Für den Rachen sorgen

Das Hirtentäschel verwenden

Jesus Christus wird in der Bibel als der gute Hirt bezeichnet. Er selbst beschreibt mit diesem Bild die Hinwendung zu all jenen, die ihm anvertraut sind. Obwohl das Bild herumziehender Herden in unserer zivilisierten Welt oft keine Rolle mehr spielt, erinnert uns so manche Pflanze an die einst viel gepflogene Weidewirtschaft bei Schaf und Ziege. Das Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris) ist so ein botanischer Anhaltspunkt hierfür. Wir finden dieses Kreuzblütengewächs in ganz Europa. Diese ein- bis mehrjährige Pflanze besitzt eine spindelförmige Wurzel und wird zwischen 30 und 40 cm hoch. Aus einer vielblättrigen Rosette erwächst der Blütenstand, der sich in eine langgezogene Fruchttraube verwandelt, an der wir dann die kleinen verkehrt herzförmigen Schoten finden, nach denen das Heilkraut benannt ist. Als Standort bevorzugt die Pflanze Wiesen, Wegränder, Erdhaufen und Gräben. Zudem liebt sie stark gedüngten Boden. Das blühende Kraut wird normalerweise von April bis September geerntet. Es wird im Schatten getrocknet und muss, nachdem es kleingeschnitten wurde, lichtgeschützt aufbewahrt werden. In der Volksheilkunde fand das Hirtentäschel schon seit langem bei Gicht, Gelbsucht und bei inneren und äußeren Blutungen seine Anwendung. Diese Heildroge wirkt in erster Linie gefäßverengend, gefäßverdichtend und eignet sich, wie eben erwähnt, u. a. als gutes Blutstillmittel. Das Innere unseres Mundes und des darunter liegenden Rachens bleibt auch im Sommer vor Infektionen oder Entzündungen nicht gefeit. Da kann man ganz gut auf das Hirtentäschel zurückgreifen.

Gurgelwasser aus Hirtentäschelkraut

Dazu nimmt man 2 Teelöffel getrocknetes Hirtentäschel-Kraut und überbrüht dieses mit 1/4 Liter kochenden Wassers, lässt es 15 Minuten ziehen und seiht es zuletzt ab. Bei Mund- und Racheninfektionen kann man diesen Tee äußerlich zum Gurgeln oder für Mundspülungen heranziehen.


Hinterntäschel ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Hilfe für das Gesicht

Die Meisterwurz stärkt die Nerven

Ein Land braucht eine gute verkehrsmäßige Infrastruktur, um in den Bereichen der Wirtschaft und des Tourismus im wahrsten Sinne des Wortes gut vorankommen zu können. Dasselbe gilt für unseren Körper, der nicht nur von Blutbahnen durchzogen ist, sondern wo vor allem die Nerven für eine gute Koordination sorgen. Selbst im Gesicht gilt diese Tatsache. Da stellt sich die Frage, wie man diese Zusammenhänge unterstützen kann. Doch vorerst zu einem Kraut, das uns dabei gut anstehen kann. In der Human- wie auch in der Tiermedizin des Mittelalters war den damals Lebenden bereits die Meisterwurz (Imperatoria ostruthium) wichtig und heilig. Heute kennen nur mehr wenige dieses wertvolle Kraut, das mit anderen Arten innerhalb der Familie der Doldenblütler verwechselt werden könnte. Ursprünglich war die Meisterwurz in den nördlichen Kalkalpen daheim, derzeitig kann man sie in allen europäischen Gebirgen antreffen. Der heilkräftige Teil dieser Pflanze ist vor allem der Wurzelstock. Dieser ist mehrköpfig, außen bräunlich und innen milchig weiß gefärbt. Er enthält ätherisches Öl, Harz, Gerbstoffe und die Bitterstoffe Imperatorin und Ostin. In der häuslichen Verwendung wird die Meisterwurz feingeschnitten in Schnaps angesetzt und äußerlich als Wundheilmittel verwendet. Und sie kann die Nerven stärken, auch jene, die im Gesicht sitzen. Der Nervus facialis, zu Deutsch Gesichtsnerv, steuert die Muskeln, die der Mimik, dem Kauen und dem Sprechen dienen. Eine Lähmung desselben, die verschiedene Ursachen wie Entzündungen, Erkältungen oder noch andere Hintergründe haben kann, verändert in der Folge das Aussehen. Dies sollte so schnell wie möglich bei einem Facharzt einer gründlichen Untersuchung unterzogen werden. Die Meisterwurz kann dann später, wenn alles abgeklärt ist, zur begleitenden Rekonvaleszenz herangezogen werden, falls seitens des Arztes nichts dagegen spricht.

Hausmittel bei Gesichtslähmung

Dazu benötigt man getrocknetes Beifußkraut und ein in den Apotheken erhältliches Meisterwurz-Pulver. Mithilfe des Beifußtees, den man im Heißaufguss anrichtet (2 TL für 1/4 l kochendes Waser, 15 min. Ziehdauer), kann man dieses Pulver zu sich nehmen. Die reguläre Menge besteht in 3 Tassen pro Tag. Trinkt man diese, so nimmt man jeweils 1 Messerspitze voll des Meisterwurz-Pulvers zu sich. Man kann dies 6 Wochen lang durchführen.


Meisterwurz ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Dem Höhepunkt entgegen

Das Johanniskraut hat seine Saison

Der Lauf der Sonne bestimmt den Lichtrhythmus des ganzen Jahres. Sie ist als Wärmespenderin der Erde dennoch von fundamentaler Bedeutung. Das Johanniskraut (Hypericum perforatum) verdankt übrigens seine bereits ausgebildete Blütenpracht dem gleißenden Himmelsstern unseres Planetensystems. Gerade rund um den Geburtstag Johannes des Täufers und somit zur Sommersonnenwende steht die Heilpflanze griffbereit an den Feldrainen und Wegrändern da. Mit diesem liebenswerten Gewächs besinnen wir uns darauf, dass die Tage am längsten währen und die Sonne zur Mittagszeit ihren aus irdischer Sicht jährlichen Höchststand erreicht hat. Ab nun geht es wiederum bergab. Dieser Weg gehört unbedingt zu einem Gipfelpunkt dazu. Ist es nicht auch in unserem Leben so? Wenn wir das nur sehr schwer mit unserem Intellekt erfassen wollen, so sind es doch die physischen Beschwerden, die uns schon langsam oder manchmal auch sehr abrupt zu jener Erkenntnis führen. Im Johanniskraut haben wir einen pflanzlichen Begleiter, der nicht nur imstande ist, die Seele auszugleichen. Dieses Kraut kann auch im Lindern von Schmerzen uns einen Trost spenden, der ebenfalls so etwas wie Hoffnung und Zuversicht ausstrahlt. Wenn man das Johanniskraut äußerlich anwendet, so wirkt es über die Haut schmerzmindernd, ausgleichend und beruhigend. Im Kräuterpfarrer-Zentrum wird seit eh und je das bekannte Öl nach einem bewährten Rezept angesetzt und weitergegeben. Am kommenden Samstag, dem 24. Juni, wird das Johanniskraut gleichsam der Hauptdarsteller des heurigen Kräuterfestes sein. Jetzt schon möchte ich die Anwendung des Öls empfehlen, zur der es in Karlstein auch die entsprechende mündliche und schriftliche Beratung gibt.

Schmerzen reduzieren

Rheumaanfälle, Gicht, Hexenschuss sind einige der Anliegen, bei denen das Johanniskraut-Öl herangezogen werden kann. Vor dem Schlafengehen ist es angezeigt, die schmerzenden Stellen damit einzumassieren. Am nächsten Tag soll man dann die gleichen Stellen mit Arnikatinktur nachreiben, um eine Linderung der Symptome herbeizuführen. Etwas Vorsicht ist geboten: Die Verwendung von Produkten mit Johanniskraut erhöht die Lichtempfindlichkeit der Haut.


Johanniskraut ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Zierde und Heilkraft

In der Kapuzinerkresse finden

Die Gabe der Unterscheidung wird von den alten geistlichen Vätern der Kirche als sehr hohes Gut in allen Schriften beschrieben. Letztendlich ist sie eine Gabe das Heiligen Geistes, also ein göttliches Geschenk. Um nun auf eine andere Ebene zu wechseln, wage ich den Schritt aus theologischen Höhen zur praktisch angewandten Botanik. Hierbei ist es manchmal ganz schwierig, Pflanzen nach ihrer ursprünglichen Wuchsheimat auseinanderzuhalten. Eine beliebte Blume ist z. B. die Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus), deren ursprüngliches Verbreitungsgebiet im westlichen Südamerika zu finden ist. Seit dem 17. Jahrhundert ist jedoch bereits ihr Vorkommen in den europäischen Gärten dokumentiert, so dass heute kaum jemand mehr an die weite Reise der Ahnen des beliebten Gewächses denkt. Die Kapuzinerkresse wächst entweder am Boden oder die rankenden Sorten auch bis über 2 Meter in die Höhe, wobei sie ihre Blattstiele als Kletterhilfen gebrauchen. Man kann alle Teile der Pflanze essen. Blüten und Blätter eignen sich für Salate und zum Garnieren, die Knospen und die unreifen Fruchtstände wiederum werden in Essig eingelegt und als Ersatz für Kapern verwendet. Die Kapuzinerkresse ist in ihren Stängeln, Blüten und Blättern reich an Schwefel und Vitaminen. Sie wirkt allgemein kräftigend und zuweilen auch abführend. Zeitgenossen, bei denen ein erhöhter Cholesterinspiegel festgestellt wurde, sind ebenfalls gut beraten, die Kapuzinerkresse in irgendeiner Aufbereitung zu konsumieren oder anzuwenden. Bei sehr vielen Leiden und Wehwehchen gilt es, das dem Körper und seiner Gesundheit Zuträgliche von allem anderen zu unterscheiden. Es ist also sicher nicht schlecht, mit der Kapuzinerkresse einen Schritt in die heilbringende Richtung zu gehen.

Beigabe am Tisch

Blätter und Blüten der Kapuzinerkresse können wie ein Salat angerichtet werden. Oder man mischt sie einfach zu anderem frischen Blattgrün dazu. Übrigens, wer noch keine Erfahrung mit dieser schmucken Pflanze hat, kann deren Blätter fein schneiden und sie entweder unter einen Topfenkäse rühren oder einfach auf ein Butterbrot legen. Das ist ganz einfach und macht manche Skeptiker schnell mit dieser guten Gabe aus der Natur vertraut.


Kapuzinerkresse ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Ein Baum in Reichweite

Lindenblüten stärken die Haut

In jedem städtischen wie auch dörflichen Gefüge gibt es gestalterische Elemente, die pflanzlicher Natur sind. Das beginnt bei liebevoll gepflegten und blütenübersäten Rabatten bis hin zu grasbewachsenen Angern oder Parkanlagen in altenglischem Stil. Und immer wieder sind es Bäume, die nicht nur Schatten spenden, sondern zwischen den bebauten Flächen dem jahreszeitlich wechselnden Leben den Vortritt lassen. Mit den vertrauten Linden (Tilia) wird wohl jeder etwas anfangen können, wenn es darüber hinaus zu diesen mächtigen Gewächsen nicht sogar eine eigene Geschichte, Sage und manchmal ein lyrisches Denkmal gibt. Ihr Laubdach in sattem Grün tut allen gut, die ob der sengenden Hitze einen kühlenden Schutz vor den Sonnenstrahlen suchen. Hinzu kommt nun bereits der Duft, der sich in die ganze Umgebung verbreitet, da die Bäume in ihrer vollen Blüte stehen. Somit stellt die Linde erneut etwas Kostbares zur Verfügung. Die Lindenblüten eignen sich, um mitzuhelfen, das Blut zu reinigen, die Nerven zu stärken und die Herztätigkeit anzuregen. Wer also ein gesundes Herz hat, kann sich am Abend einen Tee zustellen und eine Schale voller Genuss trinken. Aus überstandenen Grippezeiten wissen wir, wie gut es sich mit ihrer Unterstützung schwitzen lässt. In sommerlichen Zeiten jedoch, wo Erkältungen und Infekte grippaler Art hoffentlich ihre Auszeit haben, tritt unsere Haut vermehrt in das Interesse unserer eigenen physischen Fürsorge. Gerade dem Gesicht wird durch Wärme, Sonne und Wind einiges zugemutet. So ist es sicher nicht schlecht, dem eigenen Antlitz die Vorteile der Linde zukommen zu lassen, die durch ihre Blüten in reichem Angebot vorhanden sind. Ein altes Hausmittel kann diesbezüglich selbst hergestellt werden.

Gesichtswasser von der Linde

Mit 1/2 Liter siedendem Wasser überbrüht man 2 gehäufte Esslöffel voll Lindenblüten und lässt beides miteinander 15 Minuten lang zugedeckt ziehen. Danach sowohl abseihen und zusätzlich filtrieren. Nach dem Abkühlen des Tees 1/8 Liter 70%igen Ansatzalkohol beifügen und in einer Weißglasflasche 14 Tage lang verschlossen ans Fenster stellen. Zuletzt in dunkelglasige Fläschchen füllen und kühl aufbewahren. Regelmäßig als Einreibung für empfindliche Gesichtshaut verwenden.


Lindenblüten ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Vielseitig verwendbar

Den Kohlrabi schätzen

Bevor die Ferienzeit beginnt, möchten sicher manche von uns noch einiges an Terminen und Erledigungen unterbringen. Da z. B. die Heizung nicht benötigt wird, unterzieht man sie dem Service, das schon seit längerem ansteht. Das Auto sollte ebenfalls noch in der Werkstätte durchgecheckt werden. Und wie sieht’s mit dem Besuch beim Zahnarzt aus? Je nach der Konstitution unserer Beißerchen können wir mehr oder weniger feste Nahrung zu uns nehmen. Denken wir nur an so manch köstliches Gemüse, wie etwa den Kohlrabi. Ja, bis heute ist mir der Appetit auf dieses frisch geschälte und gewaschene Gemüse nicht vergangen, das ich seit meinen Kindheitstagen als Rohkost schätze. Bei einem Gang durch ein Geschäft sollte man beim Gemüseregal durchaus stehen bleiben, um sich eine gesunde Wohltat mit nach Hause zu nehmen. Hat man den Vorteil, glücklicher Gartenbesitzer zu sein, so ist es auf jeden Fall der Mühe wert, auch eine Stelle inmitten der Beete für den Kohlrabi zu reservieren. Im Sommer dauert es lediglich eine Zeit von 10 bis 12 Wochen von der Aussaat bis zur Ernte, um an das runde Kohlgemüse zu kommen. Je größer die Stängelrübe, wie der Kohlrabi auch genannt wird, heranwächst, desto mehr besteht die Gefahr, dass er verholzt und so für den Verzehr nicht mehr geeignet ist. Da er auch leichte Herbstfröste verträgt, kann man noch von den im Spätsommer gesäten Flächen die frischen Kohlrabi-Knollen ernten. Immerhin liefert dieses Gemüse notwendiges Magnesium für unseren Organismus. Durch die Zufuhr desselben kann u. a. Arteriosklerose hintangehalten werden. Und eine gesunde und ausgewogene Ernährung senkt in einem hohen Maß die Wahrscheinlichkeit, sich ein bedrohliches Krebsleiden zuzuziehen.

Verschiedene Genussvariationen

Den Kohlrabi kann man durchaus roh genießen. Er lässt sich aber auch mit anderem Salatgemüse gut kombinieren, des weiteren mit Meerrettich, Salat- und Essiggurken. Oder man schneidet den Kohlrabi in Scheiben und bäckt ihn als Gericht für sich selbst und seine Lieben. Übrigens lassen sich junge Blätter des Kohlrabi als Beigabe zu Salaten gebrauchen und ältere Exemplare kann man wie Gemüse dünsten.


Kohlrabi ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Rote Pracht

Der Klatschmohn bei Schmerzen

Wie in einem Film laufen die Monate ab, in denen sich die Flora auf Feld und Flur entwickelt. Zuerst zeigt sich das zarte Grün und die bekannten Frühlingsboten blühender Art. Und dann geht es Schlag auf Schlag. Wenn sich das späte Frühjahr dem Sommer zuneigt, finden wir in der Flora unserer Fluren vermehrt rote Akzente an Hängen, Halden und Böschungen. Unübersehbar säumen sie oft die Straßenränder, sofern diese noch nicht abgemäht wurden. Es ist der Klatschmohn (Papaver rhoeas), der dafür verantwortlich zeichnet. Bei einer derartigen Pracht liegt es ja nahe, dass dies das Phänomen der Bewunderung vieler Augen nach sich zieht. Aber von Eitelkeit kann hier kaum die Rede sein. Vielmehr ist es die oft fragile Schönheit der Schöpfung Gottes, die uns als Mitbewohner des einstigen Gartens Eden im Innern berührt und uns einen Verweis darauf gibt, dass wir das Leben nicht allein fristen müssen. Genau das kommt zusätzlich noch zum Ausdruck, wenn in manch unscheinbar oder kurzlebigen Pflanzen lindernde und heilende Kräfte stecken. Immerhin lassen sich die Klatschmohnblüten dafür verwenden, um u. a. Schmerzen in den Griff zu bekommen. Es währt also nun bereits eine Erntezeit, die sich eben auf die Blütenblätter des Klatschmohns bezieht. Mit viel Sorgfalt und Behutsamkeit sollte man vorgehen, bringt man diese feine Droge frisch von sauberen Standorten ein, um sie dann an einem schattigen Platz vorsichtig zu trocknen.

Zahnwurzeleiterung überbrücken

Kommt es zu einer Entzündung des Zahnwurzelbereichs und ist der kompetente Arzt vorerst nicht erreichbar, kann man eine Überbrückung tätigen. 1 gehäuften Esslöffel von frischen oder getrockneten Klatschmohnblüten mit etwas heißem Wasser übergießen, 5 Minuten ziehen und durchweichen lassen. Die Blütenblätter daraufhin in Gazestoff einhüllen und auf die Wange über der betroffenen Stelle legen. Das kann die Schmerzen verringern.


Klatschmohn ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Duftende Wohltat

Holunderblüten für ein Bad

Weiße Schirme finden sich nun vermehrt in den Schanigärten der Gaststätten landauf und landab. Es gilt die Sonne abzuhalten und Schatten zu spenden. Darunter lässt es sich wohl verweilen, um die kostbare freie Zeit bei einem Essen oder einfach einem Glas Wein zu genießen. In der Natur sind ebenfalls so manche Schirme aufgespannt. Wer mit dem Auge aufmerksam danach sucht, wird bald fündig werden. Es sind die prächtigen Blüten des Schwarzen Holunders (Sambucus nigra). Diese eignen sich hervorragend dafür, unser Immunsystem auf Trab zu halten bzw. wieder in Schwung zu bringen, wenn es geschwächt ist. Die krankheitserregenden Keime, die sich nur allzu gerne in unseren Körper einnisten, um darin eine spürbare Unruhe zu erzeugen, haben in den meisten Fällen vor dem Holunder und seinen Blüten einen großen Respekt. Den sollten wir uns vernünftigerweise auch aneignen. Daher ist es gut, nach mehreren Möglichkeiten zu suchen, wie wir die guten Wirkkräfte an unsere Physis heranbringen können. Einen Tee aufzugießen, ist eine davon. Aber es gibt noch andere Methoden. Immer wieder empfehle ich, die Haut als Vermittlerin der Heilkräfte, die nun einmal Kräuter hergeben, nicht zu vergessen. Und um die freie Zeit zu genießen, kann man auch ein abendliches Bad nehmen und dabei genüsslich ausspannen. Die Holunderblüten verströmen zudem ein herrliches Aroma, das zusätzlich unser Gemüt aufzupäppeln vermag. Also, einfach zugreifen und sich selbst etwas gönnen.

Badezusatz aus Holunderblüten

100 g frische Blüten des Schwarzen Holunders werden in 2 Liter kochendem Wasser 1 Stunde lang ausgezogen. Danach seiht man das Ganze ab und leert es in das bereits vorbereitete Badewasser. Über die Haut werden durch eine derartiges Bad die Abwehrkräfte im ganzen Körper gestärkt, um Krankheisterreger besser abschirmen zu können. Diese Anwendung kann man auch als vorbeugende Maßnahme gegen Hautkrankheiten einsetzen.


Holunder ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Dem Temperament entsprechen

Der Knoblauch belebt uns

Will man uns Menschen über einen Kamm scheren, scheitert man binnen kürzester Zeit an diesem Versuch. Auch wenn dies in manch absolut regierten Staaten noch immer versucht wird, ist ein Zusammenbruch dieser allgemeinen Gleichschaltung absehbar. In all jenen, die uns begegnen, eröffnet sich in Wirklichkeit eine Fülle an verschiedenen Charakteren, die unser Zusammenleben erst wirklich bunt und lebenswert macht. Wer Kräuter schätzt und sie bewusst verwendet, darf daher auf die je eigene Verfasstheit Rücksicht nehmen. Eine Zutat wird dahingesehen seit eh und je als wertvoll erachtet. Die ist der Knoblauch (Allium sativum). Angefangen von den Pyramidenbauten, bei deren Errichtung die Arbeiter mit Knoblauch versorgt wurden, um gegen ansteckende Bakterien immun zu sein bis hin zur berühmten Äbtissin Hildegard von Bingen hat auch heute der Verweis auf den Wert des Knoblauch nichts an Gültigkeit eingebüßt. Seine die erregenden Keime abwehrende Wirkung liegt vor allem am Vorhandensein des ätherischen Öles Allicin. Wenn trotz allen medizinischen Fortschrittes die so genannten Zivilisationserkrankungen nicht abnehmen und stets neue Infektionen ganze Völker bei Mensch und Tier bedrohen, so sollte man den schlichten Hausverstand einschalten und das verwenden, was sich bereits über Jahrhunderte und Jahrtausende bewährt hat. Aber vergessen wir nicht den jeweiligen Charakter, den wir individuell aufweisen. Die eher in ihrem Wesen Schwerfälligen und Behäbigen ordnen wir denen zu, die gerne als Phlegmatiker bezeichnet werden. Um hier eine erhöhte Belebung der Aktivität und des Interesses der Umwelt gegenüber auch körperlich zu fördern, ist es sicher gut, vermehrt auf die Kraft der Pflanzen zu setzen. Und meistens ist in der Speis ohnehin der Knoblauch griffbereit gelagert.

Im Ganzen oder tropfenweise

Die einzelnen Zehen einer Knoblauchzwiebel können fein zerschnitten und aufs Brot gelegt, in den Salat gemischt oder als Würze für ein Fleischgericht verwendet werden. Man kann aber auch aus ihnen kleine Mengen eines intensiv schmeckenden Saftes pressen, der zwei- bis dreimal am Tag in der Menge von 10 Tropfen eingenommen werden darf. Das unterstützt den Kreislauf und hält die Erhärtung der Gefäße hintan. Indirekt hilft dies auch den Phlegmatikern, besser mit sich und ihrer Umwelt zurechtzukommen.


Knoblauch ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Trockenlegung an der Haut

Das Echte Labkraut hilft mit

Der Sommer ist prinzipiell eine schöne Jahreszeit. An freien Tagen wie dem heutigen kann man sicher so manches genießen und unbeschwert wahrnehmen, was einem unter der laufenden Arbeitswoche verwehrt bleibt. Die warme Jahreszeit kann jedoch auf der Haut genau das Gegenteil von dem Bewirken, worunter momentan nicht nur die Landwirte klagen: vermehrte Feuchtigkeit in Form von Schweiß. Es gibt jedoch einen Helfer auf den Wiesen, der durchaus einen angenehmen Geruch verströmt. Hierbei handelt es sich konkret um das Echte Labkraut (Galium verum). Im Volksmund wird es daher auch mancherorts als Honigklee oder Bienenwertel bezeichnet. Das Echte Labkraut zählt zu den Rötegewächsen und besitzt einen rundlichen, verzweigten Stängel. Seine schmalen, quirlständigen Blätter sind unterseits weißlich und weich behaart. An den Stängelspitzen bilden sich zwischen Mai und September kleine zitronengelbe Blüten in Rispenform. Das Verbreitungsgebiet dieser Heilpflanze reicht vom gesamten europäischen Kontinent bis in die westliche asiatische Region. In seiner Heilwirkung ist diese Pflanze mit ihren Inhaltsstoffen krampflösend, drüsenfreundlich und hilft mit, den einen oder anderen kleinen Blasenstein zu lösen. Aber bleiben wir vorerst einmal auf unserer Hautoberfläche, mit der wir Tag für Tag, oder besser jede Nacht von neuem zurechtkommen müssen. Heute den Vätern alles Gute und vor allem Segen und Gottes Beistand zu ihrem Tag!

Nächtliches Schwitzen mindern

Vom getrockneten und zerkleinerten Labkraut nimmt man 1 Esslöffel voll und fügt 1 weiteren Esslöffel getrocknete Salbeiblätter hinzu. Dann übergießt man es mit 1/2 Liter kochendem Wasser und lässt dies 15 Minuten lang zugedeckt ziehen, dann abseihen. Mit dem zimmerwarmen Aufguss reibt man kurz vor dem Schlafengehen den ganzen Körper ein. Morgens nach dem Aufstehen führt man die Abreibung erneut durch. Um die Wirkung zu erhöhen, kann man dem fertigen Tee noch 1 Esslöffel Weinessig beifügen.


Gelbes Labkraut ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya