Die Sonne lockt die Blüten hervor

An den Robinien innehalten

Geschmäcker sind nun einmal verschieden. Das war schon immer so. Diese Wahrheit kann aber zu einer steigend höheren Herausforderung werden, je größer die Anzahl der Menschen wird, die mit uns den Großteil der Lebenszeit teilen. Das betrifft aber nicht nur die Weise, sich zu kleiden oder die Häuser zu färben, die Wohnung einzurichten oder die Suppe zu würzen. Immerhin haben wir auch eine Nase, die das eine oder andere Parfum der vorüberziehenden zweibeinigen Individuen angenehm oder abstoßend empfindet. Im letzteren Fall bezeichnen wir die Duftmarke als laut und aufdringlich. Wollten wir nun beginnen, über die verschiedenen „gerüchlichen“ Vorlieben zu diskutieren, würde das Bände füllen, deren Inhalt uns kaum etwas Nachhaltiges für das Leben schenken könnte. In unterschiedlichen Nuancen machen aber auch die blühenden Gewächse auf sich aufmerksam, indem sie Duftstoffe via ihre Blüten in die Atmosphäre abgeben. Das lockt nicht nur die Insekten an, die auf Nahrungssuche sind. Letztlich sind auch wir Menschen dafür dankbar, auf diese Art den beginnenden Sommer riechen zu dürfen. Hierfür liefern Jahr für Jahr die Robinien (Robinia pseudoacacia) ihren angenehmen Beitrag. An trockenen und steinigen Standorten fühlen sie sich besonders wohl, sofern diese an der Sonnenseite liegen. Einst auf dem nordamerikanischen Kontinent heimisch, haben sich diese vor Jahrhunderten als Exoten nach Europa importierten Bäume bereits so sehr mit der heimischen Flora vermischt, dass sie von dieser kaum mehr wegzudenken sind. Die Bienen sammeln aus den Robinienblüten den berühmten – aber namentlich irreleitenden – Akazienhonig, der auf einem süßen Weg das jasminähnliche Aroma der weißen Blütentrauben selbst für den Gaumen noch speichert.

Ein leckeres Magentonikum:

Hat man einen guten Weißwein in der Menge von 1 Liter zur Hand, legt man darin 150 g frisch abgezupfte Robinienblüten hinein und lässt das Gemisch in einem verschlossenen Glas 8 Tage lang bei Zimmertemperatur stehen. Danach seiht man das Ergebnis ab und füllt es in Fläschchen, die man kühl und dunkel lagert. Vom fertigen Robinienwein kann man täglich zwei Gläschen voll trinken, um den Magen zu stärken und das Wohlbefinden zu fördern.

Mit dem Wasser zurechtkommen

Nach der Flut das Leben neu beginnen

Unser Mitgefühl gilt allen Menschen in unserem Land und in ganz Mitteleuropa, die in den vergangenen Tagen von den Wassermassen der Flüsse oder von den Schlammlawinen der abgehenden Muren heimgesucht wurden. Wer niemals einer derartigen Katastrophe ausgeliefert war, kann sich schwer ausmalen, wie tiefgreifend bzw. wie nachhaltig die überschwemmten Anwesen durch das Hochwasser geschädigt sind. In vielen Ortschaften entlang der großen Flüsse hütet man natürlich eine große Erfahrungsgeschichte im Zusammenhang mit den schon dagewesenen Hochwassern, doch immer ist es eine neue logistische und psychische Herausforderung für die Einzelnen, wenn sie wiederum gleichsam beim Punkt Null beginnen müssen. In der Nähe des Wassers zu leben, bedeutet einfach, flexibel mit seinem Gut und seiner Habe umgehen zu können. Im Reich der Pflanzen haben sich sehr viele darauf spezialisiert, am Ufer der oft jahrtausendealten Wasserbahnen ihre Wurzeln zu schlagen und mit jeweils geänderten Bedingungen zurechtzukommen. Viele von uns kennen die Baumarten, die auch diesmal ohne Schaden nach dem Zurückgehen des Wassers die Alleen entlang der Flüsse bilden werden. Denken wir dabei nur an die verschiedenen Weidenarten, die Erlen und die Pappeln, denen es überhaupt nichts ausmacht, wenn ihre Füße (gemeint sind die Wurzeln) über längere Zeit im Wasser stehen. Es gibt aber auch kleinere Exemplare im Pflanzenreich, die sich an den Böschungen Richtung Ufer ansiedeln. Unter ihnen sticht mit seiner schön violetten Blütenkerze der Blutweiderich hervor. An ihm darf man sich – bildlich gesprochen – durchaus anhalten, wenn einem das Wasser bis zum Hals steht.

Blutweiderich-Tee für den Magen:

Eine leidliche Folge von Hochwasser ist oft die Verunreinigung der Trinkwasserquellen. Schmutziges Wasser aber macht dem Magen wiederum zu schaffen. Ein Tee, der aus getrockneten Blutweiderich-Blüten und -Blättern im Heißaufguss zubereitet und getrunken wird, hat leicht antibiotische und desinfizierende Eigenschaften. Mit etwas Honig und Zitronensaft vermischt, ist er zudem ein gutes Getränk für Wanderer, Sportler und auch der Helfer im Zuge der Beseitigung von Hochwasserschäden.

Fruchtbarkeit ist grundsätzlich gut

Der Rhythmus der Natur schaut Richtung Leben

Für mich ist es immer wiederum bewundernswert, wie Eltern, die ihre Erziehungsaufgabe ernst nehmen, darum ringen, den heranwachsenden Burschen und Mädchen in der Zeit ihrer Pubertät gerecht zu werden. Das bedeutet für Mutter und Vater oft, Nerven zur Verfügung zu haben, die so stark wie ein Drahtseil sein sollten. Wir alle wissen aber, dass diese – allein schon rein anatomisch betrachtet – viel dünner geraten sind. Wenn die Jugend also revoltiert, läuft der ganz normale Prozess der Loslösung von den Eltern, der zum Erwachsenwerden unbedingt notwendig ist. Und schließlich haben die jungen Damen und Herren auch die Herausforderung zu bewältigen, sich in ihrer Verfasstheit als Mann oder Frau wahr- und anzunehmen. Dazu gehört ebenso die Tatsache, dass der Körper daraufhin vom Schöpfer konzipiert wurde, Leben weiterzugeben. Unsere leibliche Fruchtbarkeit ist also prinzipiell etwas Gutes. In regelmäßigen Abständen tritt bei den gesunden Frauen und Mädchen die Monatsblutung ein. Sie ist im Normalfall ein Indikator dafür, dass alles in seinen natürlichen Bahnen läuft. Dennoch können als Begleiterscheinung der Menstruation Schmerzen auftauchen, die aber die Betroffenen nicht sofort in Unruhe versetzen müssen, wenngleich dadurch das allgemeine Wohlbefinden beeinträchtigt wird. Um hier nicht wieder zu einem Medikament zu greifen, wäre es durchaus angezeigt, die Hilfe von Mutter Natur in Anspruch zu nehmen. Immerhin blüht an den Weg- und Feldrändern so manches, das auch wie wir Menschen auf die Weitergabe und die Stärkung des Lebens ausgerichtet ist.

Kamillenblüten-Tee bei Regelschmerzen:

Am besten sammelt man von der Echten Kamille die Blüten, um diese frisch oder getrocknet für einen Tee zur Verfügung zu haben. Man nimmt davon 2 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Täglich davon 3 Schalen voll zwischen den Mahlzeiten trinken.

Feiertage für den Magen

Er muss nicht permanent etwas leisten

Wenn sich jemand über etwas ärgert, sagt man, dass er sauer ist. Dieser Gemütszustand kann sich aber auch aufgrund verschiedenster Ursachen auf den Magen schlagen. Immerhin ist es ja nicht nur die Liebe, die dort hindurchgeht. Wir wissen selbst gut genug, dass der Appetit ein Indikator für unsere intern oder extern irritierte Seelenlage ist. Wie sehr sich der Magen in unserem Bauche wohlfühlt, liegt aber nicht nur an den Stimmungslagen, die sich eben in der Folge an der Verdauung abzeichnen. Oft ist es eine Frage der Rahmenbedingungen unserer Nahrungsaufnahme, wie gut dann die Arbeit vom Magen erledigt werden kann. Wenn’s ihm zu viel wird, kommt es in der Folge zum berühmten Aufstoßen, in dessen Zuge unverdaute Nahrung samt Säure sich den Weg retour Richtung Rachen bahnt. Andererseits gibt es auch das Gefühl, dass nach dem Essen die Bissen gleichsam in der Speiseröhre stecken bleiben. Daher ist es meiner Meinung nach wichtig, ab und zu auf den Ort oder auf die Zeit zu achten, die ich für das Essen in Anspruch nehme. Wie oft kann man in den Städten entdecken, dass Menschen wie getrieben von einem Ort zum anderen unterwegs sind und eben mal zwischendurch eine Mahlzeit im Gehen einschieben. Angebote dafür gibt’s ja an vielen Straßenecken. Kein Wunder, wenn dann unsere Verdauung über kurz oder lang verrückt spielt. Für das Essen muss man sich Zeit nehmen. Vorher oder nachher sollte man auf die je mögliche Art ruhen. Durch diese einfachen Maßnahmen wird man durchaus leistungsfähiger und aufmerksamer. Und vergessen wir nicht: auch der Magen braucht seine Ruhephasen! Wenn er permanent vollgestopft wird, kann es sein, dass er irgendein unangenehmes Signal gibt, z. B. durch das saure Aufstoßen.

Majoran-Tee bei Übersäuerung:

Am besten kocht man sich abends eine Tasse aus dem Kraut des Gartenmajorans. Eine Stunde vor dem Schlafengehen getrunken, hilft er mit, den Magen zu entkrampfen und die Verdauungstätigkeit zu fördern. Diese Anwendung sollte man bei den geschilderten Beschwerden über eine Zeit von mindestens 2 Wochen durchführen.

Eine Reise ins Glück?

Mit Olivenzweig und Lilie

Haben Sie schon Ihren Sommerurlaub gebucht? Oder gehören Sie zu den Kurzentschlossenen, die auf die Lastminute-Angebote der Reisebüros bzw. der Fluggesellschaften setzen? Ja, wohin soll es denn eigentlich gehen? Mal sehen! Lass Dich überraschen! Sofern ein Geld im Börserl, auf der Kreditkarte oder auf dem Konto ist, dürfte das ja kein Problem sein. Schließlich können Sie sich das ja leisten, oder!? Gehen wir einmal etliche Jahrhunderte zurück. An der Wende vom 11. zum 12. Jahrhundert wurde der hl. Norbert von Xanten geboren, den die katholische Kirche samt dem Orden der Prämonstratenser, dessen Gründer dieser Heilige ist, heute ganz besonders feiert. Sein Leben war durch seine adelige Geburt vorgezeichnet und verlief eine Zeitlang auf den von seinen Eltern gelegten Schienen. Nach einem Bekehrungserlebnis und dem darauf folgenden Prozess des Umdenkens hat der hl. Norbert entdeckt, dass es im Leben nicht so sehr darum geht, das eigene Glück in selbst zurechtgelegten Vorstellungen zu zementieren, sondern den Sinn aufzugreifen, der in allem Geschaffenen steckt. Denn, da die Menschen den roten Faden der Liebe Gottes zu ihnen verloren hatten, sandte er Jesus Christus, um diesen Faden wieder aufzugreifen. Der Ursprung des Lebens ist gleichzeitig das Ziel: der persönliche Gott, der aus sich herausstieg, damit seine Ebenbilder, wir Menschen, ihn wieder finden dürfen. Dafür lohnt es sich, auf der Reise des Lebens, die wir alle durch unsere Geburt gebucht haben, die spontanen Angebote der Überraschungen Gottes anzunehmen. Die Symbole des Friedens und des Lichtes zieren deshalb die Bilder des hl. Norbert: Ölzweig und Lilie.

Zum Glück gehören auch Schmerzen:

Die müssen aber nicht bestimmend sein. Bei vorübergehenden Kopfschmerzen, die unsere Konzentration beeinträchtigen, kann man die Schläfen vorsichtig einmassieren. Dazu nimmt man am besten 1 Teelöffel Olivenöl, den man mit 5 Tropfen von ätherischem Majoranöl auf einem kleinen Teller verreibt und dann mit den Fingern an der Kopfseite aufträgt.

Hl. Norbert auf der Reise, aus dem Bilderzyklus im Kreuzgang des Stiftes Geras, Foto: Prior Benedikt Felsinger O.Praem.

Nur ruhig Blut!

Nerven beruhigen und gleichzeitig stärken

Statistiken, die seitens der Pharmaindustrie darüber Auskunft geben, wie groß die Produktion und der dafür ausschlaggebende Absatz von Beruhigungsmitteln sind, entziehen sich momentan meiner Kenntnis. Ich kann mir aber vorstellen, dass die genauen Zahlen mich meine Hände über dem Kopf zusammenschlagen lassen. Und die Tendenz ist eindeutig ablesbar, befasst man sich nur ein wenig mit dem nervlichen Gemütszustand von Herrn und Frau Österreicher: irgendwie muss man sich ja „zudröhnen“, denn welcher normale Mensch hält das wirkliche Leben auch wirklich aus!? Ich meine, es nützt in diesem Fall wenig, über die heutige Jugend herzuziehen, wenn es gleichzeitig bei der Elterngeneration nicht unbedingt besser ausschaut. Die Hauptsache ist doch oft, einen oberflächlichen Lebensstil aufrecht zu erhalten, dessen Maßstab die sprichwörtliche Sintflut ist, die hinter einem kommt. Trotz allem ist es aber möglich, sich den täglichen Herausforderungen, die sich uns nun einmal allen auf unterschiedlichste Weise auftun, zu stellen. In uns von Gott geliebten Menschen stecken ja unerhört viele Möglichkeiten, die es einfach gilt, zu entdecken. Der Weg zu diesem Kapital erschließt sich aber nur, insofern wir uns selbst mit der je gewährten Lebenszeit als Geschenk annehmen und zu unserer eigenen Mitte finden. Die Schöpfung, die uns umgibt, ermutigt uns tagtäglich dazu. Wenn wir uns eins mit ihr wissen, werden wir auch die Spuren des Schöpfers entdecken, der bis heute die Hoffnung mit uns Menschen nicht aufgegeben hat.

Melissen-Auszug herstellen:

In 1 Liter gutem Obstbrand werden je 70 g Melissen- und 30 g Pfefferminzblätter 14 Tage lang in einem verschlossenen Gefäß angesetzt. Danach den Ansatz abseihen und mit 1/2 Liter destilliertem Wasser verdünnen. Nochmals 14 Tage stehen lassen und dann in Flaschen dunkel lagern. Dieser Extrakt kann sowohl esslöffelweise eingenommen als auch äußerlich für Hautabreibungen vor dem Zubettgehen verwendet werden, um Seele und Körper zu beruhigen.

Bienensterben in aller Munde

Besser aufs Leben der Bienen schauen

Es war kein Geringerer als der Geraser Abt Adrian Zach (+1916), der sich so sehr für die Bienenzucht in der nördlichen Waldviertler Region engagierte, so dass er in der Folge vor 120 Jahren einen Imkerverein gründete, der bis heute seinen Bestand hat. In rühriger Weise nehmen sich dessen Mitglieder um unsere fleißigen Helfer aus dem Insektenreich an. Die wertvollen Erfahrungen, die im Zuge des jahrzehntelangen Beschäftigens mit den Immen durch die beherzten Imker gespeichert sind, können letztendlich nicht durch eine schriftliche Dokumentation in Papierform oder auf einem USB-Stick gespeichert ersetzt werden. Warum denn eigentlich nicht? Ganz einfach deswegen, weil man die Liebe zu den Bienen nicht auf dem Papier oder auf dem Computer ablesen kann, sondern letztlich nur an den konkreten Menschen, die sich in den Dienst der Bienen stellen. Sie erledigen mit den eigenen Händen das arbeitsreiche Geschäft der Pflege und der Honiggewinnung. Unsere Immen werden ja nicht nur von Pestiziden in ihrer Existenz bedroht. Der heurige lange Winter und die feuchtkalten Perioden der letzten Wochen haben ebenfalls an den Kräften der beflügelten Arbeiter(innen) gezehrt. Dem Kräuterpfarrer liegt es fern, politische Diskussionen mit zu inszenieren. Denn mit gesetzlichen Entscheiden allein ist die Sorge um die honigtragenden Völker lange nicht abgehakt. Vielmehr soll der heutige Beitrag eine Ermutigung sein, vielleicht über die Imkerei einen Weg zu finden, um konkret die Einheit zwischen Mensch und Natur zu gestalten. Es ist ja offensichtlich, dass beide davon profitieren!

Gute Atmosphäre um den Bienenstock herum:

Um den Bienen etwas Gutes zu tun, ist es angeraten, in der Nähe ihrer Stöcke Basilienkraut zu pflanzen. Nicht nur, dass der Lippenblütler Basilikum einen intensiven Geruch verbreitet, der die Bienen animiert, eine dementsprechende Tracht einzubringen. Das Kraut wirkt darüber hinaus beruhigend auf den Haushalt der fliegenden Völker. Da die Eismänner vorüber sind, kann man mit dem Pflanzen des Basilikums beginnen.

Die Folgen der kühlen Zeiten

Wenn die Nase rinnt

Es ist beinahe schon 40 Jahre her, dass Rudi Carrell seinen Evergreen vor den Fernsehkameras anstimmte: „Wann wird‘s mal wieder richtig Sommer, …“. Nun, ein wenig Geduld dürfen wir ruhig noch haben, hat doch der Juni erst begonnen. Aber all jene, die versuchten, in den letzten Wochen ihre Sommergarderobe auszutesten, wurden in den meisten Gebieten unseres Heimatlandes gleichsam auf eine Warteschleife verwiesen. Wer trotzdem nicht eines Besseres zu belehren war, musste damit rechnen, nicht nur Gänsehaut sondern auch kalte Füße zu bekommen. Beide Zustände bedeuten nicht unbedingt etwas Schlechtes. Dennoch kann es bei Unterkühlung des Körpers und speziell der Füße zu einer Schwächung des Abwehrmechanismus kommen. Die häufige Folge ist dann eben der lästige Schnupfen. Ganz leicht verbreitet sich dieser über die kleinen Tröpfchen, die jeder Betroffene unweigerlich beim Nießen freisetzt, sofern nicht dabei der gesamte Mund- und Nasenbereich durch ein Taschentuch abgedeckt wird. Schnupfen wird in der Folge zur Plage, wenn sich im Zuge der Infektion die Nasengänge verstopfen. Aus Urgroßmutters Zeiten weiß man, dass in einem solchen Falle eine gut gekochte Hühnersuppe mit viel gutem Gemüse und Gewürzen darin eine Erleichterung herbeiführen kann, wenn diese möglichst warm genossen wird. Beim langsamen Essen der Suppe werden gleichzeitig deren Dämpfe inhaliert und ihre Wärme durchzieht vom Magen her den ganzen Körper. Andernfalls kann man ein heißes Fußbad nehmen, um die Füße danach mit Arnikatinktur einzureiben.

Schnupfen-Gericht:

Am Abend vor dem Schlafengehen ist es bei langwierigem Schnupfen angezeigt, einen Esslöffel voll Rollgerste in 1/4 Liter Milch weichzukochen und anschließend einzunehmen. Ebenfalls kann es helfen, wenn man eine Küchenzwiebel fein hackt, in 1 Liter Wasser aufkocht und dann den entstehenden Dampf inhaliert.

Das Frühstücksei

Und sein Ursprung

Zur Sonntagskultur gehört in den Augen vieler ein ordentliches Frühstück. Bei uns im Kloster legen wir Wert darauf, dass wir nach dem morgendlichen Stundengebet nach Möglichkeit gemeinsam am Tisch sitzen, um vor den Messfeiern in den umliegenden Pfarren noch eine kurze Zeit beim Frühstück zu verweilen. Für mich ist es dabei jedes Mal eine Freude, wenn am Sonntag im Unterschied zu den Wochentagen ein Korb voller weich gekochter Eier bereitsteht, um genossen zu werden. Die Hühner haben ja durchaus auch etwas mit dem christlichen Glauben zu tun. Der Hahn z. B. hat seinen großen Auftritt in der Passionsgeschichte Jesu, wenn er nach dem dreimaligen Verrat des Petrus zu krähen beginnt. Im Matthäusevangelium wiederum vergleicht Jesus selbst Gott mit einem Huhn: „Wie oft wollte ich deine Kinder um mich versammeln, so wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel nimmt.“ (vgl. Mt 23, 37b). Und das Ei schließlich ist ein altes Symbol für die Auferstehung. Denn aus dem tot scheinenden Gebilde schlüpft nach dem Brüten ein Küken, das gleichsam wie Christus aus dem Grabe so eben aus der Schale steigt. Mensch und Huhn bilden schon lange eine Gemeinschaft. Hat jemand die Gelegenheit, am eigenen Anwesen unter artgerechten Bedingungen Hühner zu halten, der weiß darum, wie schön es einfach ist, den Hühnern bei ihrem Herumlaufen, beim Hudern im Sand oder beim gelassenen Sonnenbaden zuzusehen. Auf jeden Fall können wir dankbar sein, dass ein Lebewesen wie ein Huhn unser Leben bereichert.

Heilkräuter für Hühner:

Ein gutes und abwechslungsreiches Futter wird von unseren Eierlieferanten gerne angenommen. Neben der Gabe von Kleie, Haferschrot und Rüben soll man auch nicht darauf vergessen, ab und zu getrocknete und gerebelte Blätter von Pfefferminze und Majoran unter das Futter zu mischen. Das unterstützt auf gute Weise das Wachstum der Hühner. Vor allem gilt: je größer der Auslauf, desto reicher wird den gefiederten Freunden die Aufnahme natürlicher Nahrung ermöglicht.

Foto: Kräuterpfarrerzentrum

Ganz in Weiß

Die Weiße Taubnessel

Die Hochzeitssaison hat bereits begonnen. Heute darf auch ich vor den Altar treten, um einer Trauung in der Dorfkirche zu Harth zu assistieren, wie das kirchenrechtlich korrekt ausgedrückt wird. Bei jeder Hochzeit, die ich zu feiern gebeten werde, bin auch ich jedes Mal neu gespannt, wie denn das Brautpaar gekleidet sein wird. Aber das sind nur Äußerlichkeiten. Viel wichtiger darf uns der Inhalt des Ehesakramentes sein. Jedes Paar von Mann und Frau ist ein schöpferisches Ebenbild Gottes! Beide dürfen einander in einer äußerst innigen Weise am Leben des Partners teilhaben lassen. Aus dieser Teilhabe kann dann neues Leben entspringen und heranwachsen. Alle Eheleute, die tagtäglich ihr Sakrament erneuern, in guten und in bösen Tagen, werden letztendlich von Gott dazu befähigt und berufen, sein Leben in Empfang zu nehmen und es für die Welt fruchtbar zu machen. Die Farbe Weiß, die meist am Kleid der Braut zu finden ist, erinnert uns gleichzeitig an die Taufe, in der wir, wie die Heilige Schrift es sagt, den auferstandenen Christus als Gewand angezogen haben. In der freien blühenden Schöpfung unserer Fluren und Wälder finden wir einen Lippenblütler, der ebenfalls wie eine hübsche Braut geschmückt zu sein scheint. Die Rede ist von der Weißen Taubnessel (Lamium album), deren Blüten nun verschmitzt unter den brennnesselartigen Blättern des Gewächses zu entdecken sind. Keine Angst, diese grünen Gewächsteile besitzen keine schmerzverursachenden Nesselhaare wie eben unser Vergleichsbeispiel. Was aber die Weiße Taubnessel und die Brennnessel miteinander verbindet, ist die naturheilkundliche Verwendung bei so manchen Beschwerden und Leiden.

Blüten-Tee schafft Ruhe:

Im Heißaufguss kann man entweder gesammelte Blüten oder auch das gesamte blühende Kraut verwenden, um davon eine Tasse 1/2 Stunde vor dem Schlafengehen mit Honig gesüßt zu trinken. Empfehlenswert ist dies beim Gefühl innerer Unruhe, die meist auch dazu führt, dass man schlecht schlafen kann.