Augentrost als Tee

Förderlich für die Galle

Unser Immunsystem ist ein wahres Wunderwerk. Wir können selbst mit unserem sinnlichen Bewusstsein weder direkt mitverfolgen noch konkret festhalten, wie effizient sich unser Körper mit Viren und Bakterien, mit schädlichen Stoffen und Gasen, die an ihn herandringen, auseinandersetzt. Schließlich muss permanent etwas abgewehrt und im wahrsten Sinne des Wortes das Gesundheitsgefährdende im Keime erstickt werden. Da wir als Menschen nun einmal derart konstruiert sind, um direkt mit der Unterstützung der Pflanzen zu korrespondieren, will ich heute den Gemeinen Augentrost (Euphrasia officinalis) auf den Tisch unseres Interesses legen. Botanisch gesehen zählt diese Pflanze zur Familie der Sommerwurzgewächse. Der Augentrost ist in Europa weit verbreitet. Zu seinen Inhaltsstoffen gehören nicht bloß Glykoside und Flavonoide, sondern ebenso Gerbstoffe, Bitterstoffe und ätherisches Öl. In der alten Tradition der Klosterheilkunde finden sich Hinweise auf verschiedenste Anwendungen des Heilkrautes. Allein seine Bezeichnung legt es nahe, dass man damit u. a. die Probleme, die jemand mit den Sehorganen hatte, zu kurieren versuchte. Ich möchte diesmal jedoch auf die Stütze des Immunsystems schauen. Diese ist in einer gut funktionierenden Verdauung verankert. Dazu zählt auch die Tätigkeit der Gallenblase. Durch das Trinken eines Tees, der mithilfe des Augentrostes aufgegossen wird, lässt sich genau dieser Bereich gut unterstützen.

 

Augentrost-Aufguss

Es reicht 1 Teelöffel voll getrockneten und zerkleinerten Krautes des Augentrostes. Mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Nach dem Abseihen auf Trinktemperatur auskühlen lassen und dann schluckweise einnehmen. 1 Woche lang morgens 1 Tasse auf nüchternen Magen zu sich nehmen. Das kann gut tun, wenn die Gallenblase geschwächt ist und die Verdauung eine Unterstützung braucht. Nur bei guter Verträglichkeit durchführen. www.kraeuterpfarrer.at

Augentrost (Euphrasia officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

Entspannung im Bauch

Anis für Magen und Darm 

Pausen und Erholung sind eminent wichtig. Spätestens in der Schule lernen wir, dass der Mensch keine Maschine ist, die ununterbrochen am Laufen gehalten werden könnte. Weder physisch noch geistig ist es möglich, permanent etwas zu leisten und zu denken. Denn schließlich liegt in der Ruhe eine Kraftquelle, die wir je neu schätzen dürfen. Im Bezug auf die körperliche Region des Verdauungstraktes ist dieser Aspekt ebenfalls von Bedeutung. Daher soll diesmal der Anis (Pimpinella anisum) in Erinnerung gerufen werden. Gewiss kommt uns dieses Gewürz wahrscheinlich am ehesten in Verbindung mit weihnachtlichen Vorbereitungen und dem damit einhergehenden Backen von süßen Köstlichkeiten in den Sinn, zu denen nun einmal die feinen Aniskekse (mancherorts auch als Anisscharten oder Anisplätzchen bezeichnet) zählen. Die Anispflanze selbst gehört zur Familie der Doldenblütler und hatte ihre Heimat ursprünglich im Mittelmeerraum. Die Samenkörner des Gewächses sind reich an ätherischem Öl, das auch den typischen Geschmack besitzt, an dem wir diese Zutat der Speisen erkennen können. Im Anis steckt aber ebenfalls eine Wirkung, die mithilft, um für den Magen- und Darmtrakt die eingangs angesprochene Entspannung zu erlangen. Das ist besonders dann angezeigt, wenn man sich unpässlich fühlt oder wenn diese physische Region unter Krämpfen leidet. Vielleicht kann ein Aufguss einen Ausweg aufzeigen, den man der Kraft der Natur verdanken darf.

 

Anis-Tee

Ganze Körner vom Anis vorerst in einem Mörser leicht anstoßen. 2 Teelöffel davon mit 1/4 l kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten lang zugedeckt ziehen lassen. Zum Schluss abseihen. Bei annehmbarer Temperatur schluckweise trinken. Auf das Süßen des Tees sollte verzichtet werden. 3 Wochen lang täglich 1 Tasse davon einnehmen. Das kann mithelfen, bei leichten Krampfzuständen in den Eingeweiden und bei vermehrt auftretenden Blähungen für eine erneute Ausgeglichenheit im Bauch zu sorgen. www.kraeuterpfarrer.at

Anis (Pimpinella anisum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Belebendes Einatmen

An der Zwiebel riechen 

Die Atmosphäre, in der jemand sich befindet, ist mit ausschlaggebend für das eigene Wohlgefühl. Wir treffen uns daher gerne mit Menschen, die wir sympathisch finden und die es gut mit uns meinen. Zudem brauchen wir eine gute Luft zum Einatmen. Über unsere Lungentätigkeit nehmen wir den nötigen Sauerstoff aus der uns umgebenden Atmosphäre auf. Der Atem ist schließlich lebensnotwendig. Die Zwiebel (Allium cepa) zählt zwar nicht unbedingt zu den Dingen, die wir mit einem guten und angenehmen Geruch verbinden. Wird dieses Knollengemüse in einer Küche kleingeschnitten, dann ist es ganz leicht möglich, dass wir in unmittelbarere Nähe des Vorganges zu Tränen gerührt werden. Dafür sind die in den Zwiebeln enthaltenen Schwefelverbindungen wie etwa das Alliin die Ursache. Obwohl dieser Effekt bekannt ist und unter Umständen eher gemieden wird, besitzt er trotzdem auch eine gute Wirkung. Gerade wenn es gilt, einen Infekt in der Lunge zu minimieren, kann es hilfreich sein, die Zwiebel in Anspruch zu nehmen. Selbst dann, wenn jemand sich abgespannt und schlaff fühlt, ist ihre belebende Wirkung angeraten. Da nun einmal unsere Vorfahren prinzipiell gute Erfahrungen mit der Handhabung von Obst und Gemüse gemacht haben, sollte ein Ratschlag aus diesen Zeiten nicht gering geschätzt werden. Und daher gebe ich heute einen ganz einfachen Tipp, der gewiss bei manchen eine Überwindung braucht. Es zahlt sich aber sicher aus.

 

Aufgeschnittene Zwiebel 

Um eine freiere Atmung anzustreben und die Lunge zu stärken, lässt sich eine aufgeschnittene Zwiebel nutzen. Mit der Nase riecht man an deren Schnittflächen und atmet dabei etwas kräftiger ein. Nur ganz kurz durchführen. Das hilft mit, um die Bronchien zu unterstützen, wenn diese verschleimt sind. Auch die Gesunden profitieren von dieser Durchführung. Schließlich belebt es das ganze Gemüt. www.kraeuterpfarrer.at

Zwiebel mit Thymianzweig ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

Birnen werden reif

Ihr Saft ist wertvoll

Rund um eine rechte Gesundheitsvorsorge gibt es unterschiedliche Themen, die immer wieder als aktuelle Themen den Fokus der Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Die ausreichende Bewegung spielt dabei eine wichtige Rolle. Wenn jetzt z. B. noch Unzählige mit dem Rad unterwegs sind, um so ihre Freizeit zu nutzen, dann fällt dies genau unter diesen Aspekt. In punkto ausgewogener Ernährung gilt es aber auch die Ressourcen wertzuschätzen, die in den Gärten vorhanden sind. Einmal mehr möchte ich daher auf das Obst verweisen und heute ganz speziell auf die Birnen (Pyrus communis). Wie bei den Äpfeln gibt es hier ebenfalls viele verschiedene Sorten, die im Laufe der Jahrhunderte gezüchtet und somit meist den jeweils regionalen Ansprüchen an Boden und Witterung gerecht wurden. Die Zeit der Reife fällt bei den Birnenarten auch unterschiedlich aus. Bereits jetzt im ausgehenden Sommer kann man auf weiche, saftige und dazu noch süße Früchte zurückgreifen. Für die physische Gesundheit ist es durchaus förderlich, in einem verträglichen Maß einen frisch gepressten Birnensaft entweder pur oder mit Wasser verdünnt zu genießen. Dieser Trunk ist reich an Kalium und Vitaminen. Er fördert eine gute Verdauung und hilft mit, überschüssige Flüssigkeiten, die sich u. a. bei Anschwellungen bilden können, wiederum auszuleiten. Vielleicht können diese meine Zeilen ja mithelfen, das Birnenobst erneut ein Stück weit populärer zu machen. Die wertvollen Früchte dürfen ruhig noch mehr genutzt werden, da sie weder weite Transportwege benötigen, um an den Verbraucher zu gelangen noch aufwendig gelagert werden müssen, wenn sie ohnehin zeitnah aufgebraucht werden.

 

Birnensaft trinken

Von reifen und weichen Sommerbirnen ist es ganz leicht möglich, mithilfe einer geeigneten Küchenmaschine einen frischen Saft zu pressen. Wem es zuträglich ist, der kann 3 bis 4 Tage lang 1 bis 2 Gläser voll davon trinken. Das dient dem Nachschub an Kalium für den Körper, liefert zudem wertvolle Vitamine und sorgt so für ein gutes allgemeines Wohlbefinden. Aber gleichzeitig gilt: nur so viel Saft zu sich nehmen, wie es die Verdauung gut verträgt. www.kraeuterpfarrer.at

Rosmarin in Essig

Diesmal für die Haut 

Das Wasser ist ein äußerst kostbares Gut! Wir dürfen uns in Österreich immer noch glücklich schätzen, dass wir praktisch im ganzen Land eine hohe Qualität des erfrischenden Nass verwenden können, egal zu welchem Zweck. Dann, wenn es heiß ist, bietet es beim Baden und im Trinkglas eine Erquickung, die uns sicher gut tut. Jetzt im Sommer können wir aber noch anderes in Betracht ziehen, wenn es gilt, uns vital und bei guter Laune zu halten. Der Rosmarin (Rosmarinus officinalis) ist ein brauchbares Heilkraut, das – recht verwendet – sowohl dem Körper als auch der Seele gleichermaßen eine Wohltat zuführen kann. Unter den Inhaltsstoffen des Rosmarins finden sich Terpene und ätherisches Öl, Bitter- und Gerbstoffe. Seine Blätter dienen in den Küchen als Gewürz, insbesondere bei deftigeren Gerichten verschiedener Art. Um aber den Leib auch äußerlich an den Vorzügen des Rosmarins teilhaben zu lassen, ist es möglich, den Lippenblütler auf eine ganz simple Art aufzubereiten. Dies geschieht in diesem Falle mit Essig, der ohnehin bei vielen zu Hause vorrätig ist. Solange die Wetterbedingungen noch der gegenwärtigen Jahreszeit entsprechen, wäre es allemal klug, auf das heute vorgeschlagene Hausmittel nicht zu verzichten. Voraussetzung dafür ist bloß, dass man auf der Haut die Maßnahme auch verträgt und keine irgendwie gearteten Unannehmlichkeiten damit in Verbindung stehen. Es lohnt sich bestimmt, wenn die Pflege seiner selbst nicht zu kurz kommt.

 

Rosmarin-Essig ansetzen

3 blühende Triebe eines Rosmarinstrauchs in eine leere Glasflasche stecken. Danach mit 1 Liter gutem Weinessig auffüllen. 8 Tage bleibt die Flasche samt Inhalt verschlossen stehen. Im Anschluss kühl lagern, ohne die Pflanzenteile abzuseihen. Für eine Hautabreibung gibt man 2 Esslöffel davon auf einen feuchten Lappen und massiert den ganzen Leib damit ein. Der passende Zeitpunkt dafür ist der beginnende Tag. Das wirkt durchblutsfördernd und erfrischend zugleich. Überdies sorgt es für eine bessere Laune. www.kraeuterpfarrer.at

Rosmarin mit Blütendetails (Rosmarinus officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Odermennig für den Darm

Tee bei Durchfall

Der Umgang mit Heilkräutern darf gut durchdacht werden. Wie bei allem ist auch hier das Maß ein wichtiger Aspekt für eine verantwortungsvolle Anwendung der Heilpflanzen. Ganz zuvorderst steht aber das Wissen um die jeweilige persönliche Verträglichkeit eines Gewächses. Es muss nicht einmal der Hausverstand bemüht werden, wenn ich darauf hinweise, dass im Falle einer vorliegenden Allergie jemand ein bestimmtes Gewächs, das der Körper spürbar ablehnt, zu meiden hat. Andernfalls darf aber ruhig auf die Kraft der Natur zurückgegriffen werden. Der Gewöhnliche Odermennig (Agrimonia eupatoria) lässt sich als botanische Hilfe und Unterstützung verwenden, gerade auch im Hinblick auf vorbeugende Maßnahmen. Denn die Inhaltsstoffe des Krautes, die sich u. a. aus Gerbstoffen, Flavonoiden und etwas Kieselsäure zusammensetzen, können sich als ausgleichend, mildernd und gleichzeitig als stärkend herausstellen. Wenn z. B. eine Tendenz einer schwachen Verdauung ablesbar wird, weil jemand öfter an Durchfall leidet, dann kann diesem Umstand entgegengewirkt werden, indem man den Odermennig, der übrigens zu den Rosengewächsen zählt, in Form eines Tees aufbereitet und regelmäßig zu sich nimmt. Es ist vor allem den Gerbstoffen eigen, dass ein zusammenziehender Effekt mit ihnen in direkter Verbindung steht, was wiederum dazu beitragen kann, die Darmflora gut auszubalancieren und somit schlicht und einfach besser zu verdauen. Es ist daher sicher nicht schlecht, den Tee auch schon dann zu trinken, wenn man sich wohl fühlt. Damit lässt sich einiges vorausschauend bewerkstelligen.

 

Tee richtig anrichten 

Vom getrockneten und zerkleinerten blühenden Kraut des Odermennigs sind 2 Teelöffel voll genug für 1 Tasse Tee. Mit 1/4 Liter kaltem Wasser übergießen, kurz aufkochen und dann erst 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Hernach abseihen und schluckweise trinken, wenn der Tee eine lauwarme Temperatur erreicht hat. Auf das Süßen in diesem Fall verzichten. Bei Durchfall kann dies 3-mal am Tag erfolgen, jeweils 1/2 Stunde vor den Mahlzeiten. www.kraeuterpfarrer.at

Odermennig (Agrimonia eupatoria) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Kräutersträußchen binden

Sie sind ein Zeichen des Segens

Jüngste Schlagzeilen haben es berichtet: unter einer Pyramide inmitten einer mexikanischen Ruinenstadt hat man gebundene Blumensträuße gefunden, deren Alter auf ca. 1800 Jahre eingeschätzt wird. Warum sie an diesem Ort hinterlassen und zu welchem Anlass sie verwendet wurden, bleibt gegenwärtig noch ein Rätsel. Wieder in der Gegenwart angelangt, dürfen wir am heutigen Tag auf die Traditionen der landauf und landab gepflegten Kräutersegnungen hinschauen und auf die Kräutersträußchen, die in großer Zahl heute bei den katholischen Gottesdiensten ein Charakteristikum darstellen. Die mit Weihwasser besprengten Gebinde aus duftenden und blühenden Heilgewächsen waren und sind ein besonderes Zeichen des Segens. Das Hochfest Mariä Himmelfahrt ist so etwas wie der Erntedank des Kräuterjahres. Vergleichbar mit dem Getreide auf den Feldern werden auch die gesundheitsunterstützenden Pflanzen aus Wald, Flur und Garten nach gewissen Vorgaben zusammengestellt. Dabei spielen heilige Zahlen, die sich in der Bibel finden lassen, eine Rolle. Die Drei steht z. B. für die allerheiligste Dreifaltigkeit und die drei göttlichen Tugenden, die Zahl Sieben wiederum für die Gaben des Heiligen Geistes, neun Kräuter bilden die Quadratzahl von Drei und ein kräftiger Buschen mit 12 verschiedenen Kräutern verweist auf die Schar der Apostel, die Jesus in seine engere Nachfolge berufen hat. Welche Kräuter man für die Sträußchen zusammenstellt, bleibt der eigenen Entscheidung überlassen. Auf jeden Fall geht es dabei um die Freude und die Dankbarkeit, die wir durch besondere Zeichen versinnbildlichen dürfen.

 

Vorschläge für Kräutersträußchen 

Um ein kleines Sträußchen für den Rest des Jahres bei sich selbst zu verwahren oder es jemandem als Symbol des Segens zu schenken, kann z. B. eine Auswahl folgender Heilkräuter hineingebunden werden: Lavendel, Johanniskraut, Dost, Salbei, Rainfarn, Beifuß, Ysop, Goldrute, Thymian, Rosmarin, Goldmelisse, Pfefferminze, Eisenkraut, Weinraute und Blutweiderich. Am besten ist es, wenn die blühenden Pflanzenteile bereits getrocknet vorliegen. Die Freude, die man anderen oder sich selbst damit bereitet, ist auf jeden Fall gesundheitsfördernd. www.kraeuterpfarrer.at

Kräuterbüscherl für die Kräutersegnung zu Maria Himmelfahrt ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Schafgarbe zum Frühstück

Ein gesundes Vorzeichen für den Tag

Wir dürfen uns schon auf den morgigen Tag freuen! Das Hochfest Mariä Himmelfahrt ist so etwas wie ein Kirtag für alle Freunde der Natur und vor allem für alle Kräuterbegeisterten! Dabei darf auch nicht die Heilpflanze des Jahres 2021 für Österreich fehlen, die heuer in Gestalt der Schafgarbe (Achillea millefolium) möglichst vielen ans Herz gelegt wird. Sie gehört zur großen botanischen Familie der Korbblütler und ist hierzulande sehr häufig anzutreffen. Es gibt von der Schafgarbe einige regionale Unterarten, die jedoch nur vom kundigen Spezialisten erkannt und zugeordnet werden können. Heilkräuter eignen sich vorzüglich, um mit ihrer Hilfe den Tag zu beginnen. Zu den Inhaltsstoffen der Schafgarbe zählen ätherisches Öl, Flavonoide sowie wertvolle Bitter- und Gerbstoffe. Diese können durch eine Anwendung auf der Haut oder über den Verdauungstrakt die physischen Vorgänge unterstützen bzw. ausbalancieren. So fördert die Verwendung der Schafgarbe den Stoffwechsel. Zudem erweist sie sich als günstig im Hinblick auf einen erhöhten Blutdruck, um diesen wieder zu senken. Nicht vergessen möchte ich in diesem Zusammenhang ebenso die Bauchspeicheldrüse, die auch von der Schafgarbe profitiert. Die Morgenstunde ist eine sehr gute Zeit, um den Körper zu animieren und für den Rest des Tages zu trimmen. Eine Schale voll gutem Tee kann dabei schon einiges bewirken.

 

Morgentrunk vor dem Frühstück 

Von getrocknetem und zerkleinertem blühenden Kraut der Schafgarbe reichen 2 Teelöffel voll. Diese Menge mit 1/4 Liter siedendem Wasser überbrühen. Danach 15 Minuten lang zugedeckt ziehen lassen. Zum Schluss abseihen und schluckweise trinken. Auf das Süßen des Tees verzichten. Die Verdauung, der Kreislauf und der Hormonhaushalt werden durch den Schafgarbentee unterstützt. Somit tut das ebenfalls dem allgemeinen Wohlbefinden gut. www.kraeuterpfarrer.at

Schafgarbe mit Wurzel (Achillea millefolium) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya


Mit Steinklee baden

Der Seele dienen

Jeder Tag ist wertvoll. Diese schlichte Feststellung mag vielleicht verwundern. Gerade deswegen möchte ich es wieder einmal formulieren und damit zu bedenken geben. Die Zeit sollte niemandem quasi zwischen den Fingern zerrinnen. Wir haben die Möglichkeit, sie bewusst zu gestalten und unser Leben dadurch so zu formen, dass wir eine innere Festigung erlangen. Der Gelbe Steinklee (Melilotus officinalis) soll uns dabei helfen. Diese Pflanze zählt zur heimischen Flora. Meist wächst dieser Schmetterlingsblütler auf sandigen Böden und Schutthalden, wo ihm seine tiefreichende Wurzel genügend Halt geben. Seine gelben Blüten wiederum stellen einerseits eine Augenweide dar und bieten andererseits den Bienen und anderen Fluginsekten wertvollen Nektar samt dazugehörigen Pollen. Zu den Inhaltsstoffen des Steinklees zählen neben Flavonoiden auch Gerb- und Schleimstoffe, Glykoside, Cumarin und Saponine. Aus der Erfahrung durch die Verwendung des Heilkrautes sind entkrampfende, verdauungsfördernde und zusammenziehende Wirkungen bekannt. Und darüber hinaus erweist es sich noch als beruhigend. Dieser Effekt lässt sich im Hinblick auf der Suche nach entspannenden und schlaffördernden Hilfen nutzen. Die eingangs angesprochene wertvolle Zeit unseres Lebens benötigt unbedingt Phasen der Ruhe und des Auftankens von neuer Energie. Vielleicht ist es dann nicht schlecht, ein wohltuendes Bad zu genießen, wenn die Voraussetzungen im eigenen Haus dafür gegeben sind.

 

Badezusatz anrichten 

100 g getrockneter und zerkleinerter blühender Triebspitzen des Gelben Steinklees mit 3 Liter kochendem Wasser übergießen. 20 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Nach dem Abseihen in die bereits mit warmem Wasser gefüllte Wanne leeren und ca. ¼ Stunde darin baden. Das kann unterstützen, leichter zu einem erholsamen Schlaf zu finden. Es hilft auch mit, um mit einem Gefühl der Beklemmung besser zurechtzukommen. www.kraeuterpfarrer.at

Gelber Steinklee (Melilotus officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Die Samen des Spitzwegerichs

Eine gesundheitsfördernde Beigabe

Der späte Sommer ist eine Zeit, in der sich die Kulturlandschaft Schritt um Schritt verändert. Dort nämlich, wo sich die Felder ausbreiten, gilt es das Getreide, das dort noch steht, zu dreschen und einzubringen. Andernfalls wird der Erdboden der bereits abgeernteten Breiten so bearbeitet, dass er eine erneute Saat aufnehmen kann. Vielfach wird z. B. eine Art von Gründüngung gesät. Abseits davon sind aber immer noch die wegbegleitenden Heilkräuter für uns da. Sie sollen neben Gerste, Weizen und Roggen nicht ins Hintertreffen geraten. Der Spitzwegerich (Plantago lanceolata) hat nämlich ebenfalls ein Erntegut anzubieten, das in früheren Jahrhunderten durchaus mehr geschätzt wurde als dies heute der Fall ist. Es handelt sich dabei um die Samen des Gewächses. Machen wir einen Blick in die Traditionelle Chinesische Medizin, dann entdecken wir in den Überlieferungen dieser Heilpraxis, dass im Fernen Osten vor allem der Samen des Wegerichs verwendet wurde, um insbesondere die Leber, den Dünndarm und die Lunge zu unterstützen. Der Spitzwegerich an und für sich ist reich an pflanzlichen Schleimstoffen und birgt auch Glykoside, Flavonoide und ein wenig an Gerbstoff in sich. Mit den Blättern, die man sorgsam trocknet, lässt sich u. a. ein Aufguss zubereiten, der in Zeiten von Erkältungen, Heiserkeit und Husten gute Dienste leisten kann. Zudem tut ein Spitzwegerichtee gut, wenn die Nerven unter einer übermäßigen Anspannung leiden. Für die Bereicherung des Alltags wiederum ist der Same des Spitzwegerichs durchaus geeignet. Und wenn‘s nur zum Drüberstreuen ist.

 

Beigabe Wegerichsamen 

Von abgeernteten und getrockneten Samenkörnern des Spitzwegerichs eignet sicj eine Tagesration von ca. 1 bis 2 Esslöffel zur Verwendung. Damit lassen sich Desserts und Salate ergänzen. Der Same kann auch teelöffelweise eingenommen werden, dann etwas Flüssigkeit nachtrinken. Das tut der Verdauung und der Tätigkeit von Dünndarm, Nieren und Harnblase gut. Ist auch eine Möglichkeit, um den Sehsinn und übermüdete Augen von innen her zu unterstützen. www.kraeuterpfarrer.at

Spitzwegerich (Plantago lanceolata) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya