Entsprechungen im Pflanzenreich

Der Baldrian ist eine sensible Pflanze

Wenn wir durchwegs auf unsere physische Gesundheit bedacht sind, dann sollten wir im gleichen Ausmaß die Pflege unserer Psyche nicht vergessen. Im Laufe des Lebens bleibt es wohl keinem von uns erspart, dass sich zeitweise Angstzustände oder depressive Phasen einstellen. Ich denke, es wäre nicht gut, sich in solchen Fällen dem Schicksal zu ergeben. Viel besser ist es, solche Regungen wahr und ernst zu nehmen. Erst dann wird es uns möglich, so manches, das bei einigen schon seit der Kindheit darauf wartet, angenommen und weitergeführt zu werden, bewusst anzuschauen. Wie oft gibt es leider immer noch zu wenig Verständnis für psychische Nöte oder Mangelerscheinungen, so dass es für die Betroffenen sehr schwer ist, einen geschützten Raum für ihr Leiden in Form von verständigen Menschen zu finden. Der Baldrian (Valeriana officinalis) ist jedoch eine grüne Stütze aus der Natur, die denen zu helfen vermag, die sowohl nach einer Stärkung ihrer Nerven und zugleich nach einer Beruhigung ihres Gemüts Ausschau halten. Aus meiner Erfahrung darf ich auch berichten, dass die festigende Kraft des Glaubens vielen Menschen hilft, mit den oft verschiedensten Schicksalen zurechtzukommen. Haben wir also Mut, die Möglichkeiten nach Auswegen aus unseren Bedrängnissen zu suchen und auch die Pflanzen als unterstützende Freunde dabei nicht zu übersehen. Der Baldrian kann zumindest das klare Denken fördern, ohne das wir kaum realistisch in die Zukunft blicken können.

Ätherisches Baldrian-Öl:

Am besten gibt man am Abend vor dem Schlafengehen einige Tropfen ätherisches Baldrian-Öl auf die rechte Handfläche und reibt damit den Bauch ca. eine Hand breit oberhalb des Nabels damit ein. Hier sitzt nämlich ein wichtiger Nervenknotenpunkt, das so genannte Sonnengeflecht. Diese Einreibung behebt die allgemeine Nervosität und verhilft zu einem guten Schlaf.

Baldrian

Ein Klee, der Hörner aufsetzt

Aus Persien wurde er einst importiert

Es klingt nach einer landwirtschaftlichen Maßnahme aus dem späten 20. Jahrhundert, wenn wir aus der Geschichtsforschung rund um Kaiser Karl dem Großen erfahren, dass dieser den Bockshornklee (Trigonella foenum-graecum) quasi als Alternativfrucht auf den Feldern anbauen ließ, damit mehr Futter für das Vieh zur Verfügung steht. Ursprünglich im mittleren Asien beheimatet, machte sich dieser Schmetterlingsblütler schon sehr früh mit menschlicher Unterstützung auf Wanderschaft. So kannte man den Bockshornklee bereits im alten Ägypten. Er wurde aber auch in China und in Indien seit alters her kultiviert und verwendet. Im Mittelalter weist dann vor allem Hildegard von Bingen darauf hin, diesen Klee vor allem bei Hautkrankheiten zu nutzen. Wer sich den Bockshornklee in den eigenen Garten holt, achte darauf, dass er vor allem magere und durchlässige Böden als Standort schätzt. Er braucht kaum Dünger, wenn auch auf das Gießen nicht vergessen werden sollte. Den ganzen Sommer über kann man seine frischen Blätter abzupfen, um sie in der Küche als Würze bei vielen Gerichten zum Einsatz kommen zu lassen. Im Spätsommer wiederum ist es angebracht, aus den länglichen, spitz geformten Früchteschoten, die dem Gewächs den Namen geben, die Samen zu ernten. Diese beinhalten wertvolle Stoffe, die unsere Gesundheit unterstützen. Gerade jetzt muss sich unser Körper wieder auf die eine oder andere Erkältung einstellen und braucht allein schon aus diesem Grund vermehrt die regelmäßige Zufuhr der notwendigen Vitamine.

Ein Klee liefert Vitamin C:

Achten wir darauf, dass unser Körper täglich ein gewisses Maß an Vitamin C benötigt, um seine volle Leistungsfähigkeit entfalten zu können. Beim Erwachsenen sind das 75 mg, wo hingegen beim Säugling schon 35 mg Vitamin C das Ihre beitragen. In einer Menge von 100 g Samenkörnern des Bockshornklees sind immerhin 57 mg Vitamin C enthalten.

Bockshornklee

Den Wald mit nach Hause nehmen

Das Aroma der Fichten genießen

Holz hat immer Saison. Seit Beginn der Menschheitsgeschichte begleitet uns dieser wertvolle Rohstoff, der im wahrsten Sinne des Wortes ein gewachsenes Material darstellt. In unseren Wäldern ist die Fichte (Picea abies) der wichtigste Wirtschaftsbaum, der aufgrund seiner Schnellwüchsigkeit in überschaubarer Zeit den gewünschten Ertrag bringen kann. Muss die Fichte sich in den letzten Jahren vermehrt den veränderten Klimabedingungen mit geringerem Niederschlag bzw. mit dem in der Folge vermehrten Auftreten des Borkenkäfers mehr oder weniger erfolgreich stellen, so bleibt sie nach wie vor die Nummer 1 auf den heimischen Forstflächen. Egal, ob man in einem Wald viel oder wenig Fichten vorfindet: ein Spaziergang darin rentiert sich immer. Einerseits erleben wir dort eine natürliche Geborgenheit, die auch von der Tierwelt in Anspruch genommen wird, andererseits kommt vor allem unsere Lunge auf ihre Rechnung. Die frisch durch die Bäume aufbereitete Luft lässt den Organismus nach einem arbeitsreichen Tag z. B. wieder ein ausgewogenes Gleichgewicht erlangen. Wenn ich heute den Tipp gebe, den Wald mit nach Hause zu nehmen, so meine ich nicht, dass wir gleich einem langhaarigen Hund Kletten, Schmutz und Zecken in unsere Wohnungen verfrachten sollen. Nein, der Wald birgt vielmehr so viele Wohltaten für unseren Körper und unseren Geist, dass es viel zu schade wäre, diese forstlichen Nebenprodukte nicht für sich selbst zu verwerten. Drum ist es vielleicht gerade im Herbst ratsam, nach so manchem gesundheitlichen Schatz in unseren Wäldern Ausschau zu halten.

Fichtennadel-Bad:

Zu jeder Zeit können Fichtennadeln von den Bäumen geerntet und getrocknet werden. Davon nimmt man 150 g und kocht sie in 2 Liter Wasser gut auf. Danach abseihen und dem Badewasser beigeben. Durch das Erwärmen verdampfen die ätherischen Öle der Fichte und wirken sich so mittels unserer Atmung schleimlösend und stoffwechselanregend auf unsere Physis aus. Zudem ist die beruhigende Wirkung eines Fichtennadel-Bades nicht zu unterschätzen.

Fichtenwipferl und Zapfen

Bevor die Blüten sich verabschieden

Den Rosen Heilsames entlocken

Schritt um Schritt werden die Tage kürzer und die Nächte kühler. Die veränderte Intensität der Sonneneinstrahlung bleibt auch bei den Pflanzen nicht ohne Folgen. Sie bereiten sich auf die nötige Ruhe vor, die ihnen hilft, den Winter zu überstehen. Doch da und dort lassen es sich einige Sträucher und Kräuter nicht nehmen, mit dem Blühen bis zum ersten Frost unser Auge zu erfreuen. Dazu zählen unter anderem die Rosen. Sie sind einfach die Favoriten unter den Blumen. Mit ihrer Schönheit vermitteln sie Edles und Anmutiges. Mir ist es hier auch wichtig, daran zu erinnern, dass eine Rose oft am vornehmsten die Dankbarkeit eines Menschen artikulieren hilft. Was nützen denn oft viele Worte? Nicht von ungefähr gibt es den Appell, gerade das zu signalisieren, was unseren Lippen oft sehr schwer fällt. Das Danken kennt keine Saison. Es ist jeden Augenblick angebracht, ein dankbares Herz mit sich zu tragen, selbst wenn äußere Umstände kaum einen sichtbaren Grund für die Dankbarkeit vorweisen. Vielleicht klingt es eigenartig; aber die einzelnen Bereiche unseres Körpers erhalten automatisch mehr Zuwendung unsererseits, wenn wir für ihre Präsenz und ihren Dienst dankbar sind. Das größte Organ z. B., das uns hilft, mit unserer Umwelt Kontakt aufzunehmen und sie im wahrsten Sinn des Wortes zu begreifen, ist die Haut. Sie hat auf jeden Fall an erster Stelle etwas Gutes verdient. Sie freut sich sicher genauso wie wir selbst, wenn wir ihr Rosen schicken. Hier ein Tipp, wie das geht.

Rosenblüten-Tinktur:

100 g frische rote Rosen-Blütenblätter werden mit 1/2 Liter hochprozentigem Alkohol in einem gläsernen Gefäß übergossen. Danach 14 Tage gut verschlossen in die Sonne stellen und ziehen lassen. Dann abseihen und den Rückstand mit 3/4 Liter gekochtem Wasser auswaschen, filtrieren und der ersten Flüssigkeit hinzufügen. Zuletzt in kleine braune Fläschchen füllen und kühl im Dunkeln lagern. Dieses Hautwasser ist sowohl für Männer als auch für Frauen geeignet. Am besten am Morgen die Haut nach dem Waschen und Rasieren damit einreiben.

Rote Rose

Pflanzen haben eine Sinnsprache

An der Linde kann man sie ablesen

Wenn die Ernte größtenteils eingebracht ist und die Felder wiederum kahl daliegen, treten die Bäume wieder mehr in den Vordergrund. Bald werden sie sich in ein buntes Kleid hüllen, bevor die Blätter fallen und der Frost seinen alljährlichen Einzug hält. Obwohl die Pflanzen keine Wörter verwenden, ist ihnen doch eine Sprache eigen, die uns als Aufmerksame und Betrachtende einen gottgegebenen Sinn erschließen lässt. Als erstes spricht die Linde eine Einladung aus: „Komm her und ruh dich ein wenig aus! Egal, ob du gehetzt von der Arbeit kommst oder als Wanderer unterwegs bist, darfst du ein wenig inne halten und zur Ruhe kommen.“ Jeder Lindenbaum strahlt eine Herzlichkeit aus, die Gemeinschaft ermöglicht. Schon in ihrem Holz ist die Linde weicher als ihre Kolleginnen aus dem Reich der Laubbäume. Diese Eigenschaft haben sich viele Künstler zunutze gemacht, um in ihren Werken dem Stil ihrer Zeit entsprechend so manchem religiösen Geheimnis und so manchem Heiligen eine Gestalt zu verleihen. Indirekt stellt sich also die Linde zur Verfügung, damit wir jemanden oder etwas besser erkennen können. Diese Tatsache wiederum führt mich zu einer weiteren Frage an mich und an die Leser: Wie viel Raum gebe ich den Menschen, die mit mir das Leben teilen, damit sie zur Entfaltung kommen? Bin ich mehr auf mich oder auf die Gemeinschaft bedacht? Bin ich als Person überhaupt willens und fähig, Gemeinschaft und Gemeinsames zuzulassen? In der Hitze des Alltags geht dieses Fragen oft unter. Am Tag des Herrn aber darf es neu anklingen; am besten im Schatten eines Lindenbaums.

Heuschnupfen hintanhalten:

Morgens nach dem Aufstehen trinkt man eine Schale Löwenzahnblätter-Tee, dem man ein wenig frischen Zitronensaft beifügt. Am Abend wiederum nimmt man dann eine Schale Lindenblütentee gemächlich und schluckweise zu sich.

Drei Linden Ölbild Adolf Blaim

Wenn die Kraft Richtung Wurzel geht

Die Dornige Hauhechel schmückt und heilt

Ein altes Haus hat eine äußerst hohe Wohnqualität, wenn es dementsprechend restauriert und mit den technischen Notwendigkeiten versehen wurde. Unser menschlicher Körper kann meist nicht so ein hohes Alter aufweisen, bedarf aber auch immer wieder der Pflege, sowohl innen als auch außen. Ein Kraut, das für beide Bereiche etwas anzubieten hat, ist beispielsweise die Dornige Hauhechel (Ononis spinosa). Selten wird von dieser schmucken Pflanze das blühende Kraut, jedoch vielmehr die Wurzel geerntet. Und da erweist sich der Herbst als rechte Zeit dafür, weil nämlich die Kräfte wiederum unter der Erde für das kommende Wuchsjahr gespeichert werden. Egal, ob wir Dioskurides, Plinius oder gar Theophrast von Eresos befragen. Alle wissen schon zu ihrer Zeit, dass die Wurzel der Hauhechel bei Nieren- und Blasenleiden Linderung bieten kann. So können wir, wenn wir den dornigen Schmetterlingsblütler betrachten, sehen, dass er mit seinen blühenden Zweigen die Kraft der Sonne einfängt, um sie für uns Menschen im Auftrag Gottes zu verwerten. Beim Propheten Jesaja lesen wir den Hinweis, dass wir durch die Wunden des Gottesknechtes geheilt werden. Meiner Meinung nach haben eben auch Heilpflanzen einen Sinn und eine Berufung vom Schöpfer. So heilen daher auch äußere Wunden mithilfe der Hauhechel besser.

Lindert den Schmerz und fördert die Heilung:

Getrocknete Hauhechelwurzel zerkleinern und 3 Esslöffel davon in ein Kochgefäß geben. Mit 1/2 Liter Apfelessig aufgießen, kochen und abschließend abseihen. Mit Wasser verdünnt, eignet sich diese Lösung für Mundspülungen bei Zahnschmerzen oder als Auflage bei schorfigen Wunden, um deren Abheilung zu beschleunigen.

Hauhechel

Die Zeichen der Zeit erkennen

Sich für den Winter rüsten

Das Jahr hat seinen bestimmten Rhythmus. In der Natur zeigt sich das an verschiedenen Phänomenen, die sowohl durch den Lauf der Sonne und der Gestirne als auch durch geänderte Temperaturen hervorgerufen werden. Ich werde in dieser Kolumne nicht müde, darauf hinzuweisen, dass wir unter dem Druck eines vermeintlichen Fortschrittes uns vermehrt einer virtuellen medialen Welt zuwenden und dabei den Zugang zur realen Natur stetig verengen. So ist es auch immer weniger Menschen möglich, die Jahreszeiten bewusst wahrzunehmen und das Leben dementsprechend zu ordnen. Für mich gehört es zu den wesentlichen Signalen einer Zeitenwende unbedingt dazu, das Eintreffen oder das Wegbleiben der verschiedenen Zugvögel zu beobachten. Seit geraumer Zeit sind z. B. schon die Störche von unserem Stiftsdach aufgebrochen, um sich mit anderen Artgenossen zu sammeln und dann vereint die Route nach Süden aufzunehmen. Die Schwalben werden immer nervöser, weil auch sie nun den Drang verspüren, die nötige Nahrung im warmen Afrika für die Winterszeit anzustreben. Das wache Auge der Naturfreunde wird zudem den einen oder anderen befiederten Gast entdecken, der in Österreich eine Verschnaufpause einlegt. Ja, die Vögel helfen mir, das Leben zu ordnen und mich auf den Wechsel der Zeit einzulassen. Sie unterstützen mich ebenfalls dabei, in mein Inneres zu schauen uns so manch unnötigen materiellen Ballast zu relativieren. Eins werden mit der Natur heißt auch die gottgewollten Jahres- und Tagzeiten als Geschenk zu akzeptieren.

Die Sonne in den Herbst mitnehmen:

Die Goldmelisse (Monarda didyma) wird auch Indianernessel oder Monarde genannt. Wer eine Schale Monardentee am Morgen trinkt, stärkt die Nerven und gibt seinem Gemüt einen fröhlich natürlichen Gruß mit in den Tag. Auch das hilft, die Zeiten bewusst wahrzunehmen.

Schwalben Vogelzug

Die Konkurrenz des Pfeffers

Unsere Bienen fliegen auf Bohnenkraut

Schon lange schätzten die Menschen den heilenden Wert des Bohnenkrautes, das früher in der europäischen Küche anstelle des teuren Pfeffers zum Einsatz kam. Wie viele unserer Heilgewächse hat auch dieser Lippenblütler seine ursprüngliche Heimat rund um das Mittelmeer. In unseren Gärten finden wir zwei Arten in Kultur: das einjährige Garten- oder Sommerbohnenkraut (Satureja hortensis) und die ausdauernde Pflanze des Berg- oder Winterbohnenkrautes (Satureja montana). Die gesundheitsfördernden Eigenschaften teilen sich beide in redlicher Weise. So ist das Bohnenkraut vor allem krampfstillend, es fördert die Verdauung und lindert vor allem nervöse Zustände von Magen und Darm. Nebenbei hat es auch eine leicht keimtötende und schweißtreibende Wirkung. Da die Verwendung des Bohnenkrautes den Gesamtorganismus auf Vordermann bringt, hat man schon im Altertum dieses Heilgewächs als Aphrodisiakum angesehen. Nun, dieser Ruf ist auch im Mittelalter nicht verstummt, so dass es in der Folge vor allem in französischen Klöstern verboten war, das Bohnenkraut in den Kräutergärten anzupflanzen. Ich denke, es ist weniger gefährlich, den Bienen eine Stärkung auf ihren anstrengenden Flügen mitzugeben. Hierin erweist sich die blühende Pflanze als wertvolle Nahrung unserer Honiglieferanten. Den Imkern kann man einen Bohnenkrauttee nur wärmstens ans Herz legen, wenn es darum geht, die Bienen im Frühjahr im Zuge ihres Reinigungsfluges zu stärken und zu entkeimen.

Körper und Geist in gleicher Weise erfrischen:

Der Leib und der Geist müssen immer wieder rege bleiben, damit wir uns den alltäglichen Herausforderungen stellen können. Eine wertvolle Hilfe bietet folgende Teemischung: Bohnenkraut 3 Teile, Pfefferminze 2 Teile, Anis 1 Teil. Die Zubereitung erfolgt im herkömmlichen Heißaufguss. Je nach Bedarf einige Zeit hindurch schluckweise und warm trinken.

Bohnenkraut

Unkraut aufwerten

Am Beispiel des Hederichs

Na, die Überschrift kann ja nur vom Kräuterpfarrer stammen! Der sollte einmal zusehen, wie man den Garten sauber hält. Was man auch anstellt, es wächst immer wieder nach und wuchert. Und da gibt’s ja Pflanzen, die schier unausrottbar sind, wie z. B. der Giersch mit seinen langen Wurzeln! Nun, ich weiß, dass Gartenarbeit bzw. die Pflege eines Beetes oft vieler Mühe und großer Anstrengungen bedarf. Dennoch will ich nicht miteinstimmen in das Lied der Unkrautklage. Ich hab mittlerweile gelernt, genau hinzuschauen und auch einmal die einzelnen Pflanzen zu Wort kommen zu lassen. Es gibt kein einziges Gewächs auf der ganzen Welt, das in seiner natürlichen Form nicht eine Aufgabe für das Gleichgewicht der Natur hätte. Eine ganz andere Frage ist es, was jeweils der homo sapiens aus den einzelnen Arten gemacht hat. Der Hederich z. B. ist eine Pflanze, die seit dem Entstehen der menschlichen Siedlungskultur uns Erdenbürger begleitet. Dabei dringt er nicht bis in unsere Behausungen vor, sondern nimmt mit unseren Abfall- und Schuttplätzen vorlieb. Und dort steht er den Sommer über mit seinen schmucken gelb oder weiß-violett gefärbten Blüten da, um den Bienen fortwährend den nötigen Nektar zu bieten. Darüber hinaus birgt er auch heilende und stärkende Kräfte. Meinen Sie nicht auch, dass wir manchmal vorschnell von Unkraut sprechen?

Nach Gelbsucht:

Die Früchte des Hederichs reifen in nacheinander eingeschnürten Gliederschoten heran. Die reifen Samen kann man sammeln und pulverisieren. 5 g davon werden in ein Glas Rotwein gegeben. Von diesem Ansatz nimmt man den Tag über verteilt jeweils einen Schluck. Dieser Trunk hat auch vorbeugende Wirkung.

Hederich

Milch und Honig

Und die Kraft des Veilchens nutzen

In der Bibel finden sich an mehreren Stellen die Verheißungen eines Landes, in dem Milch und Honig fließen. Es geht dabei um das Gelobte Land, das Gott selbst den Menschen bereitstellt. Nun, wir malen uns heutzutage vielleicht etwas anderes aus, verbildet durch die allzu intensive Zivilisation. Gott gebe es, dass es niemals zu plötzlichen Notzeiten kommt. Doch sollten wir uns sicherheitshalber schon einmal einen Energiekollaps vorstellen, da weltweit die demographische Entwicklung eine Tendenz zu immer größeren Städten und immer dünner besiedelten Landstrichen aufzeigt. Ich bin froh, dass ich am Land leben darf, wo man sehr leicht einmal die eigene Versorgung durch das, was im eigenen Garten wächst, in Notzeiten sicherstellen kann. Noch gibt es Milch von echten Kühen und noch sind Imker bereit, den Honig für uns fließen zu lassen. Und dazu kommen noch die Gaben der Natur. Wer meint, ich habe mich in der Zeit geirrt, wen ich heute auf das Veilchen hinweise, den muss ich leicht enttäuschen. Denn, obwohl beeindruckt durch die Blüten und deren Duft im zeitigen Frühling, sei darauf hingewiesen, dass den Sommer über die Blätter dieses uns allen sympathischen Gewächses für uns Menschen bereit stehen. Es wäre also fahrlässig, dieses Heilkraut mit dem Verblühen ad acta zu legen. So darf ich heute wiederum die gesundheitsfördernden Kräfte des Wohlriechenden Veilchens in Erinnerung rufen.

Wohltat für die Brust:

Erkältungskrankheiten können auch Schmerzen im Brustbereich mit sich bringen, wie z. B. Bronchialkatarrh. In diesem Fall kann man auf Veilchenblätter zurückgreifen, die den Sommer über gesammelt wurden. 1 Esslöffel davon wird mit 1/4 Liter kochender Milch übergossen. 15 Minuten lang zugedeckt ziehen lassen und abseihen. Mit Honig gesüßt, kann man am besten 3mal am Tag eine Tasse trinken.

Veilchenstock