Dem Magen zuliebe

Blutweiderich aufgießen 

Wir leben in einer Zeit, die vom allgemeinen Wohlstand geprägt ist. Ohne die individuellen Nöte übersehen zu wollen, die es leider immer wieder festzustellen gibt, geht es uns doch im Allgemeinen sehr gut. Das wirkt sich auch auf die Lebenskultur aus, und die so genannten Zivilisationskrankheiten nehmen beständig zu. Daher ist es wichtig, diesem Umstand etwas entgegenzusetzen. Vielleicht ist es nicht schlecht, sich wieder mehr den Schätzen der Natur und den darin enthaltenen Kräften zuzuwenden. Als ich im Sommer entlang der feuchten  Wiesen des Thayatales schlendern durfte, da entdeckte ich ihn: den Blutweiderich (Lythrum salicaria). Dieses liebenswerte Gewächs zaubert in die Flächen des satten Grüns auch entlang der Ufer von Flüssen, Bächen und Teichen mit seinen purpurroten bis violett gefärbten Blüten einen hübschen farblichen Akzent. Doch ist der Blutweiderich nicht bloß schön anzusehen. In seinen Wuchsteilen stellt das Zusammenspiel von Gerbstoffen und Polyphenolen, von Schleimstoffen, ätherischem Öl und natürlich auch von Farbstoffen ein hilfreiches Potential dar, das ebenfalls der menschlichen Gesundheit dienen kann. So gesehen darf einmal mehr der Magen und der sich daran anschließende Darmtrakt beachtet werden, von wo aus die gute Konstitution der gesamten Physis gestützt und gewährleistet werden kann. Wenn eben dort es zu manchen Beschwerden und Leiden kommt, dann müssen wir als erstes unsere Ernährung diesem Umstand anpassen. Zudem sind es aber vor allem Kräuter, die als geeignete Begleitung ins Spiel gebracht werden können. Der Blutweiderich stellt eine geeignete Hilfe dar, die eine Zeitlang verwendet werden kann.

Tee mit Blutweiderich

Von getrockneten und zerkleinerten Blütentrieben des Blutweiderichs nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter kochendem Wasser überbrühen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Danach abseihen. Bei Unpässlichkeiten des Magens und des Darmes trinkt man am besten jeweils in der Früh und am Abend 1 Tasse davon. Die leicht zusammenziehenden und sogar antibiotischen Wirkungen des Blutweiderichs können dann ihr Gutes für die Verdauung beitragen. www.kraeuterpfarrer.at

Blutweiderich (Lythrum salicaria) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

 

Fit und frei bleiben

Birkenblätter tun den Adern gut 

In Zeiten einer verstärkten Einschränkung, wie es von uns nun aus Rücksicht auf die Mitmenschen und letztlich uns selbst gefordert ist, können wir dennoch versuchen, das Beste daraus zu machen. Dazu will ich auch möglichst viele ermutigen! Der Blick auf die eigene Gesundheit und auf die der anderen lenkt uns sicher gegenwärtig in eine gute Richtung. Der Begriff Freiheit meint meiner Meinung nach nicht bloß die Möglichkeit, tun und lassen zu können, was man will, auch nicht nur, die Chance zu haben, weltweit zwischen den Kontinenten hin- und herreisen zu dürfen. In der eigenen Physis heißt es täglich, sich von vielem an Ballast und sogar Giftigem zu befreien, um vital zu bleiben. Die Blätter der Birkenbäume (Betula pendula) bieten dahingehend eine wertvolle Unterstützung. In den Monaten Mai bis Juni ist die beste Zeit, um die dann voll ausgebildeten Wuchsteile der Birken abzuzupfen und gründlich im Schatten zu trocknen. Danach gilt es die Ware sach- und fachgerecht zu lagern, damit man eben im Herbst und im Winter darangehen kann, die Vorzüge der Blattdroge entgegenzunehmen. Flavonoide, Gerbstoff, Phenolcarbone und sogar ein wenig ätherisches Öl sind einige der dort verfügbaren Inhaltsstoffe. Der Bereich der Nieren, der Blase und der Harnwege können durch die Aufbereitung der Birkenblätter eine pflanzliche Unterstützung erfahren. Es gereicht aber auch den Blutgefäßen in unserem Körper zum Vorteil, wenn wir öfter auf das Laubgrün des Baumes mit der weißen Rinde zurückgreifen. Wer die Möglichkeit hat, sich zwischendurch ein wenig Zeit zu nehmen, kann sich ja für den Rest des Tages einen Trunk zubereiten.

Tee aus Birkenblättern

Von getrockneten und zerkleinerten Blättern der Birke nimmt man 2 Esslöffel voll. Mit 1/2 Liter kochendem Wasser übergießen und dann 15 Minuten lang zugedeckt ziehen lassen. Nach dem Abseihen mit ein wenig Honig süßen und einfach auskühlen lassen. Über den Tag verteilt schluckweise trinken. Das regt nicht nur die Tätigkeit der Nieren an, sondern liefert auch einen Beitrag, der sich gegen eine so genannte Adernverhärtung bzw. gegen Arteriosklerose richtet. www.kraeuterpfarrer.at

Birkenzweige mit Blättern und Blüten (Betula pendula) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

Eine Hilfe für Frauen

Die Weiße Taubnessel als Begleitung

Wir Prämonstratenser – das ist der katholische Chorherrenorden, der in Bälde sein 900jähriges Bestehen feiert – tragen ein weißes Ordensgewand. Die Symbolik dieser Kleidung verweist eindeutig auf das Geheimnis der Auferstehung Jesu. Es ist als ob sich eine Pflanze diesem christlichen Glaubensinhalt anschließen würde, weil sie sich ab dem Frühjahr mit weißen Blüten schmückt und sich so von ihrer violett tragenden Verwandtschaft abhebt. Die Rede ist von der Weißen Taubnessel (Lamium album). Dieser Lippenblütler, der sich auch in der freien Natur als ergiebige Bienenweide erweist, steht oft unbeachtet am Wegrand. Der Standort der Pflanze sind vor allem Uferbereiche und Schutthalden in einer bewaldeten Umgebung. In seiner Heilwirkung unterstützt sie laut den Überlieferungen der Klostermedizin vor allem das weibliche Geschlecht. Zu den Inhaltsstoffen des Gewächses zählen Schleimstoffe, Cholin, Glykoside, Gerbstoffe sowie Saponin und in den frischen Blättern lässt sich sogar Vitamin C nachweisen. Das Anwendungsgebiet der Weißen Taubnessel umfasst in der praktizierten Volksheilkunde die Luftwege, die Nieren, die Blase, den gesamten Unterleib sowie schlecht heilende Wunden, Gicht und Fieber. Heute möchte ich jedoch die Aufmerksamkeit auf ein Thema richten, das wesentlich zum Bereich der menschlichen Fruchtbarkeit zählt. Es ist der Zyklus der Menstruation der Frauen. Für dieses sich wiederholende physische Reglement hat der Schöpfer auch eine Reihe von Gewächsen in seiner Vorsorge in den Reichtum der heimischen Flora eingefügt, das uns nun zur Verfügung steht. Eine Begleitung der Menstruation durch pflanzliche Hilfen ist vor allem dann möglich, wenn es eine aus dem Gleichgewicht geratene Balance wieder neu anzustreben gilt.

Tee als Unterstützung

Von getrocknetem und zerkleinertem blühenden Kraut der Weißen Taubnessel nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter siedendem Wasser übergießen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, dann abseihen. Schluckweise ungesüßt trinken. Während der Monatsregel können Frauen 2 bis 3 Tassen von diesem Tee pro Tag zu sich nehmen, wenn nicht eine Unverträglichkeit bzw. eine ärztliche Empfehlung dagegen sprechen.  Das Weiße Taubnessel-Kraut eignet sich auch als Bestandteil von Teemischungen etwa mit Schafgarbe, Melisse oder Frauenmantel. www.kraeuterpfarrer.at

Weiße Taubnessel (Lamium album) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya


 

Mit der Kraft von der Wiese

Löwenzahn unterstützt die Verdauung

Für ein Umdenken ist es nie zu spät, solange unser Herz schlägt, wir den Atem schöpfen dürfen und noch so gut wie möglich bei Sinnen sind. Im Handumdrehen steht wieder einmal Weihnachten vor der Tür und damit auch der bevorstehende Jahreswechsel. Da will ich die womöglich provozierende Frage stellen, was wir denn aus dem zurückliegenden Jahr gemacht haben!? Und hat die Sorge um eine intakte Gesundheit wirklich den Stellenwert, der ihr zusteht? Wenn nicht, dann können wir das durchaus ändern. Sehen wir uns doch z. B. in diesem Zusammenhang den Löwenzahn (Taraxacum officinale) näher an. Er kann uns allen mehr bieten, als wir ihm das womöglich zutrauen. Und es wäre schade, diesen Korbblütler als bloßes Futter oder gar abschätzig als so genanntes Unkraut abzutun. Gewiss ist die Zeit verstrichen, in der man auf das hervorsprießende Grün des Löwenzahns zurückgreifen hat können, um damit einen Salat anzureichern. Es stehen uns nun aber seine Inhaltsstoffe zur Verfügung, die sich ebenso in der getrockneten Droge befinden. Die Bitterstoffe etwa, die in der goldgelben Wiesenblume enthalten sind, erweisen sich nämlich für den gesamten Stoffwechsel als unterstützend. Ganz speziell können wir u. a. die Bauchspeicheldrüse und deren Tätigkeit mit der Verwendung des Löwenzahns fördern. Magen, Leber und Galle zählen überdies zu den Organen, die ebenfalls davon profitieren. Es ist also sicher sinnvoll, die ganze physische Verfassung über die Verdauung fit und vital zu erhalten. Man muss dafür aber nicht gleich das ganze Leben umkrempeln. Zielführender ist es meiner Meinung nach, kleine – aber dafür ganz konkrete – Schritte zu setzen, um dem Bruder Leib eine gute und vielleicht sogar bessere Zukunft zu ermöglichen, indem man ab und zu auf den Löwenzahn zurückgreift.

Löwenzahn aufgießen

Getrocknete und zerkleinerte Blätter des Löwenzahns kann man im Fachhandel erwerben.  2 Teelöffel voll davon übergießt man mit ¼ Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Ein paar Tage hindurch 2-mal am Tag am besten ½ Stunde vor den Mahlzeiten ungesüßt trinken, um so die Verdauung anzukurbeln und einen geregelten Stoffwechsel zu unterstützen. www.kraeuterpfarrer.at

Löwenzahn mit Wurzel (Taraxacum officinale) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Wider die Schwermut

Die Engelwurz richtet die Seele auf 

Dort, wo die Seehöhe in unserem Bundesland eine nicht allzu hohe ist, hat sich der Herbst in der vergangenen Woche ein Stelldichein gegeben, das in Form von Nebel die ganze Umwelt einzuhüllen wusste und die Sichtweite rund ums Haus und vor der Windschutzscheibe des Autos um etliches reduzierte. Ich mag an und für sich die Stimmung, die sich bei einem derartigen Wetter ergibt, spüre aber genauso gut, dass ein strahlender Sonnenschein mein Gemüt besser bei Laune hält. Mit der Echten Engelwurz (Angelica archangelica) darf ich diesmal wieder einmal ein kostbares Gewächs in Erinnerung rufen, das uns hilft, Leib und Seele gleichsam gegen die Wirkungen der nebeligen und dunklen Zeiten, die uns aufgrund der Jahreszeit noch bevorstehen, zu wappnen. Die Inhaltsstoffe, die sich vor allem in der Wurzel des Doldenblütlers nachweisen lassen, sind vor allem ätherische Öle, Terpene, Cumarin und unterschiedliche Pflanzensäuren. Vor allem bei Verdauungsstörungen hat die jahrhundertelange praktizierte pflanzliche Naturheilkunde gute Erfahrungen mit der Engelwurz gemacht. Darüber hinaus zählt dieses Gewächs zu den tonisierenden Hilfen aus dem Pflanzenreich. Und genau diese Wirkung benötigen diejenigen, die sich geschwächt und zusätzlich auch seelisch niedergedrückt fühlen. Eine gefestigte Physis ist wohl der beste Rückhalt für einen darin wohnenden Geist, der sich für so manchen positiven Impuls seitens eines Heilkrautes dankbar zeigt, indem er wacher und froher in den Tag hineingeht. Mit der Echten Engelwurz erhalten wir genau dahingehend eine probate Unterstützung. Schlagen wir dieses Angebot der Natur also nicht aus.

Badezusatz Engelwurz 

Von der getrockneten und zerkleinerten Wurzel der Echten Engelwurz nimmt man ca. 100 g. In 2 Liter kaltem Wasser 2 bis 3 Stunden lang ansetzen. Zunächst gut aufkochen und anschließend abseihen. Dem warmen Badewasser beifügen und 15 Minuten darin baden. Danach aus der Wanne steigen und gut abtrocknen. Am besten die Haut mit einem guten Kräuter-Ölauszug einreiben. Das hat eine belebende und stärkende Auswirkung auf Leib und Seele. So wird ein herbstlich niedergedrücktes Gemüt auf natürliche Weise wieder aufgerichtet. www.kraeuterpfarrer.at

Echte Engelwurz oder Angelika (Angelica archangelica) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

Nervenzone Fingerspitzen

Mit Quendel stärken

Beunruhigungen empfinden wir immer als unangenehm. Das betrifft sowohl irgendeinen Lärm, der uns aus dem Schlaf weckt, als auch gesellschaftliche Vorgänge, die sich schwer einschätzen lassen und deren Folgen wir nicht absehen können. All das registrieren wir mit unseren Gefühlen und Instinkten. Diese wiederum stehen mit dem Nervengeflecht der Physis in direkter Verbindung. An bestimmten Stellen des Körpers sind sie auch gut zugänglich. Das macht sich etwa die Fußreflexzonenmassage zunutze. Mit dem Quendel (Thymus serpyllum) möchte ich aber eine Zone ansteuern, die sich an den Enden unserer Hände befindet, sprich in den Fingern und an deren Spitzen. Auch dort lassen sich positive Wirkungen, die von Heilpflanzen ausgehen, sehr gut zur Anwendung bringen. Im Quendel sind wertvolle Substanzen enthalten: neben Gerb- und Bitterstoffen sind es ätherisches Öl und Terpene, die das Gewächs auszeichnen. In der Regel denkt man bei der Verwendung des duftenden Lippenblütlers eher an die Stärkung der Atemwege, was durchaus seine Berechtigung hat. Er kann sich aber auch rund um die Fingerspitzen als hilfreich erweisen. Vielleicht ist es einem selbst schon aufgefallen oder man hat es an anderen beobachtet: angespannte Nerven äußern sich in einem beständigen Bewegen der Finger, mit denen man dann herumspielt oder gar an deren Nägeln kaut. Da bedarf es dann einer Beruhigung bzw. einer Ableitung, die mithilfe eines Aufgusses durchgeführt werden kann. Ich wünsche besonders heute am Sonntag allen eine Zeit, die zum Entspannen dient und es ermöglicht, durch ein vermehrtes Vertrauen Gott, den Mitmenschen und sich selbst gegenüber neue Kräfte zu sammeln.

Ableitung mit Quendeltee 

Von getrocknetem und zerkleinertem Kraut des Quendels nimmt man 1 gehäuften Esslöffel voll. Mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Dann abseihen und in eine Schale gießen, die breit genug ist. Bei ziemlich warmer Temperatur badet man eine Weile die Finger darin. Danach rausnehmen und sich noch eine Zeit der Ruhe gönnen, um den Tee an der Luft abtrocknen zu lassen. Das beruhigt und leitet zudem innere nervliche Spannungen ab. www.kraeuterpfarrer.at

Quendel oder Wilder Thymian (Thymus serpyllum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

Probleme mit dem Sitzfleisch

Odermennig und Hämorrhoiden

Betrachten wir die Tätigkeiten derer, die Gott sei Dank einen Arbeitsplatz haben dürfen, so gibt es verschiedenste Weisen, wie sehr und auf welche Art der Körper bzw. der Bewegungsapparat durch den Beruf herausgefordert werden. Durch die Verlagerung vieler Erledigungen in die digitale Welt bleibt aber den meisten nichts anderes übrig als eben sitzend ihre Aufträge zu erledigen. Umso wichtiger ist es dann, einen Ausgleich durch regelmäßige Bewegung herbeizuführen. Wenn ich heute das Sitzfleisch und den Odermennig (Agrimonia eupatoria) unter einen Nenner bringen möchte, so hat das diesmal den Grund, ein unangenehmes Symptom in Betracht zu ziehen, das uns unter dem Stichwort Hämorrhoiden leidlich bekannt ist. Es sind ja gar nicht wenige, die darunter leiden oder ihre hoffentlich zurückliegenden Erfahrungen damit gemacht haben. Im Odermennig begegnet uns ein Heilkraut, das sich durch einige wertvolle Inhaltsstoffe auszeichnet. Darunter finden sich neben ätherischem Öl und Flavonoiden auch Gerb- und Bitterstoffe sowie Kieselsäure. Daher nimmt es nicht Wunder, dass von dem zur großen botanischen Familie der Rosengewächse zählenden Kraut eine adstringierende Wirkung ausgeht, die sich vor allem beim Problem auftretender Hämorrhoiden bezahlt machen kann. Immerhin haben sich viele Hausmittel schon über Generationen bewährt. Das trifft auch für die Verwendung des Odermennigs zu. Im konkreten Fall benötigt man lediglich einen Aufguss, der ganz einfach zubereitet werden kann. Die Schatzkammer der Natur sorgt sozusagen dafür, dass unser Körper auch am Sitzfleisch eine probate Pflege erhalten kann.

Einlagen mit Odermennig-Tee

Von getrocknetem und zerkleinertem Odermennig-Kraut nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Zum Schluss abseihen. Vor dem Schlafengehen bereitet man sich eine Einlage im After, die mit dem warmen Odermennig-Aufguss getränkt ist. Morgens wieder abnehmen und dann die Stelle mit ein wenig Johanniskraut-Öl einreiben. Das kann mithelfen, dass sich allenfalls auftretende Hämorrhoiden wieder schneller verabschieden. www.kraeuterpfarrer.at

Odermennig (Agrimonia eupatoria) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

Süß und gesund

Hagebuttenmark selber machen

Die zurzeit allgemein empfohlene Häuslichkeit bietet neben den vielen Herausforderungen, die ein enger Aktionsradius einer Familie mit sich bringen kann, auch etliche Vorteile. Immerhin besinnt man sich auf das, was daheim möglich ist und wofür man sich in der Regel das ganze Jahr über nur wenig Zeit nimmt. Da und dort gibt es z. B. etwas zu reparieren, zu streichen oder zu pflegen. Und dann bleibt noch die Küche als wertvoller Raum, um sich nicht nur Gedanken über das Essen zu machen, sondern auch für die Gesundheit eine brauchbare Unterstützung zuzubereiten. Die Hagebutten, die Früchte vor allem der Hundsrosen (Rosa canina) und anderer wilder Rosenarten sind dahingehend sicher eine Überlegung wert. Die Hetscherln, wie sie durch den Volksmund auch gerne bezeichnet werden, haben ja einen großen Vorteil: je später man sie im Herbst erntet, desto weicher und süßer werden sie. Ja, man kann auch noch im frühen Winter nach einigen Frostperioden auf sie zugreifen. Sie enthalten viel an organischen Säuren, Flavonoiden, Pektin, Gerbstoffen und an Vitaminen sowie Mineralstoffen. Seit jeher gelten sie als wertvolle Hilfe, die Jung und Alt gut durch den Winter kommen lässt. Das sollte man auch gegenwärtig aufgreifen. Wenn jemand nach einer natürlichen Kraftreserve für den Alltag sucht, nach einer Begleitung, die in einer Phase der Rekonvaleszenz gut tun kann oder einfach nach einer selbstgemachten Köstlichkeit, die ebenso zum Naschen herhalten kann, dann ist es angebracht, die Hagebutten zu pflücken und aufzuarbeiten. Ein Mark aus dem Fruchtfleisch derselben ist eine mögliche Weise, die Vorzüge der roten Schönheiten von den stacheligen Zweigen zugänglich zu machen. Wie gesagt, nützen wir die Zeit, um die wertvollen Schätze aus Mutter Natur wieder mehr zu achten.

Vitaminstoß vom Waldrand 

Reife Hagebuttenfrüchte werden gesäubert, nach Möglichkeit entkernt und dann mit einer geeigneten Küchenmaschine zerkleinert, so dass eine rote Paste aus dem Fruchtfleisch entsteht. Im Verhältnis 2:1 mischt man das Ganze mit Bienenhonig ab und verrührt beides miteinander. In geeignete Gläser füllen, gut verschließen und  gekühlt lagern. Um sich einen Vitaminstoß zu gönnen, nimmt man täglich 1 bis 3 Teelöffel voll zu sich. Das Hagebuttenmark trägt zudem eine beruhigende Wirkung in sich, die man auch an Kinder weitergeben kann. www.kraeuterpfarrer.at

Hagebutten-Fruchtzweig (Fructus Cynosbati) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

 

Für Muskeln und Sehnen

Gänsefingerkraut hilft entspannen

Um heutzutage von A nach B zu gelangen, haben wir so viele Möglichkeiten des Vorwärtskommens und des Transportes, die uns viele Destinationen erreichbar machen, ohne dass wir viel Kraft aufwenden müssten. Das bringt auch einige Nachteile mit sich. Durch den Ausstoß von Co2 etwa wird die Umwelt belastet, sobald wir einen Motor starten, der das Gefährt, das Flugzeug oder das Schiff in Gang setzt. Und wir selbst bewegen uns kaum mehr. Der Körper ist beim Menschen aber so angelegt, dass er selbst die Distanzen bewältigt. Mit dem Gänsefingerkraut (Potentilla anserina) sei also unser Augenmerk heute auf die Gliedmaßen gelegt, die mit Muskeln und Sehnen in direkter Verbindung stehen. Ohne sie wäre ein aufrechter Stand, ein Gehen, Steigen, Laufen und Klettern schier unmöglich. Andererseits wissen wir genauso gut, dass auch diese an ihre Grenzen der Belastbarkeit stoßen. Spätestens dann, wenn es in den Armen, Beinen oder Füßen schmerzt, müssen wir vermehrt auf die betroffenen Zonen achten. Im Gänsefingerkraut, das auch Anserine genannt wird und zur großen botanischen Familie der Rosengewächse zählt, finden sich Inhaltsstoffe wie etwa Phenolcarbonsäuren, Bitter- und Gerbstoffe sowie auch eine Reihe von Flavonoiden. Seit jeher billigt man diesem Heilkraut aufgrund positiver Erfahrungen u. a. eine krampflindernde Eigenschaft zu, die man auch dementsprechend genutzt hat. So ist es also darauf rückschließend heute aktuell, das Gänsefingerkraut in Überlegungen mit einzubeziehen, die sich rund um die Pflege bzw. pflanzliche Begleitung von Muskeln und Sehnen richten. Und eines noch dazu: regelmäßiges vernünftiges Bewegen in Form von Spaziergängen und maßvoll praktiziertem Sport tragen sicherlich auch dazu bei, dass wir mit unserem ganzen Körper fit und vital bleiben. Der herbstliche Nebel sollte nicht als Argument herhalten, um die Gliedmaßen förmlich einrosten zu lassen. Und wenn es da und dort spannt und leicht schmerzt: auch auf das Gänsefingerkraut nicht vergessen.

Tee aufgießen und trinken

Bei Muskel- und Sehnenschmerzen kann man folgendes begleitend praktizieren: von getrocknetem und zerkleinertem blühenden Gänsefingerkraut nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und dann 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Danach abseihen. Jeweils früh und abends 1 Tasse davon trinken. Gänsefingerkraut eignet sich auch für individuell zusammengestellte Teemischungen. www.kraeuterpfarrer.at

Gänsefingerkraut oder Anserine (Potentilla anserina) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

Eine Wurzel für den ganzen Körper

Die Wilde Karde stärkt auch die Haut

Der November ist eine Zeit, die sehr irdisch anmutet. Ich meine damit die Erde direkt, die sich unter anderem auftut, wenn die Felder geackert werden. In den ländlichen Gebieten merkt man das an den durch die landwirtschaftlichen Fahrzeuge gezwungenermaßen vermehrt verschmutzen Straßen. Schließlich spielte das Thema Erde anlässlich der Friedhofsgänge zu Allerheiligen eine große Rolle. Somit ist es nicht abwegig, sich heute einer Wurzel zuzuwenden, die im Erdreich wächst und dort Halt findet. Ich möchte ganz konkret den unterirdischen Wuchsteil der Wilden Karde (Dipsacus fullonum) in den Blickwinkel der Gesundheitspflege mit hineinnehmen. Diese Pflanze ist ein wichtiges Element der naturbelassenen Flora unsrer Heimat. So bin ich jeweils sehr froh, wenn ich die Wilde Karde irgendwo wachsen sehe. Ihr Blütenstand ist zudem sehr beeindruckend, denn die bläulich- violetten Blüten öffnen sich dort kreisförmig rund um einen oval-länglichen Blütenstand. Jetzt im Herbst sind nur mehr die trockenen Stängel und Blätter zu entdecken, die jedoch einen Verweis auf das geben, was unter ihnen verborgen darauf wartet, noch gehoben zu werden. Die Wurzel der Wilden Karde enthält u. a. Saponine und Glykoside sowie auch Mineralstoffe, die für den ganzen Organismus wichtig sind. Seit vielen Generationen wird dieses Heilgewächs geschätzt und verwendet. Das bezeugen schon mittelalterliche Quellen der Naturheilkunde. Für uns gegenwärtig ist die Wurzel des Gewächses ebenfalls nicht von der Hand zu weisen. Vor allem dann, wenn es gilt, den Stoffwechsel anzuregen, die Tätigkeit der Leber zu fördern und somit auch die Haut zu unterstützen. Das kann sich vor allem bei Akne als Vorteil herausstellen. Wer sich mit diesem Problem auseinanderzusetzen hat, kann eben diesen heimischen und bewährten Schatz aus der Erde als mögliche Hilfe in Betracht ziehen.

Tee aus Kardenwurzel

Von der getrockneten und zerkleinerten Wurzel der Wilden Karde nimmt man 4 Esslöffel voll. In 1 Liter kaltem Wasser zustellen, 10 Minuten aufkochen, dann abseihen. 1/4 Liter morgens auf nüchternen Magen trinken. Den Rest in eine Thermosflasche füllen. Einen Teil davon sollte man bei Akne dazu verwenden, um lauwarm das Gesicht damit abzuwaschen. Am frühen Abend kann noch 1/4 Liter von dem Tee getrunken werden. Das hat einen hautreinigenden Effekt. Eine Zeitlang durchführen. www.kraeuterpfarrer.at

Wilde Kare mit Wurzelstock (Dipsacus fullonum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya