Die Bahn frei halten

Nicht nur den Schnee zur Seite räumen

Der Winter stellt viele vor so manche Herausforderungen. Es wird relativ viel Energie und Geld dafür aufgewendet, um Gehsteige und Straßen frei zu halten. Denn ein Weiterkommen soll, solange es geht, möglich sein. Andernfalls kommt der Verkehr zum Erliegen und ein Ausflug vor die Haustür zu Fuß kann mit einem unangenehmen Knochenbruch enden. Daher ist in jedem Fall Vorsicht angeraten. Wie aber sieht es in unserem Körper aus? Die Transportwege unserer Blutbahnen bekommen in vielen Fällen erst die notwendige Aufmerksamkeit, wenn schon Beeinträchtigungen diagnostiziert werden.

Die Rede ist heute von der Verengung der Gefäße, die uns unter den medizinischen Begriffen der Arteriosklerose oder Arterienverkalkung bekannt sind. Wurde eine derartige Veränderung festgestellt, müssen die Betroffenen aber die Flinte noch lange nicht ins Korn werfen. Eine Rückbildung der Gefäße lässt sich zumindest teilweise einleiten und im besten Fall auch zustande bringen, indem man so manchen Risikofaktor wie Übergewicht, Rauchen sowie erhöhten Blutdruck und Cholesterinspiegel nach Möglichkeit sucht zu verringern. Obwohl gerade jetzt in der Faschingszeit das Wort „Verzicht“ sehr bedrohlich klingt, kann ein konsequentes Umsetzten dieses Begriffes in der Ernährung und in der Lebensführung zum ersehnten Ziel führen. Am besten noch heute damit beginnen und so manche „Morgen-Diät“ (= ich fang erst morgen an) aus voller Willenskraft auf den Mond schießen.

Bluthochdruck bekämpfen:

Menschen, deren Blutdruck permanent erhöht ist, sollen ihren Körper auf sachte Weise entwässern. Eine Möglichkeit, um das zu tun, besteht darin, an einem Tag in der Woche nur Kräutertees zu trinken. Hierfür bieten sich vor allem Brennnessel- und Goldrutentee an, die beide im Heißaufguss-Verfahren hergestellt werden. Durch das Fasten reduziert sich auch das übermäßige Gewicht. Vergessen Sie dabei nicht aufs Blutdruckmessen.

Einerseits gefährlich, andererseits heilsam

Dem richtigen Bärenklau begegnen

Nicht alles, was imposant erscheint, muss auch unbedingt ein wertvolles Inneres besitzen. Hinter einer blendenden Fassade steckt oft genau das Gegenteil von dem, was wir vermuten. Wir dürfen nicht selten zu Recht staunen, wenn sich so manche als Messias aufspielen und ihre durchaus narzisstischen Ideen vielen Menschen aufdrücken. Der Aufschrei kann dann oft sehr laut sein, wenn all das, was man sich erhofft und eingebildet hat, wie ein Kartenhaus zusammenbricht. Beispiele hat jeder von uns genug. Hoffentlich sind aber die Wunden derartiger Erfahrungen nicht zu groß. Gehen wir jetzt jedoch ins Pflanzenreich. Da ist auch einer, der nach außen hin „viel hermacht“. Die Rede ist vom Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum), der eigentlich in der Kaukasusregion seine Heimat hat. Zunehmend verbreitet er sich nun auch in Europa und ist durch die schon oben besprochene stattliche Gestalt schön anzusehen. Aber Vorsicht: Jeder Hautkontakt mit allen Teilen dieses Doldenblütlers führt zu entzündlichen Veränderungen unserer äußersten Schicht. Viel ungefährlicher ist daher die Freundschaft mit dem in unseren Breiten wachsenden Wiesenbärenklau (Heracleum sphondylium). Auch er kann bis zu 1,50 m hoch wachsen, bleibt aber meistens darunter. Diese Heilpflanze verströmt einen eher unangenehmen Geruch und enthält im Inneren ätherische Öle. Von Interesse ist vor allem die Wurzel des heimischen Bärenklaus.

Verdauung fördern und Blutdruck senken:

Im Spätherbst wird die Wurzel des Wiesenbärenklaus ausgegraben, gereinigt und getrocknet. In zerkleinertem Zustand kann man sie gut verschlossen aufbewahren. Will man einen Tee anrichten, so nimmt man 3 volle Esslöffel davon, um sie über Nacht in einem 3/4 Liter kaltem Wasser anzusetzen. Am Morgen kurz aufkochen und 5 Minuten ziehen lassen. Nach dem Abseihen in eine Thermosflasche füllen und tagsüber trinken.

Wiesenbärenklau von Adolf Blaim