Einen Weg hinter sich lassen

Labkraut hilft eine gesunde Distanz schaffen

Wer sich wünscht, wieder ganz jung zu sein, der muss sich bewusst sein, mit diesem Verlangen anachronistisch in die Vergangenheit zurück zu schlittern. Heute stehen wir vor dem Abschluss eines Kalenderjahres. Jeder weiß persönlich, was diese Zeitspanne alles beinhaltet. Auf jeden Fall war es ein Stück des Lebensweges. An den Rainen, Wald- und Straßenrändern stand auch heuer wieder das Gelbe Labkraut (Galium verum). Mit seiner grazilen Wuchsgestalt zeigt es sich alljährlich in beständiger Treue. Dieses stete Sich-Erneuern weist auch uns darauf hin, dass unsere zeitliche Existenz nicht etwas Statisches ist. Unser Leben darf im Fluss bleiben. Wer an jedem Ärger, an jedem Schicksal hängen bleibt wie eine Klette, der darf sich nicht wundern, wenn sich so manches im Inneren aufstaut. Dieser physische Missstand hat natürlich auch negative Folgen für unseren Organismus. Mancher seelische und körperliche Alterungsprozess ließe sich verlangsamen, wenn sich wenige oder gar keine Anhäufungen dieser Art bilden würden. Nach jeder Aufregung sollte man daher tunlichst danach trachten, sich wieder zu besänftigen. Viele Drüsen tragen in unserem Leib dazu bei, dass sich der Mensch von innen her regelmäßig reinigt. Das Gelbe Labkraut sorgt für ein gutes Funktionieren dieser wichtigen Teile unserer Physis. Es hilft mit, Enzyme zu erzeugen und die Verdauungstätigkeit in Schuss zu halten. Und es kann uns dabei unterstützen, wieder milde und gelassen zu werden. Es steht sich nicht dafür, einen wie auch immer gearteten Ärger über die Schwelle des Jahreswechsels zu tragen. Um dies bewerkstelligen zu können, darf man ruhig seine eigenen positiven Kräfte mobilisieren und vor allem bescheiden werden. Und jeder Ärger trifft fast immer nur sich selber und kaum je die Person, die dafür verantwortlich ist. Ich wünsche allen einen besänftigten Jahreswechsel!

Labkraut als Badezusatz:

Zwischen 50 und 100 g getrockneter Blütenstände des Gelben Labkrautes werden mit 3 Liter kochendem Wasser übergossen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen. Den Tee ins Badewasser geben und 15 Minuten darin genüsslich verweilen. Diese Anwendung hat eine starke harntreibende Wirkung und stimmt das Gemüt sehr milde.

Labkraut Gelbes ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Wider den Pessimismus

Eisenkraut öffnet der Zuversicht die Tür

Vor kurzem war noch in der Umfrage eines Meinungsforschungsinstituts zu lesen, dass zum Jahreswechsel der Optimismus der Österreicher den zweiten Rang in der Statistik einnimmt. An erster Stelle steht der Zweifel an einer besseren Zukunft. Nun, ganz realistisch gesehen mag die eine oder andere Sorge ihren berechtigten Grund haben. Dennoch gibt es Möglichkeiten, dem allgemeinen pessimistischen Sog zu entkommen. Das Echte Eisenkraut (Verbena officinalis), das unter anderem in manchen Gegenden als Wunschkraut bezeichnet wird, eröffnet uns durch sein Wesen und seine Ausstrahlung positive Perspektiven für die uns geschenkte zeitliche Frist. Auch hierfür gibt es durchaus handfeste Gründe. Diese bestehen in den Heilwirkungen der zur Familie der Verbenen zählenden Heilpflanze. Diese seien hier aufgezählt: entkrampfend, antirheumatisch, beruhigend, lindernd bei Migräne und Trigeminusneuralgien und nicht zuletzt hilfreich vor und nach der Geburt eines Kindes. Wir feiern immer noch Weihnachten (liturgisch (röm.-kath.) dauert diese Festzeit ja bis zum 11. Jänner 2015) und denken dabei an den neugeborenen Jesus von Nazareth. Mit ihm schauen wir auf alle Kinder, die gerade vor kurzem das Licht der Welt erblickt haben. Werden wir diesen neuen und einmaligen Menschen gerecht, wenn wir ihnen unbedacht unseren Pessimismus im wahrsten Sinne des Wortes aufbrummen? Ist es nicht umgekehrt viel segenreicher, nach Möglichkeiten der Lebensgestaltung auszublicken, die einer hoffnungsvollen Lebenseinstellung den eindeutigen Vorrang gibt? Unter diesem Aspekt darf das Eisenkraut seine ihm gebührende Wertschätzung erfahren. Denn es stimuliert auf eine ganz natürliche Art die Lebensfreude, die uns selbst über Wasser hält und die wir anderen weitergeben dürfen. Durch einen gestärkten Organismus findet nämlich auch unser Geist den rechten Halt, aufgrund dessen er positive Visionen auf die noch leere Kalenderwand des künftigen Jahres wirft.

Bitterstoffe wirken positiv:

Magenschmerzen, Durchfall und ein nervöser Darm sind oft Resultat einer wie auch immer gearteten negativen Lebenseinstellung. In diesem Fall ist es ratsam, ab und zu ein paar Tassen Eisenkraut-Tee als Tagesgetränk zu sich zu nehmen. Bei Erkältungen kann man zudem mit Eisenkraut-Tee gurgeln, um wieder leichter seine Stimme verwenden zu können. Und Bitterstoffe, die auch im Eisenkraut enthalten sind, ziehen unsere Gewebszellen zusammen und machen sie dadurch aktiver und reaktionsfähiger.

Eisenkraut ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Nicht nur Geschirrspülen

Mit dem Zinnkraut den Mund säubern

Was gilt es im alten Jahr noch zu erledigen? Vielleicht die eine oder andere Rechnung bezahlen, einen Besuch zur Weihnachtszeit noch erledigen, und ähnliches mehr. Das Aufsuchen eines Zahnarztes wird wohl erst nach Silvester wieder ins Auge gefasst werden, um endlich den Ist-Zustand des Gebisses eruieren zu lassen. Die Pflanzen haben es im Vergleich zu den Menschen viel leichter. Aufgrund eines fehlenden Gebisses bleiben ihnen das Ausbohren eines löchrigen Zahnes oder gar das Reißen erspart. Das Zinnkraut, auch Ackerschachtelhalm genannt, zählt ebenfalls zu diesen anscheinend bevorzugten Geschöpfen. Wenn wir in längst vergangene Zeiten zurückgehen, wissen wir, dass unsere Altvorderen das Geschirr aus Zinn ganz gerne mithilfe des grünen Krautes des Ackerschachtelhalms gereinigt haben. Daher kommt auch sein landläufiger Name. Heutzutage steht auf dem Tisch Porzellan bzw. anderes pflegeleichtes Material, und ein Geschirrspüler erledigt die meiste Arbeit, wenn es gilt, die Berge an benützten Tellern und Schüsseln nach dem Essen wieder zu reinigen. Was aber immer noch Gültigkeit besitzt, ist die Tatsache, dass das Zinnkraut sehr viel Kieselsäure enthält, die ebenso unserem Körper zugute kommt. Diesen sauber zu halten, ist wohl für die meisten von uns eine Selbstverständlichkeit. Darüber hinaus gilt es jedoch, auch die nicht sichtbaren Bereiche vital und einsatzbereit zu halten. Dazu zählt vor allem unsere Mundhöhle mitsamt den innenliegenden Zähnen. Eine Bürste dafür und die geeignete Zahnpaste leisten sozusagen die Grundversorgung für die tägliche Reinigung unserer Beißerchen. Darüber hinaus sorgen verschiedene Kräuter dafür, dass das Zahnfleisch gestärkt und die eigentliche Struktur der Zahnoberfläche gefestigt wird. Das Zinnkraut sollte daher auch eingeladen werden, für die Gesundheit unseres Gebisses einen Beitrag leisten zu dürfen.

Zinnkraut-Tee hilft Karies zu bremsen:

Vom Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) verwendet man nur das grüne Kraut. Um der Zahnfäule entgegenzuwirken, nimmt man am besten 1 Esslöffel voll getrocknetes Zinnkraut. Dieses setzt man 3 Stunden lang in 1/4 Liter kaltem Wasser an. Danach kurz aufkochen und abseihen. Zum Gurgeln verwenden, wenn es eine gute Temperatur erreicht hat. Das hält die Mundhöhle sauber und stärkt die Zähne.

Ackerschachtelhalm oder Zinnkraut ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Trockenheit im Mund

Mit drei Körnern den Speichelfluss fördern

High Speed in der Kommunikation bringt sehr viele Vorteile. Wir alle wissen das. Über die Schattenseiten einer immer mehr beschleunigten Lebenskultur schweigt aber vielfach die Wirtschaftswelt. Je größer das Pensum der zu erledigenden Arbeit ist, desto schneller muss auch das Essen vonstatten gehen. Kein Wunder, dass die Fast-Food-Ketten so sehr beansprucht werden. Sich Zeit nehmen für das Essen ist für viele ein Luxus. Abgesehen von diesen Umständen kann es vorkommen, dass manche unter einer zu geringen Bildung des Speichelsekretes im Mund leiden. Man spricht in diesem Falle auch von einer übermäßigen Trockenheit, die wiederum negative Auswirkungen auf die Verdauung hat. Und diese startet immerhin schon im Mund bei der Aufnahme alles Ess- und Trinkbaren. Je langsamer oder besser gesagt genussvoller die Mahlzeiten eingenommen werden, desto mehr bleibt auch Zeit, die zu kauenden Substanzen einzuspeicheln. Bei einem Runterschlingen im Vorübergehen wird man auf diesen wichtigen Schritt wohl kaum Acht geben. Im Vergleich zu manchem Vieh wie dem Rind, das beim Wiederkäuen pro Tag ein Vielfaches der Menge produziert, die den menschlichen Speicheldrüsen entfließt, scheint ein Tagesvolumen zwischen 1/2 Liter und 2 Liter nicht einmal so viel zu sein. Doch manchmal muss auch nachgeholfen werden. Ganz klar, dass es bereits aus lang vergangenen Zeiten Erfahrungen gibt, die sich heute trotz aller detaillierten und fortschrittlichen wissenschaftlichen Erkenntnisse als immer noch gültig und wertvoll erweisen. Dazu zählen eben manche Gewürze, die indirekt den Speichelfluss ankurbeln. Oder man setzt diese ganz bewusst ein.

Samen von Kümmel, Fenchel und Anis kauen:

Die Mischung ist leicht hergestellt. Sie besteht aus 3 Teilen Kümmelfrüchten, 2 Teilen Fenchelsamen und 1 Teil Aniskörnern. Aus einem Gewürzbehälter, wo man dieses Dreiergespann aufbewahrt, nimmt man vor jeder Mahlzeit 1/2 Teelöffel voll in den Mund und kaut ihn gut durch. Danach hinunterschlucken. So werden die Speicheldrüsen ganz natürlich dazu animiert, die Produktion des Verdauungssaftes in vermehrtem Maß auszuführen.

Fenchel ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Die Sternsinger sind bald wieder unterwegs

Den Weihrauch haben sie mit dabei

Für jemanden einen Weg gehen. Für jemanden eine Spende erbitten. Weltweite Solidarität ermöglichen. Für eine gerechtere Welt. – Das sind keine leeren Phrasen. Die Sternsingeraktion der Katholischen Jungschar verwirklicht das in den nächsten Tagen ganz konkret. Lassen Sie bitte die Türen nicht versperrt, sondern schließen Sie sich einfach an, um an tatsächlicher Hilfe mitzuwirken! Die verkleideten Heiligen Drei Könige haben meist auch den Weihrauch mit dabei. Eine wichtige Gabe an das Jesuskind und an uns. Ein wertvolles und wohlriechendes Zeichen. Und ein gesundheitlicher Beitrag mit langer Tradition. Dort, wo Häuser, Arbeitsstätten und Ställe rund um den Jahreswechsel im weihnachtlichen Festkreis ausgeräuchert werden, bringt dieser Brauch es auch mit sich, dass Wände, Einrichtung und Raumluft durch den Eintrag des balsamischen Duftes desinfiziert und gereinigt werden. Hildegard von Bingen war davon überzeugt, dass der Kontakt mit Weihrauch gut für die Augen und das Gehirn sein. Sie sprach in diesem Zusammenhang ebenfalls von der purifizierenden Wirkung des Weihrauchs. Im liturgischen Gebrauch der Christen hilft der Gebrauch der gut duftenden (von der Qualität des eingesetzten Harzes abhängig) Wolken mit, das gegenwärtige Heilige zu verdeutlichen. Und immer dort, wo Gebet und sakrale Zeremonien mit ganzem Herzen mitgetragen werden, geschieht auch Heil. Unser Leib soll aufgrund der sinnlichen Erfahrungen innerhalb der Liturgien nicht zu kurz kommen. In der Naturheilkunde ebenfalls nicht. Die Haut ist in diesem Sinne Adressatin der guten Wirkung des Weihrauchs. Mithilfe einer Wasserdampfdestillation wird ein ätherisches Öl gewonnen, das im austretenden Harz des Balsambaumes enthalten ist.

Weihrauch-Öl und Karottenbrei:

Um der Haut einen frischen Teint zu verleihen, kann man folgendes ausprobieren: Abends legt man eine Mischung auf frisch geriebenen Karotten und etwas Honig 1/2 Stunde lang auf die Haut auf. Danach warm abwaschen und kalt nachspülen. Morgens die gleiche Zone zuerst heiß und dann kalt abwaschen. Abtrocknen und mit etwas ätherischem Weihrauch-Öl gut einmassieren. Eventuell ganz wenig Olivenöl zum Abschluss auftragen, sollte das ätherische Öl die Haut zu sehr durch das Verdampfen austrocknen.

Weihrauchpfanne ⓒ Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Wie ein Engel wirken

Die Echte Engelwurz steht uns bei

Ein oder mehrere Male wurde nun schon das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ gesungen. Viel zu wenige bedenken dabei, dass dieser Gesang samt seinem zu Herzen gehenden Text einer der wichtigsten „Exportartikel“ unserer schönen Heimat ist. Bald sind es 200 Jahre, dass jedes Jahr die Menschen davon zehren. In der letzten Strophe des Liedes kommt der Engel Halleluja zur Sprache. Das leitet meine Gedanken hin zu einer Pflanze, die ebenfalls zu den vielen Krippen, die rund um den Erdball aufgestellt sind, passen würde: die Echte Engelwurz (Angelica archangelica). In der durchaus stattlichen und gleichzeitig edel gewachsenen Repräsentantin der Doldenblütler vereinen sich auf wunderbare Weise die Kräfte des Lichtes und der Wärme. Sind das nicht gleichzeitig die Eigenschaften, die wir bei den wirklichen Engeln vorfinden, die Gott zu den Menschen gesandt hat, die in den weihnachtlichen Geschichten der Bibel eine bedeutende Rolle spielen. Den Hirten auf dem Felde erscheint ein Licht und ihnen wird mitten in die Nacht hinein Licht und Freude gebracht. Der heilige Josef, der oft ganz bescheiden im Hintergrund der Krippen zu finden ist, lässt sich vom Engel leiten, der ihm im Traun erscheint. Genau dadurch tut er das Rechte und kann die Wege bahnen, die Jesus das Überleben ermöglichen. Die Echte Engelwurz, von der alle Pflanzenteile in der Naturheilkunde Anwendung finden können, hilft vor allem mit, den Körper zu wappnen und ihn ein wenig resistenter gegenüber den oft plötzlich vorhandenen Angstgefühlen zu machen. Das Vertrauen, das in Zeiten wie den Unsrigen Mangelware ist, findet sich bei jenen umso mehr, die sich von einem Engel behütet wissen. Warum also nicht die Echte Engelwurz zu Hilfe nehmen, da sie doch auch eine Botin der Vorsehung Gottes ist? Es möge bei allen, die diese Zeilen lesen, so gut wie möglich der Friede einkehren. Dorthin, wo dies unmöglich erscheint, möge Gott seine Engel schicken, um erneut Hoffnung zu schenken.

Engelwurz-Weinansatz für die Verdauung:

60 g von getrockneter und zerkleinerter Wurzel der Echten Engelwurz werden in 1 Liter trockenem Weißwein 14 Tage lang angesetzt. Danach abseihen und filtrieren. Um einer besseren Verdauung auf die Sprünge zu helfen, nehme man von dem kühlgestellten Auszug nach jeder Mahlzeit einen Esslöffel voll ein. Eine intakte Körpermitte unterstützt auch ein besseres Sich-Geborgen-Wissen, das dem Vertrauen wieder mehr Raum gibt.

Engelwurz Echte ⓒ Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Das Kind lag in einer Krippe

Womöglich war sie voller Haferstroh

Ich freue mich schon auf heute Abend! Nach all den Tagen, in denen noch vieles erledigt werden musste, hat jeder, der Weihnachten feiern möchte, alles, was unnötig unsere Kräfte strapaziert, hintanzustellen. Wir feiern die Geburt Jesu Christi, der als Neugeborener in Windeln gewickelt und in eine Krippe gelegt wurde. In den Kirchen und in den Häusern wird heute die dementsprechende Stelle aus der Heiligen Schrift verlesen werden. Ob es sich um Haferstroh handelte, worauf unser Herr und Heiland nach seiner Entbindung gelegen hat, bleibt wohl Gegenstand exegetischer Spekulationen. Dennoch wissen wir aufgrund der Erfahrungen aus der Landwirtschaft, dass das Haferstroh niemals gering eingeschätzt wurde, dient es doch bis heute dem Vieh als Futter. Für das Wohlergehen unseres Körpers ist es zudem gut, die Haferkörner in verschieden aufbereiteter Form der Verdauung zuzuführen. Das geht auch unterwegs im Urlaub. In den Hotels findet man beim Frühstücksbuffet ganz leicht die Gelegenheit, das eigene Müsli mit einer Zugabe an Haferflocken gleichsam zu komponieren und so dem Leib etwas Gutes zu tun. Doch nun zurück zum Stroh! Wenn ein Versprechen eingelöst wird, dann ist man innerlich ruhig und zusätzlich voller Freude. Bei der Menschwerdung Gottes handelt es sich um das Erfüllt-Sein einer Verheißung, die viele Generationen hoffen ließ. Wir selber brauchen auch heute, 2000 Jahre nach diesem heilbringenden Ereignis, dieses Geschenk, um zur Ruhe zu kommen. Ich wünsche allen Lesern ein gesegnetes und zufriedenes Weihnachtsfest! In der Christmette werde ich für Sie alle beten!

Haferstroh-Bad:

Frisches Haferstroh wird kleingeschnitten. Damit füllt man ein 3 Liter fassendes Gefäß bis zur Hälfte an, um danach genügend kaltes Wasser darüberzugießen. Auf den Herd auf Sparflamme stellen und ca. 1/2 Stunde lang kochen lassen. Währenddessen das verdunstete Wasser mittels Zuguss ergänzen. Danach abseihen und in die mit warmem Wasser gefüllte Badewanne leeren. 1/4 Stunde im Wasser bleiben. Diese Anwendung hat einen beruhigenden Effekt, ist hautfreundlich und hilft auch bei Nieren- bzw. Blasenbeschwerden.

Hafer ⓒ Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Noch einmal Kraft tanken

Einfaches Hausmittel mit Salbei

Weihnachten steht vor der Tür! Der Countdown hat begonnen! Jetzt gilt es, die letzten Vorbereitungen zu erledigen. Schade, dass dabei so manche Aufmerksamkeit für unsere Gesundheit flöten geht. Natürlich schlägt momentan das Argument der Zeitknappheit alle Einwände in dieser Richtung. Der Salbei (Salvia officinalis) ist uns allen wohl bekannt. Gleich kommt einem da die Erkältung der Atemwege in den Sinn, wofür der Lippenblütler einige heilende Kräfte anzubieten hat. Oder denken wir nur an die Regulierung der Schweißdrüsen auf unserer Haut, die man mithilfe des Salbeis besser in den Griff bekommen kann. Gut, das Aufstellen der Christbäume kann sehr wohl eine schweißtreibende Angelegenheit sein. Eine reinigende Dusche ist zum Abschluss der Arbeiten wohl das Beste, um sich wieder wohl zu fühlen. Aufgrund der warmen Temperaturen bleiben hoffentlich auch der Husten und das Halsweh aus. Was also tun mit dem Salbei? In Zeiten der Hektik ist es vor allem wichtig, dass unser Blut seine Transportarbeit innerhalb unseres Organismus gut erledigt. Wir dürfen unseren roten lebenserhaltenden Körpersaft ruhig mit einem verlässlichen Zustelldienst vergleichen, der ein 24-Stunden-Service von vornherein im Arbeitsprogramm hat. Es ist also nicht nur wichtig, dass die bestellten Pakete vor Weihnachten rechtzeitig eintreffen. Vielmehr ist es von Bedeutung, dass wir bis zum Heiligen Abend in voller Kraft durchhalten und uns von den Gaben der Schöpfung beschenken lassen, die das ganze Jahr über für uns bereit liegen.

Weinaufguss mit Salbei:

Dafür nehme man einen guten Weißwein. In 1/4 Liter davon gibt man 1 Esslöffel voll getrockneter und zerkleinerter Salbeiblätter und lässt beides zusammen 1 Stunde lang stehen. Danach seiht man den so entstandenen Kräuterwein ab. Vor dem Mittagessen kann man sich dieses Stärkungsmittel schluckweise genehmigen. Wie viel man davon trinkt, möge jeder selbst bestimmen. Man kann die gewonnene Menge auch über den Tag verteilen, um so das Blut zu reinigen und den Körper in Stresssituationen fit zu halten.

Salbei ⓒ Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Mehr als einen Tee nur trinken

Käsepappeltee kann äußerlich angewendet werden

Eben habe ich mir wieder eine Schale voll Tee angerichtet. Viel zu wenig denke ich an die Flüssigkeitszufuhr für meinen Körper. Wenn der Kopf voller Gedanken ist, der Kalender einen Termin nach dem anderen drinnen stehen hat und das Handy keine Ruhe gibt, kann das passieren. Wer einen Tee trinkt, der liefert dem Leib auch gleichzeitig die nötige gesundheitliche Unterstützung. Schauen wir doch einmal auf das Kraut der Wegmalve (Malva neglecta). Dieses bescheidene Gewächs gedeiht an mageren Standorten sehr gut. Aufgrund der Form seiner Fruchtstände, die an einen Käselaib erinnern, nennt man es auch landläufig einfach Käsepappel. Der zweite Teil dieser Bezeichnung erinnert wiederum an einen breiartigen Umschlag, den man in früheren Zeiten angewandt hat. Und ein Brei ist eben früher „Pappe“ oder „Pappel“ genannt worden. Das hat sich bis heute in dem Ausdruck „Papperl“ erhalten, unter den wir z. B. alle Arten von Kindernahrung subsumieren. Ja, ein Tee kann aber mehr, als nur die Speiseröhre und den Magen zu passieren. Manchmal kann es auch ratsam sein, ihn äußerlich anzuwenden. Übrigens: Will man einen Tee aus getrockneten Pflanzenteilen der Käsepappel zubereiten, dann nimmt man für eine Menge von 1/4 Liter Wasser 2 gehäufte Teelöffel der zerkleinerten Kräuterdroge und setzt diese ca. 8 Stunden lang im kalten Nass an. Erst danach abseihen und auf Trinktemperatur erwärmen. Gerade in der kalten Jahreszeit kann es vorkommen, dass sich der Rachen und so manche Stelle der Haut unter den wärmenden Kleiderschichten entzündet. Da ist ein Tee aus Käsepappel genau das Richtige, um wieder Besserung herbeizuführen.

Gurgel- und Waschsubstanz:

Der fertig zubereitete Tee aus Käsepappelkraut kann bei Mund-, Hals- und Rachenentzündungen als Gurgelwasser verwendet werden. Mehrmaliges Durchführen am Tag ist dabei ratsam. Bei Nagelbettentzündungen, bei Wunden und Geschwüren wiederum sollte man diesen Tee für Waschungen heranziehen, um so einen Heilungsprozess wirkungsvoll zu unterstützen.

Käsepappel ⓒ Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Die Sonne auf dem Mittagstisch

Mit der Ringelblume das Essen garnieren

Am letzten Adventsonntag vor Weihnachten brennen nun alle vier Kerzen am Adventkranz. Somit ist alles am Tisch ringsherum hell erleuchtet, wenn womöglich der Himmel voller Wolken ist. Für mich üben aber auch die Kräuter eine Ausstrahlung auf uns Menschen aus, die einer hellen Lichtquelle gleichkommt. Einen ganz großen Symbolwert in dieser Hinsicht besitzt die Ringelblume (Calendula officinalis). Gewiss wies ich an dieser Stelle schon des Öfteren auf die hohe Heilkraft dieses Korbblütlers hin. Dennoch darf sie sich ruhig auch zur vorweihnachtlichen Gemeinschaft auf dem Mittagstisch inmitten der herrlich angerichteten Speisen hinzugesellen. Wahrscheinlich würden Sie eher für Zimt oder Anis plädieren, denn das wäre ja augenscheinlich im Advent zeitgemäß. Nun, noch stehen die Feiertage bevor und bis zum Tag der Heiligen Drei Könige dauert es immerhin eine Weile. Da brauchen wir eben eine gute Unterstützung für den Leib und darin wiederum vor allem für die Verdauung. Denn vieles steht da bevor, das es zu bewältigen gilt. Die Ringelblume ist eine Heilerin für die Haut und für das Innere unseres Organismus zugleich. Für mich stellt sie in dieser Form eine Botschafterin der Güte Gottes dar, der uns Menschen vor allem durch seine Schöpfung kundtun möchte, wie gern er uns hat. Zu Weihnachten werden wir dann die Sympathie Gottes feiern, die er auf unüberbietbare Weise im Kind von Bethlehem geoffenbart hat. Durch die Geburt Christi nämlich ist gleichsam die Sonne aufgegangen für alle, die meinten, für immer in der Nacht der Ungewissheit bleiben zu müssen. Die Ringelblume mag Vorbotin dieser Freude sein.

Die heiße Suppe schmücken:

Bevor man den Seinen zu Mittag eine gute Suppe serviert, streut man ganz einfach ein Häufchen getrockneter Blütenblätter der Ringelblume hinein. Das Heilkraut, das auf diese Weise mitkonsumiert wird, sorgt dafür, dass die Tätigkeit der Leber und der Gallenblase zugleich eine positive Unterstützung erhalten. Wer gut verdaut, ist automatisch auch besser gelaunt. Und das ist in den Tagen vor Weihnachten ja nicht unwesentlich.

Ringelblume ⓒ Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya