Nicht auf die verschriebene Kur warten

Zu den Weintrauben greifen

Gerne denke ich an meine Schulzeit zurück. Es war eine sehr schöne Zeit, die ich als Gymnasiast in Hollabrunn verbringen durfte. Außerhalb der Unterrichtsstunden in der Schule genoss ich auch im erzbischöflichen Knabenseminar eine gute und anspruchsvolle Erziehung und Herzensbildung. Im Herbst gehörte es einfach dazu, dass meine Mitschüler über und über mit Weintrauben von ihren Elternhäusern versorgt wurden. Das brachte mich als Waldviertler jedes Mal ins Staunen und ich wusste die reiche Lese durchaus zu schätzen, da ja auch für mich jeweils etwas abfiel. Heute erkenne ich im Nachhinein auch den gesundheitlichen Wert, den diese „fruchtige Jause“ mit sich brachte. Nicht nur, dass dem Organismus dadurch ein gutes Maß an Vitaminen und Mineralstoffen zugeführt wurde, sondern der Verdauungstrakt ist gleichzeitig mit den so notwendigen Ballaststoffen beschickt worden. Jetzt, da die Weinlese dieses Jahres wiederum zum größten Teil eingebracht ist, sei erneut daran erinnert, wie wertvoll das Obst ist, das man direkt vor seiner eigenen Haustür bzw. auf den eigenen Fluren heranwachsen sieht. Es ist oft schade, dass viele nicht wissen, welcher Wert auf unseren Bäumen und Rebstöcken draufhängt. Wer also an frische einheimische Trauben herankommt, sollte gleich die Gelegenheit nutzen, um den Körper und die Sinne zu stärken. Vor jedem Genuss von Weinbeeren ist es angeraten, diese mit lauwarmem Wasser gut abzuspülen.

Traubensaft-Kur:

Die leidige Arterienverkalkung ist ein Thema, mit dem viele unserer Zeitgenossen konfrontiert werden. Diesem Übel kann man mit frischem Traubensaft begegnen. 6 Wochen lang trinkt man am besten 3-mal täglich je 1/8 Liter davon. Gleichzeitig ist einsichtiger Weise jeder Genuss von Alkohol und Nikotin, aber auch von Bohnenkaffee zu meiden. Diese Kur kann man bis zu 4-mal im Jahr wiederholen.

Weintrauben rot und grün

Hartes Holz und saure Früchte

Den Dirndlstrauch wieder schätzen lernen

„Prost!“ – und runter mit dem feinen Schnäpschen! Ja, was ist denn das? Ein Dirndlbrand. Und woher stammen die Früchte dieses herrlichen Destillates? Diese Frage kann ich allein aufgrund der Tatsache, dass ich kaum die Gelegenheit habe, ein Stamperl Dirndlschnaps zu verkosten, selten stellen. Und doch tue ich es gern. Viel zu wenige wissen nämlich, dass die Maische für einen Dirndlbrand aus Kornelkirschen besteht. Diese wiederum reifen am Gelben Hartriegel (Cornus mas), der oft schon im Februar seine kleinen gelben Blüten aufblühen lässt und so zur Labstation der wintermüden Bienen wird, wenn sie ihre ersten Ausflüge auf Suche nach Nahrung starten. Der Dirndlstrauch ist im Regelfall ein Strauch, der zwischen drei und sechs Meter hoch wird. Selten sieht man ihn auch als Baum. Aufgrund der Tatsache, dass die Kornelkirsche nur langsam wächst, besitzt sie auch ein hartes Holz, das heute vor allem für Drechslerarbeiten verwendet wird und früher für alles herhalten musste, wo man unbedingt ein festes und beständiges Material benötigte, wie etwa bei Mühlradkämmen oder bei Zähnen für den Heurechen. Es lohnt sich durchaus, die im Herbst reifenden Dirndln zu kosten. Man sollte aber unbedingt warten, bis sie dunkelrot gefärbt von den Ästen fallen, sonst begegnen unsere Geschmackszellen zu sehr der zusammenziehenden Wirkung dieser wertvollen Wildfrüchte. In ihrem Inneren weisen sie sehr wohl wertvolles Vitamin C, Fruchtsäure und Mineralstoffe auf. Werden die Kornelkirschen zu einer Marmelade verarbeitet, entsteht daraus eine nicht zu verachtende feine und gesunde Delikatesse für den Frühstückstisch.

Hausmittel Kornelrinde:

Im Winter schneidet man feine Äste vom Dirndlstrauch und schabt davon die Rinde ab, um sie anschließend zu trocknen und zerkleinert aufzubewahren. 2 Teelöffel werden davon in 1/4 Liter kaltem Wasser 3 Stunden lang angesetzt und anschließend kurz aufgekocht. Vor dem Abseihen noch 5 Minuten ziehen lassen. Dieser Tee kann, mäßig warm getrunken, mithelfen, Fieber zu senken und Magenverstimmungen aufgrund seines hohen Gerbstoffgehaltes zu beheben.

Kornelkirsche (Foto: Th. M. Laimgruber)

Farbe bekennen

Ein wertvolles Abfallprodukt

Die Versuchung ist jedes Mal eine große. Dann, wenn die Walnüsse vom Baum fallen, möchte ich gleich welche frisch verzehren. Doch, ehe ich mich versehe, sind meine Hände voller brauner Farbe, die von den reifen Schalen rund um die Nüsse her stammt. Da nützt sämtliche Erfahrung nichts. Ja, Walnussschalen färben nun einmal stark ab. Irgendwie gehörte es früher zum Bild des Herbstes – vor allem in Gegenden, wo auch der Wein gedeiht – dass die oft abgearbeiteten Hände der Bauern und Bäuerinnen einen dunkelbraunen Teint vom Aufklauben der wertvollen Früchte eine Zeit lang behielten. Wenn man die äußeren Schalen der Walnuss trocknet, werden sie zwar im Geruch ein wenig milder, verlieren aber keineswegs ihre Bitterstoffe. Zudem enthalten diese Fruchtteile auch Gerbstoffe und ein scharfes ätherisches Öl. Ihre Wirkung ist daher besonders zusammenziehend und stärkend.

Kaum jemandem ist heute noch bekannt, dass man die grünen Schalen der Walnüsse in frischem oder getrocknetem Zustand in der Naturheilkunde verwenden kann. Ich selbst bin schon ein wenig traurig, dass in diesem Jahr nur ganz wenige Nüsse an meinem Lieblingsnussbaum östlich unserer Klosterbibliothek im Konventgarten zu finden waren. Aber es gibt ja auch durchaus Gegenden, wo der Frost nach den Eisheiligen nicht so große Schäden angerichtet hat.

Walnussschalen-Tee:

Am besten bereitet man diesen Tee im herkömmlichen Heißaufgussverfahren zu. Morgens und abends trinkt man dann je eine Tasse davon. So bringt man eine träge Verdauung wieder in Gang und macht das Blut ein wenig „schlanker“. Wer unter Hautausschlägen leidet, der unterstützt die Ausheilung mit den Inhaltsstoffen der Walnussschalen. In diesem Falle sollte man den Tee mehrere Tage hintereinander zu sich nehmen.

Nüsse und Äpfel

Bevor das Pflanzenjahr zu Ende geht

Noch einmal an den Holunder denken

Viele von uns zieht es jetzt wieder vermehrt in den Garten. Das hat seinen guten Grund. Der Herbstputz steht unmittelbar vor der Tür oder hat bereits eingesetzt. Bevor der erste Frost so manche Blume und Frucht unansehnlich macht, ist es besser, diese zu schneiden oder zu ernten und auf den kommenden Winter vorzubereiten. Da fällt auch der eine oder andere Kompost an. Oder vielleicht muss gar ein Strauch geschnitten werden. Ja, bevor der Winter einzieht, kann man sich noch einmal umsehen, ob der Garten auch den Tieren etwas für die rauen Monate anzubieten hat. Es darf ruhig so manche Frucht an der Pflanze oder am Baum bleiben, damit sich die kleinen Gäste auch wirklich willkommen fühlen. Man kann gleichfalls das Auge zudrücken, wenn z. B. ein Vogelschwarm auf den Holunderbüschen Tabula rasa macht, weil man die reifen Beeren ja ohnehin nicht verwerten wollte. Die Vögel wissen eben um den Wert der schwarzroten Beeren. Da darf ich wiederum daran erinnern, dass ein Holunderstrauch seit vielen Generationen als heiliges Gewächs bezeichnet wird. Hier soll aber nicht zu sehr die Magie im Vordergrund stehen als vielmehr die Ehrfurcht vor einem Geschöpf Gottes. Hat jemand vor, einen Holunderstrauch zu entfernen, weil er an einer Stelle emporgewachsen ist, die eigentlich frei bleiben sollte, kann man immer noch einen Wert daraus ziehen.

„Fegebesen“ Holunderwurzel-Tee:

Hat man einmal einen Wurzelstock eines Holunderbusches ausgegraben, sollte man davon die feinen und mittelstarken Wurzeln abschneiden, um diese zu reinigen und zu trocknen. Von der getrockneten Droge nimmt man, nachdem sie kleingeschnitten wurde, einen Esslöffel voll und setzt sie in 1/4 Liter Wasser über Nacht an. Am Morgen dann aufkochen und abseihen. Am besten trinkt man den Tee hernach lauwarm. Holunderwurzel-Tee ist harntreibend und nierenreinigend. Er hilft mit, schlechte Säfte abzuführen und das Gemüt von manchem Unlustgefühl zu befreien.

Holunderbeeren

Hohe Ehre für eine große Frau

Hildegard von Bingen im Kreis der Kirchenlehrer

Naturheilkunde in der Tradition Europas verbinden wir oft mit dem Namen einer geistlichen und kirchlichen Frau: Hildegard von Bingen (1098 – 1179). Wir tun dies mit gutem Recht. Denn unser Kontinent hat seine geistigen Wurzeln in ein und demselben Boden, von dem aus die benediktinische Nonne ihren Blick zu Gott und zu allem Lebenden erhoben hat. Es ist daher sicher angebracht, nicht nur „nach Hildegard zu kochen und zu gärtnern“, sondern vielmehr die Schöpfung als Großtat Gottes neu in Betracht zu ziehen. Wer nämlich den Ursprung alles Geschaffenen im Schöpfer entdecken darf, der hat gleichzeitig einen viel sensibleren und ehrfurchtsvolleren Zugang zu den Gegebenheiten der Natur. Wenn auch manche Darstellungen der großen Visionärin Hildegard für uns heute verschlüsselt scheinen, so ist dennoch mit Hilfe der Aufzeichnungen ihrer Schau die Spur Gottes, die er für uns Menschen durch den ganzen Kosmos gezogen hat, unübersehbar. Die stetig neuen und tieferen Erkenntnisse der gegenwärtigen Naturwissenschaften können von daher nie im Widerspruch zum Schöpfungswerk Gottes stehen, sofern sie nicht durch humanen Irrtum mangelhaft sind. Glaube und Wissenschaft können einander sehr gut ergänzen, wenn sie sich jeweils in einem wahrhaftigen und respektvollen Dialog einander zumuten. Die heilige Hildegard hat schon vor Jahrhunderten ihren wertvollen Beitrag dazu geleistet. Dem Herrgott sei Dank für dieses große Geschenk an die Kirche und an die Menschen vergangener und künftiger Generationen!

Hildegard und der Mensch:

„O Mensch, schau dir den Menschen an: Er hat Himmel und Erde und die ganze übrige Kreatur in sich selber! In ihm ist alles verborgen schon vorhanden. Gott hat den Menschen nach dem Bauwerk des Weltgefüges, nach dem ganzen Kosmos gebildet. O wie herrlich ist die Gottheit, welche, indem sie schafft und wirkt, ihre eigene Wirklichkeit offenbart.“

Hildegard von Bingen

Eine gesunde Atmosphäre schaffen

Und dem Duft der Bergamotte folgen

Unlängst fiel mein Blick wiederum auf ein altes Foto, auf dem inmitten des Ortes Geras unser schönes Kloster zu sehen ist. Am unteren Bildrand erkannte ich die damals noch existierende Orangerie an der Mauer der alten Gärtnerei. Ja, dieses historische Glashaus diente vor allem dafür, die exotischen Zitrusfrüchte verschiedener Art auch in unseren rauen Breiten zu ziehen und zu ernten. Viele Schlösser und Klöster haben bis auf den heutigen Tag noch derartige Bauten. Eine Vertreterin der Familie der Zitrusgewächse ist die Bergamotte (Citrus bergamia). Eigentlich ist dieser Baum eine Kreuzung von Zitrone und Bitterorange und wird in den frostfreien Gebieten dieser Erde gerne als Ziergewächs verwendet. Seine Früchte sind nicht so sehr für den Verzehr bestimmt als vielmehr zum Gewinnen eines ätherischen Öles, das wiederum als wertvolles Material zum Herstellen verschiedenster Parfüms notwendig ist. Als Delikatesse gilt dennoch eine Marmelade aus Bergamotten, die sehr säuerlich schmeckt und ein unverwechselbares Aroma besitzt. In den Ländern des Südens weiß man seit langem, dass man das ätherische Bergamotten-Öl auch in der Naturheilkunde einsetzen kann. Diese Weisheit ist aber auch für uns Mitteleuropäer zugänglich. So kann man ja den Herbst dazu nutzen, den Süden und seinen Duft mithilfe der Bergamotte in die eigenen vier Wände zu bringen, um so das Gemüt vor einem Absacken in depressionsähnliche Zustände zu bewahren.

Vielseitig verwendbar:

Ätherisches Bergamotten-Öl hat eine erfrischende und keimtötende Wirkung. Äußerlich angewandt hilft es mit, eine gute Wundheilung zu unterstützen. Es nimmt die Angst und lockert Krämpfe. Bei Entzündungen im Mundbereich gibt man 2 Tropfen des Öls auf einen Teelöffel Honig und nimmt diesen am besten eine halbe Stunde vor dem Essen ein.

Bergamotte

Knollenförmiger Weltenbummler

Die Erdäpfel haben immer Saison

Wussten Sie schon, dass man die Kartoffelpflanze in Mitteleuropa nach ihrer Ankunft aus Übersee vor allem als Zierpflanze kultivierte? Na ja, wahrscheinlich galt da am Anfang der bekannte Spruch: Was der Bauer nicht kennt, das isst er auch nicht. Wie wir alle wissen, hat sich das sehr schnell geändert. Schon lange sind die Erdäpfel nicht mehr aus unseren Küchen wegzudenken. Doch auch in der Volksheilkunde kannte und kennt man den Nutzen der unterirdischen Frucht. Spricht man übrigens von Vitamin C, dann denkt man vorerst einmal an diverse Zitrusfrüchte, Kiwis, Johannisbeeren oder dergleichen. Es überrascht vielleicht, dass auch die Erdäpfel diesen wertvollen Nahrungsstoff enthalten. Wir dürfen uns daher ruhig einmal beugen und uns dankbar dieser wertvollen Feldfrucht zuwenden.

Jedes Jahr findet vor den Toren unseres Stiftes in Geras das mittlerweile traditionelle Erdäpfelfest statt. Auch heuer darf ich Sie, werte Leser, wiederum am morgigen Samstag und Sonntag, den 6. u. 7. Oktober ins Waldviertel einladen, um mit uns eine Art Erntedank zu begehen und unser Fest zu verstärken. Übers Internet gibt’s nähere Informationen unter www.erdaepfelfest.at.

Erdäpfel-Rohsaft-Bad:

3 kg rohe und gereinigte Erdäpfel werden gerieben und in ein Leinensackerl gegeben, das man zubindet. Nachdem man dieses in die bereits gefüllte Badewanne gelegt hat, steigt man ins Wasser, um mindestens 15 Minuten drinnen zu bleiben. Der Saft der Rohkartoffel wirkt mithilfe des warmen Wassers vor allem schmerzlindernd bei rheumatischen Gliederschmerzen, bei gichtischen Gliederanschwellungen und Schmerzschüben. Nebenbei festigt dieses Bad die gesamte Haut.

KPF Benedikt mit Erdäpfelprinzessin

Wichtige Einsichten

Von heiligen Menschen

Tiere haben einen Instinkt. Mit ihren oft feinen Sinnen haben sie die Möglichkeit, Situationen und Umstände ganz schnell zu erfassen, um dementsprechend darauf zu reagieren. Diese Fähigkeit ist uns Zweibeinern größtenteils verloren gegangen. Wir nennen uns zwar „homo sapiens“, doch werden wir diesem Begriff nur in seltenen Fällen und in einer oft kurzen Spanne des Lebens gerecht. Wir haben die Kommunikation mit der Natur immer mehr abgebrochen und wundern uns, wenn wir daher die Welt nicht mehr verstehen. Heute gedenken wir des hl. Franziskus und dürfen uns – durch ihn angeregt – wagen, unsere Armut zu betrachten. Ich meine nicht das materielle oder finanzielle Arm-Sein, das an vielen Orten unseres Planeten zum Himmel schreit. Es geht mir hier vielmehr um unsere Existenz. Der heilige Franz von Assisi weist uns darauf hin, dass wir als Geschöpfe nicht aus uns selbst heraus geworden sind. Der Mensch hat sich zu Beginn seines Werdens nicht gleich der Gründung einer Firma oder einer Partei legitimiert und gesagt: „Hier bin ich! Macht Platz!“

Er ist vielmehr ein von Gott Geschaffener, also ein Wesen, das sich dem Allerhöchsten verdanken kann und darf. Alles, was wir sind und was wir haben, kommt vom Schöpfer. Mit den Tieren und Pflanzen an unserer Seite lernen wir vielleicht ein Stück weit, unsere Achtsamkeit zum Tragen kommen zu lassen. Wir dürfen uns ruhig der Sinne unserer Mitgeschöpfe bedienen, um damit besser die Spuren des gütigen Gottes zu entdecken, der sich auch durch Herrlichkeit seiner Schöpfung auf dieser Erde und im Weltall offenbart.

Faszination ermöglichen:

Aufgrund der uns heute gegebenen technischen Möglichkeiten haben wir einen umso tieferen Einblick in die Vorgänge der Natur. Vielleicht ist es nicht das Schlechteste, sich bewusst die vielen Dokumentationen im Fernsehen anzusehen, die durch brillante Aufnahmen uns ganz nahe an die Tierwelt heranbringen. Oft genügt aber auch ein Gang in den eigenen Garten oder in die angrenzende Flur, um dort die freie Wildbahn zu erkunden. Es lohnt sich in jedem Fall. Denn wir lernen das Staunen wieder und sind dadurch einfach dankbar.

Buntspecht

Die Tage werden wieder kürzer

Auf einen guten Schlaf achten

Alles haben wollen und das am besten sofort. Schön wär’s, wenn das in manchen Bereichen des Lebens so einfach gehen würde. Doch im Leben kommt es erstens anders, zweitens als man denkt. Probleme sind da, um bewältigt zu werden. Oft sind wir doch alle ein wenig versucht, zu meinen, alles selbst schaffen und bewerkstelligen zu müssen. Um dieser Meinung nicht zu sehr zu verfallen, hat uns die Natur etwas Wunderbares mit auf den Weg gegeben: den Schlaf. Dieses Ausruhen und Kräftesammeln hat nichts mit Faulenzen zu tun. Nein, es geht vielmehr darum, den Organismus nach Anstrengung und Hektik erneut in ein Gleichgewicht zu führen, das uns ermöglicht, von neuem zu guter Tat und zeitgerechter Reaktion zu gelangen. Über die Länge des Schlafes in der Nacht oder nach dem Mittagessen gibt es verschiedene Meinungen. Wer seinen Körper aufmerksam und sensibel beobachtet, wird im Laufe der Zeit herausfinden, wie viel Zeit der Ruhe notwendig ist, um gesund zu bleiben. Mit Nachdruck möchte ich hier auch einmal den Jugendlichen ans Herz legen, den Tagesrhythmus dem Lauf der Sonne anzugleichen und nicht unverantwortlich rund um die Uhr wach zu sein. Wer zu wenig schläft, betreibt an seinem eigenen Körper einen Raubbau, den er nicht verdient hat.

Rote Rüben streicheln die Seele

Wer unter Schlaflosigkeit, Übermüdung oder gar Depressionen leidet, darf folgenden Rat beachten: Rote Rüben reiben und mit ein paar Tropfen naturreinem Olivenöl abmischen. Zwei Leinenfleckerl damit bestreichen und über Nacht auf beide Fußsohlen auflegen und befestigen. Damit wird eine gute Ableitung gewährleistet, die mithilft, ausgeglichener und lockerer zu werden.

Rote Rueben

Kraftquelle Haselnuss

Wertvoller Inhalt unter harter Schale

Vor Jahren durfte ich in unserem Konventgarten einen Walnussbaum pflanzen. Obwohl er als kleiner Trieb dem ersten Frost nicht standhielt, hat er im darauf folgenden Frühjahr erneut ausgetrieben und ist heute ein stattlicher Baum. Schon nach einigen Jahren lieferte er beste Nüsse. Heuer ist es das erste Mal, dass er keine Früchte liefern kann. Die Ursache dafür ist allen bekannt, die die meteorologische Temperaturkurve des vergangenen Mais in Erinnerung behalten haben. Unweit meines Nussbaums steht aber eine Korkenzieherhasel, die anscheinend bereit ist, den Verlust seines Nachbarn wieder gutzumachen. Wenn auch für mich persönlich nur ein paar Haselnüsse abfallen, so gönne ich es umso mehr den futtersuchenden Eichkätzchen, Spechten und Hähern, sich an den herbstlichen Wohltaten zu ergötzen. Was für die Tiere zuträglich ist, kann für uns Menschen anscheinend auch nicht schlecht sein. So ist der Nährstoffgehalt der Haselnüsse bedeutend höher als der des Fleisches. Im Gegensatz zu Letzterem enthält Nusseiweiß kein harnsäurebildendes Purin, das wiederum für Rheuma- und Gichterkrankungen verantwortlich ist. Daher sollten vor allem Menschen, die unter einem erhöhten Cholesterinspiegel leiden, es den Eichkatzerln gleichtun und vermehrt zu den Haselnüssen greifen. Hat man selbst einen Strauch dieser Art im Garten stehen, wird man leichter „verführt“ werden, einen gesunden Proviant für den kommenden Winter anzulegen.

Energieschub für Zwischendurch:

Wer hat nicht ab und zu einen Heißhunger auf Süßes? Gerade dann, wenn man geistig oder körperlich angestrengt arbeitet, ist die Versuchung groß, gleich eine ganze Tafel Schokolade zu verschlingen. Besser ist es da schon, 1 Esslöffel geriebener Haselnüsse mit 2 Teelöffeln Honig und 1 Teelöffel Rahm zu vermengen und langsam einzunehmen. Zur Spülung ein kleines Glas Schwarzen-Johannisbeer-Saft nachtrinken und mit neuem Schwung die Arbeit fortsetzen.

Haselnussblüten und Frucht