Eine gesunde Zutat

Anis wirkt Blähungen entgegen

Es sind doch die Kleinigkeiten, die unser Leben oft bereichern und auflockern. So gönnen wir uns zwischendurch einmal etwas Gutes, das dem Gaumen schmeichelt oder Entspannung mit sich bringt. Zudem ist es für unsere innere Balance von Vorteil, dass sich der Alltag nicht bloß in einem steten Einerlei dahinzieht. In der Küche gibt es z. B ja auch nicht immer dasselbe zu essen und beim Würzen ist es ebenfalls angesagt, mit Phantasie je neue Kreationen zu schaffen oder zumindest auszuprobieren. Im Anis (Pimpinella anisum) finden wir gleichsam einen ausgezeichneten Partner, der uns dabei helfen kann. So gibt es u. a. eine Reihe an Backwaren, die ohne diese Zutat eher fad schmecken würden. Anis stammt aus der Familie der Doldenblütler. Die Früchte haben einen aromatisch-frischen Geschmack. Ihr wirksamer Bestandteil ist vor allem ätherisches Öl. Es besteht zu einem hohen Prozentsatz aus Anethol. Die schon angesprochene Möglichkeit, die Anisfrucht beim Zubereiten verschiedener Speisen zu verwenden, legt den Ratschlag nahe, vielleicht Kompotte mit dessen Beigabe zu verfeinern. Anis stärkt vor allem den Magen und hilft mit, besser mit lästigen Blähungen zurechtzukommen. Dahingehend ist es sicher auch sinnvoll, dieses Gewürz direkt aufzubereiten und zur Anwendung zu bringen. Mithilfe eines Aufgusses ist es leicht möglich, sein persönliches Wohlbefinden zu steigern und im Bauch für Ruhe zu sorgen. Hierzu habe ich einen ganz praktischen Tipp.

 

Anistee zubereiten

Getrocknete Anisfrüchte zu allererst in einem Mörser zerstoßen. Davon 2 gestrichene Teelöffel voll nehmen und mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen. Beim Auftreten von Blähungen im Darm am besten 2 bis 3 Tassen davon pro Tag schluckweise trinken. Aufs Süßen dabei verzichten. Will jemand jedoch einen festsitzenden Husten damit begleiten und zu lindern versuchen, ist es durchaus sinnvoll, ein wenig Honig in den Tee hineinzugeben. www.kraeuterpfarrer.at

Anis (Pimpinella anisum) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

 

Erfrischung für Haut und Körper

Schafgarbe als Badezusatz

Das Thema eines sich rasch ändernden Klimas beherrscht mittlerweile die Schlagzeilen der Medien. Wir werden je neu mit erschreckenden Ereignissen in Form von Naturkatastrophen und Bränden konfrontiert, die uns einiges an Denkaufgaben bereiten. Dabei geht es nicht selten auch um das Wasser als den letztlich kostbarsten Rohstoff auf unserem Planeten Erde. Und dies nicht nur in Bezug um das Stillen des Durstes, sondern um vieles andere mehr. Immerhin benötigen wir es ebenso für das Aufbereiten der Heilkräuter. Das Wasser kann z. B. die Wirkstoffe der Kräuter gut an den Mann bzw. die Frau bringen. Wertvolle Inhaltsstoffe befinden sich auch in der Schafgarbe (Achillea millefolium). Dort sind es vor allem Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide und ätherisches Öl. Diese Wirksubstanzen werden vom Organismus insbesondere dann gerne entgegengenommen, wenn es einer gesundheitlichen Unterstützung bedarf. Zielbereiche sind eine geschwächte oder gereizte Haut, ein aus der Balance geratenes Nervensystem und vieles andere mehr. Ein Kräuterbad, das als pflegende Maßnahme in Anspruch genommen wird, stellt eine von vielen Möglichkeiten dar, um die Schafgarbe nutzbringend zum Zug kommen zu lassen. Vielleicht ist dies zusätzlich eine Handhabe, um einmal in einer entspannten Weise den Alltag erträglicher zu machen, der uns meist viel abverlangt. Vergessen wir also in diesem Zusammenhang nicht auf die Kraft der Natur, die vor allem in der Schafgarbe steckt.

 

Bad anrichten 

100 g getrocknete und zerkleinerte Blätter und Blütentriebe der Schafgarbe mit 2 Liter kochendem Wasser übergießen und auf einer Herdplatte noch zusätzlich kurz am Wallen halten. Danach 20 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Nun abseihen und in eine mit bereits warmem Wasser gefüllte Wanne hineinleeren. Ungefähr 20 Minuten darin baden. Das tut der gesamten Haut gut, wirkt aber darüber hinaus mit, dass wir uns wohler und frischer fühlen. www.kraeuterpfarrer.at

Schafgarbe mit Wurzel (Achillea millefolium) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

 

Gesundheit auf dem Fensterbrett

Basilikum stärkt den Magen

Wer sich eingehender für Kräuter zu interessieren beginnt, möchte möglichst viel kennenlernen und das Wissen um die Kraft der Pflanzen vermehren. Bei einer Kräuterwanderung kann es aber dann passieren, dass man vor lauter Bäumen den Wald nicht sieht oder – auf die Heilpflanzen übersetzt – die Fülle an verschiedenen Arten einen vorerst überfordert. Und oft übersehen wir das Nahe und das Einfache dabei. In vielen Haushalten z. B. gibt es einen Blumentopf oder ein Kisterl auf dem Balkon, in dem das Basilikum (Ocimum basilicum) gezogen, gepflegt und gehegt wird. Immerhin ist es ja schön, ein wenig Grün in seiner Wohnung zu haben. Und es ist auch ganz praktisch, braucht man doch nur ein paar Blättchen abzupfen, um damit die Speisen und Soßen zu würzen. Doch das Basilikum kann uns darüber hinaus noch weiterhelfen. In diesem Gewächs sind eine Menge an ätherischen Ölen und Mineralstoffen eingelagert, die unserer Physis und dort speziell der Verdauung guttun. Immer wieder kann es passieren, dass sich jemand eine Magenverstimmung zuzieht oder einfach ein flaues Gefühl im Bauch hat. Da geht man dann auf der Suche nach einer Unterstützung vielleicht am Basilikum vorüber, ohne zu bedenken, dass das Gute ja ohnehin sehr nahe ist. In diesem Fall ist es ganz leicht, sich des frischen Krautes zu bedienen und für ein besseres und erleichterndes Gefühl in der Magengegend zu sorgen. Mit einer Tasse Tee ist schon ein erster und wichtiger Schritt in diese Richtung getan.

 

Basilikum-Tee

3 Teelöffel voll frisch abgezupfte und kleingeschnittene Blätter des Basilikums mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Abseihen und den Tee nach dem Auskühlen schluckweise trinken. Auf das Süßen auf jeden Fall verzichten. Das tut wohl, wenn jemand unter Blähungen oder Magenverstimmungen leidet. Es trägt darüber hinaus dazu bei, nervöse Unruhe leichter abzulegen und entspannter auf den nächtlichen Schlaf zuzugehen. www.kraeuterpfarrer.at

Basilikum oder Basilienkraut (Ocimum basilicum) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

Wertvolle Gerbstoffe

Gut für die Haut

Vor ein paar Tagen durften wir als Konvent des Stiftes Geras unsere jährlichen Exerzitien im böhmischen Stift Selau abhalten. In dieser besinnlichen Zeit waren auch ein paar Spaziergänge angesagt. Dabei bestaunte ich eine mächtige jahrhundertealte Eiche, die bereits mit einem Drahtseil gesichert war, um nicht an einer Stammgabelung in der Mitte auseinanderzubrechen. Wer weiß, wie lange dieses großartige Naturdenkmal noch durchhalten wird, da auch schon Pilzschwämme auf seiner Rinde sitzen. Aber bleiben wir bei dem Wertvollen, was uns die Stieleichen (Quercus robur) für unsere Gesundheit liefern können. Bei dieser am häufigsten anzutreffenden Baumart ist nicht bloß das Holz ein begehrter Rohstoff. In seiner Rinde sind Gerbstoffe eingelagert. Diese wirken sich positiv auf die Verfasstheit unserer Haut aus, können aber darüber hinaus auch den Schleimhäuten in unserer Physis einen stärkenden und heilenden Dienst erweisen. Das bezeugen die vielen guten Erfahrungen, die seit jeher mit diesem Geschenk der Natur gemacht wurden. Denn gerade dann, wenn sich auf der Außenseite unseres Körpers unangenehme Veränderungen wie etwa Flechten, Pilze oder Entzündungen einstellen, ist es von Vorteil, mit dem zusammenziehenden Effekt, der mit der Anwendung der aufbereiteten Eichenrinde einhergeht, die Beschwerden zumindest lindern zu können. Das trifft ebenso zu, da jemand unter Hämorrhoiden leidet. Im Blick auf die Eichen – egal ob groß oder klein – dürfen wir uns erinnern, dass die gottgeschaffene Natur es gut mit uns meint.

 

Sitzbäder und Waschungen

Von getrockneter und zerkleinerter Eichenrinde, die von fingerdicken Zweigen des Baumes stammt, 2 Teelöffel voll mit 1/4 Liter kaltem Wasser übergießen und 10 Minuten lang auf dem Herd aufkochen. Danach den Tee 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Dies dient als Zusatz für Sitzbäder, die beim Auftreten von Hämorrhoiden am besten täglich 20 Minuten lang durchgeführt werden. Bei lästigen Flechten, Pilzen und Reizungen auf der Haut die Abkochung für Waschungen heranziehen, die ebenfalls regelmäßig wiederholt werden sollten. www.kraeuterpfarrer.at

Eichenzweig mit Eicheln und Rinde (Quercus robur) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

 

Für mehr Beweglichkeit

Ysop ansetzen

Wie heißt es so schön? – „Wer rastet, der rostet.“ Ja, an diesem Spruch ist schon etwas Wahres dran. Wir bestehen zwar nicht aus Eisen oder sonst einem Metall, dennoch brauchen wir eine ausreichende Befähigung, uns zu bewegen und Muskeln und Gelenke dementsprechend zu betätigen. Mit dem Ysop (Hyssopus officinalis) möchte ich mich daher heute vielmehr all jenen zuwenden, die sich im wahrsten Sinne des Wortes darüber Gedanken machen, wie sie nach Einschränkungen wieder auf die Beine kommen können. Die Funktion der Gelenke kann ganz schnell ruhiggestellt werden oder ganz zum Erliegen kommen. Da reicht eine gröbere Verletzung, eine Zerrung oder ein Knochenbruch. Dazu kommen noch die schwerwiegenden und einschneidenden Behinderungen, die durch eine Schädigung der Nervenbahnen oder des Gehirns auftreten können. Es gibt ja viele bewundernswerte Beispiele, wie sich jemand durch äußerste Disziplin und Konsequenz die Bewegungsfreiheit wieder zurückerobert hat. Im Ysop finden wir dabei eine gute Hilfe. Dieser ursprünglich mediterrane Lippenblütler ist voller guter Wirkstoffe. Das ätherische Öl steht dabei im Vordergrund. Darüber hinaus birgt er noch Flavonoide, Glykoside, Harz und Gerbstoffe. Um sich diese Substanzen zum eigenen Nutzen zugänglich zu machen, gilt es die Triebspitzen und Blütentriebe in Öl anzusetzen. Bei verletzten oder bewegungsgehemmten Gliedern und Muskeln kann man die positive Wirkung des Ysops über die Haut auf die darunter liegenden Partien übertragen. Es ist auf jeden Fall einen Versuch wert, sich die naturgemäße Unterstützung zu gönnen.

 

Ysop-Öl für die Gelenke 

70 g eines Gemisches aus Blüten und zerkleinerten Triebspitzen des Ysops 14 Tage lang zusammen mit 1/2 Liter kaltgepresstem Olivenöl in einem verschlossenen Glasgefäß ansetzen. Täglich einmal durchschütteln. Danach abseihen und filtrieren. Das ergibt eine unterstützende Einreibung für Muskeln und Gelenke, wenn es gilt, diese nach Verletzungen mobiler zu machen. www.kraeuterpfarrer.atYsop (Hyssopus officinalis) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

 

Für eine weiche Haut

Das Seifenkraut nutzen

Die Wiesenblumen auf unseren Fluren entfalten für gewöhnlich ihre volle Pracht im späteren Frühling oder im beginnenden Sommer. Dann werden sie nach und nach rarer und es nehmen andere Gewächse ihre Stelle ein, die Wegränder und Waldsäume zieren. Da und dort tritt auf feuchteren Stellen der pflanzlichen Naturbühne eine besondere Art vor den Vorhang, wenn der Sommer sich neigt. Es ist das Seifenkraut (Saponaria officinalis). Gewiss kann diese zu den Nelkengewächsen zählende Blume auch durchaus in den Gärten als pflegeleichte Bereicherung dienen. Aber in der freien Natur wird man das Seifenkraut am ehesten nahen verschiedenen Gewässer entdecken können. Ich lade auf jeden Fall herzlich dazu ein, auf eine Entdeckungstour zu gehen, um das persönliche Pflanzenwissen wieder um ein kleines Stück zu erweitern. Vor allem in den Blättern und noch vielmehr in den Wurzeln der Pflanze findet sich der Inhaltsstoff Saponin vor, der augenscheinlich namensgebend geworden ist. Sobald man die genannten Pflanzenteile zerkleinert und einige Zeit in Wasser ansetzt, bildet sich eine angereicherte Flüssigkeit, die beim Umrühren und Sprudeln einen Schaum bildet. Übrigens hat man das Seifenkraut in früheren Jahrzehnten herangezogen, um die Wäsche damit sauber zu bekommen. Und bis heute kann es angezeigt sein, vor allem heikle und wertvolle Stoffe mithilfe dieser speziellen pflanzlichen Kraft zu reinigen. Das ist sicher eine der schonendsten Vorgangsweisen dieser Art. Was ebenso empfindlich wie anspruchsvoll sein kann, ist unsere eigene Haut. Diese lässt sich gleichermaßen mit dem Seifenkraut pflegen.

 

Badezusatz aus Seifenkraut

5 gehäufte Esslöffel voll getrocknete und zerkleinerte Wurzeln des Seifenkrautes 3 bis 5 Stunden lang in 1 l kaltem Wasser ansetzen. Danach erwärmen, aber nicht kochen. Dann abseihen und in die bereits gefüllte Badewanne als Zusatz hineinleeren. Ca. 20 Minuten im Wasser bleiben. Das hilft mit, die Haut zu erweichen, vor allem wenn sie dazu neigt zu schuppen oder sich rau anzufühlen. www.kraeuterpfarrer.at

Seifenkraut (Saponaria officinalis) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

 

 

Was vom Sommer übrig bleibt

Sonnenblumen und ihre Blütenblätter

Was die Tugend der Demut für jemanden persönlich bedeutet, dass lernen wir wohl alle im Laufe des Lebens. Da gilt es eben, aus eigenen Fehlern zu lernen und das Bewusstsein zu stärken, so dass es immer wieder gelingen kann, die eigene Existenz zum Besseren zu führen. Und wir sind laut der Bibel dazu berufen, gute Früchte zu bringen. Ein Sinnbild für die Demut und für eine Reife, die andere beschenkt, sind die Sonnenblumen (Helianthus annuus). Äußerst prächtig kommen diese beliebten Blumen zur Geltung, wenn ganze Felder damit bestückt sind und zu Tausenden das Auge beeindrucken sowie das Herz erfreuen. Gewiss sind diese Alternativpflanzen auf dem Ackerboden dafür bestimmt, möglichst viele Samenkörner zu liefern, die wiederum der Ölgewinnung und darüber hinaus als Futtermittel dienen. Dann neigen die Sonnenblumen fruchtschwer ihre Häupter demütig zu Boden. Heute möchte ich jedoch bei den Blütenblättern dieser prächtigen Blumen bleiben, die nicht nur schön anzusehen sind, sondern zusätzlich eine brauchbare gesundheitliche Hilfe darstellen. In den gelben Teilen der Sonnenblumenblüten bergen sich nämlich sowohl Schleim- und Gerbstoffe als auch antibakterielle Substanzen. Daher liegt es nahe, sich dieser freundlichen und natürlichen Gaben auch zu bedienen. Das kann in unterschiedlichen Anliegen der Fall sein. In erster Linie denke ich hier an die Entzündung der oberen Atemwege. Immer wieder braucht gerade dieser physische Bereich eine Unterstützung. Doch das ist nicht das Einzige. Hat man im Sinne, die Reinigung des Blutes zu steigern, bieten Sonnenblumenblüten ebenso eine Möglichkeit dafür. Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, den Verdauungstrakt bei Durchfall und Blähungen damit zu stärken.

 

Sonnenblumen-Blütenblätter

Getrocknete Blütenblätter der Sonnenblume so lange zerreiben, bis ein Pulver daraus entsteht. Dieses kann man in kleinen Mengen (1 Messerspitze voll) zu sich nehmen, wenn z. B. ein vorübergehender Durchfall Probleme bereitet. Ein Tee wiederum wird im Heißaufguss zubereitet, wobei für einen Viertelliter 2 Teelöffel der frischen oder getrockneten Blütenblätter benötigt werden. Ziehdauer 15 Minuten, dann abseihen. Bei Erkältungen als Begleitung trinken. www.kraeuterpfarrer.at

Sonnenblume (Helianthus annuus) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

Zum Abschluss des Tages

Entspannung mit Dillsamen

Das jeweils vorherrschende Wetter wirkt sich ganz unterschiedlich auf die Menschen aus. Während die einen kaum etwas fühlen, wenn die meteorologische Lage sich kurz- oder langfristig ändert, leiden andere massiv unter derlei Schwankungen. Aber es ist nun einmal so, dass wir ganz individuell auf Einflüsse von außen reagieren. Wenn diesmal also von der Dille (Anethum graveolens) die Rede ist, so möchte ich mich nicht so sehr den Verwendungsmöglichkeiten dieses Doldenblütlers in der Küche zuwenden als vielmehr den Kräften, die unser Wohlbefinden und schließlich damit auch unsere Gesundheit unterstützen können. Blicken wir auf die Kulturgeschichte des beliebten Würzgewächses, so reichen die Zeugnisse von dessen Verwendung bis ins alte Ägypten. Die Griechen und Römer der Antike kannten den Dill ebenso wie die Mönche des Mittelalters, die dafür sorgten, dass diese Heilpflanze in den Klostergärten nördlich der Alpen angepflanzt wurde. Es war nicht bloß der charakteristische Geschmack der grünen Triebe des Dills dafür verantwortlich, sondern ebenso die darin schlummernde Heilwirkung, die wir im Allgemeinen als verdauungsfördernd und krampflösend bezeichnen können. Die Inhaltsstoffe der Dille sind vor allem ätherisches Öl und Mineralsubstanzen sowie Vitamine. Überdies profitiert zudem der Schlaf von der Verwendung dieser Heilpflanze. Und genau darum geht es, wenn das Wetter erneut Kapriolen schlägt, die uns aus den gegenwärtigen Nachrichten und Schlagzeilen bekannt sind. Für den heute empfohlenen Tipp bieten die reifen Früchte des Dills die Grundlage für eine den ganzen Leib entspannende Hilfe.

 

Für ein Fußbad 

2 Esslöffel voll Dillsamen 1 Stunde lang in 1 Liter kaltem Wasser ansetzen. Danach kurz aufkochen und 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Abseihen und dem Fußbadewasser hinzufügen. 15 Minuten durchführen, ehe man heraussteigt und die Füße abtrocknet. Das trägt dazu bei, die Anspannungen eines anstrengenden Tages besser abzuleiten und so wieder ausgeglichener die Nachtruhe zu beginnen. www.kraeuterpfarrer.at

Dill (Anethum graveolens) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

 

Gute Einreibung

Rosmarin nach dem Duschen

Von gutem Wetter durften wir in den zurückliegenden Monaten wohl genug davon entgegennehmen. Die Menge des Niederschlags ließ zumindest im Flachland einiges zu wünschen übrig. Aber es hilft nichts: wir müssen irgendwie damit zurechtkommen. Es gibt jedoch eine Pflanze, die Sonnenschein und trockene Phasen liebt. Ihr Name ist Rosmarin (Rosmarinus officinalis). Rund um das Mittelmeer kommt der Lippenblütler in vielen Gebieten wild vor, bei uns muss er hingegen meist so gepflanzt werden, dass man ihn im Topf über die Wintermonate in häuslichem Schutz gut über den Winter bringt. Ätherische Öle und Pflanzensäuren sind die Hauptbestandteile der Inhaltsstoffe dieses Würzgewächses. Sein charakteristisches Aroma macht den Rosmarin als wohlschmeckende Beigabe etwa zu Gerichten wie Lammfleisch sehr beliebt. Es stecken aber noch mehr Fähigkeiten in ihm. So kann durch die äußerliche Verwendung dieser Heilpflanze die Blutzirkulation gesteigert werden. Bei Niedergeschlagenheit, einem gesenkten Blutdruck und bei Wetterfühligkeit ist es also durchaus von Vorteil, den Rosmarin in aufbereiteter Form heranzuziehen. So hat z. B. ein Rosmarin-Ölauszug schon vielen Leuten diesbezüglich weiterhelfen können. Jene Erfahrung möchte ich daher heute wieder mit den dafür Interessierten teilen. Und übrigens ist es ebenso wichtig, sich in seiner eigenen Haut wohl zu fühlen, auch wenn man selbst keine Beschwerden hat. Eine morgendliche Einreibung tut sicher den meisten gut, vor allem dann, wenn jemand frisch und munter in einen neuen Tag einsteigen will.

 

Rosmarin-Ölauszug

Frische Triebe des Rosmarins zerkleinern. 1 Handvoll davon mit 1/2 Liter Mandelöl übergießen und in einem verschlossenen Glas 14 Tage lang ansetzen. Danach abseihen und in dunkelglasige Fläschchen füllen. Nach dem morgendlichen Duschen damit den Körper einreiben, um die Durchblutung der Haut zu steigern. Bei Klage über vermehrt kalte Füße das Öl ebenso auf den Sohlen und Zehen auftragen. Einen hochwertigen Rosmarin-Ölauszug gibt’s übrigens im Kräuterpfarrer-Zentrum unter Tel. 02844/7070, E-Mail: bestellung@kraeuterpfarrer.at oder bequem im Onlineshop: www.kraeuterpfarrer.at

Rosmarin mit Blütendetails (Rosmarinus officinalis) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Obstreserven anlegen

Vielleicht in gedörrter Form

Bald neigt sich der August dem Ende zu, und im Handumdrehen wird sich der normale Arbeits- und Schulalltag wieder einstellen. Ich denke, dass es sicher viele betreffen wird. Auch jene, die ihre Pension genießen dürfen, sind dann erneut mehr gefordert, heißt es doch oft für Großeltern, die Enkel tagsüber zu beaufsichtigen oder z. B. zu chauffieren. Mit dem beginnenden Herbst liefert gleichzeitig der Garten die erhofften Früchte, die wir erneut nützen sollten. Die Pflaumen und die Zwetschken, aber auch die Äpfel und Birnen sind nicht nur dazu angetan, sie frisch zu essen oder in Backwaren bzw. Knödel zu integrieren. Die Vitaminlieferanten können auch getrocknet werden und so für die kommenden Monate zur Verfügung stehen. Sie tragen dann gewiss etwas bei, um die Gesundheit zu stärken. Gerade im Hinblick auf die Verarbeitung der täglich aufgenommenen Nahrung sollte danach getrachtet werden, eine vitale Konstitution des Magens und zugleich des Darmes anzustreben und diese zu erhalten. Obst spielt in dieser Hinsicht eine äußerst bedeutende Rolle. Die Zwetschken, die schon seit längerer Zeit von manch exotischen Früchten in den Haushalten verdrängt wurden, dürfen aber nicht in Vergessenheit geraten. Sie sind, was allein den Transportweg anbelangt, uns sicher näher als viele andere Köstlichkeiten dieser Art, die, bevor sie auf unserem Tisch landen, bereits die Erfahrung eines Fluges oder einer weiten Schifffahrt hinter sich haben und somit viel CO2-Ausstoß verursachen. Zwetschken in getrockneter Form sorgen hingegen dafür, dass unsere Nahrung von der Aufnahme bis zum Ausscheiden in rechter Weise vorankommt. Bauen wir also vor, indem wir auf geeignete Art die Früchte wieder trocknen und aufbewahren.

 

Dörrpflaumen und Weizenkleie

Über Nacht ca. 15 bis 20 Dörrzwetschken in Wasser einweichen. Am folgenden Tag aufkochen und durch ein Sieb treiben. Zu dem so entstandenen Brei 2 Esslöffel Weizenkleie hinzufügen. Beides gut miteinander abrühren. Um die Verdauung zu unterstützen und einen harten Stuhl aufzuweichen, jede Stunde einen Löffel voll davon zu sich nehmen. Dadurch erfolgt eine Steigerung der Darmtätigkeit und zudem ein Nachschub an Vitaminen. www.kraeuterpfarrer.at

Zwetschken (Prunus domestica) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya