Entsalzen und reinigen

Das schafft der Birkensaft

Würden mancherorts Kaffeemaschinen, Badezimmerarmaturen wie Duschköpfe und Wasserhähne oder lediglich Wasserleitungen die ärztlichen Ordinationen aufsuchen, kämen sie mit einer gemeinsamen Diagnose heraus: sie sind verkalkt. Die Werbung preist daher genügend Mittel und Essenzen an, um diesem Übel Herr zu werden. Wer aber hilft dem menschlichen Organismus, so manch lästige Ablagerung wieder loszubekommen? Aus den verschiedenen pflanzlichen Hilfsmitteln, die diesem Ansinnen dienen, ragt zweifelsfrei die Birke (Betula pendula) ganz groß heraus, nicht nur der Tatsache wegen, da sie zu den Bäumen zählt. Sie steht schon seit längerem voll im Saft und diesen kann man sich momentan ganz frisch zunutze machen. Die Anliegen, in denen sich der Birkensaft als erleichternd und reinigend erweist, sind gar nicht so wenige. Dazu zählen Erkrankungen der Harnwege, Nebenhöhlenentzündungen, chronische Hautausschläge und eine träge Nierentätigkeit. Überdies kann diese Flüssigkeit dem Körper auf die Sprünge helfen, um mit fremden Stoffen, die unter dem Begriff Allergene zusammengefasst werden können, besser umzugehen. In all diesen aufgezählten Leiden stehen der ärztliche Befund und die damit zusammenhängende Therapie natürlich an erster Stelle. Und dennoch ist es möglich, den Birkensaft als begleitende Maßnahme zum Einsatz kommen zu lassen. Auch für Gesunde ist es ja ganz gut, das Blut und somit die Gefäße nach dem Winter durchzuschwemmen. Wenn eingangs von den Kalkablagerungen der Wasserleitungen die Rede war, so sei einmal mehr darauf verwiesen, dass im Zuge unserer Wohlstandsernährung dem Leib ein Zuviel an Kochsalz zugeführt wird. Bei einer Reinigungskur mithilfe des Birkensaftes sollte man also darauf achten, möglichst wenig Salz zu sich zu nehmen. Stattdessen ist es wichtig, am Tag mindestens 2 Liter Flüssigkeit in Form von ungesüßten Kräutertees oder bloßem trinkbaren Leitungswasser bzw. mildem Mineralwasser zu trinken. Den Birkensaft, den sich die wenigsten frisch abzapfen werden, kann man auch in Form eines Auszuges anwenden.

Birkenwasser-Auszug:

Der Baumsaft der Birken kann mithilfe von Alkohol über längere Zeit haltbar gemacht werden. Den fertigen Auszug erhalten Sie jetzt in der Kräuterstube in Karlstein an der Thaya. Jeden Tag 3-mal 1 Esslöffel voll davon eingenommen, unterstützt die Reinigung des Blutes u.a. bei Rheuma und Gichtbeschwerden, hilft aber gleichzeitig auch mit, Allergien in Schach zu halten und generell den Stoffwechsel anzukurbeln. Diese Kur 3 Wochen lang durchführen. Bestellen Sie gleich morgen früh unter 02844 / 70 70- DW 11 oder 31 bzw. unter beratung@kraeuterpfarrer.at 1 Flasche Birkenwasser-Auszug (250 ml) um nur € 9,50.


Birke im Kräutergarten Geras ⓒ H. Benedikt O.Praem., Stift Geras





Das Wetter und der Ärger

Mit dem Veilchen die Stimmung wechseln

Am liebsten hätten wir alle Sachverhalte und Wirklichkeiten dieser unserer Welt schwarz auf weiß dargestellt und beschrieben. Dazu wäre es überdies noch fein, könnten wir alles genau berechnen. Und am liebsten wäre es uns noch, wenn alles nach unseren Vorstellungen laufen würde. Nichts von alledem ist tatsächlich so. In unserer Zukunft ist letztendlich so gut wie jede Vorhersage ungewiss. Mit ziemlicher Sicherheit können wir jedoch davon ausgehen, dass im Frühling die Pflanzen zu wachsen und zu blühen beginnen. Die Veilchen, besser gesagt die Duftveilchen (Viola odorata), die auch Wohlriechende Veilchen genannt werden, haben diese Hoffnung bereits erfüllt und zieren in schier unermüdlicher Kraft so manches grasmäßig eintönige Grün mit ihrem blauvioletten Farbakzent. In ihren Pflanzenteilen steckt eine Menge an dezenter Heilkraft, die wir uns momentan zunutze machen können. Kaum zu glauben, dass in den Frühlingsboten auch eine antibakterielle Wirkung zutage tritt, wenn man sie als naturheilkundliche Droge zum Einsatz bringt. Darüber hinaus profitiert das Lebewesen Mensch von dem schweiß- und harntreibenden Effekt, der vom Veilchen ausgeht und gerade bei grippalen Erkrankungen oder bei Entzündungen des Blasenbereichs angewendet werden kann. Zudem stärkt das wohlriechende Gewächs die Nerven. Und damit sind wir beim heutigen Thema angelangt. Das, was uns nämlich sehr leicht die Zufriedenheit rauben kann, ist einfach das Wetter, das nur ganz selten unseren momentanen Wünschen entspricht. Wir wissen aus alljährlicher Erfahrung, dass sich die Witterung niemals exakt an den astronomischen Wechsel der Jahreszeiten hält. In Zeiten des offenkundigen Klimawandels kommt noch erschwerend hinzu, dass auch der meteorologische Verlauf samt der damit zusammenhängenden Temperatur- und Niederschlagsskala durchaus ganz eigene Wege geht. Das Veilchen kann hier helfen, die Gelassenheit wieder zu erlangen.

Wenn wir uns übers Wetter ärgern:

Bei so genanntem „Sauwetter“ hilft uns das Veilchen, Beruhigung zu finden. Ganz einfach werden 2 gehäufte Teelöffel der Blüten des Duftveilchens mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergossen. Den Tee 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, dann abseihen und die Tasse erst trinken, wenn man sie noch mit etwas Honig gesüßt hat. Das tut den erregten Nerven gut.


Veilchen ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Eine heilsame Kraft

Im Salbei entdecken und anwenden

Freunde sind etwas äußerst Kostbares. Leider bemerken wir ihren Wert aber erst, wenn sie uns fehlen. Daher ist es gut, die Beziehung zu ihnen nicht abreißen zu lassen, wieder einmal anzurufen, eine SMS zu schicken oder gleich einen Termin für ein gemütliches Abendessen zu fixieren. Bei Pflanzen müssen wir andere Wege beschreiten, um in gutem Kontakt mit ihnen zu bleiben. Erinnern wir uns doch einmal schlicht an das, was im eigenen Garten steht und nun wiederum neue Lebenskraft entfaltet. Dazu zählt vielerorts sicherlich der Salbei (Salvia officinalis), der zu den Favoriten unter den Kräutern zählt und den man quasi als fixen Bestandteil des eigenen grünen Reiches vor der Haustür haben muss. Aber vielleicht haben wir aus Zeitmangel oder anderen Umständen bereits auf seinen Wert und seine Präsenz vergessen. Daher darf die Freundschaft zu diesem Gewächs ebenfalls neu aufpoliert werden. Gewiss ordnet man das bittere Kraut gern unter die Küchenkräuter ein. Und das mit gutem Recht. Als Heilgewächs hat der Salbei darüber hinaus einiges zu bieten. Er erweist sich als keimtötend, krampflösend, entzündungshemmend und als appetitanregend. Ganz leicht kann man einen Tee aus seinen wohlduftenden frischen oder getrockneten Blättern im Heißaufguss zubereiten. Jedoch muss nicht alles, was man davon abseiht, im Verdauungstrakt landen. Als wahrer Freund aus dem Garten lässt sich der Salbei-Tee auch ganz einfach äußerlich anwenden. Gerade dann, wenn so manches an heilungsförderlichen Maßnahmen vonnöten ist, dürfen wir die Hilfe des Salbeis anfordern. Und er wird uns bestimmt nicht im Stich lassen.

Auflagen bei eitrigen Wunden:

Gar schnell kann es geschehen, dass man sich im Haushalt bei einer manuellen Tätigkeit eine Wunde zuzieht. Trotz der Versorgung durch ein Desinfektionsmittel und einem Pflaster passiert es manchmal, dass diese zu eitern beginnt. Neben einer ärztlichen Diagnose, die in diesem Fall angeraten ist, kann man ebenso eine Auflage, die man zuvor mit Salbeitee tränkt, über die Wunde legen, um den Heilungsprozess zu unterstützen.


Salbeipflanze ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Ein Kraut für Mensch und Tier

Angelika-Wurzel als Futterbeigabe

Was wäre das Leben ohne die Haustiere? Wenn mittlerweile z. B. für betagte und gebrechliche Leute Roboter entwickelt wurden, um manchen alltäglichen Vorgang zu erleichtern, so fehlen doch diesen technischen Hilfsmaßnahmen der je eigene Charakter und vor allem das persönliche Wesen. Das kann man vom Haustier, wie es der Hund nun einmal ist, wahrlich nicht behaupten. Sein bloßes Dasein lenkt unseren Sinn auf die eigentliche Güte des Lebens. Doch dürfen wir ebenso manchen pflanzlichen Helfer entdecken, der es vermag, das Gemüt zu heben, um das Leben erneut als Geschenk anzunehmen. Heute fällt mein Blick daher wieder einmal mehr auf die Engelwurz (Angelica archangelica). Ihr wissenschaftlicher Name erinnert an die Präsenz himmlischer Beistandskraft, die wir uns sehr oft ersehnen. Nun, wir dürfen diesem in seiner Gestalt imponierenden Heilkraut durchaus einiges an Wirkkraft zutrauen. In allen Teilen des Gewächses befinden sich ätherische Öle mit Cumarinverbindungen, sowie Bitterstoffe, Pektin und Stärke. Innerlich verwendet, kann die Arznei-Engelwurz den Magen stärken, die Verdauung ausgleichen, das Blut reinigen und die Nerven einigermaßen festigen. Von der Engelwurz sollte man die frischen Blätter und Blattstiele während der Frühjahrs- und Sommerszeit ernten. Die Wurzelstöcke hingegen gräbt man am besten erst im Herbst des 2. Wuchsjahres oder im darauffolgenden Frühling aus. Daher ist gegenwärtig eine gute Zeit, dies zu tun. Und diesmal möchte ich den Hunden den Vortritt lassen, um von diesem Heilkraut einen gesundheitlichen Gewinn entgegenzunehmen. Sie benötigen gerade zu Beginn der wärmeren Jahreszeit eine zusätzliche Unterstützung.

Das Futter anreichern:

Die Wurzel der Engelwurz kann in frischem oder getrocknetem Zustand mit einem Reibeisen fein gerieben werden. 1 Esslöffel davon wird dann unter das tägliche Futter gemischt, das man dem Hund reicht. Diese Kräuterbeigabe bringt einen reinigenden Effekt für den Magen, den Darm und die Atemwege mit sich. Sie wirkt auch krampfmindernd. Überdies hebt die Verwendung der Angelika-Wurzel bei Mensch und Tier gleichermaßen das Gemüt.


Engelwurz ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Ein entspannendes Bad

Die Gundelrebe dafür aufbrühen

Am liebsten würde ich die grünende Natur mit einer musikalischen Komposition vergleichen. Jetzt geht es nämlich Schlag auf Schlag. Eine Blume nach der anderen öffnet sich und selbst Sträucher sind bereits blütenübersät. Das ist wie ein Crescendo oder wie ein vielstimmige Fuge, in der sich ein Instrumental- oder ein Chorstück in der Lautstärke und in der Stimmenzahl steigert. Mittendrin in dem Vielerlei der sprießenden Pflanzen meldet sich auch schon die Gundelrebe zur Stelle (Glechoma hederacea). Dieser Lippenblütler hat eine bescheidene Lebensweise und fügt sich gut zwischen Gräser und anderem Grün ein. Ab April beginnt er, die Blüten auszubilden, um damit den nektarhungrigen Insekten eine Stärkung anbieten zu können. Es ist vielleicht interessant zu erfahren, dass der Gundermann, wie die Gundelrebe noch genannt wird, für seine Samen, die sich nach einiger Zeit auf dem Kraut bilden, die Ameisen als Taxi für deren Verbreitung benutzt. Das Gundelrebenkraut ist ein bekannter Träger von Bitterstoffen. Das hat unter anderem in längst vergangenen Zeiten dazu geführt, dass man das Kraut zum Brauen von Bier verwendete, bevor man die Hopfenblüten als wichtige Zugabe des Gebräus hergenommen hat. Auf den Körper hat die Gundelrebe natürlich ebenfalls eine gute Wirkung. Das gilt vor allem für die äußerlichen Anwendungen des bekannten Gewächses. Wenn sich in den Gelenken Ablagerungen bilden, so bleibt das nie ohne schmerzliche Folgen. Aber auch bei Geschwüren und geschwollenen Gliedern leidet die ganze Physis. Diese Beschwerden kann man oft nicht im Handumdrehen wieder aus der Welt schaffen. Aber die Kräuter sind in der Lage, die Durststrecken, die Betroffene mit den Entzündungen und Beschwerden zu durchschreiten haben, lindernd und stärkend zu begleiten. Die Gundelrebe zählt sicher zu dieser Art von Heilpflanzen.

Gundelreben-Bad:

Von der Gundelrebe kann man in diesem Falle die ganze Pflanze, vor allem aber die Blätter verwenden. Eine Menge von 80 g zerkleinerter Teile nimmt man davon und übergießt sie mit 2 Liter kochendem Wasser. 1 Stunde lang zugedeckt ausziehen lassen. Dann abseihen und in das ziemlich warme Badewasser gießen. 20 Minuten in der Wanne bleiben. Bei Gicht, Geschwüren und geschwollenen Gliedern verschafft diese Maßnahme eine spürbare Reduktion der oben geschilderten schmerzlichen Symptome.


Gundelrebe ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Regelmäßig Dampf ablassen

Dazu sollte Petersilie in der Nähe sein

Das Wort „Nebenwirkung“ hat einen eindeutigen pharmakologischen Bezug. Auf jedem Beipackzettel, den man beim Gebrauch jeglicher Medikamente studieren und beachten sollte, finden wir diesen Begriff. Normalerweise ist damit ein negativer Effekt gemeint, der bei der Einnahme von Tabletten in seltenen Fällen ausgelöst werden kann. Im Hinblick auf heilende Pflanzen möchte ich dieses Schlagwort ein wenig umformulieren. Denn der Gebrauch von Heilkräutern, der ebenfalls verantwortlich und umsichtig durchgeführt werden sollte, zielt meist auf einen bestimmten Bereich der Physis ab. Nehmen wir heute als konkretes Beispiel die Petersilie (Petroselinum crispum) her. Gewiss fällt uns dazu zu allererst ihre Wurzel ein, die gerne als Gemüse auf vielfältige Weise gekocht und aufbereitet werden kann. Und zeitgleich werden wir an das Grün des Doldenblütlers denken, das sowohl zum optischen wie auch geschmacklichen Aufbessern von Kartoffeln schon so manchen Gaumen begeistert hat. Nicht zu vergessen sei, dass die Petersilie des weiteren in der Naturheilkunde als Hilfsmittel herangezogen wird. Ein Tee aus zerkleinerten Wurzelteilen unterstützt das Ableiten von Wasseransammlungen in den Beinen oder im Bauchbereich, was wiederum dem Herzen einen guten Dienst erweist. Auf unserem Herzen kann aber noch ein anderer Druck liegen. Dieser entsteht durch zu hohe Erwartungen an sich selbst oder durch eine übermäßige Belastung, die andere Personen oder negative Umstände im eigenen Lebensumfeld verursachen. Bildlich gesprochen ist es dann vonnöten, dass man regelmäßig Dampf ablässt, um nicht zu explodieren. In den Blättern der Peterlilie befindet sich ein ätherisches Öl, das auf sehr sanfte Weise die seelischen Ventile zu öffnen vermag. An diese positive „Nebenwirkung“ des Küchenkrautes dürfen wir denken, wenn es nun im Garten neu zu sprießen beginnt.

Riechen an Petersilien-Blättern:

Bei seelischer Belastung, die durch Druck von innen oder außen entsteht, sollte man öfter zu frisch gepflückten Blättern der Petersilie greifen, um daran zu riechen. Effektiver ist es dabei noch, diese mit den Fingern zu zerreiben, um mehr an ätherischen Substanzen freizusetzen. Das Einatmen des Petersilienduftes unterstützt eine psychische Entkrampfung und kann ein Gefühl der Erleichterung mit sich bringen.


Petersilienblatt ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Den Körper entlasten

Das Spargelgemüse dient dazu bestens

Delikatessen sind gerade in der Osterzeit sehr begehrt, da man kein schlechtes Gewissen mehr haben muss, weil ja die Fastenzeit hinter uns liegt. Die Feinspitze unter uns setzen sehr gerne das Gedächtnis des eigenen Gaumens ein, um an das Ziel ihres Appetits zu gelangen. Wenn man kulinarische Spezialitäten ansteuert, muss das nicht unbedingt zur Folge haben, dass der Verdauungstrakt samt der Leber dadurch mehr Arbeit bekommt. Es gibt ja durchaus ebenso pflanzliche Gaben an die Köchinnen und Köche, die sie mundgerecht so aufzubereiten imstande sind, dass der Genuss dabei nicht zu kurz kommt. So darf heute ruhig der Spargel der Gegenstand unserer Betrachtung sein. Sollte dabei jemandem schon gleich der Speichel im Mund zu fließen beginnen, möchte ich zuerst einmal darauf verweisen, dass es Überlieferungen gibt, die bezeugen, dass verwandte Arten des gegenwärtig gezüchteten Gemüsespargels bereits in der Antike zur Behandlung von verschiedenen Krankheiten verwendet wurden. Dies geschah sowohl auf europäischem Territorium wie auch in Ägypten und im Fernen Osten. Und es ist gottlob bis heute nicht von der Hand zu weisen, dass der Spargel viel Gutes in sich birgt. Zahlreiche Mineralstoffe und Spurenelemente erhält unser Körper beim frischen Genuss des prominenten Gemüses. Als Draufgabe gibt es noch eine Reihe von Vitaminen aus dem ersten Teil des Alphabets. Sollte man in Hinkunft den Wunsch haben, trotz eines reichen Essens nicht auf die Vorzüge des bewussten Fastens verzichten zu wollen, so kann man durchaus den Spargel als Helfer heranziehen, um dieses Ziel besser zu erreichen. Der Leib muss ja nicht alles in sich speichern, was ihm an Zuviel und Belastendem mittels eines gediegenen Lebensstils aufgebürdet wird. Er soll jeweils neu freier und leichter werden. Wer regelmäßig zur zeitgerechten Saison des Spargels nach ihm greift, um ihn als Speise verschieden zubereitet zu sich zu nehmen, kann den Organismus unterstützen, durch eine folglich vermehrte Abgabe von Urin angesammelte Giftstoffe auszuscheiden. Das hat ebenfalls Auswirkungen auf das Gemüt, das sich dann auch freier und unbelasteter fühlt. Diabetiker dürfen den Spargel bedenkenlos genießen, da dies dem Blut und seinen Werten gut tut.

Rezept für ein Spargel-Ragout:

Man benötigt dafür 1 Bund Spargel, 1 große Zwiebel, 1 EL Butter, 250 ml Gemüsesuppe, Salz, Pfeffer, Zitronensaft, 1 TL Erdäpfelmehl. – Den Spargel schälen und in feine Streifen schneiden oder hacheln. Die Zwiebel schälen und fein schneiden, in der Butter anschwitzen, den Spargel dazugeben und kurz mitrösten. Mit etwas Gemüsesuppe aufgießen und weichdünsten. Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft würzen, mit dem in etwas kaltem Wasser glattgerührten Erdäpfelmehl eindicken. Dieses Spargelragout schmeckt köstlich zu Fleischspeisen und Petersilerdäpfeln.


Spargelstangen ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Die Wunden der Bäume

Ihr Harz wird zum Segen

In der christlichen Ikonographie steht gegenwärtig die Darstellung des auferstandenen Christus im Vordergrund des betrachtenden Interesses. Die Figur des aus dem Grabe entsteigenden Heilands weist immer noch die Wundmale an den Händen, den Füßen und an seiner Rumpfseite auf, die von seiner Kreuzigung anscheinend weiterhin dem Leib anhaften. Sie sind jedoch verklärt, verursachen daher keinen Schmerz. Wer nun das gute Wetter nutzt, um bei einem Marsch frische Waldluft zu tanken, begegnet in Bäumen pflanzlichen Lebewesen, an denen man ähnliches entdecken kann. Vor allem bei Nadelbäumen, deren Rinde am Stamm oder an den Ästen durch eine äußere Einwirkung geöffnet wurde, sieht man ebenfalls so etwas wie Wunden. Um diese offenen Stellen zu schützen, produzieren die Bäume ihr zähflüssiges Harz, das meist nach dem Austreten hart wird und so eine Schutzschicht für das Darunterliegende bildet. Dieses Harz der Fichten, Föhren, Tannen und Lärchen weist einen hohen Gehalt an ätherischem Öl und Terpenstoffen auf, die ihrerseits nicht nur den Heilungsprozess des wachsenden Holzes unterstützen, sondern auch die eine oder andere Wohltat für den Menschen parat haben. Ein Spaziergang in einem von Abgasen und Feinstaub möglichst freien Forst hat daher gleich mehrere Vorteile. Zum einen wird der Bedarf an Bewegung, den wir tagtäglich brauchen, einigermaßen abgedeckt. Zum anderen bringt nicht nur das Einatmen der Waldluft einen spürbaren Profit für unsere Lunge. Das Harz von Nadelbäumen stellt ein Kurmittel dar, das nebenbei genutzt werden kann.

Frühjahrskur mit Baumharz:

Von den oben erwähnten Arten der heimischen Nadelbäume kann man das erstarrte Harz so abschaben, dass es dem Baum und seinem Wuchs nicht schadet. Es reichen 5 bis 6 kleine Körnchen davon, die man bedächtig während eines Tages kaut. Diese Anwendung stärkt die Immunkraft der Atemwege und wirkt sich auch festigend auf Zahnfleisch und Zähne aus. Das darf man durchaus einige Wochen lang durchführen.


Kiefernzweig ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya