Bei Husten und Heiserkeit

Mit Kümmel vorankommen

Mir scheint, dass ich in letzter Zeit vermehrt Leuten begegne, die sich mit dem Sprechen schwertun. Es hat ihnen aber nicht die Stimme verschlagen, weil sie womöglich introvertiert oder gar schlecht gelaunt sind. Sie haben sich schlicht und einfach erkältet und sind daher gehindert, ihrer Stimme freien Lauf zu lassen. Für solche Zustände haben schon unsere Großeltern und deren Vorfahren manch guten Ratschlag zur Verfügung gehabt, um besser damit zurechtzukommen. Im Kümmel (Carum carvi) existiert u. a. eine Hilfe, die ohnehin in den Küchen und Speisekammern parat steht. Diese charakteristisch schmeckenden Samenkörner sind mehr als ein bloßes Gewürz. Dafür sind gerade auch die ätherischen Öle, die sich in den Früchten des Doldenblütlers Kümmel befinden, ausschlaggebend. Bei Heiserkeit und einem oft damit zusammenhängenden Husten gilt es meist, festsitzenden Schleim zu lösen und eine keimwidrige Kraft zum Einsatz zu bringen, die eine bestehende Beeinträchtigung des Atem- und Stimmbereichs verringern und diese beenden helfen. Dafür dürfen wir ruhig ein wenig an Zeit aufwenden und eben die Unterstützung durch so manche Hausmittel in Anspruch nehmen, die sich schon über Generationen hinweg bewährt haben. Die guten Erfahrungen mit dem Kümmel sollten dabei zum Tragen kommen. Dann sollte einer allmählichen Rückkehr zu einer freien und unbelasteten Stimme samt einer gesunden Lunge nichts mehr hinderlich sein. Immerhin stehen der hohe Sommer und dazu noch die Ferien direkt vor der Haustür.

 

Abendlicher Trunk 

3 Teelöffel voll Kümmelkörner, die zuvor in einem Mörser leicht angestoßen wurden, mit 1/4 Liter Milch übergießen. Beides zusammen kurz aufkochen und dann zugedeckt 15 Minuten langziehen lassen. Zum Schluss abseihen. Diesen Trunk am besten abends vor dem Schlafengehen schluckweise zu sich nehmen. Das kann mithelfen, dass sich während des Schlafes Stimmbänder, Hals und die Bronchien von den Strapazen einer Erkältung erholen. www.kraeuterpfarrer.at

Kümmel (Carum carvi) @ pixabay

 

 

 

Ein Tipp für die Jugend

Brennnesseltee als Begleitung

Jedes Jahr werden in den Pfarren der römisch-katholischen Kirche viele junge Menschen auf das Sakrament der Firmung vorbereitet. Dies ist jeweils eine schöne wie auch herausfordernde Aufgabe. Es ist einfach spannend, die Mädchen und Buben zu erleben, wenn sie sich Richtung Erwachsensein aufmachen. Ganz wichtig ist es meines Erachtens, dass dieser Prozess nicht ohne kompetente Begleitung vonstattengeht. Dazu zählt sicher auch das Verwenden von Heilpflanzen. Die Brennnessel (Urtica) ist so etwas wie ein Sinnbild für einen pubertierenden Menschen. Denn sie sagt mit ihrem bewehrten Kleid: Komm mir ja nicht zu nahe! Wie oft passiert es, dass die Meinungen zwischen Eltern und Jugendlichen divergieren und daraufhin Funkstille herrscht. Bleiben wir aber bei der Brennnessel. Sie hat ja durchaus positive Seiten und steht uns nun in Hülle und Fülle zur Verfügung. Mit ihren Inhaltsstoffen unterstützt sie den Stoffwechsel der einzelnen Organe und hilft mit, den Reinigungsprozess des Blutes zu fördern. Sie birgt ebenso Vitamine und darüber hinaus Mineralstoffe in sich, die der Körper umso dringender braucht, je mehr er sich im Wachstumsprozess befindet. Mir ist schon klar, dass es einer zusätzlichen Diplomatie bedürfen wird, wenn man genau das seinem Kind näherbringen möchte. Aber andererseits kenne ich viele Jugendliche, die durchaus ein offenes Ohr und ein großes Interesse für die Wirkkraft der Heilkräuter besitzen. Manche finden es überaus machbar, einen Kräutertee zu trinken. Diese Chance sollte man beim Schopf packen und gleich darangehen, etwas Gutes auf den Weg ins Leben mitzugeben.

 

Kur für die Pubertät

2 Teelöffel getrocknete und zerkleinerte junge Blätter der Brennnessel mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Dann abseihen und ungesüßt trinken. 6 Wochen lang 3-mal täglich 1 Tasse davon trinken. 3 Wochen aussetzen und danach wiederum 6 Wochen wiederholen. Das unterstützt den Pubertätsprozess auf natürliche Weise und kann gerade gut in den Ferien praktiziert werden. www.kraeuterpfarrer.at

Große und Kleine Brennnessel (Urtica dioica und Urtica urens) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

Kommt der Haut zugute

Stockrosen im Badewasser

Es lassen sich nun schon die Tage zählen, bis endlich die Ferien beginnen. Das Schuljahr neigt sich somit dem Ende zu und auch für viele, die im Berufsleben stehen, zeichnen sich Urlaubszeiten ab. Die Frage bleibt offen, was wir mit der freien Zeit anfangen. Wer keine Reise unternimmt, sollte sich auf jeden Fall mehr Aufmerksamkeit gönnen, die der eigenen Gesundheit oder einfach nur dem gesteigerten Wohlbefinden dient. Mit den Stockrosen (Alcea rosea) haben wir ein natürliches Hilfsmittel zur Verfügung, das hierbei gute Dienste leisten kann. Der Name der Pflanze muss aber erklärt werden. Denn die Rosen in den Gärten oder in den Parks sind lediglich in der Form der Blüten unserer heutigen Heilpflanze ähnlich. Die Stockrose ist nämlich ein Malvengewächs. In den Blütenblättern sind u. a. schleimige Substanzen und darüber hinaus Gerb- und Farbstoffe enthalten sowie auch ein wenig ätherisches Öl. Wie viele Arten der Malven eignet sich das blühende Lebewesen, das einst vor allem gerne in Bauerngärten gezogen wurde, sehr gut dafür, um verschiedene Bereiche des Körpers zu unterstützen. Das gilt im Übrigen auch für die Haut. Ist diese eher zart besaitet und neigt sie daher leicht zu Entzündungen, dann ist es wichtig, sich um diesen Umstand anzunehmen. In den alten Hausmitteln, die vor allem auf das zurückgreifen, was die Natur zu bieten hat, ist nach wie vor ein großer Schatz an Möglichkeiten der Pflege und der gesundheitlichen Vorsorge zu finden. Wenn es um die Haut geht, sind besonders Bäder eine probate Vorgangsweise, um deren gute Beschaffenheit zu fördern.

 

Stockrosen-Bad

50 g getrocknete und zerkleinerte Blütenblätter der Stockrosen mit 2 Liter kochendem Wasser übergießen und dann 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Zum Schluss abseihen und den Absud dem bereitgestellten Badewasser hinzufügen. 20 Minuten in der Wanne baden, um so die gesamte Haut zu pflegen und sie widerstandsfähiger gegen Entzündungen zu machen. Zudem hat das Bad auch eine reinigende Wirkung. www.kraeuterpfarrer.at

Stockrosenblüten und Wurzel (Alcea rosea) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Die Magenschleimhaut unterstützen

Hopfen und Lindenblüten aufgießen

Liebe geht bekannterweise durch den Magen – so formuliert es eine Redewendung. Nun gut: wir wissen schon, dass damit das Zubereiten und Auskosten von guten Speisen gemeint ist. Aber wir dürfen diesen Satz auch wörtlich nehmen. Denn was können wir unternehmen, wenn der Magen selbst eine wohltuende Unterstützung benötigt? Welche Pflanzen lassen sich hierfür auf den Plan rufen? Hopfen (Humulus lupulus) und Linden (Tilia) sind in diesem Fall die Angesprochenen. Beide sind in der freien Natur inmitten der sommerlichen Vegetation anzutreffen. Gewiss wurden sie seit Jahrhunderten ebenfalls dazu verwendet, dem Menschen zu Diensten zu stehen. Und bei beiden hat man es vor allem auf die Blüten abgesehen. In den weiblichen Zapfen des Hopfens, die man ja auch als Zutat eines Brauprozesses beim Bier kennt, bergen sich wertvolle Gerbstoffe. Sie erweisen sich vor allem für den Verdauungstrakt als wertvoll. Die Lindenblüten wiederum sind bekannt, weil sie den Schweiß treiben, sobald man einen Aufguss dieser Pflanzendroge trinkt. Doch steckt noch mehr in ihnen. Sie zeichnen sich durch einen gewissen Anteil an Schleimstoffen aus, sind gleichzeitig krampflösend, schmerzstillend und wundheilend. Und genau diese Vorzüge kann man auch Richtung Magen schicken, wo die Schleimhaut eine äußerst sensible Zone darstellt. Um diesen Teil des Verdauungsmuskels zu stärken und im Falle von Problemen zu unterstützen, soll die Kraft der Natur nicht ungenutzt bleiben. Vielleicht kann man schon Vorsorge treffen, indem man die Lindenblüten und den Hopfen unter ein Joch spannt.

 

Aufguss für den Magen 

Getrocknete und zerkleinerte Blüten des Hopfens und der Linden zu gleichen Teilen mischen. 2 Teelöffel voll davon mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Bei Problemen mit der Magenschleimhaut 3 Wochen lang jeweils in der Früh und am Abend 1 Tasse Tee schluckweise trinken, um eine Besserung zu unterstützen. Gleichzeitig kann dies als vorbeugende Stärkung durchgeführt werden. www.kraeuterpfarrer.at

Hopfen (Humulus lupulus) und Lindenblüten mit Blatt (Tilia) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Wenn der Rotklee blüht

Ein gesundes Bad nehmen

Die Zeiten ändern sich beständig. Unsere Lebenskultur hat sich binnen weniger Jahrzehnte derart stark gewandelt, dass uns manchmal das sprichwörtliche Hören und Sehen vergeht. Denken wir dabei nur an die digitale Wirklichkeit, die heute praktisch alles dominiert. Selbst in der Landwirtschaft bestimmen Computer und Satelliten sehr viele Vorgänge. Früher musste man noch flächendeckend mit der Sense oder dem Mähbalken das Futter für die Rinder einholen, sobald die Tiere nur im Stall gehalten wurden. Der Rotklee (Trifolium pratense) zählt bis heute zu den Pflanzen, die dabei infrage kommen. Doch steckt in diesem Gewächs sicher mehr als bloß die Bestimmung, in irgendeinem Trog oder einer Raufe zu landen. Aus dem Blickwinkel der Kräuterkunde ist der Rotklee ebenfalls von Interesse. In etlichen Präparaten befinden sich zudem die Inhaltsstoffe der Blüten dieses Klees (u. a. Flavonoide, Proteine, Cumarine und Mineralstoffe), um den Hormonhaushalt zu regulieren. Ein anderes Thema wiederum ist die Entgiftung des Organismus, die hauptsächlich von der Leber absolviert wird. Diesen Prozess kann man übrigens auf eine sehr sanfte und gleichzeitig effiziente Weise unterstützen. Dies geschieht jedoch nicht sosehr über die Aufnahme von Nahrung als vielmehr über die Haut. Wie verschiedene andere Kräuter auch kann der Rotklee der Leber eine Hilfe zukommen lassen. Der Weg, der dabei beschritten wird, nimmt seinen Anfang auf der Außenschicht des Körpers. In einem wohltuenden Bad ist es möglich, den gewünschten Effekt herbeizuführen. Daher sollten wir die Zeit, da der Rotklee voll in Blüte steht, nicht vorübergehen lassen.

 

Rotkleeblüten-Bad

Zirka 100 g frisch gepflückte Rotkleeblüten werden mit 2 Liter siedendem Wasser übergossen. 15 Minuten lang zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Die Flüssigkeit des Absuds in eine volle Badewanne leeren und bei angenehmer Wassertemperatur ca. 20 Minuten darin baden. Das kann dazu beitragen, sich bei wechselbedingten Hormonschwankungen besser zu fühlen. Zudem wird die Leber in ihrer entgiftenden Tätigkeit mit pflanzlicher Hilfe unterstützt. www.kraeuterpfarrer.at

Rotklee (Trifolium pratense) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

 

 

Frisch vom Baum

Walnussblätter für den Rachen

In unserem Klostergarten steht ein großer Baum, der nun ca. 30 Jahre alt ist. Er schützt die Ostseite des Stiftes und breitet seine Äste vor den Fenstern der alten Bibliothek aus. An einem lauen Abend sitzen wir gern in froher Runde in seiner Nähe, um uns nach manch seelsorglicher Arbeit dort als Konvent zu treffen und den Tag gemütlich ausklingen zu lassen. Konkret ist die Rede von einem Walnussbaum (Juglans regia), den ich eigenhändig pflanzen durfte. Ich bin ziemlich stolz auf dieses Exemplar, liefert es doch jedes Jahr eine große Anzahl an Nüssen. Auch heuer dürfte es dahingehend eine reiche Ernte geben. Zudem steht uns jetzt schon eine weitere Unterstützung zur Verfügung. Es sind die Blätter des Nussbaumes. In diesen Wuchsteilen ist aber auch eine Reihe an guten Inhaltsstoffen vorhanden, die der Pflege unserer Gesundheit dienen. Darunter dominiert der Anteil an Gerbstoffen, mit denen wiederum ein adstringierender und ebenso ein keimwidriger Effekt in Verbindung stehen. Es kommt leider auch in der warmen Jahreszeit vor, dass der Hals kratzt oder dieser aufgrund einer Entzündung schmerzt. Dann kann ein einfaches Hausmittel dabei helfen, sich erneut besser und vor allem freier zu fühlen. Die Walnussblätter sind also so etwas wie eine grüne Reserve, die man ohne großen Aufwand zum eigenen Nutzen aufbereiten kann. Und vergessen wir nicht auf die Tatsache, dass in Zeiten eines ständig voranschreitenden Klimawandels der Wert eines grünen Gewächses dieser Art immer höher steigt, weil es viel zu einer lebenswerteren Umwelt beitragen kann.

 

Tee mit Walnussblättern

Grüne Blätter des Nussbaumes abpflücken und gründlich trocknen. Dann erst zerkleinern. 4 Teelöffel davon mit 1/2 Liter kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Zum Schluss abseihen. Bei Kratzen im Hals, bei Heiserkeit oder wenn die Mandeln entzündet sind, damit regelmäßig gurgeln. Das kann mithelfen, um eine Linderung der Beschwerden zu erreichen. www.kraeuterpfarrer.at

Walnuss (Juglans regia) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

 

Morgendlicher Beitrag

Steinklee steigert die Immunkraft

Wie oft wünschen wir einander Gesundheit? Und viele sagen dann noch dazu, das sei das Wichtigste! Und was tun wir dafür? Je älter ein Mensch wird, desto klarer tritt ihm vor Augen, dass kein Automatismus dahingehend besteht, je neu vital und fit zu sein. Es bedarf auf jeden Fall des eigenen Zutuns, um dies einigermaßen zu erreichen. Neben all den Ratschlägen darf ich heute auf ein Kraut verweisen, das Wesentliches dazu beitragen kann, um den Organismus als Ganzen zu unterstützen. Eben noch entdeckte ich am Wegrand den Gelben Steinklee (Melilotus officinalis), der nun schon in voller Blüte steht. Ja, dachte ich mir dabei, an ihn sollte ich viele wieder erinnern. Dieses Gewächs findet sich auf eher trockenen Standorten. Es enthält in seinen Blüten und Blättern Flavonoide und Saponine, darüber hinaus auch Cumarine. Letztere kann man auch mit dem Geruchssinn feststellen, etwa beim Trocknen des Steinklees. Aber diese Pflanze hilft uns des Weiteren, die Gesundheit zu fördern. Der Gelbe Steinklee wirkt nämlich stoffwechselanregend und unterstützt auch die Kreislauforgane. Zudem profitieren die Leber und die Gallenblase von der Verwendung dieses Heilkrautes, ebenso der Prozess der Blutbildung. So wollen wir in weiterer Folge nun die konkrete Aufbereitung des Steinklees ansprechen. Am einfachsten ist es wohl, seine getrockneten Wuchsteile wie Blüten, Blätter und dünnen Triebe aufzugießen, um einen Tee trinken zu können. Das kann zwischendurch am Tag passieren. Doch ist es wohl noch effizienter, schon in der Früh die Sorge um die Gesundheit zum Tragen kommen zu lassen. Vielleicht schaffen wir es, eine Schale Kaffee einmal hinanzustellen und stattdessen einen Tee zu trinken. Es lohnt sich sicher.

 

Frühstücks-Tee

2 Teelöffel voll getrocknete und zerkleinerte Blütentriebe und Blätter des Gelben Steinklees mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten lang zugedeckt ziehen lassen. Danach abseihen und schluckweise zum Frühstück trinken. Das fördert ein gutes Wohlbefinden, stärkt die Immunkraft und erweist sich zudem bei Venenschwäche als gute Unterstützung. Durchaus ein paar Tage hintereinander praktizieren. www.kraeuterpfarrer.at

Gelber Steinklee (Melilotus officinalis) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

 

Den Magen nicht vergessen

Unterstützung mit Pfefferminze

Der Monat Juni scheint in diesem Jahr mehr Termine, Feste und anstehende Erledigungen aufzuweisen als sonst. Gewiss hat sich durch die zurückliegenden Einschränkungen der Pandemie einiges angestaut, was nun erledigt werden will. Kein Wunder, wenn also jemand unter einer größeren Anspannung auch nervlich zu leiden hat, was wiederum der Gesundheit schadet. Die Hilfen, die uns in der Natur dafür zur Verfügung stehen, um uns zu stärken und zu festigen, sind zahlreich. Ich möchte heute meine Gedanken daher in Richtung Magen lenken und dazu speziell die Pfefferminze (Mentha x piperita) anvisieren. Denn unsere Nerven stehen eng mit dem Verdauungsmuskel Magen in Verbindung, was die meisten wohl aus eigener Erfahrung wissen. Wir dürfen uns diesem Organ gegenüber sehr dankbar zeigen, weil es stets für uns da ist. Gerade die Magenschleimhaut ist eine sehr sensible Zone, die oft auf nervöse Anspannungen mit einem von uns empfundenen Unwohlsein reagieren kann. Darüber hinaus ist es nicht schlecht – egal, ob die Verdauung klaglos funktioniert oder eben nur eingeschränkt – eine pflanzliche Unterstützung in Richtung Bauch zu schicken. Im Lippenblütler Pfefferminze sind wertvolle Wirkstoffe enthalten, die sich u. a. aus ätherischem Öl mit Menthol, Gerb- und Bitterstoffen sowie unterschiedlichen Flavonoiden zusammensetzen. In der Regel lässt sich damit der Magen bei nervöser Reizung ganz gut beruhigen. Selbst in Hinblick auf die anstehenden Ferien kann es also nicht schaden, sich ab und zu die Zeit für eine Tasse Tee zu gönnen.

 

Tee für den Magen

2 Teelöffel von getrockneten und zerkleinerten Blättern der Pfefferminze mit 1/4 Liter siedendem Wasser übergießen. Anschließend 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Dann abseihen und schluckweise trinken, ohne den Aufguss zu süßen. Leidet jemand unter einer nervlichen Anspannung, so kann auf diese Weise der Magen gestärkt und gleichzeitig auch beruhigt werden. www.kraeuterpfarrer.at

Pfefferminze (Mentha piperita) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

 

Die Haut auffrischen

Die Birken laden dazu ein

Der Trend, um den Urlaub zu verbringen, geht in Bezug auf die Destinationen für die freie Zeit in Richtung Heimatland. Gewiss lockt nun die Sommerszeit auch manche in ferne Länder. Doch gibt es so vieles noch innerhalb der Grenzen unseres Bundeslandes zu entdecken und zu genießen, dass dahingehend viele Angebote bereitstehen. Jeder Körper ist im Vergleich dazu ebenso auf die Maße beschränkt, die unsere Haut als Eingrenzung eindeutig vorgibt. Bei einem Baum wiederum wie der Birke (Betula pendula) ist es die Rinde, die als eine vergleichbare Schutzzone fungiert. Sobald der Stamm die typische weiße Farbe annimmt, lassen sich dort ganz feine papierähnliche Schichten in Streifenform abziehen, die einmal mehr einen Verweis auf die menschliche Haut liefern. Bei der menschlichen Schutzschicht unterscheiden wir ganz verschiedene Typen. Ist diese äußerst trocken, so beginnt sie an mehreren Stellen zu schuppen. Die davon Betroffenen werden auch eher über einen Juckreiz klagen als jene mit einer fettigeren Leibesoberfläche. Die Hängebirke, die u. a. ebenfalls als Weißbirke bezeichnet wird, liefert alljährlich eine grüne Blätterpracht, die gerne für Heilzwecke verwendet wird. In ihnen sind wertvolle Flavonoide eingelagert wie auch Gerbstoff und verschiedene pflanzliche Säuren. Ein Aufguss, den man mit dem Birkengrün zubereitet, erweist sich als harntreibend und somit als reinigend für Blut und Nieren. Weniger bekannt ist hingegen, dass dieser Aufguss ebenso die Absonderung des Gallensekretes fördert und somit der Verdauung zugutekommt. Doch bleiben wir diesmal bei der Haut, die sicher für eine unterstützende Maßnahme dankbar ist.

 

Tee zum Trinken und Einreiben 

2 Esslöffel voll zerkleinerte Birkenblätter mit 1/2 Liter kochendem Wasser überbrühen. Dann 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Einen Teil davon über den Tag verteilt ungesüßt als Tee trinken. Mit dem anderen Teil unter Zuhilfenahme eines Waschlappens die Haut abreiben. Das stärkt und erfrischt die Struktur unserer Körperoberfläche und macht spröde und trockene Haut geschmeidiger. www.kraeuterpfarrer.at

Birkenzweige mit Blättern und Blüten (Betula pendula) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

Guten Appetit

Goldmelissenblätter fördern ihn

Die Wünsche, die wir einander bei einem gemeinsamen Essen zusagen, sind wohl hinlänglich bekannt. Es ist ja auch etwas Schönes, wenn man in froher Runde oder eben bei einer Feier zusammensitzen darf und der leibliche Genuss in Richtung Magen dabei nicht zu kurz kommt. Aber wie bei allem ist es nicht selbstverständlich, dass einem etwas schmeckt, was auf dem Teller zu liegen kommt. Ich meine aber nicht die Abneigung gegenüber einem bestimmten Gewürz oder einer speziellen Speise. Mit der Goldmelisse (Monarda didyma) will ich vielmehr die Tatsache beleuchten, wenn der Appetit an und für sich schwächelt. Im Zuge einer Erkrankung – physischer oder psychischer Art – ist es gar nicht so selten, die Lust am Essen zu verlieren. Der Körper stellt sich damit nämlich selbst auf Sparflamme. Aber dennoch ist es nicht immer gut, diesen Zustand über längere Zeit so zu belassen. In Zeiten einer Rekonvaleszenz steht uns u. a. die Goldmelisse zur Verfügung. In ihren Blättern sind wertvolle ätherische Öle, Linalol, Gerbsäure und auch Bitterstoffe eingelagert. Zudem enthalten die Blüten der Indianernessel (anderer Name für die Goldmelisse) derartige Substanzen. Ich freue mich jedes Mal schon auf den Sommer, wenn ich in Kräutergärten oder in den grünen Oasen rund um die Privathäuser diese Pflanze auf den Beeten entdecken darf. Sie ist nicht bloß schön anzusehen, sondern darf gleich frisch genutzt werden. Das möchte ich heute ebenso allen anraten, die Probleme mit einem verminderten Appetit haben. Manchmal reicht es schon, etwas ganz Simples und Unkompliziertes durchzuführen, um dem allgemeinen Wohlbefinden erneut auf die Sprünge zu helfen.

 

Grüne Blätter kauen

Von den Pflanzen der Goldmelisse auf einem Gartenbeet die Blätter frisch abzupfen und – wenn nötig und möglich – unter kaltem fließendem Wasser reinigen. Danach einfach in den Mund stecken und eine Zeitlang gut durchkauen. Der würzige Geschmack des Grüns von diesem Lippenblütler wird über den Speichel in den Verdauungstrakt geleitet und bewirkt dort, dass der Appetit wieder gesteigert wird. Das kann z. B. nach einem grippalen Infekt oder nach einer längeren kräftezehrenden Krankheit von Vorteil sein. www.kraeuterpfarrer.at

Goldmelisse oder Indianernessel (Monarda didyma) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya