Bienenweide und Heilkraut

Die Weiße Taubnessel

Wozu ist das gut? – Diese Frage kann weh tun. Denn wer stellt sie? Bloß ein Mensch mit je eigenen Bedürfnissen. Wenn wir hier an dieser Stelle die Heilkräuter betrachten, dann dringen wir ohnehin oft zum Nutzen vor. Aber in erster Linie erfüllt jede Pflanze ihre Aufgabe, um ein ausgewogenes Gleichgewicht in der sich stets austauschenden belebten Natur zu erhalten. Daher sollten wir immer das Ganze im Blick haben, wenn wir uns auf die grünen Freunde konzentrieren. Das können wir gleich einmal bei der Weißen Taubnessel (Lamium album) durchspielen. Dieses Gewächs ähnelt mit seinen Blättern sehr der Brennnessel, von der wir uns aufgrund der schmerzenden Auswirkung beim Berühren ihrer Blätter fernhalten. Womöglich hat sich das die Weiße Taubnessel, die übrigens zu den Lippenblütlern zählt, im Laufe der Evolution zunutze gemacht, um sich selbst zu schützen. Doch bedenken wir, dass vor allem Bienen und Hummeln die ersten Profiteure sind, da sie den Nektar in der langen Blütezeit der Pflanze dort abholen können. Die Weiße Taubnessel ist zudem ein sogenannter Stickstoffanzeiger und liebt daher dementsprechend bereicherte Böden im Agrarland ebenso wie entlang von Wegen und Mauern. Sie weist einige Heilwirkungen auf, die unsere Altvorderen sehr gut beobachtet und schließlich auch eingesetzt haben. Man kann die Weiße Taubnessel als schleimlösend, reizlindernd, entzündungshemmend, harntreibend und auch als schlaffördernd bezeichnen. Vor allem dann, wenn man im höheren Alter Probleme mit der Blase bekommt, kann es angezeigt sein, den Beistand der Weißen Taubnessel in Anspruch zu nehmen. Übrigens zum Schluss noch ein Hinweis für Obstbauern: In Obstkulturen können die Weißen Taubnesseln als Bodendecker und auch als Gründüngung gepflanzt werden und somit mithelfen, den Ertrag auf den Bäumen zu steigern.

Sitzbad bei Hämorrhoiden

Bei Hämorrhoiden, die ein leidiges Thema für die persönlich davon Betroffenen darstellen, ist es angezeigt, Sitzbäder durchzuführen. Ein Zusatz kann dabei mit der Weißen Taubnessel hergestellt werden. Dazu benötigt man 50 g der getrockneten und zerkleinerten blühenden Kräuterdroge, die man mit 3 Liter kochendem Wasser übergießt und dann 15 Minuten ziehen lässt. Danach abseihen und dem Badewasser fürs Sitzbad beifügen.

Weiߟe Taubnessel (Lamium album) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Wohltuendes für die Haut

Das Labkraut hat viele Vorteile

Die Haut am eigenen Leib ist uns wohl allen sehr viel wert. Dort spielt sich schließlich die Begegnung mit unserer Umwelt ab. Von klein auf wissen wir um die Gefahr von Verletzungen und Schmerz. Je mehr wir damit Erfahrungen machen durften, umso eher trachteten wir danach, die notwendige Vorsicht walten zu lassen, damit so etwas nicht mehr passiert. Und es ist nur recht und ratsam, die Haut im fortschreitenden Alter zu pflegen, damit sie ihre Struktur und die damit verbundene Schutzfunktion möglichst lange ausüben kann. Im Echten Labkraut (Galium verum) findet man gerade in diesem Anliegen einen guten Beistand. Dieses Heilkraut gehört botanisch gesehen zur Familie der Rötegewächse. Sie ist ursprünglich eine ohnehin in Europa heimische Pflanze und wächst besonders gerne auf trockenen sonnigen Wiesen, auf Feldrainen und Böschungen und selbst in aufgelassenen Sandgruben und auf Schuttplätzen. Das Labkraut weist in seinen einzelnen Teilen ätherisches Öl, zudem Kieselsäure, Gerbstoffe und organische Säuren als Inhalt auf. Daher besitzt es krampflösende, wundheilende und entzündungshemmende Wirkungen. Dieses Wissen ist im Lauf der Jahrhunderte und Jahrzehnte einerseits sehr geschätzt worden, geriet aber dennoch vielerorts wieder in Vergessenheit. So möchte ich einmal mehr dieses Heilgewächs vor den Vorhang bitten, damit wir dessen Wert wieder neu erkennen können. Es gibt viele Möglichkeiten, das Gelbe Labkraut zur Anwendung zu bringen, ich beschränke mich heute aber auf die eingangs ins Visier genommene Haut. Immerhin haben wir dort sehr oft die Möglichkeit, es aufbereitet zum Einsatz zu bringen.

Nach Bad und Rasur

Um ein Labkraut-Öl anzusetzen, benötigt man 100 g feingeschnittenes getrocknetes blühendes Labkraut. Dieses wird in einem weißen Glasgefäß mit 1/2 l reinem kaltgepressten Olivenöl übergossen und 14 Tage lang verschlossen ins Fenster gestellt. Täglich durchschütteln. Letztlich abseihen und den Rückstand extra auspressen. In dunkelglasige Fläschchen abfüllen und kühl lagern. Nach dem Duschen oder nach der täglichen Rasur die Haut damit einreiben. Das erfrischt und beruhigt diese gleichermaßen.

Gelbes oder Echtes Labkraut (Galium verum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Für die Arterien

Kräuterwein mit Knoblauch

Neue Straßenprojekte sorgen meist für heftige Diskussionen. Denn angesichts eines hohen Wertes der Flächen unberührter Natur ist es vielen ein Anliegen, die vorhandenen Biotope zu schützen und die fortschreitende Bodenversiegelung nach Möglichkeit zu verhindern. Doch eines steht fest: wir benötigen eine funktionierende verkehrsmäßige Infrastruktur. Der Körper liefert durchaus ein vergleichbares Bild dazu. Ohne ein gesundes Adergeflecht stirbt schnell etwas ab. Daher darf ich heute den Knoblauch (Allium sativum) wieder einmal ins Gedächtnis rufen. Sicherlich kennen wir die althergebrachte Lagerung der würzenden Zwiebel, die zu einer Kette aufgereiht an Holzregalen oder Stangen hängt. Schließlich sagt man ja dem Knoblauch auch nach, das Haus von bösen Geistern rein zu halten. Nun, was außer Zweifel steht, ist die Tatsache, dass er durchaus mithelfen kann, so manches Übel des Körpers vorsorgend hintanzuhalten. Das betrifft vor allem die Arterien, die dazu angelegt sind, den Transport des Lebensnotwendigen über das Blut und dessen Zirkulation zu allen Teilen der Physis zu bringen. Die beständige Elastizität dieser Gefäße ist genauso ins Auge zu fassen wie eben auch der ungehinderte Fluss des roten Lebenssaftes innerhalb dieser wichtigen Bahnen. Wer den Knoblauch genießt, gibt seinen Inhaltsstoffen, zu denen vor allem das Allicin zählt, die Gelegenheit, eine Wirkung zu entfalten, die mithilft, den Wert der Blutfettanteile zu senken. Übrigens steckt im Knoblauch auch eine antibakterielle Kraft, die dem Bruder Leib ebenso zugutekommen kann. Ein althergebrachter Weg, die Vorteile eines Heilkrautes einerseits zu konservieren und andererseits auch konsumierbar zu machen, ist es, die vorliegende Pflanzenware mit Wein aufzubereiten. Das geht auch mit dem Knoblauch.

Knoblauchwein

Sechs größere Zehen einer Knoblauchzwiebel werden vorerst geschält, sodann fein zerschnitten und mit 1 Liter Weißwein übergossen. Auf die Herdplatte stellen und bis zum Sieden erhitzen. Dann den Ansatz samt Knoblauch 4 Tage lang verschlossen stehen lassen. Erst danach abseihen und in kleinere braune Flaschen abfüllen, die man dunkel und kühl lagert. Um die Beschaffenheit der Arterien zu pflegen, kann man eine Zeitlang 2 bis 3 Likörgläschen voll pro Tag zu sich zu nehmen.

Knoblauchzehen (Allium sativum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Blüten und Honig

Bald blühen die Heckenrosen

Im Zusammenhang mit dieser Kolumne werden sehr viele überlieferte Hausmittel beschrieben, die dazu dienen, uns in rein körperlich und zugleich auch seelisch gesundheitlichen Anliegen zu begleiten und zu stärken. Aber es handelt sich dabei doch in den überwiegenden Fällen eigentlich um die Gaben der Natur, die man liebevoll betrachtet, beobachtet und die folgerichtigen Schlüsse daraus zieht. Von vielen Pflanzen kann man oft mehr verwenden als bloß die Blätter und die Wurzeln. Schauen wir uns daher die Wildrosen einmal näher an. Es handelt sich dabei exakter bezeichnet um die so genannte Hundsrose (Rosa canina), die für gewöhnlich viele Feldwege und Raine einsäumt und genauso an naturbelassenen Waldrändern zu finden ist. Heutzutage muss man wohl schon um den Erhalt derartiger Rückzugsgebiete für viele bedrohte Tier- und Insektenarten kämpfen. Sobald das Blätterkleid der Hundsrosen voll ausgebildet ist, beginnen sie ihre herrlichen Blüten auszubilden und zu öffnen. Das ist dann auch die rechte Zeit, um sich der Blütenblätter zu bedienen, die uns gut anstehen. Seit Generationen hat man die Kronblätter der wilden Rosenblüten abgezupft und sie in den bäuerlichen Haushalten in Form eines Aufgusses eingesetzt, um die leicht abführende Wirkung, den harntreibenden Effekt und auch die entkrampfenden Vorzüge bei entsprechendem Bedarf zu nutzen. Letzteres kann sich übrigens auch bei Kopfschmerzen bis heute bewähren. Aber vergessen wir nicht auf das Herz und die Nerven, die wohl viel häufiger einer Unterstützung bedürfen als wir meinen. Und so ist es nur recht und gut, solange die Hundsrosen blühen, dieses Anliegen ins Auge zu fassen. Auch hierbei kann sich ein Tee als eine Weise herausstellen, die man leicht in die Praxis umsetzen und somit die Pflege des Wohlbefindens konkretisieren kann.

Tee aus Blütenblättern

Von den Hundsrosen sollte man jetzt im Frühjahr die Blütenblätter der geöffneten Blüten pflücken und im Schatten gründlich trocknen. 2 Teelöffel davon übergießt man mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten ziehen lassen und dann abseihen. Jeweils morgens und abends eine Tasse davon schluckweise trinken. Um Herz und Nerven zu stärken, ist es ratsam, den Aufguss zusätzlich mit etwas Honig zu süßen, sofern nicht eine vorliegende Diabetes dagegen spricht.

Heckenrose oder Hundsrose (Rosa canina) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Ein Hausmittel zur Beruhigung

Hopfenblüten aufbrühen

Neu entwickelte Technologien und eine stets verbesserte Infrastruktur lassen uns förmlich nicht zur Ruhe kommen. Wir sind einem ständigen Lernprozess ausgesetzt. Denn es gilt: wer nicht bei all dem dranbleibt, zählt bald zu den Verlierern der gegenwärtigen Lebenswirklichkeit. Umso mehr erstaunt es, dass gerade jetzt ebenso das Althergebrachte neu entdeckt und geachtet wird. Die Schätze der Natur sind meiner Meinung nach aktueller denn je. Dazu zählt sicher auch der Hopfen (Humulus lupulus). Mit diesem Heilkraut möchte ich weniger auf die Braukunst des Bieres abzielen als vielmehr auf die Pflege und den Erhalt der Gesundheit. Leib und Seele bilden eine Einheit, die wir nur allzu oft auseinanderklauben und versuchen, sie zu trennen. Doch wenn wir unsere Verfasstheit etwas genauer beobachten, dann werden wir immer mehr draufkommen, dass dies nicht zielführend ist. Auf eine nervliche Schwäche reagiert z. B. nicht nur das Herz oder die Atmung, sondern sehr oft auch die Verdauung. Die zwei Hopfenbittersäuren Humulon und Lupulon, die sich sehr einfach vom wissenschaftlichen Namen des rankenden Hanfgewächses herleiten lassen und zu den wichtigsten Inhaltsstoffen der Pflanze zählen, wirken sich sowohl beruhigend als auch zusammenziehend, harntreibend und magenstärkend auf unsere Physis aus. Wenn es daher gilt, einen nervlich bedingten Erregungszustand in den Griff zu bekommen, eine Phase mit schlechtem Schlafvermögen, Blasenbeschwerden oder Leiden aufgrund starker Harnsäureablagerungen zu begleiten, so ist es angezeigt, das Bewährte zum Einsatz zu bringen und zumindest auszuprobieren, wie weit die pflanzliche Natur imstande ist, dem eigenen Wohl zu dienen. Im Hopfen finden wir einen guten Beistand aus der Hand des Schöpfers, der uns die Umwelt seit Menschengedenken zu unserem Nutzen übereignet hat.

Ein bewährter Tee

Von den getrockneten und zerkleinerten weiblichen Blütenzapfen des Hopfens nimmt man 2 gehäufte Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter siedendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Als Beruhigungsmittel und zur Stärkung des Appetits trinkt man jeweils in der Früh und am Abend 1 Tasse davon. Zur Schlafförderung kann man zusätzlich auch 1 Schale voll 1/2 Stunde vor dem Zubettgehen zu sich nehmen.

Hopfen (Humulus lupulus) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Praktisches in der Küche

Petersiliengrün erfrischt

Oft wird unterschieden zwischen Haupt- und Nebensache. Auch beim Theater und im Film gibt es Darsteller mit einer tragenden Rolle und dann wiederum jene, die den Hintergrund ergänzend bespielen. Beim Essen dürfen wir erkennen, dass diese Kategorien sich eher ambivalent verhalten, weil in vielen Fällen die Gewürze und Beiwerke gerade am Gaumen ganz groß herauskommen. In der Petersilie (Petroselinum hortense) finden wir ein gutes Beispiel dafür. Wenn heute die Pflanze aus den Gärten kaum mehr wegzudenken ist, so sollten wir aber nicht vergessen, dass auch dieser Doldenblütler eine Geschichte der Ausbreitung und der damit verbundenen Verwendung hinter sich hat. Man geht davon aus, die ursprüngliche Heimat im an das Mittelmeer angrenzenden nordafrikanischen Raum und im Nahen Osten lokalisieren zu können. Bei uns jedoch kommt die Petersilie praktisch nur auf von Menschenhand kultivierten und gepflegten Böden vor. Mit dem eben noch angesprochenen Gaumen können wir den guten Geschmack, der im Grün der Pflanze gespeichert ist, durchaus von anderen Zutaten am Teller unterscheiden. Die Wurzel der Petersilie dient als Suppengemüse. Der Wohlgeschmack, der diesem Beiwerk entströmt, passt sehr gut zu Kartoffeln und zu Fleischgerichten. Es sind in den Blättern des Gemüses nicht bloß ätherische Öle enthalten, sondern es stecken darüber hinaus auch Vitamine drinnen. Letzteres gilt übrigens für sehr viele grüne Kräuter, denen wir das oft gar nicht zutrauen. Generell können wir feststellen, dass in der Petersilie harntreibende, appetitanregende und zusätzlich noch gemütserhellende Eigenschaften vorhanden sind, die wir dann und wann einmal abrufen dürfen, um die eigene Gesundheit zu fördern. Einen Tipp möchte ich heute geben, der die Erfrischung des Atems als Ziel hat.

Für einen guten Atem

Das Problem kennen wohl alle: nach dem Genuss von Zwiebeln oder Knoblauch ist unser Atem von einem bestimmten Geruch geprägt, der von anderen als unangenehm empfunden werden kann. Um dem beikommen zu können, sollte man einfach frische Petersilienblätter kauen, so lässt sich der Atem erfrischen. Die Blätter werden anschließend wieder ausgespuckt, damit die Nieren durch deren Verzehr nicht zu sehr gereizt werden.

Petersilie (Petroselinum hortense) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Eine Kur für die Vitalität

Kräutermischung „Brücke im Frühling“

Der hl. Apostel Paulus reiht in seinem 1. Brief an die Thessalonicher eine Liste von Weisungen auf, die dem guten und frommen Leben einer Gemeinde von Gläubigen dienen soll. Darin findet sich auch folgender Imperativ: „Prüft alles und behaltet das Gute!“ (1 Thess 5, 21) Ich möchte diese geistliche Aufforderung auf den Erhalt unserer guten körperlichen Konstitution ummünzen. Vor dem Ostersonntag war es nämlich noch „in“, über eine vernünftige und gemäßigte Lebensführung nachzudenken. Das sollte auf keinen Fall ad acta gelegt werden. Um gerade jetzt etwas in diesem Sinne fortzusetzen, darf ich mit einer konkreten Teemischung eine Verbindung zu den Angeboten der Natur herstellen, die uns in puncto Gesundheit und Vitalität weiterbringen. Die einzelnen Heilkräuter seien dafür aufgelistet. Beginnen wir beim Quendel (Thymus serpyllum). Diese wilde und kleinwüchsige Form des Gartenthymians enthält nicht nur ein gutes Aroma, das uns auf die vorhandenen ätherischen Öle hinweist. Flavonoide und Gerbstoffe liefert er ebenfalls. Die Brennnessel fördert den Harnfluss. Das Veilchen birgt wie die Schlüsselblumen-Blüten Schleimstoffe in sich, die sich günstig auf die Atemwege auswirken können. Gänseblümchen und Wegwarte sorgen dafür, dass Bitterstoffe die Tätigkeit der Leber und der Galle sowie auch den gesamten Verdauungstrakt unterstützen. Schließlich bringt sich die Ringelblume mit ihren wundheilenden, entspannenden und gleichzeitig stärkenden Effekten mit ein. Heilkräuter sind dafür da, den Gesamtorganismus einerseits mit unterstützenden Stoffen zu versorgen und andererseits eine milde Begleitung der Abwehrkräfte zu bewerkstelligen. Mit der von mir persönlich zusammengestellten Teemischung dieser Kräuter kann man eine Kur durchführen, mit der man über den gesamten noch verbleibenden Frühling kommt.

Regelmäßig trinken

Von der Teemischung „Brücke im Frühling“ nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. Danach 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen. Schluckweise trinken, ohne den Tee zu süßen. 3 Wochen lang jeweils in der Früh und am Abend 1 Tasse zu sich nehmen. Damit fördert man die Vitalität des Körpers, hilft mit, den Kreislauf zu stabilisieren und stärkt zusätzlich die Immunkraft. Die fertige Teemischung erhalten Sie im Kräuterpfarrer-Zentrum (Tel. 02844/7070; E-Mail: bestellung@kraeuterpfarrer.at oder im Webshop www.shop.kraeuterpfarrer.at)

Kräutertee – Brücke im Frühling ⓒ Foto: Reinhard Podolsky





Für Lunge und Darm

Die Anisfrüchte nutzen

Vor Kurzem hat mir ein Mitbruder im Kloster noch gesagt: „Ich hab den Eindruck, dass das Jahr 2019 erst begonnen hat. Dabei ist schon wieder fast die Hälfte der Zeit verstrichen und ich weiß nicht, wo die Zeit geblieben ist.“ Als ich das hörte, bemerkte ich, dass es mir genauso geht. Schneller, als wir denken, wird es auf Weihnachten zugehen. Und damit werden wir vielleicht an das Backwerk erinnert, das uns in der heiligen Zeit rund um den Jahreswechsel Freude bereitet. Der Anis (Pimpinella anisum) muss aber erst als Pflanze gedeihen und heranwachsen. Dazu bedarf es auf jeden Fall des Frühlings und des Sommers, die wir selbst beileibe nicht überspringen wollen. Die Familie der Doldenblütler ist es, der die Anispflanze – wie auch ihre Verwandten Kümmel und Fenchel – etwa angehört. Als Ziel der Kultivierung dieses Gewächses gilt uns, die Samenkörner zu ernten und in weiterer Folge vor allem als Gewürz zu nutzen. Der charakteristische Geschmack, der beim Zerstoßen und Zerkauen der Körner massiv zutage tritt, ist wohl allen in der Nase bzw. auf dem Gaumen bekannt. Vom Brotbacken angefangen bis hin zur Herstellung des griechischen Nationalgetränkes Ouzo kann Vielfältiges mit dem Anis unternommen werden. Die Früchte dieses Krautes enthalten sehr viel an ätherischen Ölen. Das führt uns auf eine Spur, die uns aufzeigt, wie wir den Anis für unsere Gesundheit gewinnbringend einsetzen können. Nicht wenige leiden aus verschiedensten Gründen unter einem vermehrten Windabgang. Blähungen können ein Symptom dafür sein, dass entweder der Darm nicht voll arbeitet oder ein anderes Verdauungsorgan wie z. B. die Leber beeinträchtigt ist. Da kann der Anis mithelfen, die Flatulenz zu mindern. Die Lunge wiederum profitiert auch vom Gebrauch des Anises.

Anistee zubereiten

Bevor man Anisfrüchte für eine Teezubereitung verwendet, sollten sie in einem Mörser angestoßen werden. 1 Teelöffel davon reicht, um diese Menge mit 1/4 Liter kochendem Wasser zu übergießen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Bei Husten trinkt man 2 bis 3 Tassen davon. Den Tee kann man in diesem Fall vorher noch mit etwas Honig süßen. Um den Magen zu stärken und Blähungen zu reduzieren, nimmt man den Aufguss aber pur und ungesüßt zu sich.

Anis (Pimpinella anisum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Auch die Blätter verwenden

Zumindest bei der Sellerie

Hoffungsvoll in die Zukunft blicken! – Das bedeutet für mich die gegenwärtige Jahreszeit! Denn immerhin geht es mit den Temperaturen bergauf. Dadurch wird das Wachstum der Pflanzen angeregt, die nach und nach alles in ein sattes Grün hüllen. Kommt noch der genügende Regen dazu, dann darf man durchaus zufrieden sein. Eine gute Zukunft erwarten sich viele vor allem dort, wo sie selbst auf Beeten die Erde bearbeiten und schließlich mit jungen Pflanzen besetzen bzw. die Samen ausstreuen. Für den eigenen Haushalt wird gerne die Echte Sellerie (Apium graveolens) quasi „mit eigener Hand großgezogen“. Diese bildet im Lauf der Wochen und Monate eine größere Knolle, die man in der Küche sehr gut als Gemüse verarbeiten und verschieden aufbereitet am Tisch genießen kann. Wie bei jedem pflanzlichen Produkt kann man auch durch den Genuss der Sellerie dafür sorgen, dass der Körper mit wertvollen Mineralstoffen, Spurenelementen, Vitaminen und nicht nur den für die Verdauung so wichtigen Ballaststoffen beliefert wird. Darüber hinaus gibt es noch einen weiteren Aspekt, der im Lauf des Gartenjahres nicht unbedingt unter den Tisch fallen muss. Der Doldenblütler Sellerie besitzt natürlich auch Stängel und Blätter, auf die man besonders beim Kultivieren der sogenannten Staudensellerie großen Wert legt. Dabei ist eben das Grün dieses Gartengewächses von Interesse. So möchte ich heute den Hinweis geben, dass uns allen eben auch das Grün der Knollensellerie zur Verfügung steht. In Form eines Hausmittels ist es allemal dazu geeignet, den Leib zu entwässern, die Nieren zu unterstützen und daher in weiterer Folge die Blutreinigung zu fördern. Wie gesagt, vielleicht passt ja der Tipp, den ich hier geben kann, für den einen oder anderen, um für die persönliche Gesundheit wieder ein wenig etwas beizutragen.

Tee aus Sellerieblättern

Von frischen oder getrockneten Blättern der Knollensellerie, die zu allererst zerkleinert werden, nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, dann abseihen. In der Früh und am Abend trinkt man jeweils 1 Tasse voll. Nicht süßen. Das unterstützt die Tätigkeit der Nieren. Überdies kann es sinnvoll sein, bei Hautproblemen den Tee als Unterstützung zu trinken, sofern die ärztlichen Anweisungen dies als möglich erachten.

Echte Sellerie (Apium graveolens) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Dauerbrenner Blattläuse

Biologische Schädlingsbekämpfung

Die Nachrichten aus der Landwirtschaft sind Anlass, sich durchaus Sorgen zu machen. Denn aufgrund widriger Witterungsverhältnisse, die in vielen Gebieten zu einem Mangel an regelmäßig verteilten Niederschlagsmengen führen, sind letztendlich auch die Pflanzen geschwächt, die auf dem Ackerboden keine andere Wahl haben, als mit dem, was ist zurechtzukommen. Da haben es ihre Gewächskollegen in den Gärten schon besser, wo mit der Gießkanne einiges wieder gut gemacht werden kann. Doch auch hier bleibt keine Fläche vor dem Auftreten ungebetener Insektengäste gefeit. Die Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) ist eine der beliebten Zierpflanzen, die man praktisch überall säen und anpflanzen kann. Selbst in Balkonkästen kommt sie mit dem vorhandenen Erdreich zurecht und versteht es, sich auf Rankhilfen so richtig breit zu machen und bei dementsprechender Sonneneinstrahlung durchaus prächtig zu blühen. In ihrer ursprünglichen Heimat, dem südamerikanischen Teilkontinent, hatte die Kapuzinerkresse seit jeher den Rang einer hilfreichen Heilpflanze. Davon dürfen auch wir hier diesseits des Atlantischen Ozeans profitieren. Die Wuchsteile der Kapuzinerkresse beinhalten nämlich einen hohen Gehalt an schwefeligen Substanzen und an Stoffen, die sich ähnlich wie bei Kren oder anderen wertvollen Heilkräutern antibiotisch auswirken können. Das gereicht ebenso der Gartenpflege zum Vorteil. Wenn hier auch weniger Rüsselkäfer oder Drahtwürmer die Gemüsebeete bedrohen als eben riesige Ackerflächen, so können jedoch die berühmt berüchtigten Blattläuse im Handumdrehen diverse Blüten und Blätter befallen. Bevor also die hohe Saison auf den Beeten und Rabatten anbricht, sei hier jetzt schon ein wertvoller Tipp für eine rein pflanzliche Bekämpfung der Plagegeister bereitgestellt.

Aufguss mit Kapuzinerkresse

Eine Handvoll frischer grüner Blätter bzw. zerkleinerter Ranken der Kapuzinerkresse werden mit 1/2 Liter kochendem Wasser überbrüht, so dass die Pflanzenteile mit Wasser bedeckt sind. 15 Minuten ziehen lassen und dann abseihen. Den Rückstand an grünem Material zusätzlich auspressen. Ausgekühlt in Fläschchen abgefüllt lässt sich dieser Kapuzinerkressen-Aufguss ein paar Tage dunkel und kühl lagern. Bei Bedarf in einer Verdünnung 1 : 10 gegen Blattläuse durch Spritzen zum Einsatz bringen.

Kapuzinerkresse (Tropaeolum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya