Eine angenehme Massage

Den Rosmarin an die Haut lassen

Du sollst den Nächsten lieben wie dich selbst – so steht es schon in der Heiligen Schrift. Dort finden wir diesen Aufruf aber niemals entkoppelt von der Liebe zum Schöpfer, dem wir uns als Menschen verdanken. Aus christlicher Sicht ist das auch der Maßstab, wenn es gilt, eine menschliche Person und deren Leben zu bewerten. Mithilfe des Rosmarins ist es jedoch nicht unbedingt nötig, sich in ethisch-moralische Höhen zu schwingen, sondern einfach einmal auf das Wohl des eigenen Leibes und vielleicht auch auf das der anderen zu blicken. Das schließt ja nicht unbedingt das Gebot der Nächsten- und der Eigenliebe aus, sondern verleiht ihm sogar einen ganz praktischen und konkreten Ausdruck. Der Lippenblütler Rosmarin ist ein mediterraner botanischer Geselle. In der angestammten Heimat kann er ebenso die Phasen des Winters überdauern. Bei uns jedoch ist es notwendig, ihn als Kübel- oder Topfpflanze zu ziehen, um den duftenden Zwergstrauch vor frostigen Temperaturen, vor Schnee und Eis zu schützen. Mit dem Gießen der Pflanze während der Einhausung ist das dann noch einmal eine eigene Sache, die es gilt, im Laufe der Sorge um den Rosmarin herauszufinden. Denn nasse „Füße“ mag er auf keinen Fall. Doch nun ist es noch nicht so weit. Die Rosmarinblätter eignen sich nicht nur als Gewürz für köstliche Bratengerichte, sie sind auch förderlich für die Kühlung und die Durchblutung der Haut. Momentan dürfte es ganz gut sein, wenn wir genau jene Effekte für uns in Anspruch nehmen oder es weiters den uns Nahestehenden zuteil werden lassen. Das kann durchaus in Form einer kurzen Massage passieren, im Zuge dessen die Haut abgerieben und mit dem Rosmarin in Kontakt gebracht wird. Und der Essig darf auch mit im Spiel sein.

Rosmarin in Essig ansetzen:

In eine leere Literflasche gibt man 3 blühende Triebe von einem Rosmarinstrauch und füllt sie hernach mit einem guten Weinessig auf. 8 Tage bleibt die Flasche samt Inhalt verschlossen auf einer Fensterbank stehen. Danach einfach kühl lagern, ohne die Pflanzenteile abzuseihen. Für eine Hautabreibung gibt man 2 Esslöffel davon auf einen feuchten Waschlappen und massiert den ganzen Körper damit ein. Diese durchblutungsfördernde Maßnahme wirkt sich auch kühlend und erfrischend auf die Haut aus.


Rosmarin ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Natürliche Erfrischung

Kräuter für heiße Tage

Hunde zählen zu den beliebtesten Haustieren unserer Zeit. Nicht nur, dass man ihre Spürnase für allerlei detektivische Arbeit nützen könnte, sondern ihr liebenswerter Charakter sorgt allein schon dafür, dass wir gerne das Leben mit ihnen teilen. Konkret zählt momentan sicher das Ertragen der Hitze dazu, die Mensch und Tier gleichermaßen zu schaffen macht. Der Begriff „Hundstage“ leitet sich aber nicht vom Haustier ab. Zwischen Ende Juli und dem ausgehenden August erscheint am nächtlichen Himmel das Sternzeichen des Großen Hundes, das in der Nähe des Oriongestirns auszumachen ist. Mehr als wir meinen, reflektieren Heilkräuter auf den Lauf der Sterne. Die verschiedenen Beerensträucher wie Himbeere und Brombeere besitzen in ihren Blättern Inhaltsstoffe, die uns gerade in den so genannten Hundstagen gut tun. Lavendel, Rosmarin und Pfefferminze können zudem bestens mit der Sonne umgehen, da sie weder eine Hautlotion noch einen Schirm brauchen, um sich gegen die sengenden Strahlen zu schützen. Es ist lediglich der Mensch, der paradoxerweise auf der einen Seite das Weltall immer genauer erforschen kann, andererseits aber zusehends aus dem Gefüge des Universums herausfällt, weil er die irrige Meinung beibehält, nur mit Hilfe von Technik und Geld die Welt in ihren Bahnen halten zu können. Dass dem aber nicht so ist, zeigen uns die bescheidenen Pflanzen im Garten und in der freien Natur, die ihren Kontakt zu den natürlichen Gegebenheiten und zu den kosmischen Zusammenhängen brauchen, um überleben und vital bleiben zu können. Momentan plagt uns Intelligenzüberfrachtete weiterhin die heiße Sommersglut, deren Periode wir vor allem auch mit dem Trinken eines erfrischenden Tees überbrücken können. In einer extra dafür komponierten Mischung wird dem Organismus eine erfrischende Unterstützung geboten.

Teemischung „Für heiße Tage“:

Zu den bereits oben erwähnten Kräuterdrogen gesellen sich noch Hibiskusblüten, Melisse, Basilikum, Bohnenkraut, Kornblumen, Königskerzen sowie die Blätter von Erd- bzw. Schwarzen Johannisbeeren hinzu. Durch diese sommerliche Mischung vom Kräuterpfarrer wird u. a. das Herz gestärkt, das Gemüt beruhigt und die Verdauung gefördert. Darüber hinaus erhalten die Durchblutung sowie die körpereigenen Abwehrkräfte eine positive Animation. Erhältlich in einer Packung zu je 100 g um € 7,50 in Karlstein/Thaya über die Homepage www.kraeuterpfarrer.at oder ab Montag unter der Telefonnummer 02844/7070 DW 11 oder 31.


Hibiskus ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Längerfristige Kombination

Den Knoblauch einlegen

Jemandem eine Arbeit anschaffen, ist meist leichter als sie selbst zu vollbringen. In vielen Fällen bleibt es uns aber nicht erspart, die Dinge selbst und eigenhändig zu erledigen. Beim Geld verhält es sich ein wenig anders. Einerseits hat es nur eine kurze Verweildauer im eigenen Börserl und anderseits muss man mehr als genug davon haben, um es für sich arbeiten zu lassen. Eine Möglichkeit wäre, es auf einem Sparbuch einzulegen, um es dann mit Zinsen wiederum in die Hand nehmen zu können. In Zeiten wie den unsrigen sind diese aber eher sehr knapp bemessen. Der Knoblauch, den wir alle gut kennen, bedarf keines hohen finanziellen Aufwandes, um diesen zu erwerben oder mit einiger Geduld und Sorge im eigenen Gemüsebeet zu ziehen und von dort frisch zu ernten. Einmal mehr möchte ich ihn quasi vor den Vorhang eines gesundheitsbewussten Publikums bitten, um ihn nicht zu vergessen. Seine größere Verwandte, die Zwiebel, genießt heuer zwar den Vorzug, den ehrenvollen Titel der Heilpflanze des Jahres tragen zu dürfen. Das ist aber noch lange kein Grund, um den Knoblauch gänzlich von der Liste der oft verwendeten pflanzlichen Hilfsmittel zu streichen. Immerhin birgt er eine große Kraft in sich, die mithilft, Leib und Geist fit zu halten. Überdies wirkt sich sein Genuss sehr positiv auf alle im Körper befindlichen Gefäße aus, die sich nur allzu leicht durch lästige Ablagerungen verengen und damit verlegen können. Vielleicht ist es ja gar nicht so schlecht, zusammen mit dem Knoblauch dem Sinnspruch gemäß zu agieren, der da heißt: Steter Tropfen höhlt den Stein! Nun, es ist sicher nicht nötig, sich ständig mit Knoblauch „vollzustopfen“ und somit eine Last für die engste menschliche Umgebung zu werden, die dann den untrüglichen Geruch, der vom Knoblauch ausgeht, ertragen müsste. Daher ist es nicht schlecht, den Knoblauch in einem Glas einzulegen, damit auf längere Frist die Gesundheit davon profitiert. Und die ist allemal mehr wert als ein noch so prall gefülltes Konto, das für einen arbeiten würde.

Schmackhaftes Salatöl mit Knoblauch:

In ein Speiseöl eigener Wahl, das dafür bestimmt ist, die Salate aufzubessern, legt man in einem geeigneten Glasgefäß geschälte Knoblauchzehen ein. Von dort aus kann man den Knoblauch regelmäßig zu verschiedenen kulinarischen Gelegenheiten verwenden. Das Öl hilft mit, den Knoblauch frisch zu halten. Sind die Zehen aufgebraucht, bleibt ein aromatisches Öl zurück, das dem Dressing eines Salates wiederum ein gutes Aroma verleiht.


Knoblauch ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Saugen wie Löschpapier

Ein Pulver aus Bärlappsporen

Das Vermögen, mit der Hand zu schreiben und gleichzeitig in der Schrift den persönlichen Charakter zum Ausdruck zu bringen, ist eine hehre Gabe. In meiner Volksschulzeit lernte ich in einem eigenen Unterrichtsgegenstand, schön zu schreiben. Sobald Tinte dafür zum Einsatz kam, war ebenfalls ein Löschblatt vonnöten. Dessen saugende Eigenschaft würden wir uns sicher auch bei den gegenwärtigen schweißtreibenden Temperaturen für die Haut wünschen. Nun, die Papierindustrie tut ohnehin das Ihre, um Derartiges zu produzieren. Doch schauen wir ebenfalls ins Reich der Pflanzen. Der Bärlapp ist ein Gewächs, das wahrscheinlich nicht sehr vielen Kräuterfans ein Begriff ist. Zwar kommt der Gewöhnliche Keulen-Bärlapp (Lycopodium clavatum) flächendeckend in unserem Bundesgebiet vor. Dennoch wird er oft bei Wanderungen quasi links liegen gelassen, ohne sich näher für ihn zu interessieren. In seinem Erscheinungsbild mutet er eher wie eine Kreuzung zwischen einer Schafgarbe und einer ährentragenden Grassorte an. Aber im Gegensatz zu diesen beiden meidet er die offenen Wiesen und Böschungen. Er sucht lieber im Schutz eines Nadelwaldes seine Existenz zu sichern und sich auf diesem eher feuchten Bodengegebenheiten vegetativ auszubreiten. In all ihren Pflanzenteilen sind die Bärlapppflanzen jedoch giftig, so dass von einer Verwertung der Blätter oder der Wurzeln dringend abzuraten ist. Das Erntegut des floralen Waldbewohners, der zudem unter Naturschutz steht, sind die Sporen, die in den ährenähnlichen Endtrieben des Bärlapps angesiedelt sind. Es gehört schon zum althergebrachten Wissen der Naturheilkunde, dass man diese aufgrund ihrer saugenden und trocknenden Eigenschaft durchaus äußerlich zum Einsatz bringen kann. Gerade in Tagen wie diesen dürfte das von Nutzen sein.

Hautpuder bei vermehrtem Schwitzen:

Die ausgeschüttelten Bärlappsporen bilden eine gelbliche feinpulvrige Masse, die einen ähnlichen Effekt wie ein Löschblatt besitzt. Diese kann vor allem dann zum Einsatz kommen, wenn man unter lästigem Achselschweiß leidet oder wenn sich Patienten wundgelegen haben. Bärlappsporen wirken als Wundpuder kühlend und schmerzableitend. Am besten besorgt man sich die Bärlappsporen im Fachhandel. Er ist ebenfalls beim Verein Freunde der Heilkräuter in Karlstein erhältlich.


Bärlapp ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Ein probater Schutzschild

Aus Gänseblümchen gefertigt

Zeit ist Mangelware. Entweder stellen diejenigen es fest, deren berufliche Leistung in vielen Stunden des Tages und der Nacht gefordert ist oder man kommt unversehens darauf, wenn es gilt, vom zu Ende gehenden Urlaub wiederum Richtung Heimat aufzubrechen, obwohl man sich erst so richtig an die angenehmen Umstände gewöhnt hätte. Ähnlich verhält es sich auch bei interessanten Sendungen im Rundfunk, die man sich aber dank moderner Technik wiederholte Male übers Internet ansehen oder -hören kann. Bei den Pflanzen ist es das Gänseblümchen, das eigentlich das ganze Jahr über aktiv bleibt. Haben wir womöglich im Frühjahr danach getrachtet, es zur Stärkung unserer Gesundheit zu verwenden, so konnte es leicht geschehen, dass uns die Betriebsamkeit des Alltags einmal mehr davon abgehalten hat, auf dieses wertvolle Geschöpf Gottes zu achten und von seiner Anwesenheit zu profitieren. Aber das ist noch das geringere Übel. Wenn es uns an Zeit mangelt, dann kann es unbemerkt passieren, dass unser Körper ebenfalls immer weniger Beachtung erhält und er daher von sich aus dafür sorgen muss, die nötige Fürsorge einzufordern. Und so sendet er Signale aus, die in einer Dysfunktion eines Organs oder in Form einer Krankheit zum Ausdruck kommen. Es ist unter diesem Aspekt ja ebenfalls nicht verwunderlich, wenn sich Infekte oder Schwächen dann immer wieder von neuem einstellen. Tragisch wird es jedoch, wenn sich aus einer physischen Beeinträchtigung ein chronischer Krankheitsverlauf entwickelt, dem schwer mehr Einhalt geboten werden kann. Es liegt mir fern, in diesem Falle ein pflanzliches Wundermittel zu propagieren, das ohnehin nicht den hohen Erwartungen entsprechen könnte, die an das Kraut von Heilungssuchenden gestellt werden würde. Aber wer Zeit findet, um regelmäßig auf die eigene Gesundheit zu schauen, der darf dabei das Gänseblümchen zu Hilfe nehmen.

Den Organismus wappnen:

Wer das Gefühl hat, dass sich bei ihm (ihr) Krankheiten und Erkältungen öfter als bei anderen einstellen, sollte das nicht auf die leichte Schulter nehmen. Um die Immunkräfte zu fördern, kann man eine kleine Kur durchführen. Dabei ist es ratsam, vom frischen oder getrockneten blühenden Kraut der Gänseblümchen 3 Wochen lang einen Tee im Heißaufguss zu bereiten, von dem man am besten täglich 2 Tassen voll trinkt. Diese Anwendung ersetzt jedoch nicht die kompetente medizinische Diagnose durch den Arzt.


Gänseblümchen ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Eine „Jagd“ mit guten Folgen

Dem Löwenzahn auf der Spur bleiben

Leider wiederholen sich Vorfälle wie jüngst anscheinend immer noch. Der Schlagzeilen waren viele zu lesen, in denen es um die Tötung des Löwen Cecil in Simbabwe ging. Berechtigterweise richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Großwildjagd, die lediglich das Ergattern einer spektakulären Trophäe fernab jeglicher verantwortungsvoller Hege zum Ziel hat. Bestimmt können wir den Jagdtrieb im Menschen nicht leugnen, wenn wir auf die vergangenen Jahrtausende unserer Präsenz auf Erden zurückblicken. Dennoch will ich diesen lieber verwenden, um den Pflanzen hinterher zu „pirschen“. Der Löwenzahn (Taraxacum officinale) darf ruhig unser Interesse wecken. Gewiss ist es im Frühjahr ganz leicht, diesen auf Wiesen und Wegrändern zu erspähen. In voller Üppigkeit überdecken dann zumindest eine Zeit lang die goldgelben Blüten des bekannten Bitterkrautes die angesprochenen Standorte. Noch bevor diese Pracht in den zurückliegenden Monaten zur Geltung kam, gingen Kundige daran, die kleinen frischen Blätter zu sammeln und zu verarbeiten. Desgleichen geschah dies mit den noch geschlossenen Blütenknospen, die man ähnlich wie Kapern einlegen und als kulinarische Zutat verwenden kann. Jetzt, da sich die Sonne bereits gewendet hat und das Jahr voranschreitet, ist es schon schwieriger, auf den Löwenzahn zu treffen. Man muss ganz genau in der Wiese zu Boden blicken, um die eine oder andere Blattrosette von deren Umgebung zu unterscheiden und als das begehrte Kraut zu erkennen. Die Blätter des Löwenzahns lassen sich sicherlich das ganze Jahr über verwenden. Man achte jedoch, dass man nach relativ kleinen und zarten Exemplaren greift. Besser ist es noch, das bereits im Frühjahr eingebrachte Erntegut an Löwenzahn in der eigenen Hausapotheke ausfindig zu machen, um es für die eigene Gesundheit zu nutzen. In diesem Sinne wünsche ich allen, die sich durch meine Zeilen an den Löwenzahn erinnert fühlen, ein schmunzelndes Weidmannsheil!

Tee aus Löwenzahnblättern:

Um an die Pflanzendroge des Löwenzahns heranzukommen, kann jeder selbst rechtzeitig dafür sorgen, die Blätter an sauberen Standorten zu pflücken und zu trocknen. Gewiss lassen sich auch frisch geerntete Blätter für einen Tee verwenden. Immer wieder kann man sich eine Schale davon anrichten, um sie am Morgen und zwischendurch im Verlauf des Tages zu trinken. Der Löwenzahn regt nämlich die Tätigkeit der Drüsen an und stärkt in diesem Sinne vor allem die Bauchspeicheldrüse, die Leber sowie ebenfalls die Nieren.


Löwenzahn ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Die Verdauung in Schuss halten

Die Eberraute ansetzen

Wer den Begriff „Wermut“ in den Mund nimmt, löst bei vielen Zuhörern eine Assoziation aus, die den Gedanken Richtung eines beliebten Aperitifs laufen lässt. Ohne bekannte Marken eines derartigen Getränks nennen zu müssen, vertraue ich darauf, dass ohnehin die Werbung dafür sorgt, dass man diese Spezialitäten nicht so schnell vergisst. In unseren Gärten finden wir ja des Öfteren den Echten Wermut, der hierzulande der Pflege des Menschen bedarf und nur selten verwildert. Ein ihm verwandtes Gewächs ist die Eberraute (Artemisia abrotanum), die mit ihrer Bezeichnung eher darauf verweist, es mit einem Rautengewächs zu tun zu haben, zu dessen Familie wiederum auch die Bäume und Sträucher zählen, die allseits geschätzte Zitrusfrüchte hervorbringen. Aber die Eberraute ist eine Variation des Wermuts und hat ihre ursprüngliche Heimat in den Urlaubsländern wie Kroatien oder Bosnien und Herzegowina. Botanisch zählt dieses Kraut zu den Korbblütlern wie eben auch der Echte Wermut oder der bei uns heimische Beifuß. Dennoch fühlt man sich an die eben angesprochenen Zitronen erinnert, da die oberirdischen Pflanzenteile einen sehr erfrischenden Duft verströmen. Dafür verantwortlich zeichnen die ätherischen Öle, die in der Eberraute vorhanden sind. Weiters zählen aber auch Bitter- und Gerbstoffe zu den markanten geschmacklichen Erkennungszeichen des einst sehr häufig verwendeten Gewürzes. Wenn nun erneut eine Hitzewelle im Anzug ist, so wissen wir, dass es gerade im Sommer ebenfalls zu Beeinträchtigungen des menschlichen Verdauungstraktes kommen kann, je höher die Temperaturskala auf den Thermometern steigt. Diejenigen, die dann mit dem Kreislauf Schwierigkeiten bekommen, klagen parallel dazu über ein flaues Gefühl, das in der Bauchgegend festzustellen ist und den gesunden Appetit einschränkt. Vielleicht zeigt die Begegnung mit der Eberraute einen Ausweg aus dieser Situation auf.

Das Kraut ins Wasser legen:

Von frischen zerkleinerten Blättern der Eberraute nimmt man 1 Esslöffel voll und setzt diese über Nacht in 1 Liter kaltem reinen Trinkwasser an. Am nächsten Tag seiht man das Kraut ab und lässt den Ansatz griffbereit in einem zugedeckten Krug stehen, um über den Tag verteilt öfter ein Glas davon zu trinken. Das bewährt sich vor allem bei Verdauungsstörungen, aber auch bei Blähungen, Durchfall und Appetitlosigkeit. Durch seine harntreibende Eigenschaft wirkt es überdies reinigend auf den Organismus.


Eberraute ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Mit Wein kochen

Die Vogelmiere eignet sich dazu

Ein viel gehegter Wunsch ist es, sich den Himmel auf die Erde zu holen. Das gilt für Menschen in Kriegsgebieten genauso wie für die romantische Sehnsucht eines frisch verliebten Pärchens. So sehr viele dies aus unterschiedlichsten Gründen auch verlangen mögen, bleibt es die Sache Gottes, wie und in welcher Weise er uns das Heil nahe bringt. In der Natur gibt es einige pflanzliche Bilder, die auf das aufgespannte sternenbestückte Gewölbe über unseren Köpfen zeichenhaft verweisen. Die Vogelmiere (Stellaria media) bekundet allein schon durch ihren wissenschaftlichen Namen diese Tatsache (das lateinische Wort für Stern lautet nämlich: stella). Zu den irdischen Freuden wiederum zählen die Ergebnisse, die durch die Früchte der Erde und das liebevolle Zutun menschlicher Hände bereitet werden und die nicht nur dem Gaumen schmeicheln, sondern auch als Trank oder Speise den Körper kräftigen und mit Energie versorgen können. Eine derartige Gabe, die wir jedoch ebenfalls dem Schöpfer zuschreiben dürfen, ist der Wein. In der christlichen Liturgie beinhaltet der vergorene Rebensaft ohnehin die Zuwendung Gottes zu unserer Erde und der darauf lebenden Menschen. Und er ist Zeichen der Freude, die auf der Welt beginnt und schließlich in den Himmel auf ewig und unbegrenzt einmündet. Stellen wir uns jedoch der Realität, die uns offenkundig zugemutet wird. Da gibt es auch Zeiten der körperlichen und organischen Schwäche. Mit der Vogelmiere haben wir ein Kraut an unserer Seite, das durchaus mit sehr niedrigen und erdnahen Gegebenheiten zurechtkommt. Das können wir allein schon an ihrem Wuchs ablesen. In den Pflanzenteilen sind wertvolle Schleim- und Mineralstoffe enthalten, die gerade in Perioden der Abgespanntheit und des Mangels an Stärke vonnöten sein können.

Vogelmieren-Wein zubereiten:

Vom frischen und blühenden Kraut der Vogelmiere schneidet man ein paar Triebe ab, reinigt und zerkleinert diese. Vom Ergebnis nimmt man 2 Teelöffel voll und gibt sie in 1/4 Liter guten Rotwein. Beides kocht man zusammen kurz auf. Das Kraut wird hernach abgeseiht. Bei Schwächezuständen kann man vom Vogelmieren-Wein in regelmäßigen Abständen einen Schluck zu sich nehmen, um erneut zu Kräften zu kommen.


Vogelmiere ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Den Pferdefreunden etwas abschauen

Den Hafer jedoch selbst verwenden

Am Wochenende hat man für so manch angenehme Beschäftigung die nötige Zeit und Muße, sofern man nicht einer dienstleistenden Arbeit nachgehen muss. Viele verbringen ihre Zeit mit Tieren, die generell das Leben der oft überzivilisierten Spezies homo sapiens überaus bereichern können. Gewiss sind Tiere wie z. B. Pferde nicht nur zum Vergnügen da, sondern sie bedürfen der artgerechten und adäquaten Pflege. Beim Thema Pferdefutter wird sicherlich vielen das Getreide Hafer einfallen. In welcher Weise dieses meines Erachtens seltener kultivierte Korn den Huftieren verabreicht werden soll, mögen jene entscheiden, die in der Haltung und Zucht von Pferden genügend Erfahrung haben. Die freien Stunden zwischen den Arbeitstagen sollten aber auch dazu da sein, damit wir uns selbst etwas Gutes tun und einmal darangehen, mit dem Hafer zu experimentieren, um ihn wiederum erneut in das Blickfeld unserer Ernährungsweise hereinzuholen. Gewiss sind Haferflocken sehr häufig ein Bestandteil verschiedener Müslis oder ähnlicher Gerichte, die des Morgens mehr oder weniger lustvoll hineingeschlürft werden. Andererseits haben die zerquetschten Körner den Geruch einer eher nur in Rekonvaleszenz zu verabreichenden und ebenfalls zu konsumierenden Speise. Solange der Sommer noch anhält, sollen wir permanent daran denken, dem Körper genug Flüssigkeit zuzuführen, um ihn auf Schwung zu halten. Dass der Hafer damit auch in Verbindung stehen kann, wird vielleicht manche verwundern. Aber aus dem nicht nur für Pferde reservierten Getreide lässt sich ebenfalls ein Getränk anrichten. Bevor man dies jedoch kategorisch ablehnt, sollte man es einmal ausprobieren.

Belebender Hafertrank:

Eine Menge von 2 Litern Haferkörner wird unter fließendem kalten Wasser gewaschen. Danach stellt man das gereinigte Getreide in 3 Liter kaltem Wasser in einem Topf auf den Herd. Bis zur Hälfte einkochen und dann sofort abseihen. Den Absud wiederum lässt man abkühlen und rührt dann eine beliebige Menge an Honig hinein. Über den Tag verteilt kann man das Hafergetränk schluckweise zu sich nehmen. Das hat auf den Gesamtorganismus eine aufbauende und stärkende Wirkung. Vor der Verwendung des Hafers sollte man darauf achten, dass dieser in biologischer Weise am Acker heranwachsen konnte.


Hafer ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Den Drang regulieren

Eibisch und das Abgeben des Harns

Die Malvengewächse haben viele Formen und Arten. Ein Besuch des Kräutergartens, der dem Stift Geras vorgelagert ist, zahlt sich allein deswegen schon aus, weil man dort dem Eibisch begegnen kann. Viele kennen die Blüten dieses Gewächses, weil so manches gesundheitsunterstützende Produkt damit beworben wird, aber wie dieses stattlich wachsende Kraut in Wirklichkeit aussieht, steht doch für die meisten sprichwörtlich auf einem anderen Zettel. Wer sich mit Kräutern befasst, der sollte also generell zuvor mit ihnen eine gute Beziehung eingehen, bevor er sie gebraucht. Sonst kann es geschehen, dass man zwar den Nutzen des jeweiligen Gewächses beanspruchen möchte, darüber hinaus aber kein Interesse hegt, den Lebensbedingungen des Eibischs gerecht zu werden. So ist es mir als erstes wichtig, dass es diese Malvenart gibt und man sie ebenfalls kennt (siehe Illustration). In seiner Heilwirkung wiederum verwendet man den Eibisch (Althaea officinalis) schon seit vielen Generationen, um einerseits die Atemwege im Falle einer Infektion mit einer lindernden Maßnahme zu bedenken, andererseits hilft der hohe Schleimgehalt, der sich in allen seinen Pflanzenteilen vorfinden lässt, mit, um bei Geschwüren des Magen- und Darmtraktes eine Besserung herbeizuführen. Ein körperlicher Bereich, der überdies vom Eibisch profitiert, ist die Blase und die mit ihr verbundenen Harnleiter und Harnröhre. Dieser urologische Bereich kann leider ebenfalls durch verschiedene Gründe eine gesundheitliche Beeinträchtigung erfahren, die zumeist nicht ohne Folgen auf das reguläre Abgeben des Harns bleibt. Dies wiederum wirkt sich direkt auf das allgemeine Wohlbefinden der Betroffenen aus. Da der Eibisch gerade in voller Blüte steht, erinnert er allein schon dadurch daran, dass er uns Menschen sehr wohl in verschiedenen Anliegen begleitend beistehen kann.

Tee aus frischem Eibisch:

Vom Beet, auf dem der Eibisch seinen Platz im Garten hat, kann man die Blätter und die Blüten abzupfen und ein wenig zerkleinern. Einen Esslöffel davon setzt man in 1/4 Liter kaltem Wasser über Nacht an. Am Morgen seiht man den Ansatz ab und erwärmt ihn leicht. Danach trinkt man ihn schluckweise. Bei Schwierigkeiten mit der Harnabgabe kann man das auch noch tagsüber 2-mal wiederholen. Eibischtee soll dabei aber nie im Heißaufguss zubereitet werden, sondern im Kaltansatz. Bei Veränderungen rund um den Blasenbereich sollte man jedoch generell nicht zögern, eine ärztliche Diagnose der Symptome vornehmen zu lassen.


Eibisch ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya