Gut schlafen gehen

Mit Weißer Taubnessel vorbereiten 

Ein geregelter Tagesablauf ist eine sehr feine Sache. Nicht nur, dass man sich schon auf vieles, was ansteht, einstellen kann. Es ist auch der Körper, der es einem mit guter und vitaler Funktion dankt, wenn man sich an einen Rhythmus hält, der einem schlicht und einfach gut tut. Gewiss ist das nicht immer leicht zu gewährleisten. Aber wenn die äußeren Umstände passen, dann sollte man durchaus darauf achten. Was hat nun die Weiße Taubnessel (Lamium album) damit zu tun? Nun, sie wächst oft auf stickstoffangereichertem Untergrund und sucht dort ihr Auskommen. Sie schreckt auch vor Halden nicht zurück, um sich dort auszubreiten. Dieser Lippenblütler zählt zur Schatzkammer der Natur, die man sozusagen bei Bedarf in Anspruch nehmen sollte. Die Inhaltsstoffe der Weißen Taubnessel sind eine Reihe von ätherischen Ölen, Glykosiden und Phenolsäuren. Man hat sie schon über Generationen verwendet, um ihre entkrampfenden und entzündungshemmenden, ihre immunstärkenden und keimabwehrenden Eigenschaften für die physische Ertüchtigung zu nutzen. Im Hinblick auf eine sich abwechselnde Zeit von Aktion und Ruhephasen ist sie dem Menschen überdies zuträglich. Ich meine damit konkret, dass man die Qualität des Schlafes verbessern kann, wenn man auf die Weiße Taubnessel zurückgreift. Denn ich denke, wir kennen es nur allzu gut, dass wir einfach nicht so gut drauf sind, wenn es an einem tiefen und erholsamen Schlaf fehlt. Ein Hausmittel, das heute präsentiert wird, soll dem abhelfen oder die Beschwerden, die es in diesem Zusammenhang gibt, zumindest mindern. Ich kann mir vorstellen, dass es nicht allzu viele gibt, die bisher mit der Weißen Taubnessel irgendwelche Erfahrungen gemacht haben. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert.

Aufguss vor dem Zubettgehen 

Vom blühenden Kraut der Weißen Taubnessel, entweder frisch oder getrocknet, nimmt man nach dem Zerkleinern 2 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Jetzt noch mit ein wenig Honig süßen. Schluckweise 1/2 Stunde vor dem Schlafengehen trinken, um so eine beruhigende Unterstützung in Empfang zu nehmen, die von der Weißen Taubnessel ausgeht. www.kraeuterpfarrer.at

Weiße Taubnessel (Lamium album) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Grüne Erfrischung

Im Gartenkerbel entdecken

Vitalität und ein gutes Wohlbefinden nehmen wohl bei uns allen einen hohen Stellenwert ein. Denn immerhin wollen wir zu Recht in unserem Leben glücklich sein und das eine oder andere verwirklichen. Gewiss ist es nicht selbstverständlich, auf der so genannten Butterseite des irdischen Daseins zu landen. Da dürfen wir ruhig mithelfen, damit ein Zustand eintritt, mit dem wir zufrieden sind. Die Pflanzen können uns auf diesem Weg so manche Stufe legen. Heute möchte ich einmal ein eher selten genanntes Gewürz anschauen. Es ist der Gartenkerbel (Anthriscus cerefolium). Er zählt zur Familie der Doldenblütengewächse und ist somit botanisch verwandt mit Fenchel, Anis und Kümmel. Beim Kerbel verwendet man vor allem das grüne und frische Kraut, in dem sich ätherisches Öl und Mineralstoffe befinden. Selbst Vitamine sind darin vorhanden, wie das bei vielen anderen Gewächsen ebenso der Fall ist, die sowohl für die Heilkunde als auch für den Gebrauch in der Küche herangezogen werden. Im Speziellen können wir durch den bewussten Einsatz von Kräutern mithelfen, die physische Befindlichkeit in einen ausbalancierten Zustand zu bringen. Dazu zählt, dass sich nach Möglichkeit keine übermäßigen Wasseransammlungen in dafür prädestinierten Zonen bilden wie z. B. im Unterbauch oder in den Beinen. Es ist generell von Vorteil, wenn eine gute Verdauung gegeben ist und damit auch ein geregelter Stoffwechsel vonstatten geht, der dazu beiträgt, die allgemeine Gesundheit besser aufrecht halten zu können. Deswegen sollen diese Zeilen erneut ein Plädoyer darstellen, das dazu einlädt, zur Abwechslung einmal auf den Kerbel zurückzugreifen.

Kerbel als Tee oder als Beigabe

Vom frischen und kleingeschnittenen Kraut des Gartenkerbels nimmt man 3 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Diesen Tee trinkt man dann gleich am Morgen. Das kann mithelfen, im Körper angestaute Flüssigkeiten auszuleiten und sich frischer zu fühlen. Die grünen Blätter eignen sich zudem, um einen Topfenkäse damit zu ergänzen, den man am Abend zur Mahlzeit aufs Brot streicht. www.kraeuterpfarrer.at

Kerbel oder Gartenkerbel (Anthriscus cerefolium) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Ablagerungen abbauen

Johannisbeer-Blätter dienen den Blutgefäßen

Wer sich mit der Traditionellen Medizin beschäftigt, die immer mehr zum Thema der Sorge rund um die Gesunderhaltung der Menschen wird, stößt sowohl auf dem europäischen Kontinent als auch im Fernen Osten auf ein einhelliges Credo (heißt so viel wie Glaubensbekenntnis): dieses bezieht sich auf die Aufnahme von Bitter- und Gerbstoffen. Geht man auf die Suche, um diese Substanzen in eingelagerter Form zu finden, landet man direkt bei verschiedenen Pflanzen. Eine davon steht ohnehin in vielen Gärten und heißt Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum). Jahr für Jahr fallen davon die bekannten dunklen Beeren ab, die man entweder gleich frisch zu sich nimmt oder verarbeitet. Aus einem Großteil dieser wohlschmeckenden Naturgaben wird Saft bzw. Marmelade hergestellt. Johannisbeeren beinhalten einen hohen Anteil an Vitamin C und wertvollen Spurenelementen. Die Blätter der fruchttragenden Sträucher spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Der Hauptinhaltsstoff dieser Wuchsteile sind nun die bereits angesprochenen Gerbstoffe. Darüber hinaus finden sich dort auch Flavonoide und Carbonsäuren vor. Mithilfe der Johannisbeer-Blätter ist es möglich, den allgemeinen Stoffwechsel im Organismus zu forcieren, was wiederum dazu führt, dass sich in den Blutgefäßen weniger Ablagerungen bilden. Arterienverkalkung oder Arteriosklerose sind die Begriffe, die in diesem Zusammenhang im täglichen Sprachgebrauch verwendet werden. Das detaillierte Wissen darüber bekommt man in den ärztlichen Praxen, wo die kompetenten Diagnosen über unseren tatsächlichen Gesundheitszustand erstellt werden können. Wer klug ist, der sorgt schon mit den wertvollen Kräutern vor, dass dort gute Nachrichten in Empfang genommen werden können.

Aufguss mit Blättern 

Von den getrockneten und zerkleinerten Blättern der Schwarzen Johannisbeeren nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Nach dem Abseihen den Tee am besten ungesüßt trinken. Durch die Gerbstoffe der Schwarzen Ribiselblätter kann man dafür Sorge tragen, dass der Stoffwechsel und der Blutumlauf unterstützt werden und es somit zu weniger Ablagerungen in den Gefäßen kommt. Bei einer Kur trinkt man 3 Wochen lang in der Früh und am Abend je 1 Tasse des Aufgusses. www.kraeuterpfarrer.at

Schwarze Johannisbeeren oder Ribisel (Ribes nigrum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Ein hilfreiches Korn

Der Leinsamen tut auch den Nieren gut

Mutter Natur ist wieder startbereit! Alles ist dazu angelegt, sich nun zu einer zuvor kaum geahnten Fülle zu entwickeln. Dieses Schauspiel vollzieht sich jedes Jahr vor unseren Augen. Gewiss ist schon einiges an Leistung im Bezug auf Keimen, Sprießen und Blühen erbracht worden. Doch die wärmeren Temperaturen lassen erst jetzt eine Entfaltung zu, die uns allen gut tut. Gerade auf den Feldern soll ebenfalls nach und nach eine gute Ernte eingebracht werden können. Wenn in Zukunft eine agrarische Fläche in einem zarten Blau die ganze sie umgebende Landschaft ziert, kann man davon ausgehen, dass dort der Lein (Linum usitatissimum) gesät wurde. Dieses alternativ kultivierte Gewächs hat sich ja schon seit Menschengedenken bewährt, wurde und wird doch u. a. auch der Flachs als Gewebe daraus gewonnen. Doch schauen wir in unserem Fall mehr auf die Frucht des Leins, den so genannten Leinsamen. Dieser beinhaltet neben ungesättigten Fettsäuren und Schleimstoffen auch Vitamine samt wertvollen Mineralstoffen. Vergessen werden soll natürlich nicht die Tatsache, dass all jene, die Leinsamen in Maßen zu sich nehmen, einen guten Beitrag leisten, wenn es gilt, dem Darm eine Motivation für seine Tätigkeit zukommen zu lassen, die mithilfe von Ballaststoffen übermittelt wird. In den Körnern steckt zusätzlich eine entzündungshemmende Kraft. Das wiederum kommt auch den Nieren zugute. Selbst dort können sich nämlich Entzündungsherde bilden, die unangenehme Folgen mit sich bringen. Dann ist es auf jeden Fall angesagt, die ärztlichen Weisungen zu befolgen und sich in der Ernährung auf eine unterstützende Diät zu konzentrieren. Zusätzlich stellt auch der Leinsamen eine Hilfe dar.

Tee als Begleitung

Von Leinsamen nimmt man 2 gestrichene Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und kurz weiterkochen. Dann 1/2 Stunde zugedeckt ziehen lassen. Zum Schluss gut umrühren und den schleimigen Tee ohne Abseihen schluckweise trinken. 3 Wochen lang Früh und abends durchführen. Das stellt eine lindernde begleitende Maßnahme dar, wenn die Nieren unter einer Entzündung zu leiden haben. www.kraeuterpfarrer.at

Leinpflanze mit Samen (Linum usitatissimum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Die Kraft aus der Wurzel

Der Rote Sonnenhut als Hausmittel

Mir scheint es so, dass wir im Hinblick auf den Erhalt unserer Gesundheit ständig auf der Suche sind. Das gilt für jeden einzelnen Menschen ganz persönlich wie auch für die weltweite Gemeinschaft der Erdenbewohner, insbesondere jetzt zu Zeiten einer globalen Pandemie. Es ist beruhigend, dass wir nicht alles neu erfinden und entwickeln müssen wie etwa Impfstoffe zum Schutz gegen neu auftretende Viren. Seit Menschengedenken ist die gottgegebene Natur der eigentliche Lieferant von allem, was dem Wohle an Leib und Seele dient. Manches musste man aber eben auch erst entdecken wie etwa den Roten Sonnenhut (Echinacea purpurea) Gewiss geschah dies das erste Mal seitens der europäischen Entdecker und Eroberer als sie das nordamerikanische Festland als Teil eines riesigen Kontinentes ab dem ausgehenden 15. Jahrhundert Stück um Stück kennenlernten. Dort ist die ursprüngliche Heimat des uns vielerorts liebgewordenen Korbblütlers. Um dessen heilsamen Wert wusste aber schon die angestammte Bevölkerung zwischen dem heutigen Kanada und Mexiko. Im Roten Sonnenhut, der auch unter der Bezeichnung Purpursonnenhut bekannt ist, sind wertvolle Inhaltsstoffe zu finden. Dazu zählen z. B. ätherisches Öl, Polysaccharide, Glykoproteine sowie Harzstoffe und Inulin. Damit wird seitens einer Pflanze eine Kraftquelle zur Verfügung gestellt, die man gerade dann abschöpfen kann, wenn das Immunsystem vermehrt gefordert wird und man nach einer überstandenen Krankheit wie einer starken Erkältung wieder schneller auf die Beine kommen möchte. Wer dann den Roten Sonnenhut ohnehin im eigenen Garten als präsentes Gewächs verzeichnen darf, ist eingeladen, auch zu dessen Verwendung zu schreiten.

Tee aus der Wurzel 

Von der im Frühling ausgegrabenen Wurzel, die man nach gründlicher Reinigung klein schneidet, nimmt man 2 Teelöffel voll, übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser, um beides zusammen noch einmal kurz aufkochen zu lassen. Vom Herd wegstellen, 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Dann erst abseihen und trinken. 2- bis 3-mal am Tag durchführen, um so das Immunsystem zu stärken. Eine gute begleitende Maßnahme nach überstandenen Krankheiten. Höchstens 3 Wochen lang praktizieren. www.kraeuterpfarrer.at

Roter oder Schmalblüttriger Sonnenhut (Echinacea angustifolia) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Ein Blick auf die Augen

Fenchel kann eine Hilfe darstellen

Die Überschrift hier mutet wohl etwas seltsam an. Denn immerhin haben wir die Augen, um damit etwas zu sehen, uns zu orientieren und mögliche Gefahren erkennen zu können. Aber sie selbst mit sich selbst zu erblicken, scheint ein Ding des Unmöglichen zu sein. Auf jemanden oder etwas zu schauen, meint im übertragenen bildhaften Sinn, sich darum zu kümmern und eine liebevolle Sorge aufzubringen. Der Fenchel (Foeniculum vulgare) ist dazu angetan, die Zuwendung zu unserem Bruder Leib zu unterstützen, sofern dies von Nöten ist. Das trifft dann zu, wenn ein Mangel an Gesundheit und Wohlbefinden vorliegt. Schauen wir also in diesem Sinne auf die Augen und ihren jeweiligen Zustand. Sie werden ja permanent gefordert, besonders wenn man stunden- und tagelang vor einem Bildschirm sitzt, um dort seine berufliche Arbeit zu erledigen. Nicht minder müssen sie herhalten, wenn es gilt, als Verkehrsteilnehmer auf sich selbst und auf andere zu achten. Und diese Liste lässt sich noch weiter fortsetzen bis hin zu handwerklichen oder chirurgischen Vorgängen. Im Fenchel sind eine Reihe von Inhaltsstoffen gespeichert, die auf vielfältige Weise dem Körper zu Dienste sein können. Hauptsächlich finden sich verschiedene ätherische Substanzen in den Samen des Doldenblütlers, die u. a. auch den Augen zugutekommen. Sucht jemand nach einer pflanzlichen Hilfe, um das Sehen und die damit verbundenen Organe zu unterstützen, ist es ganz gut, beim Fenchel zu landen. Dieser eignet sich für innerliche und äußerliche Anwendungen. Bei letzteren gilt es natürlich vorsichtig und sorgsam umzugehen, denn die Augen stellen eine äußerst sensible und zudem fragile Zone unserer Physis dar. Aber der Fenchel hat sich in dieser Hinsicht schon über Generationen bewährt. Er ist auf jeden Fall ein ganz wertvolles Geschenk aus dem reichen Schatz der Schöpfung Gottes, die dem Menschen zur Verfügung gestellt wurde.

Fencheltee für die Augen

2 Esslöffel voll leicht angestoßene Fenchelkörner werden mit 1/2 Liter kochendem Wasser übergossen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen. 1/4 Liter davon abends trinken. Vor dem Schlafengehen verdünnt man den Rest des Tees 1 : 1 mit abgekochtem Wasser und nimmt die warme Flüssigkeit, um damit ein Augenbad durchzuführen. Hernach das Gesicht abtrocknen und sich gleich zur nächtlichen Ruhe begeben. Das tut den Augen gut, wenn sie überanstrengt oder deren Lider leicht entzündet sind. www.kraeuterpfarrer.at

Fenchel (Foeniculum vulgare) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

Selbstvertrauen aufbauen

Königskerze stärkt die Harnblase

Sich im Leben behaupten zu können, ist wohl keine Selbstverständlichkeit. Leider beginnt es schon in der Schulzeit, dass Kinder in einer kaum geahnten Härte fähig sind, einander verbal zu erniedrigen, abzuschreiben oder sogar zu mobben. Eltern und Lehrer können wohl da und dort ein Lied davon singen. Ist man auf der schwächeren Seite, so kann das im schlimmsten Falle ein Leben lang Folgen nach sich ziehen. Mit der Königskerze (Verbascum densiflorum)  möchte ich uns allen – Jung wie Alt – eine schön blühende Pflanze vor Augen stellen, die einen aufrechten Wuchs hat und somit vielleicht auch nicht nur visuell einen Anhaltspunkt bietet, der einem hilft, sich selbst mehr zu achten und zu vertrauen. Es ist ja hinlänglich bekannt, dass Körper und Geist eine Einheit bilden und somit eine Verflechtung darstellen, die zu lösen bloß ein törichter Akt wäre. Vielmehr kann man über den Leib auch die Seele unterstützen. In den goldgelben Blüten der Königskerze befinden sich wertvolle Inhaltsstoffe wie u. a. Schleimstoffe, Flavonoide und auch Saponine. Während des Sommers sammelt sich in den Blüten sozusagen die Energie, die in den heißen Tagen auf die Erde strahlt. Derart gespeichert, können sie dann viele erhellende und auch unterstützende Effekte an uns als Ganze weitergeben. Man muss sie nur dementsprechend aufbereiten. Gern zieht man die Königskerze dazu heran, um bei entzündeten und verschleimten Atemwegen eine lindernde Hilfe in Anspruch zu nehmen. Es hat sich aber durch die Erfahrungsgeschichte der Verwendung der Blüten, die wir von unseren Vorfahren überliefert bekamen, gezeigt, dass z. B. auch die Harnwege und die Blase einen Profit von der Königskerze entgegennehmen dürfen. Dieser sensible Bereich stellt ja oft auch bei Heranwachsenden einen Seismograph der seelischen Befindlichkeit dar.

Warmer Königskerzentee 

2 Teelöffel getrockneter Königskerzenblüten mit 1/4 Liter siedendem Wasser übergießen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, dann abseihen und zusätzlich filtrieren. Den Tee öfter warm trinken, vor allem wenn jemand den Harn schlecht halten kann oder wenn Bettnässen anzeigt, dass das Selbstvertrauen gestärkt werden soll. www.kraeuterpfarrer.at

Großblütige Königskerze (Verbascum thapsiforme oder densiflorum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Vor seinem Blühen

Den Spitzwegerich sammeln

Es gibt in der darstellenden Kunst der vergangenen Jahrhunderte verschiedene Zyklen und Stadien, die meist als allegorische Szenen zum Einsatz kommen, um Räume oder Einrichtungsgegenstände zu zieren. Dazu zählt auch die Verbildlichung der einzelnen Lebensalter wie Kindheit, Jugend, Erwachsensein und Alter. Wir wissen selbst aus eigener Erfahrung, wann es leichter und unbeschwerter ist, sich zu bewegen und etwas zu leisten. Genau das möchte ich auf die einzelnen Heilkräuter übertragen, heute im Speziellen auf den Spitzwegerich (Plantago lanceolata). Dieses bekannte und liebenswerte Gewächs ist im wahrsten Sinne des Wortes ein guter Wegbegleiter, siedelt er sich doch gerne auf Wiesen und auf Wegrändern an. Ebenso zählen seine „inneren Werte“ wie z. B. Glykoside, Schleimstoffe, Flavonoide, Carbonsäuren und auch Gerbstoffe. Für gewöhnlich hat man den Spitzwegerich seit eh und je herangezogen, um die Atemwege mithilfe seiner Verwendung zu unterstützen. Er bewährt sich außerdem bestens, um u. a. Mücken- und Bienenstiche in ihrer Folgewirkung abzuschwächen und dadurch verursachte Schwellungen zu bremsen. Somit wohnt ihm auch ein entzündungshemmender bzw. ein wundheilender Effekt inne. Zusätzlich hat die Pflanze die Kraft, die Nerven zu stärken und darüber hinaus noch zu besänftigen. Alles in allem also ein breit gefächertes Angebot. Der Spitzwegerich hat im Vergleich zu uns Menschen ebenfalls seine Lebensalter, die sich jedoch auf die Vegetationsperiode eines Jahres beschränken. Es ist also gut, darum zu wissen, wenn man ihn persönlich erntet, um ihn in die eigene pflanzliche Hausapotheke einzulagern.

Jugendstadium des Spitzwegerichs 

Wer darangehen möchte, sich Spitzwegerichblätter zu pflücken, ist gut beraten, dies vor seinem Blühen zu tun. Je nach Region und Seehöhe setzt dies früher oder später ab Mai ein. Sozusagen in seiner späteren „Jugendzeit“ ist der Spitzwegerich im Hinblick auf seine Inhaltsstoffe am wertvollsten. Wichtig ist es ebenso, die frisch geerntete Ware gut durchzutrocknen und dann in einem geeigneten Gefäß luftdicht und lichtgeschützt für den Rest des Jahres aufzubewahren.  www.kraeuterpfarrer.at

Spitzwegerich (Plantago lanceolata) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

Unsicheres Empfinden

Schafgarbe und Schwindelgefühle

Standfestigkeit und Trittsicherheit sind wohl Tugenden, die man gerade dann benötigt, wenn  man sich in einem unwegsamen Gelände aufhält wie z. B. bei einer Wanderung oder einer Klettertour in den Bergen. Ich bewundere überhaupt alle, die kein Problem damit haben, sich in großen Höhen aufzuhalten. Dazu zählt meiner Meinung nach auch das Erklimmen eines Baugerüstes. Da ist mir der Aufenthalt am Erdboden schon viel lieber. Die Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium), die sich mithilfe der präzisen botanischen Herangehensweise in einer aufgefächerten Artengruppe im mitteleuropäischem Raum finden lässt, wurde für 2021 vom Verein Freunde der Heilkräuter als Heilpflanze des Jahres ausgerufen. So ist es nur recht und gut, wenn dieser wertvolle Korbblütler wieder einmal an der Reihe ist. Die Schafgarbe weist u. a. Gerb- und Bitterstoffe als Inhaltssubstanzen auf, ebenso ätherisches Öl und Flavonoide. Darüber hinaus wohnt ihr sogar ein antibiotischer Effekt inne, wie neuere Forschungen im Bereich der Traditionellen Klostermedizin es aufgezeigt haben. Dieses Heilgewächs wird landläufig dafür verwendet, um damit Probleme mit der Verdauung zu begleiten. Vielerorts wird die Schafgarbe genauso herangezogen, um in den Zeiten der Menstruation als Unterstützung zum Wohle der Frauen zu dienen. Generell hat sie eine hohe Achtung seitens der Menschen verdient. Ein Aspekt, der zu alldem noch hinzukommt, ist die Problematik des Gefühls der Unsicherheit, die wir allgemein als Schwindel bezeichnen. Immer wieder klagen jene darüber, die bereits ein fortgeschrittenes Alter erreicht haben. Ist das der Fall, kann man versuchen, die Schafgarbe aufzubrühen und den Tee zu trinken.

Tee aus Schafgarbe

Von einem Gemisch aus getrockneten und zerkleinerten Blüten und Blättern der Schafgarbe nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Danach abseihen. Hermann- Josef Weidinger hat empfohlen, noch 5 Wermut-Tropfen in den fertigen Tee zu tun, bevor man ihn trinkt. 2-mal am Tag durchführen. Wermut-Tropfen erhält man mit fachkundiger Beratung in den Apotheken.  www.kraeuterpfarrer.at

Schafgarbe mit Wurzel (Achillea millefolium) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Rohkost stärkt die Haut

Sellerie und Apfel kombinieren

Was heißt es eigentlich, gesund leben zu wollen? Darauf wird es sicherlich eine Reihe von verschiedenen Antworten geben, die letztendlich jeder für sich persönlich formulieren kann. Gesundheit ist prinzipiell ein Geschenk. Sie einzufordern, wäre nicht unbedingt weise. Aber man kann ihr den Weg bereiten, indem man konkret etwas dafür tut. Einen kleinen Beitrag dafür mögen diese Zeilen darstellen, die auch einen ganz praktisch umzusetzenden Tipp beinhalten. Sellerie und Apfel sind dabei sozusagen die Hauptdarsteller. Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitamine, Fruchtsäuren und – nicht zu vergessen – Ballaststoffe sind in beiden Gaben der Natur enthalten. Für gewöhnlich kommen sie in der Küche oder im Backofen ganz unterschiedlich an die Reihe, um die Mahlzeiten damit zu gestalten oder besonders mit den Äpfeln köstliche Backwaren zuzubereiten. Heute aber liegt es mir nahe, beide zusammenzuführen und sie möglichst in rohem Zustand zu belassen. Der Gedanke dahinter zielt auf die Wirkung ab, die ein Genuss derselben mit sich bringt. Eine vermehrte Harnabgabe ist z. B. ein Aspekt, der unserem Körper gut tut, weil damit das Blut besser dafür sorgt, dass der Bruder Leib entgiftet und gereinigt wird. Die Verdauung wird dadurch ebenfalls angeregt, so dass auch über den Magen-Darm-Trakt eine Unterstützung des allgemeinen Wohlbefindens erfolgt. All das findet in der Folge seinen Niederschlag auf der Haut. Gerade, wenn die äußerste Schicht unserer Physis Erkrankungen und Schwächen aufweist, ist es sicher klug, durch das Zurückgreifen auf Rohkost einen Beitrag zu deren Gesundung zu leisten. Das kann man gleich am Morgen tun.

Erfrischendes Frühstück 

Um zur Stärkung der Haut eine erste Mahlzeit am Tag anzurichten, geht man folgendermaßen vor: 1 beliebig großer Teil einer Sellerieknolle und ein Apfel werden feingeraspelt. Zusätzlich gibt man 1 Esslöffel voll geriebener Nüsse dazu und ebenso viel an Honig. Gut durchmischen und als Frühstück zu sich nehmen. Voraussetzung ist dafür nur, dass man auch eine Verträglichkeit für rohes Obst und Gemüse aufweist.  www.kraeuterpfarrer.at

Echter Sellerie (Apium graveolens) und Apfelhälfte (Malus domestica) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya