Schmerzfrei ausklingen lassen

Eine Auflage aus geriebenem Kren

Sag zum Abschied leise: Servus – Anno Domini 2016! Wohl oder übel wendet sich die Zeit und wieder ist ein Jahr dahin. Wer es zusammenbringt, den Dank bei der Rückschau auf die verflossenen Monate die Oberhand gewinnen zu lassen, kann sich wohl zu den Glücklichen auf dieser Erde zählen. Gewiss gibt es sicher auch Ursachen zur Klage und zur Sorge, aber dem darf jeder von uns in aller inneren Freiheit des Herzens auch etwas entgegenstellen. Mit dem Kren oder Meerrettich (Armoracia rusticana) möchte ich am Silvestertag einen pflanzlichen Beistand ins Rampenlicht rücken, der unter anderem seine Wirkung zeigt, wenn z. B. stets neu auftauchende Schmerzen das Wohlbefinden durchaus zu verringern vermögen. Das betrifft sehr oft all jene, die sich mit Rheuma und den damit verbundenen Folgen auseinandersetzen müssen. In erster Linie kennen wir nun den Kren als scharf-würzige Zugabe zu fleischlichen Gerichten und beim legendären Würstel zwischendurch. Bei einem Tafelspitz möchte man ihn ebenso wenig missen. Der Gehalt an Senföl, den der Meerrettich in sich birgt, kann aber auch sehr oft äußerlich angewendet werden. Das erweist sich gerade bei Schmerzen als sinnvoll. Wenn sich nun das alte Jahr seinem Ende zuneigt, so ist es sicher nicht schlecht, dieses nach Möglichkeit schmerzfrei ausklingen zu lassen. Oft sind es ja ohnehin die Hausmittel, die erstens schnell bei der Hand sind und durchaus ihre Wirkung zeigen, ohne das Geldbörsel oder den Organismus zu belasten. Haben also Rheumageplagte eine Krenwurzel in greifbarer Nähe, sollten sie sich heute und immer dann, wenn sie es für angebracht halten, eine scharfe Auflage zurechtrichten. Generell sei allen, die in irgendeiner Weise zum diesjährigen Silvester ein körperliches oder seelisches Leid zu tragen haben, trotz allem eine friedvolle Zeitenwende beschieden!

Rheumaschmerzen lindern

Frisch gerissener Kren kann mithelfen, die im Zuge von Rheuma auftretenden Schmerzen zu verringern. Die betroffenen Zonen werden vorher mit einem fettigen pflanzlichen Öl oder mit Schweineschmalz eingerieben, bevor man den geriebenen Kren darauflegt und anpresst. Durchaus 2 bis 5 Stunden oben lassen, bevor man die Auflage wiederum entfernt. Diese Anwendung besitzt eine ableitende Wirkung.


Kren oder Meerrettich ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Eine zielführend scharf Kur

Der Rettich verzögert die Gallensteinbildung

Auf meinem Weg, den ich mehrmals pro Woche zwischen meinem Kloster Geras und dem Sitz des Vereines der Heilkräuter in Karlstein zurücklege, befindet sich nahe des Dorfes Eibenstein an der Thaya ein Steinbruch. Immer wieder stehen dort Lastautos, die entweder mit großen Gesteinsbrocken oder mit fein zerkleinertem Riesel beladen sind, je nach den Bestellungen des Auftraggebers. Das erinnert mich an ein Phänomen, das unserer Galle sehr zu schaffen machen kann. Und in diesem Zusammenhang ist es wiederum der Gartenrettich (Raphanus sativus), in dem u. a. das scharfe Senföl enthalten ist. Sensible Gaumen zieren sich daher eher, einen kräftigen Biss in die Wurzel eines Rettichs zu wagen. Doch dazu gibt es einen alternativen Weg, um an die Wirkkraft der Zuspeise zu gelangen. Es ist nämlich durchaus möglich, das zu den Kreuzblütlern zählende Gemüse zu entsaften. Das kann auf eine je unterschiedliche Weise geschehen. Viele unserer Zeitgenossen leiden oft an Beschwerden, die von sich in der Galle bildenden Steinen ausgehen. Die im Beruf oft notwendige sitzende Haltung kann genauso dafür förderlich sein wie eben auch Fettleibigkeit oder eine chronische Verstopfung. Wenn man von diesen ungünstigen Lebensweisen weiß, sollte man so gut es geht dagegen ansteuern. Als präventive Maßnahme gegen die Bildung von Gallensteinen kann ebenso der Rettichsaft von großem Nutzen sein. Im Handel bekommt man diesen ohnehin schon fertig aufbereitet zu kaufen. Hermann-Josef Weidinger empfahl eine regelrechte Kur, die man mit diesem Hausmittel durchführen kann.

Vorbeugende Kur

Diese sollte die Dauer von 6 Wochen umfassen. In der ersten Woche nimmt man dabei täglich 3-mal je 1 Esslöffel voll Rettichsaft ein. In der 2. Woche 6 Esslöffel pro Tag. In der 3. und 4. Woche wiederum kann man das Tagespensum auf 1/4 Liter steigern und in der 5. und 6. Woche gar 1/2 Liter Rettichsaft, den man weiterhin löffelweise einnimmt. Bei bereits diagnostizierten vorhandenen Gallensteinen ist auf jeden Fall die ärztliche Weisung maßgebend.


Schwarzer Rettich ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Beerenstarkes Bad

Zur Abwechslung einmal mit Weißdorn

Der Begriff der Schönheit wurde seit Menschengedenken auf vielfache Weise aufgegriffen, um einerseits umgesetzt und anderseits in seiner Bedeutung philosophisch analysiert zu werden. Selbst in der Theologie verwendeten viele dieses Ideal im Hinblick auf die Seele. Gottgegebene Schönheit finden wir eindeutig in der Natur vor, die uns umgibt. Sowohl in ihrer Gesamtheit als auch in ihren einzelnen Geschöpfen besticht sie uns immer wieder von neuem. Der Weißdorn (Crataegus) ist eine Pflanze, an der man nicht nur das augenfällig Hübsche studieren kann. Gerne betrachte ich auf einer Kräuterwanderung zu wärmeren Zeiten als nun die Blätter dieses Rosengewächses. Ich animiere meine Begleiter dann je neu, sich doch einen Weißdornstrauch bei genügend vorhandener Fläche in den eigenen Garten zu setzen. Den Vögeln bietet er sicheren Unterschlupf, Nistplatz und Nahrung und den Augen bereitet er mehrmals im Jahr schlicht Freude. So etwa beim Austreiben der Blätter im Frühling, beim Blühen darauf und nochmals im Herbst, wenn die herrlich roten Früchte die Zweige zieren. Und in den Beeren des Weißdorns stecken ja nicht nur Wirkungen, die unserem Herzen und dem Kreislauf zugute kommen. Sie geben bei ihrem Gebrauch ebenso einen adstringierenden Effekt weiter. Für eben diesen zeigt sich die Haut sehr dankbar und nimmt ihn auf, um so ihre Beschaffenheit zu verbessern. In der äußeren Anwendung der Früchte, die ich im Anschluss erörtere, kann der Weißdorn unbedenklich herangezogen werden. Für pflanzliche Produkte, die einer inneren Unterstützung des Herz- und Kreislaufsystems dienen, ist hingegen die Apotheke die erste und kompetente Anlaufstelle. Dort erhält man die dementsprechenden Empfehlungen dafür. Sich die Haut zu stärken und zu verschönern, ist sicher mehr als ein eitles Ansinnen. Den Aufwand hierfür sollten wir uns wert sein.

Badezusatz aus Weißdorn

Von getrockneten Früchten der heimischen Weißdornarten nimmt man eine Menge von 100 g. Bevor man diese 2 Stunden lang in 2 Liter kaltem Wasser ansetzt, sollte man sie jedoch in einem Mörser zerstampfen. Danach einige Minuten lang aufkochen und die gewonnene Flüssigkeit dem Badewasser hinzugeben. Vor allem bei fettiger Haut und bei Mischhaut sorgt ein solches Bad dafür, dass die Haut gleichsam in Form bleibt. Dies ist eben eine natürliche Schönheitspflege.


Weißdornfruchtzweig ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Flüssige Wohltat

Dem Holundersaft öfter zusprechen

Ist schon alles eingekühlt, damit der Jahreswechsel gut vonstatten gehen kann? Wenn man das ganze Jahr über vielleicht kaum Gelegenheit hatte, einen guten Schluck Sekt nach dem üblichen Zuprosten zu trinken: zu Silvester sollte spätestens dieser Mangel Geschichte sein. So köstlich auch das eine oder andere gute Tröpferl sein mag, darf doch das Wasser und Fruchtiges in erster Linie dazu da sein, um den Durst zu stillen. Der Holunder (Sambucus nigra) liefert ebenfalls mit seinen reifen Beeren einen Saft, der gerade beim Hineingehen ins kommende Neue Jahr dem Körper die nötige Unterstützung bieten kann, um sich stets fit zu halten. Der hohe Gehalt an Vitaminen und Mineralsalzen ist hierbei sicher von großem Vorteil. Dadurch erfolgt nämlich eine natürliche Stärkung des Herzens, des Kreislaufes und der Nerven. Die Gefäße erfahren mit dem Konsumieren des Holundersaftes ebenso eine Festigung. Nicht unerwähnt möge an dieser Stelle bleiben, dass all jene, die öfter bzw. regelmäßig einem Glas des dunkelroten Getränkes zusprechen, eine effektive Vorkehr treffen, damit sich die Lunge nicht so leicht entzündet. Alles in allem kann man mit Fug und Recht behaupten, den Gesamtorganismus einer Revitalisierung zuzuführen, wenn man den flüssigen Schatz der Natur nicht beiseite stehen lässt. Gewiss war es schon im späten Sommer bzw. im frühen Herbst vonnöten, die Beeren vom Holunderstrauch zu ernten und z. B. mittels Dampfentsafter den trinkbaren Fruchtgenuss zu gewinnen und haltbar aufzubereiten. Gott sei Dank gibt es genug beherzte Saftproduzenten in unserem Land, die diese Aufgabe für viele andere erledigen. So ist es uns ein Leichtes, die qualitätsgeprüften Produkte, die der Handel anbietet, genauso zu verwenden wie eben das gute Hausgemachte.

Die Hormondrüsen trimmen

Holundersaft lässt sich durchaus auch in einer konsequenten Kur trinken und somit anwenden. Dabei kann man über ganze 6 Wochen gezielt vorgehen. So trinkt man währenddessen morgens auf nüchternem Magen, mittags 1/2 Stunde vor dem Essen und abends 1/2 Stunde vor dem Zubettgehen jeweils bloß 1/8 Liter Holundersaft langsam und schluckweise. Der Saft sollte dabei zimmerwarm konsumiert werden. Diese Kur regt vor allem sämtliche Hormondrüsen auf natürliche Weise an.


Holunderbeeren Fruchtzweig ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Die Atmosphäre verändern

Ätherisches Wacholder-Öl bremst Keime

Von einem Ort zum anderen zu kommen, ist heutzutage mit keinen großen Anstrengungen verbunden. Technische Hilfsmittel aller Art machen ein Weiterkommen im Handumdrehen möglich. Somit stellt ebenfalls das Transportieren jeglichen Dinges – egal, ob groß oder klein – kein allzu großes Problem mehr dar. In dieser Hinsicht bedienen sich die Natur und ebenso der Mensch der Luft, um beliebige Destinationen zu erreichen. Der Wacholderstrauch (Juniperus communis) hätte es eher nicht so gern, wenn er seinen durch die Wurzeln eindeutig eroberten Standort verlassen müsste. Sein langsames Bewegen besteht lediglich im stetigen Wachstum seiner Zweige. Dieser sehr wertvolle Baum wurde schon seit jeher ob seiner vielfältigen Heilkraft geschätzt. Gewiss hat man seine Zapfenbeeren und seine Zweige jeweils mithilfe von hochprozentigem Alkohol zu dem gemacht, was man eben damit bezwecken wollte. In diesem Zusammenhang möchte ich auf Tinkturen, Branntwein oder den Wacholder-Spiritus hinweisen. Aber es gibt noch andere Weisen, um das Gute und Stärkende, das der Wacholder in sich birgt, zum Tragen kommen zu lassen. Und dabei spielt eben, wie eingangs bereits erwogen, die Art des Transportes eine Rolle. Die Luft, die uns umgibt, benötigen wir in erster Linie zum Atmen. Das wissen übrigens auch kleinste Partikel und Keime, die sich so den Weg in unser Körperinneres bahnen und somit den angestrebten Zugang schaffen. Man könnte unter diesem Aspekt fast meinen, bei unserer Lunge würde es sich um einen Flugplatz handeln, auf dem nicht immer liebsam Geartetes landet. So sei es angeraten, sich der ätherischen Substanzen zu bedienen, die man aus dem Wacholder gewinnen kann. Sie schwingen sich ob ihrer äußerst schnell verdunstbaren Eigenschaft in die Lüfte, um dort die Atmosphäre zu verändern.

Ätherische Dämpfe nutzen

Die Umgebung eines erkrankten Menschen ist je nach Grad und Art eines Infektes mit Vorsicht zu genießen. Bei infektiösen Lungenleiden ist es daher angebracht, mithilfe eines ätherischen Wacholderöles vorbeugend und bekämpfend vorzugehen. So kann man z. B. mithilfe einer Duftlampe, die man mit ein paar Tropfen dieses Öles beträufelt dafür sorgen, dass die Zimmeratmosphäre gereinigt wird. Die von der Krankheit selbst Betroffenen können sich mittels eines Wattebausches der konzentrierten Dämpfe bedienen und diese mit Maß und Ziel einatmen. Wacholder-Öl besitzt nämlich eine keimtötende Kraft.


Wacholder ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Der etwas andere Christbaum

Der Apfelbaum zur Winterszeit

Gehen wir zurück in mittlerweile längst vergangene Jahrzehnte, so wissen wir aus den Erzählungen unserer Großeltern, dass es in den von den Weltkriegen geprägten Zeiten viel karger herging als im gegenwärtigen Wohlstandsgewoge. Abgesehen von den nächtens strahlenden Lichterketten, die bei manchen um das ganze Haus gewickelt sind, fehlten damals auch üppig mit gleißendem Firlefanz überhäufte Tannenbäume im trauten Heim. Man musste sich eben begnügen mit dem, was da war. Äpfel, die man liebevoll im Geäst des Christbaums anbrachte, taten das Ihre, um ein weihnachtliches Flair zu verbreiten. Dazu kamen noch bloße oder golden gefärbte Nüsse und wenn’s hoch her ging, einiges an Naschwerk, das eben zu haben war. So soll der Apfel und mit ihm sein diese köstlichen Früchte liefernder Baum heute im Geiste ganz bewusst dem Christbaum zur Seite gestellt werden. Vom gesundheitsunterstützenden Verzehr des Obstes war bereits gestern an dieser Stelle die Rede. Beim Apfelbaum finden wir jedoch noch mehr vor, das wir zu unserer Aufbesserung heranziehen können. So eignen sich z. B. selbst die herabfallenden und sorgfältig gesammelten Blütenblätter dieses Rosengewächses dafür, um in getrocknetem Zustand zu einem Tee aufbereitet zu werden, den man vor allem zur Linderung der Beschwerden im Zuge von Magengeschwüren trinken kann. Ein anderes Thema ist das Fieber, das uns im Laufe eines unseren Körper erobernden grippalen Infekts ins Bett zwingt. Dabei kann uns die Rinde, die von den Zweigen des Apfelbaumes gewonnen wird, zur Seite stehen. Sie darf überdies angewandt werden, wenn jemand in Verbindung mit einer fernen Reise gar ein tückisches Tropenfieber als unliebsames Souvenir nach Hause gebracht hat.

Tee aus Apfelbaumrinde

Von fingerdicken Ästen eines Apfelbaumes, der sich an einem pestizid- und abgasfreien Standort befindet, kann von Herbst bis Frühjahr die Rinde geschält und getrocknet werden. Im Falle von Fieber nimmt man von der zerkleinerten Rindendroge 1 Esslöffel voll und setzt ihn nachtsüber in 1/4 Liter kaltem Wasser an. Am Morgen dann kurz aufkochen und 15 Minuten ziehen lassen. Schluckweise zu sich nehmen, um so Fieberschübe mit dem Getränk zu begleiten.


Apfel am Zweig und ein aufgeschnittener Apfel ⓒ wikimedia.commons





Löffelweise aufpäppeln

Gedörrte Birnen ergänzen Eisenmangeln

Das Weihnachtsfest bringt eine im wahrsten Sinne des Wortes häusliche Zeit mit sich. Wenn schon das übrige Jahr über der Aufenthalt berufsbedingt oft weit weg von daheim sein muss, so darf doch die mit den Feiertagen verbundene freie Zeit das Auskosten der eigenen vier Wände ermöglichen. Damit kann auch die Perspektive eröffnet werden, sich für die Zubereitung von Hausgemachtem Zeit zu nehmen. Die Birne (Pyrus) eignet sich dahingehend hervorragend als Objekt der eigenen Fertigkeit. Generell ist es von gesundheitlichem Nutzen, gerade in der kargen kalten Zeit zwischen November und März durch das Zugreifen auf Obst und das Ästimieren desselben den Leib mit Vitaminen und Mineralstoffen zu versorgen. Es gibt doch bei gar nicht wenigen von uns Symptome, die letzten Endes auf einen latenten Eisenmangel schließen lassen. So gesehen ist die Birne eine sehr brauchbare Lieferantin dieses für den Stoffwechsel so wichtigen chemischen Elements. Da heute der Heilige Abend gefeiert wird, möchte ich in diesem Zusammenhang auf ein für unser Bundesland ganz wichtiges Bild hinweisen, das mich zum Schreiben dieser Zeilen inspiriert hat: es ist die Gnadenmadonna von Mariazell. Auf dieser altehrwürdigen Statue sieht man das Jesuskind auf dem Arm der Gottesmutter sitzen, selbst einen Apfel in der Rechten bergend. Maria scheint in ihrer auf Christus verweisenden linken Hand eine Birne zu tragen, so, als wolle sie mit ihrem Kind die Früchte tauschen. Gewiss steckt dahinter eine tiefgründige Symbolik rund um das Erlösungswerk Gottes, das mit der Menschwerdung seines Sohnes zur Vollendung gebracht wurde. Wenn ich heute wieder ein altes Hausmittel weiterempfehlen darf, möchte ich ebenfalls einmal mehr artikulieren, dass es nicht nur genügt, leiblich gesund zu sein, sondern wir danach streben dürfen, mit Leib und Seele heil zu werden. In diesem Sinne wünsche ich allen einen frohen und heilbringenden Heiligen Abend!

Hausmittel mit Birnenkletzen

2 volle Esslöffel geschnittener Spalten von Birnenkletzen werden in einer Mischung von 1/4 Liter Rotwein und 1/8 Liter kalten reinen Wassers über Nacht angesetzt. Am nächsten Morgen weichkochen und zugedeckt temperieren lassen. Daraufhin kühl stellen und über den Tag in 3 Portionen verteilt auslöffeln. Bei vorliegendem Eisenmangel lässt sich das sogar kurmäßig 3 Wochen lang durchführen, um einen Erfolg zu erzielen.


Birnen ⓒ wikimedia.commons





Den Frieden finden

Die Galle mit Odermennig beschicken

Weihnachten wird je neu als ein Fest des Friedens bezeichnet. Wie sehr das seine Berechtigung hat, mag angesichts der schwelenden Konflikte im Globalen wie auch im kleineren Kontext etwa der Familien dahingestellt bleiben. Frieden ist letztendlich ein Geschenk Gottes. So haben es ja auch die Engel auf den Hirtenfeldern Bethlehems besungen. Ich will den Fokus auf einen noch viel enger begrenzten Bereich legen. Dazu möchte ich mir zusätzlich den Odermennig (Agrimonia eupatoria) quasi an meine Seite holen. Wer es schon einmal erlebt hat, der kann wohl lautstark ein Lied davon singen: die Tortur einer Gallenkolik. Da wünscht man sich wohl umgehend friedlichere und vor allem schmerzfreiere Zustände herbei. Nun sieht wohl jeder ein, dass man Heilkräuter mit keiner Feuerwehr verwechseln darf, die man nur im äußersten Notfall alarmiert und herbeiholt. Vielmehr sollte die Vernunft die Richtschnur eines ausgewogenen Lebensstiles sein, der mithilft, dass die inneren Organe nicht übermäßig belastet werden. Und dennoch können Pflanzen auch in Extremsituationen mithelfen, eine missliche Lage wie eben geschildert, etwas besser in den Griff zu bekommen. Dabei bewähren sich eben die Wirkstoffe, die im Odermennig enthalten sind. Sie bestehen vor allem aus Gerbstoffen, einem kieselsäurehaltigen ätherischen Öl, aus Flavonoiden und Bitterstoffen. Dieser mit einem gesunden Cocktail vergleichbare Mix unterstützt generell die Verdauungstätigkeit und greift vor allem der Leber und insbesondere der Galle so richtig unter die Arme. Wer sich also dahingehend mehr Frieden in seinem Bauch wünscht, kann auch zu anderen Zeiten als zu Weihnachten nach dem Odermennig greifen. Dieser lässt sich im Übrigen auch mit anderen Kräutern kombinieren.

Krisen in der Galle abfangen

Wer Probleme mit der Gallenblase hat, die in Form einer Stauung oder einer Grieß- bzw. Steinbildung dort auftreten und kolikartige Zustände auslösen können, der richte sich eine Teemischung in folgender Zusammensetzung zurecht: 2 Teile getrocknetes und zerkleinertes Odermennigkraut, 2 Teile getrocknete und zerriebene Brennnesselblätter und 1 Teil ebenso beschaffenes Beifußkraut. Davon nimmt man dann 1 gehäuften Esslöffel voll und übergießt ihn mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen und hernach abseihen. Möglichst warm und vor allem ungesüßt trinken.


Odermennig ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Die Familie versammeln

Rund um die Blätter der Schwarzen Ribisel

Wir gehen einer wichtigen Zeit entgegen. Weihnachten steht vor der Tür und mit diesem wunderschönen Fest womöglich auch die einzelnen mittlerweile flügge gewordenen Kinder der eigenen Familie, die oft weit weg von zu Hause eine tragfähige Existenz aufgebaut haben und eventuell schon die Enkel zu Oma und Opa mitbringen. Gewiss hat man gerade für die Kleinen bereits etwas vorbereitet, damit keiner leer ausgeht. Jetzt im Winter kann man für alle auch darauf bedacht sein, der Anwesenden Gesundheit zu stärken. Die Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum) steht nun zwar im Garten als Strauch völlig ohne Laub da. Die Pflanze sammelt in Ruhe und mit kaum wahrnehmbarer Aktivität die nötige Kraft, um im nächsten Sommer wiederum ganz da zu sein. Sie liefert dann ihre ersehnten Früchte, die wir momentan eher als Saft oder Marmelade gern zu uns nehmen. Davon abgesehen, stecken ebenso in den Blättern der Schwarzen Ribisel Heilkräfte, die im wahrsten Sinne des Wortes nicht unter den bald weihnachtlich gedeckten Tisch fallen sollen. Es kann sehr ratsam sein, einen Tee, der mithilfe der Blattdroge aufgegossen wird, in so manchen Leiden rund um die Blase und den Harnleiter als helfende Linderung eine Zeitlang zu sich zu nehmen. Übrigens eignen sich getrocknete und zerkleinerte Blätter der Schwarzen Johannisbeere auch als Beigabe zu diversen Mischtees. Im Allgemeinen gilt die Tatsache, dass diese Wuchsteile des beliebten Beerenobstes die Immunkraft des gesamten Organismus unterstützen und auf eine sehr wirkvolle Weise fördern. Auf diese Art kann man also die Zeiten nutzen, wo sich die Familie, die unter einem Dach wohnt oder die eben gerade zu den so genannten heiligen Zeiten zusammenkommt, in cumulo mit dem versorgen, was einen gerade zu Winterszeiten gut über die Runden kommen lässt. Und dafür kann man sich ruhig in Gemeinschaft um den Tisch versammeln.

Familientee rund um Weihnachten

Aus getrockneten und zerkleinerten Blättern der Schwarzen Johannisbeeren lässt sich im herkömmlichen Heißaufguss ein Tee zubereiten. Um diesen noch schmackhafter zu machen, sind frischgepresster Zitronensaft und etwas Honig genau die richtigen Zutaten. Sie steigern zudem die Wirkkraft. 2-mal pro Woche sollte davon jeweils morgens und abends pro Person 1 Tasse voll getrunken werden. Das stärkt die körpereigenen Abwehrkräfte. Vielleicht kann man ja dafür im trauten Heim eine eigene Tea-Time ansetzen! ;-)


Schwarze Ribisel ⓒ wikimedia.commons





In den hinteren Reihen angesiedelt

Die Bibernelle dennoch wertschätzen

Die privilegierten Sitze bei Veranstaltungen und in Räumen sind nicht immer gleich positioniert. Ist z. B. bei einem öffentlichen Event eine hochrangige politische Persönlichkeit der Ehrengast, wird diese wohl ganz vorne den reservierten Platz einnehmen. Im Kino ist das Gegenteil der Fall: der beste Blick auf die Leinwand ist dort eindeutig in der letzten Reihe zu finden. Die Kleine Bibernelle (Pimpinella saxifraga) genießt wohl eher einen bescheidenen Bekanntheitsgrad, wenngleich ihre botanischen Verwandten durchaus vertraut in unseren Ohren klingen. Sie zählt nämlich zur Familie der Doldenblütler wie eben auch Kümmel, Fenchel, Dill und Petersilie. Hier eine kurze Beschreibung des Gewächses: Die Kleine Bibernelle treibt aus einer verzweigten Pfahlwurzel 30 – 50 cm hohe fein gerillte Stängel. Ihre weiß oder leicht rosa gefärbte Blütendolde kann 6- bis 15-strahlig sein. Am Blattstiel sitzen sowohl bei der Kleinen als auch bei der mit ihr verwandten Großen Bibernelle breite, eiförmig gezähnte Blätter. In den oberen Bereichen der Pflanze sind diese hingegen unpaarig gefiedert. Will man sich also vergewissern, dass man es auf einer Wiese wirklich mit einer Bibernelle zu tun hat, sollte man diesem Umstand auf jeden Fall seine verstärkte Aufmerksamkeit schenken. Die Bibernelle liebt einen mageren und trockenen Boden. Daher wächst sie gerne auf sonnigen Hangwiesen, an Wegrändern und Rainen. Selbst auf Schutthalden kann man ihr begegnen. Um die Heilkräfte in Form von Gerb- und Bitterstoffen aus diesem Kraut zu heben, bedient man sich vor allem der Wurzel, die für gewöhnlich bereits nach der Blütezeit der Bibernelle im ausgehenden Sommer bis in den Monat Oktober hinein geerntet und getrocknet wird. Die derart gewonnene Heildroge kann sowohl für vorbeugende Maßnahmen als auch im Zuge einer begleitenden Anwendung nutzbringend verwertet werden.

Tee im Kaltauszug zubereiten

Um einen Tee aus der Wurzel der Kleinen Bibernelle herzustellen, nimmt man 2 Esslöffel der zerkleinerten Wurzeldroge und setzt diese in 1/2 Liter kaltem Wasser 12 Stunden lang an. Dann einfach abseihen und vor dem Trinken nur ganz leicht temperieren, damit der Tee lauwarm getrunken werden kann. Es erweist sich als sinnvoll, im Hinblick auf Husten, Heiserkeit und Grippe diesen Tee als Vorbeugung oder als konkrete behandelnde Bereitstellung zu sich zu nehmen. Er eignet sich übrigens ebenso als Gurgelmittel für den Rachenbereich und bei entzündeten Mandeln.


Kleine Bibernelle ⓒ wikimedia.commons