Voll-Danken statt „Volltanken“

Das alte Jahr bewusst ziehen lassen

„Schauen wir, dass wir weiterkommen!“ – Dieser Ausruf klingt drängend und hektisch. Er passt so gar nicht zu einem bewussten Zeitenwechsel, den wir heute vollziehen. Gewiss, das Salzgebäck ist eingekauft, der Sekt, der Wein und das Bier sind schon gekühlt und für das Fondue wurden womöglich die Zutaten und Gerätschaften hergerichtet. Einer ungetrübten Feierstimmung steht anscheinend nichts mehr im Weg. Aber was lassen wir eigentlich hochleben, wenn wir den Silvesterabend in fröhlicher und erheiterter Weise bis mindestens Mitternacht ausklingen lassen? Klopfen wir uns vielleicht dabei selbst auf die Schulter, weil es sonst niemand tut? Und trüben wir mithilfe des gesellschaftlich durchaus anerkannten Alkohols unsere Wahrnehmung, damit wir uns nicht zu sehr mit unseren Unzulänglichkeiten befassen müssen? Auf meinem täglichen Weg von Geras nach Harth steht am Straßenrand eine Wegkapelle (siehe Bild). Sie wird von der Familie Pleßl aus Harth betreut, auf deren Grund sie erbaut wurde. Heuer durfte sie auf ihr 150-jähriges Bestehen zurückblicken. Das ist eine lange Zeit. Jahre, Monate und Tage mitsamt den Kriegen, Schicksalen und Freuden vieler Menschen sind daran vorübergezogen. Mit dem Blick auf die Jahreszahl 1863 möchte ich auch das gegenwärtige Jahr gehen lassen. Nichts kann ich festhalten. Und alles Glück im Leben ist letztendlich Geschenk. Ich kann unmöglich all jenen gebührend danken, denen ich in den verflossenen 365 Tagen begegnet bin; denen, die mir ein Lächeln schenkten, ohne dass ich es unter Umständen beachtet hätte; denen, die mir Mut gemacht haben, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen; denen, die mir aufgrund meiner Zeilen in der Kolumne einen guten Gedanken geschickt haben. So will ich vor dem Marterl stehen bleiben und meinen Dank zusammenfassen. So sehr ich auf den Diesel in meinem Auto angewiesen bin, um wieder weiterzufahren, so sehr brauche ich die Dankbarkeit, um in meinem Leben das zu schätzen, was mir, weiß Gott woher, zugefallen ist. Letztendlich benötige ich nicht viel zum Leben. Das Danken hilft mir, das wenige Notwendige für mein Leben zu schätzen und es zu ergreifen. Leiblich, geistig und seelisch.

Dem Magen wieder aufhelfen:

Bei schlechtem Gefühl im Bauch, das aufgrund zu fetter Speisen und ein Übermaß an Alkohol zurückzuführen ist, empfiehlt es sich, ein Glas abgestandenes Wasser mit einer Beigabe von 1 Teelöffel voll Wermut-Tinktur zu trinken. Es kann auch helfen, getrocknete Majoranblätter zu pulverisieren und ebenfalls 1 Teelöffel voll davon einzunehmen.

Pleßl-Marterl in Harth, Foto: H. Benedikt Felsinger O.Praem., Stift Geras ⓒ Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Die Sinnsprache des Apfelbaumes

Gedanken als Frucht verkosten

Unzählige Heilpflanzen und Gewächse enthalten ganz wertvolle Inhaltsstoffe, die uns helfen, mit Krankheiten und Schwächen zurechtzukommen. Auf der Suche nach den geeigneten Kräutern soll aber nicht die Möglichkeit übersehen werden, mithilfe der Bäume eine Sinnsprache zu entdecken und zu entschlüsseln, die wichtige Aussagen für die Interpretation der Beschaffenheit menschlicher Charaktertypen parat haben. Unsere Ahnen in urdenklichen Zeiten hielten nicht nur Ausschau nach den Gestirnen in weiter Ferne. Sie erkannten auch in den nahen Bäumen geeignete Gefährten und stellten als Resultat ihrer Beobachtungen die einzelnen Arten im Gedanken den Menschen zur Seite. Im so genannten Baumkreis stehen diejenigen, die zwischen dem 23. Dezember und dem 1. Jänner ihren Geburtstag feiern, unter dem Zeichen des Apfelbaumes. Ihr kindliches Gemüt charakterisiert nach den Aufzeichnungen Hermann-Josef Weidingers ihr ganzes Leben. Sie haben die Gabe, ihr seelisches Gleichgewicht trotz aller Herausforderungen auszutarieren. Verstand und Gefühl werden gleichermaßen im Alltag eingesetzt. Und schließlich verweist ein jeder Apfelbaum auf das Paradies, das uns Gott einst bereitet hat. Obwohl nirgends in der Bibel geschrieben steht, dass es ein Apfelbaum war, von dem Eva die verbotene Frucht nahm, um sie Adam zu reichen, entschied sich die künstlerische Phantasie schon bald für die Spezies Apfel, wenn es darum ging, den Sündenfall des ersten Menschenpaares im wahrsten Sinne des Wortes auszumalen. In den Gärten stehen nun die laublosen Fruchtbringer still und stumm da. Es ist ein Innehalten, das keineswegs etwas mit Müßiggang oder Faulenzerei zu tun hätte. Vielmehr sammelt sich jeder Baum, um seiner Bestimmung gerecht werden zu können. Er ist uns von Gott geschenkt, damit wir unter anderem leichter von den vergangenen Zeiten loslassen und dem Künftigen eine Chance geben können.

Apfeltee zum Jahreswechsel:

Vom eigenen Obstlager nimmt man Äpfel, schneidet sie in Scheiben, bevor man das Kerngehäuse entfernt hat und trocknet sie in der Backröhre, um sie lagerfähig zu machen. Für einen Tee zerkleinert man die Dörräpfel und übergießt davon einen Esslöffel voll zusammen mit ein wenig Zimt und einer Gewürznelke mit 1/4 Liter heißem Wasser. 2 Stunden lang ziehen lassen, abseihen und zimmerwarm trinken. Das hat eine blutreinigende Wirkung.

ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Eine Ahnung haben

Mit dem Löwenzahn eine Brücke legen

Das Wort „Ahnung“ hat mehrere Bedeutungen. Einerseits ist damit die Kenntnis oder besser gesagt die Erfahrung gemeint, die wir gegenüber Sachverhalten oder Fertigkeiten besitzen. Dieser Aspekt wird spätestens dann virulent, wenn es gilt, jemanden mit einer Verantwortung zu betrauen. Einen guten Rat wird man ebenso nur bei dem einholen, der eine Ahnung hat. Anderseits steht dieses Wort für vorausblickendes Gespür. Mitten im Winter vom Löwenzahn zu sprechen, ist eine Animation für unsere Phantasie, bereits jetzt an den wiederkehrenden Frühling zu denken. Im Inneren darf sich jeder dabei die Bilder ausmalen, die einen die nebelig-trostlose Zeit einigermaßen heil überstehen lassen. Vielleicht befindet sich ja in der Speisekammer ein Glas mit Löwenzahnhonig, damit die Butter auf dem Gebäck des Frühstücks zusammen mit dem Honig den ersten süßen Gruß des Tages am Frühstückstisch darstellt. Für die Kaninchen, die als Haustiere recht beliebt sind, ist es derzeit nicht möglich, mithilfe ihrer Besitzer an frisch geerntete Blätter zu kommen. Da haben wir Zweibeiner es schon einfacher. Wer im vergangenen Sommer unter Umständen vorausgedacht hat, pflückte womöglich die charakteristisch gezähnten und milchigen Blätter des Löwenzahns und legte sie zum Trocknen auf. Fein säuberlich aufbewahrt, ist der Winter die beste Zeit, um mit dem gelbblühenden „Allerweltskraut“ eine Ahnung auf den Frühling hin wach werden zu lassen. In der Sorge um die Gesundheit des Körpers darf es uns nämlich ruhig ein Anliegen sein, alles in Fluss zu halten und einen beständigen Reinigungsprozess zu unterstützen. Denn durch ein eventuelles Bewegungsdefizit, das mit einer kalorienreichen und fetthaltigen Ernährung zusammenfällt, kann es leicht passieren, dass sich manche unliebsamen Ablagerungen verschiedenster Art bilden, die unangenehme Symptome zur Folge haben. Mit gutem Recht darf daher die Vorstellung von einer mit Löwenzahnblüten übersäten Maienwiese zum sinnvollen Schritt führen, die Wirkung des bitteren Helfers gerade jetzt zu nutzen.

Zum Frühstück Löwenzahntee:

Gleich am Morgen sollte man sich einige Zeit hindurch einen Tee aus getrockneten Löwenzahnblättern zubereiten. Das dient der Entschlackung des Körpers und somit gleichzeitig der Festigung und Klärung der Haut. Wer momentan keinen Löwenzahn zu Hause hat, darf ruhig im Fachhandel danach fragen.

Löwenzahn ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Eine heilsame Munition

Den Odermennig als sanfte Abwehr einsetzen

Die einzelnen Ressorts der Staatsführung wurden nach erfolgreichen Koalitionsverhandlungen durch die jeweiligen Minister und Staatssekretäre neu bzw. in altbewährter Weise besetzt. Der Wunsch unseres Herrn Bundespräsidenten Dr. Heinz Fischer ging in Erfüllung. Das Ringen um ein Regierungsprogramm für die neue Legislaturperiode fand einen konkreten Abschluss. Zu einem funktionierenden Staatswesen gehört auch eine aktive und einsatzbereite Staatsverteidigung. Es steht mir fern, an dieser Stelle eine Diskussion darüber zu entfachen, welche Art der Rekrutierung und der Bereitstellung von Soldaten samt notwendiger Gerätschaft zur Sicherung unserer Souveränität die beste sei. Aber eines ist sicher: im schlimmsten Falle des Falles braucht man eine Munition, um sich zu verteidigen. In der Sorge um die Gesundheit verhält es sich nicht anders. Wenn jemand meint, unsere Welt bestünde nur aus Harmonie und eitler Wonne, der dürfte nicht unbedingt die täglich präsente Realität erfasst haben. Wer von uns würde denn nicht das Phänomen kennen, dass verschiedenste Bakterien und Viren die Grenzen unseres Leibes überschreiten und den einen oder anderen Bereich darin ihr neu erobertes Gebiet nennen? Unter den Heilkräutern finden sich eine Menge an wirkvollen Gewächsen, die man durchaus schon präventiv einsetzen kann, um den Leib abwehrbereit zu halten. Unter anderem ist es dem Odermennig (Agrimonia eupatoria) anzusehen, dass er eine ganze „Ladung“ an helfenden Substanzen parat hat. In seiner Wuchsgestalt ähnelt dieses Rosengewächs nämlich einer kleinen Königskerze. Am aufrechten Stamm dieses Krautes bilden sowohl die Blütenknospen als auch die Fruchtstände kleine Kügelchen, die an Kanonenfutter erinnern. Wir wollen das alte Jahr aber natürlich friedlich ausklingen lassen. Also Schluss mit kämpferischen Bildern! Besser ist da allemal ein alkoholischer Auszug, der die Gesundheit wiederherstellen hilft.

Odermennig-Tinktur:

100 g getrocknetes und zerkleinertes Odermennig-Kraut wird 14 Tage lang in 1 Liter Obstbrand angesetzt. Danach abseihen und in dunkle Flaschen füllen. Bei verschleimten Atemwegen und Bronchitis kann man dreimal täglich einen Esslöffel von dieser Tinktur zu sich nehmen, sofern man Alkohol verträgt. Dies hat sich ebenso auch bei Blasenkatarrh und Harnwegsinfekten schon bewährt.

Odermenning ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Die Schwerkraft zieht nach unten

Das Blut muss aber auch in den Kopf

Die Welt dreht und dreht sich. Tag und Nacht wechseln einander ab. Sie bestimmen unser Leben. Sonne und Mond erscheinen in einem immerwährenden Kreislauf und halten auf geheimnisvolle Weise das Gleichgewicht. Jeder Himmelskörper hat seine je eigene Anziehungskraft. So auch die Erde. Wir sind der Schwerkraft in einer guten Weise ausgeliefert. Andernfalls stünde die Fortbewegung in Frage. Alles hat sich darauf eingerichtet. Im Zusammenspiel von Sauerstoffaustausch und Kreislauf spielt das Blut eine immense Rolle. Wir brauchen es, damit wir leben. In der roten Flüssigkeit steckt zudem sehr viel Symbolkraft. In den Betrachtungen des Menschen aus dem religiösen Blickwinkel stellt es den Sitz des Lebens dar. Durch die Adern gelangt das Blut zu allen Organen und Wahrnehmungszentren unseres Körpers. Doch manchmal kommt es zu Irregularitäten. Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Sobald jedoch ein Teil des Körpers nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt wird, beginnt ein Prozess des Absterbens. Eine Amputation des betroffenen Gliedes ist in der Folge unumgänglich. Bleiben wir aber hier nicht bei den extremen Symptomen stehen. Es gibt nämlich auch so etwas wie eine Schwerkraft innerhalb des Zirkulationslaufes des Blutes. Schwindelgefühle und Müdigkeit können ein Wink dafür sein, dass die Blutversorgung im Leib quasi ungleichmäßig verteilt ist. Um nicht sofort zu Medikamenten zu greifen, kann man versuchen, die alten Hausmittel wieder einmal anzuwenden, die noch vor einigen Jahrzehnten zum allgemeinen Wissen zählten, wenn es darum ging, die Gesundheit in guter Eigenverantwortung fit zu halten. In unserem heutigen Anliegen habe ich eine dieser Anwendungen entdeckt.

Bei Blutleere im Kopf:

Am Abend vor dem Schlafengehen nimmt man ein Vollbad und feuchtet im Zuge dessen einen Waschlappen mit Essig an, mit dem man den Oberkörper gut abwäscht. Anschließend ist es angeraten, sofort die Liegestatt für den nächtlichen Schlaf aufzusuchen. Diese einfach zu bewerkstelligende Handlung bringt den Kreislauf wieder ins rechte Lot.

Foto: www.keram.de

Aufatmen – Einatmen

Weihnachten ist ein Beginn

Der Heilige Abend ist vorüber. Vielleicht hat ja der eine oder die andere bis kurz vor der Bescherung, so es eine gegeben hat, ganz emsig an den Vorbereitungen des Festes gearbeitet. So viele beherzte Helfer haben z. B. in den Krankenhäusern rund um die Uhr gewacht, damit sie da sind für alle, die nicht im eigenen Daheim feiern konnten. Und heute ist Christtag. Anscheinend schon alles vorbei. Der Druck der Erwartungen ist weg und vielleicht kann man sich in den kommenden Tagen noch mehr Ruhe gönnen als dies in der so viel zitierten stillsten Zeit des Jahres möglich war. Es kommt einem Aufatmen gleich, das sich nach angespannten Situationen gerne bei uns einstellt. Der Atem ist eine lebenswichtige Funktion. Wer einmal den Lebensodem ausgehaucht hat, ist schlicht und einfach tot. Tun wir uns selbst etwas Gutes und achten wir am heutigen Festtag doch einmal auf unseren Atem. Das geht ganz leicht. Im stillen Kämmerlein genauso gut wie bei einem Spaziergang durch die freie winterliche Natur. Ist es nicht ein Geben und ein Nehmen, das sich ständig in unserem organischen Inneren vollzieht, wenn wir Luft schöpfen und dann sehr bald wieder aus unserer Nase und aus unserem Mund strömen lassen? Dieser leibliche Vollzug wandert aber tiefer und hilft mit, dass die Seele dieses Wechselspiel mitmacht. Schließlich atmen wir ja nicht nur mit der Lunge allein. Jeder Austausch bewirkt gleichzeitig auch eine Verwandlung. Einatmen – Ausatmen. Wenn wir gestern noch Hoffnung an der Krippe geschöpft haben, so ist das ein Grund mehr, um heute nicht vielleicht zu sagen: „Endlich ist alles vorüber!“ – oder – „Habt’s mich doch alle gern!“ – sondern um vertrauensvoll in die Zukunft zu blicken. Die geschenkte Lebenszeit ist verglichen mit der Existenzdauer unserer Welt ziemlich kurz. Sollte es gar vergeblich sein, dass wir den Atem geschenkt bekommen haben? Nein, er darf uns vielmehr ein Ansporn sein, um dankbar die Möglichkeiten auszuloten, die uns noch geschenkt sind, damit von deinem und meinem Leben etwas übrig bleibt. Ich meine damit weder ein Denkmal noch eine Zeile in den Geschichtsbüchern oder auf informativen Internetseiten. Es mag ruhig ein Segen übrigbleiben von der Zeit, in der wir aus- und eingeatmet haben.

Salbei als Gewürz verwenden:

Immer wieder gibt es Gelegenheiten, um den Salbei in die Zubereitung von Speisen zu integrieren. So unterstützen wir indirekt die Atemwege und tragen dazu bei, dass unsere dadurch verbesserten körperlichen Funktionen gleichzeitig auch das Gemüt erhellen. Laut den Erfahrungsberichten so vieler hat das ebenfalls positive Auswirkungen auf unsere mitmenschliche Umwelt!

Stiftskirche Geras mit Raureif ⓒ H. Benedikt Felsinger O.Praem., Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Die Sonne hat sich gewendet

An der Krippe Hoffnung schöpfen

Auf in den Süden! Nur weg aus den frostig kalten Tagen! Wozu sind denn die Ferien der „Kleinen“ samt dem Urlaub der „Großen“ sonst da? Im Schulbetrieb kennen wir sehr wohl den Ausdruck „Weihnachtsferien“. Das lässt doch direkt darauf schließen, dass die freie Zeit dafür reserviert bleibt, damit die Menschen in unserem Land das Fest der Geburt Christi feiern können. Welcher tiefere Grund würde sonst den Freiraum argumentieren, der in all der Hektik, die alle Vorbereitungen für das große Fest mit sich brachte, uns endlich bei uns selbst ankommen lässt? Ja, der Heilige Abend ist in Wahrheit ein Feierabend. Die Arbeit soll nach Möglichkeit ruhen. Vielen, die schon weit weg verreist sind, sei eine erholsame und schöne Zeit gewünscht. Aber hoffentlich sind auch ein paar noch daheim geblieben, um wirklich Weihnachten zu feiern! Heute scheint das kleine Jesuskind besonders stark aus der Krippe. Es strahlt uns dadurch eine Verheißung auf, die uns alle mitsamt nicht den Hut auf diese Welt draufhauen lässt. Ganz still und kaum bemerkt hat sich in dieser Zeit der Lauf der Sonne gewendet. Die Tage werden wiederum länger und heller. Es geht erneut bergauf. Nicht nur mit dem Licht, sondern mit meinem ganzen Leben. So, wie sich die Natur verändert, darf auch ich mich verändern. Nicht für draußen, sondern für drinnen, für mein Herz, für meine Seele. Gott ist doch immerhin Mensch geworden. So putzig das kleine Christuskind auch unzählige Male dargestellt ist: das ist keine Kleinigkeit! Das ist unfassbar! Und doch gehören wir zu diesem göttlichen Geheimnis dazu. Wir sind niemand Geringerer als der Adressat des Heilswerkes und des Lebenswillens Gottes. Und jeder Mensch ist von Neuem dazu eingeladen, dieses Geschenk des Allerhöchsten im Laufe seines Lebens zu erschließen. So gibt es letztendlich keinen Grund, um dem Weihnachtsfest zu entfliehen. Nicht ab in den Süden, sondern vielmehr hin zur Krippe. In Demut hat sich der Schöpfer erniedrigt, damit wir neue Hoffnung schöpfen. Ganz konkret und nicht x-beliebig.

Reisig als Badezusatz wirkt beruhigend:

Die verschiedenen Nadelbaumarten tun uns nun samt ihren Zweigen einen guten Dienst. So vieles ist damit gerade dekoriert und der Duft des Reisigs erfüllt so manchen Raum. Egal, ob es sich dabei um Fichte, Föhre, Tanne, Zirbe oder Latsche handelt: Das saubere und frische Material, das im Zuge der Weihnachtsvorbereitungen oder bei Schlägerungsarbeiten abfällt, kann als Badezusatz bei Nervenerkrankungen und rheumatischen Zuständen verwendet werden. Das zerkleinerte Reisig dafür abkochen, und das Absudwasser beifügen.

Geraser Madonna ⓒ H. Benedikt Felsinger O.Praem., Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Blau schimmern die Beeren

Und grün bleibt der Wacholder im Winter

Ständig wechselt die Mode. Bei genauem Hinsehen merkt man sehr wohl, dass es gerade in der Kleidungsbranche einen gewissen Kreislauf der Wiederkehr des schon einmal Dagewesenen gibt. Aber dennoch ist die Variation das oberste Gebot im Wechsel der Saisonen. Wenden wir uns z. B. der Gartenarchitektur zu, können wir feststellen, dass es auch hier einen Wandel in der Gestaltung gibt. Fremdländische Bäume und Sträucher stehen abholbereit in den Fachmärkten, so dass es ein Leichtes ist, diese ins eigene grüne Paradies zu verpflanzen. Ein Baum, der in den letzten Jahrzehnten verstärkt in die Gärten gesetzt wurde, ist der Riesenmammutbaum (Sequoiadendron giganteum). Der stammt eindeutig aus der nordamerikanischen Kontinenthälfte und verändert so die heimische Flora. Viel angestammter ist dagegen der Wacholder aus derselben Pflanzenfamilie, der hingegen eher weniger Beachtung findet. Er kann natürlich schon allein in der Wuchshöhe mit seinem Onkel aus Amerika nicht mithalten. Dennoch darf der spitznadelige Kleinbaum keineswegs unterschätzt werden. Mit den sinkenden Temperaturen der kalten Jahreszeit wird die Vogelwelt vermehrt auf die Zapfenbeeren des Wacholders aufmerksam. Es gibt z. B. in Mittel- und Nordeuropa eine Drosselart, die mit der Bezeichnung Wacholderdrossel eindeutig mit dem Zypressengewächs in Verbindung steht. Zurzeit sind diese gefiederten Gesellen vermehrt in unseren Landstrichen anzutreffen, da die Individuen dieser Art aus den skandinavischen und russischen Breiten den Winter regelmäßig bei uns verbringen. In der jagdlichen Literatur kennt man die Wacholderdrosseln übrigens auch unter der Bezeichnung Krammetsvögel.
Nun, wenn schon Vögel sich auf die Suche nach fressbaren Früchten machen, dürfen wir dadurch angeregt die Frage stellen, ob etwa ebenfalls für den Menschen Wertvolles und Heilsames von den immergrünen Gewächsen abfällt. Beim Wacholder ist das zumindest der Fall.

Die Tätigkeit des Pankreas ankurbeln:

Hat jemand pumperlgesunde Nieren, kann man die Tätigkeit der Bauchspeicheldrüse unterstützen, indem man folgende Kur durchführt. 1 Teelöffel voller zerquetschter Wacholderbeeren werden mit 1/4 Liter kochendem Wasser aufgegossen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen. In der Früh und am Abend trinkt man 3 Wochen hindurch ungesüßt eine Tasse davon. Dann eine Woche Pause einlegen und anschließend wiederholen.

Wacholderzweig ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Ein Hauch von Weihnachten

Der Duft von Aniskörnern gehört dazu

Ein Mikrofon in die Hand genommen und los geht’s! Ab Montag rein in die Einkaufsstraßen und auf die Parkplätze vor den Shopping-Centers und keine Scheu! Einfach ruhig die Leute fragen, was wir denn nun wirklich zu Weihnachten feiern. Die Antworten werden recht unterschiedlich und für mich als in der christlich-religiösen Praxis sehr beheimateten Menschen doch verwunderlich ausfallen. Vielleicht muss bei einigen das Urteil über ihre Aussagen lauten: Die haben einfach keine Ahnung! Aber da will ich gleich bei diesem Wort bleiben. Denn die Ahnung kann ja auch bedeuten: in meinem Inneren lasse ich mich von dem leiten, was sich durch Wort und Signale abzeichnet. – Haben Sie zufällig ein Sackerl voller Aniskörner in der Nähe, dann stecken Sie doch einmal die Nase hinein. Na, ist das ein herrlicher Duft? Und ich kann nicht umhin, mir sofort eine für meinen Gaumen äußerst köstliche Begleiterscheinung der Weihnachtszeit vorzustellen. Ich meine ganz konkret die Anisbäckerei, die aufgrund des Sprachgebrauches unseres nordwestlichen Nachbarstaates auch Anisplätzchen genannt werden. Aber nun wieder zurück zum Geheimnis des Weihnachtsfestes. Indem Gott durch Jesus Mensch geworden ist (= die Lösung der eingangs gestellten Frage ;-) ), hat er uns allen bis heute eine Ahnung darüber mitgegeben, was es heißt, wenn ein Gott sich nicht – wie so mancher als Hirngespinst erdachter Götze – die Zeit damit vertreibt, um als grausames Monster mit der Angst der kleinen Erdenwürmleins zu spielen, sondern ganz im Gegenteil aus seiner geheimnisvollen Unbegreiflichkeit heraustritt, um so die Liebe in der gezieltesten und gleichzeitig unberechnendsten Weise Richtung Herz und Hirn der Menschen kundzutun. Und was es heißt, zu lieben, wird wohl der am besten verkörpern und umsetzten können, der selbst die Liebe ist: nämlich Gott. Heute schließt sich der Kreis des Adventkranzes, indem alle vier Kerzen leuchten. Bald ist es soweit! An jedem Morgen darf uns daher der Anisduft Richtung Weihnachten begleiten.

Aniskörner in den Mund nehmen:

Die reifen und getrockneten Samen des Anisgewächses können in einer geringen Zahl gleich des Morgens gekaut werden. Das hebt das Gemüt und wirkt beruhigend auf den Darm ein. Zugleich lösen sich verkrampfte Bronchien und das Abhusten wird somit leichter. Es verbessert auch den Atem.

Anis ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Die Wunde eines Baumes

Heilsames Kirschbaumharz nutzen

Kürzlich machte ich bei Bekannten einen Besuch und sah in der Veranda des schönen Wohnhauses in einer Vase die Barbarazweige für das kommende Weihnachtsfest am Fenster stehen. Ihre Knospen waren schon ziemlich geschwollen. Jäh fiel mir bei diesem Anblick ein, dass ich am zurückliegenden 4. Dezember ganz darauf vergessen hatte, die Hoffnungsbringer vom Kirschbaum im Garten zu schneiden. Jetzt ist es natürlich schon zu spät dafür. Es tröstet mich ein wenig, dass im kommenden Mai wenigstens die Bienen von meiner Vergesslichkeit profitieren werden, wenn sie darangehen, aus den geöffneten Blütenbechern der weißen Pracht den Nektar zu holen. Im Winter stehen die Kirschbäume ohne Laub an ihrem Platz und so präsentiert sich die Rinde in einem höheren Maß als zur Sommerszeit. Wie an einem Gesicht kann man bei älteren Individuen dieser Steinobstlieferanten die Lebensgeschichte der einzelnen Bäume ablesen. An manchen Stellen öffnet sich der Stamm oder manch dicker Ast, und es rinnt aus der Wunde ein bernsteinähnliches Harz hervor, das sehr bald aushärtet und eine beinahe kristalline Form annimmt. Nun, wir kennen dieses Phänomen ohnehin aus der Schmuckbranche, die sehr wohl gar herrliche Gegenstände und Zierrate aus Bernstein anzubieten hat. Immerhin ist dieses edle Material nichts anderes als versteinertes Harz, das auch ab und zu die Insekten aus lange vergangenen Jahrtausenden bis auf den heutigen Tag konserviert. Um aus dem Harz eines Kirschenbaumes einen ökonomisch wirkungsvollen Rohstoff zu gewinnen, ist unsere Lebenszeit schlicht und einfach viel zu kurz. Dennoch lässt sich das „Blut“ dieses Baumes laut den überlieferten Erfahrungen der Naturheilkunde durchaus als Hilfe nutzen, bevor Schnitter Tod bei uns anklopft. Immer wieder klagen Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen die Harnwege verletzt oder entzündet haben, über brennende Schmerzen beim Wasserlassen.

Harztee für den Harnleiter:

Getrocknetes Kirschbaumharz lässt sich pulverisieren. Von dieser staubförmigen Substanz nimmt man 1 Teelöffel voll und übergießt ihn mit 1/4 Liter kochendem Wasser. Zudeckt 15 Minuten lang ziehen lassen und abseihen. Langsam und schluckweise trinken, um damit eine gewisse Linderung bei schmerzendem Harnen herbeizuführen.

Kirschenblüten und -früchte ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya