Erinnerung an den Sommer

Mit Pflanze und Tier auf Weihnachten zu

Es gibt einige „Werkzeuge“, um sich den Weg ins Leben zu bahnen. Dazu gehören unter anderem meine Talente, meine Herkunft und Familie und meine schulische, handwerkliche oder universitäre Ausbildung. In allen Phasen meines Daseins und Reifens brauche ich aber gleichsam als Grundinstrument den Willen. Dieser kann sich aber nur entwickeln, wenn ich eine gewisse Treue zu verschiedenen Entscheidungen vorgelebt bekomme. Erst dann kann ich mit der je größer werdenden Freiheit auch dementsprechend umgehen. Meines bescheidenen Erachtens verwechseln immer mehr Zeitgenossen die Freiheit mit Willkür, die immense Zentrifugalkräfte entwickeln kann. Bewusst oder unbewusst leiden wir alle bereits unter den Folgen in kleinen und großen gesellschaftlichen Einheiten. Wer krank ist, muss zuerst seinen Willen voranstellen, um in den Genesungsprozess überhaupt eintreten zu können. Die große Frau des Advents ist Maria. Sie hat mit ihrem freien Willen die Tür zum Heil aufgemacht, indem sie sich für Gott entschieden hat. Ihr Wort: „Dein Wille geschehe!“ ist alles andere als eine Kapitulation. Es war Voraussetzung, dass Gott respektvoll seine aus Liebe geschaffene Welt betreten und Mensch werden konnte. Wenn ich an den getrockneten Lavendelblüten des letzten Sommers rieche, erinnere ich mich gern an die schönen Zeiten. Mit einer Brise des angenehmen Duftes wird mir ganz warm ums Herz und die Sonne geht in meinem Innern auf, egal, wie das Wetter draußen ist. Das wiederum hilft mir, leichter „Ja“ zum Guten zu sagen und auch etwas dafür zu tun.

Tee aus Lavendelblüten:

Morgens und abends dürfen vor allem Menschen, die gemütvoll und empfindsam sind, 1 Schale dieses Tees trinken. Die Witterung und die Termine vor Weihnachten fordern ja einiges von uns ab. Daher ist es nicht schlecht, gerade im Advent drei Wochen lang eine derartige Kur mit Tee aus Lavendelblüten durchzuführen.

Lavendelblütentee in Schale

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Tradition und Wissen der Zeit

Das Beispiel des Albertus Magnus

Heute möchte ich mich einmal ein Stück weit outen. Musik ist mir schon sehr früh durch eine kompetente und professionelle Erziehung ans Herz gewachsen. Sei es das Erlernen des Spielens einer Altblockflöte in der Volksschulzeit oder das fast tägliche Chorproben im Internat: vieles hat dazu beigetragen, dass das Medium Musik mir zu einer Sprache wurde, die ich meiner Meinung nach weitreichend verstehen darf. In jeder Zeit gab und gibt es Kompositionen, die mich fesseln können und das zum Ausdruck bringen, was dem gesprochenen Wort nur in einer sehr verkürzten Weise gelingt. Ich bin auch ein Fan von Prof. Dr. Bernhard Trebuch. Meist habe ich das Vergnügen, in die Sendung „Alte Musik – neu interpretiert“, die via Ö1 die Hörer erreicht, während meiner Fahrten zu seelsorglichen Terminen am Abend, einzusteigen und akustisch mir einzuverleiben. Durch den Titel dieser äußerst interessanten Sendereihe angeregt, blicke ich auf einen großen Geist des 13. Jahrhunderts, nämlich den heiligen Dominikanerbischof und Naturwissenschaftler Albertus Magnus. Im Tagesgebet zu seinem Gedenktag am 15. November heißt es: „Gott, du Quelle aller Weisheit, du hast dem heiligen Bischof Albert die Gabe geschenkt, das Wissen seiner Zeit und den Glauben in Einklang zu bringen.“ Die Zeit bleibt nicht stehen. Vieles hat sich seit den Tagen Alberts des Großen verändert. Doch den weiten Blick auf die großen Zusammenhänge unserer Schöpfung im Hintergrund des Glaubens hat die Welt vielleicht heute dringender notwendig denn je.

Alte Zitate – neu aufgelegt:

Wer die Schöpfung in den oben angesprochenen Dimensionen zu sehen vermag, der bekommt auch gleichzeitig den hohen Wert menschlicher Existenz gleichsam mitgeliefert. Albertus Magnus formulierte das einst so: „Der Mensch steht in der Mitte der Schöpfung, zwischen Stoff und Geist; zwischen Zeit und Ewigkeit.“ Heilsam für die Seele ist vielleicht ein anderes Statement des Heiligen: „Wer sich mit göttlichen Dingen beschäftigt, wird nach ihrem Bild umgestaltet.“

Albertus Magnus, Tafelgemälde des Joos (Justus) van Gent, Urbino

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Königliche Kräuter

Selbst Pflanzen huldigen dem Schöpfer

Wenn wir Menschen Gott gegenüber Ehre und Dank zum Ausdruck bringen wollen, dann haben wir mehrere Möglichkeiten. Wir können Gebete sprechen, Lieder komponieren und singen, Kirchen und Wegkapellen errichten, Weihrauch streuen und vieles andere mehr. Was aber tun die Pflanzen, um ähnliches zu vollziehen? Mit dem heiligen Augustinus möchte ich dazu feststellen: Ihre Antwort ist die Schönheit. Blicken wir doch einmal zurück in die Erzählung über die Erschaffung der Welt. Darin finden wir die Feststellung, dass Gott nach vollbrachtem Werk alles ansah und für gut befand. Wir kennen auch den weiteren Verlauf der Geschichte, wo die ersten Menschen sich das Heil verwirkt haben, indem sie dem Schöpfer gleich sein wollten. Diese ihre Anstrengung war aber nicht notwendig. Denn Adam und Eva wurden ohnehin als Ebenbild Gottes geformt und belebt. Um uns Nachgeborene aber nicht verkommen zu lassen, hat der Herrgott endgültig die Verantwortung für uns übernommen, indem er Jesus gesandt hat, um uns zu erlösen. In Christus hat sich der königliche Herrscher des Himmels und der Erde herabgelassen, um wie einst im Paradies uns Menschen nachzugehen und nach uns zu rufen. So können wir uns an den Pflanzen ein Beispiel nehmen und durch ein rechtschaffenes Leben und durch das Achten unseres Leibes die Schönheit wieder zum Vorschein kommen zu lassen, die Gott auch uns von allem Anfang an zugedacht hat.

Zwei erhabene Pflanzen:

Der Lippenblütler Basilikum (Ocimum basilicum) hat seinen Namen vom griechischen Wort für König (= basileus). Dieses Gewürzkraut kann man in der Diätküche als Salzersatz verwenden. Im Basilikum ist viel Sonnenwärme eingefangen, die man in ihrem kräfigen Aroma förmlich schmecken kann. – Die Großblütige Königskerze (Verbascum densiflorum) wiederum zählt zu den Braunwurzgewächsen und ist ein wahrer Balsam für unser Atemorgan, die Lunge. Aus den Blüten kann man einen Tee kochen, der sich als heilsamer Trunk während des Tages eignet.

Königskerze mit Wurzel

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Die Kirche im Dorf lassen

Und den Advent im Advent feiern

In einer Woche ist es so weit! Aber hat sich da der Kräuterpfarrer nicht verzählt? Der Grund ist folgender: jedes hohe kirchliche Fest und jeder Sonntag beginnt schon mit dem Abend des Vortages. So ist es auch recht und gut, in das neue Kirchenjahr mit dem nächsten Samstagabend oder eben mit dem ersten Adventsonntag zu beginnen. Gewiss gibt es ältere Traditionen, die schon früher mit der Vorbereitung auf das Geburtsfest Christi begannen, doch hat sich schon seit langem die vierwöchige Adventzeit als gut und genügend erwiesen. Ich möchte einmal ganz bewusst die Frage stellen, warum wir uns vom Handel oder anderen gesellschaftlichen Vollzügen bestimmen lassen, wie und wann bestimmte Zeiten und Feste stattfinden, die doch zu unserer Identität gehören? Mir ist ganz klar, dass es sehr schwer ist, gegen den Strom anzuschwimmen. Ein Ansatz zum Verlangsamen der kommerziellen Strömung ist es, auf den Inhalt der Feierzeiten zu blicken. Der kommende Advent ist eine Vorbereitungszeit auf Weihnachten. Am Heiligen Abend steht vor allem der neugeborene Gottessohn Jesus im Mittelpunkt, also die verkörperte Liebe Gottes zu den Menschen in Not, Dunkelheit und Elend. Das wiederum ist nicht irgendeine liebe Geschichte, die sich jemand einmal aus Langeweile ausgedacht hat, sondern es ist eine historische Realität, dass Jesus aus Nazareth gelebt und gelitten hat. Gleichzeitig wurde der Welt aber auch der Aspekt der Ewigkeit durch die Menschwerdung Gottes mitgegeben, die die Erde auch heute so dringend braucht, während sie nach Erlösung dürstet und hofft, irgendwann einmal der Verstrickung in das Böse zu entrinnen.

Vor Weihnachten entschlacken:

Wenn draußen keine Pflanzen mehr frisch zu schneiden sind, helfen getrocknete Kräuter. Mit dem beginnenden Winter kann man daher auf getrocknete Löwenzahnblätter zurückgreifen und damit einen Tee kochen, den man morgens längere Zeit hindurch trinkt, um den Körper zu entschlacken und die Haut zu klären.

Löwenzahnblätter

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Eine gute Atmosphäre herstellen

Mit der Goldmelisse das Herz öffnen

Der heilige Augustinus (354 – 430) wird in der Ikonographie oft mit einem brennenden Herzen dargestellt. Meist hält er dieses sogar selbst in der Hand. Symbolhaft kommt dadurch die Sehnsucht des Gottesmannes zum Ausdruck, die er zeit seines Lebens nach Gott gespürt hat. Zudem hat er all das, was sich in seinem Herzen gleichsam abgespielt hat, aufgeschrieben und uns Heutigen dadurch zugänglich gemacht. Das kann die eine oder den anderen vielleicht auch dazu motivieren, sprichwörtlich sein eigenes Herz in die Hand zu nehmen und zu öffnen. Hermann-Josef Weidinger hat es einmal meiner Meinung nach ganz treffend formuliert, als er schrieb: „Das Leben des Lebens ist und bleibt die Liebe. Lieben ist ein Ver-Schenken. Ein Her-Geben. Ein Glücklich-Sein durch Geben-Dürfen. Kurz gefasst: Dienst am anderen. Es tut auch dem Physischen, dem Leiblichen gut, erhebt und adelt es.“ Ja, und welche Pflanze steht mir dann zur Seite, um mein Herz liebevoll anzusehen und zu pflegen? Es ist die Goldmelisse (Monarda dydima), die auch aufgrund ihrer Herkunft Indianernessel genannt wird. Die Blüten dieses Heilkrauts lassen sich bei voller Entfaltung trocknen und zur Gewinnung eines Tees verwenden, der mit seiner goldgelben Farbe auch das Auge erfreut. Hat jemand die Goldmelisse im Garten gepflanzt, schätzen das ebenfalls die Bienen aus der Nachbarschaft.

Monardenwein selbst gemacht:

Frische Blütenblätter der Goldmelisse (= Monarde) in einer Menge von 45 g werden mit 1 Liter Rotwein übergossen und 8 Tage in die Sonne gestellt. Danach abseihen und lichtgeschützt im Kühlen lagern. Ab und zu ein Stamperl davon getrunken, fördert das die Herzenswärme und unterstützt die vielleicht gar sehr verborgene Güte im Innern des Genießers.

Goldmelisse mit Schmetterlingen

Das Leben hat seine Zeit

Nicht nur die Steckdose benötigt die Erdung

Mit dem leiblichen Tod ist das so eine Sache. Gerne besuchen wir zwar zu Allerheiligen die Gräber unserer lieben Verblichenen, doch den Tag darauf, also Allerseelen, halten wir uns nicht mehr frei. Es wäre vielleicht zu viel des Guten, um sich wirklich ernsthaft mit dem eigenen Sterben auseinander zu setzen. So möchte ich heute unsere menschlichen Urahnen Adam und Eva ins Blickfeld rücken. Im Bild sehen wir einen Ausschnitt aus dem zeitlich gesehen letzten barocken Deckenfresko Mitteleuropas (1805), das sich in meiner klösterlichen Bibliothek in Geras befindet. Der Maler Josef Winterhalder lässt hier die ersten Menschen nach einem Leben in Fülle Ausschau halten, nachdem sie sich eben dieses durch den Sündenfall verwirkt hatten. Ja, nicht wir sind es, die das Leben erhalten können, sondern der Schöpfer, der es uns allen aus seiner Güte heraus überantwortet hat. Wir erheben uns im Laufe der Sorge um unsere Existenz meiner Meinung nach nur allzu leicht über die Erde, aus der wir alle geschaffen wurden. In der lateinischen Sprache lautet das Wort für demütig „humilis“. Da steckt wiederum das Wort Humus drinnen, also der Begriff für eine gute und fruchtbare Erde. Nehmen wir als leibliche und geistige Übung wieder einmal Kontakt auf zum Boden, auf dem wir alle stehen.

Mit bloßen Händen:

Um das Gefühl für die Erde wieder zu gewinnen, ist es angebracht, ohne Handschuhe und ohne Schutz im wahrsten Sinn des Wortes das Fundament des Wachstums der Pflanze zu begreifen. Die letzte herbstliche Gartentätigkeit oder das Herrichten eines Grabes geben uns Gelegenheit dafür. Wer seine Existenz recht bedenkt, wird ein Stück weit dankbarer und setzt sich furchtloser mit dem eigenen Tod auseinander. Denn die ganze Erde liegt in Gottes barmherziger Hand.

Adam und Eva Fresko Stift Geras

Beten lernt man durch Beten

Die Heiligen helfen uns atmen

Freust du dich schon wieder auf die Schule? – Mit dieser Frage hab ich mir noch nie sehr viel Sympathie bei den Kindern erworben, deren Ferien sich dem Ende zuneigten. Ehrlich gesagt hatte ich natürlich auch selbst während meiner Zeit als Schüler und Student die freie Zeit lieber als die räumlich und zeitlich festgesetzten Stunden des Unterrichts. Dennoch blicke ich voller Dankbarkeit in die eben besprochene Spanne meines Lebens zurück. Ich bin noch heute dankbar für die hervorragende Gemeinschaft, die ich zusammen mit meinen Altersgenossen im Gymnasium und im Internat genießen durfte. Das gemeinsame Lernen half mir über einige Hürden hinweg, die ich allein kaum hätte meistern können. Und da war noch etwas, das mir viel wichtiger erscheint: ich lernte das regelmäßige Beten in Gemeinschaft. Heute feiern wir Allerheiligen. Wir blicken daher auf eine schier unübersehbare Schar, die nicht vereinzelt, sondern durch und in Gott verbunden mit uns das Leben teilt. Genauso wie die Verstorbenen auf den Friedhöfen rufen sie uns heute zusammen, damit wir unser eigenes Leben vor Gott stellen und um seinen Schutz bitten. Der christliche Glaube führt auch jeweils dazu, nicht allein zu sein und nicht allein zu bleiben.

Allerheiligen-Litanei:

Gemeinsames Meditieren ist eine zutiefst christliche Gebetshaltung. Dafür gibt es mannigfaltige Formen. Eine davon ist die Litanei, bei der auf verschiedene Nennungen von heiligen Personen bzw. deren Tugenden immer wiederum die gleiche kurze Antwort gegeben wird. Zum Beispiel: Heiliger Petrus – bitte für uns. Heiliger Paulus – bitte für uns … Wer sich auf so ein Gebet in großer Gemeinschaft einlässt, lernt gleichzeitig mit anderen zu atmen und so zur Ruhe zu kommen. Ja, beten ist auch gesund; für Seele und Leib. Nur eines: ohne Beten wird man das Beten nie lernen.

Christusikone vom Berg Athos

Schneeglöckchen und Katechismus

Gedanken zum Jahr des Glaubens

Vor kurzem nahm ich mir aus meinem Bücherregal ein dickes Buch heraus, um mich auf eine Radiosendung vorzubereiten. Es war der „Katechismus der Katholischen Kirche“. Dieses für katholische Christen bedeutende Werk zur Vertiefung des Glaubenswissens wurde vor fast genau 20 Jahren vom seligen Papst Johannes Paul II. allen Gläubigen überreicht. Wer jetzt meint, dieser dicke Wälzer hat nichts mit Kräutern zu tun, der irrt meiner Meinung nach. Denn als ich mein Buch ein wenig intensiver durchblätterte, fielen aus den Seiten zwei getrocknete Schneeglöckchen heraus, die ich im vergangenen Frühjahr als Lesezeichen eingelegt habe. Ich möchte mit meinen Lesern diese private Begebenheit durchaus teilen, um die Erinnerung, die mir meine zwei Schneeglöckchen geschenkt haben, einfach weiterzugeben. Denn wer den Glauben an den Schöpfer mit dem täglichen Leben vereint, bei dem kommt so manches zum Erblühen. Wie vieles ist durch unsere hochnäsig zelebrierte Ratio doch schon missachtet worden? In meinem Katechismus entdecke ich durchaus Lehrsätze, die unsere Würde als Menschen auf eine schöne Weise neu aufleuchten lassen. Wenn wir uns mit der Schöpfung befassen, dann entdecken wir auch neu unsere Rolle darin. Ja, ich danke dem Herrgott, dass ich leben und ein wichtiger Teil seines Bildes hier auf Erden sein darf!

Nach dem Bilde Gottes:

Im Katechismus der Katholischen Kirche findet sich folgendes Zitat der hl. Katharina von Siena: „Was war der Grund, weshalb du den Menschen zu einer so großen Würde erhoben hast? Die unschätzbare Liebe, mit der du dein Geschöpf in dir selbst angeblickt und dich in es verliebt hast, denn du hast es aus Liebe erschaffen, aus Liebe hast du ihm eine Natur gegeben, die an dir, dem ewigen Gut, Freude zu empfinden vermag.“ (KKK. S. 122)

Schneeglöckchen

Wurzeln ausgraben

Das Jahr des Glaubens feiern

Der Herbst ist da. Das ist die große Zeit der Wurzeln. Egal, von welchem Heilkraut diese nun gesammelt werden: die Wurzeln sind voller Kraft und Inhalt, da die Gewächsteile der Pflanzen nun zum Teil abgeworfen werden, um die kalte Jahreszeit zu überstehen. Wenn wir also diesen Vorgang betrachten und für unsere private Heilkunde nutzen, dürfen wir gleichzeitig das Bild dankbar annehmen, das uns hierbei mitgeliefert wird. Ich meine ganz konkret das Bedacht-Sein auf die geistige und geistliche Substanz, auf der unser Leben steht. Es ist doch so, dass wir alle uns oft den wechselnden Verhältnissen unserer Gegenwart aussetzen, ohne zu beachten, dass wir verborgene Grundlagen haben, aus denen wir Kraft schöpfen können. Das kann z. B. die Familie oder das Land unserer Herkunft sein. Viel stärker aber ist noch der Glaube, mit dem und aus dem die Generationen vor uns ihr Leben gestaltet haben. Für die katholische Kirche unseres Erdkreises hat Papst Benedikt XVI. mit dem gestrigen Tag das Jahr des Glaubens eröffnet. Wir sollen dadurch den Glauben nicht nur feiern, sondern ganz bewusst die Wurzeln unseres Glaubens ausgraben, damit dieser unser Leben bereichern möge, genauso, wie sich Kren, Karotten oder Nelkenwurz heilend auf unseren Organismus auswirken können.

Gott erschafft in Weisheit und Liebe

Es ist 20 Jahre her, dass der selige Papst Johannes Paul II. den Katechismus der katholischen Kirche den Gläubigen übergeben hat. Darin lesen wir über die Schöpfung: „Wir glauben, dass Gott die Welt nach seiner Weisheit erschaffen hat. Sie ist nicht das Ergebnis irgendeiner Notwendigkeit, eines blinden Schicksals oder des Zufalls. Wir glauben, dass sie aus dem freien Willen Gottes hervorgeht, der die Geschöpfe an seinem Sein, seiner Weisheit und Güte teilhaben lassen wollte.“ Vielleicht ist es durchaus heilsam, sich über diese Feststellung einmal Gedanken zu machen.

Krenwurzel