Der kahle Eichenbaum

Mit Pflanze und Tier auf Weihnachten zu

Qualität, Robustheit, Dauerhaftigkeit, Erhabenheit: Sind das nicht Begriffe, die wir mit dem Baum bzw. dem Holz einer Eiche verbinden? Von daher mutet es vielleicht seltsam an, wenn in der lieblichen und von mancher Gefühlsduselei übertünchten Adventszeit der Kräuterpfarrer anscheinend die Romantik stört. Wenn es auch vermeintlich ein Kampf gegen Windmühlen ist, möchte ich es dennoch nicht unterlassen, dazu aufzurufen, die heilige Zeit der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest weder dem Kitsch noch einer rücksichtslosen Konsumwelle zu überlassen. So wirft der Blick auf eine Eiche durchaus eine herausfordernde Alternative zu Punschständen und Vanillekipferln ab. Menschen, die sich mit Eichenbäumen geistig verwandt fühlen oder im Sinnbild der Eiche (21. März) geboren wurden, sind beharrlich. Sie haben ein großes Durchhaltevermögen, in das aber auch gleichzeitig die Fähigkeit zum Lernen integriert ist. Ich denke mir, dass gerade diese Tugenden wichtig sind, damit sich etwas auf der Welt ändert. Auf welche Art oder Weise würden wir denn heute sonst dem Herrgott auf der Erde eine Ankunft vorbereiten, wenn er – rein hypothetisch gedacht – heute vorhätte, einer von uns und daher Mensch zu werden? Ist es nicht so, dass wir leider oft genug Mitmenschen begegnen, die nach dem Motto leben: „Hinter mir die Sintflut!“? Bei Jesus hieß es auf jeden Fall: nach mir das Leben. Wenn ich über die alten Stufen aus Eichenholz in meinem Pfarrhof ein Stockwerk höher steige, trägt mich das Holz der Eichen immer noch, trotzdem sie lange schon gefällt wurden.

Magengeschwüre auskurieren:

Das Jahr über kann man von kleinen Eichenzweigen die Rinde abschälen, trocknen und aufbewahren. Von der getrockneten und zerkleinerten Droge nimmt man 2 schwache Teelöffel voll und setzt diese 1 Stunde lang in 1/4 Liter kaltem Wasser an. Dann kurz aufkochen und 10 Minuten ziehen lassen. Öfters diesen Tee bei Magengeschwüren schluckweise trinken.

Eichenzweig mit Eicheln und Rinde

Mehr Infos zum Verein Freunde der Heilkräuter, Rezepten und Produkten finden Sie auf www.kraeuterpfarrer.at.

Die stramme Eiche

Das Rückgrat stärken

Es kann viele Gründe geben, warum im Alter Knochen porös und brüchig werden. Oft findet man lange nicht heraus, woher der Schmerz im Rücken und im Kopf kommt, bis der zuständige Mediziner einen Schwund an Knochenmasse feststellt. Vor allem Frauen, aber auch so manche Männer, können jenseits des Alters von 50 Jahren an Osteoporose leiden. Sobald man sich darüber im Klaren ist, dass man zur betroffenen Risikogruppe zählt, soll man Belastungen, die vor allem das Rückgrat treffen, meiden. Nun ist es bei jeder Erkrankung gut, auch in der Natur Ausschau zu halten, ob nicht das eine oder andere Gewächs für uns bereit steht, um Linderung oder gar Hilfe zu schaffen. Im angesprochenen Fall ist es ratsam, sich an der Eiche anzuhalten. Ihr kräftiger Wuchs verrät uns, dass auch wir aufrecht stehen und gehen können. Diese anscheinend banale Feststellung gilt für das Physische unserer Wirbelsäule, ist aber durchaus auch bezogen auf die psychische Verfasstheit unserer Lebenstage. Lassen wir uns also in beiden Belangen nicht das Rückgrat brechen! Bei Osteoporose kann aus Eichenrinde ein Tee eine Kur von sieben Wochen begleiten. Dazu nimmt man Rinde von jungen Ästen, die noch keine Borke angesetzt haben. 2 Teelöffel von getrockneter und zerkleinerter Eichenrinde werden mit 1/4 Liter Wasser übergossen und dann ca. 5 Minuten lang aufgekocht. Nach dem Abseihen den Tee lauwarm morgens und abends trinken. Jeweils eine Schale reicht.

Pulver aus Eichenrinde:

Getrocknete Eichenrinde wird fein pulverisiert. Zweimal täglich nimmt man dann einen Teelöffel voll davon, indem man das Pulver mit Honig oder Marmelade vermischt. Gerade am Morgen sollte man die entsprechende Mischung auf nüchternem Magen einnehmen. Diese Anwendung stärkt das gesamte Knochengerüst.

Eichenzweig mit Eicheln und Rinde