Vitamine und Spurenelemente. Es sind darüber hinaus auch noch Fruchtsäuren und Pektine enthalten, die der Körper bzw. unsere Verdauung sehr wohl zu verwerten wissen. Gott sei Dank besinnt man sich gerade im heimischen Obstbau auf die Bewahrung alter Apfelsorten, die ihrerseits charakteristischer schmecken und eben nun einmal gesünder sind. Die Walnüsse wiederum enthalten wertvolle pflanzliche Fette und Gerbstoffe. Sie fördern den Aufbau der Gehirnzellen und verstärken zudem die Fähigkeit, sich besser konzentrieren zu können. Somit haben wir genau in diesen Gaben, die hoffentlich heute in den für die Kinder bestimmten Sackerln nicht zu kurz kommen, eine probate Unterstützung für die Kinder und Jugend. Und davon sollten die Erwachsenen ebenso regelmäßig „naschen“!

Gesunde Zwischenmahlzeit

Wenn man sich die Zeit gönnt und Nüsse aus den Schalen löst, dann kann man im Zuge dessen einige auch gleich verzehren. Um den herben Geschmack der Nusskerne etwas zu mindern, sollte man frisch aufgeschnittene Apfelspalten dazu essen. Das ergibt eine gute Zwischenmahlzeit, die man bedenkenlos in den Tagesablauf einbauen kann. Am Abend sollte man dies jedoch nicht mehr tun, da die Verdauung Äpfel und Nüsse tagsüber besser verarbeitet als in den Nachtstunden.

Nüsse und Äpfel ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Schutzschild verstärken

Mit Salbei baden

Vorsorge ist ein Thema, das einen ein Leben lang begleiten kann. Schon die neugeborenen Babys bekommen über die Eltern seitens der Bankinstitute ein Angebot zugesandt, das ihnen helfen soll, mithilfe des Sparens von Geld eine finanzielle Reserve anzulegen. Ich möchte aber die Aufmerksamkeit vielmehr auf die körperliche Gesundheit hinlenken, die ja ebenfalls nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit zu sein scheint. Der Salbei (Salvia officinalis) ist ein Heilkraut, dessen Wirkkräfte immer wieder von einer hohen Aktualität sein können. Deswegen wird er in dieser Kolumne auch je neu vorgestellt. Durch seine ätherischen Öle und die Gerbstoffe, die in den Blättern des Lippenblütlers enthalten sind, kann eine Verwendung des Salbeis u. a. angebracht sein, um übermäßigen Schweiß zu reduzieren. Andererseits geben entzündete Atemwege einen Anlass, um sich des Gewächses zu bedienen. Dann ist es meist ein Tee, der zur Linderung der Beschwerden etwas beitragen kann. In der Winterszeit werden wir vermehrt der Gefahr ausgesetzt, uns bei bereits erkrankten Menschen „anzustecken“, wie die Übertragung einer Infektion in der alltäglichen Umgangssprache bezeichnet wird. Die Haut ist dabei der Landeplatz von Keimen, die weiter in das Innere des Organismus einzudringen suchen. Daher ist es nicht das Schlechteste, sich auf dem größten Organ des Körpers, das den gesamten Leib umfängt, zu stärken und zu wappnen. Die Inhaltsstoffe des Salbeis haben dort eine ideale Adresse. Und es ist gar nicht so schwer, sie dorthin zu bringen.

Badezusatz mit Salbei

150 g getrocknete und zerkleinerte Salbeiblätter werden mit 2 bis 3 Liter kochendem Wasser übergossen. Danach 20 Minuten zugedeckt ziehen lassen, ehe man den Salbei-Teeauszug wieder abseiht und dem Badewasser beifügt. 15 Minuten in der Wanne bleiben. Das trägt übrigens auch sehr gut zu einer wohltuenden Entspannung bei. Das Salbeibad besitzt eine keimtötende Kraft und verbessert die Konsistenz der äußeren Schicht des Körpers. Gerade in Erkältungszeiten eine Möglichkeit, um eine schützende Vorbeugungsmaßnahme zu treffen.

Salbei blühend (Salvia officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya