Sich wieder riechen können

Natürliche Kosmetik einsetzen

Was sind Ihre ersten Gedanken, wenn Sie morgens aus dem Bett steigen? Kann es sein, dass da schon die Anforderungen des Berufes oder zu erwartende Konflikte, die man eher scheut, den Kopf vollstopfen? Ich denke, da ist keiner von uns ganz frei davon. Es ist uns aber auch möglich, mit ein wenig Disziplin einen besseren Lebensstil einzuüben. Am Abend sollten auf jeden Fall die Sorgen nicht mit ins Bett genommen werden. Dazu hilft oft eine selbst gestaltete Geste, die bohrende Gedanken auf den Bettvorleger gleich einem Hund auf seinen Platz verweisen kann. Und am Morgen ist die Zeit im Bad auch für mich allein reserviert. Alles zu Erledigende wartet sowieso auf der Türschwelle davor. Ich möchte heute dazu ermutigen, das Selbstwertgefühl und die Selbstachtung zu stärken. Das geschieht oft ganz einfach, indem ich mir sage, dass die Zeit im Bad mir gehört. Wer dadurch vielleicht ein bisschen weniger furchtlos in den neuen Tag hineingeht, hat automatisch eine bessere Ausstrahlung bzw. Ausdünstung. Die Schatzkammer der Natur hält aber auch das eine oder andere einfache Mittel bereit, das mithilft, damit uns alle, denen wir begegnen, besser riechen können. Und ein wenig natürliche Frische tut uns selber gut.

Geruchsschlucker Kamille:

Wer eine Badewanne besitzt, nehme 5 Esslöffel voll getrockneter Kamillenblüten, übergieße diese mit 1 Liter kochendem Wasser und lasse den Ansatz 15 Minuten lang ziehen. Danach das Ganze ins Badewasser leeren und gründlich damit abwaschen. Um die Stimmung zu heben, kann man sich nach dem Bad mit ein paar Tropfen Kölnischwasser einreiben. Wer gut duftet, geht auch sicherer in die ersten Stunden der Arbeit.

Kamillenzweiglein

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The same procedure as every year

Lächeln und Lachen ist gesund

Der Kurzfilm „Dinner for one“ mit den Schauspielern May Warden und Freddie Frinton ist kaum mehr aus den heutigen TV-Unterhaltungen vor Mitternacht wegzudenken. Schon lange ist dieser Sketch ein Klassiker für viele Zwerchfelle geworden. Ja, und es ist gut, in froher Runde zusammenzusitzen, um miteinander zu lachen. Wenn das ganze Jahr über von so vielen Heilkräutern und deren Anwendung die Rede war, dann darf heute eine „Übung“ nicht unerwähnt bleiben, die den Alltag lebenswert macht. Es ist das Lächeln, das vom Herzen kommt und wieder zum Herzen zurückfindet. In der Steigerung ist es dann das Lachen, das genauso wie das Weinen den Körper lockert und so manche Verspannung von uns ableitet. Kräuterpfarrer Weidinger hat einmal sehr treffend geschrieben: „Das Lächeln ist wie ein Spurenelement. Fehlt es, dann wirkt unser ganzes Wissen nicht. Dann sind alle Heilungsversuche vergebene Mühe. Dann sind wir zum ,sauren Boden’ geworden. Der nur ,saure Gräser und Schilfgras’ hervorbringt. Das niemand mag. Weil es so scharf, kantig und nährwertlos ist.“ So lade ich alle heute ganz bewusst ein, in den letzten Stunden des alten Jahres unbedingt dem Lächeln und dem Lachen einen Platz zu reservieren. Und wer anscheinend doppelt so viel hat, der gebe am besten jemandem davon, dem das Lachen vielleicht schon lange vergangen ist. Ja, ein solches Teilen führt zu einer inneren und tiefen Freude, die gerade auch in schweren Zeiten Bestand haben wird.

Und ein Danke noch dazu

Verbundenheit: das ist es, was ich meinen unzähligen Lesern gegenüber empfinde. So ist für mich die Investition der Zeit, die ich zum Schreiben und Forschen brauche, ein kostbares Gut, das seinen eigenen Wert besitzt. Es erfüllt mich mit Dankbarkeit, dass eben das im vergangenen Jahr wieder möglich war. Meine Favoritin unter den Heilkräutern, die Wegwarte, formuliert mit ihren hellblauen Blüten so etwas wie ein Echo auf den offenen Himmel und sagt auf ihre Weise ein Danke mit einem Lächeln gegenüber dem Schöpfer, von dem auch wir das Leben haben.

Wegwarte

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Vorbereitung für das Kind

Mit Pflanze und Tier auf Weihnachten zu

In allen Großstädten der Welt haben sich die Gesellschaften verändert. Menschen vieler Sprachen und Länder teilen miteinander den Alltag. So oft dieses Zusammenleben auch gut gehen mag, gibt es dennoch genauso oft Probleme, denen wir uns in Zukunft wahrscheinlich vermehrt stellen müssen. Gerade in Europa bleibt die anscheinend unbedachte verweigerte Elternschaft in Bälde nicht ohne Folgen. Gottlob gibt es da und dort in unserer Heimat verantwortungsvolle Leute, die versuchen, einen nüchternen und realistischen Dialog zu führen, um so einer positiven Integration den Weg zu bereiten. Schauen wir einmal ins Pflanzenreich. Dort ist die Zahl der Einwanderer groß. Manchmal breiten sich einzelne Arten besser aus als ihre heimischen Verwandten. Ein gutes Beispiel dafür ist die Goldrute. Gar wenige kennen die in Mitteleuropa heimische Gewöhnliche oder Echte Goldrute (Solidago virgaurea), die hier auch abgebildet ist. Dominant sind vielmehr die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) und die Riesen-Goldrute (Solidago gigantea), die kaum mehr aus unseren Gärten und manchen Waldrändern wegzudenken sind. Deren Ursprung liegt im fernen Nordamerika, von wo aus sie einst durch Menschenhand bei uns eingeführt wurden.

Schmerzvolle Zeiten:

Jedes Kind, das heranwächst, muss in seiner Entwicklung verschiedene Stadien durchlaufen. Kommen die ersten Zähne, heißt es vermehrt unsere Babys zu trösten und ihr Weinen einfach ernst zu nehmen. Gerade dann darf die besorgte Mutter oder der karenzierte Vater auf die Hilfe der Goldrute zählen. 2 Teelöffel getrocknetes und zerkleinertes Goldrutenkraut (Solidago virgaurea) mit 1/4 Liter kaltem Wasser zustellen, kurz aufkochen und 5 Minuten ziehen lassen. Dann abseihen und vor dem Verabreichen an die Kinder den Tee mit etwas Honig süßen.

Echte Goldrute

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Auf die Wurzel kommt’s an

Mit Pflanze und Tier auf Weihnachten zu

Überall gibt es jetzt Adventkränze. Dieser ursprünglich protestantische Brauch ist rund um den Erdball zur Selbstverständlichkeit geworden. Oft wird jedoch dieser grüne Reif aus Nadelholzzweigen zum schmückenden Accessoire degradiert. In einer meiner Pfarrkirchen habe ich deshalb seit Jahren eine alte Fichtenwurzel aufgestellt, die mit vier Kerzen geschmückt den Gläubigen Sonntag für Sonntag den Weg zur Krippe weist. Ein Wurzelstock ist gerade für Botaniker ein starkes und aussagekräftiges Zeichen. Ohne eine dementsprechende Verankerung im Erdreich kann kaum eine Pflanze auf unserem Planeten existieren. Ich mag vor allem jene Pflanzen sehr gerne, die mit einer kräftigen Wurzel den Untergrund erobern und selbst so manchen Stein in kaum zugetrauter Zähigkeit zur Seite schieben. Eine ganz besondere Freundin meinerseits ist die Wegwarte (Cichorium intybus). Sie schafft es, selbst auf den unwirtlichsten Böden am Straßenrand Fuß zu fassen und unbeeindruckt von Verkehr, Abgasen und Staub Tag für Tag neue Blüten zu treiben. Sie hält beständig nach der Sonne Ausschau und bezieht gleich uns Menschen vom Licht die Kraft für ihre Existenz. Jetzt im Advent hilft mir die Erinnerung an die Wegwarte, mit Wachsamkeit nach dem Guten zu suchen und mit beständigem Vertrauen auf Gottes Vorsehung durch den Glauben eine feste Wurzel im Geiste auszubilden, die mir Halt und Identität verleiht.

Gefühle und Sorgen verarbeiten:

Viele Gedanken und Grübeleien rauben uns in so mancher Nacht den Schlaf. Um diesem unangenehmen Zustand zu wehren, kann man auch die Hilfe der Wegwarte in Anspruch nehmen. Dazu werden 10 g Wegwarte-Wurzel fein geschnitten und in 1/4 Liter kaltem Wasser 1 Stunde lang angesetzt. Dann kurz aufkochen, abseihen und trinken. Das ist gerade am Abend zu empfehlen.

Wegwarte

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Nicht alles, was sticht

Ist gefährlich

Auch wenn es so scheint. In der Familie der Korbblütler (Asteraceae) gibt es so manch stechenden Gesellen. Die Rede ist natürlich von den Disteln mit ihren spitzstacheligen Blättern und Blüten. Obwohl diese Gewächse so unnahbar scheinen, besitzen sie ihren Wert allein schon darin, dass sie mit ihrer Existenz zum gottgewollten Gleichgewicht in der Schöpfung einen nicht zu unterschätzenden Beitrag leisten. Darüber hinaus tragen sie in ihren Pflanzenteilen wertvolle Stoffe, die wir für unsere Gesundheit nützen dürfen. Eine Vertreterin davon ist die Benediktendistel (Cnicus benedictus oder auch Centaurea benedicta). Wie so manches wertvolle Heilkraut wurde diese Distel im Laufe des Mittelalters von ihrer ursprünglich asiatischen Heimat in den Westen ans Mittelmeer gebracht, wo sie heute auch wild wächst. In unseren gemäßigten Breiten ist sie eher nur als Kulturpflanze in den Gärten anzutreffen, wo sie aber an manchen Stellen wiederum von alleine aufgehen kann. Im Prinzip ist die Benediktendistel eine einjährige Pflanze. Besonders wohl fühlt sie sich auf sonnigen Lagen. An den Boden stellt sie keine besonderen Ansprüche. Im Sommer hat sie ihre Blütezeit etwa ab dem Monat Juli. Ab dann können ihre jungen Blätter, die blühenden Sprossspitzen und das frische blühende Kraut geerntet werden. Die Verdauungssäfte unseres Körpers erhalten durch die Inhaltsstoffe der Benediktendistel – vor allem durch den Bitterstoff Cnicin – eine wertvolle Unterstützung. So sei darauf hingewiesen, dass man dieses Kraut im rechten Maß bei träger Verdauung, bei Leber- und Gallenleiden sowie bei Verschleimung des Magens nutzen kann.

Den Tieren zuliebe:

Unsere vierbeinigen Lebensgefährten leiden unter ungünstigen Umständen ebenfalls an Blähungen, Verdauungsstörungen und Verstopfung. In diesem Fall kann man auf einen Tee, der aus getrocknetem Kraut der Benediktendistel gekocht wird, zurückgreifen.

Benediktendistel

Ein heilender Klassiker

Die Kamille begleitet behutsam

Mittlerweile sind die Gärten wiederum ausgeräumt und die Beete schauen mit einer schutzlosen Erdschicht zum Himmel. Der Winter soll nun das Seine tun, damit im Frühjahr erneut die Pflanzen unserer Wahl heranwachsen und gedeihen können. Doch was kann ich im nächsten Jahr aussäen, um auch Heilkräuter an meiner Seite zu haben? Da hätte ich einen guten Tipp: Vergessen Sie auf die Echte Kamille (Matricaria chamomilla) nicht. Die Auspflanzung dieses beliebten und bekannten Heilkrauts ist sehr einfach. Hat man sie einmal angesät, so sorgt sie Jahr für Jahr selber dafür, dass es rundherum Nachkommen gibt. Sollten die kleinen Kamillenpflänzchen dort aufgehen, wo man sie nicht haben möchte, kann man sie im zeitigen Frühling ausgraben und versetzen. Natürlich ist es sehr bequem, die im Handel erhältlichen Teebeutel mit Kamillendroge zur Hand zu nehmen. Von einer anderen Qualität ist es aber, wenn man selbst den prominenten Korbblütler zieht und erntet. Will man die Blüten der Echten Kamille lagern, soll darauf geachtet werden, dass die Droge ganz durchgetrocknet ist. Andernfalls leiden der Geschmack und die Wirkung. Durch die ätherischen Öle der Kamille profitiert der Organismus in allen heilenden Prozessen.

Kamillenöl selbst gemacht:

In einem Verhältnis von einem Teil Kamillenblüten und 4 Teilen kaltgepresstem Olivenöl wird beides zusammen in einem weithalsigen Glas angesetzt. Gut verschlossen bleibt es 14 Tage lang in einem warmen Raum abseits der prallen Sonne stehen. Danach wird das Öl durch ein Leinentuch abgeseiht und der Blütenrückstand ausgepresst. Dieses Öl wirkt krampflösend und stillt innere Schmerzen. Den Bauch der Kleinkinder kann man damit einreiben, wenn sie unter Blähungen leiden.

Kamille

Nicht nur schön anzuschauen

Die Eberraute ist auch wirkkräftig

Zu viel Fleischkonsum ist ungesund. Das mag zwar unser Intellekt ansatzweise akzeptieren, doch unser Hunger spricht da oft eine andere Sprache. Wenn auch immer mehr Bewohner unserer Heimat ihre Ernährung bewusst gestalten, so wird der Schweinsbraten oder das Grillhendl häufig oben auf der Hitliste unzählbarer Gaumen stehen. Wer schon vom Fleisch kaum Abstand nehmen kann, der achte wenigstens auf ein gutes Würzen der einzelnen Gerichte. Früher war z. B. die Eberraute (Artemisia abrotanum) viel mehr in Verwendung, wenn es galt, fettes Fleisch mit einem Kraut geschmacklich aufzubessern. Heute kommt dieses Beifußkraut wieder mehr zum Einsatz. Die ursprüngliche Heimat des zur Familie der Korbblütler zählenden Gewächses liegt in Zentralasien. Bei uns wird es gerne in den Gärten gepflanzt, wobei es kaum Samen ausbildet, sondern durch Wurzelstockteilung vermehrt werden kann. Gerade jetzt im Herbst ist die richtige Zeit dafür. Für das Auge ist es jeweils eine Freude, auf die feinfiedrigen und grazil ausgebildeten Blätter und Triebe zu blicken. So kann man die Eberraute natürlich auch zur Zierde in ein Beet setzen. Ab und zu ein Blatt abgezupft, zerrieben und daran gerochen, erfreut natürlich den Geruchsinn bei gelegentlichen Aufenthalten im Garten.

Krafttonikum Eberrauten-Wasser:

In 1 Liter Wasser bei Zimmertemperatur wird 1 Esslöffel voll zerkleinertes Eberrauten-Kraut am Abend angesetzt. Am nächsten Tag kann man den fertigen Trunk den Tag über verteilt zu sich nehmen. Das stärkt die körpereignen Abwehrkräfte und lindert Verdauungsbeschwerden. Dieses Getränk hilft ebenso bei Blähungen und Durchfall.

Eberraute