Dem Eisen auf der Spur

Marillen schmecken nicht nur gut

Archäologische Entdeckungstouren decken immer wieder Erstaunliches auf. An den verschiedenen Grabungsstätten kommt oft Unerwartetes zutage. Wir erhalten dadurch meist einen sehr detaillierten Blick in die Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende, die bereits der Vergangenheit angehören. Je nach verarbeitetem Material teilen wir die Geschichte in die einzelnen Epochen ein. Das Eisen ist hier unter anderen Metallen an der Namensgebung maßgeblich beteiligt. Wir Menschen der Gegenwart dürfen in ähnlicher Weise auf die Suche gehen. Denn unser Organismus kann nur dann intakt seine Funktionen ausführen, wenn ihm durch Nahrungsaufnahme Mineralien und Spurenelemente zugeführt werden. Es wäre natürlich einfach, in einen Stollen zu gehen, um dort gleich direkt das Gesuchte in den Stoffwechselkreislauf einzuschleusen. Die Mutter Natur hat Gott sei Dank dafür gesorgt, dass es für diese Zulieferung durchaus schmackhafte Umwege gibt. Wer also an Eisenmangel leidet, für den ist eine abwechslungsreiche Kost der erste und vernünftigste Schritt, um diesen Umstand wieder zum Besseren zu wenden. Im grünen Gemüse und in der Vollwertkost findet sich in der Regel genug dieses vor allem für das Blut wichtigen Aufbaustoffes. Nüsse und Obst sind in dieser Hinsicht ebenfalls nicht zu verachten, ohne dabei auch auf Haferflocken und Weizenkeime zu vergessen. Oft geben uns ein Gefühl der Mattigkeit, wiederholte Kopfschmerzen samt Konzentrationsschwächen, eine rissige Haut und brüchige Haare Signale, die auf ein vermindertes Vorhandensein von Eisen im Blut schließen lassen. In der Suche nach dem Spurenelement sollten des weiteren die saisonalen Früchte nicht übersehen werden, die ohnehin an vielen Orten und Straßen angeboten werden.

Marillen bei Blutarmut:

In der Sommerszeit können Marillen frisch verspeist werden. Um sie haltbar zu machen, werden sie spaltenweise getrocknet. In beiden Zuständen sollen sie gut gekaut und eingespeichelt werden, ehe man sie hinunterschluckt. Sie enthalten ein hohes Maß an Eisen und Kalium. Zudem spenden sie während der Arbeitszeit brauchbare Energie für unser Schaffen.

Marillen ⓒ Foto: Flickr, Jakob Hürner

Bezauberndes Lächeln

Und das trotz der Schwarzen Ribisel

Kleinkinder haben es gut. Sie werden umsorgt und gepflegt, gewickelt, gebadet und herumgetragen. Zudem können sie ganz ungeniert ihre Freuden und mehr noch ihr Unbehagen äußerst direkt und spontan zum Ausdruck bringen. Die wohlerzogenen Erwachsenen könnte da fast der Neid fressen. Und noch eines kommt dazu: mit Schmutz und Flecken in der Wäsche haben sie absolut kein Problem. Kommen sie z. B. in die Nähe von Schwarzen Ribiseln (= Johannisbeeren) und sind sie noch dazu diesen nicht abgeneigt, werden sicherlich nachhaltige Spuren auf der Haut und in der Wäsche zurückbleiben. Die Werbung für Waschmittel nutzt dieses Phänomen schon über Dezennien schamlos aus. Bei sämtlichen dunkel gefärbten Beeren und Früchten bleiben auch im Mund Rückstände, die jedoch nach einiger Zeit und mithilfe einer adäquaten Hygiene wiederum verschwinden. Denn wer von uns hätte nicht gerne ein strahlendes Lächeln herzuzeigen? Die Zähne sind aber im Zusammenhang mit den Schwarzen Ribiseln das sekundäre Problem. Was helfen einem die weißesten Beißerchen, wenn die Verankerung derselben äußerst schwach drauf ist? Das Zahnfleisch gehört im gleichen Maße zu einem funktionstüchtigen Gebiss. Alle, die bereits in ihrem Leben den Zähnen Ade sagen mussten, wissen sehr wohl um die Vorzüge eines vollständig intakten Kauapparates. Wie dem auch sei: natürlich kommt es aus verschiedensten Gründen zu Mangelerscheinungen und zu Entzündungen, die aber mit etwas Sorgfalt wiederum beiseite geschafft werden können. Dazu gibt es heute einen ganz konkreten Tipp.

Mundspülungen und Schwarze Johannisbeeren:

Leidet jemand unter Zahnfleischbluten, so folgt man in erster Linie den medizinischen Empfehlungen. Zusätzlich gibt es aber auch eine Unterstützung aus der Naturheilkunde: 2 Esslöffel voll getrocknete Schwarze Ribisel werden mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergossen. 20 Minuten ziehen lassen und abschließend abseihen. Mit dem Ergebnis spült man abends und morgens gründlich den Mund aus.

Schwarze Ribisel ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Genuss und Therapie

Zwei Schaffel voller Wasser

Die Sehnsucht Richtung Himmel wird immer stärker. Zumindest in meiner Heimat. Denn so richtigen Regen hat es schon lange nicht gegeben. Die Pflanzen auf den Feldern und im Wald haben vorsorglicher Weise schon einen Gang beim Wachstum zurückgeschaltet. Die Fischteiche des nordöstlichen Waldviertels, die hauptsächlich von Oberflächenwasser gespeist werden, haben einen niedrigen Wasserstand. Das nasse Element ist zum Überleben unbedingt notwendig. Mir kommt es aber vor, dass wir das Wasser immer noch zu wenig in seinem Wert schätzen. Wer schon einmal in Wüsten und trockenen Steppen unterwegs war, weiß sehr wohl, wie notwendig es dort von Mensch, Tier und Pflanze benötigt wird. Zu Hause ist es oftmals nur ein Gebrauchselement, das für die Entsorgung des unterschiedlichen Schmutzes herhalten muss. Dabei dürfen wir es ruhig auch genießen. Der Aufwand hierfür ist relativ gering. Ein funktionierender Wasserhahn, zu Verfügung stehendes Warmwasser und zwei Gefäße, in die unsere Füße hineinpassen, reichen dafür vollkommen aus. In der freien Natur bedeutet es oft eine Überwindung, in ein mäßig warmes Wasser hinein zu hüpfen, um darin ein wenig zu schwimmen. In den eigenen vier Wänden aber stellt es keine allzu große Herausforderung dar, dieses Wagnis zu riskieren. Vor allem steht dann als Alternative ohnehin die Erwärmung der erfrischten Gehwerkzeuge auf dem Programm. Ab und zu sollte man den eigenen Genuss mit einer durchaus folgereichen Therapie unter einen Nenner bringen. Immerhin hat man ja auch gegenüber seinem eigenen Körper samt dessen Gesundheit die volle Verantwortung. Bei einem Wechselbad können wir diese ganz konkret wahrnehmen. Der Kreislauf wird es einem auf jeden Fall danken. Die vielgepriesene Abhärtung gibt es dann noch als Draufgabe dazu.

Wechsel-Fußbad:

Die Wasserschaffel (= Gefäße) sollen so beschaffen sein, dass die Füße und die Unterschenkel nahe der Kniekehle unter Wasser sein können. Im linken Behälter hat das Wasser ca. 38° bis 40°C. In das rechte füllen Sie kaltes Wasser. Zu Beginn lassen Sie die Beine 5 Minuten lang im warmen Wasser. Anschließend wechseln Sie für zehn Sekunden in den kalten Behälter. Nochmals wechseln und wiederholen. Unbedingt im kalten Wasser enden. Danach die Füße abstreifen und warme Socken anziehen. Oder, wenn man sich’s leisten kann, darf man nochmal im Bett die Ruhe genießen.

Wasser ⓒ Foto: Flickr, Paco CT

Erntezeit auf der Wiese

Das Gänsefingerkraut stellt sich zur Verfügung

Bewegung ist angesagt. Der Urlaub bietet endlich die Möglichkeit, das Büro oder die Firma hinter sich zu lassen und die Landschaft wandernd zu erobern. Manchmal geht’s hoch auf die Berge hinauf und das nicht ohne Einsatz der Muskeln und Sehnen. Erreichte Ziele stärken das womöglich angekratzte Selbstbewusstsein. Auf den Wiesen wächst jetzt ein Kraut, das mich erinnert, trotz allem demütig zu bleiben. Das Gänsefingerkraut oder die Anserine hat mit seinen Blättern eine perfekte Gestalt. Mit all unserer Wissenschaft und Technik, mit all den Fertigkeiten, die dem homo sapiens eigen sind, schaffen wir es doch nicht, die Schönheiten derart vollendet zu entwerfen und umzusetzen, wie es eben draußen vor der Haustür einfach wächst und gedeiht. Und wenn ich noch mehr nachsinne, fällt mir ein, dass ich ja gar nicht so perfekt sein muss wie der liebe Gott persönlich. Ich darf vielmehr all das, was mir ins Auge springt und wovon ich angetan bin, als von Ewigkeit her auserkorenes Geschenk für mich annehmen. So brauche ich nicht verkrampft das Leben ganz neu erfinden. Ich darf ruhig und locker werden, so einen geschärften Blick dafür haben, das Leben einfach vorzufinden. Der Schöpfer hat mir das Gänsefingerkraut nicht per Zufall vor die Füße gestellt. Nein, der Adressat bin letztendlich ich selbst als der von Gott ersehnte Mensch. Ich will daher nicht nur das Kraut pflücken und trocknen, sondern auch mein Vertrauen in Gottes Vorsehung stärken.

Wohltat für den Bewegungsapparat:

Schönwetter ist die beste Zeit, um blühendes Gänsefingerkraut (Potentilla anserina) zu ernten und im Halbschatten behutsam zu trocknen. Danach werden die Blätter klein geschnitten und gut verschlossen aufbewahrt. Ein Tee daraus, im Heißaufguss zubereitet, kann mithelfen, um Sehnen- und Muskelschmerzen zu lindern. Am besten trinkt man je 1 Schale davon in der Früh und am Abend 3 Wochen lang.

Gänsefingerkraut ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya